18. Oktober 2026

Was soll ich sagen, ohne bei den ein oder zwei Lesern meines Sudelbuchs anzuecken? Soll ich wirklich notieren, was mich morgens amüsiert? Und das bei der Weltlage. Okay, versuchen wir’s mal mit dem, was ich heute Morgen in den Leserbriefen der Zellerzeitung vorfand: „Völlig überraschend ist der Russe nicht in Deutschland eingefallen. Der Vorfall ereignete sich gestern an der Grenze zu Polen und löste eine Panik aus. Die einfallslosen Grenzbeamten ergriffen die Flucht; sie mussten später psychologisch betreut werden. Auch in Berlin ist der Schock über das Ereignis deutlich zu spüren. Friedrich Merz nannte das Ausbleiben der russischen Invasion „völkerrechtswidrig“ und kündigte eine weitere Verschärfung der Sanktionen an. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) beklagte die notorische Unzuverlässigkeit der Russen, die in diesem Fall sogar den Kampf gegen rechts sabotiert habe.“

Ostfront (2): In der Realität hat in der vergangenen Woche der Russe seine massiven Luftangriffe gegen die Energie- und Wirtschafts-Infrastruktur fortgesetzt. Lokale Schwerpunkte waren die Oblaste Kiew und Charkow. Auffällig ist die jetzt selbst von der ukrainischen Seite lautstark beklagte Hilflosigkeit. Die Beobachter rätseln, ob diese durch das mutwillige Abschalten der amerikanisch betriebenen Starlink-Zugänge verstärkt wurde. Feindobjekte, die sich schneller als mit 120 km/h bewegen, werden nicht mehr fortlaufend erfasst. Auf diese Weise wird auch das Operieren der ukrainischen Offensiv-Drohnen zum ungelenkten Lotterie-Spiel. Die Frage ist, ob dies nachhaltig geschieht, dann ist der Krieg in überschaubarer Frist zu Ende, oder ob es lediglich ein Probeschuss ist, um den kleinen Mann aus Kiew zum Einlenken zu zwingen, was das Beenden des Beschusses der russischen Öl-Infrastruktur anbelangt, so wie der Don es (bislang vergeblich) verlangt hatte.

Ostfront (3): Der nach dem Motto Not-kennt-kein-Gebot abgeschlossene Diesel-Deal zwischen den USA und dem Erzbösewicht Putin, bei gleichzeitiger Aufhebung der jüngsten, jedoch noch nicht in Kraft getretenen Russland-Sanktionen, ist ein Schlag ins Gesicht der Kriegshetzer sowohl in den USA selbst als auch in EU-Europa. Das ganze Manöver ist auf die Hektik der bevorstehenden Zwischen-Wahlen in den USA ausgerichtet, die – das dämmert jetzt auch den hartnäckigsten Trump-Fans – an den Zapfsäulen entschieden werden. Bis jetzt wurde der Wählerverlust durch bombastische Erklärungen bekämpft. Doch vielen, allzu vielen schwant wohl allmählich, dass dieser optimistische Propaganda-Radau eine allzu kurze Halbwertzeit hat. Denn…

Naher Osten: Die Angriffe der Huthis (Ansar Allah) gegen Saudi Arabien und den von ihm beherrschten Süden des Jemen gehen ungeschmälert weiter. In der vergangenen Woche lagen die Schwerpunkte der Raketen- und Drohnen-Angriffe erneut bei der saudische Öl-Infrastruktur und dem Flughafen von Aden (südliche Küste des Jemen), jetzt das Zentrum der angeblichen Regierungstruppen. Die politische Lage der Saudis wird heikel. Beim amerikanischen Militäranalysten Larry C. Johnson (SONAR 21) finde ich die hier raubkopierte Lagekarte zur saudischen Öl- und Erdgas-Industrie:

Naher Osten (2): An der Iran-Front begnügten sich beide Seiten in der vergangenen Woche mit Kraftprotz-Meierei. Lediglich das Schiffeversenken in der Straße von Homus ging im Tagestakt weiter. Wer da sonst noch so fährt, wird das kaum im Lichte er Öffentlichkeit tun, aber er tut dies offensichtlich mit Genehmigung der Perser – und das nach Ablieferung eines prallen Geldköfferchens.