Autor: Helmut Roewer (Seite 1 von 5)

Schilda an der Ilm – das Sudelbuch XXIII

12. August 2026

Die Jemeniten machen tatsächlich ernst an ihrer Meerenge des Roten Meeres. Gestern wurde wieder ein Frachter beschossen und an der Weiterfahrt gehindert. Das dürfte jetzt in etwas das zehnte Schiff sein. Die Saudis als die im Moment Hauptgeschädigten protestieren und rufen Pakistan, mit dem sie ein Verteidigungsbündnis eingegangen sind, um Hilfe an. Dort jedoch zeigt man sich wenig beeindruckt, wohl wissend, dass das Parteiergreifen in diesem Fall die eigene Stellung im Mittleren Osten untergraben würde.

Nahost (2): Die Angriffe aus dem Jemen waren lange angedroht. Sie sind bei Lichte betrachtet die Retourkutsche für jahrelange saudische Aggressionen gegen den südlichen Nachbarn. Was wir jetzt vorgeführt bekommen, weckt den Verdacht, dass die Prinzen militärisch nicht ernst zu nehmen sind. Hierüber empfinde ich kein Bedauern, denn sie spielten seit Jahrzehnten ihr eigenes Europa-feindliches Spiel, angetrieben von ihrer Mittelalter-Religion.

Nahost (3): Der Don hat heute Nacht angedroht, dass er den Iran finanziell in die Knie zwingen werde. Soso. Seine pensionierte Generalität tönt derweil im US-Fernsehen, es werde Zeit, die militärische Karte auszuspielen. Die Herren erwähnen allerdings nicht, welche sie denn meinen, wo man seit Monaten vergeblich gebombt und geschossen hat. Die Angriffswaffen haben’s nicht gebracht und die Verteidigungswaffen scheinen sich dem Ende zuzuneigen, wenn sie denn überhaupt wirksam waren. Die US-Stützpunkte am Golf und in Jordanien können ein Lied davon singen. – Bleiben nur noch die US-Stützpunkte in Israel und auf hoher See, mindestens 500 Seemeilen von der persischen Küste entfernt. Das heißt in beiden Fällen: Luftangriffe nur mit zweimal Auftanken in der Luft. Das kann ich mir als wirksame Angriffsmethode kaum vorstellen. Und bin offenbar auch nicht der Einzige.

Schilda an der Ilm – das Sudelbuch XXII

11. August 2026

Es fällt schwer, bei der Hitze einen klaren Gedanken zu fassen. Im Netz lustloser Lektüre bleiben halbseidene Erkenntnisse hängen: Doktor Voigt vergeigt Widerspruchsverfahren gegen die Uni Chemnitz wg. Entzugs des Doktorgrades. Jetzt will er klagen. Muss nur noch ein sächsischer Richter gefunden werden, der ein Einsehen mit diesem hochgeschätzten Politik-Wissenschaftler hat.

Sachsen (2): Die Drohne von Leipzig trägt DNA, die von einem Anschlag aus dem Jahre 2024 bekannt sein soll. Da war eine Verteilungsstelle der Post das Ziel des Terrors. Die Politik schwatzt von einem hybriden Angriff, und vermummte Bundespolizisten umringen pressewirksam den Innenminister.

Sachsen (3): Leser B. teilt mir mit, dass die Plauener bereits am 17. Juni 1953 besonders ungehorsam waren und nicht nur im Herbst 1989. Das sei nachgetragen.

Ostfront: Die Töne aus Kiew klingen eher kleinlaut. Keines der zahlreich anfliegenden Geschosse wurde am Wochenende abgefangen. Sagt zumindest die ukrainische Führung erstmals. Das wollen wir ihr ausmahmsweise einmal glauben.

Raketenabwehr (2): Das Problem ist keineswegs auf den Ukraine-Konflikt beschränkt, sondern ist in den vergangenen Wochen verstänkt in Nahost aufgetaucht, wo es offensichtlich wird, dass die beiden einschlägigen US-Systeme Patriot und THHAD beide nichts taugen, jedenfalls was die Abwehr von ballistischen Raketen aus Russland und dem Iran anbelangt. Höre mir mehrere gut illustrierte Vorträge des amerikanischen Professors Ted Postol vom MIT an, der leicht nachvollziehbar erläutert, warum das mit der Abwehr moderner ballistischer Raketen nicht klappen kann. – Mit meinen Worten: Angriffs- und Abwehrrakete fliegen, wenn überhaupt, mit ca. 5 km/sek. aufeinander zu. Die geringste Seitwärtsbewegung des Angreifers lässt den Verteidiger ins Nichts enteilen. Postol hält aufgrund von zahlreichen ausgewerteten Raketenangrffen aus den letzten Monaten eine Trefferquote von 1 bis 2 Prozent für wahrscheinlich. Das bedeutet: 98 von 100 Raketen erreichen ihr Ziel.

Raketenabwehr (2): Es entbehrt nicht einer traurigen Komik, wenn die US-Regierung jetzt die verstärkte Produktion der bekannten Raketentypen mit großem öffentlichen Radau anschiebt.


9. August 2026

Der Vorschlag des Redners fand breite Zustimmung. Mit anderen Worten: Alle waren froh, dass er endlich zu einem Ende gekommen war.

Manche Dinge ändern sich einfach nicht, oder anders ausgedrückt: nicht so einfach. So die Einwohner von Plauen am Rande Sachsens. Sie gehörten bereits 1989 zum allgemeinen Erstaunen zu den Ersten, die unübersehbar auf die Straße gingen. Gestern sollen es zehntausend gewesen sein. Was sie forderten, könnte Schule machen: Regierung weg, Neuwahlen, Volksentscheide. – Wir nähern uns deutlich der Schwelle, wo es nicht friedlich bleiben wird.

Wenn der Don wie heute Nacht von Einigungen im Nahostkrieg öffentlich schwatzt, so ist das nur insofern halbrichtig, als die USA gestern an zwischen den Persern und dem Nachbarstaat Oman besiegelten Absprachen über die Straße von Hormus nicht beteiligt waren, sondern deren Gegenstand. Als da wäre: Die Straße bleibt geschlossen, bis die USA aus der Gegend abgezogen sind, das persische beschlagnahmte Auslandsvermögen freigegeben und Entschädigung für die Kriegsschäden geleistet worden ist. Was bislang nur persischer Standpunkt war, findet Zustimmung in Oman. Im Gegenzug enthält es eine Beteiligung an der zu erhebenden Maut für die Straßennutzung.

Nahost (2): In ägyptischen Gewässern wurden erstmals Schiffe in Brandt geschossen. Jetzt rätselt man: Wer war das? Anders gefragt: Wem nutzt eine Ausweitung des Konflikts?


8. August 2026

Die Stadt Arbon, auf dem schweizerischen Ufer des Bodensees gelegen, ist tagsüber fast menschenleer. Ich vermute zunächst einen mir unbekannten hiesigen Feiertag, da auch alle Läden zu sind. Bis mich ein Zettel an einem der Schaufenster aufklärt, dass wg. Sommerferien geschlossen sei. Donnerwetter, sollte ich mich im schweizer Geschäftssinn so getäuscht haben?

Da lob ich mir doch Unteruhldingen, am gegenüberliegenden deutschen Ufer gelegen. Parkplatz weit außerhalb – gebührenpflichtig. Anreise zum See runter mit einem Trekker mit 2 Anhängern, Bähnle genannt – gebührenpflichtig. Pfahlbaudorf hinter Gitterzaun, großartiger Eintrittspreis. Ich merke an der Kasse an, dass ich keineswegs beabsichtigen würde, Mitinhaber zu werden. Das wird nicht lustig gefunden. Sodann schlägt die Museumspädagogik über die Pfahlbauern und Pfahlbäuerinnen zu. Auch damit: Man wisse nicht, ob es so war, wie man es sich jetzt vorstelle. Bleibt die Fragen, warum dann diese Häuser, durch die der Besucher (bitte nichts anfassen) geht?

Während ich die imaginären Vorfahren bestaune, tagt in Berlin der Bundes-Sicherheitsrat. Na klar, denn es handelt sich bei der gestrandeten Drohne in Leipzig auf dem Flughafen um einen hybriden Angriff. Aus dem Kreml erfolgt in ungewöhnlicher Geschwindigkeit eine scharfe Abfuhr gegenüber den zur Gewissheit aufgeblasenen Verdächtigungen. – Ich stelle mir die Frage, für wie blöd man die Leute eigentlich hält. Oder anders ausgedrückt: Für wie blöd muss ich die Leute halten, die mit solchen Nicht-Ereignissen öffentlich Politik machen? Komisch ist nur, dass mir sofort passende Gesichter einfallen. Bitte keine Namen.


6. August 2026

An der Bundesstraße am Nordufer des Bodensees liegt unübersehbar zwischen Immenstaad und Friedrichshafen eines der Zentren der deutschen Rüstungsindustrie. Beim Vorbeifahren an den ausgedehnten Liegenschaften von Airbus geht es mir durch den Kopf, dass ich nicht der Einzige bin, der diesen Standort kennt und einschätzt, dass hier Kriegswaffen konzipiert werden könnten, die gegen Russland zum Einsatz gelangen.

Kriegswaffen (2) Immer noch glauben die Leute hierzulande, der böse Putin würde bluffen, wenn er sagt, er werde die Nato-Kriegstreiber an ihren Standorten, egal wo, ins Visier nehmen lassen. Vor drei Tagen hat er Nägel mit Köpfen gemacht, und eine amerikanische Drohnen-Fabrik in Kiew wurde, soweit man hört, dem Erdboden gleichgemacht. Die US-gelenkte Presse schweigt. Was Wunder.

Kriegswaffen (3): Dem kleinen Mann aus Kiew ist inzwischen das Siegesgeschrei im Halse steckengeblieben. Er mault, dass er keine wirksamen Raketenabwehrwaffen besitze. Das klang vor Kurzem noch ganz anders. Da erinnerte er mich an den Luftwaffenchef Herrmann Göring, der tönte, er wolle Meier heißen, wenn es einem feindlichen Flieger jemals gelänge, ins Reichsgebiet einzudringen. Er kam bereits kurz drauf nicht wieder darauf zurück.

Kriegswaffen (4): Ein Dutzend Kilometer weiter auf der Bundesstraße nach Osten liegt der Flughafen von Friedrichshafen. An dessen Rand ein sehenswertes ziemlich neues Museum zur Erinnerung an den Flugzeugbau-Pionier Claude Dornier, der hier vom Bodensee aus ein Luftfahrt-Imperium aufbaute. Hierzu gehörten in beiden Weltkrieges die Impulse durch die militärische Nutzung und auch nach der Zerstörung Deutschlands 1945 der Neuaufstieg aus den Trümmern. Großartige Exponate und eine erfreulich nüchterne Darstellung ohne den heute üblichen moralinen Zeigefinger. Sensationell auch der Übergang von der Luft- zur Raumfahrt. Ich habe gestaunt.

Kriegswaffen (5): Komische Meldung vom Flughaften Leipzig. Drohnenfund mit Semtex-Sprengstoff, aber defektem Zünder. Wer war das? Wir werden es bald wissen, wenn die Experten den Dronenführerschein (?dem Putin seiner), der sicher am Tatort zurückblieb, gefunden haben werden. Nebenbei: Der tschechische Sprengstoff stammt ebenso aus Sowjetzeiten selig, wie die in ukrainischem Besitz befindlichen Antonow-Transport-Giganten, die dort ihre Heimat gefunden haben, um Kriegsgut nach Osten zu befördern.


5. August 2026

Es gilt der Merksatz: Nur aus der Ferne erscheinen die Dinge klar und eindeutig. Nach nur dreiTagen zeigt es sich nämlich, dass der Konflikt von Ceuta komplizierter ist als am Wochende angenommen. Geht man etwas näher ran, schält sich die marokkanisch-algerische Langzeit-Fehde aus dem Wüstensand. Jetzt bekam sie neue Nahrung, als Spanien vor Kurzem mit Algerien ein taufrisches Gaslieferungs-Abkommen schloss, dessen Gag es ist, nicht mehr die existente Oipeline, die über Marokko läuft, zu nutzen. Damit fallen dort zulande wichtige Wegelagerer-Gebühren weg (Wir kennen dieses Phänomen aus Polen und der Ukraine). Summa summarum: ein aktueller Racheakt, jedenfalls vor der Hand.

Ceuta (2): Dass sich die amerikanisch-israelische Allianz bei der Unterstützung des Geschehens auf das Völkerrecht beruft, lockt bestenfalls ein verächtliches Grinsen hervor. Diese Art Völkerrechtler sehen nicht nur ein neues gewinnträchtiges Konfliktfeld, sondern auch die Möglichkeit, an der Meerenge von Gibralta einen ihnen hörigen Pfosten einzuschlagen. Träumt weiter, Jungs.

Nahost: Heute kommt es, wenn man den großen Reden des US-Finanzministers, Bessent, wenn ich mich nicht irre, glauben will, zu einem tollen US-Iran-Deal. Soso. Vor Ort ist offenbar davon nichts bekannt. Nur eines ist gewiss: Das Morden in Gaza geht weiter. Gestern wurden nach israelischen Angaben dort 16 Palästinenser erschossen.

In Sachsen-Anhalt will Unseredemokratie im letzten Moment vor den Wahlen Anfang September die Fünfprozenthürde kippen, um die SPD weiter parlamentarisch vertreten erscheinen zu lassen. Endlich hat man geschnallt, dass es die kleinen und kleinsten Gruppen sein müssen, die einen AfD-Sieg verhindern können.


4. August 2026

Es lohnt, in der Säulenbasilika von Konstanz eine Weile stillzusitzen, um den Raum einwirken zu lassen. Es ist zu allererst verblüffend, dass die von außen deutlich gothiische Kathedrale von innen ganz anders aussieht. Es ist der romanische, Jahrhunderte alte Mittelbau, der mich beeindruckt. Den Ausbruch der Baumeister der beiden Seitenschiffe in die seinerzeit gerade in Mode kommende Gotik nehme ich nur aus den Augenwinkeln wahr. Den erst viel später hinzugekommenen Schnickschnack des Barock oder gar das Klassizismus blende ich, so gut es geht, aus. Wenn ich jetzt für ein paar Minuten den durcheinanderbrüllenden Klerus des Konzils von Konstanz (1414-18) wie einen immaginären Spielfilm einblende, sehe ich den letzten Versuch, in der weltbeherrschenden Christen-Kirche zu retten, was zu retten war. Den aus Böhmen angereisten Jan Hus verurteilten sie unter Bruch des Freien-Geleit-Versprechens zum Tode auf dem Scheiterhaufen, anstatt sich mit seinen Vorschlägen auseinanderzusetzen. Immerhin, sie gewannen 100 Jahre Zeit, dann würden deutsche Denker und Theologen der katholischen Kirche das vor Gedanken schützende Dach wegsprengen.

Hus (2): Die mitten im Kirchenraum aufragende hölzerne Kanzel steht auf einer imposanten Figur, die den alttestamentarischen Kirchenvater Abraham nebst Widder darstellt (unvoreingenommene Betrachter würden vielleicht sagen, das Gesicht sei auf boshafte Weise hebräisch ausgeprägt). Ich erwähne dies, weil es spätere Eiferer nicht daran hinderte, der Statue unter der tumultarisch vorgetragener Behauptung, es handele sich um den Ketzer aus Böhmen, die Nase abzubrechen, was ganz gewiss erheblicher Gewalteinwirkung bedurfte. Heute ziert die Figur eine Ersatznase. Geht man nah genug ran, sieht man das und findet es irgendwie tröstlich, dass es immer schon eifernde Idioten gab.

Seit meinem letzten Aufenthalt in Konstanz (wg. akademischer Eitelkeiten) im Jahre 1982 ist Sehenswertes hinzugekommen, so die auf der Spitze der Hafeneinfahrt stehende tonnenschwere Figur der Prostituierten Imperia, die während des Konzils Kaiser und Papst in der Hand gehabt haben soll. Sie dreht sich nun um sich selbst, dem Betrachter mal die unbekleidete Vorderfront, mal das gewaltige Hinterteil zuwendend. Ich betrachte mit Muße die zu der Dame pilgernden Muselmanen mit ihren verschleierten Frauen und hätte deren Kommentare zu gerne einmal gehört.

Imperia (2): Die Figur (und anderes aus seiner Hand im Bodenseeraum) stammt von Peter Lenk, einem Franken, der sich am Bodensee angesiedelt hat. Beim Betrachten seiner Werke, die auf dreiste Weise lustig sind, geht mir durch den Kopf, dass offenbar jede Zeit ihre Hofnarren ausprägt. Dieser Lenk, so will es mir scheinen, ist der Unsere.


3. August 2026

Es ist wirklich allerliebst, was auf den Blocs der Kinder Gottes so alles zum Ceuta-Konflikt geschieben steht. Rache für die Nichtteilnahme Spaniens am Iran-Krieg ist nur die kleinste Münze. Aber die größten dortigen Denker, deren realen Einfluss ich nicht abzuschätzen weiß, gehen weit darüber hinaus, indem sie eine aktuelle Chance wittern, das ganze EU-Europa zum Wohle der Koalitionäre aus Tel Aviv und DC aus dem Gleichgewicht zu bringen. Was wollen sie erreichen? Die augenblickliche israelische Auswanderung Richtung Griechenland und Zypern stoppen? Das wäre eine innenpolitische Zielsetzung, denn nichts kann für die Hardliner fataler sein, als wenn ihr eigenes Land durch die Flucht kriegsmüder Juden allmählich leer läuft.

Nahost (2): Wenn ich es richtig deute, so schweigen unsere Israel-Versteher-Medien bänglich stille. Verständlich, denn der Don hat vorgestern verkündet, dass er im Moment das ultimative Bomben Persiens unterbrochen habe, weil Verhandlungen anstünden. Frage mich, mit wem? Nehme an, dass die Saudis Stopp gerufen haben, nachdem, wie man hört, ein Emissär aus Teheran ihnen offengelegt hat, welche leicht zerstörbaren Ziele (Wasser & Öl) es auf ihrem Territorium noch zu treffen gibt. Saudi Arabien ist verletzlich wie kein Zweiter am Golf, und den US-Schutzschirm gibt es dort zulande nicht (mehr), wenn es ihn denn je in realiter gegeben haben sollte.


2. August 2026

Reisen bildet: Östlich der Autobahn bei Rottweil ragt ein dünner grauer Beton-Monsterturm in den schwäbischen Sommerhimmel. Nach unzutreffenden Mutmaßungen über ein Mahnmal für den letzten unbeschnittenen Schwaben, werde ich abends darüber aufgeklärt, dass es sich hier um eine Aufzugsversuchsanlage der Firma Krupp-Thyssen handelt.

Schwaben (2): Bei Böblingen herrscht üppiges Verkehrschaos, verursacht durch eine Autobahn-Baustelle, deren Zweck es offenbar ist, durch eine gewaltige Zigarrenschachtel aus Beton die Autostadt künftig vor dem Autolärm zu schützen. Fragt sich allerdings, ob dann, wenn dieser sehenswerte Bau fertig ist, noch namhafter Autoverkehr in der Gegend herrschen wird. Jetzt allerdings fällt mir ein Überangebot an Mecedes-Automobilen der Panzerkreuzer-Klasse auf. Deren teilverschleierte Insassen werden wohl demnächst auf fliegenden Teppichen vorbeieilen.

Die Invasion des spanischen Ceuta, jener skurrilen Enklave in Marokko, durch Glaubenskinder des Propheten hat zahlreiche Welterklärer auf den Plan gerufen. Am besten haben mir jene gefallen, die das Geschehen für ein Werk aus Tel Aviv halten, um Spanien zu bestrafen, weil es das große und gute Amerika in seinem Krieg für das Existenzrecht Israels nicht unterstützen will. Das klingt ziemlich schräg. Allerdings bin ich vorsichtig geworden, nachdem ich lernen musste, dass die Kriegsauslösung gegen Persien von der für sicher gehaltenen Prognose des Mossad ausgelöst wurde, dass die Ermordung des Führungspersonals von Teheran einen US-freundlichen Aufstand der Perser verursachen werde. – War wohl nix, wie man so sagt.


31. Juli 2026

Die beiden westlichen Kriegs-Haupthelden haben die Show-Bühne in Washington wieder verlassen. Sinn des Parallel-Auftritts von Selenskyj und Netanyahu (Ich stamme in direkter Linie von Moses ab) war die Demonstration für die amerikanische Öffentlichkeit, dass es sich hier um ein großes kriegerisches Gesamtgeschehen handele, in dem das große und gute Amerika zusammenstehen muss. Der kleine Mann aus Kiew bekommt Patriot-Luftabwehr-Raketen zum Selberbasteln, und der Mann aus Tel Aviv die Zusage, dass er sich im Moment nicht aktiv an der Bombardierung des Iran beteiligen muss. Im Gegenzug bläst er Trump die Idee eines großangelegten Hamas-Entwaffnungsplans ein, den dieser heute Nacht verkündet. Weiß man in Teheran auch schon davon?

Ostfront: Das gewaltsame Vorrücken der Russen in mehreren Kesselschlachten geht weiter. Vorletzte Nacht hat ein massiver Luftschlag gegen Kiew und andere Städte bis hin nach Lemberg (im Westen) stattgefunden. Wirklich einschneidend scheint die russische Seeblockade von Odessa zu sein. Dem Vernehmen nach ist der ukrainische Getreide-Export über das Schwarze Meer zum Stillstand gekommen.

Ostfront (2): Putins Ankündigung in dieser Woche, dass der Westen der Ukraine, sprich das Gebiet um Lemberg, auf Dauer nicht ukrainisch bleiben werde, wird man in Polen gerne gehört haben. Mit dem offenen Ausbruch eines ukrainisch-polnischen Krieges ist spätestens dann zu rechnen, wenn man in Berlin und Brüssel mitkriegt, dass die Ukraine-Karte nicht mehr zieht. Aber das kann noch etwas dauern, denn zur Zeit ist man damit beschäftigt, die eigene Industrie weiter zu zerstören.


30. Juli 2026

Fünf Tage Atempause. Kein Internet, kein Radio. Nichts. Frisch geräucherten Wels kennengelert und gegessen. Kaum wieder am Schreibtisch zerstiebt der beruhigende Eindruck in Nichts. Ein muslimischer Straftäter rast in Berlin Tiergarten in die Schwulen-Parade. Ein Toter und zahlreiche Verletzte. Er wird später von der Polizei erschossen – wenigstens das. Ein Richter hatte ihn zuvor contra legem auf freien Fuß setzen lassen. Wendet man auf den schwarzen Mann die Grundsätze seiner Kollegen aus dem Verfahren gegen Schäpe und andere an, stünde er jetzt wegen Teilnahme an einem Mord vor Gericht. Tut er aber nicht, darauf wette ich.

Atempause (2): Der Krieg in Nahost blieb wenige Tage ohne Tote, dann wurde ab Dienstag wieder geschossen. Das offizielle Amerika behauptet, es seien die US-Basen in Nahost völlig überraschend angegriffen worden, und es sei somit nötigt gewesen, heute Nacht zurückzubomben. Ich übersetze mal: Man konnte die iranischen Raketen nicht anfliegen sehen, weil die entsprechenden Radar-Stationen demoliert wurden. Wie man angesichts dieser Überraschung die anfliegenden Raketen alle abwehren konnte, ist allerdings rätselhaft.


25. Juli 2026

Gönne mir morgens fünf Minuten Direktschaltung ins Correspondents‘ Dinner im Waldorf Astoria. Ganz ohne Ton. Soviel falsches Blond sah ich in dieser Konzentration schon lange nicht mehr. Auch nicht soviel professionelles Zähnefletschen. – Letztes Jahr kroch dieselbe selbsternannte Elite am Boden herum, während Secret Service Agenten rücksichtslos über sie hinwegstiegen. Das hatte auch seinen merkwürdigen Reiz – Wichtigtuer in Panik.

Wichtigtuer (2): Unter den fragwürdig Wichtigen entdecke ich auch den US-Kriegsminister. Den sah ich kurz zuvor noch in einer Kongressanhörung, wo man ihm vorhielt, er habe bereits ab Kriegstag 1 und dann stets wiederholend gesagt, der Iran sei militärisch geschlagen, und er möge nun erklären, warum Nacht für Nacht von dort aus Raketen gegen die US-Basen am Golf abgeschossen würden. Er sagte, seine damalige Aussage sei nach wie vor richtig, denn er habe niemals behauptet, dass man alle Raketen erfasst habe, die der Feind im Verborgenen hortete. Auf erneutes Nachfragen, was er dagegen zu tun gedenke, bemerkte er, Amerika sei so groß und stark, dass niemand ihm widerstehen könne. Und auf nochmaliges Nachhaken: Das, was jetzt geschehe, sei geheim.

Wichtigtuer (3): Sein Boss, der Don, ist da weniger zurückhaltend. Er kündigte für dieses Wochenende den ultimativen Schlag gegen den Iran an. In Persien spricht man von einer noch nie dagewesenen Antwort. Wie auch immer: Das Wochenend ist im Orient angebrochen.

Wichtigtuer (4): Für kommenden Dienstag sind der kleine Mann aus Kiew und Dons Duzfreund Netanjahu im Weißen Haus angesagt. Wie sagte der Hausherr heute Nacht auf den Presse-Fressen sehr richtig: The show must go on.


24. Juli 2026

In den Leserbriefen bei Stephan Paetow entdeckt: „Wer trotz Klingbeil und Bas immer noch SPD wählt, kann kognitiv bestenfalls teilmöbliert sein.“

Teilmöbliert (2): Während das Repräsentantenhaus die Beendigung des Iran-Krieges verlangt, verwahrt sich der Senat gegen dieses Ansinnen. Und der Don nennt die ganze Abstimmerei unconstitional oder zu deutsch: verfassungswidrig. Nun, bis zum Jahreswechsel hat er noch Zeit, um zu bomben, danach werden aller Voraussicht nach die im November ins Amt gewählten Abgeordneten und Senatoren dem Präsidenten die Mittel entziehen. Da das im Weißen Haus bekannt ist, versteht man die Hektik, durch drastischen Waffeneinsatz eine Art Sieg zu inszenieren. Nur halt die Spritpreise, die Spritpreise, die wird er nicht in den Griff kriegen, wo gestern, wie von den Houthis angedroht, die ersten Tanker im Roten Meer unter Beschuss gerieten.

Teilmöbliert (3): Im Wettkampf künstlicher Intelligenzien ist gestern der Firma Open AI ein beeindruckender Teilsieg gelungen. Die Zauberer probierten eine Variante aus, die in der Lage ist, in krimineller Absicht in einen mächtigen Konkurrenten einzudringen und dort Schaden bis hin zur feindlichen Übernahme zu stiften. Im Computer-Chinesisch hört sich das alles ganz anders und irgendwie clean an (und man versteht nichts), auch sei es so, dass ihr Agent ohne Wissen seiner Führungsoffiziere aus einem strikt abgesperrten Raum ausgebrochen sei. So ein Agent, selbst wenn er nur virtuell existiert, ist schließlich auch nur ein Mensch oder so. Ja, da kommt noch einiges auf die Menschheit zu, wenn man diese Typen erst von der Leine lässt. Da hilft nur eines: Strom abstellen.


23. Juli 2026

Heute Nacht war’s in Folge der 12. siegreiche Angriff des großen und guten Amerika auf den Schurkenstaat im Nahen Osten. Der Leser der Westpresse fragt sich, ob da überhaupt noch ein Stein auf dem anderen steht. Doch dann erinnert er sich, dass das Land riesengroß ist, und fragt gemeinsam mit der Washington Post und dem Wall Street Journal, wie es möglich ist, dass die Perser Nacht für Nacht die US-Verbündeten am Golf und in Jordanien in einer Weise angreifen, dass bevorzugt in den US-Radarstellungen die Fetzen fliegen. Igendwas passt da nicht zusammen.

Passt nicht (2): Mit Saudi Arabien schließen die USA heute Nacht einen Atom-Deal. Man will behilflich sein beim Aufbau von Kernkraftwerken, um Russland und China eins auszuwischen. Sind die saudischen Prinzen sicher, dass das in Teheran richtig verstanden wird?

Passt nicht (3): Gestern beschließt das Bundeskabinett eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit in Atom-Angelegenheiten mit Russland. Dachte erst, ich hätte mich verlesen. Kann mir mal wer erklären, was da für uns herausspringt und was der Kolonialherr in DC dazu sagt. Ist er gefragt worden? Oder Johann der deutsche Außenzwerg und selbsterklärter Russlandhasser? Der tourt derweil durch Afrika. Hoffentlich verschenkt er dort nicht die letzten deutschen Museumsbestände. Wg. Herero und so.

Passt nicht (4): Der kleine Mann aus Kiew entlässt einen nach dem anderen aus seiner Regierung: Ministerpräsidentin, Verteidigungsminister, Oberbefehlshaber. Das harmoniert nicht besonders mit den andauernd verkündeten Siegesnachrichten. Es soll Massenproteste in Kiew geben, angeblich wg. des entlassenen Verteidigungsministers, einem Mitte-Dreißiger. Wie wäre es anzunehmen, dass die Leute einfach vom Krieg und ihrem Präsidenten die Schnauze voll haben? Ich nehme an, dass ihnen zudem schwant, warum jetzt in Kiew massiv russische Drohnen und Raketen einschlagen.


22. Juli 2026

Im Golfkrieg scheint beides Wirklichkeit zu werden: Entsprechend den Ankündigungen aus DC wurden zum Wochenbeginn in Persien Straßen und Bücken zestört. Entsprechend den Ansagen aus Teheran wurde daraufhin mit den Angriffen auf Meerwasser-Entsalzungsanlagen am Golf begonnen. Soweit ich erkennen konnte, war Saudi Arabien noch nicht das Ziel.

Im Meldungswust untergegangen: Die Houthis im Jemen verkündeten vorgestern die Sperrung der Meeres-Engstelle zwischen Afrika und der arabische Halbinsel (Straße von Bar al-Mandab). Ein Wüstensohn im entsprechend geschmückten Tarnfleck sprach es aus. Was das bedeutet, falls es durchgesetzt wird, ist klar. Nur, ob es gelingt, das ist die Frage.

Sperrung (2): Die Leute rechnen nervös nach, was denn nun hinsichtlich der Straße von Homus zutrifft. Stimmt es, was Trump behauptet, dann fahren da die Schiffe, wie sie es wollen. Stimmt, was die Perser sagen, so waren es gestern 30 und zwar die, die von ihnen die Erlaubnis hatten. Andere, die es versuchten, wurden angegriffen.


21. Juli 2026

Sie ist die Frau von… oder die Tochter von… Für die so Bezeichnete oft kein Zuckerschlecken, zumal wenn sie selbst etwas darstellt. Ein solcher Fall, so dachte ich, lag womöglich vor, als ich Karten für einen Auftritt der amerikanischen Sängerin Sophie Auster geschenkt bekam, von der mir sogleich versichert wurde, sie sei die Tochter des bekannten Autors Paul Auster. Von dem kannte ich den Namen, sonst nichts. – Das Konzert fand ich schrecklich, meine Begleiterinnen waren empört – über mein Banausentum.

Auster (2): Die Sängerin, so wurde ich belehrt, hätte nicht nur einen berühmten Vater (Paul, ich sagte es bereits), sondern auch eine sensationelle Mutter, die skandinavisch-stämmige Siri Hustvedt, eine blonde Riesin aus Minnesota, die ebenfalls berühmte Werke verfasst habe. Eines davon las ich gestern („Die zitternde Frau“), eine tiefschürfende Krankengeschichte ihrer selbst über Migräne, Hysterie, Epilepsie und verwandte Themen. Ich war und bin beeindruckt. Im Netz der Erkenntnis bleibt ein merkwürdiger Umweg, um auf eine bemerkenswerte Lektüre zu stoßen. Immerhin.


20. Juli 2026

Fritz schmollt. Beschimpft angeblich eine ZDF’lerin wg. unbotmäßger Behandlung. Wie hätte er’s denn gern. Jetzt will er schon wieder aufbrechen. Fritz, wohin denn? Nach Russland? Sofort Abtreten wäre die bessere Lösung – jedenfalls für Deutschland.

Aufbruch (2): Heute will GB seinen Prime Minister wechseln (den Namen des Neuen werde ich mir nicht merken). Der wird bekanntlich nicht gewählt, sondern vom König ernannt. Warum? Ist halt so. Seit Jahr und Tag habe ich die Inseln gemieden, die für mich einmal ein tolles Reiseziel waren mit ihren spleenigen Leuten. Nur London habe ich umgangen.

Aufbruch (3): Seit Amelia kommt wieder eine zarte Hoffnung auf. Man erinnere sich an dieses völlig nach hinten losgegangene Belehrungsfilmchen der woken Regierung, die das Volk der Engländer mit der bösen lilahaarigen Rassistin abschrecken wollte. Doch die junge KI-Dame wurde zum heißgeliebten Schlager. Merke: Gut gemeint war in diesem Fall gut gemacht, aber anders als gedacht. Jetzt ist sie wieder da (I’m English). Na bitte:

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Amerika im Krieg: Es läuft nicht so toll, deswegen wird die Siegespropaganda, in der laufend Explosionen gezeigt werden, neuerdings von Wir-haben-auch-Verluste flankiert, die zur Begründung von neuerlichen Rache-Angriffen herhalten müssen: Heute Nacht starb wieder ein US-Soldat, die Nacht davor zwei, und das in Jordanien, damit seit Kriegsgbeginn im Februar 17 Mann. Die Zahlen nehmen wir zum Nennwert und ergänzen: mindestens 17, vermutlich aber ein Mehrfaches im zweistelligen Bereich.

Smoke rises from an explosion at an unknown location, during what U.S. Central Command (CENTCOM) says are strikes on Iran, in this screen grab taken from a handout video released on July 18, 2026. (U.S. Central Command/Handout via Reuters)
US Military Strikes Iran After Deaths of 3 US Service Members


19. Juli 2026

Sonntagsfrage: Warum ist heute früh am Morgen gar nicht Klima, sondern ziemlich kühl, obwohl die Menschen draußen im Lande glauben, dass die Wärme der letzten Tage am Klima liege.

Über Nacht (2): Der Widerstand gegen das Selbstverständlche hat genau einen Tag gedauert, dann hat Jens im Mutterglück das Handtuch geworfen. Jetzt haben die Polit-Experten die nächsten Wochen Zeit und Thema, sich mit dem Warum und dem Wohin zu befassen, und der Betroffene, seine Schwangeschaftsstreifen (gegen Zuzahlung) behandeln zu lassen.

Spahn (2): Noch mal in Ruhe und ohne den naheliegenden Spott über die Causa nachdenkend: Ist doch erstaunlich, wie weit es die eher schlichten Mitglieder der Junge-Führer-Clique des Klaus Schwab gebracht haben. – Apropos: Wo ist eigentlich die Annalena Bb. geblieben?

Schilda an der Ilm – das Sudelbuch XXI

18. Juli 2026

Die Auguren murmeln hinter vorgehaltener Patschhand, dass Jens im Mutterglück weg müsse. Er sieht das natürlich anders und teilt deswegen mit, er könne über den wie auch immer geforderten Rücktritt gar nicht alleine entscheiden. Dies sei schließlich Sache der CDU-Fraktion, und die komme erst im September wieder zusammen. Nörgler werden jetzt vermutlich einwenden, das sei blühender Unsinn, doch ich gebe zu bedenken, Jensens Worte nicht auf die Goldwaage zu legen, denn, wie wir alle wissen, befinden sich junge Mütter nur allzu oft im hormonellen Ausnahmezustand.

Jens (2): Stattdessen sollten sich die Menschen draußen im Lande auf das Wesentliche konzentrieren. Mir zum Beispiel gefällt der Jens sehr gut mit der gestern zur Schau gestellten Frisur, die man früher einen Popo- oder schlicher: Po-Scheitel genannt hätte.

Das US-CentCom in Stuttgart meldet sich aus dem Golf-Krieg zu Wort. Man habe in den letzten Tagen 6.500 militärisch wichtige Ziele getroffen, gestern erst einen Leuchtturm in der Straße von Hormus, und der Don teilt mit, nächste Woche werde es dann richtig losgehen mit ziviler Infrastruktur wie Brücken und Kraftwerken und zwar so lange, bis die persischen Untermenschen wieder am Verhandlungstisch erscheinen. Wir lassen mal beiseite, dass das bereits seit Monaten vernichtete iranische Raketenpotenzial erneut Ziele im Inselstaat Bahrain, der den US-Boys nach wie vor als Flugzeugträger dient, und erstmals einen US-Stützpunkt in Syrien angegriffen hat.

US Strikes Iran for 7th Consecutive Night

Der Don (2) hat ein neues Fass aufgemacht und präsentiert der amerikansichen Öffentlichkeit FBI-Akten (weitgehend geschwärzt) über Chinas Einflussnahme auf US-Wahlen spätestens seit 2020. Die Dems sind empört, denn es geht hierbei ausschließlich um sie und ihre Wahlerfolge. Was wird bei dem Getöse herauskommen? Nichts.

Newly Declassified Docs Describe China’s Election Influence Efforts, Concern That US Intel Downplayed Connections

Der Don (3): hat den White House-Mitarbeiter entlassen, der für die Installation des Telepropters bei seinen Reden verantwortlich war. Der Mann hatte einen einträglichen Zweitjob: Wohl wissend, wie die präsidentiellen Worte wirken, nutzte er seine Erkenntnisse für den Insider-Handel mit Aktien und Wertpapieren. Man sieht also: Es gibt in der US-Admnistration durchaus helle Köpfe.


17. Juli 2026

Eine zugegeben etwas veraltete Form für Schwanger-sein ist ein-Kind-austragen. Das wird wieder aktuell, wenn man es auf die Post, Amazon oder einen anderen der Bestell- und Liefer-Dienste anwendet. In Deutschland illegal, deswegen offenbar von unsern Polit-Heroen, die von der Biologie vom Mutterglück ausgeschlossen werden, bevorzugt.

Mutterglück (2): Neue Sitten bringen neue Rechtsprobleme. Früher waren Juristen oft genug zur Antwort auf die Frage genötigt: Wer ist der Vater? Heute hingegen werden sich Rechtsfinder mit dem Problem beschäftigen müssen, wer denn die Mutter ist. Ich halte zivilrechtliche Abreden, die dem Kind die Möglichkeit abschneiden, nach der Mutter zu fragen, als Verträge zu Lasten Dritter für grob rechtswidrig und nichtig. Früher hätte ich gesagt: Sie sind erkennbar sittenwidrig, doch über diese juristische Eselsbrücke gehe ich lieber nicht mehr.

Mutterglück (3): Wenn jetzt also wie „im Hause Spahn“ das Mutterglück eingezogen ist, fragt es sich, ob wir hier einem sich anbahnenden Trend in der polit-professionellen Schwulenwelt begegnen, und, falls das so ist, warum. Es ist Selbstschutz, denn die einschlägig Betroffenen wollen sich nicht mehr dem zu recht erhobenen Vorwurf ausgesetzt sehen, auf dem Gebiet der Familie aus naheliegenden Gründen nicht mitreden und folglich auch nicht bestimmen zu können. Mag sein, dass das Kinderbestell-System hilft, doch an dem barbarischen Akt, dem hilflosen Kind die Mutter zu entziehen, ändert dies nichts.

Mutterglück (4): Für unsere Gesellschaft bleiben zwei Unbekannte im Raum: Frauen, für die das Kinderkriegen – obwohl möglich – aus allerlei leicht nachzuvollziehenden Gründen nicht in Frage kommt, und entwurzelte Kinder. Letztere als Ergebnis eines brutalen Eingriffs in die Natur des Säugetiers. Kein Mensch weiß, wie das ausgehen wird.

Es erinnert an den alten Sozialisten-Witz von der Sahara und dem knapp werdenden Sand, wenn dieselben dort an die Macht kommen: Kaum sind in München die Grünen am Ruder, da wird das Wasser knapp.


16. Juli 2026

Nun ist es nicht so, dass der Staatskonzern VW keine Eigentümer hätte. Einer von denen hat sich jetzt unmissverständlich zu Wort gemeldet, das Scheichtum Katar. Es hat die Veto-Notbremse gezogen, um die Absicht des Vorstandes zu vereiteln, das VW-Werk Osnabrück von Autos auf israelische Raketen des dortigen Staatskonzerns Rafael umzumodeln. Ein klarer Fall von Antisemitismus, meint die einschlägig bekannte Presse, wenn sie die Sache denn überhaupt erwähnt. – Nur nebenbei: Wo haben die Israeli eigentlich das ganze Geld her, um VW derartige Angebote zu machen? Nun, aus der amerikanischen Staatskasse. Der US-Kongresse hat heute Nacht abgelehnt, die Dollar-Milliarden für die Verteidigung des Existenzrechts Israels zu reduzieren.

Katar (2): Man kann bestenfalls spekulieren, ob das Nein der Wüstensöhne mit dem derzeitigen Besuch des persischen Außeministers daselbst zusammenhängt. Auf jeden Fall wird er die Bedingungen genannt haben, unter denen die Katari Drohnen und Raketen aus Persien vermeiden können, denn die müssen sie als Retourkutsche fürchten, weil die US-Boys munter weiterbomben. So heute am frühe Morgen (MEZ) wieder in zwei Wellen, die sich gegen persische Militäranlagen gerichtet haben sollen.

Wenn man sonst nichts zu tun hat, eröffnet man in Sachsen-Anhalt strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen die AfD und deren Sympathisanten. Das kennen wir schon als gute Gepflogenheit. Jetzt hat es den Kabarettisten Uwe Steimle getroffen, der auf einer Veranstaltung der Blauen die Frage stellte: Wo bleibt denn eigentlich der Stauffenberg? Das ist natürlich strafbar. Man erinnert sich: Stauffenberg = Hitler-Attentat. War strafbar. Bleibt strafbar. Einst Hochverrat, jetzt Ankündigen von Straftaten. Ja, da staunt der Antifaschist.


15. Juli 2026

Nun ist es also amtlich: Der Don hat dem Kongress mitgeteilt, das sich die USA wieder im Krieg befinden, womit er die seit Tagen stattfindende Bombardierung Persiens zu rechtferigen sucht. Zugleich ruft er die erneute Seeblockade Persiens aus. Von beiden Maßnahmen ist bekannt, dass sie in diesem Jahr nicht zum Ziel geführt haben, diesen Krieg zu gewinnen. Nunmehr läuft erneut die Uhr, wie lange die US-Wirtschaft die Abschottung vom Golf-Öl verträgt, ohne ernsthaften Schaden zu nehmen. Anders als Mainstream berichtet, geht es nicht nur darum, wie lange die Inanspruchnahme der strategischen Reserve der USA realistisch ist, sondern der eigentliche Knackpunkt sind Diesel und Flugbenzin, die nach wie vor bevorzugt aus dem Golf-Öl destiliert werden.

Nahost (2): Die Gegenseite gibt sich sicher, dem US-Angriff erfolgreich trotzen zu können. Die persischen Luftschläge auf die US-Basen am Golf und in Jordanien dauern an. Deren Zerstörung beeinträchtigt die Angriffsfähigkeit der USA ganz offensichtlich. Die Frage ist, wie stark.

Nahost (3): Das Betrachten der millionenfachen Mobilisierung der persischen Bevölkerung gibt mir erneut zu denken. Nicht nur, dass hier ein für die USA & Co riskanter Massenwahn ausgelöst wurde (Tötet Trunmp!), vielmehr ist es für die persische Führung riskant, wenn sie diesem Rachebedürfnis nicht sichtbar Futter gibt. Eine friedliche Lösung rückt damit in unerreichbare Ferne.

Nahost (4): Israel versucht Öl in dieses Feuer zu gießen, indem es seine Presse behaupten lässt, der Mossad habe den vormaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad als Gegenkandidaten zur jetzigen Führung aufbauen wollen. Wer, außer der Westpresse, soll das glauben?

Nahost (5): Durch all dieses Wischiwaschi wird der eigentlich Grund für das Scheitern der US-iranischen Verständigung verschleiert. Punkt 1 war der Abzug Israels aus dem Libanon und zwar per sofort. Mit der Nichterfüllung wurde auch der Rest Makulatur. Die US-Boys setzten noch eins drauf, indem sie versuchten, eine von Persien nicht genehmigte Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erzwingen. Das ging schief.

Nahost (6): Israels Kriegshelden befinden sich zumindest propagandistisch auf der Siegerseite. Deren Kriegsminister Israel Katz erklärte, man werde jetzt selbstverständlich wie im Gaza-Streifen mit der vollständigen Zerstörung der Südlibanons fortfahren.

Ostfront: Mitten in der ukrainischen Drohnenoffensive gegen Russland gegen ferne und nahe Ziele rücken die Russen im Donbass Richtung Westen weiter vor.

Ostfront (2): Im Frontgeschehen müssen sich die aus Deutschland angelieferten Helsing-Drohnen als Flop erwiesen haben, denn jeder Fehlstart einer deutschen Wunderwaffe ruft eine prompte russische Antwort hervor, welche die mit der Drohnenhandhabung befasste Mannschaft ihrerseits dem Conter-Drohnentod preisgibt. Über die einschlägigen Zahlen wird man streiten können, doch der Umstand als solcher ist nicht wegzudiskutieren. Er führt automatisch zur Demoralisierung der vor kurzem noch hochgelobten ukrainischen Drohnen-Spezialisten.


14. Juli 2026

Heute die dritte Bombennacht im Iran und Gegensalven in Richtung der Golfanrainer und Jordanien. Neu hingegen: ein Raketenangriff aus dem Jemen in Richtung Saudi Arabien, das in letzter Zeit kein Ziel persischer Raketen und Drohnen gewesen ist. Schwer zu glauben, dass die Jemeniten ohne grünes Licht aus Teheran angegriffen haben.

Die Mutmaßungen über den Tod von war monger (Kriegstreiber) Lindsey Graham schießen weiter ins Kraut. Originell finde ich die Entscheidung des Gouverneurs von South Carolina, dem Entsendestaat von Graham, dessen jüngere Schwester als Ersatz für den Rest der Wahlperiode nach DC zu entsenden. Begründung: Lindsey habe sich seinerzeit rührend um das kleine Mädchen gekümmert.

Kriegstreiber (2): In Paris treffen sich die Aufrechten, um gemeinsam mit dem kleinen Mann aus Kiew einen Schutzschild für die Luftabwehr zu bereden. Wie üblich ragt Fritz der Kanzler, schon wegen seiner Länge, heraus. Nebenbei bemerkt: durch diese Raketentourimus wird nicht eine einzige russische Drohne vom Himmel geholt werden.

Kriegstreiber (3): In den US-Medien wird in herabwürdigendem Ton hervorgehoben, dass der persische Außenminister Arachtschi bloß der Sohn eines Teppichhändlers sei. Den amerikanischen Besserwissern und ihren deutschen Speichelleckern scheint nicht ganz klar zu sein, dass es in Persien durchaus kein Manko ist, mit Teppichen gehandelt zu haben. – Nur mal so: Wir hatten einen Außenminister, der war der Sohn eines Metzgers. Außenminister wurde der allerdings erst, nachdem er seine Karriere als Straßenschläger aufgegeben hatte.


13. Juli 2026

Es war nicht schwierig, gestern voherzusagen, dass der Tod des US-Senators Lindsey Graham die Schleusen der schrägen Mutmaßungen öffenen würde, obgleich ich, als ich gestern Vormitttag um 10 die einschlägige Notiz formulierte, keine Ahnung davon hatte, dass der nun Tote Stunden zuvor von einer Sponsoring-Visite aus der Ukraine zurückgekehrt war, wo er sich mit dem kleinen Mann aus Kiew traf und eine internationale Drohnenproduktionsstätte mit Händen in der Tasche besuchte. Daselbst ließ er sich stolz fotografieren.

Lindsey (2): Bleibt nachzutragen, dass das Drohnenwerk Stunden nach seinem Besuch durch einen russischen Luftschlag schwer beschädigt wurde. Über den Zusammenhang nachzugrübeln, halte ich nicht für abweig – jedenfalls was den Luftschlag anbelangt, mit den Handy-Signalen als möglichem Ziel-Scout. Das jedenfalls würde Grahams segensreichem Wirken eine ironische Fußnote beisteuern. – Wie üblich haben die einschlägig bekannten Russen das auch so gesehen:

Lindsey (3): Das große und gute Amerika feierte den Toten über Nacht und vergaß auch nicht, mit der Meldung aufzuwarten, dass sein Tod durch einen Aorta-Abriss verursacht wurde.

Es läuft nicht nach Plan im Nahen Osten: Die Eskalation zwischen Israel und der Türkei ist wohl das Verrückteste, was die Kinder Gottes in den letzten Monaten veranstaltet haben. Auf das Pochen, man sei schließlich Atommacht, haben die Pakistaner sich mit dem schwer misszuverstehenden Einwurf eingemischt: Wir auch.

Naher Osten (2): Aus der Zahl der ursprünglichen Mitspieler des Iran-Krieges (drei) ist im Verlaufe des Konflikts – ganz sicher von der Angreifer-Allianz so nicht geplant – eine Vielzahl geworden. Neben zahlreichen Randfiguren schälen sich drei weitere Hauptbteiligte aus dem Wüsten-Sand: Pakistan, Türkei und Saudi Arabien. Alle drei haben Vormachtinteressen. Wenn es denen im Verbund mit Persien gelingt, ihre offensichtlichen Gegensätze zu unterdrücken, haben sowohl die Amerikaner als auch erst recht die Kinder Gottes schlechte Karten.

Naher Osten (3): Der Don und seine pensionierte Generalität machen sich öffentlich Gedanken darüber, eine der Inseln im Persischen Golf amphibisch anzugreifen, um sie zu besetzen. Im Netz finde ich Erörterungen von Militär-Kommentatoren (in diesem Fall Daniel Davis), die Vergleiche zu den einschlägigen US-Militäroperationen aus dem Krieg gegen Japan (1941-45) anstellen. Man achte auf die Zahl der Verwundeten und Gefallenen, die das damalige Tun gekostet hat. – Ich halte den Don für verrückt genug, dass er sowas befiehlt und sei es, nur damit irgend etwas die Meldungen in seinem Sinne dominiert.

Naher Osten (4): Ich betrachte ohne Freude die Bilder aus Persien und dem Irak (!) über die Totenfeiern für den am 28. Februar 2026 von den US-israelischen Angreifern ermordeten Ajatolla Kamenei. Unübersehbare Menschenmassen wälzen sich durch die Straßen und rufen nach Gerechtigkeit (gelbe Fahnen) und Rache (rote Fahnen), jeweils mit Aufschriften, die ich nicht lesen kann. Es sieht nicht so aus, als seien hier Millionen von Menschen von irgend einem totalitären Regime auf die Straßen gezwungen worden. Nebenbei: Ich registriere aufmerksam, dass Saudi Arabien mit einer offiziellen Delegation in Teheran vertreten ist, obwohl die US Boys ihrem Noch-Verbündeten öffentlich dringend davon abgeraten hatten.


12. Juli 2026

Die Sonntagsfrage: Vertragen sich Dummheit und Tragik? – Wenn ein Dummer versucht, einen auf Tragisch zu machen, dürfen wir sicher sein, dass vor uns eine lächerliche Figur steht. Doch lösen wir uns mal von der Zielperson und betrachten, was ein Dummer alles anrichten kann, so neigen wir dazu, die Opfer tragisch zu finden, nicht beachtend, dass es das Nichtstun der späteren Opfer ist, was dem Dummen die Chancen für sein Tun oder Lassen erst eröffnet hat. Wenn das notwendiger Weise so ist, gewinnt der Zusammenhang zwischen Dummheit und Tragik ganz andere Farben.

Dummheit (2) ist der Mangel an Einsichtsvermögen. Dieses zu definieren sollte man den Dummen keinesfalls überlassen, denn wer nichts weiß, sieht auch nichts, jedenfalls das nicht, was er sollte.

Nachtrag gegen 10 Uhr morgens: Gerade wird gemeldet, dass gestern Senator Lindsey Graham im Alter von 71 Jahren plötzlich und unerwartet von uns gegangen ist. Damit verliert die Welt einen der zuverlässigsten und einflussreichsten Kriegshetzer der USA. Jetzt warten wir nur noch auf die Hinweise aus eingeweihten Sicherheits-Kreisen, dass der böse Putin und – schlimmer noch – die grausamen Ajatollahs dahinter stecken. Nehme noch Wetten entgegen.


10. Juli 2026

Gestern war Tag 2 der Wiederaufnahme des Iran-Krieges. Die US-Boy bombten persisische Einrichtungen im unbekannten Ausmaß und mit ebenso unbekanntem Effekt. Die Perser nahmen im Gegenzug den Beschuss der amerikanischen Satrapen am Golf und in Jordanien wieder auf. Hierbei ging es angeblich nur um die dortigen US-Stützpunkte. Mehr lässt sich derzeit dazu nicht sagen, auch wenn die Experten die Welt mit ihren angeblichen Erkenntnissen vollschreien. Die Frage ist, wer hält das länger aus. Es geht um Bomben vs. Sperrung der Straße von Hormus mit den einschlägigen Folgen für die Weltwirtschaft. Die Frage ist zudem, wem geht eher die Munition aus.

Deutschland hat ein Problem. Es hat drei Buchstaben: CDU. Man kann seit Jahrzehnten jedes beliebiges Thema anfassen. Auslöser, wenigstens Mitauslöser ist die CDU. Die Beschwichtiger des sog. konservativen Lagers haben dafür gesorgt, dass sich hieran nichts ändert. Sie reden nur, ohne einen müden Gedanken darauf zu verschwenden, dass sie ein wesentlicher Teil des Problems sind. Man nenne mit irgendeinen Namen, und ich werde sagen: Ja, genau.


9. Juli 2026

Er war eine Kombination von Maul voll und Hose voll, der Nato-Gipfel in Ankara. Der Don droht allen und nimmt den Krieg gegen den Iran wieder auf (die Dieselkunden in den Staaten werden’s ihm danken), beschimpft die Verbündeten, die betreten ihre Fingernägel betrachten, als Memmen, erklärt Spanien, das expressis verbis nicht mittut, zum Feind in einem neuen Wirtschaftskrieg und vergibt eine Lizenz zur Produktion von Patriot-Flugabwehrraketen in die Ukraine. Recht so, denn das ist eine erprobte Waffe, im wahrsten Sinne des Wortes: Im Dauereinsatz gegen aus Russland und dem Iran anfliegende Marschflugkörper und ballistische Raketen (die neuerdings andauernd autonom ihre Richtung verändern) liegt die Tefferwahrscheinlichkeit unter 20 Prozent, bei Hyperschallwaffen unter Null, falls das möglich wäre.

Ankara (2): Was tun die anderen Türkeiurlauber? Sie singen den Song des Artikels 5, wohl wissend, dass der den Beistand nicht automatisch auslöst. Und die verkniffen wirkende Mette aus DK nörgelt dazwischen, dass man Grönland militärisch verteidigen werde. Gegen wen auch immer.

Ankara (3): Auch lustig, der beigeladene Mann aus Kiew erhält per sofort weitere Milliarden (Geld spielt keine Rolle) zugesprochen, und der herangewunkene Führer aus dem nahen Damaskus soll erklären, dass er fürderhin die Bekämpfung der Hisbolla übernehme. Mit Blick auf den Emir von Ankara, dem er seine Macht verdankt, sagt er klugerweise, er dächte überhaupt nicht daran.

Ankara (4): Bleibt nur noch Fritz der Kanzler, dem zu sagen oblag, es sei mehr erreicht worden, als er erwartet habe. Nein, wir fragen nicht danach, was das wohl wäre. Wozu auch?


8. Juli 2026

Von wegen Sommerloch: Der Iran-Konflikt hat wieder Fahrt aufgenommen. Nachdem die Kapitäne von drei Frachtern die persischen Hinweise zur Nichtfreigabe für die Durchfahrt der Straße von Hormus nicht beachteten, wurden sie durch Beschuss belehrt. Eines der Schiffe brennt sichtbar. Selbstredend nahm das US Centcom die Bombardierung wg. dieser inflaganten und nicht-provozierten Verletzung der Waffenruhe wieder auf. Für das „nicht-provoziert“ lege ich die Hand nicht ins Feuer.

Sommerloch (2): In Ankara tagen die Nato-Häupter. Der dortige Emir wirkt seltsam klapprig auf den in die Welt entsandten Fotos. Auch der Don hat Mühe, die Treppe aus dem Flieger (ein brandneues Geschenk aus Katar) runterzusteigen. Er sagt, er sei nur wg. der Türkei hier. Das kann man gut nachvollziehen, denn sein Mündel in Tel Aviv liegt mit den Türken mehr als nur überkreuz, weil es um die prestige-trächtige Frage geht, wer da im Nahen Osten eigentlich das letzte Wort hat, wenn es um so Kleinigkeiten wie Syrien geht. Vor diesem Hintergrund wirkt es wie ein großer Spaß, dass der kleine Mann aus Frankreich gestern nach Damaskus reiste, um dem dortigen Ex-Top-Terroristen die Hand zu drücken. Frankreich als dritter Spieler in seiner Ex-Kolonie? Vergiss es.

Sommerloch (3): Robert der Denker hat eine Anschlussverwendung in der deutsch-dänischen Geld- und Bauwirtschaft gefunden und zwar bei Leuten, denen man nachsagt, sie hätten von seinem Heizungsgesetz massiv profittiert. Der Vorgang zeigt eindrucksvoll, dass er vor Jahr und Tag von uneinsichtigen Zeitgenossen völlig zu Unrecht als Schwachkopf persifliert wurde, die deswegen die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren bekamen.

Sommerloch (4): Der weibliche ukrainische Flüchtling (Anastasja Beresowskaja [Anastasia Berezovskaya]), die (grammatisch richtig wäre: der) die letzen Monate des Lebens in Deutschland das Bürgergeld abgriff und genügend Freizeit hatte, um einen reichen Exil-Ukrainer (Wadim Jermolajew) und seine Familie in Monaco mit einer Nagelbombe ins Jenseits zu befördern, tauchte gestern in Kiew wieder auf. Im Gegensatz zu ihren schwerverletzten Opfern war die Attentäterin tot. Das hat für die Auftraggeber des Mordgeschehens den unbestreitbaren Vorteil, dass niemand mehr aus erster Hand hierüber etwas sagen kann. Im Präsidentenpalast wird man durchatmen. Und bitte nicht vergessen: Wir verteidigen die Demokratie am Dnjepr.

Interpol busca a Anastasia berezovskaya, de 39 años, natural de Ucrania ...
Zum Bild fällt mir nur ein: Sto Gram (100 Gramm).


7. Juli 2026

Ob ich nicht gemerkt hätte, was sich am Wochende im nahen Erfurt abgespielt hat. – Was meinst du? Roland Kaiser auf dem Domplatz? Da traf sich 70+, also die letzten CDU-Wähler, wenn man so will. Auf den Autobahnen und Zubringerstraßen derweil der Pöbel und das Fernsehen. In der Messehalle die AfD, die nicht am Kommen gehindert werden konnte, weil die Verhinderer noch nicht so früh auf den Beinen waren. Jaja, die Unterschiede zwischen Arbeitswelt und Subventionsgesellschaft sind nun mal so, wie sie sind. Da muss beschleunigt ein Frühaufsteh-Verbot her, damit das nicht noch mal passiert.

Arbeitswelt (2): Auf dem Weg zum Aldi ist mir kaum ein Auto begegnet, denn am Wochenende sind im Zwergstaat die Ferien ausgebrochen. Auch ist der sog. Tankrabatt ausgelaufen. Vorletztes Wochenende Diesel 1,69 l, gestern 1,99. Ja genau, das sind die 17 Cent Differenz nach der Klingbeil-Methode.

Sonst so: Heute Nacht fand erneut ein schwerer Luftangriff auf Kiew statt. Ausdrücklich wurde er als Reaktion auf die Nato-gestützten Raketen- und Drohnenangriffe in die Tiefe Russlands bezeichnet. Jetzt können die Staatshäupter, die sich gerade zum Nato-Gipfel in der Türkei versammeln, beschließen, wie sie auf die Reaktion reagieren werden.

Reaktion (2): Auf die Ansage des Vizes Vance an Israel, dieses möchte sich besinnen, dass die USA ihr einziger Verbündeter seien, hat nunmehr Bibi aus Tel Aviv geantwortet: Sein Land habe auch andere Freunde, zum Beispiel Indien mit seinen 1,6 Milliarden Menschen. Soso. – Sicherheitshalber ist Johann der deutsche Außenzwerg heute nach Israel gejettet, um dort mitzuteilen, dass er auch noch da ist. Gut so, den hätte ich fast übersehen.


5. Juli 2026

Lese heute frühmorgens eine bemerkenswerte These des amerikanischen Querdenkers John Mearsheimer, die er in einem Interview mit Glenn Diesen zum Besten gibt: Danach wussten die US-Popagandisten während des Vietnam-Krieges noch sehr genau, dass sie bei ihren Siegesmeldungen logen, während es heute so sei, dass deren Nachfolger an die Siegesmeldungen im Iran- und im Ukraine-Krieg selbst glauben würden. – Meine Schlussfolgerung: deswegen ist es der US-Führung und ihren Satrapen unmöglich, mit einer der wirklichen Lage angepassten Entscheidung aus dem selbst angerichteten Schlamassel wieder herauszukommen.

US (2): Gestern fanden die offiziellen Feiern des 250. Unabhängigkeitstages statt. Trump sagte das Gewohnte, das von Größe und so handelte. Wie das auf den einzelnen Amerikaner wirkt (und ob überhaupt), vermag ich nicht einzuschätzen. Auf die Westpresse möchte ich mich lieber nicht verlassen.

US (3): Zugleich ertönte, wenn sie es denn überhaupt für berichtenswert hielten, höhnische Worte über die in Teheran angelaufenen Trauerfeierlichkeiten für den am 28.Februar von der US-israelischen Allianz ermordeten persischen Führer: Die Trauer sei nur vorgespielt. Ich melde Zweifel an, denn mir ist es gleich, ob hinter der Trauergestik auch ganz anderes wie maßlose Wut über die Mordtat stecken mag. In Wirklichkeit ist zu beachten: Falls es keine Täuschungen durch Bildfälschungen sind, versammelten sich auf den Straßen der Hauptstadt Hunderttausende zu einem Wir. Die hat niemand dorthin gezwungen. Wenn denn der amerikanisch-israelische Überfall für eines gesorgt hat, dann ist es die Mobilisierung der Massen für das Regime, das man von außen betrachtet nur mit Schaudern zur Kenntnis nimmt. Fazit: Nie war ein Regime-Change ferner denn heute.

US (4): Bleibt noch eine Fußnote von Trump hinzuzufügen: Er hätte, so fand er es richtig anzumerken, dem ganzen Theater mit einem Schlag ein Ende bereiten können. Wenn er das wirklich glaubt, ist er ein Esel. Hoffentlich nimmt der Zentralrat der Eselinnen und Esel in Deutschland keinen Anstoß an meiner Bemerkung.

US (5): Für die kommene Woche wurde ein Besuch des israelischen Führers im Weißen Haus angekündigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir deswegen etwas hören werden, was den Krieg in Nahost seinem Ende näher bringen könnte, zumal die Israelis nunmehr angekündigt haben, alle Palästinenser, deren sie auf dem von ihnen beanspruchten Gebiet, vor allem aber im Gaza-Streifen, habhaft werden können, in Lager hinter Stacheldraht einzusperren. Die guten alten Konzentrationslager lassen grüßen. Für Schnappatmer: Damit vergleiche ich das auserwählte Volk keineswegs mit den Nazs (den echten), denn die KZs waren Erfindungen der Engländer in den beiden Burenkriegen von der vorletzten Jahrhundertwende.


4. Juli 2026

Ein Nachsortieren der ungezählten Einzelmeldungen von der Ostfront ergibt das gewohnte unsichere Lagebild. Immerhin schält es sich heraus, dass die ukrainischen Raketenangriffe in die Tiefe Russlands tatsächlich stattgefunden haben. Bilder von Raffineriebränden scheinen es zu bestätigen. Auch gibt es Aufnahmen von Autoschlangen an russischen Tankstellen. Inwieweit dies symptomatisch für den Zustand des Landes und seinen Kampfwillen ist, vermag niemand mit Sicherheit zu sagen. Ich nehme an, diese Militärschläge sind für die Russen mehr als nur ärgerlich.

Ostfront (2): Die Hauptkampflinie (sog. Kontaktlinie) in der Ost-Ukraine ist wieder in Bewegung gekommen. Die Kämpfe bewegen sich in der Mitte eindeutig nach Westen und im Norden (im Raum Tschernigow/Sumy) nach Süden. Es haben in den letzten Tagen ungezählte Einzelgefechte stattgefunden. Der Abstand an der nördlichen Grenze zwischen Russland und der Ukraine wird größer. Es ist auffällig, dass beide Seiten vom Hereinziehen von Weißrussland (Bjeloruss) in diesen Krieg reden.

Ostfront (3): Die Großexperten munkeln schon wieder von kriegsentscheidenden Operationen. Davon glaube ich kein Wort. Auffällig allerdings finde ich, dass angesichts der zahlreichen Gefechte an verschiedenen Orten kein operativer Schwerpunkt zu erkennen ist. Es ist bestenfalls vorstellbar, dass die Russen es darauf abgesehen haben, die ukrainischen Streitkräfte überall zu vernichten, wo sie auf diese treffen. Ob das zu dem bereits seit zwei Jahren prognosizierten Zusammenbruch der Front führen wird, das mögen die Götter wissen. Einige sagen, die Sommeroffensive werde sich auf das Abschneiden von Odessa richten. Genügend viele Truppen seien an Ort und Stelle versammelt. Es is nicht zu erkennen, dass dergleichen im Augenblick stattfindet. Es ist jedoch vorstellbar.

Ostfront (4): Im Juni lag der Schwerpunkt russischer Luftangriffe bei den ukrainische Tankstellen. Was der Erfolg war, entzieht sich meiner Beurteilung. Bei uns zulande wären 30 zerstörte Tankstellen bestenfalls ein Nadelstich. In der jetzt vergangenen Woche war die Hauptstadt Kiew das zentrale Ziel. Es soll zu erheblichen Schäden bei kriegswirtschaftlich wichtigen Einrichtungen gekommen sein.


3. Juli 2026

Jetzt kommen die Neidhammel zu Wort. Sie schreiben angesichts des unglücklich verlaufenen Sorgerechtsstreits im niedersächsischen Stade, bei dem sechs Menschen erschossen wurden, Dinge, die vermuten lassen, dass sie die behördlichen Angaben, es sei eine familiäre Streitigkeit, die mit der Herkunft des Mörders nichts zu tun habe, ins Gegenteil zu zerren beabsichtigen. Diesen Verdacht jedenfalls bekomme ich, wenn ich da lese, es habe ein Fluchtauto gegeben (Daimler mit über 400 PS), das von einer Sechzigjähigen (T-stämmig) gesteuert worden sei , die die Patentante des Streitobjekts sei und im übrigen Funktionärin einer Organisation, die mit Staatsgeldern Flüchtlingshilfe betreibe. Zudem sei sie die Schwiegermutter des von der SPD gestellten niedersächsischen Integrationsbeauftragten (T-stämmig), der ein sattes Beamtenspitzengehalt beziehe, aber mit der Tat selbst und ihrer Logistik, wie er anwaltlich hat versichern lassen, nichts zu tun habe.

Stade (2): Bei allem Ernst der Sache, kann ich mir angesichts der offizielle gewählten Versicherungen ein verstohlenes Grinsen kaum verkneifen, denn zum ersten Mal höre ich in diesen Kreisen von dem aus dem Christentum stammenden Paten-Amt, was allerdings jeder, der mit dem einschlägigen Film bzw. Roman Der Pate von Mario Puzzo vertraut ist, dem sizilianischen organisierten Verbrechen zuordnet. Der Pate ist der Verbrechenslenker im Hintergrund. Lässt man im Stade-Fall Sizilien einfach mal weg, kommt der Polizei-Praktiker leicht auf Gedanken, die heutzutage kaum noch einer auszusprechen wagt: die Unterwanderung von Staat und Gesellschaft durch religiös verankerte Familienclans, die im Zweifel über Leichen gehen (wie man so sagt).

Überall in Deutschland: Es finden derzeit Gerichtsprozesse gegen Einzelpersonen statt, die in irgendeiner Verbindung zu dem russischen Sender Russia Today, vor allem dessen deutschsprachigem Programm RT.DE, stehen, weil sie zum Beispiel dessen Texte weiterverbreiten. Das sei verboten, sagt irgendeine EU-Zensur-Verordnung, von der ich bis gesten nichts gehört hatte. Das Missachten dieser Norm sei zu bestrafen, urteilte der EUGH gestern in Luxemburg, angeblich mit bindender Kraft für deutsche Gerichte. Abgesehen davon, dass ich das richtig finde, denn wozu haben wir die staatlich finanzierte Tagesschau, beschließe ich zu lernen, dass Arikel 5 des Grundgesetzes als Individualgrundrecht ungehinderter Informationsbeschaffung nicht mehr gilt. Während meiner Dienstzeit in der Verfassungsabteilung des BMI hätte ich sowas als Blödsinn und als offensichtlich verfassungswidrig abgetan. Jetzt weiß ich, dass wir uns damals über die Rechte des Einzelnen völlig falsche Vorstellungen machten. Und die Väter des Grundgesetzes auch. Sie mögen in Frieden ruhen.

In Deutschland (2): Mir fällt nach geraumer Suche das Lexikon Schlag nach aus dem Jahre 1939 (2. Aufl.) in die Hände. Es ist nicht nur in braunes Leinen gebunden, sondern auch ein zuverlässiger Ratgeber dafür, was im NS-Staat zu etlichen Fragen von Staat und Gesellschaft die offiziöse Sicht der Dinge war. Neugierig forsche ich, was wohl das Motto der SA (Sturmabteilungen der NSDAP) gewesen sein könnte. Diese im Jahre 1921 gegründete Parteiarmee benutzte von Anbeginn an bis zu ihrem Ende den Slogan „Deutschland erwache“. Von „Alles für Deutschland“ weiß das Nachschlagewerk nichts. Warum der Politiker Höcke das besser gewusst haben soll, bleibt ein unaufklärbares Rätsel der modernen deutschen Justiz.


2. Juli 2026

Nicht ohne Behagen lese ich, wie sich im Amerikanischen das deutsche Wort Kitsch eingebürgert hat. Derzeit wird es bevorzugt auf die Hervorbringungen aus dem Trump-Lager angewendet. Mich hat dergleichen schon lange (auf deutsch) angewandelt, wenn ich die kulturellen Hervorbringungen jenseits des Atlantiks betrachtet habe, seien es Kirchen, Orden, Parlamentsgebäude, in Fels gehauene Präsidentenköpfe, aufgespritzte Frauenlippen und -brüste.

Kitsch (2): Es wäre nicht ohne Reiz, die heutzutage im Anglo-Amerikanischen verwendeten Lehnwörter insgesamt einer genaueren Betrachtung zu unterziehen, als da wären Kindergarten, Schadenfreude, Selbsthass, Angst. Sage also niemand, es gäbe sie nicht: die deutsche Leitkultur.


1. Juli 2026

Hatte mir fest vorgenommen, kein Wort über die Fußball-WM zu verlieren. Da hatte ich nicht mit Fritz dem Kanzler gerechnet. Der ist stolz, wie er gestern schreibt, auf die Gurkentruppe nach ihrer turnier-beendenden Nichtleistung. Man denkt zunächst: Macht er das extra? Nicht einmal sowas Simples wie Maulhalten, wenn’s beim besten Willen nichts zu tönen gibt, kriegt er hin.

Musste gestern in Jena im sommerlichen Baustellen-Chaos als Abholdienst an einer Arztpraxis kurz auf dem Kundenparkplatz von Norma anhalten. Ging, weil ich zu früh da war, hinein, eher ziellos, auch weil ich noch nie in einem solchen Laden war. Sowas Trostloses habe ich seit Langem nicht mehr gesehen: Innenraum, Warenangebot und Publikum. Kaufte ein Glas Spreewald-Senfgurken im Sonderangebot. Der Deckel ging zu Hause von alleine auf. Muss nichts bedeuten. War halt so.

Einkauf (2): Stadtauswärts im Globus von Isserstedt wie gewohnt durch die Intelligenz-Abteilung gestrolcht. Wunderbarer Fund: Die Kabbala. Dieses monströse Wunderwerk nachmittags in Teilen gelesen. Die dortige Traumdeutung könnte von Altmeister Freud stammen. Ist sie aber nicht, sondern bestenfalls umgekehrt. Alles ist durch und durch sexualisiert, was Rabbi Ismael seitenlang zum Besten gibt: Du hast deine Schwester beschlafen. Du hast eine verlobte Jungfrau beschlafen. Dein Weib hat mit vielen Männern Unzucht getrieben. Und so weiter und so fort. – Wichtiger Einwand, den ich schon schrill ertönen höre: Muss man nicht lesen, geschweige denn zitieren. Aber gedruckt verkaufen solle man es schon, wenn man die Firma Bertelsmann ist.

Der Blogger Ben Bernd wurde durch die Landesmedienanstalt von NRW zensuriert. Er soll Passagen aus seinem Interview mit dem Politiker Björn Höcke streichen (Neudeutsch: einordnen), weil sie nach dem Dafürhalten der Medien-Vögte nicht der Wahrheit entsprächen. Hier gilt es zweierlei zu unterscheiden. Die Behörde besitzt keine Befugnis, einschlägige Verwaltungsakte zu erlassen. Sie handelt grob rechtswidrig oder anders ausgedrückt: rechtsstaats-widrig. Das, was die beiden da erörtert haben, geht sie inhaltlich nichts an. Zum andern ist es so, dass die Behauptung der Behörde inhaltlich falsch ist. Wenn Höcke nämlich behauptete, der Slogan „Alles für Deutschland“ sei nicht das Motto der SA gewesen, dann stimmt das. Da gibt es nichts zu korrigieren.

30. Juni 2026

Ich hatte gar keine Vorstellung, dass China so groß ist. 42.000 Porsche wurden 2025 im Vorjahresvergleich weniger abgesetzt. Und auch dies: Ich habe noch nie einen Chinesen im 911 gesehen. Wird Zeit, dass ich das Land der Mitte, um diesem Manko abzuhelfen, bereise. Daneben bleibt die Erkenntnis: Die Absatzkrise, die sich zur Existenzkrise auswächst, wurde elektrisch betrieben.

Ich hätte nach meiner Wehrdienstzeit Scheidungsanwalt werden sollen. In Stade wurde gestern der Sorgerechtsstreit durch einen T-stämmigen mit dem Revolver gelöst: 6 Tote. Die Polizei spricht von einer Familienangelegenheit, die von der Herkunft des Täters ganz unabhängig sei. Sehr richtig bemerkt, denn wir sind – je nach Standpunkt – alle Allahs Kinder. – Greife zum Talmud, der immer noch als Fensterstopper im Wohnzimmer liegt (aber nicht gebraucht wird, da nicht mal ein laues Lüftchen weht): Seinerzeit gab es noch keine Revolver, jedenfalls wurden keine solchen als Wiedergutmachung in den Orient geliefert, soweit ich weiß. Dafür aber gab’s das Steinigen und das Anzünden. Steinigen, so schreiben die Autoren, sei die mildere Tötungsform für aufsässige Weiber. – Nicht, dass jemand auf blöde Gedanken kommt, das hier sind nicht meine Ideen, ich gebe nur wider, was manche Zeitgenossen heute noch für Gottes Wort halten.

Finde angesichts der Nachrichtenflaute des Nachts die Zeit, meine Reisefotos durchzumustern, um den Knips-Schrott zu löschen. Bei einigen wenigen zuckt der Löschfinger zurück. Die Kiche als Trutzburg. Ja, so waren sie, die Vorfahren der Ostsee-Anrainer: Sie kannten ihre Feinde.


29. Juni 2026

War was? Offenbar nichts, was mir in nachrichtenloser Zeit von Sonntag bis Sonntag (21.-28. Juni 2026) bei mildem skandinavischem Ostseewetter entgangen ist. Hier das Ergebnis nächtlichen Lumpensammelns: Der Iran betätigt nach seinem Belieben die Pforte zur Straße von Hormus und belehrt Seefahrer, die es nicht glauben wollen, mit Hilfe seiner Drohnen. Die USA reagieren prompt durch Luftschläge gegen die persische Küste, und die Israelis führen weiterhin Krieg zur Vernichtung der Palästinenser in Gaza, auf der Westbank und im Libanon – soviel Existenzrecht muss sein. Das lohnt sich offenbar, denn Israels Wirtschaft boomt, wie ich bei Godel Rosenberg auf Tichys Einblick lese.

Nichts Neues (2): Die US-Boys versuchen, durch Reisediplomatie die Staaten am Golf gegeneinander aufzubringen, nachdem sich die Schwergewichte dort – Saudi Arabien und Oman – der pakistanischen Initiative, gemeinsam mit Persien und der Türkei, eine komplett neue Sicherheitsarchitektur im Mittleren Osten zu schaffen, anzuschließen scheinen. Das bedeutet auf gut deutsch: Ami go home. Ja, das wäre dann, wenn man den jüngsten Krieg daselbst und sein mutwilliges Auslösen durch die amerikanisch-israelische Allianz dagegenhält, etwas anderes als die im März 2026 voreilig verkündeten Siegesnachrichten.

Nichts Neues (3): Bill Gates musste vor dem Epstein-Untersuchungsgremium des Kongresses aussagen. Nein, erpresst worden sei er durch den langjährigen flüchtigen Bekannten nicht (womit auch?). Er habe sich lediglich gewundert, dass dieser in Emails auf Affären, die er nunmehr bedauere, unbegreiflicher Weise unschön angespielt habe. Er habe daraufhin, wie bei solchen Fällen gute Gepflogenheit, seine Anwälte beauftragt, sich um die Sache zu kümmern.

Nichts Neues (4): VW, BMW, Mercedes melden schlechte Zahlen – sehr schlechte Zahlen sogar. Es lohnt sich nicht das Einlesen ins veöffentlichte Betriebswirtschafts-Chinesisch. Und die Bahn schafft es, bei einem Software-Update das Gesamtunternehmen radikal zum Stillstand zu bringen. Es soll sich um die Komponente Zugfunk gehandelt haben. Nach dem Motto: Alle Räder stehen still | wenn’s die Cloud nun mal so will.

In aller Kürze – der israelisch-amerikanische Koalitionskrieg zur Vernichtung Persiens als Büchse der Pandorra

Das jüngste Gemetzel in Nahost begann am 28. Februar 2026. Dieser Krieg beruht, so wie es in der Weltpolitik nur zu häufig zu beobachten ist, auf zwei einander feindseligen, unversöhnlichen Standpunkten, die dann schließlich in einen heißen Krieg einmünden. Mit anderen Worten: Der Gewaltausbruch kam nicht aus dem Nichts, sondern er hat eine lange Vorgeschichte. Genau genommen hat er deren zwei. Es geht um zwei miteinander unvereinbare Geschichtserzählungen, zum einen um die Persiens und zum andern um die der Juden und – hiervon unentwirrbar – die des Staates Israel.

Historischer Vorlauf

Persien hat eine über Jahrtausende währende Geschichte. Diese hier nachzuzeichnen, würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen. Deswegen mag der Hinweis genügen, dass die Perser nach einem über mehrere Jahrhunderte andauernden Anlauf im 6. vorchristlichen Jahrhundert die beherrschende Weltmacht in Asien wurden. Nach ihrem Niedergang als Weltmacht verschwand das Reich der Perser indessen keineswegs, sondern blieb als eine unübersehbare mächtige Land- und Volksmasse dort bestehen, wo wir es heute noch vorfinden.

     Unbestritten ist, wenn man nicht aus ideologischen Gründen weltfremd ist, der hohe Rang der frühen persischen Kultur in der Geschichte der Menschheit. Ich erwähne diesen Umstand, weil die Perser selbst den größten Wert darauf legen. Sie selbst bezeichnen sich als Nachkommen der Indogermanen und grenzen sich schon aus diesem Grund von den benachbarten arabischen Völkern ab, denen sie sich geistig überlegen fühlen.

     Man muss diesen Standpunkt keineswegs teilen, sollte ihn aber wenigstens zur Kenntnis genommen haben – besonders dann, wenn man sich anschickt, Persien als Feindstaat zu behandeln. Dies besonders dann, wenn man die Sicht auf Persien durch den Umstand zu verkürzen droht, dass an dessen Spitze ein schauerliches Mullah-Regime steht. Das stimmt zwar, doch führt solche Verkürzung leicht zu Fehleinschätzungen, für die der in diesem Aufsatz behandelte Krieg reiches Anschauungsmaterial bietet.

Persien und die modernen Großmächte

Im 19. Jahrhundert waren die kolonialen europäischen Großmächte damit beschäftigt, die noch unverteilte Welt zwischen sich aufzuteilen. Die Perser gerieten dabei zwischen die russische und britische Zange, die Russen von Norden und die Engländer vom Süden her. Aus den Weltkriegen konnte sich das Land heraushalten, jedoch um den Preis der Aufteilung in Einflusszonen. Den Anreiz lieferten die zu erwartenden reichen Ölfunde. Hierbei hatten die Engländer nach dem für Russland verheerend ausgegangenen Ersten Weltkrieg deutlich die Nase vorne.

     Geradezu symbolisch war der erste Treffort der drei künftigen Sieger des Zweiten Weltkrieges. Sie wählten im November 1942 Teheran, wo sie die ersten weitreichenden Absprachen über die zukünftige Aufteilung der Welt vornahmen. Mit am Tisch in Teheran also die US-Amerikaner, die sich von diesem Moment an von dieser Stelle auf absehbare Zeit nicht mehr wegbewegen sollten. Sie würden eher Monate als Jahre brauchen, um das strauchelnde britische Imperium vom persischen Öl zu verdrängen.

     Einen ersten überraschenden und nahezu entscheidenden Einbruch erlebten die Amerikaner, als sich die von ihnen zum Abschütteln des Schah-Regimes gedrängten Perser dafür entschieden, eine Regierung ins Amt zu wählen, die den Ausverkauf des persischen Öls an Fremde zu stoppen versprach. Diese demokratisch gewählte Regierung des persischen Ministerpräsidenten Mossadegh wurde durch einen von der CIA orchestrierten Putsch um ihr Amt gebracht und durch ein von der USA wiedereingesetztes Schah-Regime der Pahlewi-Familie ersetzt.

     Es gehört zu den Routine-Erzählungen im Westen, dass es dem Land, auf westlichem Niveau und mit westlichen Werten lebend, fortan glänzend ging, so dass es nahezu unbegreiflich erscheint, wie 1979 eine national-religiöse Revolution in Persien überhaupt stattfinden und sich zudem an die Macht setzen konnte, an der sie sich noch heute befindet. Die nach 1979 folgenden Jahrzehnte waren von Auseinandersetzungen mit den dortzulande entmachteten Amerikanern geprägt, von denen vor allem die über 400 Tage andauernde Besetzung der US-Botschaft in Teheran und der gescheiterte US-amerikanische Versuch, die dortigen Geiseln mit Hilfe eines groß angelegten Kommando-Unternehmens zu befreien, in der Erinnerung der Völker zurückgeblieben sind.

     Mit dem Untergang der Sowjetunion (1989-92) wurde vor allem in den USA die Auffassung Allgemeingut, dass nunmehr ihre Zeit als Einzige Weltmacht angebrochen sei. Diese Änderung der Weltmachtdoktrin führte in unmittelbar folgende außen- und militärpolitische Aktionen, von denen hier bei uns in Deutschland die Nato-Osterweiterung die bekannteste ist, zumal sie auf geradem Wege in den Ukraine-Krieg führte. Doch weltpolitisch zumindest gleichbedeutend ist der amerikanische Anlauf, die Welt im Nahen und Mittleren Osten in ihrem Sinne neu zu ordnen. Man griff zu den bekannten Mitteln wie der Propaganda, der inneren Einmischung, der Sabotage, des Wirtschaftskrieges und des militärischen Angriffs. Die hiervon betroffenen Staaten waren Libanon, Syrien, Irak, Jemen, Libyen, Ägypten. Schließlich kam der Iran an die Reihe. Davon ist in diesem Aufsatz die Rede.

Die Sonderrolle der jüdisch-israelischen Vorgeschichte

Nichts annähernd Ähnliches wie zur persischen Vorgeschichte gibt es von der politischen Geschichte der Juden zu berichten. Insbesondere ist angesichts der soeben skizzierten Geschichte Persiens die gern wiederholte Behauptung unzutreffend, dass kein Volk wie das jüdische eine so lange währende Geschichte überblicken könne. Die jüdische Geschichte ist vielmehr von anderer Art. Es handelte sich beim jüdischen Volk in jenen vorchristliche Jahrhunderten um mehrere weltpolitisch unbedeutende Stämme von Wüstenbewohnern, die fast durchweg unter Fremdherrschaft lebten. Nach einer gewaltsamen Auflehnung gegen die römische Weltmacht im ersten nachchristlichen Jahrhundert wurde der in jenen Tagen nur noch rudimentär bestehende jüdische Staat gewaltsam aufgelöst.

     Die Bedeutung des Judentums für die Geschichte der Menschheit ist damit nicht annähernd erschöpfend umrissen. Ganz im Gegenteil, aus der jüdischen Religion entsprangen die beiden Eingott-Religionen, welche vor allem die westliche Welt, aber nicht nur diese, über zwei Jahrtausende hinweg dominiert haben. Ohne den Juden-Gott Jehova wären Christentum und Islam nicht entstanden. Versatzstücke der jüdischen Religion geistern noch heute im Denken der ehemaligen Christenheit und der real existierenden Welt des Islam herum.

     Um es zu wiederholen: Die Geschichte des jüdischen Staates endete im ersten nachchristlichen Jahrhundert mit der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n.Chr. durch die Römer. Nach einem neuerlichem Aufstand (132-135 n.Chr.), benannt nach dessen Anstifter Bar Kochba, erfolgte die endgültige Vertreibung der Juden aus Palästina.

     Erst knapp zweitausend Jahre später zur Jahrhundertwende auf das 20. Jahrhundert gewann der Gedanke an einen Judenstaat wieder eine konkretere Gestalt. Die einschlägigen Konzepte und die Werbung unter den weltweit verstreut lebenden Juden für ein solches Projekt fasste man unter dem Begriff des Zionismus zusammen. Dessen Erfinder und zugleich einflussreicher Promotor war der österreichische Journalist Theodor Herzl. Dessen grundlegende, knapp hundertseitige Propaganda-Schrift mit dem Titel Der Judenstaat erschien erstmals 1896.

     Die Aussicht auf einen Judenstaat wurde konkreter, als 1917, also mitten im Ersten Weltkrieg, der damalige britische Außenminister Lord Balfour eine (später nach ihm benannte) Erklärung öffentlich machte. Es handelte sich um eine Art von Schenkungsversprechen an die Juden der Welt für ein eigenes Siedlungsgebiet in Palästina. Das war ein Landstrich, der gar nicht zum British Empire, sondern zum Osmanischen Reich (der heutigen Türkei) gehörte. Nach der türkischen Niederlage Ende des  Jahres 1918 wurde Palästina unter dem beschönigenden Begriff eines Mandats-Gebietes britischer Kolonialbesitz. Er wurde von den Engländern angesichts der verschiedenen Ethnien und religiösen Gruppierungen nach dem alten und erfolgreichen Prinzip des Teile-und-herrsche geführt, wobei die Spannungen sich dadurch verschärften, dass die britischen Kolonialherren die jüdische Einwanderung nach Palästina zunächst wohlwollend förderten.

     Nach dem Zweiten Weltkrieg war die britische Herrscher-Herrlichkeit zu Ende. Sie scheiterte am jüdischen Terrorismus gegen die Kolonialmacht. Ebenso scheiterte ein Teilungsplan der noch jungen UNO, der eine staatliche Selbständigkeit für Juden und Palästinenser in getrennten Siedlungsräumen anstrebte. Auch in diesem Fall siegte die Gewalt, die bevorzugt von jüdischer Seite ausging, als man sich Gebiete aneignete, die erkennbar nicht zu den jüdischen Siedungsgebieten gehörten. Vereinfacht gesagt: Fortan wollte das jüdische Mündel Vormund sein. So hängen die Dinge zusammen.

     Daran zu erinnern erscheint notwendig, wenn heutzutage vom Existenzrecht Israels die Rede ist. Mit anderen Worten: Ohne die Balfour-Erklärung, die Zulassung jüdischer Einwanderung und den drei Jahrzehnte später erfolgten Rückzug der Briten aus Nahost gäbe es heute keinen Staat Israel. Wer diese noch nicht sehr weit zurückliegende Landumverteilung nicht als Anspruchs-begründend für das Existenzrecht Israels ausreichend sein lassen will, der muss schon das Alte Testament mit den einschlägigen Landnahme-Erzählungen bemühen. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass das nicht jedermanns Sache ist.

     In der Zeit vor und nach der Staatsgründung Israels (1948) haben die dort lebenden Juden Krieg um Krieg gegen alle ihre Nachbarn geführt. Dieses Verhalten war nur möglich, weil sie sich auf eine finanzstarke jüdische Lobby, vor allem in den USA, stützen konnten. Diese Unterstützung war von Beginn an entscheidend, wenngleich sie zunächst mit der offiziellen US-Politik nicht übereinstimmte, der es darum zu tun war, das sich in Luft auflösende Britische Empire zu ersetzen und hierbei die arabischen Staaten nicht zu verärgern. In amerikanischen Darstellungen wird dieses zionistische Israel-Sponsoring daher als „privat und illegal“ bezeichnet. Ab Ende der 1950er Jahre änderte sich dann die amerikanische Position, nachdem es den USA misslungen war, in Ägypten Fuß zu fassen. Die israelische Lobby übte nunmehr ganz unverhohlen entscheidenden politischen Einfluss auf die offizielle US-Politik aus, wenn es zum Beispiel darum ging, in internationalen Gremien, wie der UNO, das Gewicht der Veto-Macht USA in die Waagschale zugunsten Israels zu werfen.

     Dieser pro-israelische Vorgang ist auch im aktuellen Kriegsgeschehen gegen den Iran zu beobachten. Der Angriff der israelisch-amerikanischen Koalition gegen den Iran ist ohne die amerikanische Akzeptanz der offenbar aus Israel stammenden Anstiftung kaum vorstellbar. Es ist umstritten, ob es für diesen Angriff gute Gründe gab, die ein solches Vorgehen gerechtfertigt erscheinen lassen. Die Angreifer-Seite behauptet dies und spricht von einem Präventiv-Schlag zur Wahrung des Existenzrechts Israels. Es sei u.a. darum gegangen, die nahe heranrückende Fertigstellung der iranischen Atom-Bewaffnung zu verhindern. Dieses Vorhaben sei, so die israelische Führung, essentiell, da der Iran seit der Revolution von 1979 dem Staat Israel mit der Vernichtung drohe.

     Die Gegner dieses Standpunktes tragen vor, dass die israelischen Behauptung ein Vorwand für die Schaffung eines Großisrael im Nahen Osten sei, während es den US-Amerikanern vor allem darauf ankomme, die Hand auf die persischen Ölvorkommen zu legen. Das Vorgehen gegen den Iran sei ein Puzzle-Teil der seit den frühen 1990er Jahren verfolgten US-Strategie, den Nahen Osten Staat um Staat unter US-Kontrolle zu bringen.

     Alle die in diesen Komplex gehörigen, in den 1990er Jahren begonnenen US-Aggressionen führten zur Destabilisierung der hiervon betroffenen Staaten: Libanon, Ägypten, Syrien, Libyen, Irak. Der Angriff auf den Iran schien diesem Muster zu folgen, doch das gewünschte Ergebnis der Vernichtung des herrschenden Regimes trat in diesem Fall nicht ein – jedenfalls bis zu dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe.

Der Kriegsverlauf

Es erscheint mir müßig, den bisherigen Kriegsverlauf, dessen Ende noch nicht klar abzusehen ist, in diesem Text genau zu beschreiben. Es genügen einige Eckpunkte. Der Krieg begann mit dem israelisch-amerikanischen Überraschungsangriff, der durch Raketenbeschuss gezielt die geistlichen Führer des Landes tötete. Der durch dieses Kriegsverbrechen für sicher gehaltene Erfolg blieb jedoch aus. Der nur scheinbar enthauptete Iran streckte nicht nur nicht die Waffen, sondern er begann, sich zur Überraschung der Angreifer wirkungsvoll gegen diese zu wehren.

     Obschon das US Central Command, das von Stuttgart aus die Iran-Aktion ins Werk setzte, alsbald den erfolgreichen Luftangriff auf über 10.000 Ziele meldete und unter diesen mit Schwerpunkt die Zerstörung der persischen Raketenabschuss-Basen, häuften sich die iranischen Raketen- und Drohnenangriffe auf Ziele in Israel und auf US-Militärbasen im gesamten Nahen Osten. Es begann ein Wettlauf der Raketen- und Drohnen-Arsenale, wobei mit zunehmender Länge der Auseinandersetzung die Fähigkeit der israelisch-amerikanischen Koalition abnahm, sich mit Raketenabwehr-Raketen gegen die persischen Attacken erfolgreich zu wehren. Da die Perser in ihre Angriffe auch Ziele in den Golfanrainer-Staaten einbezogen, zeigte sich angesichts der dortzulande bei Ölförderanlagen und Raffinerien angerichteten Schäden, dass die USA als jahrzehntelange Schutzmacht nicht in der Lage waren, ihren Schutzversprechungen auch nur ansatzweise zu genügen.

     Damit nicht genug: Mit der Sperrung der Straße von Hormus ab Anfang März 2026 versetzte der Iran der Weltwirtschaft einen schweren Schlag, der zum rasanten Anstieg der Preise für Öl und Erdgas führte. Die ultimativ vorgetragene Forderung der USA an die anderen Nato-Staaten, sich an einer gewaltsamen Öffnung der Straße von Hormus zu beteiligen, wurde von diesen bereits im März durch die Bank abgelehnt. Sehr schnell wurde deutlich, dass auch die US Navy sich diesen Angriff nicht zutraute, bzw. traute.

     Stattdessen gingen die USA dazu über, gegen den Schiffsverkehr von und nach Persien eine umfassende Seeblockade der gesamten persischen Küste zu verhängen – letztlich also eine Blockade der Blockade. Die Wirksamkeit dieser US-Kriegführung gilt als umstritten. Es wurde nämlich nicht nur der Handelsverkehr Persiens zu seinem Nachteil blockiert, was jedoch offenbar nur zum Teil gelang, sondern die Blockierer schädigten sich auch selbst. Etwas mühsam durchdrang den westlichen Propagandavorhang, wie sehr auch der gesamte Westen einschließlich der USA von diesen Maßnahmen nachteilig betroffen war. In den USA beispielsweise gingen die Vorräte der nationalen Ölreserven zur Neige. Genau dieser Umstand macht es verständlich, warum die USA im Juni darauf drängten, mit dem Iran zu einer Verständigung zu gelangen.

     Der Ansehensverlust der USA als Weltmacht wurde folglich unübersehbar, und als der Iran dazu überging, den weiterhin stattfindenden Export des eigenen Öls nicht mehr auf Dollar-Basis, sondern mit Krypto-Währungen oder in chinesischen Yuan abzurechnen, wuchsen die Zweifel der Golf-Anrainer beträchtlich. Hatten Staaten wie Saudi Arabien zu Beginn des Krieges noch öffentlich erwogen, mit eigenen Truppen am Iran-Krieg teilzunehmen, so machten sie spätestens Ende März 2026 eine Kehrtwende und versuchten, Wohlverhaltens-Abkommen mit dem Iran einzufädeln: Durchlass ihrer Schiffe durch die Straße von Hormus gegen Zahlung einer beträchtlichen Maut (umgerechnet ca. 2 Mio US-Dollar pro Tanker) an die persische Staatskasse.

     Der nächste auffällige Schritt war die Auflösung des Kartells erdöl-exportierender Staaten OPEC. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Austritt am 29. April 2026 erklärt. Sie waren vor dem Krieg einer der großen Erdölexporteure der Welt. Inwieweit sie durch diesen Schritt das Wohlwollen Persiens erkaufen wollen, ist bestenfalls spekulativ beantworten.

     Man kann zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen nicht erkennen, wie das alles einmal enden wird. Klar ist nur schon jetzt: die USA haben über den konkreten Ausgang dieses Krieges hinaus eine strategische, ja welt-strategische Niederlage erlitten. Die beiden anderen Weltmächte – Russland und China – haben die Gelegenheit genutzt, auf den massiven Widerstand des Iran aufzusatteln, indem sie diesen mit Waffen und Informationen versorgt haben. Es wäre den Persern sonst kaum in der Weise, wie es geschehen ist, möglich gewesen, den USA, den Israelis und den Golfanrainern so wirksame Schläge zuzufügen.

     Die erzielten Ergebnisse gehen also weit über einen möglichen konkreten Kriegsausgang hinaus. Persien ist auf dem Weg zur Führungsmacht im Nahen Osten, und die USA sind dabei, ihre Vormachtstellung dort einzubüßen. Sie wissen es nur selbst noch nicht, zumal ein großsprecherischer Präsident sich und seinem Land einzureden versucht, er habe den Krieg bereits gewonnen. Hierbei zeigten sich deutliche Hinweise von Größenwahn, denn Trump präsentierte sich im April 2026 in einem KI-generierten Gemälde als Messias. Ich hielt seine einschlägigen Posts zunächst für eine Fälschung von böswilligen Anti-Trump-Propagandisten. Doch ich irrte mich.

     Die Wirklichkeit sieht anders aus, als die US-Propagandisten und deren Satrapen es uns glauben machen wollen. Die Folgen einer Niederlage zeigten sich nicht nur an den Benzinzapfsäulen, wo die Preise nach oben schossen, sondern vor allem auch im schrittweise Abbau des Dollars als Öl-Zahlungsmittel und damit einhergehend als Weltreservewährung. Hierdurch werden die gewohnten Dollareinnahmen des Staates USA so drastisch zusammenschmelzen , dass die Gesellschaft dortzulande ihre gewohnte Wohlstandsbasis zu verlieren droht. Wie sich die USA hierdurch notgedrungen verändern werden, kann niemand, der bei Verstand ist, exakt vorhersagen.

Die Sonderrolle Israels beim derzeitigen Versuch der USA, aus diesem Krieg wieder zu entkommen

Unabhängig von einem möglichen Kriegsausgang bleibt noch ein Randgedanke, den Staat Israel betreffend, zu erörtern: Die beiden Angriffe auf den Iran im Juni 2025 (12-Tage-Krieg) und am 28. Februar 2026 haben eines kaum abweisbar ans Licht gebracht: Der Anstifter der beiden Angriffskriege saß in Israel. Das lässt sich vordergründig an einer einzelnen Person festmachen, die hierfür die Verantwortung trägt. Es ist Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der aus seinem Tun, vor allem 2026, keinen Hehl mehr gemacht hat. Doch es wäre ein schräges Helden-Epos, ihm allein die Auslösung dieser Krieges zuzuschieben. Es ist vielmehr so, dass es eine Fronde superreicher Zionisten unter der Führung einer Frau namens Miriam Adelson in den USA gibt, die bei der Auslösung dieser Kriege nicht hinweggedacht werden kann.

     Die Motive dieser Kriegspaten zu beschreiben, hat ein Heer von zustimmenden und verdammenden Welterklärern auf den Plan gerufen. Was sie vorzubringen haben, passt unter keinen gemeinsamen argumentativen Hut. Da sind religiöse Fanatiker ebenso vertreten, wie strikte Rassisten, Weltuntergangs-Propheten, jüdische Weltherrschafts-Vertreter und Weltherrschafts-Anklägern, Existenzrecht Israels-Befürworter, Holocaust-Leugner, Büßerhemdträger, Wiedergutmacher und was auch immer. Der Leser suche sich etwas aus.

     Es macht Mühe, sine ira et studio den zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen vermutlich in Israel vorherrschenden Pro-Krieg-Standpunkt zu verstehen.  Was also ist es, was angeblich zudem die große Masse der Juden auf dieser Welt eint? Es ist, so liest man es landauf landab das Existenzrecht Israels. Dazu ist weiter oben bereits das Notwendige gesagt. Hinzuzufügen wäre, dass die Zeitgenossen, die dieser Meinung sind, eher eine lautstarke Minderheit in dieser Welt sind. Da diejenigen in dieser Gruppe, die sich selbst als Juden definieren, in großer Zahl keinen Hehl daraus machen, dass sie an den jüdischen Gott Jehova nicht glauben, fragt sich der außenstehende Beobachter mit neugierigem Interesse, was denn der Kitt ist, der diese Menschen zusammenhält.

     Meine Antwort kann bestenfalls einen unvollkommenen Versuch bedeuten. Wir stoßen bei der Suche nach dem, was das Jude-sein ausmacht, auf zwei unterschiedliche Hauptquellen: Das Auserwählt-sein und das ständige Verfolgt-sein. Erst die Kombination von beidem (auserwählt, um ständig verfolgt zu werden) schafft ein Zusammengehörigkeits-Moment, das sich fast notwendig in Aggressivität äußern muss, denn wer überall und auf unabsehbare Zeit verfolgt wird, hat kaum eine andere Wahl, als unterzugehen oder gegen seine Feinde loszuschlagen. Jüdische Judentums-Erklärer sprechen in diesem Zusammenhang von Muskeljuden. Es versteht sich am Rande, dass diese Idee vom Muskeljuden von vielen Nicht-Juden nicht geteilt wird. Sie wird vielmehr als Kampfansage verstanden.

     Bei uns zulande überwiegen die veröffentlichten Auffassungen der Israel-Versteher. Je weiter man sich geographisch von Deutschland entfernt, desto weniger sind dieselben anzutreffen, vom Nahen Osten selbst ganz zu schweigen. Dort wird Israel als raumfremde Macht bezeichnet, die es zu beseitigen gelte. Noch einmal: Besonders bei uns in Deutschland wird auf solche Auffassungen mit Empörung reagiert, wobei mir zugleich eine gewisses Schizophrenie beigemischt zu sein scheint, wenn dieselben Leute, die vom Existenzrecht Israels reden, vor der Wirklichkeit der in unserem Land agierenden und agitierenden muslimischen Ausländer-Massen die Augen verschließen, die mutwillig ins Land gelassen wurden und nun unverhohlen Judenhass auf offener Straße predigen.

     Dies vorausgeschickt, ist es bei nüchterner Lagebeurteilung an der Zeit, einen Standpunkt – allein an den deutschen Interessen ausgerichtet – zu formulieren. Die deutsche politische Klasse weicht dieser Notwendigkeit, ebenso wie in vielen anderen Problembereichen, aus, indem sie diejenigen, die sich um einen vertretbaren Standpunkt bemühen, als Nazis oder Antisemiten verteufelt. Diese Ignoranz muss nahezu zwangsläufig in eine innenpolitische Explosion einmünden.

Die jüngste Entwicklung und das Memorandum of understanding

Zurück ins Geschehen vor Ort. Am 18./19. Juni haben die USA und der Iran ein Memorandum of understanding (MOU) unterzeichnet, binnen einer Sechswochenfrist das Kriegsgeschehen im Verhandlungswege zu beenden. Das Memorandum enthält die folgenden Themen: sofortige Beendigung des Waffeneinsatzes, einschließlich desselben im Libanon, sofortige Beendigung der US-Seeblockade vor Persien, sofortige Öffnung der Straße von Hormus, Beendigung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, Freigabe der in den USA eingefrorenen persischen Vermögen, amerikanische und arabische Zahlungen in einen milliardenschweren Wiederaufbaufonds, Verhandlungen über die Durchlassrechte der Straße von Hormus und Verhandlungen über die Nuklearindustrie des Iran, insbesondere über die Uran-Anreicherung.

     Zu den Besonderheiten dieses Abkommens gehört es, dass die jeweiligen Verbündeten mit einbezogen werden, ohne dass sie mit am Verhandlungstisch saßen, auf US-amerikanischer Seite also Israel. Die Israelische Regierung hat sogleich erklärt, dass sie sich hieran nicht zu halten gedenke. Sie ist nicht bereit, sich aus dem Libanon wieder zurückzuziehen. Der Iran hat unmittelbar darauf die Straße von Hormus wieder partiell geschlossen und ist dazu übergegangen, diese Schließung durch Drohnen und Schnellbootbeschuss von Blockadebrechern durchzusetzen. Die USA haben daraufhin erneute Luftangriffe gegen die persischen Küstenbefestigungen geflogen. Der Krieg dümpelt seitdem auf kleinstmöglicher Flamme vor sich hin.

Politische Ereignisse und ein mögliches Ende des Konflikts

Während der Krieg irgendwie nicht zum Stillstand kommen will, ist Bewegung in die politischen Aktivitäten gekommen. Hierbei ist zu bemerken, dass es nicht möglich ist, irgendeine in etwa bündige Äußerung aus dem Mundes des US-Präsidenten zum Beurteilungsmaßstab zu erheben, da dieser sich von Tag zu Tag anders und häufig genug widersprüchlich einlässt. Wenn überhaupt eine gewisse Kontinuität festzustellen ist, so betrifft diese seine Einlassung, dass Amerika groß und seine Armee siegreich ist. Dass dies mit der wahren Lage in Nahost nicht übereinstimmt, wurde bereits dargestellt.

     Aus diesem Grunde konzentrieren sich US-Beobachter auf den Vizepräsidenten. Dieser äußerte sich vor wenigen Tagen hinsichtlich der von ihm selbst mitausgehandelten Waffenruhe, es komme jetzt darauf an, die geschwundenen Öl-Reserven wieder aufzufüllen. Danach werde man weitersehen. Diese Stellungnahme ist weltweit vielfach so verstanden worden, als wollten die USA nach dem Auftanken den Krieg wieder weiterführen. Das ist nicht auszuschließen.

     Es wundert daher nicht, dass einige Schwergewichte in der Region offenbar nunmehr praktische Konsultationen aufgenommen haben, um eine Sicherheitsarchitektur des Mittleren und Nahen Ostens zu erörtern und ggf. aufzubauen, die ohne Beteiligung der USA wirksam werden soll. Die Nachrichten hierüber sind ab Ende Juni 2026 nicht mehr zu übersehen. Die beteiligten Staaten sind Pakistan, Iran, Türkei und Saudi Arabien, ziemlich sicher auch Oman und ggf. der Jemen. Auffällig ist Pakistan als Atommacht, die wesentlich als Mediator an den derzeitigen Absprachen zwischen den USA und dem Iran beteiligt war, und die Türkei, eine Mittelmacht mit Großmachtambitionen, von der nicht klar ist, wie weit ihre Neuausrichtung mit der gleichzeitigen Nato-Mitgliedschaft harmoniert. Unbekannt sind die ggf. wohlwollenden Unterstützungs-Handlungen aus Russland und China. Wie auch immer man dies im Einzelnen ansieht, diese Einigungsbemühungen sind deutlich anti-amerikanisch. Das ist umso verständlicher, als die militärischen Hauptbasen der USA in der Region zerstört oder doch zumindest schwer beschädigt worden sind.       

Wie wird die Kampagne gegen den Iran letztlich ausgehen? Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht. Es sind mehrere Varianten vorstellbar: a) Der Krieg schläft nach Öffnung der Straße von Hormus irgendwie ein. Die schwer beschädigte Weltwirtschaft erholt sich wieder. b) Die Perser akzeptieren das neuerliche Vernichtungsgeschehen in den an Israel angrenzenden Gebieten nicht, schließen erneut die Straße von Hormus und verursachen hierdurch erneutes gewaltsames Vorgehen Israels und der USA, die sich einer wirtschaftlichen Katastrophe konfrontiert sehen. c) Im Verlauf der wiederaufgeflammten Gewalt gerät Israel durch persische Luftangriffe an den Rand einer existenzvernichtenden militärischen Niederlage, so dass Israel selbst oder die USA Atomwaffen einsetzen. Was hierauf folgt, lässt sich beim besten Willen nicht vorhersagen. Man sollte indessen im Auge behalten, dass China durch einen hochrangigen Regierungsvertreter bereits vor Wochen, am 13./14. April 2026, angedroht hat, dass es in diesem Fall innerhalb von Tagen kein Israel mehr geben werde.

©Helmut Roewer, Juli 2026

Schilda an der Ilm – das Sudelbuch XX

21. Juni 2026

Das understanding war nur kurz, denn gestern hat der Iran die Straße von Hormus wieder dicht gemacht. Der Grund: die Israelis holzen weiter im Südlibanon – genau wie sie das angekündigt hatten. Jetzt allerdings berufen sie sich darauf, von der bösen Hisbollah angegriffen worden zu sein. Nur mal am Rande bemerkt: Israel pocht auf seinem guten Recht, den Südlibanon besetzt zu halten. Empörender Weise gibt es dort lebende Palästinenser, die sich dagegen zur Wehr setzen. Alle wissen das, nur Israel, die USA und Deutschland nicht.

Gutes Recht (2): Leise, leise mehren sich die Stimmen in Deutschland, die die systematische Vernichtung der Palästinenser nicht bejubeln mögen. Man muss es ja nicht gleich so deutlich machen wie der Bundesparteitag der Linken, der gestern beschloss, dass es sich beim israelischen Vorgehen im Gaza-Streifen um Völkermord handele. Der Chor der Begleitpresse begnügt sich mit der Feststellung, das sei Antisemitismus, was sicher Quatsch ist. Doch will ich nicht ausschließen, dass echte Antisemiten die Aussagen der Linken behaglich goutieren werden.


20. Juni 2026

Dass es so schnell gehen würde mit dem von mir gestern dunkel gemutmaßten polnisch-ukrainischen Konflikt, das hatte ich nicht geahnt. Wie dem auch sei, während ich noch grübelte, entzog der neue polnische Präsident seinem Gegenüber in Kiew den höchsten polnischen Orden wg. dessen Nähe zu den traditionellen Waffen-SS-Heerscharen. Zeitgleich forderte Selenskyj eine Sondereinfädelspur in die EU. Blick nach Berlin: Fritz der Kanzler sitzt mal wieder zwischen den Stühlen.

SS (2): Die Abkürzung steht für Schutzstaffel (des Führers). So wars anfangs gedacht, in kürzester Zeit kam 1933 ff. mehr und anderes dazu. Ich zähle das jetzt nicht alles auf, um nicht Gefahr zu laufen, irgend eine Scheußlichkeit nicht erwähnt zu haben und damit dem Verharmlosingsverdikt zu unterfallen. Merkwürdig ist allerdings die Bewunderung durch das Ausland (speziell Nordamerika), die noch heute einem markanten Teil der SS gezollt wird: der Waffen-SS.

Auch nicht schlecht: Nachdem selbst der Don mitgekriegt hat, dass ihm die Reps wg. seines Nahost-Deals davonrudern, hat er heute Nacht erklärt, dass das Regime in Teheran am Ende sei. Na gut, das ist eine Schlagzeile, an die sich schon morgen keiner mehr erinnern wird. Zwischenzeitlich versuche ich, die Meldungen Vize-Vance-fliegt-in-die Schweiz und Vize-Vance-fliegt-nicht-in-die-Schweiz in meinem bescheidenen Kopf zu koordinieren.


19. Juli 2026

Die deutschen Pressejubilanten des US-israelischen Interventionskrieges gegen Persien bemerken erschrocken, dass ihre Favoriten den Krieg überhaupt nicht gewonnen haben, wie sie seit Wochen behaupteten. Jetzt sind sie beim Zusammenzählen der Erbsen ärgerlich, dass nicht einmal der status quo ante erreicht wurde. Die Grundprobleme der Amerikaner werden auf Fußspitzen umgangen: Verbrauch der nationalen Ölreserve bis auf einen schäbigen Rest und die Unfähigkeit, den Kriegshelden in Tel Aviv unter Kontrolle zu halten. Dass bei dem weiterhin die Dollars sprudeln, bewirken die Spielhöllen von Las Vegas. Verrückter Zusammenhang, aber trotzdem wahr

Presse (2): Selbst bei Tichy und bei Apollo News bemerkt man, dass da was schief gelaufen ist. Ich betrachte mit Genuss die einschlägigen Reporter-Namen und vergleiche sie mit meinen Notaten im Geheimdienstlexikon. Schräges Tun ist offenbar vererblich.

Presse (3): Ein Fernsehgesicht des ZDF namens von Ungern-Sternberg hat, wie ich mit Vergnügen lese, an Elon dem Wunderkind Maß genommen und ihm Mitverantwortung für die Gewaltausbrüche auf den britischen Inseln unterstellt. Doch, oh Schreck, der wehrt sich. Hier gilt die Regel: Prüfe, bevor du in den Ring steigst, dein Gewicht. Auch in diesem Fall kennt mein Geheimdienstlexikon potente Namensträger der Presse-Baronesse, zum Beispiel den baltendeutschen Kavalleristen in russischen Diensten, der im Verlauf der russischen Revolution zu einer Art kurzfristigem Herrscher (Khan) in der Mongolei aufstieg, bevor ihn die Roten ergriffen und hinrichteten.

Presse (4): Die Bilder vom polnischen Amerikaner Sikorski, der zur Zeit beim Nachbarn der Außenminister ist, und seinem deutschen Pendant, Johann das Nordmännlein, dienen der Illustration eines soeben abgeschlossenen deutsch-polnischen Verteidigungsbündnisses. Bei Zeller lese ich hierzu heute Morgen den zynischen Kommentar: Polen gibt Autos an Deutschland zurück. – Mir geht das britisch-polnische Verteidigungsbündnis vom Frühjahr 1939 durch den Kopf, das auf geradem Weg in den Zweiten Weltkrieg führte. Das Bündnis von gestern ist indessen glänzend geeignet, in den notwendig kommenden, bislang lediglich aufgeschobenen polnisch-ukrainischen Konflikt hineinzuführen. Nun, Außenpolitik ist tückisch. Ob der kleine Mann vom Werderschen Markt das auch schon mitgekriegt hat? Kann mir das beim besten Willen nicht vostellen.


18. Juni 2026

An den beiden letzten Tagen trafen sich die G 7 an der französischen Seite des Genfer Sees. Wie ich es auch drehe und wende, auf den von der Presse übermittelten Fotos sind stets mehr als 7 Personen zu sehen. Ich versuche, die Nasen zuzuordnen und komme auf USA, CAN, D, F, GB, I und JAP sowie einige, die ich nicht genau zuordnen kann. Wenn man denkt, dass dies die Versammlung der sieben mächtigsten Industrienationen sein soll, stellt sich mir die Frage: Wo sind RUS, CH und IND? Mir schwant, dass hier ein Modell aus der guten alten Zeit konserviert werden soll, oder anders ausgedrückt: die gegenwärtige dynamische Moderne ist nicht mit am Tisch, stattdessen ein Mummenschanz der absterbenden Volkswirtschaften.

Mummenschanz (2): Die Vereinbarungen zwischen Iran und USA, die beabsichtigte Beendigung des Kriege betreffend, wird heute Nacht von den USA veröffentlicht. In der Westpresse lese ich, wie wir es den Mullahs gegeben haben. Soso. Der dort genannte Wiederaufbaufonds, zu dem sich die Amerikaner verpflichtet haben, riecht eher nach Reparationszahlungen als nach dem Sieg der democracy. Noch ein paar Streiflichter: Die Durchfahrt von Hormus wird zur Sache von Iran und Oman erklärt. Der Pakt soll auch den Libanon umfassen. Die amerikanische See-Blockade Persiens wird aufgegeben, auch alle Sanktionen. Der Atom-Streit wird in die Gremien verschoben.

Mummenschanz (3): Das alles soll für die Unterzeichner (also US und Persien) „und für deren Verbündete“ gelten. Das kann nichts werden. Spätestens beim nächsten Bombenregen im Südlibanon, kommt es zum Schwure. Israel weiß das, und seine Regierung will es auch so.

Mummenschanz (4): Der Don erklärt vor lauter Wonne, dass er, weil das Öl jetzt wieder fließt, ab sofort wieder Raum hat, um neuerliche Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Der beim Gipfel anwesende kleine Mann aus Kiew wird das sicher gerne gehört haben. Dass der zu G 7 gehört, war mir bis gestern nicht geläufig. Man muss die Sache vielleicht neu definieren: Es war ein Treffen der größten Schuldenmacher. Da passt die Ukraine ohne weiteres ins Bild.


16. Juni 2026

Beim Schreiben meines jüngsten Opus habe ich mich Jahr und Tag mit den Problem der Abgrenzung von Weltmacht, Realpolitik und Größenwahn herumgeschlagen. Heute Morgen fällt mir wie aus dem Nichts eine Definition für Weltmacht ein: Es ist die Fähigkeit, weltweit ungestraft Kriegsverbrechen begehen zu können. Die USA fallen ohne weiteres unter diese Definition. Die Frage wäre: auch Israel? Ich weiß schon, jetzt werden die üblichen Befürworter empört die Hände heben. – Jungs, beruhigt euch, ich probiere lediglich aus, ob meine Definition tragfähig ist. Ist sie nicht, denn die USA begehen keine Kriegsverbrechen, sondern sorgen mit Nachdruck dafür, dass die Menschenrechte beachtet werden, und Israel verteidigt lediglich mit geeigneten Bandagen sein Existenzrecht.

US-Israel (2): Ich verkneife es mir, auf den Bombast anlässlich des Achtzigsten im Weißen Haus einzugehen. Die Schlagzeilen überdecken etwas mühsam, dass der angeblich ausgehandelte Deal mit dem Iran, der am 19. unterzeichnet werden soll, von einer der Kriegsparteien, der in Tel Aviv, in Bausch und Bogen abgelehnt wird.

US-Israel (3): Die einschlägigen Erklärungen aus Tel Aviv lassen keinen Zweifel zu. Israel wird sich aus den neuerlich besetzten Gebiete in Gaza/Palästina, Syrien und dem Libanon nicht zurückziehen. Das Töten dort wird weitergehen. Offen ist lediglich, wann der Iran die nächste Raketensalve auf Israel abfeuert.

US-Israel (4): Mittlerweile sickern Satelliten-Bilder ins Internet durch, die Schäden aus dem Beschuss von Israel und den Golfstaaten in der vergangenen Woche zu dokumentieren scheinen. Ich bin skeptisch, ob das, was wir zu sehen meinen, mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Zu strikt ist die Nachrichtenzensur, als dass sich eine Inlandsquelle an die Sonne wagen würde. Hier zeigt sich ein spaßiger Effekt jeglicher Zensur: Die Leute fangen an, sich ihr eigenes Bild von der Wirklichkeit zu malen. Ich stelle bei mir selbst ähnliche Tendenzen fest.

US-Israel (5): Mittlerweile werden auch die treuesten Unterstützer Israels in den Medien bei uns zulande unsicher, und sie schweigen in der Mehrzahl beklommen. Vielleicht gibt ihnen ihr Leib- und Magen-Blatt New York Times mit seiner speziellen Eigentümerschaft zu denken, wo vor Tagen ausführlich dargelegt wurde, dass für die föderal organisierte US-Spionageabwehr die größte Bedrohung der amerikanischen Entscheidungsstrukturen aus… – na? falsch geraten – Israel herrührt. Das kann natürlich ein Schuss ins Blaue sein, um die Reihen wieder fest zu schließen. Auch muss die Zeitung auf die Leserschaft Rücksicht nehmen, die im Moment mit besorgniserregenden wirtschaftlichen Verlusten infolge des Krieges zu kämpfen hat. Aber ebenso ist es möglich, dass die grundsätzlich Trump-feindliche Zeitung hier das Spiel Trump-ist-eine-Marionette spielt. Da muss man auch ein Wort zum Spieler sagen. Ein amüsantes Dilemma.


15. Juni 2026

Das wäre, wenn es stimmt, zu schön, um wahr zu sein: Nach Posaunentönen aus dem Weißen Haus von heute Nacht soll es so sein, dass die Hauptkontrahenten USA und Iran den Krieg mit sofortiger Wirkung ad acta legen, damit, wie Trump es ausdrückt, ab sofort das Öl wieder fließen kann. Am kommenden Donnerstag, 19.6.2026, soll der Vertrag zwischen beiden Staaten formell unterzeichnet werden.

Kriegsende (2): Ich will nicht unnütz nörgeln, denn das Ende des Tötens ist die einzig vernünftige Lösung. Bleibt nur die Hoffnung, dass es auch wirklich geschieht. Die Zweifel rühren daher, dass Israel den Samstag noch nutzte, um mit dem Töten im Süd-Libanon und Beirut fortzufahren. Immerhin entfuhr es Trump, dass er dies für kontraproduktiv halte. Da Persien, wie man vom Vermittler aus Pakistan hört, darauf besteht, dass auch der Libanon in den Waffenstillstand einbezogen ist, und sich die USA angeblich darauf eingelassen haben, sieht man in aller Deutlichkeit die Sollbruchstelle dieses neuerlichen Abkommens.

Kriegsende (3): Wir erinnern uns an den April, als dieselbe Konstellation vorlag, und die Amerikaner, als die Israelis einfach weiter bombten, sich so vernehmen ließen, vom Libanon sei nie die Rede gewesen. Das war eine faustdicke Lüge, wie die Vermittler aus Pakistan offenlegten. Danach ging das Gemetzel bis zu diesem Wochenende weiter, wenn auch auf abgesenktem Niveau. Und vor allem: die Straße von Hormus blieb unter persischer Kontrolle geschlossen. Die heutige Öffnung kann also, wenn es in Tel Aviv die Falken wieder jucken sollte, morgen erneut rückgängig gemacht werden.

Kriegsende (4): Es mag ja verrückt klingen, aber der Schlüssel zum Frieden in Nahost liegt in Tel Aviv. Es bleibt eine never-ending Story, da sich an der Grundkonstellation des Konflikts nichts geändert hat, in dem beide Seiten auf einer 100 Prozent-Lösung bestehen.

Und zum Schluss noch was Unernstes: Am Samstag fand in München – einst die Hauptstadt der Bewegung – eine Demo mit bemerkbar vielen Leuten unter dem Motto Merz muss weg statt. Ich dachte, dergleichen sei ein Privileg jener Landsleute, bei denen Unseredemokratie immer noch nicht angekommen ist.

14. Juni 2026

Die Direktorin für die Koordination der Geheimdienstarbeit der USA (Director of National Intelligence – DNI), die zum Monatsende ausscheidet, hat mit dem Bericht 10/26 vorgestern ihre Abschiedsvorstellung gegeben. Was Tulsi Gabbard da vorgelegt hat, ist ein Paukenschlag: „Bislang wurden dem amerikanischen Volk Beweise für die Existenz und Finanzierung dieser [Bio-] Labore bewusst vorenthalten. Die Informationen über die Existenz, die Geschichte, die Standorte und die Finanzierung dieser von den USA finanzierten Biolabore wurden von mächtigen Personen absichtlich verschleiert, indem sie fälschlicherweise behaupteten, diese existierten nicht, und alle, die etwas anderes sagten, beschuldigten, ausländische Agenten und Verräter Amerikas zu sein. Viele dieser von der US-Regierung finanzierten Biolabore betreiben derzeit oder haben in der Vergangenheit Forschung mit gefährlichen und hochansteckenden Krankheitserregern betrieben, in einigen Fällen einschließlich gefährlicher „Gain-of-Function“-Forschung, und das bei äußerst geringer Transparenz und Kontrolle.“ Auf die Täterschaft von Antony Fauci & Konsorten wird ausdrücklich hingewiesen, auch darauf dass ein Teil dieser kriminell betriebenen Labore nach wie vor in der Ukraine liegt.

Der Kolonialherr (2): Gestern trudelte dessen Mai/Juni-Heft der Foreign Affairs bei mir ein. Ich fasse mal grob zusammen, was beim ersten Überfliegen hängen geblieben ist: a) Krieg in Nahost bereits nach ein paar Tagen militärisch gewonnen, nur leider ist das Hormus-Straßen-Problem noch nicht ganz gelöst. Muss es aber in naher Zukunft. b) Israel auf bestem Wege, den Nahen Osten neu zu gestalten. c) Der Diktatur in Nord-Korea muss mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. – Wirklich kurios, und kurios genug: fast alle Autoren waren mal in der Obama-Regierungszeit dort auf außenpolitisch bedeutsamen Funktionen. Mein Eindruck: die sehen zuviel fern.

Der Kolonialherr (3) heute Nacht: Wenn die Perser am heutigen Sonntag nicht unterschreiben, wird weiter gebombt. Man tut gut daran, sich von diesem Nervenkrieg, der im Weißen Haus erzeugt wird, nicht überwältigen zu lassen. Betrachte mit Muße die mitgelieferten Pressebilder. Neben dem Don die beiden üblichen Verdächtigen als Staffage: der Kriegsminister und der Außen-Italo-Hispano. Beide glotzen mit leeren Augen geradeaus. Nirgendwo zu sehen: der Vize Vance.

Ostfront: Ursel von der EU bietet der Ukraine und Moldawien Sonderkonditionen für den Beitritt an. Was genau das bedeuten soll, wird nicht berichtet. Nur dass beim kleinen Mann aus Kiew wieder das Geld alle ist. Jetzt fordert er weitere 20 Milliarden an, um Russland zerstören zu können. Hatte er nicht gerade erst 90 Milliarden erhalten? Wo zum Teufel ist das ganze Geld hin? Niemanden scheint das zu interessieren, und wie passt das mit der Meldung zusammen, dass die EZB die Zinsen erhöhen will?

Ostfront (2): Der neue Mann aus Ungarn widerspricht Fritz dem Kanzler auf offener Bühne in Berlin über die Notwendigkeit der Kriegführung gegen Russland. Ja, der tut Dinge, vor denen Kritiker bereits vor dessen Wahl gewarnt haben: Er verschärft den Kurs von Orbán.


13. Juni 2026

Das sind irritierende Meldungen aus Islamabad zu Stand und Fortgang der amerikanisch-persischen Gespräche über ein Ende des Krieges in Nahost. Nehmen wir mal an, dass es stimmt, was der pakistanische Moderator sagt, nämlich dass sich die Experten beider Seiten sehr nahe gekommen sind, so belehrt jedoch ein Blick auf die jeweiligen Führer, dass dies nichts bedeuten muss. Trump fährt weiter Zickzack, Teheran hüllt sich in Schweigen, und aus Tel Aviv ist das Übliche zu hören. Hieraus destilliere ich die Kernaussage von Kriegsminister Israel Katz: Man behalte sich vor, was immer dort vereinbart werde, den Iran anzugreifen, wenn dort am Atomprogramm weitergearbeitet werde, und man habe keineswegs die Absicht, aus den neuerlich besetzten Gebieten im Gazastreifen, in Syrien und im Libanon wieder abzuziehen.

Große Worte (2): Sieht das alles nach Friedenswillen aus? Die Frage stellen, heißt sie verneinen. Da sitzen welche auf turmhohen Rössern. Wir Deutsche füttern sie artig aufgrund von zwei Basisannahmen: Holocaust und Existenzrecht Israels. Das letztere beruht auf einer gewaltsamen Landnahme in den späten 1940er Jahren, deren Einzelheiten man am besten ausblendet, wobei uns in Deutschland seit Jahrzehnten der drohende Hinweis auf den Holocaust das Maul verbietet. Nun stellen wir erstaunt fest, dass das Nahost-Gewaltproblem außerhalb unserer Grenzen ganz anders gesehen wird.

Große Worte (3): Diesmal von Fritz dem Kanzler. Er hat verfügt, dass heutige Reformen viel schwieriger seien, als ein Land nach dem Krieg wieder aufzubauen. Falls er damit Deutschland meint, dessen Namen in seiner Erklärung nicht extra vorkommt – jedenfalls nicht, soweit ich in der Presse darüber lesen konnte –, darf angemerkt werden, dass er darüber aus eigenem Erleben nichts wissen kann. Das, was in unserm Land den Boom auslöste, war vor seiner Zeit, und ob seine Vorfahren im Hochsauerland hierzu Entscheidendes beisteuerten, müsste wohl noch extra beleuchtet werden. Ich bekenne freimütig, dass mir hierüber nichts bekannt ist. Bekannt ist mir hingegen, wie meine Eltern schuften mussten, um nach ihrer Vertreibung und Flucht wieder auf die Beine zu kommen. Dass sie Freude an diesem Tun empfunden haben könnten, kann nur ein Idiot behaupten.


12. Juni 2026

Heute Nacht war wieder mal so ein Moment, an dem ich dachte, der Nahostkrieg laufe jetzt endgültig aus dem Ruder, nachdem der Don gestern Abend angekündigt hatte, es folge jetzt das schwerste Bombardement des Iran seit Kriegsbeginn. Um zwei Uhr (MEZ) blies er das ab und sprach von verheißungsvollen Verhandlungen fürs Wochenende.

Nahost (2): Wie oft will der US-Präsident diese Nummer noch durchziehen? Fakt ist – wie man hier im ehemaligen Osten sagte –, dass seine Zeit abgelaufen ist. Jedenfalls was einen Sieg des großen und guten Amerika anbelangt. Der Einbruch der Welt-Öl-Produktion wird die schwerste Wirtschaftskrise seit 1929 auslösen. Jeder, der noch alle Tassen im Schrank hat, weiß es: dieser Krieg muss beendet werden. Sofort.

Nahost (3): Man könnte lachen, weil es an Absurdität kaum zu überbieten ist: Der Schlagabtausch in dieser Woche wurde angeblich durch den Abschuss eines Apache-Kampfhubschraubers in der Straße von Hormus ausgelöst. Die Rettung der Besatzung durch eine unbemannte Wasserdrohne dominierte die West-Presse. Unerörtert blieb meistens, was der Hubschrauber dort zu suchen hatte.

Nahost (4): Der persische Außenminister fasste die Ereignisse rund um den Hubschrauber-Abschuss in wenigen Worten zusammen: Fremde Streitkräfte in der Nähe unseres Landes unterliegen einem andauernden Risiko. Die beste Lösung, dieses Risiko zu verringern, ist, dass sie verschwinden.

Nahost (5): Jetzt folgten zwei voneinander unabhängige Handlungsstränge: a) Das US-Bombardement der persischen Küstenbefestigungen mit unbekanntem Ergebnis, auf das im Stundentakt persische Raketen- und Drohnen-Angriffe auf US-Stützpunkte im Golf und Jordanien folgten, auch diese mit umstrittenen Ergebnissen. b) Im Nachrichtenschatten davon neuerliche israelische Luftangriffe im Südlibanon, die, wie mehrfach angekündigt, eine massive persische und jemenitische Raketensalve Richtung Israel auslösten. Über die Ergebnisse dieses Luftschlages wird striktes Schweigen gebreitet. Arabische Kanäle mutmaßen, dass die beiden wichtigsten Basen der israelischen Luftwaffe getroffen worden seien.

Nahost (6): Trotz Ankündigung aus Tel Aviv unterblieb ein israelischer Luftschlag gegen den Iran. Die Auguren murmeln, dass dies an einer Intervention des Don liege. Wir wissen zumindest aus seinem Mund, dass er auf wenig schmeichelhafte Art am Telefon mit dem Führer Israels sprach. Die amerikanische Reporterin, die den Präsidenten mit wiederholten Fragen belästigte, warum er sich von Netanyahu am Nasenring durch die Arena schleifen lasse, beglückte er mit der Antwort, dass ihm niemand was zu sagen habe, auch Netanyahu nicht, und dieser froh sein müsse, dass er, der Don, ihn vor dem Gefängnis (jail) bewahrt habe. Na sowas, das hatten bislang nur Verschwörungs-Spezialisten vertreten.

11. Juni 2026

Nein, ich werde nicht plötzlich zum Lokalpatrioten. Fürs Örtliche interessiere ich mich erst, wenn ich die Bemühungen der Obrigkeit, den Verkehr zu behindern, ausbaden muss und verzweifelten Touristen dabei zusehe, wie sie von ihren Handys verlangen, durch die ganz sinnlos angeordneten Umleitungen geschleust zu werden. Bei soviel mit einem schiefen Grinsen ertragenen Ortsinteresse entgeht es mir leicht, dass wir an der Spitze des Zwergstaates über einen Denker von Format verfügen, den die boshaften Mit-Ignoranten als Doktor mett. zu bezeichnen belieben. Dabei sagt der Sachen, bei denen man ins Grübeln gerät, zumindest berichten überörtliche Postillen wie Apollo News darüber: „Buchenwald liegt nicht zufällig bei Weimar. Diese Nähe verweist auf eine Spannung, die sich nicht auflösen lässt. Hier die Stadt der Kultur, des Humanismus, der deutschen Klassik, dort ein Ort der Barbarei, der systematischen Entmenschlichung. Diese Konstellation ist kein Widerspruch. Sie ist eine Warnung, denn sie zeigt, dass Bildung und Kunst, ja sogar moralische Selbstvergewisserung, nicht immun machen gegen das Böse.“

Doktor (2): „Auf dem Ettersberg wie an all den anderen Orten, überall wurde die Menschlichkeit nicht nur verletzt, sondern methodisch, bürokratisch, industriell verleugnet. Es waren keine Orte, an denen man zufällig die Augen verschloss. Das Wegsehen war die einfachste Form der Verleugnung der Menschlichkeit. Und diese Unmenschlichkeit ist es, die uns bis heute fassungslos macht.“

Doktor (3): „Ich trete nicht nur in das Amt eines Vorgängers, sondern in das Vermächtnis eines Anspruchs.“ … „Doch was ihn prägte, waren nicht nur die Trümmer der Städte. Es waren die Trümmer der Ordnung: ein Vaterland ohne Verlässlichkeit, ein politisches System ohne den Wert der Menschlichkeit.“ … „Wo Politik sich überhöht, verliert sie ihre Menschlichkeit. Wo sie Vollkommenheit behauptet, zerstört sie die Freiheit. Für Bernhard Vogel hieß Verantwortung: die Grenze des Machbaren zu achten – und darin das Eigentliche zu erkennen.“

Doktor (4): Es gibt Leute, die behaupten, der Doktor Voigt habe seine Kuriosa von der KI formulieren lassen. Kann ich mir nicht so recht vorstellen. Selbst wenn, so würde das zeigen, dass er das, was er ausspricht, intellektuell nicht überblickt. Man stelle sich vor, das Wort Intellekt hieße Interlekt (= zwischen dem Gelesenen), dann gebe das mit Blick auf den Thüringer Denker und sein Gerede einen heiteren Sinn.


10. Juni 2026

Nein, so geht es jedenfalls nicht. Während gestern Früh der Don mit dem üblichen Bombast ankündigt, dass in Nahost ein Big Deal unmittelbar vor dem Abschluss steht, muss er Stunden später ansagen, dass das große und gute Amerika nicht dulden könne, wenn fast zeitgleich ein Apache-Hubschrauber in der Straße von Hormus vom Himmel geholt werde. Was der da zu suchen hatte, sagt er nicht extra, aber ich weiß es: Er sollte die völkerrechtswidrige Sperrung des persisch-omanischen Seeweges beenden helfen. Dabei kam er zu Schaden. Innerhalb von Stunden übten die US-Streitkräfte Rache und bombardierten eine Insel und einen persischen Hafen in den Straits, was den persischen Außenminister noch heute Nacht veranlasste, hierfür eine Rache anzukündigen. Man sieht, das schaukelt sich jetzt wieder hoch.

Hochschaukeln (2): Da wagten sich doch gestern Bürger dieses Landes mit der gewagten Parole Merz muss weg auf die Straßen mitten in Berlin. Befürworter und Vertuscher streiten noch, wieviele Hanseln das gewesen seien. Die Zahlen schwanken zwischen einem Menschenhäuflein und einer fünfstelligen Massen-Zusammenkunft. Aus Erfahrung gewitzigt, zieht der Kopf mit Hilfe seiner verblassenden Erinnerungen Parallelen zu den Ereignissen von 1989, als das Volk damit begann, die Straße zu erobern. Es waren Arroganz und Trotz, die sich da begegneten. Leute, wie ich einer war, sagten: Das wird nichts werden. Ich irrte mich. Und wie.

Hochschaukeln (3) Man wird mir nachsehen, wenn ich mich vergnüge, was ich stattdessen über Nacht bei Zeller las. Auch das weckt Erinnerungen, gegen die ich mich nicht wehren kann.

Vormittags um elf: Das ging schneller, als von mir erwartet. Der Iran übt Vergeltung für das, was Washington Selbstverteidigung der US-Streitkräfte in der Umgebung der Straße von Hormus nennt. Wie angekündigt trifft es US-Unterstützerstaaten. Die persischen Ziele liegen in Bahrain, Kuwait und Jordanien. Das letztgenannte nach meinem Eindruck zum ersten Mal.


9. Juni 2026

Ob man einen Schriftsteller schätzt, ist häufig einem Zufall geschuldet, nämlich ob einen ein Text, den man – was nicht sein muss – bewusst mit seinem Namen verbindet, denn normalerweise ist es so, dass mich die Information interessiert, womöglich sogar fesselt. Die verbreitete Information ist das, was im Gedächtnis haften bleibt, nicht jedoch der Autorenname, falls ich den überhaupt zur Kenntnis nahm. Nun ja, nur eben manchmal, da ist das anders. So ein glückliches Zusammentreffen geschah nach der geradezu atemlosen Lektüre des Romans Niemandszeit, den ich geschenkt bekam. Die Lektüre fand an jenen Tagen statt, als ich in Kamenz mit der Leiterin des dortigen Lessing-Museums ein wundersam abschweifendes Gespräch über das skandalöse Abräumen von Jörg Bernig als dem gerade frisch gekürten Kulturamtsleiter von Radebeul (an der Elbe gelegen) führte. So wurden bei mir der Name des Romanautors und der Roman selbst in meinem Aufmerksamkeits-Kosmos zusammengeführt.

Bernig (2): Ob man einen Autor schätzt, ist nicht nur vom gerade geschilderten Zufall abhängig, sondern auch davon, ob der Text, der hierfür verantwortlich ist, diesen Toller-Text-Effekt ausgelöst hat. Danach will man dann mehr von dem Autor lesen.

Bernig (3): Vor Wochenfrist frage ich die Buchhändlerin in Loschwitz, ob sie noch was von Bernig hat, was ich noch nicht gelesen habe. Hat sie. Es ist die Erzählung Die ersten Tage, deren 352. handnummeriertes Exemplar (von 500) den Besitzer wechselt. Heute, sehr früh, im noch diffusen Licht eines verhangenen Juni-Morgens habe ich das Buch gelesen. Als ich schließlich nach 50 Seiten hochblicke, hat sich die Sonne durchgekämpft. Ich brauche ein Weilchen, um wieder in der Wirklichkeit anzukommen, mache das Leselicht aus und gehe in die Küche, um den ersten Tee des Tages zu kochen. – Jetzt beim Niederschreiben dieser Notiz, unterbreche ich mich mehrfach, da mir das Gelesene durch den Kopf geht. Es ist die Sicht auf die Dinge, und wie sie sich mit der vorherrschenden Beleuchtung verändern.


8. Juni 2026

Letzte Nacht hat der Iran Raketen auf Israel abgeschossen, die auch angekommen sind. Von dort hören wir die üblichen Reaktionen: Alle anfliegenden Raketen wurden abgeschossen. Gleich anschließend wurden israelische Raketen auf Teheran abgeschossen, die ebenfalls angekommen sind. Über die angerichteten Schäden ist noch nichts bekannt.

Wieder einmal versuche ich, einen Schritt zurück zu machen. Bereits letzte Woche kündigte der Iran an, sich für die israelische Bombardierung von Beirut zu rächen. Dieser Bombardierung war die israelische Ankündigung vorausgegangen, der Krieg gegen den Libanon werde weitergeführt, solange es die Hamas gebe, die bekanntlich von Persien unterstützt werde. Die Lage dort ist völlig verfahren. Immer gibt es irgendwen, der sich berechtigt glaubt, auf irgendwas reagieren zu müssen.

Noch einen Schritt zurück: Bis gestern war ich der Meinung, die USA könnten, was ihr Mündel in Tel Aviv anbelangt, den Teufelskreis durchbrechen, aber es aus mancherlei Gründen nicht zu wollen. Seit heute Nacht bin ich mir nicht mehr so sicher, nachdem das Weiße Haus sich mit seiner Forderung an Netanyahu nicht durchsetzen konnte, neuerliche Gewalt zu unterlassen. Die dortige Führung zeigt, dass sie sich sicher ist, das Votum von Trump gefahrlos ignorieren zu können. Der Kreis der amerikanischen Entscheider wächst, die das nicht hinzunehmen bereit sind. In diesem Sinne verstehe ich das mehrheitliche Votum aus dem Repräsentantenhaus in der vergangenen Woche, den Präsidenten zum Rückzug aus dem Iran-Krieg zu zwingen. – Egal, was die Trump-hörigen Medien dazu verbreiten, Trumps Kriegsführung ist spätestens jetzt nach amerikanischem Recht illegal.

Geschichtsunterricht: Bis gestern nahm ich an, dass bald nach dem Zweiten Weltkrieg die Neugründung CDU das größte der möglichen Sammelbecken für ehemalige NSDAP-Mitglieder in Westdeutschland gewesen ist (In der SBZ waren es NDPD und SED). Nun weiß ich durch Fritz den Kanzler, dass es die AfD ist, die der NSDAP unmittelbar nachfolgte. Das ist eine originelle Idee, und ich nehme an, dass sie von einem Prädikats-Juristen aus dem BMI stammt, der mal in die alten Gesetze kuckte. Da hat der wackere Mann festgestellt, dass man in Berlin für das Verbot von NSDAP-Nachfolgeorganisationen das Bundesverfassungsgericht nicht benötigt.

7. Juni 2026

Nach einwöchiger Abstinenz vom Bedudelt-werden durch den Nachrichtenmüll fege ich am Sonntagmorgen ein paar Staubflocken zusammen. Das Häuflein ist kaum beeindruckend zu nennen: a) Geschrei aus Kiew über Russlands angebliche Niederlage, b) gutbesuchtes Wirtschaftsforum in St. Petersburg, auf dem Putin moderate Töne anschlägt, während eine Drohne kurz zuvor daselbst in einen Öl-Terminal einschlägt, so dass eine schwarze Wolke am Sommer-Himmel unübersehbar aufsteigt, c) iranische Drohnen, die den Flughafen von Kuweit ruinieren, d) israelische Luftangriffe auf den Süd-Libanon, e) Mitteilung iranischer hoher Offizieller via Pakistan, man werde auf eigenem Territorium die Bombe zünden, f) Pressegeschwätz über den angeblichen Verfall der CDU, g) wüste Justiz-Attacken gegen Kritiker von Fritz dem Kanzler. – Zu jedem dieser Themen lässt sich ein Roman schreiben, aber man muss nicht, und ich schon gar nicht.

Schreiben (2): In derselben Woche lösche ich in einem Gewaltakt 200 von 500 Manuskript-Druckseiten von Mein Abendland in der Erkenntnis, dass das, was ich zum Ausdruck bringen will, zwischen zwei verkaufbare Buchdeckel passen sollte. Am vergangenen Sonntag begann ich diesen Ritt ins Dickicht der eigenen Gedankenwelt, gestern schloss ich ihn ab. Zurück bleibt ein Gefühl von Erschöpfung.


30. Mai 2026

Es ist ermüdend, den Nachrichten über den Nahostkrieg, die aus dem Weißen Haus quellen, noch Beachtung zu schenken, solange es keine Pendants aus Teheran gibt. Also haken wir missmutig ab, dass das Gerede über den unmittelbar bevorstehenden Deal nur das ist, was es ist: Gerede.

Gerede (2): Gestern kaufte ich aus Neugierde in einer Kaufhalle in Mechelroda (an der A 4), die ich wg. der dortigen erstaunlichen Metzgerei angesteuert hatte, erstmals eine papierene Ostdeutsche Allgemeine. Ein erstes Überfliegen im Freien weckt Neugierde. Ein doppelseitiger Artikel über das Marine-Kommando in Rostock referiert ausgiebig den offiziellen Standpunkt, dass es sich hierbei um eine deutsche, wiewohl multinationale Einrichtung und keineswegs eine solche der Nato handele. Es wird der wissenschaftliche Dienst des Bundestages zum Zeugen aufgerufen, dass ein Verstoß gegen den Zwei-plus-Vier-Vertrag nicht vorliege, der Nato-Einrichtungen in der Ex-DDR verbietet. Ich will nur am Rande bemerken, dass die Russen dies anders sehen. Ich frage mich, warum zum Henker begibt man sich in diese unhaltbare Position. Sie ist unnütz, wo nicht schädlich oder sogar gefährlich.

Gerede (3): Nach Drohneneinschlag in Rumänien zeigt der Wertewesten mit dem Finger auf den bitterbösen Putin, der allerdings dementiert. Fritz der Kanzler nutzt die Gelegenheit, um dem Russen zu drohen. Fragt sich wozu und womit. In der wenig erbaulichnen Beurteilung des Kanzlers ist neben Pinochio das Kürzel FRTZ sehr beliebt, letztes mit Zusätzen, die ich mir aus Gründen des guten Geschmacks schenke. Lackaffe jedenfalls, sagt das Amtsgreicht Heilbronn, darf man ihn nur gegen 100 € nennen. Ich wäre auf die Idee nicht gekommen, dies zu tun, weder das eine noch das andere.

Schilda, wie es leibt und lebt, allerdings kenne ich die Vorgeschichte nicht:


29. Mai 2026

Die Lage in Nahost bleibt verworren. Aus den USA kommen gestern Nacht binnen weniger Stunden Behauptungen, die nicht zusammenpassen: a) erfolgreiche Abwehr iranischer Drohnen in Kuweit, b) unmittelbar bevorstehende Verlängerung des Waffenstillstands um 60 Tage, c) Aufrechterhaltung der Iran-Blockade, d) Weltweit neue Sanktionen gegen persischen Ölverkauf, einschließlich der Sanktionierung der neuen persischen Zollbehörde für die Straße von Homus.

Nahost (2): Nur in Israels Libanon-Krieg bleibt alles beim Alten. Gestern wieder Luftangriffe mit zahlreichen Toten und Verletzten. Siegesmeldugen über weitere getötete Hamas-Führer.

Es ist schon fast rührend, wie Mainstream versucht, eine Kanzler-Krise herbeizureden. Nur Fritz weiß von nichts und kündigt bei einem Heimspiel in Arnsberg neue wunderbare Reformen an. Niemand glaubt das.

Das OVG des Saarlandes verfügt, dass in Saarbrücken, wo man die AfD praktischerweise von der Wahl ausgeschlossen hatte, erneut gewählt werden muss. Nicht, dass sowas Rückschrittliches Schule macht.


28. Mai 2026

Ich bin offenbar nicht der Einzige, der den Stillstand bemerkt. Einige sprechen vom vorweggenommenen Sommerloch. Es arbeiten sich die Gazetten am Nichts ab: Viren, auf die niemand anspringen will, aus dem Off auftauchende Hitzerekorde, Veröffentlichung von UFO-Akten aus dem Pentagon, viertrangige Parteiquerelen, die zu Ereignissen aufgebauscht werden. Angeblich sollen die Heroen hinter der Hand über den Sturz von Fritz dem Kanzler lamenieren.Da glaube ich kein Wort von.

Nichts (2): Auch an den Kriegsfronten ist es verdächtig still. Die zu erwartende Reaktion des Iran auf die Bombardierung der seiner Südküste vor zwei, drei Tagen lässt auf sich warten, ebenso die praktische Reaktion der Russen auf die gezielte Tötung von Schülern in der Provinz Lugansk durch ukrainische Drohnen. Nehme an, dass man dort die Drohnen-Trümmer genau untersucht, um festzustellen, wer sie hergestellt hat.

Nichts (3): Der Don kann seit zwei Tagen kein Unheil anstiften, weil er sich im Armeekrankenhaus zum periodischen Gesundheits-Check befindet. Hätte ich was zu sagen, würde ich ihm eine Krankschreibung raten, so dass er wieder Zeit fürs Golfspielen hat. Ich weiß schon, das wäre zu schön, um wahr zu sein.


26. Mai 2026

Zum Schutz ihrer Streitkräfte haben die US-Boys gestern Raketen- und Bombenangriffe gegen die persische Marine und die erkannten Raketen-Abschussrampen in Südpersien durchgeführt. Man muss das mit Genuss lesen, denn es entspricht haargenau der Erklärung von Centcom von heute Nacht. – Ich übersetze mal ins Klardeutsche: Wir brechen die Waffenruhe, wann immer es uns passt.

Lügen (2): Zeitgleich hat der Don mitgeteilt, dass ein Abkommen mit dem Iran – man sei übrigens auf gutem Wege – nur infrage komme, wenn auch Staaten wie Pakistan, Saudi Arabien und die Türkei eingeschlossen seien. Von Israel sprach er in diesem Zusammenhang nicht. Diesmal äußerten sich persische Offizielle der zweite Reihe ziemlich prompt: Es gäbe Punkte, bei denen man sich einig sei, aber im Wesentlichen sei das nicht der Fall. Ich tippe mal auf den Abzug der Amerikaner aus der Region. In DC tut man so, als sei das nicht gesagt worden.

Lügen (3): Die Tichy-Front zeigt heute Morgen Verständnis für den Hegemon, den sie selbstredend nicht so nennt. Getreu, bis in den Tod. Jungs, das hatten wir schon mal. Mit nicht so ganz gutem Ausgang.

Lügen (4): Es gibt eine breite Fronde von Leuten, die Fritz den Kanzler für einen Lügner halten. Doch bei seiner Russland-Aggressivität spalten sich die Reihen. Vielleicht liegt das daran, dass er hier nicht lügt, wenn er darauf hinwirkt, Deutschland in aller Kürze in den Krieg mit Russland zu führen. Wo zum Henker kommen bloß all diese Kriegsfreunde plötzlich her? Vielleicht wäre eine ehrliche Antwort diese hier: Meine Generation war die letzte, die mit den Kriegsfolgen hautnah konfrontiert wurde: Zerbombte Stadtviertel und überall Kriegskrüppel gehörten zum Alltag der Kinder, so wie ich eines war. Bereits für die Generation danach, die jetzt an der Macht ist, fällt dieses Erleben weg. Sie verbindet Krieg nicht untrennbar mit den Kriegsfolgen.


25. Mai 2026

In der Nacht auf gestern fand wie angekündigt eine russische Reaktion auf die ukrainischen Dohnenangriffe der Vorwoche statt, deren letzter ein Studentenheim in der Provinz Lugansk zerstörte, wobei etliche Bewohner den Tod fanden. Erwartungsgemäß griffen die Russen nun Kiew an. Es muss sich um einen Luftangriff mit Hunderten von Raketen und Drohnen gehandelt haben. Über deren Wirkung sind nach wie vor keine verlässlichen Angaben zu erhalten.

Luftangriff (2): Der Westpresse entnehme ich, dass das ARD-Studio in Kiew zerstört und das der Deutschen Welle beschädigt wurde. Damit hat die deutsche Presse wenigstens ein Thema, was zu stundenlangen Experten-Einschätzungen geeignet ist. Verletzt wurde niemand, denn deutsche Reporter pflegen nachts zu schlafen.

Luftangriff (3): Fritz der Kanzler spricht von einer (hier beliebiges Adjektiv einsetzen) Eskalation. Wenn ich mich nicht täusche, ist das doch das, was er erreichen wollte. Oder irre ich mich? Falls er in den Wochen zuvor der Meinung gewesen sein sollte, man könne die Angriffe nach Russland hinein mit Hilfe deutscher Waffen gefahrlos steigern, ohne eine russische Antwort zu erhalten, dann hat er sich wohl geirrt. Der erneute Einsatz von Oreschnik-Hyperschall-Raketen – es ist der bisher dritte insgesamt – ist vermutlich eine allerletzte Warnung an die europäischen Hauptstädte.

In Nahost gehen Blockade und Gegenblockade weiter. Die US-Kommadobehörde Centcom berichtet über die Zahl bisher gekaperter Schiffe mit vedächtiger Fracht. Die Angaben schwanken allerdings, offenbar je nach Tagesform des Don. Vor drei, vier Tagen waren es exakt 17 Schiffe, gestern sind es genau 100. Die Perser melden derweil, wieviele Schiffe mit ihrer Genehmigung die Straße von Hormus passieren. Sie sprechen von über 200 pro Tag. – Da harmoniert irgendwo irgenwas nicht.

Nahost (2) und anderswo: Auf die Meldungen aus dem Weißen Haus über den Stand der Verhandlungen mit Persien gebe ich seit Wochen nichts mehr. Sie lassen keinen Plan erkennen, was vermutlich daran liegt, dass es keinen gibt. Derweil rüsten die US-Boys verbal gegen Havanna auf, was bekanntlich nicht in Nahost liegt.


24. Mai 2026

Niemand hatte mich gezwungen, am gestrigen Pfingstsamstag das Auto zu benutzen und nach Süden aus Schilda rauszufahren. War die pure Freundlichkeit, zu der ich mich hatte breitschlagen lassen. Ich zahlte mit einem PKW-Stau an der Autobahnauffahrt, wo hiesige Sonntagsfahrer versuchten, mit einer abgeschalteten Ampel zurecht zu kommen. Merke: Hier gilt nicht Vernunft, sondern das Erzwingen vermeintlicher Vorfahrtsregeln. Es ist doch merkwürdig, dass unter der Woche, noch zudem mit regem LKW-Aufkommen, derartiges Chaos nicht entsteht.

Stau (2): Mir geht durch den Kopf, dass dies dieselben Deutschen sind, die den Abend vor der Glotze verbringen, um von Experten darüber belehrt zu werden, was jetzt mit dem Kadaver eines Buckelwals vor Dänemarks Küsten geschieht (Endgame), der wochenlang als Wal Timmy die Deutschen im Fernsehsessel zu Tränen rührte. Wildhüter sprechen von Ablenkfütterung.

Stau (3): Auf der A 4 zwischen Schilda und Dresden verbringe ich Stunden. In der Zeit höre ich gewohnheitswidrig einen sog. Potcast, den mir meine Mitfahrerin dank Smartphone in die Stille des Innenraums überträgt. Es unterhalten sich ein Interviewer namens Ben Bernd, von dem ich zuvor nie gehört habe, und der AfD-Vormann Björn Höcke. Das ganze dauert 4 Stunden.

Stau (4): Nach einem längeren Einstieg über Herkunft, Werdegang und Wechsel in die Politk, geht es ums Eingemachte. Was, wenn der Politiker H. an die Macht kommt? Der Interviewte ringt sichtlich um Worte. Das ist insofern sympathisch, weil man Zeit hat, die Gedanken nachzuvollziehen, anstatt mit aalglatten Floskeln abgefüttert zu werden. So kommt heraus: Er will die Massenzuwanderung sofort stoppen und die Illegalen im Rahmen des geltenden Rechts wieder loswerden.

Stau (5): Bemerkenswert ist, welches Geschichtsverständnis diesem Handlungsdrang zugrunde liegt. Ich erkenne Gedanken wieder, wie auch ich sie vor Jahen schon in Unterwegs zur Weltherrschaft formuliert habe. Nun fehlt mir die Eitelkeit, mich für den Inspirator zu halten. Aber irgendwie erleichtert bin ich schon, wenn ich auf Leute treffe, die in ähnlichen Bahnen denken, wenn es um die aufgepfropfte deutsche Schuld geht. Die Erklärung hierfür ist fast zu simpel: Höcke stammt aus einer Vertriebenenfamilie. Da erkennt man dann auch manches andere wieder.

Stau (6): Mainsteam ist empört. Es geht wie so oft: Ohne dieses Geifern hätte ich im Leben nichts von diesem Gespräch gehört. Millionen anderer geht es ebenso.


23. Mai 2026

Mit dem Antisemitismusvorwurf ist unsere Gaga-Gesellschaft schnell bei der Hand. Er gilt als die letzte Allzweckwaffe, um Andersdenkende mundtot zu machen. Mir ist klar, dass es Leute gibt, die eine solche Feststellung, wie sie soeben von mir getroffen wurde, als Antisemitismus brandmarken werden.

Antisemitismus (2): Ich frage mich, ob es den einschlägigen Vorwurf auslösen wird, wenn ich hier mitteile, dass ich zur Zeit den Talmud lese und zwar nur so, ohne mich zum Inhalt des Gelesenen zu äußern. Ich weiß auch nicht, ob es bereits Empörung auslöst, wenn ich hier mitteile, dass ich mir die deutsche Übersetzung des Buches vor zwei Wochen gekauft habe. Ein Stapel davon lag zu meiner Verblüffung in der Intelligenzabteilung des Kaufhauses Globus bei Jena. Ich sah geradezu reflexhaft ins Impressum des Buches. Es handelt sich um ein Bertelsmann-Imprint. Soso. Ist das ein Gütesiegel von Mainstream?

Antisemitismus (3): Der Don gab gestern ein Interview, in welchem er zu Besten gab, dass 99 % der Leute Israels für ihn seien. Bei solchen Zustimmungswerten könne er ohne weiteres Ministerpräsident von Israel werden. Man stutzt, wenn man solch einen Blödsinn hört und denkt für den Moment: Wenn er’s doch täte. Ich gebe zu, dass mich diese Gedanken anflogen.

In Helsingborg tagen die Nato-Außenminister, um den Krieg auf den beiden Schauplätzen zu koordinieren. Marco aus DC äußerte vor laufender Kamera die Meinung, er habe keinen Plan, um die Straße von Hormus zu öffnen. Was er hinter verschlossenen Türen sagte, wurde naturgemäß nicht mitgeteilt. Ich denke mal, die anderen Kriegshelden werden ihn gefragt haben, ob es stimmt, dass die Golfstaaten, allen voran Saudi Arabien, den Don gedrängt haben, lieber heute als morgen Frieden mit Persien zu machen, nachdem mehrere leitende Funktionäre und vorgestern auch der neue Ajatollah angedroht haben, im Falle der Wiederaufnahme des Krieges durch die USA die anderen Staaten am Golf in das Stadium der Kameltreiber zurückzuversetzen. Das ist ernst zu nehmen, und es ist den davon Betroffenen offensichtlich unangenehm.


21. Mai 2026

Wie weit wollen es die Kriegstreiber innerhalb der EU noch treiben? Die Abstürze von ukrainischen Drohnen über den baltischen Staaten geben Anlass zum Nachdenken. Die russische Seite hat auf mehreren Ebenen massiv gedroht, man werde die in diesen Staaten vorhandenen Standorte der aktiven Ukraine-Unterstützung, die man genau lokalisiert habe, ausschalten und zwar ganz unabhängig davor, ob es sich hier um das Territorium von Nato-Mitgliedern handele.

Balten (2): Das Leugnen der aktiven Kriegsteilnahme ließ keine 12 Studen auf sich warten. Bleibt die Frage, was denn die ukrainischen Drohnen in diese Staaten gelenkt haben mag und wo sie herkamen. Ich gehe davon aus, dass die Russen jetzt ernst machen und einen Probeschuss abgeben. Falls es stimmt, was deren Auslandsdienst SWR hierzu mitgeteilt hat, nämlich dass man die Standorte der in den baltischen Staaten befindlichen ukrainischen Drohnen-Truppen genau kenne, wird der erste Schuss genau dorthin gehen.

Balten (3): Ich gehe zudem davon aus, dass es dann auf die USA ankommt, ob der Bündnisfall ausgerufen wird. Angesichts des permanenten Irreseins im Weißen Haus, lässt sich nicht vorhersagen, ob die Amerikaner sich – so wie angekündigt – aus Europa zurückziehen, also nichts machen, oder ob Trump die Gelegenheit zu einem neuen großen Publicity-Ablenkungsschlag nutzen wird.


20. Mai 2026

Heute finden die chinesisch-russischen Konsultationen auf der Ebene der beiden Führer statt. Schon der gestrige Auftakt mit einer Militärparade beider Streitkräfte hätte kaum üppiger ausfallen können, um den Unterschied zum Staatsbesuch von Trump in Peking vor 10 Tagen zu dokumentieren. Die Westpresse höhnt, dass Putin als Bittsteller gekommen sei, um von den Chinesen über jenes Ereignis instruiert zu werden. – Jungs, das ist Wunschdenken. Hier versuchen Zweie die Machtlinien der Welt neu zu ordnen. Die Militärparade signalisiert: Wie sind mächtig genug, dies zu tun.

Neuordnung (2): Einer der Schwerpunkte – so stelle ich mir vor – wird der Nahe Osten sein. China wird Pakistan sowie Saudi Arabien und Russland die Türkei in die Waagschale werfen. Beide werden erörtern, wie weit sie noch zulassen werden, dass USA-Israel via Persien den Welthandel ruinieren. Sie werden miteinander abstimmen, wer und wie man die schlechten Nachrichten den Amerikanern überbringt.

Neuordnung (3): Laut amerikanischer Presse hat gestern ein US-Kampffluzeug im estnischen Luftraum eine ukrainische Drohne abgeschossen. Kann mir mal wer erklären, warum die da rumflog? Die Presse behauptet, sie kam aus Russland. Müsste es nicht etwas genauer heißen: sie sollte nach Russland? Falls aber nun doch aus Russland, dann spricht einges dafür, dass die Russen sie ablenkten. Das sollte zu denken geben, falls das eine neue Fährigkeit der Drohnenabwehr dokumentiert.

Neuordnung (4): Vor drei, vier Tagen wurde – die Meldungen hierzu sind uneinheitlich – ein Atomkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Drohnen angegriffen. Welche Schäden angerichtet wurden, ist unklar. Die Medien sprechen von einem persischen Angriff. Das kann kaum sein, wenn denn die Perser ihren Kurs der gezielten Reaktionen beibehalten. Ich tippe daher auf einen Angriff unter falscher Flagge. Auf der wirklichen Flagge dürfte sich ein sechszackiger Stern befinden, denn Israels Offizielle lassen keinen Zweifel aufkommen, dass sie den Nahostkrieg wieder anheizen wollen.


19. Mai 2026

Wir leben in einer Welt, von der wir verunsichert werden. Das ist nichts Neues oder gar Originelles, sondern das war schon immer so, seit unsere Art sich durch Selbstbenennung den Zusatz Sapiens gab. Seltsamer Weise besitzen wir die Fähigkeit, den Grund für die Verunsicherung zu entdecken und auf Abhilfe zu sinnen. Ob das, was wir uns dabei ausdenken, hilfreich war, werden wir nie erfahren. Dafür stehen die Chancen ziemlich gut, dass unsere Nachfahren darüber lachen werden. Uns bleibt nur der Trost, dass wir ihr Lachen nicht hören müssen, mit dem sie zum Ausdruck bringen, dass sie genauso verunsichert sind wie wir.


18. Mai 2026

Es wird Zeit, dass die Deutschen wieder zur Besinnung kommen. Vielleicht sind ja die beiden aktuellen Kriege hilfreich, dass das passiert. Es ist hier nicht das Partei-Ergreifen gemeint, sondern das Unausweichliche der Kriegsfolgen, an erster Stelle das Versiegen der Energiequellen, die ein Ende der Illusionen erzwingen werden.

Illusionen (2): Wo kommt bloß der Glaube her, dass wir weitermachen können wie bisher? Wo, dass wir von freundlichen Nachbarn umgeben sind? Wo, dass wir die ganze Welt zur Party einladen können?

Illusionen (3): Da lob ich mir den Don. Kaum ist der aus Peking zurück, droht er dem Iran, dass dessen Zeit jetzt abläuft. Zeitgleich trifft der Flugzeugträger Gerald Ford an der amerikanischen Ostküste ein. War der laut Westpresse nicht vor Tagen erst in Nahost gesichtet worden, um dort die Perser zu zügeln? Nehme daher an, dass Träger und Flugzeuge die Rollen getauscht haben und die Letztgenannten mit dem Stahlkoloss nach Hause gejettet sind.


16. Mai 2026

Robert Kagan, Streitross und Vordenker der Neocons(ervativen), hat sich mit einer ruppigen Kritik am Kriegsgeschehen in Nahost in No. 5/2026 von The Atlantic zu Wort gemeldet. Das ist das Sprachrohr der US-Welt- und Rüstungsherren. Kagan konstatiert eine vernichtende Niederlage der USA in Nahost mit weltpolitischer Bedeutung. Das ist Kritik aus einer Ecke, die für Trump mehr als nur unbequem ist, denn hier meldet sich der Antreiber der amerikanischen Einmaligkeit (Exzeptionalität) sowie des Schulterschlusses mit Israel und bezichtigt den eitlen US-Präsidenten der Unfähigkeit. – Das ist den amerikanischen Kriegsgewinnlern offenbar ein Schluck zuviel aus der Pulle der Kritik, denn gestern Abend gegen 22 Uhr ist der Artikel plötzlich aus dem Netz verschwunden („We’re having trouble displaying the page you’re looking for“). https://www.theatlantic.com/international/2026/05/iran-war-trump-losing/687094/.

Kagan (2): Man erinnert sich, dieser fett gewordene Mann ist seit Jahrzehnten (im Verbund mit seiner für die praktische Umsetzung zuständigen Ehefrau Victoria Nuland) der führende intellektuelle Kriegstreiber der westlichen Hemisphäre. Der heutige Ukraine-Krieg stammte in Planung und Ausführung aus dieser Ecke.

Nahostkrieg (2): Im Bundesstaat California, an der Pazifik-Küste gelegen, wurde in dieser Woche der letzte vom persischen Golf vor dem Ausbruch des Krieges (28. Februar) abgefahrene Öl-Tanker gelöscht. Diese Meldung bedeutet zweierlei: Sie zeigt, wie lange es dauert, bis das sog. Öl-Lager auf See leer läuft, und sie beleuchtet einen bislang hierzulande wenig besprochenen Umstand, nämlich den, dass der wirtschaftlich potenteste Staat der USA, der bevorzugt Öl vom Golf verwendete, jetzt ein massives Versorgungsproblem hat, das durch wokes Geschwätz, was dort daheim ist, nicht gelöst werden kann, denn es gibt keine inneramerikanischen Öl-Pipelines, die das Manko beseitigen könnten, weil der Sonnenscheinstaat es sich leisten konnte, hocherhobenen Hauptes auf derartige Reserve-Stränge, die als Umweltzerstörung gebrandmarkt wurden, zu verzichten.

Schnell noch was von vor der Hoftür: Im sächsischen Landtag bliesen die Grünen die Backen auf und verlangten von der dortigen Minderheitsregierung das Mittun an einem Sondergesetz für den Schutz kleiner Metzgereien. Schwarz-Rot lehnte ab, doch beim Auszählen stellte man überrascht fest, dass das Gesetz mit Mehrheit verabschiedet worden ist. AfD und BSW machten das möglich. Jetzt entschuldigen die Grünen öffentlich ihren Vorstoß. Merke: Bedenke, worum du bittest, …

BSW (2): Das Vorstehende wird eine der letzten Meldungen gewesen sein, die wir vom polit-praktischen Tun des BSW lesen. Nach der Demontage der schönen Frau durch die eigenen Genossen in Thüringen und Brandenburg hat die Partei den unwiderruflichen Weg in die Bedeutungslosigkeit angetreten. Ihre definitiv letzte Chance, das Steuer auf den Weg ins Nichts herumzuwerfen, hätte sie nach wie vor in Thüringen, wo sie durch gemeinsames Tun mit der AfD dank gemeinsamer parlamentarischer Mehrheit locker einen sensationellen Coup nach dem andern landen könnte, aber, aber: sie wird durch ideologische Scheuklappen an der praktischen Vernunft gehindert.

15. Mai 2026

Trump und sein Hofstaat haben China heute wieder in Richtung USA verlassen. Was genau der Sinn dieser zweitägigen Visite war, bleibt ein Geheimnis für Experten und Hof-Astrologen. Die bereits schon einmal für April terminierte Reise wurde wg. der dunklen Wolken über dem Iran abgesagt. Dass sich die Lage für den Sieger der Geschichte seitdem verbessert hätte, kann ich nicht erkennen.

China-Trip (2): Der Appell von US-Außenminister Rubio, die Chinesen möchten sich ihrer Verantwortung für den Iran besinnen, klingt in meinen Ohren ziemlich schrill. Es geht den Chinesen schlicht um die eigene weltpolitische Position und nicht um die Wirtschaft-Kalamitäten der USA.


12. Mai 2026

Die fliegenden Möbelwagen der US Air Force bevölkern den Himmel über der Pfalz. Man kann ihnen von unten aus nicht ansehen, ob sie Kampfes-Allerlei zur Judäischen Heilsfront oder zur Heilsfront von Judäa fliegen – oder Richtung Kiew.

Judäische Heilsfront (2): Die Lage spitzt sich wieder zu. Der Don hat lernen müssen, dass sein sog. Friedensvorschlag von den Persern brüsk zurückgewiesen wurde: über Uran und verwandte Probleme wird nicht gesprochen, sagen sie.

Judäische Heilsfront (3): Jetzt lässt der verärgerte Trump verbreiten, dass die Perser kurz vor dem Zusammenbruch stehen, weil ihre Öltanks überlaufen. Dass dieselben in den Vereinigten Arabischen Emiraten in einer ähnlichne Lage sind, wird sicherheitshalber nicht erwähnt. Dortzulande ist man mittlerweile so klamm, dass man in den USA um Sonderkonditionen nachgesucht hat, um Dollars heranschaffen zu können. Nun ja, das Leben im absouten Luxus ist teuer, zumal wenn es an Einnahmen fehlt.

Judäische Heilsfront (4): Hilfe naht nicht von obern, sondern angeblich aus Europa. Ein deutsches Minensuchboot, ein britischer Zerstörer und ein französischer Flugzeugträger sollen die Straße von Hormus freikämpfen (oder so ähnlich). Versucht es erst gar nicht, verlautet es aus Teheran an die Adresse von London und Paris. Falls dort ein außenpolitisches Ablenkungsmaöver wg. der desaströsen Lage im Innern auf der Agenda steht, wurde womöglich nicht berücksichtigt, dass in beiden Hauptstädten mit einem gewaltigen und gewalttätigen moslemischen Mob gerechnet werden muss.

Judäische Heilsfront (5): Lese bei Danisch einen überraschend nüchternen Text, der sich damit beschäftigt, dass der amerikanisch-israelische Angriff eher unbeabsichtigt bedeutende Sparten des Globalismus schwer beschädigt hat. Das Ergebnis mag zutreffend geschildert sein, der Zusatz „unbeabsichtigt“ wäre wohl zu debattieren, ohne den bekannten Theorien (z.B. der von der jüdischen Weltverschwörung) nachzueifern.

Ostfront: Die US-gesteuerten Medien feiern gerade den Zusammenbruch Russlands, dessen Präsidenten derzeit das Wasser bis zum Halse stehe. Ich halte das für plumpe Propaganda. Sollten deren Verbreiter selbst daran glauben, verkennen sie gründlich die russische Seele (die es angeblich nicht gibt).

Ostfront (2): Ursula von Brüssel und ihre zickige Außen-Estin haben den Putin-Vorschlag, Schröder zwischen Europa und Russland moderieren zu lassen, brüsk abgewiesen. Die Damen sind auf Krawall gebürstet und wollen Krieg. Allerdings erst 2029. Bis dahin soll es eine gewaltige und unbezwingbare Armee geben. Soso.

Ostfront (3): In den letzten Tagen haben die Polen 49 Milliarden aus Brüssel abgegriffen, um die polnische Armee zur größten Europas zu machen. Das hatten wir 1939 schon einmal. Politiker aus Estland und Lettland widersprechen vorsichtig. Man kann das mit Blick auf eben jenes Jahr 1939 ohne Mühe verstehen.


11. Mai 2026

Überraschend war vorgestern Abend Putins Vorschlag, Gerhard Schröder als Moderator für Friedensverhandlungen zu benennen. Weniger überraschend war das Katzenkonzert drittrangiger deutscher Polit-Darsteller, das gerstern darob erklang.

Ostfront (2) & der Don: Wenn es den Amerikanern ernst damit ist, den Ukraine-Krieg quitt zu kriegen, müssten sie nun etwas sagen. Vielleicht einen Co-Moderator benennen. Allerdings kann man bei deren außenpolitischem Hopserlauf nichts Verlässliches prognostizieren. Es gibt Leute, die behaupten, dass dies die Stärke von Trump sei. Vielleicht ist der jetzt auch zu sehr abgelenkt, weil er mit dem üblichen Trara die Stellungnahme Irans zur amerikanischen Unterwerfungs-Adresse als völlig inakzeptabel bezeichnen musste. Jetzt setzt er auf China und seinen Besuch dort bei Xi. Der wird ihm in Sachen Iran kaum weiterhelfen.

Ostfront (3): Die Experten für den Sieg über Russland diskutieren das Erscheinen einer neuen Wunderwaffe, einer weitreichenden Laser-Kanone, die den russsischen Drohnen den Garaus machen soll. Davon glaube ich kein Wort, denn wäre das Ding im Einsatz, hätten wir die Siegesmeldungen bereits aufgetischt bekommen.

Nachts lese ich den Roman Oben in der Villa von Somerset Maugham. Es ist eine kurze frivole Liebesgeschichte über das Personal des untergehenden Empire im Jahre 1938. Tatort ist die Toskana, ich sehe die Figuren vor mir. Was will man mehr.


10. Mai 2026

Man muss auch loben können, sonst läuft man in der Dunkelheit des Alltags im Kreise. Also dieses hier, das ich heute Nacht der Webseite von Danisch entnommen habe:

Guten Abend Herr دانيش (so auf persisch). Ich traus mich kaum zu sagen….
Englisch ist benennend. – Deutsch ist beschreibend.
Bei Sprachwissenschaftlern (besonders Dolmetschern, Übersetzern) ist das allgemeiner Konsens.
Englisch ist prägnanter. – Deutsch ist genauer.
Simultanübersetzungen entsprechend herausfordernd. Es ergibt sich daher, dass (grob) Englisch eine gälisch-keltische Mischsprache ist, die sich vom Germanischen massiv unterscheidet, Persisch hingegen dem Deutschen sehr ähnlich ist. Alle gehören zu den indo-germanischen Sprachen. Mir hat das Wissen um Benennung und Beschreibung im Umgang mit diversen Sprachen geholfen.

Lob (2): Die Carmen, so wie gestern Abend in Leipzig, habe ich so noch nie gesehen. Die Hervorhebung des Optischen ist durchaus kein Verschreiber eines Sprachamputierten. Das Bühnenbild und die ständige Bewegung des Chores waren spektakulär. Letzter auch akkustisch. Ebenso der Tenor. Er war durchaus nicht der schöne Soldat, wirklich nicht, aber die Stimme – und die in einem deutschen Opernhaus. – Lächerlich am Rande: Die Titelheldin ist eine Zigeunerin, auch als Selbstbenennung im Text. Dass das Obernhaus auf Anführungszeichen nicht verzichten konnte, zeugt von den Begrenzungen der Intendantur. Schön hätte ich es gefunden, sie hätte ich-bin-eine-sogenannte-Zigeunerin gesungen. Hat sie aber nicht.

Leipzig (3): Zwischen Gewandhaus und Opernhaus liegt macherlei Grünzeug auf dem Platz. Es soll von der Amokfaht der letzte Woche künden.Das Auto als Waffe der Verzweiflung macht Schule. Mir fällt dazu nichts ein.

Leipzig (4): Nur wenige Fotos von der Vorwoche habe ich noch nicht gelöscht.

Leipzig (5): Die niedliche Vietnamesin verwickelt mich – völlig überraschend – beim Bezahlen am Tresen in ein Gespräch. Sie weidet sich an meinem Erstaunen. Ja, Abitur in Deutschland, dann Berufsausbildung mit Abschluss. Nein, diese Art der Zuwanderung hat nicht in die Sozialsyteme stattgefunden. Insofern hat die Frau Bas recht, wiewohl der Unterschied zwischen beiden Frauen. Na ja.


9. Mai 2026

Lügen haben dicke Beine: Es gibt in D keine Einwanderung in die Sozialsysteme. Diese Sentenz verdanken wir der Bundesmitvorsitzerin der SPD.

Raubkopie eines Beitrags aus der Zellerzeitung von Bernd Zeller (Habe um Absolution ersucht und Wiedergutmachung in Bewegung gesetzt).

Lügen (2): Der sich bemerkbar machende Einbruch bei den Steuereinnahmen liegt am Iran, der bekanntlich die USA angegriffen hat. Bis gestern lag alles Ungemach an dem Putin sein Angriffskrieg.

Lügen (3): Der Wolf gehört zu Deutschland (wie der Islam).

Lügen (4): Wir können die Wehrpflichtigen nicht einberufen, weil wir keine Kasernen haben.

Leider wahr: Es gibt kaum noch Geburten von deutschen Kindern. Diese traurige Wahrheit verdanken wir der Selbstauflösung des deutschen Volkes. Auch ist das ein sich selbst verstärkender Prozess.


8. Mai 2026

Du hast angefangen – Nein du. Gestern wurden drei US-Lenkwaffen-Zerstörer, die nach amerikanischen Angaben die Straße von Hormus durchfahren wollten, von persischen Drohen und Raketen angegriffen, die von der Navy – gottlob – abgewehrt werden konnten. Doch was wollten die Seehelden dort? Das Völkerrecht durchsetzen, das ist klar, doch in Wirklichkeit? Die amerikanischen Medien schwanken beim Feinschliff etwas. Die einen schreiben: sie wollten einen leeren persischen Dampfer am Weiterfahren hindern, die anderen meinen, sie wollten von See her die persischen Küstenabschussrampen für Drohnen und Raketen zerstören. Schwer zu entscheiden.

Du hast angefangen – Nein, du (2): Vielleicht hilft ja dieses hier bei der Wahrheitsfindung: Vorgestern beschoss ein US-Kampfflugzeug vom Typ Hornet einen iranischen Tanker und beschädigte dessen Ruderanlage, was ihn an der Weiterfahrt hinderte. Das – wie wir aus unseren Medien ganz sicher wissen – verbrecherische Mullah-Regime kündigte daraufhin an, man werde gegen die blockierenden US-Kriegsschiffe vorgehen.

Du hast angefangen – Nein du (3): Gehen wir noch einen Schritt zurück. Gegen die von Persien seit Kriegsbeginn verhängte – selbstredend völkerrechtswidrige – Sperrung der Straße von Hormus hat die US-Regierung die Seeblockade Persiens verhängt, die derzeit von drei Flugzeigträgergruppen und knapp 20 für den Kaperkrieg geeignete Schiffen exekutiert wird. Dies soll zum wirtschaftlichen Zusammenbruch Persiens führen, dem dann der politische folgen müsse, so dass die Straße von Hormus wieder passierbar sei, woraufhin die US-Verbündeten in der Golfregion wieder ihr Öl in alle Welt exportieren können. Sonst droht denen der wirtschaftliche Zusammenbruch, was für die US-Finanzmärkte unplanbare Auswirkungen haben könne. Also: alles ganz einfach.

Du hast angefangen – Nein, du (4): Der Krieg begann am 28. Februar 2026 mit einem massiven Luftangriff, der von israelischen und US-amerikanischen Streitkräften koordiniert ausgeführt wurde. Nach gemeinsamen Angaben der Angreifer war dies ein Präventiv-Schlag im Rahmen des Völkerrechts. Doch im Detail gehen die Angaben auseinander. Die Israelis fühlten sich zum Angriff berechtigt, da die Perser dicht vor der Vollendung ihrer Atombombe standen, die sie gegen Israel einsetzen würden. Das US-Außemninisterium schrieb auf seiner Webseite: Man habe angreifen müssen, weil man wusste, dass Israel angreifen werde und als sicher annahm, dass die zu erwartende unfreundliche Antwort des Iran auch die US-Stationierung-Streitkräfte in Nahost treffen werde. Jaja, ganz richtig gelesen.

Du hast angefangen – Nein du (5): Aus der New York Times wissen wir, dass der Kriegsplan ganz andere Entscheidungs-Elemente enthielt. Einer Sitzung im Situation Room im Weißen Haus, an der auch Netanyahu teilnahm, sei der Chef des israelischen Dienstes Mossad zugeschaltet worden, der den Versammelten erklärte, dass sich am 28. Februar 2026 in der Residenz des persischen Führers alles versammeln würde, was im Lande geistlich und weltlich Rang und Namen habe, so dass sich die seltene Gelegenheit eines Enthauptungs-Schlages ergebe. Dieser werde jegliche Abwehrkräfte lähmen und überdies einen Volksaufstand auslösen, so dass der Krieg praktisch am ersten Tag gewonnen sei. – Nehmen wir mal für einen Moment an, dass es sich so zugetragen hat, dann ahnen wir, wer angefangen hat.


7. Mai 2026

Die Sicht des Fußgängers: Eine gefährliche Macke in der Frontscheibe (nach Parken vor einem Frankfurter Hotel) zwingt mich zu einem Werkstattbesuch, dieser wiederum zu 2 Fußmärschen à 40 Minuten. Sehe Dinge, die mir sonst nicht aufgefallen wären: a) Eine gut erhaltene Ausgabe des Romans Der Fall Mauritius von Jacob Wassenmann, die ich mitnehme. b) Den Weimarhallen-Park, dessen Existenz man nicht erahnt, weil er von einer hohen Mauer umgeben ist. c) Eine mitteljunge Frau, die mir auf dem sonst menschenleeren Weg entgegenkommt und dabei ihre Brüste im Schritttempo geradezu gefährlich auf und ab wogen lässt, so dass ich unwillkürlich dem Schauspiel zusehe. Mich straft ein vernichtender Blick.


6. Mai 2026

Ja, was denn nun? Mute mir gestern Abend eine direkt aus DC übertragene Pressekonferenz der Sieger von Hormus zu (der Kriegsminister und sein oberster General, beide sichtlich ergraut). Jeder zweite Satz mit „the President and I“. Aber was ist der Inhalt von wir-setzen-durch/wir-führen-keinen-Krieg dort? Und dann heute Nacht, Trump stoppt the-magic-liberation der im Golf festliegenden Schiffe. Man verhandele schließlich. Sagt er.

Hormus (2): Lese mehrere ernüchternde Analysen von Ex-Profis aus dem US-Nachrichtenapparat. Die Blockade der Blockade, sagen sie übereinstimmend, sei ein Flop. Bislang 9 iranische Schiffe gekapet, Hunderte seien durchgekommen. Man besitze lediglich 17 geeignete Kaperschiffe vor Ort, und das Meer ist groß.

In Eriwan (Jerewan) treffen sich die Häupter der europäischen Staaten einer nicht genau definierten Staatengemeinschaft (ohne Russland und Weißrussland) und besprechen angeblich den Beitritt von Canada zur EU. Kurioser geht es kaum.

EU (2): In Rumänien wird gestern die EU-freundliche Regierung mit großer Mehrheit des Parlaments gestürzt. Sieht so aus, als würden dort nationale Interessen, die vor allem auf der Feindschaft zur Ukraine fußen, mit den Plänen von Brüssel nicht übereinstimmen.


5. Mai 2026

Die Waffenruhe im Persischen Golf ist passé. Unklar ist lediglich, was genau gestern im Laufe des Tages und heute Nacht passiert ist. Glaubt man den US-gesteuerten Medien hat eine (1 !) persische Drohne die Öl-Fördereinrichtungen der Vereinten Emirate getroffen und 2 US-Zerstörer haben mit 2 US-geflaggten Handelsschiffen die Sperren in der Straße von Hormus durchbrochen.

Waffenruhe (2): Jetzt warten wir auf den israelisch-amerikanischen Gegenschlag wg. der persischen Drohne. Bemerkenswert genug: Die persische Seite schweigt.

Waffenruhe (3): Gilt nicht für Israel und die umliegenden Kriegsgebiete, die heute Nacht um das Grenzgebiet von Jordanien zu Syrien erweitert wurden. Konfuse Meldungen über das Eingreifen der jordanischen Luftwaffe nach Süd-Syrien hinüber.

Waffenruhe (4) hat der Kreml für den 8. und 9. Mai ausgerufen, denn da muss der 45er Sieg auf den Roten Platz gefeiert werden. Der kleine Mann aus Kiew hat sich dem Ruheversprechen heute Nacht angeschlossen. Interessant wird sein, wer sich am Samstag in Moskau sehen lässt (und wer nicht). Vergleiche zum Vorjahr werden Schlüsse über die Verschiebungen der Weltmacht-Verhältnisse im Angesicht des Golf-Kriegs zulassen.

90 Tage Nahost-Krieg im Spiegel des Sudel-Buchs

Am 28. Februar 2026 begann der von der US-israelischen Allianz losgetretene Dritte Golfkrieg. Er dauert jetzt seit 90 Tagen an, und wir haben uns, so scheint’s, daran gewöhnt. Die Aussichten auf einen Frieden, der diesen Namen verdient, sind erbärmlich, denn die Gründe für die Fortsetzung überwiegen, weil die Beteiligten…

… keinen Frieden wollen (Israel),

… keinen Ausweg wissen (USA),

… sich rächen wollen (Persien),

… keinen entscheidenden Einfluss haben (Golfstaaten einschließlich Saudi Arabien),

… ein Ablenkungsmanöver für die eigene Misere benötigen (D, F, GB),

… ihr eigenes Machtspiel spielen (China, Pakistan).

So  jedenfalls sieht meine Beurteilung am 90. Tag des Krieges aus. Wie ich hierzu komme und wie oft ich mich in den letzten Wochen geirrt habe, kann der Leser, wenn er Lust und Zeit hat, meinen unveränderten Tag-für-Tag Sudelbuch-Aufzeichnungen entnehmen.

Teil 1 – 28. Februar bis 31. März 2028:

Teil 2 – 1. bis 30. April 2028

Teil 3 – 1. bis 29. Mai 2026

Fremde Federn zu den derzeitigen Kriegen

Im Folgenden werde ich drei Aufsätze zur Diskussion stellen, die ich den letzten Tagen erhalten habe. Hierbei handelt es sich um Beiträge der Autoren Walter Post, Egon W. Kreuter und Michael Wolski.

Der Beitrag des Hambuger Historikers Dr. Walter Post betrifft das Stadium des potentiellen Atomwaffen-Staates Iran. Dieses Thema ist einer der Hauptstreitpunkte, die zum US-irraelischen Angriff auf den Iran am 28. Februar 2026 geführt haben. Es war sogar der offiziell bekanntgegebene Kriegsgrund.

Der Aufsatz von Egon W. Kreutzer ist eine Momentaufnahme der Ostfront nach den ukrainischen Drohnenangriffen auf das Innere Russlands vom Wochenende des 15.-17. Mai 2026 und die nun zuvermutende russische Reaktion. Dieser Aufsatz sei allen Kriegsbegeisterten anempfohlen.

Der Aufsatz von Michael Wolski weicht von den üblichen Interprätationen der heutigen Kriegslage um Meilen ab, indem er Anleihen bei einer Publukation vom seinerzeit sehr bekannten Soziologen Helmut Schelsky macht, die er mit Aussagen des Ex-BfV-Chefs Hans-Georg Maaßen kombiniert, wonach das jetzige Geschehen in den 1980er Plänen des KGB seinen Ursprung hat. Ich sage deutlich, dass ich skeptisch bin, ob das eins zu eins für bare Münze zu nehmen ist, finde den Ansatz aber originell und diskussionswürdig.

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