Sie ist die Frau von… oder die Tochter von… Für die so Bezeichnete oft kein Zuckerschlecken, zumal wenn sie selbst etwas darstellt. Ein solcher Fall, so dachte ich, lag womöglich vor, als ich Karten für einen Auftritt der amerikanischen Sängerin Sophie Auster geschenkt bekam, von der mir sogleich versichert wurde, sie sei die Tochter des bekannten Autors Paul Auster. Von dem kannte ich den Namen, sonst nichts. – Das Konzert fand ich schrecklich, meine Begleiterinnen waren empört – über mein Banausentum.
Auster (2): Die Sängerin, so wurde ich belehrt, hätte nicht nur einen berühmten Vater (Paul, ich sagte es bereits), sondern auch eine sensationelle Mutter, die skandinavisch-stämmige Siri Hustvedt, eine blonde Riesin aus Minnesota, die ebenfalls berühmte Werke verfasst habe. Eines davon las ich gestern („Die zitternde Frau“), eine tiefschürfende Krankengeschichte ihrer selbst über Migräne, Hysterie, Epilepsie und verwandte Themen. Ich war und bin beeindruckt. Im Netz der Erkenntnis bleibt ein merkwürdiger Umweg, um auf eine bemerkenswerte Lektüre zu stoßen. Immerhin.
20. Juli 2026
Fritz schmollt. Beschimpft angeblich eine ZDF’lerin wg. unbotmäßger Behandlung. Wie hätte er’s denn gern. Jetzt will er schon wieder aufbrechen. Fritz, wohin denn? Nach Russland? Sofort Abtreten wäre die bessere Lösung – jedenfalls für Deutschland.
Aufbruch (2): Heute will GB seinen Prime Minister wechseln (den Namen des Neuen werde ich mir nicht merken). Der wird bekanntlich nicht gewählt, sondern vom König ernannt. Warum? Ist halt so. Seit Jahr und Tag habe ich die Inseln gemieden, die für mich einmal ein tolles Reiseziel waren mit ihren spleenigen Leuten. Nur London habe ich umgangen.
Aufbruch (3): Seit Amelia kommt wieder eine zarte Hoffnung auf. Man erinnere sich an dieses völlig nach hinten losgegangene Belehrungsfilmchen der woken Regierung, die das Volk der Engländer mit der bösen lilahaarigen Rassistin abschrecken wollte. Doch die junge KI-Dame wurde zum heißgeliebten Schlager. Merke: Gut gemeint war in diesem Fall gut gemacht, aber anders als gedacht. Jetzt ist sie wieder da (I’m English). Na bitte:
Amerika im Krieg: Es läuft nicht so toll, deswegen wird die Siegespropaganda, in der laufend Explosionen gezeigt werden, neuerdings von Wir-haben-auch-Verluste flankiert, die zur Begründung von neuerlichen Rache-Angriffen herhalten müssen: Heute Nacht starb wieder ein US-Soldat, die Nacht davor zwei, und das in Jordanien, damit seit Kriegsgbeginn im Februar 17 Mann. Die Zahlen nehmen wir zum Nennwert und ergänzen: mindestens 17, vermutlich aber ein Mehrfaches im zweistelligen Bereich.
19. Juli 2026
Sonntagsfrage: Warum ist heute früh am Morgen gar nicht Klima, sondern ziemlich kühl, obwohl die Menschen draußen im Lande glauben, dass die Wärme der letzten Tage am Klima liege.
Über Nacht (2): Der Widerstand gegen das Selbstverständlche hat genau einen Tag gedauert, dann hat Jens im Mutterglück das Handtuch geworfen. Jetzt haben die Polit-Experten die nächsten Wochen Zeit und Thema, sich mit dem Warum und dem Wohin zu befassen, und der Betroffene, seine Schwangeschaftsstreifen (gegen Zuzahlung) behandeln zu lassen.
Spahn (2): Noch mal in Ruhe und ohne den naheliegenden Spott über die Causa nachdenkend: Ist doch erstaunlich, wie weit es die eher schlichten Mitglieder der Junge-Führer-Clique des Klaus Schwab gebracht haben. – Apropos: Wo ist eigentlich die Annalena Bb. geblieben?
Die Auguren murmeln hinter vorgehaltener Patschhand, dass Jens im Mutterglück weg müsse. Er sieht das natürlich anders und teilt deswegen mit, er könne über den wie auch immer geforderten Rücktritt gar nicht alleine entscheiden. Dies sei schließlich Sache der CDU-Fraktion, und die komme erst im September wieder zusammen. Nörgler werden jetzt vermutlich einwenden, das sei blühender Unsinn, doch ich gebe zu bedenken, Jensens Worte nicht auf die Goldwaage zu legen, denn, wie wir alle wissen, befinden sich junge Mütter nur allzu oft im hormonellen Ausnahmezustand.
Jens (2): Stattdessen sollten sich die Menschen draußen im Lande auf das Wesentliche konzentrieren. Mir zum Beispiel gefällt der Jens sehr gut mit der gestern zur Schau gestellten Frisur, die man früher einen Popo- oder schlicher: Po-Scheitel genannt hätte.
Das US-CentCom in Stuttgart meldet sich aus dem Golf-Krieg zu Wort. Man habe in den letzten Tagen 6.500 militärisch wichtige Ziele getroffen, gestern erst einen Leuchtturm in der Straße von Hormus, und der Don teilt mit, nächste Woche werde es dann richtig losgehen mit ziviler Infrastruktur wie Brücken und Kraftwerken und zwar so lange, bis die persischen Untermenschen wieder am Verhandlungstisch erscheinen. Wir lassen mal beiseite, dass das bereits seit Monaten vernichtete iranische Raketenpotenzial erneut Ziele im Inselstaat Bahrain, der den US-Boys nach wie vor als Flugzeugträger dient, und erstmals einen US-Stützpunkt in Syrien angegriffen hat.
Der Don (2) hat ein neues Fass aufgemacht und präsentiert der amerikansichen Öffentlichkeit FBI-Akten (weitgehend geschwärzt) über Chinas Einflussnahme auf US-Wahlen spätestens seit 2020. Die Dems sind empört, denn es geht hierbei ausschließlich um sie und ihre Wahlerfolge. Was wird bei dem Getöse herauskommen? Nichts.
Der Don (3): hat den White House-Mitarbeiter entlassen, der für die Installation des Telepropters bei seinen Reden verantwortlich war. Der Mann hatte einen einträglichen Zweitjob: Wohl wissend, wie die präsidentiellen Worte wirken, nutzte er seine Erkenntnisse für den Insider-Handel mit Aktien und Wertpapieren. Man sieht also: Es gibt in der US-Admnistration durchaus helle Köpfe.
17. Juli 2026
Eine zugegeben etwas veraltete Form für Schwanger-sein ist ein-Kind-austragen. Das wird wieder aktuell, wenn man es auf die Post, Amazon oder einen anderen der Bestell- und Liefer-Dienste anwendet. In Deutschland illegal, deswegen offenbar von unsern Polit-Heroen, die von der Biologie vom Mutterglück ausgeschlossen werden, bevorzugt.
Mutterglück (2): Neue Sitten bringen neue Rechtsprobleme. Früher waren Juristen oft genug zur Antwort auf die Frage genötigt: Wer ist der Vater? Heute hingegen werden sich Rechtsfinder mit dem Problem beschäftigen müssen, wer denn die Mutter ist. Ich halte zivilrechtliche Abreden, die dem Kind die Möglichkeit abschneiden, nach der Mutter zu fragen, als Verträge zu Lasten Dritter für grob rechtswidrig und nichtig. Früher hätte ich gesagt: Sie sind erkennbar sittenwidrig, doch über diese juristische Eselsbrücke gehe ich lieber nicht mehr.
Mutterglück (3): Wenn jetzt also wie „im Hause Spahn“ das Mutterglück eingezogen ist, fragt es sich, ob wir hier einem sich anbahnenden Trend in der polit-professionellen Schwulenwelt begegnen, und, falls das so ist, warum. Es ist Selbstschutz, denn die einschlägig Betroffenen wollen sich nicht mehr dem zu recht erhobenen Vorwurf ausgesetzt sehen, auf dem Gebiet der Familie aus naheliegenden Gründen nicht mitreden und folglich auch nicht bestimmen zu können. Mag sein, dass das Kinderbestell-System hilft, doch an dem barbarischen Akt, dem hilflosen Kind die Mutter zu entziehen, ändert dies nichts.
Mutterglück (4): Für unsere Gesellschaft bleiben zwei Unbekannte im Raum: Frauen, für die das Kinderkriegen – obwohl möglich – aus allerlei leicht nachzuvollziehenden Gründen nicht in Frage kommt, und entwurzelte Kinder. Letztere als Ergebnis eines brutalen Eingriffs in die Natur des Säugetiers. Kein Mensch weiß, wie das ausgehen wird.
Es erinnert an den alten Sozialisten-Witz von der Sahara und dem knapp werdenden Sand, wenn dieselben dort an die Macht kommen: Kaum sind in München die Grünen am Ruder, da wird das Wasser knapp.
16. Juli 2026
Nun ist es nicht so, dass der Staatskonzern VW keine Eigentümer hätte. Einer von denen hat sich jetzt unmissverständlich zu Wort gemeldet, das Scheichtum Katar. Es hat die Veto-Notbremse gezogen, um die Absicht des Vorstandes zu vereiteln, das VW-Werk Osnabrück von Autos auf israelische Raketen des dortigen Staatskonzerns Rafael umzumodeln. Ein klarer Fall von Antisemitismus, meint die einschlägig bekannte Presse, wenn sie die Sache denn überhaupt erwähnt. – Nur nebenbei: Wo haben die Israeli eigentlich das ganze Geld her, um VW derartige Angebote zu machen? Nun, aus der amerikanischen Staatskasse. Der US-Kongresse hat heute Nacht abgelehnt, die Dollar-Milliarden für die Verteidigung des Existenzrechts Israels zu reduzieren.
Katar (2): Man kann bestenfalls spekulieren, ob das Nein der Wüstensöhne mit dem derzeitigen Besuch des persischen Außeministers daselbst zusammenhängt. Auf jeden Fall wird er die Bedingungen genannt haben, unter denen die Katari Drohnen und Raketen aus Persien vermeiden können, denn die müssen sie als Retourkutsche fürchten, weil die US-Boys munter weiterbomben. So heute am frühe Morgen (MEZ) wieder in zwei Wellen, die sich gegen persische Militäranlagen gerichtet haben sollen.
Wenn man sonst nichts zu tun hat, eröffnet man in Sachsen-Anhalt strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen die AfD und deren Sympathisanten. Das kennen wir schon als gute Gepflogenheit. Jetzt hat es den Kabarettisten Uwe Steimle getroffen, der auf einer Veranstaltung der Blauen die Frage stellte: Wo bleibt denn eigentlich der Stauffenberg? Das ist natürlich strafbar. Man erinnert sich: Stauffenberg = Hitler-Attentat. War strafbar. Bleibt strafbar. Einst Hochverrat, jetzt Ankündigen von Straftaten. Ja, da staunt der Antifaschist.
15. Juli 2026
Nun ist es also amtlich: Der Don hat dem Kongress mitgeteilt, das sich die USA wieder im Krieg befinden, womit er die seit Tagen stattfindende Bombardierung Persiens zu rechtferigen sucht. Zugleich ruft er die erneute Seeblockade Persiens aus. Von beiden Maßnahmen ist bekannt, dass sie in diesem Jahr nicht zum Ziel geführt haben, diesen Krieg zu gewinnen. Nunmehr läuft erneut die Uhr, wie lange die US-Wirtschaft die Abschottung vom Golf-Öl verträgt, ohne ernsthaften Schaden zu nehmen. Anders als Mainstream berichtet, geht es nicht nur darum, wie lange die Inanspruchnahme der strategischen Reserve der USA realistisch ist, sondern der eigentliche Knackpunkt sind Diesel und Flugbenzin, die nach wie vor bevorzugt aus dem Golf-Öl destiliert werden.
Nahost (2): Die Gegenseite gibt sich sicher, dem US-Angriff erfolgreich trotzen zu können. Die persischen Luftschläge auf die US-Basen am Golf und in Jordanien dauern an. Deren Zerstörung beeinträchtigt die Angriffsfähigkeit der USA ganz offensichtlich. Die Frage ist, wie stark.
Nahost (3): Das Betrachten der millionenfachen Mobilisierung der persischen Bevölkerung gibt mir erneut zu denken. Nicht nur, dass hier ein für die USA & Co riskanter Massenwahn ausgelöst wurde (Tötet Trunmp!), vielmehr ist es für die persische Führung riskant, wenn sie diesem Rachebedürfnis nicht sichtbar Futter gibt. Eine friedliche Lösung rückt damit in unerreichbare Ferne.
Nahost (4): Israel versucht Öl in dieses Feuer zu gießen, indem es seine Presse behaupten lässt, der Mossad habe den vormaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad als Gegenkandidaten zur jetzigen Führung aufbauen wollen. Wer, außer der Westpresse, soll das glauben?
Nahost (5): Durch all dieses Wischiwaschi wird der eigentlich Grund für das Scheitern der US-iranischen Verständigung verschleiert. Punkt 1 war der Abzug Israels aus dem Libanon und zwar per sofort. Mit der Nichterfüllung wurde auch der Rest Makulatur. Die US-Boys setzten noch eins drauf, indem sie versuchten, eine von Persien nicht genehmigte Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erzwingen. Das ging schief.
Nahost (6): Israels Kriegshelden befinden sich zumindest propagandistisch auf der Siegerseite. Deren Kriegsminister Israel Katz erklärte, man werde jetzt selbstverständlich wie im Gaza-Streifen mit der vollständigen Zerstörung der Südlibanons fortfahren.
Ostfront: Mitten in der ukrainischen Drohnenoffensive gegen Russland gegen ferne und nahe Ziele rücken die Russen im Donbass Richtung Westen weiter vor.
Ostfront (2): Im Frontgeschehen müssen sich die aus Deutschland angelieferten Helsing-Drohnen als Flop erwiesen haben, denn jeder Fehlstart einer deutschen Wunderwaffe ruft eine prompte russische Antwort hervor, welche die mit der Drohnenhandhabung befasste Mannschaft ihrerseits dem Conter-Drohnentod preisgibt. Über die einschlägigen Zahlen wird man streiten können, doch der Umstand als solcher ist nicht wegzudiskutieren. Er führt automatisch zur Demoralisierung der vor kurzem noch hochgelobten ukrainischen Drohnen-Spezialisten.
14. Juli 2026
Heute die dritte Bombennacht im Iran und Gegensalven in Richtung der Golfanrainer und Jordanien. Neu hingegen: ein Raketenangriff aus dem Jemen in Richtung Saudi Arabien, das in letzter Zeit kein Ziel persischer Raketen und Drohnen gewesen ist. Schwer zu glauben, dass die Jemeniten ohne grünes Licht aus Teheran angegriffen haben.
Die Mutmaßungen über den Tod von war monger (Kriegstreiber) Lindsey Graham schießen weiter ins Kraut. Originell finde ich die Entscheidung des Gouverneurs von South Carolina, dem Entsendestaat von Graham, dessen jüngere Schwester als Ersatz für den Rest der Wahlperiode nach DC zu entsenden. Begründung: Lindsey habe sich seinerzeit rührend um das kleine Mädchen gekümmert.
Kriegstreiber (2): In Paris treffen sich die Aufrechten, um gemeinsam mit dem kleinen Mann aus Kiew einen Schutzschild für die Luftabwehr zu bereden. Wie üblich ragt Fritz der Kanzler, schon wegen seiner Länge, heraus. Nebenbei bemerkt: durch diese Raketentourimus wird nicht eine einzige russische Drohne vom Himmel geholt werden.
Kriegstreiber (3): In den US-Medien wird in herabwürdigendem Ton hervorgehoben, dass der persische Außenminister Arachtschi bloß der Sohn eines Teppichhändlers sei. Den amerikanischen Besserwissern und ihren deutschen Speichelleckern scheint nicht ganz klar zu sein, dass es in Persien durchaus kein Manko ist, mit Teppichen gehandelt zu haben. – Nur mal so: Wir hatten einen Außenminister, der war der Sohn eines Metzgers. Außenminister wurde der allerdings erst, nachdem er seine Karriere als Straßenschläger aufgegeben hatte.
13. Juli 2026
Es war nicht schwierig, gestern voherzusagen, dass der Tod des US-Senators Lindsey Graham die Schleusen der schrägen Mutmaßungen öffenen würde, obgleich ich, als ich gestern Vormitttag um 10 die einschlägige Notiz formulierte, keine Ahnung davon hatte, dass der nun Tote Stunden zuvor von einer Sponsoring-Visite aus der Ukraine zurückgekehrt war, wo er sich mit dem kleinen Mann aus Kiew traf und eine internationale Drohnenproduktionsstätte mit Händen in der Tasche besuchte. Daselbst ließ er sich stolz fotografieren.
Lindsey (2): Bleibt nachzutragen, dass das Drohnenwerk Stunden nach seinem Besuch durch einen russischen Luftschlag schwer beschädigt wurde. Über den Zusammenhang nachzugrübeln, halte ich nicht für abweig – jedenfalls was den Luftschlag anbelangt, mit den Handy-Signalen als möglichem Ziel-Scout. Das jedenfalls würde Grahams segensreichem Wirken eine ironische Fußnote beisteuern. – Wie üblich haben die einschlägig bekannten Russen das auch so gesehen:
Lindsey (3): Das große und gute Amerika feierte den Toten über Nacht und vergaß auch nicht, mit der Meldung aufzuwarten, dass sein Tod durch einen Aorta-Abriss verursacht wurde.
Es läuft nicht nach Plan im Nahen Osten: Die Eskalation zwischen Israel und der Türkei ist wohl das Verrückteste, was die Kinder Gottes in den letzten Monaten veranstaltet haben. Auf das Pochen, man sei schließlich Atommacht, haben die Pakistaner sich mit dem schwer misszuverstehenden Einwurf eingemischt: Wir auch.
Naher Osten (2): Aus der Zahl der ursprünglichen Mitspieler des Iran-Krieges (drei) ist im Verlaufe des Konflikts – ganz sicher von der Angreifer-Allianz so nicht geplant – eine Vielzahl geworden. Neben zahlreichen Randfiguren schälen sich drei weitere Hauptbteiligte aus dem Wüsten-Sand: Pakistan, Türkei und Saudi Arabien. Alle drei haben Vormachtinteressen. Wenn es denen im Verbund mit Persien gelingt, ihre offensichtlichen Gegensätze zu unterdrücken, haben sowohl die Amerikaner als auch erst recht die Kinder Gottes schlechte Karten.
Naher Osten (3): Der Don und seine pensionierte Generalität machen sich öffentlich Gedanken darüber, eine der Inseln im Persischen Golf amphibisch anzugreifen, um sie zu besetzen. Im Netz finde ich Erörterungen von Militär-Kommentatoren (in diesem Fall Daniel Davis), die Vergleiche zu den einschlägigen US-Militäroperationen aus dem Krieg gegen Japan (1941-45) anstellen. Man achte auf die Zahl der Verwundeten und Gefallenen, die das damalige Tun gekostet hat. – Ich halte den Don für verrückt genug, dass er sowas befiehlt und sei es, nur damit irgend etwas die Meldungen in seinem Sinne dominiert.
Naher Osten (4): Ich betrachte ohne Freude die Bilder aus Persien und dem Irak (!) über die Totenfeiern für den am 28. Februar 2026 von den US-israelischen Angreifern ermordeten Ajatolla Kamenei. Unübersehbare Menschenmassen wälzen sich durch die Straßen und rufen nach Gerechtigkeit (gelbe Fahnen) und Rache (rote Fahnen), jeweils mit Aufschriften, die ich nicht lesen kann. Es sieht nicht so aus, als seien hier Millionen von Menschen von irgend einem totalitären Regime auf die Straßen gezwungen worden. Nebenbei: Ich registriere aufmerksam, dass Saudi Arabien mit einer offiziellen Delegation in Teheran vertreten ist, obwohl die US Boys ihrem Noch-Verbündeten öffentlich dringend davon abgeraten hatten.
12. Juli 2026
Die Sonntagsfrage: Vertragen sich Dummheit und Tragik? – Wenn ein Dummer versucht, einen auf Tragisch zu machen, dürfen wir sicher sein, dass vor uns eine lächerliche Figur steht. Doch lösen wir uns mal von der Zielperson und betrachten, was ein Dummer alles anrichten kann, so neigen wir dazu, die Opfer tragisch zu finden, nicht beachtend, dass es das Nichtstun der späteren Opfer ist, was dem Dummen die Chancen für sein Tun oder Lassen erst eröffnet hat. Wenn das notwendiger Weise so ist, gewinnt der Zusammenhang zwischen Dummheit und Tragik ganz andere Farben.
Dummheit (2) ist der Mangel an Einsichtsvermögen. Dieses zu definieren sollte man den Dummen keinesfalls überlassen, denn wer nichts weiß, sieht auch nichts, jedenfalls das nicht, was er sollte.
Nachtrag gegen 10 Uhr morgens: Gerade wird gemeldet, dass gestern Senator Lindsey Graham im Alter von 71 Jahren plötzlich und unerwartet von uns gegangen ist. Damit verliert die Welt einen der zuverlässigsten und einflussreichsten Kriegshetzer der USA. Jetzt warten wir nur noch auf die Hinweise aus eingeweihten Sicherheits-Kreisen, dass der böse Putin und – schlimmer noch – die grausamen Ajatollahs dahinter stecken. Nehme noch Wetten entgegen.
10. Juli 2026
Gestern war Tag 2 der Wiederaufnahme des Iran-Krieges. Die US-Boy bombten persisische Einrichtungen im unbekannten Ausmaß und mit ebenso unbekanntem Effekt. Die Perser nahmen im Gegenzug den Beschuss der amerikanischen Satrapen am Golf und in Jordanien wieder auf. Hierbei ging es angeblich nur um die dortigen US-Stützpunkte. Mehr lässt sich derzeit dazu nicht sagen, auch wenn die Experten die Welt mit ihren angeblichen Erkenntnissen vollschreien. Die Frage ist, wer hält das länger aus. Es geht um Bomben vs. Sperrung der Straße von Hormus mit den einschlägigen Folgen für die Weltwirtschaft. Die Frage ist zudem, wem geht eher die Munition aus.
Deutschland hat ein Problem. Es hat drei Buchstaben: CDU. Man kann seit Jahrzehnten jedes beliebiges Thema anfassen. Auslöser, wenigstens Mitauslöser ist die CDU. Die Beschwichtiger des sog. konservativen Lagers haben dafür gesorgt, dass sich hieran nichts ändert. Sie reden nur, ohne einen müden Gedanken darauf zu verschwenden, dass sie ein wesentlicher Teil des Problems sind. Man nenne mit irgendeinen Namen, und ich werde sagen: Ja, genau.
9. Juli 2026
Er war eine Kombination von Maul voll und Hose voll, der Nato-Gipfel in Ankara. Der Don droht allen und nimmt den Krieg gegen den Iran wieder auf (die Dieselkunden in den Staaten werden’s ihm danken), beschimpft die Verbündeten, die betreten ihre Fingernägel betrachten, als Memmen, erklärt Spanien, das expressis verbis nicht mittut, zum Feind in einem neuen Wirtschaftskrieg und vergibt eine Lizenz zur Produktion von Patriot-Flugabwehrraketen in die Ukraine. Recht so, denn das ist eine erprobte Waffe, im wahrsten Sinne des Wortes: Im Dauereinsatz gegen aus Russland und dem Iran anfliegende Marschflugkörper und ballistische Raketen (die neuerdings andauernd autonom ihre Richtung verändern) liegt die Tefferwahrscheinlichkeit unter 20 Prozent, bei Hyperschallwaffen unter Null, falls das möglich wäre.
Ankara (2): Was tun die anderen Türkeiurlauber? Sie singen den Song des Artikels 5, wohl wissend, dass der den Beistand nicht automatisch auslöst. Und die verkniffen wirkende Mette aus DK nörgelt dazwischen, dass man Grönland militärisch verteidigen werde. Gegen wen auch immer.
Ankara (3): Auch lustig, der beigeladene Mann aus Kiew erhält per sofort weitere Milliarden (Geld spielt keine Rolle) zugesprochen, und der herangewunkene Führer aus dem nahen Damaskus soll erklären, dass er fürderhin die Bekämpfung der Hisbolla übernehme. Mit Blick auf den Emir von Ankara, dem er seine Macht verdankt, sagt er klugerweise, er dächte überhaupt nicht daran.
Ankara (4): Bleibt nur noch Fritz der Kanzler, dem zu sagen oblag, es sei mehr erreicht worden, als er erwartet habe. Nein, wir fragen nicht danach, was das wohl wäre. Wozu auch?
8. Juli 2026
Von wegen Sommerloch: Der Iran-Konflikt hat wieder Fahrt aufgenommen. Nachdem die Kapitäne von drei Frachtern die persischen Hinweise zur Nichtfreigabe für die Durchfahrt der Straße von Hormus nicht beachteten, wurden sie durch Beschuss belehrt. Eines der Schiffe brennt sichtbar. Selbstredend nahm das US Centcom die Bombardierung wg. dieser inflaganten und nicht-provozierten Verletzung der Waffenruhe wieder auf. Für das „nicht-provoziert“ lege ich die Hand nicht ins Feuer.
Sommerloch (2): In Ankara tagen die Nato-Häupter. Der dortige Emir wirkt seltsam klapprig auf den in die Welt entsandten Fotos. Auch der Don hat Mühe, die Treppe aus dem Flieger (ein brandneues Geschenk aus Katar) runterzusteigen. Er sagt, er sei nur wg. der Türkei hier. Das kann man gut nachvollziehen, denn sein Mündel in Tel Aviv liegt mit den Türken mehr als nur überkreuz, weil es um die prestige-trächtige Frage geht, wer da im Nahen Osten eigentlich das letzte Wort hat, wenn es um so Kleinigkeiten wie Syrien geht. Vor diesem Hintergrund wirkt es wie ein großer Spaß, dass der kleine Mann aus Frankreich gestern nach Damaskus reiste, um dem dortigen Ex-Top-Terroristen die Hand zu drücken. Frankreich als dritter Spieler in seiner Ex-Kolonie? Vergiss es.
Sommerloch (3): Robert der Denker hat eine Anschlussverwendung in der deutsch-dänischen Geld- und Bauwirtschaft gefunden und zwar bei Leuten, denen man nachsagt, sie hätten von seinem Heizungsgesetz massiv profittiert. Der Vorgang zeigt eindrucksvoll, dass er vor Jahr und Tag von uneinsichtigen Zeitgenossen völlig zu Unrecht als Schwachkopf persifliert wurde, die deswegen die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren bekamen.
Sommerloch (4): Der weibliche ukrainische Flüchtling (Anastasja Beresowskaja [Anastasia Berezovskaya]), die (grammatisch richtig wäre: der) die letzen Monate des Lebens in Deutschland das Bürgergeld abgriff und genügend Freizeit hatte, um einen reichen Exil-Ukrainer (Wadim Jermolajew) und seine Familie in Monaco mit einer Nagelbombe ins Jenseits zu befördern, tauchte gestern in Kiew wieder auf. Im Gegensatz zu ihren schwerverletzten Opfern war die Attentäterin tot. Das hat für die Auftraggeber des Mordgeschehens den unbestreitbaren Vorteil, dass niemand mehr aus erster Hand hierüber etwas sagen kann. Im Präsidentenpalast wird man durchatmen. Und bitte nicht vergessen: Wir verteidigen die Demokratie am Dnjepr.
Zum Bild fällt mir nur ein: Sto Gram (100 Gramm).
7. Juli 2026
Ob ich nicht gemerkt hätte, was sich am Wochende im nahen Erfurt abgespielt hat. – Was meinst du? Roland Kaiser auf dem Domplatz? Da traf sich 70+, also die letzten CDU-Wähler, wenn man so will. Auf den Autobahnen und Zubringerstraßen derweil der Pöbel und das Fernsehen. In der Messehalle die AfD, die nicht am Kommen gehindert werden konnte, weil die Verhinderer noch nicht so früh auf den Beinen waren. Jaja, die Unterschiede zwischen Arbeitswelt und Subventionsgesellschaft sind nun mal so, wie sie sind. Da muss beschleunigt ein Frühaufsteh-Verbot her, damit das nicht noch mal passiert.
Arbeitswelt (2): Auf dem Weg zum Aldi ist mir kaum ein Auto begegnet, denn am Wochenende sind im Zwergstaat die Ferien ausgebrochen. Auch ist der sog. Tankrabatt ausgelaufen. Vorletztes Wochenende Diesel 1,69 l, gestern 1,99. Ja genau, das sind die 17 Cent Differenz nach der Klingbeil-Methode.
Sonst so: Heute Nacht fand erneut ein schwerer Luftangriff auf Kiew statt. Ausdrücklich wurde er als Reaktion auf die Nato-gestützten Raketen- und Drohnenangriffe in die Tiefe Russlands bezeichnet. Jetzt können die Staatshäupter, die sich gerade zum Nato-Gipfel in der Türkei versammeln, beschließen, wie sie auf die Reaktion reagieren werden.
Reaktion (2): Auf die Ansage des Vizes Vance an Israel, dieses möchte sich besinnen, dass die USA ihr einziger Verbündeter seien, hat nunmehr Bibi aus Tel Aviv geantwortet: Sein Land habe auch andere Freunde, zum Beispiel Indien mit seinen 1,6 Milliarden Menschen. Soso. – Sicherheitshalber ist Johann der deutsche Außenzwerg heute nach Israel gejettet, um dort mitzuteilen, dass er auch noch da ist. Gut so, den hätte ich fast übersehen.
5. Juli 2026
Lese heute frühmorgens eine bemerkenswerte These des amerikanischen Querdenkers John Mearsheimer, die er in einem Interview mit Glenn Diesen zum Besten gibt: Danach wussten die US-Popagandisten während des Vietnam-Krieges noch sehr genau, dass sie bei ihren Siegesmeldungen logen, während es heute so sei, dass deren Nachfolger an die Siegesmeldungen im Iran- und im Ukraine-Krieg selbst glauben würden. – Meine Schlussfolgerung: deswegen ist es der US-Führung und ihren Satrapen unmöglich, mit einer der wirklichen Lage angepassten Entscheidung aus dem selbst angerichteten Schlamassel wieder herauszukommen.
US (2): Gestern fanden die offiziellen Feiern des 250. Unabhängigkeitstages statt. Trump sagte das Gewohnte, das von Größe und so handelte. Wie das auf den einzelnen Amerikaner wirkt (und ob überhaupt), vermag ich nicht einzuschätzen. Auf die Westpresse möchte ich mich lieber nicht verlassen.
US (3): Zugleich ertönte, wenn sie es denn überhaupt für berichtenswert hielten, höhnische Worte über die in Teheran angelaufenen Trauerfeierlichkeiten für den am 28.Februar von der US-israelischen Allianz ermordeten persischen Führer: Die Trauer sei nur vorgespielt. Ich melde Zweifel an, denn mir ist es gleich, ob hinter der Trauergestik auch ganz anderes wie maßlose Wut über die Mordtat stecken mag. In Wirklichkeit ist zu beachten: Falls es keine Täuschungen durch Bildfälschungen sind, versammelten sich auf den Straßen der Hauptstadt Hunderttausende zu einem Wir. Die hat niemand dorthin gezwungen. Wenn denn der amerikanisch-israelische Überfall für eines gesorgt hat, dann ist es die Mobilisierung der Massen für das Regime, das man von außen betrachtet nur mit Schaudern zur Kenntnis nimmt. Fazit: Nie war ein Regime-Change ferner denn heute.
US (4): Bleibt noch eine Fußnote von Trump hinzuzufügen: Er hätte, so fand er es richtig anzumerken, dem ganzen Theater mit einem Schlag ein Ende bereiten können. Wenn er das wirklich glaubt, ist er ein Esel. Hoffentlich nimmt der Zentralrat der Eselinnen und Esel in Deutschland keinen Anstoß an meiner Bemerkung.
US (5): Für die kommene Woche wurde ein Besuch des israelischen Führers im Weißen Haus angekündigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir deswegen etwas hören werden, was den Krieg in Nahost seinem Ende näher bringen könnte, zumal die Israelis nunmehr angekündigt haben, alle Palästinenser, deren sie auf dem von ihnen beanspruchten Gebiet, vor allem aber im Gaza-Streifen, habhaft werden können, in Lager hinter Stacheldraht einzusperren. Die guten alten Konzentrationslager lassen grüßen. Für Schnappatmer: Damit vergleiche ich das auserwählte Volk keineswegs mit den Nazs (den echten), denn die KZs waren Erfindungen der Engländer in den beiden Burenkriegen von der vorletzten Jahrhundertwende.
4. Juli 2026
Ein Nachsortieren der ungezählten Einzelmeldungen von der Ostfront ergibt das gewohnte unsichere Lagebild. Immerhin schält es sich heraus, dass die ukrainischen Raketenangriffe in die Tiefe Russlands tatsächlich stattgefunden haben. Bilder von Raffineriebränden scheinen es zu bestätigen. Auch gibt es Aufnahmen von Autoschlangen an russischen Tankstellen. Inwieweit dies symptomatisch für den Zustand des Landes und seinen Kampfwillen ist, vermag niemand mit Sicherheit zu sagen. Ich nehme an, diese Militärschläge sind für die Russen mehr als nur ärgerlich.
Ostfront (2): Die Hauptkampflinie (sog. Kontaktlinie) in der Ost-Ukraine ist wieder in Bewegung gekommen. Die Kämpfe bewegen sich in der Mitte eindeutig nach Westen und im Norden (im Raum Tschernigow/Sumy) nach Süden. Es haben in den letzten Tagen ungezählte Einzelgefechte stattgefunden. Der Abstand an der nördlichen Grenze zwischen Russland und der Ukraine wird größer. Es ist auffällig, dass beide Seiten vom Hereinziehen von Weißrussland (Bjeloruss) in diesen Krieg reden.
Ostfront (3): Die Großexperten munkeln schon wieder von kriegsentscheidenden Operationen. Davon glaube ich kein Wort. Auffällig allerdings finde ich, dass angesichts der zahlreichen Gefechte an verschiedenen Orten kein operativer Schwerpunkt zu erkennen ist. Es ist bestenfalls vorstellbar, dass die Russen es darauf abgesehen haben, die ukrainischen Streitkräfte überall zu vernichten, wo sie auf diese treffen. Ob das zu dem bereits seit zwei Jahren prognosizierten Zusammenbruch der Front führen wird, das mögen die Götter wissen. Einige sagen, die Sommeroffensive werde sich auf das Abschneiden von Odessa richten. Genügend viele Truppen seien an Ort und Stelle versammelt. Es is nicht zu erkennen, dass dergleichen im Augenblick stattfindet. Es ist jedoch vorstellbar.
Ostfront (4): Im Juni lag der Schwerpunkt russischer Luftangriffe bei den ukrainische Tankstellen. Was der Erfolg war, entzieht sich meiner Beurteilung. Bei uns zulande wären 30 zerstörte Tankstellen bestenfalls ein Nadelstich. In der jetzt vergangenen Woche war die Hauptstadt Kiew das zentrale Ziel. Es soll zu erheblichen Schäden bei kriegswirtschaftlich wichtigen Einrichtungen gekommen sein.
3. Juli 2026
Jetzt kommen die Neidhammel zu Wort. Sie schreiben angesichts des unglücklich verlaufenen Sorgerechtsstreits im niedersächsischen Stade, bei dem sechs Menschen erschossen wurden, Dinge, die vermuten lassen, dass sie die behördlichen Angaben, es sei eine familiäre Streitigkeit, die mit der Herkunft des Mörders nichts zu tun habe, ins Gegenteil zu zerren beabsichtigen. Diesen Verdacht jedenfalls bekomme ich, wenn ich da lese, es habe ein Fluchtauto gegeben (Daimler mit über 400 PS), das von einer Sechzigjähigen (T-stämmig) gesteuert worden sei , die die Patentante des Streitobjekts sei und im übrigen Funktionärin einer Organisation, die mit Staatsgeldern Flüchtlingshilfe betreibe. Zudem sei sie die Schwiegermutter des von der SPD gestellten niedersächsischen Integrationsbeauftragten (T-stämmig), der ein sattes Beamtenspitzengehalt beziehe, aber mit der Tat selbst und ihrer Logistik, wie er anwaltlich hat versichern lassen, nichts zu tun habe.
Stade (2): Bei allem Ernst der Sache, kann ich mir angesichts der offizielle gewählten Versicherungen ein verstohlenes Grinsen kaum verkneifen, denn zum ersten Mal höre ich in diesen Kreisen von dem aus dem Christentum stammenden Paten-Amt, was allerdings jeder, der mit dem einschlägigen Film bzw. Roman Der Pate von Mario Puzzo vertraut ist, dem sizilianischen organisierten Verbrechen zuordnet. Der Pate ist der Verbrechenslenker im Hintergrund. Lässt man im Stade-Fall Sizilien einfach mal weg, kommt der Polizei-Praktiker leicht auf Gedanken, die heutzutage kaum noch einer auszusprechen wagt: die Unterwanderung von Staat und Gesellschaft durch religiös verankerte Familienclans, die im Zweifel über Leichen gehen (wie man so sagt).
Überall in Deutschland: Es finden derzeit Gerichtsprozesse gegen Einzelpersonen statt, die in irgendeiner Verbindung zu dem russischen Sender Russia Today, vor allem dessen deutschsprachigem Programm RT.DE, stehen, weil sie zum Beispiel dessen Texte weiterverbreiten. Das sei verboten, sagt irgendeine EU-Zensur-Verordnung, von der ich bis gesten nichts gehört hatte. Das Missachten dieser Norm sei zu bestrafen, urteilte der EUGH gestern in Luxemburg, angeblich mit bindender Kraft für deutsche Gerichte. Abgesehen davon, dass ich das richtig finde, denn wozu haben wir die staatlich finanzierte Tagesschau, beschließe ich zu lernen, dass Arikel 5 des Grundgesetzes als Individualgrundrecht ungehinderter Informationsbeschaffung nicht mehr gilt. Während meiner Dienstzeit in der Verfassungsabteilung des BMI hätte ich sowas als Blödsinn und als offensichtlich verfassungswidrig abgetan. Jetzt weiß ich, dass wir uns damals über die Rechte des Einzelnen völlig falsche Vorstellungen machten. Und die Väter des Grundgesetzes auch. Sie mögen in Frieden ruhen.
In Deutschland (2): Mir fällt nach geraumer Suche das Lexikon Schlag nach aus dem Jahre 1939 (2. Aufl.) in die Hände. Es ist nicht nur in braunes Leinen gebunden, sondern auch ein zuverlässiger Ratgeber dafür, was im NS-Staat zu etlichen Fragen von Staat und Gesellschaft die offiziöse Sicht der Dinge war. Neugierig forsche ich, was wohl das Motto der SA (Sturmabteilungen der NSDAP) gewesen sein könnte. Diese im Jahre 1921 gegründete Parteiarmee benutzte von Anbeginn an bis zu ihrem Ende den Slogan „Deutschland erwache“. Von „Alles für Deutschland“ weiß das Nachschlagewerk nichts. Warum der Politiker Höcke das besser gewusst haben soll, bleibt ein unaufklärbares Rätsel der modernen deutschen Justiz.
2. Juli 2026
Nicht ohne Behagen lese ich, wie sich im Amerikanischen das deutsche Wort Kitsch eingebürgert hat. Derzeit wird es bevorzugt auf die Hervorbringungen aus dem Trump-Lager angewendet. Mich hat dergleichen schon lange (auf deutsch) angewandelt, wenn ich die kulturellen Hervorbringungen jenseits des Atlantiks betrachtet habe, seien es Kirchen, Orden, Parlamentsgebäude, in Fels gehauene Präsidentenköpfe, aufgespritzte Frauenlippen und -brüste.
Kitsch (2): Es wäre nicht ohne Reiz, die heutzutage im Anglo-Amerikanischen verwendeten Lehnwörter insgesamt einer genaueren Betrachtung zu unterziehen, als da wären Kindergarten, Schadenfreude, Selbsthass, Angst. Sage also niemand, es gäbe sie nicht: die deutsche Leitkultur.
1. Juli 2026
Hatte mir fest vorgenommen, kein Wort über die Fußball-WM zu verlieren. Da hatte ich nicht mit Fritz dem Kanzler gerechnet. Der ist stolz, wie er gestern schreibt, auf die Gurkentruppe nach ihrer turnier-beendenden Nichtleistung. Man denkt zunächst: Macht er das extra? Nicht einmal sowas Simples wie Maulhalten, wenn’s beim besten Willen nichts zu tönen gibt, kriegt er hin.
Musste gestern in Jena im sommerlichen Baustellen-Chaos als Abholdienst an einer Arztpraxis kurz auf dem Kundenparkplatz von Norma anhalten. Ging, weil ich zu früh da war, hinein, eher ziellos, auch weil ich noch nie in einem solchen Laden war. Sowas Trostloses habe ich seit Langem nicht mehr gesehen: Innenraum, Warenangebot und Publikum. Kaufte ein Glas Spreewald-Senfgurken im Sonderangebot. Der Deckel ging zu Hause von alleine auf. Muss nichts bedeuten. War halt so.
Einkauf (2): Stadtauswärts im Globus von Isserstedt wie gewohnt durch die Intelligenz-Abteilung gestrolcht. Wunderbarer Fund: Die Kabbala. Dieses monströse Wunderwerk nachmittags in Teilen gelesen. Die dortige Traumdeutung könnte von Altmeister Freud stammen. Ist sie aber nicht, sondern bestenfalls umgekehrt. Alles ist durch und durch sexualisiert, was Rabbi Ismael seitenlang zum Besten gibt: Du hast deine Schwester beschlafen. Du hast eine verlobte Jungfrau beschlafen. Dein Weib hat mit vielen Männern Unzucht getrieben. Und so weiter und so fort. – Wichtiger Einwand, den ich schon schrill ertönen höre: Muss man nicht lesen, geschweige denn zitieren. Aber gedruckt verkaufen solle man es schon, wenn man die Firma Bertelsmann ist.
Der Blogger Ben Bernd wurde durch die Landesmedienanstalt von NRW zensuriert. Er soll Passagen aus seinem Interview mit dem Politiker Björn Höcke streichen (Neudeutsch: einordnen), weil sie nach dem Dafürhalten der Medien-Vögte nicht der Wahrheit entsprächen. Hier gilt es zweierlei zu unterscheiden. Die Behörde besitzt keine Befugnis, einschlägige Verwaltungsakte zu erlassen. Sie handelt grob rechtswidrig oder anders ausgedrückt: rechtsstaats-widrig. Das, was die beiden da erörtert haben, geht sie inhaltlich nichts an. Zum andern ist es so, dass die Behauptung der Behörde inhaltlich falsch ist. Wenn Höcke nämlich behauptete, der Slogan „Alles für Deutschland“ sei nicht das Motto der SA gewesen, dann stimmt das. Da gibt es nichts zu korrigieren.
30. Juni 2026
Ich hatte gar keine Vorstellung, dass China so groß ist. 42.000 Porsche wurden 2025 im Vorjahresvergleich weniger abgesetzt. Und auch dies: Ich habe noch nie einen Chinesen im 911 gesehen. Wird Zeit, dass ich das Land der Mitte, um diesem Manko abzuhelfen, bereise. Daneben bleibt die Erkenntnis: Die Absatzkrise, die sich zur Existenzkrise auswächst, wurde elektrisch betrieben.
Ich hätte nach meiner Wehrdienstzeit Scheidungsanwalt werden sollen. In Stade wurde gestern der Sorgerechtsstreit durch einen T-stämmigen mit dem Revolver gelöst: 6 Tote. Die Polizei spricht von einer Familienangelegenheit, die von der Herkunft des Täters ganz unabhängig sei. Sehr richtig bemerkt, denn wir sind – je nach Standpunkt – alle Allahs Kinder. – Greife zum Talmud, der immer noch als Fensterstopper im Wohnzimmer liegt (aber nicht gebraucht wird, da nicht mal ein laues Lüftchen weht): Seinerzeit gab es noch keine Revolver, jedenfalls wurden keine solchen als Wiedergutmachung in den Orient geliefert, soweit ich weiß. Dafür aber gab’s das Steinigen und das Anzünden. Steinigen, so schreiben die Autoren, sei die mildere Tötungsform für aufsässige Weiber. – Nicht, dass jemand auf blöde Gedanken kommt, das hier sind nicht meine Ideen, ich gebe nur wider, was manche Zeitgenossen heute noch für Gottes Wort halten.
Finde angesichts der Nachrichtenflaute des Nachts die Zeit, meine Reisefotos durchzumustern, um den Knips-Schrott zu löschen. Bei einigen wenigen zuckt der Löschfinger zurück. Die Kiche als Trutzburg. Ja, so waren sie, die Vorfahren der Ostsee-Anrainer: Sie kannten ihre Feinde.
29. Juni 2026
War was? Offenbar nichts, was mir in nachrichtenloser Zeit von Sonntag bis Sonntag (21.-28. Juni 2026) bei mildem skandinavischem Ostseewetter entgangen ist. Hier das Ergebnis nächtlichen Lumpensammelns: Der Iran betätigt nach seinem Belieben die Pforte zur Straße von Hormus und belehrt Seefahrer, die es nicht glauben wollen, mit Hilfe seiner Drohnen. Die USA reagieren prompt durch Luftschläge gegen die persische Küste, und die Israelis führen weiterhin Krieg zur Vernichtung der Palästinenser in Gaza, auf der Westbank und im Libanon – soviel Existenzrecht muss sein. Das lohnt sich offenbar, denn Israels Wirtschaft boomt, wie ich bei Godel Rosenberg auf Tichys Einblick lese.
Nichts Neues (2): Die US-Boys versuchen, durch Reisediplomatie die Staaten am Golf gegeneinander aufzubringen, nachdem sich die Schwergewichte dort – Saudi Arabien und Oman – der pakistanischen Initiative, gemeinsam mit Persien und der Türkei, eine komplett neue Sicherheitsarchitektur im Mittleren Osten zu schaffen, anzuschließen scheinen. Das bedeutet auf gut deutsch: Ami go home. Ja, das wäre dann, wenn man den jüngsten Krieg daselbst und sein mutwilliges Auslösen durch die amerikanisch-israelische Allianz dagegenhält, etwas anderes als die im März 2026 voreilig verkündeten Siegesnachrichten.
Nichts Neues (3): Bill Gates musste vor dem Epstein-Untersuchungsgremium des Kongresses aussagen. Nein, erpresst worden sei er durch den langjährigen flüchtigen Bekannten nicht (womit auch?). Er habe sich lediglich gewundert, dass dieser in Emails auf Affären, die er nunmehr bedauere, unbegreiflicher Weise unschön angespielt habe. Er habe daraufhin, wie bei solchen Fällen gute Gepflogenheit, seine Anwälte beauftragt, sich um die Sache zu kümmern.
Nichts Neues (4): VW, BMW, Mercedes melden schlechte Zahlen – sehr schlechte Zahlen sogar. Es lohnt sich nicht das Einlesen ins veöffentlichte Betriebswirtschafts-Chinesisch. Und die Bahn schafft es, bei einem Software-Update das Gesamtunternehmen radikal zum Stillstand zu bringen. Es soll sich um die Komponente Zugfunk gehandelt haben. Nach dem Motto: Alle Räder stehen still | wenn’s die Cloud nun mal so will.
Den nachfolgenden Artikel von Egon W. Kreuzer stelle ich zur Diskussion. Er beschreibt eine unerfreuliche Sicht auf die Möglichkeiten, Kriege auszulösen, die Schwierigkeiten, sie wieder zu beenden, und den Veranlasser der jetzigen Misere: Donald Trump.
Das jüngste Gemetzel in Nahost begann am 28. Februar 2026. Dieser Krieg beruht, so wie es in der Weltpolitik nur zu häufig zu beobachten ist, auf zwei einander feindseligen, unversöhnlichen Standpunkten, die dann schließlich in einen heißen Krieg einmünden. Mit anderen Worten: Der Gewaltausbruch kam nicht aus dem Nichts, sondern er hat eine lange Vorgeschichte. Genau genommen hat er deren zwei. Es geht um zwei miteinander unvereinbare Geschichtserzählungen, zum einen um die Persiens und zum andern um die der Juden und – hiervon unentwirrbar – die des Staates Israel.
Historischer Vorlauf
Persien hat eine über Jahrtausende währende Geschichte. Diese hier nachzuzeichnen, würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen. Deswegen mag der Hinweis genügen, dass die Perser nach einem über mehrere Jahrhunderte andauernden Anlauf im 6. vorchristlichen Jahrhundert die beherrschende Weltmacht in Asien wurden. Nach ihrem Niedergang als Weltmacht verschwand das Reich der Perser indessen keineswegs, sondern blieb als eine unübersehbare mächtige Land- und Volksmasse dort bestehen, wo wir es heute noch vorfinden.
Unbestritten ist, wenn man nicht aus ideologischen Gründen weltfremd ist, der hohe Rang der frühen persischen Kultur in der Geschichte der Menschheit. Ich erwähne diesen Umstand, weil die Perser selbst den größten Wert darauf legen. Sie selbst bezeichnen sich als Nachkommen der Indogermanen und grenzen sich schon aus diesem Grund von den benachbarten arabischen Völkern ab, denen sie sich geistig überlegen fühlen.
Man muss diesen Standpunkt keineswegs teilen, sollte ihn aber wenigstens zur Kenntnis genommen haben – besonders dann, wenn man sich anschickt, Persien als Feindstaat zu behandeln. Dies besonders dann, wenn man die Sicht auf Persien durch den Umstand zu verkürzen droht, dass an dessen Spitze ein schauerliches Mullah-Regime steht. Das stimmt zwar, doch führt solche Verkürzung leicht zu Fehleinschätzungen, für die der in diesem Aufsatz behandelte Krieg reiches Anschauungsmaterial bietet.
Persien und die modernen Großmächte
Im 19. Jahrhundert waren die kolonialen europäischen Großmächte damit beschäftigt, die noch unverteilte Welt zwischen sich aufzuteilen. Die Perser gerieten dabei zwischen die russische und britische Zange, die Russen von Norden und die Engländer vom Süden her. Aus den Weltkriegen konnte sich das Land heraushalten, jedoch um den Preis der Aufteilung in Einflusszonen. Den Anreiz lieferten die zu erwartenden reichen Ölfunde. Hierbei hatten die Engländer nach dem für Russland verheerend ausgegangenen Ersten Weltkrieg deutlich die Nase vorne.
Geradezu symbolisch war der erste Treffort der drei künftigen Sieger des Zweiten Weltkrieges. Sie wählten im November 1942 Teheran, wo sie die ersten weitreichenden Absprachen über die zukünftige Aufteilung der Welt vornahmen. Mit am Tisch in Teheran also die US-Amerikaner, die sich von diesem Moment an von dieser Stelle auf absehbare Zeit nicht mehr wegbewegen sollten. Sie würden eher Monate als Jahre brauchen, um das strauchelnde britische Imperium vom persischen Öl zu verdrängen.
Einen ersten überraschenden und nahezu entscheidenden Einbruch erlebten die Amerikaner, als sich die von ihnen zum Abschütteln des Schah-Regimes gedrängten Perser dafür entschieden, eine Regierung ins Amt zu wählen, die den Ausverkauf des persischen Öls an Fremde zu stoppen versprach. Diese demokratisch gewählte Regierung des persischen Ministerpräsidenten Mossadegh wurde durch einen von der CIA orchestrierten Putsch um ihr Amt gebracht und durch ein von der USA wiedereingesetztes Schah-Regime der Pahlewi-Familie ersetzt.
Es gehört zu den Routine-Erzählungen im Westen, dass es dem Land, auf westlichem Niveau und mit westlichen Werten lebend, fortan glänzend ging, so dass es nahezu unbegreiflich erscheint, wie 1979 eine national-religiöse Revolution in Persien überhaupt stattfinden und sich zudem an die Macht setzen konnte, an der sie sich noch heute befindet. Die nach 1979 folgenden Jahrzehnte waren von Auseinandersetzungen mit den dortzulande entmachteten Amerikanern geprägt, von denen vor allem die über 400 Tage andauernde Besetzung der US-Botschaft in Teheran und der gescheiterte US-amerikanische Versuch, die dortigen Geiseln mit Hilfe eines groß angelegten Kommando-Unternehmens zu befreien, in der Erinnerung der Völker zurückgeblieben sind.
Mit dem Untergang der Sowjetunion (1989-92) wurde vor allem in den USA die Auffassung Allgemeingut, dass nunmehr ihre Zeit als Einzige Weltmacht angebrochen sei. Diese Änderung der Weltmachtdoktrin führte in unmittelbar folgende außen- und militärpolitische Aktionen, von denen hier bei uns in Deutschland die Nato-Osterweiterung die bekannteste ist, zumal sie auf geradem Wege in den Ukraine-Krieg führte. Doch weltpolitisch zumindest gleichbedeutend ist der amerikanische Anlauf, die Welt im Nahen und Mittleren Osten in ihrem Sinne neu zu ordnen. Man griff zu den bekannten Mitteln wie der Propaganda, der inneren Einmischung, der Sabotage, des Wirtschaftskrieges und des militärischen Angriffs. Die hiervon betroffenen Staaten waren Libanon, Syrien, Irak, Jemen, Libyen, Ägypten. Schließlich kam der Iran an die Reihe. Davon ist in diesem Aufsatz die Rede.
Die Sonderrolle der jüdisch-israelischen Vorgeschichte
Nichts annähernd Ähnliches wie zur persischen Vorgeschichte gibt es von der politischen Geschichte der Juden zu berichten. Insbesondere ist angesichts der soeben skizzierten Geschichte Persiens die gern wiederholte Behauptung unzutreffend, dass kein Volk wie das jüdische eine so lange währende Geschichte überblicken könne. Die jüdische Geschichte ist vielmehr von anderer Art. Es handelte sich beim jüdischen Volk in jenen vorchristliche Jahrhunderten um mehrere weltpolitisch unbedeutende Stämme von Wüstenbewohnern, die fast durchweg unter Fremdherrschaft lebten. Nach einer gewaltsamen Auflehnung gegen die römische Weltmacht im ersten nachchristlichen Jahrhundert wurde der in jenen Tagen nur noch rudimentär bestehende jüdische Staat gewaltsam aufgelöst.
Die Bedeutung des Judentums für die Geschichte der Menschheit ist damit nicht annähernd erschöpfend umrissen. Ganz im Gegenteil, aus der jüdischen Religion entsprangen die beiden Eingott-Religionen, welche vor allem die westliche Welt, aber nicht nur diese, über zwei Jahrtausende hinweg dominiert haben. Ohne den Juden-Gott Jehova wären Christentum und Islam nicht entstanden. Versatzstücke der jüdischen Religion geistern noch heute im Denken der ehemaligen Christenheit und der real existierenden Welt des Islam herum.
Um es zu wiederholen: Die Geschichte des jüdischen Staates endete im ersten nachchristlichen Jahrhundert mit der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n.Chr. durch die Römer. Nach einem neuerlichem Aufstand (132-135 n.Chr.), benannt nach dessen Anstifter Bar Kochba, erfolgte die endgültige Vertreibung der Juden aus Palästina.
Erst knapp zweitausend Jahre später zur Jahrhundertwende auf das 20. Jahrhundert gewann der Gedanke an einen Judenstaat wieder eine konkretere Gestalt. Die einschlägigen Konzepte und die Werbung unter den weltweit verstreut lebenden Juden für ein solches Projekt fasste man unter dem Begriff des Zionismus zusammen. Dessen Erfinder und zugleich einflussreicher Promotor war der österreichische Journalist Theodor Herzl. Dessen grundlegende, knapp hundertseitige Propaganda-Schrift mit dem Titel Der Judenstaat erschien erstmals 1896.
Die Aussicht auf einen Judenstaat wurde konkreter, als 1917, also mitten im Ersten Weltkrieg, der damalige britische Außenminister Lord Balfour eine (später nach ihm benannte) Erklärung öffentlich machte. Es handelte sich um eine Art von Schenkungsversprechen an die Juden der Welt für ein eigenes Siedlungsgebiet in Palästina. Das war ein Landstrich, der gar nicht zum British Empire, sondern zum Osmanischen Reich (der heutigen Türkei) gehörte. Nach der türkischen Niederlage Ende des Jahres 1918 wurde Palästina unter dem beschönigenden Begriff eines Mandats-Gebietes britischer Kolonialbesitz. Er wurde von den Engländern angesichts der verschiedenen Ethnien und religiösen Gruppierungen nach dem alten und erfolgreichen Prinzip des Teile-und-herrsche geführt, wobei die Spannungen sich dadurch verschärften, dass die britischen Kolonialherren die jüdische Einwanderung nach Palästina zunächst wohlwollend förderten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die britische Herrscher-Herrlichkeit zu Ende. Sie scheiterte am jüdischen Terrorismus gegen die Kolonialmacht. Ebenso scheiterte ein Teilungsplan der noch jungen UNO, der eine staatliche Selbständigkeit für Juden und Palästinenser in getrennten Siedlungsräumen anstrebte. Auch in diesem Fall siegte die Gewalt, die bevorzugt von jüdischer Seite ausging, als man sich Gebiete aneignete, die erkennbar nicht zu den jüdischen Siedungsgebieten gehörten. Vereinfacht gesagt: Fortan wollte das jüdische Mündel Vormund sein. So hängen die Dinge zusammen.
Daran zu erinnern erscheint notwendig, wenn heutzutage vom Existenzrecht Israels die Rede ist. Mit anderen Worten: Ohne die Balfour-Erklärung, die Zulassung jüdischer Einwanderung und den drei Jahrzehnte später erfolgten Rückzug der Briten aus Nahost gäbe es heute keinen Staat Israel. Wer diese noch nicht sehr weit zurückliegende Landumverteilung nicht als Anspruchs-begründend für das Existenzrecht Israels ausreichend sein lassen will, der muss schon das Alte Testament mit den einschlägigen Landnahme-Erzählungen bemühen. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass das nicht jedermanns Sache ist.
In der Zeit vor und nach der Staatsgründung Israels (1948) haben die dort lebenden Juden Krieg um Krieg gegen alle ihre Nachbarn geführt. Dieses Verhalten war nur möglich, weil sie sich auf eine finanzstarke jüdische Lobby, vor allem in den USA, stützen konnten. Diese Unterstützung war von Beginn an entscheidend, wenngleich sie zunächst mit der offiziellen US-Politik nicht übereinstimmte, der es darum zu tun war, das sich in Luft auflösende Britische Empire zu ersetzen und hierbei die arabischen Staaten nicht zu verärgern. In amerikanischen Darstellungen wird dieses zionistische Israel-Sponsoring daher als „privat und illegal“ bezeichnet. Ab Ende der 1950er Jahre änderte sich dann die amerikanische Position, nachdem es den USA misslungen war, in Ägypten Fuß zu fassen. Die israelische Lobby übte nunmehr ganz unverhohlen entscheidenden politischen Einfluss auf die offizielle US-Politik aus, wenn es zum Beispiel darum ging, in internationalen Gremien, wie der UNO, das Gewicht der Veto-Macht USA in die Waagschale zugunsten Israels zu werfen.
Dieser pro-israelische Vorgang ist auch im aktuellen Kriegsgeschehen gegen den Iran zu beobachten. Der Angriff der israelisch-amerikanischen Koalition gegen den Iran ist ohne die amerikanische Akzeptanz der offenbar aus Israel stammenden Anstiftung kaum vorstellbar. Es ist umstritten, ob es für diesen Angriff gute Gründe gab, die ein solches Vorgehen gerechtfertigt erscheinen lassen. Die Angreifer-Seite behauptet dies und spricht von einem Präventiv-Schlag zur Wahrung des Existenzrechts Israels. Es sei u.a. darum gegangen, die nahe heranrückende Fertigstellung der iranischen Atom-Bewaffnung zu verhindern. Dieses Vorhaben sei, so die israelische Führung, essentiell, da der Iran seit der Revolution von 1979 dem Staat Israel mit der Vernichtung drohe.
Die Gegner dieses Standpunktes tragen vor, dass die israelischen Behauptung ein Vorwand für die Schaffung eines Großisrael im Nahen Osten sei, während es den US-Amerikanern vor allem darauf ankomme, die Hand auf die persischen Ölvorkommen zu legen. Das Vorgehen gegen den Iran sei ein Puzzle-Teil der seit den frühen 1990er Jahren verfolgten US-Strategie, den Nahen Osten Staat um Staat unter US-Kontrolle zu bringen.
Alle die in diesen Komplex gehörigen, in den 1990er Jahren begonnenen US-Aggressionen führten zur Destabilisierung der hiervon betroffenen Staaten: Libanon, Ägypten, Syrien, Libyen, Irak. Der Angriff auf den Iran schien diesem Muster zu folgen, doch das gewünschte Ergebnis der Vernichtung des herrschenden Regimes trat in diesem Fall nicht ein – jedenfalls bis zu dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe.
Der Kriegsverlauf
Es erscheint mir müßig, den bisherigen Kriegsverlauf, dessen Ende noch nicht klar abzusehen ist, in diesem Text genau zu beschreiben. Es genügen einige Eckpunkte. Der Krieg begann mit dem israelisch-amerikanischen Überraschungsangriff, der durch Raketenbeschuss gezielt die geistlichen Führer des Landes tötete. Der durch dieses Kriegsverbrechen für sicher gehaltene Erfolg blieb jedoch aus. Der nur scheinbar enthauptete Iran streckte nicht nur nicht die Waffen, sondern er begann, sich zur Überraschung der Angreifer wirkungsvoll gegen diese zu wehren.
Obschon das US Central Command, das von Stuttgart aus die Iran-Aktion ins Werk setzte, alsbald den erfolgreichen Luftangriff auf über 10.000 Ziele meldete und unter diesen mit Schwerpunkt die Zerstörung der persischen Raketenabschuss-Basen, häuften sich die iranischen Raketen- und Drohnenangriffe auf Ziele in Israel und auf US-Militärbasen im gesamten Nahen Osten. Es begann ein Wettlauf der Raketen- und Drohnen-Arsenale, wobei mit zunehmender Länge der Auseinandersetzung die Fähigkeit der israelisch-amerikanischen Koalition abnahm, sich mit Raketenabwehr-Raketen gegen die persischen Attacken erfolgreich zu wehren. Da die Perser in ihre Angriffe auch Ziele in den Golfanrainer-Staaten einbezogen, zeigte sich angesichts der dortzulande bei Ölförderanlagen und Raffinerien angerichteten Schäden, dass die USA als jahrzehntelange Schutzmacht nicht in der Lage waren, ihren Schutzversprechungen auch nur ansatzweise zu genügen.
Damit nicht genug: Mit der Sperrung der Straße von Hormus ab Anfang März 2026 versetzte der Iran der Weltwirtschaft einen schweren Schlag, der zum rasanten Anstieg der Preise für Öl und Erdgas führte. Die ultimativ vorgetragene Forderung der USA an die anderen Nato-Staaten, sich an einer gewaltsamen Öffnung der Straße von Hormus zu beteiligen, wurde von diesen bereits im März durch die Bank abgelehnt. Sehr schnell wurde deutlich, dass auch die US Navy sich diesen Angriff nicht zutraute, bzw. traute.
Stattdessen gingen die USA dazu über, gegen den Schiffsverkehr von und nach Persien eine umfassende Seeblockade der gesamten persischen Küste zu verhängen – letztlich also eine Blockade der Blockade. Die Wirksamkeit dieser US-Kriegführung gilt als umstritten. Es wurde nämlich nicht nur der Handelsverkehr Persiens zu seinem Nachteil blockiert, was jedoch offenbar nur zum Teil gelang, sondern die Blockierer schädigten sich auch selbst. Etwas mühsam durchdrang den westlichen Propagandavorhang, wie sehr auch der gesamte Westen einschließlich der USA von diesen Maßnahmen nachteilig betroffen war. In den USA beispielsweise gingen die Vorräte der nationalen Ölreserven zur Neige. Genau dieser Umstand macht es verständlich, warum die USA im Juni darauf drängten, mit dem Iran zu einer Verständigung zu gelangen.
Der Ansehensverlust der USA als Weltmacht wurde folglich unübersehbar, und als der Iran dazu überging, den weiterhin stattfindenden Export des eigenen Öls nicht mehr auf Dollar-Basis, sondern mit Krypto-Währungen oder in chinesischen Yuan abzurechnen, wuchsen die Zweifel der Golf-Anrainer beträchtlich. Hatten Staaten wie Saudi Arabien zu Beginn des Krieges noch öffentlich erwogen, mit eigenen Truppen am Iran-Krieg teilzunehmen, so machten sie spätestens Ende März 2026 eine Kehrtwende und versuchten, Wohlverhaltens-Abkommen mit dem Iran einzufädeln: Durchlass ihrer Schiffe durch die Straße von Hormus gegen Zahlung einer beträchtlichen Maut (umgerechnet ca. 2 Mio US-Dollar pro Tanker) an die persische Staatskasse.
Der nächste auffällige Schritt war die Auflösung des Kartells erdöl-exportierender Staaten OPEC. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Austritt am 29. April 2026 erklärt. Sie waren vor dem Krieg einer der großen Erdölexporteure der Welt. Inwieweit sie durch diesen Schritt das Wohlwollen Persiens erkaufen wollen, ist bestenfalls spekulativ beantworten.
Man kann zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen nicht erkennen, wie das alles einmal enden wird. Klar ist nur schon jetzt: die USA haben über den konkreten Ausgang dieses Krieges hinaus eine strategische, ja welt-strategische Niederlage erlitten. Die beiden anderen Weltmächte – Russland und China – haben die Gelegenheit genutzt, auf den massiven Widerstand des Iran aufzusatteln, indem sie diesen mit Waffen und Informationen versorgt haben. Es wäre den Persern sonst kaum in der Weise, wie es geschehen ist, möglich gewesen, den USA, den Israelis und den Golfanrainern so wirksame Schläge zuzufügen.
Die erzielten Ergebnisse gehen also weit über einen möglichen konkreten Kriegsausgang hinaus. Persien ist auf dem Weg zur Führungsmacht im Nahen Osten, und die USA sind dabei, ihre Vormachtstellung dort einzubüßen. Sie wissen es nur selbst noch nicht, zumal ein großsprecherischer Präsident sich und seinem Land einzureden versucht, er habe den Krieg bereits gewonnen. Hierbei zeigten sich deutliche Hinweise von Größenwahn, denn Trump präsentierte sich im April 2026 in einem KI-generierten Gemälde als Messias. Ich hielt seine einschlägigen Posts zunächst für eine Fälschung von böswilligen Anti-Trump-Propagandisten. Doch ich irrte mich.
Die Wirklichkeit sieht anders aus, als die US-Propagandisten und deren Satrapen es uns glauben machen wollen. Die Folgen einer Niederlage zeigten sich nicht nur an den Benzinzapfsäulen, wo die Preise nach oben schossen, sondern vor allem auch im schrittweise Abbau des Dollars als Öl-Zahlungsmittel und damit einhergehend als Weltreservewährung. Hierdurch werden die gewohnten Dollareinnahmen des Staates USA so drastisch zusammenschmelzen , dass die Gesellschaft dortzulande ihre gewohnte Wohlstandsbasis zu verlieren droht. Wie sich die USA hierdurch notgedrungen verändern werden, kann niemand, der bei Verstand ist, exakt vorhersagen.
Die Sonderrolle Israels beim derzeitigen Versuch der USA, aus diesem Krieg wieder zu entkommen
Unabhängig von einem möglichen Kriegsausgang bleibt noch ein Randgedanke, den Staat Israel betreffend, zu erörtern: Die beiden Angriffe auf den Iran im Juni 2025 (12-Tage-Krieg) und am 28. Februar 2026 haben eines kaum abweisbar ans Licht gebracht: Der Anstifter der beiden Angriffskriege saß in Israel. Das lässt sich vordergründig an einer einzelnen Person festmachen, die hierfür die Verantwortung trägt. Es ist Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der aus seinem Tun, vor allem 2026, keinen Hehl mehr gemacht hat. Doch es wäre ein schräges Helden-Epos, ihm allein die Auslösung dieser Krieges zuzuschieben. Es ist vielmehr so, dass es eine Fronde superreicher Zionisten unter der Führung einer Frau namens Miriam Adelson in den USA gibt, die bei der Auslösung dieser Kriege nicht hinweggedacht werden kann.
Die Motive dieser Kriegspaten zu beschreiben, hat ein Heer von zustimmenden und verdammenden Welterklärern auf den Plan gerufen. Was sie vorzubringen haben, passt unter keinen gemeinsamen argumentativen Hut. Da sind religiöse Fanatiker ebenso vertreten, wie strikte Rassisten, Weltuntergangs-Propheten, jüdische Weltherrschafts-Vertreter und Weltherrschafts-Anklägern, Existenzrecht Israels-Befürworter, Holocaust-Leugner, Büßerhemdträger, Wiedergutmacher und was auch immer. Der Leser suche sich etwas aus.
Es macht Mühe, sine ira et studio den zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen vermutlich in Israel vorherrschenden Pro-Krieg-Standpunkt zu verstehen. Was also ist es, was angeblich zudem die große Masse der Juden auf dieser Welt eint? Es ist, so liest man es landauf landab das Existenzrecht Israels. Dazu ist weiter oben bereits das Notwendige gesagt. Hinzuzufügen wäre, dass die Zeitgenossen, die dieser Meinung sind, eher eine lautstarke Minderheit in dieser Welt sind. Da diejenigen in dieser Gruppe, die sich selbst als Juden definieren, in großer Zahl keinen Hehl daraus machen, dass sie an den jüdischen Gott Jehova nicht glauben, fragt sich der außenstehende Beobachter mit neugierigem Interesse, was denn der Kitt ist, der diese Menschen zusammenhält.
Meine Antwort kann bestenfalls einen unvollkommenen Versuch bedeuten. Wir stoßen bei der Suche nach dem, was das Jude-sein ausmacht, auf zwei unterschiedliche Hauptquellen: Das Auserwählt-sein und das ständige Verfolgt-sein. Erst die Kombination von beidem (auserwählt, um ständig verfolgt zu werden) schafft ein Zusammengehörigkeits-Moment, das sich fast notwendig in Aggressivität äußern muss, denn wer überall und auf unabsehbare Zeit verfolgt wird, hat kaum eine andere Wahl, als unterzugehen oder gegen seine Feinde loszuschlagen. Jüdische Judentums-Erklärer sprechen in diesem Zusammenhang von Muskeljuden. Es versteht sich am Rande, dass diese Idee vom Muskeljuden von vielen Nicht-Juden nicht geteilt wird. Sie wird vielmehr als Kampfansage verstanden.
Bei uns zulande überwiegen die veröffentlichten Auffassungen der Israel-Versteher. Je weiter man sich geographisch von Deutschland entfernt, desto weniger sind dieselben anzutreffen, vom Nahen Osten selbst ganz zu schweigen. Dort wird Israel als raumfremde Macht bezeichnet, die es zu beseitigen gelte. Noch einmal: Besonders bei uns in Deutschland wird auf solche Auffassungen mit Empörung reagiert, wobei mir zugleich eine gewisses Schizophrenie beigemischt zu sein scheint, wenn dieselben Leute, die vom Existenzrecht Israels reden, vor der Wirklichkeit der in unserem Land agierenden und agitierenden muslimischen Ausländer-Massen die Augen verschließen, die mutwillig ins Land gelassen wurden und nun unverhohlen Judenhass auf offener Straße predigen.
Dies vorausgeschickt, ist es bei nüchterner Lagebeurteilung an der Zeit, einen Standpunkt – allein an den deutschen Interessen ausgerichtet – zu formulieren. Die deutsche politische Klasse weicht dieser Notwendigkeit, ebenso wie in vielen anderen Problembereichen, aus, indem sie diejenigen, die sich um einen vertretbaren Standpunkt bemühen, als Nazis oder Antisemiten verteufelt. Diese Ignoranz muss nahezu zwangsläufig in eine innenpolitische Explosion einmünden.
Die jüngste Entwicklung und das Memorandum of understanding
Zurück ins Geschehen vor Ort. Am 18./19. Juni haben die USA und der Iran ein Memorandum of understanding (MOU) unterzeichnet, binnen einer Sechswochenfrist das Kriegsgeschehen im Verhandlungswege zu beenden. Das Memorandum enthält die folgenden Themen: sofortige Beendigung des Waffeneinsatzes, einschließlich desselben im Libanon, sofortige Beendigung der US-Seeblockade vor Persien, sofortige Öffnung der Straße von Hormus, Beendigung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, Freigabe der in den USA eingefrorenen persischen Vermögen, amerikanische und arabische Zahlungen in einen milliardenschweren Wiederaufbaufonds, Verhandlungen über die Durchlassrechte der Straße von Hormus und Verhandlungen über die Nuklearindustrie des Iran, insbesondere über die Uran-Anreicherung.
Zu den Besonderheiten dieses Abkommens gehört es, dass die jeweiligen Verbündeten mit einbezogen werden, ohne dass sie mit am Verhandlungstisch saßen, auf US-amerikanischer Seite also Israel. Die Israelische Regierung hat sogleich erklärt, dass sie sich hieran nicht zu halten gedenke. Sie ist nicht bereit, sich aus dem Libanon wieder zurückzuziehen. Der Iran hat unmittelbar darauf die Straße von Hormus wieder partiell geschlossen und ist dazu übergegangen, diese Schließung durch Drohnen und Schnellbootbeschuss von Blockadebrechern durchzusetzen. Die USA haben daraufhin erneute Luftangriffe gegen die persischen Küstenbefestigungen geflogen. Der Krieg dümpelt seitdem auf kleinstmöglicher Flamme vor sich hin.
Politische Ereignisse und ein mögliches Ende des Konflikts
Während der Krieg irgendwie nicht zum Stillstand kommen will, ist Bewegung in die politischen Aktivitäten gekommen. Hierbei ist zu bemerken, dass es nicht möglich ist, irgendeine in etwa bündige Äußerung aus dem Mundes des US-Präsidenten zum Beurteilungsmaßstab zu erheben, da dieser sich von Tag zu Tag anders und häufig genug widersprüchlich einlässt. Wenn überhaupt eine gewisse Kontinuität festzustellen ist, so betrifft diese seine Einlassung, dass Amerika groß und seine Armee siegreich ist. Dass dies mit der wahren Lage in Nahost nicht übereinstimmt, wurde bereits dargestellt.
Aus diesem Grunde konzentrieren sich US-Beobachter auf den Vizepräsidenten. Dieser äußerte sich vor wenigen Tagen hinsichtlich der von ihm selbst mitausgehandelten Waffenruhe, es komme jetzt darauf an, die geschwundenen Öl-Reserven wieder aufzufüllen. Danach werde man weitersehen. Diese Stellungnahme ist weltweit vielfach so verstanden worden, als wollten die USA nach dem Auftanken den Krieg wieder weiterführen. Das ist nicht auszuschließen.
Es wundert daher nicht, dass einige Schwergewichte in der Region offenbar nunmehr praktische Konsultationen aufgenommen haben, um eine Sicherheitsarchitektur des Mittleren und Nahen Ostens zu erörtern und ggf. aufzubauen, die ohne Beteiligung der USA wirksam werden soll. Die Nachrichten hierüber sind ab Ende Juni 2026 nicht mehr zu übersehen. Die beteiligten Staaten sind Pakistan, Iran, Türkei und Saudi Arabien, ziemlich sicher auch Oman und ggf. der Jemen. Auffällig ist Pakistan als Atommacht, die wesentlich als Mediator an den derzeitigen Absprachen zwischen den USA und dem Iran beteiligt war, und die Türkei, eine Mittelmacht mit Großmachtambitionen, von der nicht klar ist, wie weit ihre Neuausrichtung mit der gleichzeitigen Nato-Mitgliedschaft harmoniert. Unbekannt sind die ggf. wohlwollenden Unterstützungs-Handlungen aus Russland und China. Wie auch immer man dies im Einzelnen ansieht, diese Einigungsbemühungen sind deutlich anti-amerikanisch. Das ist umso verständlicher, als die militärischen Hauptbasen der USA in der Region zerstört oder doch zumindest schwer beschädigt worden sind.
Wie wird die Kampagne gegen den Iran letztlich ausgehen? Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht. Es sind mehrere Varianten vorstellbar: a) Der Krieg schläft nach Öffnung der Straße von Hormus irgendwie ein. Die schwer beschädigte Weltwirtschaft erholt sich wieder. b) Die Perser akzeptieren das neuerliche Vernichtungsgeschehen in den an Israel angrenzenden Gebieten nicht, schließen erneut die Straße von Hormus und verursachen hierdurch erneutes gewaltsames Vorgehen Israels und der USA, die sich einer wirtschaftlichen Katastrophe konfrontiert sehen. c) Im Verlauf der wiederaufgeflammten Gewalt gerät Israel durch persische Luftangriffe an den Rand einer existenzvernichtenden militärischen Niederlage, so dass Israel selbst oder die USA Atomwaffen einsetzen. Was hierauf folgt, lässt sich beim besten Willen nicht vorhersagen. Man sollte indessen im Auge behalten, dass China durch einen hochrangigen Regierungsvertreter bereits vor Wochen, am 13./14. April 2026, angedroht hat, dass es in diesem Fall innerhalb von Tagen kein Israel mehr geben werde.
Der nachfolgede Beitrag von Wolfgang Prabel stammt von Prabels Blog vom 2. Juli 2026. Er enthält einen interssanten Rundblick mit länderspezifischen Informationen, die man sonst in dieser gebündelten Form nirgendwo zu lesen bekommt.
Für den Beitrag von Egon W. Kreutzer, den ich hier mit seiner Erlaubnis weiterverbreite, wünsche ich dasselbe Lesevergnügen, wie ich es empfungen habe, denn merke, schon die alten Lateiner (in diesem Fall Juvenal) wussten es: difficile est satiram non scribere (es ist schwer, keine Satire zu schreiben).
Das understanding war nur kurz, denn gestern hat der Iran die Straße von Hormus wieder dicht gemacht. Der Grund: die Israelis holzen weiter im Südlibanon – genau wie sie das angekündigt hatten. Jetzt allerdings berufen sie sich darauf, von der bösen Hisbollah angegriffen worden zu sein. Nur mal am Rande bemerkt: Israel pocht auf seinem guten Recht, den Südlibanon besetzt zu halten. Empörender Weise gibt es dort lebende Palästinenser, die sich dagegen zur Wehr setzen. Alle wissen das, nur Israel, die USA und Deutschland nicht.
Gutes Recht (2): Leise, leise mehren sich die Stimmen in Deutschland, die die systematische Vernichtung der Palästinenser nicht bejubeln mögen. Man muss es ja nicht gleich so deutlich machen wie der Bundesparteitag der Linken, der gestern beschloss, dass es sich beim israelischen Vorgehen im Gaza-Streifen um Völkermord handele. Der Chor der Begleitpresse begnügt sich mit der Feststellung, das sei Antisemitismus, was sicher Quatsch ist. Doch will ich nicht ausschließen, dass echte Antisemiten die Aussagen der Linken behaglich goutieren werden.
20. Juni 2026
Dass es so schnell gehen würde mit dem von mir gestern dunkel gemutmaßten polnisch-ukrainischen Konflikt, das hatte ich nicht geahnt. Wie dem auch sei, während ich noch grübelte, entzog der neue polnische Präsident seinem Gegenüber in Kiew den höchsten polnischen Orden wg. dessen Nähe zu den traditionellen Waffen-SS-Heerscharen. Zeitgleich forderte Selenskyj eine Sondereinfädelspur in die EU. Blick nach Berlin: Fritz der Kanzler sitzt mal wieder zwischen den Stühlen.
SS (2): Die Abkürzung steht für Schutzstaffel (des Führers). So wars anfangs gedacht, in kürzester Zeit kam 1933 ff. mehr und anderes dazu. Ich zähle das jetzt nicht alles auf, um nicht Gefahr zu laufen, irgend eine Scheußlichkeit nicht erwähnt zu haben und damit dem Verharmlosingsverdikt zu unterfallen. Merkwürdig ist allerdings die Bewunderung durch das Ausland (speziell Nordamerika), die noch heute einem markanten Teil der SS gezollt wird: der Waffen-SS.
Auch nicht schlecht: Nachdem selbst der Don mitgekriegt hat, dass ihm die Reps wg. seines Nahost-Deals davonrudern, hat er heute Nacht erklärt, dass das Regime in Teheran am Ende sei. Na gut, das ist eine Schlagzeile, an die sich schon morgen keiner mehr erinnern wird. Zwischenzeitlich versuche ich, die Meldungen Vize-Vance-fliegt-in-die Schweiz und Vize-Vance-fliegt-nicht-in-die-Schweiz in meinem bescheidenen Kopf zu koordinieren.
19. Juli 2026
Die deutschen Pressejubilanten des US-israelischen Interventionskrieges gegen Persien bemerken erschrocken, dass ihre Favoriten den Krieg überhaupt nicht gewonnen haben, wie sie seit Wochen behaupteten. Jetzt sind sie beim Zusammenzählen der Erbsen ärgerlich, dass nicht einmal der status quo ante erreicht wurde. Die Grundprobleme der Amerikaner werden auf Fußspitzen umgangen: Verbrauch der nationalen Ölreserve bis auf einen schäbigen Rest und die Unfähigkeit, den Kriegshelden in Tel Aviv unter Kontrolle zu halten. Dass bei dem weiterhin die Dollars sprudeln, bewirken die Spielhöllen von Las Vegas. Verrückter Zusammenhang, aber trotzdem wahr
Presse (2): Selbst bei Tichy und bei Apollo News bemerkt man, dass da was schief gelaufen ist. Ich betrachte mit Genuss die einschlägigen Reporter-Namen und vergleiche sie mit meinen Notaten im Geheimdienstlexikon. Schräges Tun ist offenbar vererblich.
Presse (3): Ein Fernsehgesicht des ZDF namens von Ungern-Sternberg hat, wie ich mit Vergnügen lese, an Elon dem Wunderkind Maß genommen und ihm Mitverantwortung für die Gewaltausbrüche auf den britischen Inseln unterstellt. Doch, oh Schreck, der wehrt sich. Hier gilt die Regel: Prüfe, bevor du in den Ring steigst, dein Gewicht. Auch in diesem Fall kennt mein Geheimdienstlexikon potente Namensträger der Presse-Baronesse, zum Beispiel den baltendeutschen Kavalleristen in russischen Diensten, der im Verlauf der russischen Revolution zu einer Art kurzfristigem Herrscher (Khan) in der Mongolei aufstieg, bevor ihn die Roten ergriffen und hinrichteten.
Presse (4): Die Bilder vom polnischen Amerikaner Sikorski, der zur Zeit beim Nachbarn der Außenminister ist, und seinem deutschen Pendant, Johann das Nordmännlein, dienen der Illustration eines soeben abgeschlossenen deutsch-polnischen Verteidigungsbündnisses. Bei Zeller lese ich hierzu heute Morgen den zynischen Kommentar: Polen gibt Autos an Deutschland zurück. – Mir geht das britisch-polnische Verteidigungsbündnis vom Frühjahr 1939 durch den Kopf, das auf geradem Weg in den Zweiten Weltkrieg führte. Das Bündnis von gestern ist indessen glänzend geeignet, in den notwendig kommenden, bislang lediglich aufgeschobenen polnisch-ukrainischen Konflikt hineinzuführen. Nun, Außenpolitik ist tückisch. Ob der kleine Mann vom Werderschen Markt das auch schon mitgekriegt hat? Kann mir das beim besten Willen nicht vostellen.
18. Juni 2026
An den beiden letzten Tagen trafen sich die G 7 an der französischen Seite des Genfer Sees. Wie ich es auch drehe und wende, auf den von der Presse übermittelten Fotos sind stets mehr als 7 Personen zu sehen. Ich versuche, die Nasen zuzuordnen und komme auf USA, CAN, D, F, GB, I und JAP sowie einige, die ich nicht genau zuordnen kann. Wenn man denkt, dass dies die Versammlung der sieben mächtigsten Industrienationen sein soll, stellt sich mir die Frage: Wo sind RUS, CH und IND? Mir schwant, dass hier ein Modell aus der guten alten Zeit konserviert werden soll, oder anders ausgedrückt: die gegenwärtige dynamische Moderne ist nicht mit am Tisch, stattdessen ein Mummenschanz der absterbenden Volkswirtschaften.
Mummenschanz (2): Die Vereinbarungen zwischen Iran und USA, die beabsichtigte Beendigung des Kriege betreffend, wird heute Nacht von den USA veröffentlicht. In der Westpresse lese ich, wie wir es den Mullahs gegeben haben. Soso. Der dort genannte Wiederaufbaufonds, zu dem sich die Amerikaner verpflichtet haben, riecht eher nach Reparationszahlungen als nach dem Sieg der democracy. Noch ein paar Streiflichter: Die Durchfahrt von Hormus wird zur Sache von Iran und Oman erklärt. Der Pakt soll auch den Libanon umfassen. Die amerikanische See-Blockade Persiens wird aufgegeben, auch alle Sanktionen. Der Atom-Streit wird in die Gremien verschoben.
Mummenschanz (3): Das alles soll für die Unterzeichner (also US und Persien) „und für deren Verbündete“ gelten. Das kann nichts werden. Spätestens beim nächsten Bombenregen im Südlibanon, kommt es zum Schwure. Israel weiß das, und seine Regierung will es auch so.
Mummenschanz (4): Der Don erklärt vor lauter Wonne, dass er, weil das Öl jetzt wieder fließt, ab sofort wieder Raum hat, um neuerliche Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Der beim Gipfel anwesende kleine Mann aus Kiew wird das sicher gerne gehört haben. Dass der zu G 7 gehört, war mir bis gestern nicht geläufig. Man muss die Sache vielleicht neu definieren: Es war ein Treffen der größten Schuldenmacher. Da passt die Ukraine ohne weiteres ins Bild.
16. Juni 2026
Beim Schreiben meines jüngsten Opus habe ich mich Jahr und Tag mit den Problem der Abgrenzung von Weltmacht, Realpolitik und Größenwahn herumgeschlagen. Heute Morgen fällt mir wie aus dem Nichts eine Definition für Weltmacht ein: Es ist die Fähigkeit, weltweit ungestraft Kriegsverbrechen begehen zu können. Die USA fallen ohne weiteres unter diese Definition. Die Frage wäre: auch Israel? Ich weiß schon, jetzt werden die üblichen Befürworter empört die Hände heben. – Jungs, beruhigt euch, ich probiere lediglich aus, ob meine Definition tragfähig ist. Ist sie nicht, denn die USA begehen keine Kriegsverbrechen, sondern sorgen mit Nachdruck dafür, dass die Menschenrechte beachtet werden, und Israel verteidigt lediglich mit geeigneten Bandagen sein Existenzrecht.
US-Israel (2): Ich verkneife es mir, auf den Bombast anlässlich des Achtzigsten im Weißen Haus einzugehen. Die Schlagzeilen überdecken etwas mühsam, dass der angeblich ausgehandelte Deal mit dem Iran, der am 19. unterzeichnet werden soll, von einer der Kriegsparteien, der in Tel Aviv, in Bausch und Bogen abgelehnt wird.
US-Israel (3): Die einschlägigen Erklärungen aus Tel Aviv lassen keinen Zweifel zu. Israel wird sich aus den neuerlich besetzten Gebiete in Gaza/Palästina, Syrien und dem Libanon nicht zurückziehen. Das Töten dort wird weitergehen. Offen ist lediglich, wann der Iran die nächste Raketensalve auf Israel abfeuert.
US-Israel (4): Mittlerweile sickern Satelliten-Bilder ins Internet durch, die Schäden aus dem Beschuss von Israel und den Golfstaaten in der vergangenen Woche zu dokumentieren scheinen. Ich bin skeptisch, ob das, was wir zu sehen meinen, mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Zu strikt ist die Nachrichtenzensur, als dass sich eine Inlandsquelle an die Sonne wagen würde. Hier zeigt sich ein spaßiger Effekt jeglicher Zensur: Die Leute fangen an, sich ihr eigenes Bild von der Wirklichkeit zu malen. Ich stelle bei mir selbst ähnliche Tendenzen fest.
US-Israel (5): Mittlerweile werden auch die treuesten Unterstützer Israels in den Medien bei uns zulande unsicher, und sie schweigen in der Mehrzahl beklommen. Vielleicht gibt ihnen ihr Leib- und Magen-Blatt New York Times mit seiner speziellen Eigentümerschaft zu denken, wo vor Tagen ausführlich dargelegt wurde, dass für die föderal organisierte US-Spionageabwehr die größte Bedrohung der amerikanischen Entscheidungsstrukturen aus… – na? falsch geraten – Israel herrührt. Das kann natürlich ein Schuss ins Blaue sein, um die Reihen wieder fest zu schließen. Auch muss die Zeitung auf die Leserschaft Rücksicht nehmen, die im Moment mit besorgniserregenden wirtschaftlichen Verlusten infolge des Krieges zu kämpfen hat. Aber ebenso ist es möglich, dass die grundsätzlich Trump-feindliche Zeitung hier das Spiel Trump-ist-eine-Marionette spielt. Da muss man auch ein Wort zum Spieler sagen. Ein amüsantes Dilemma.
15. Juni 2026
Das wäre, wenn es stimmt, zu schön, um wahr zu sein: Nach Posaunentönen aus dem Weißen Haus von heute Nacht soll es so sein, dass die Hauptkontrahenten USA und Iran den Krieg mit sofortiger Wirkung ad acta legen, damit, wie Trump es ausdrückt, ab sofort das Öl wieder fließen kann. Am kommenden Donnerstag, 19.6.2026, soll der Vertrag zwischen beiden Staaten formell unterzeichnet werden.
Kriegsende (2): Ich will nicht unnütz nörgeln, denn das Ende des Tötens ist die einzig vernünftige Lösung. Bleibt nur die Hoffnung, dass es auch wirklich geschieht. Die Zweifel rühren daher, dass Israel den Samstag noch nutzte, um mit dem Töten im Süd-Libanon und Beirut fortzufahren. Immerhin entfuhr es Trump, dass er dies für kontraproduktiv halte. Da Persien, wie man vom Vermittler aus Pakistan hört, darauf besteht, dass auch der Libanon in den Waffenstillstand einbezogen ist, und sich die USA angeblich darauf eingelassen haben, sieht man in aller Deutlichkeit die Sollbruchstelle dieses neuerlichen Abkommens.
Kriegsende (3): Wir erinnern uns an den April, als dieselbe Konstellation vorlag, und die Amerikaner, als die Israelis einfach weiter bombten, sich so vernehmen ließen, vom Libanon sei nie die Rede gewesen. Das war eine faustdicke Lüge, wie die Vermittler aus Pakistan offenlegten. Danach ging das Gemetzel bis zu diesem Wochenende weiter, wenn auch auf abgesenktem Niveau. Und vor allem: die Straße von Hormus blieb unter persischer Kontrolle geschlossen. Die heutige Öffnung kann also, wenn es in Tel Aviv die Falken wieder jucken sollte, morgen erneut rückgängig gemacht werden.
Kriegsende (4): Es mag ja verrückt klingen, aber der Schlüssel zum Frieden in Nahost liegt in Tel Aviv. Es bleibt eine never-ending Story, da sich an der Grundkonstellation des Konflikts nichts geändert hat, in dem beide Seiten auf einer 100 Prozent-Lösung bestehen.
Und zum Schluss noch was Unernstes: Am Samstag fand in München – einst die Hauptstadt der Bewegung – eine Demo mit bemerkbar vielen Leuten unter dem Motto Merz muss weg statt. Ich dachte, dergleichen sei ein Privileg jener Landsleute, bei denen Unseredemokratie immer noch nicht angekommen ist.
14. Juni 2026
Die Direktorin für die Koordination der Geheimdienstarbeit der USA (Director of National Intelligence – DNI), die zum Monatsende ausscheidet, hat mit dem Bericht 10/26 vorgestern ihre Abschiedsvorstellung gegeben. Was Tulsi Gabbard da vorgelegt hat, ist ein Paukenschlag: „Bislang wurden dem amerikanischen Volk Beweise für die Existenz und Finanzierung dieser [Bio-] Labore bewusst vorenthalten. Die Informationen über die Existenz, die Geschichte, die Standorte und die Finanzierung dieser von den USA finanzierten Biolabore wurden von mächtigen Personen absichtlich verschleiert, indem sie fälschlicherweise behaupteten, diese existierten nicht, und alle, die etwas anderes sagten, beschuldigten, ausländische Agenten und Verräter Amerikas zu sein. Viele dieser von der US-Regierung finanzierten Biolabore betreiben derzeit oder haben in der Vergangenheit Forschung mit gefährlichen und hochansteckenden Krankheitserregern betrieben, in einigen Fällen einschließlich gefährlicher „Gain-of-Function“-Forschung, und das bei äußerst geringer Transparenz und Kontrolle.“ Auf die Täterschaft von Antony Fauci & Konsorten wird ausdrücklich hingewiesen, auch darauf dass ein Teil dieser kriminell betriebenen Labore nach wie vor in der Ukraine liegt.
Der Kolonialherr (2): Gestern trudelte dessen Mai/Juni-Heft der Foreign Affairs bei mir ein. Ich fasse mal grob zusammen, was beim ersten Überfliegen hängen geblieben ist: a) Krieg in Nahost bereits nach ein paar Tagen militärisch gewonnen, nur leider ist das Hormus-Straßen-Problem noch nicht ganz gelöst. Muss es aber in naher Zukunft. b) Israel auf bestem Wege, den Nahen Osten neu zu gestalten. c) Der Diktatur in Nord-Korea muss mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. – Wirklich kurios, und kurios genug: fast alle Autoren waren mal in der Obama-Regierungszeit dort auf außenpolitisch bedeutsamen Funktionen. Mein Eindruck: die sehen zuviel fern.
Der Kolonialherr (3) heute Nacht: Wenn die Perser am heutigen Sonntag nicht unterschreiben, wird weiter gebombt. Man tut gut daran, sich von diesem Nervenkrieg, der im Weißen Haus erzeugt wird, nicht überwältigen zu lassen. Betrachte mit Muße die mitgelieferten Pressebilder. Neben dem Don die beiden üblichen Verdächtigen als Staffage: der Kriegsminister und der Außen-Italo-Hispano. Beide glotzen mit leeren Augen geradeaus. Nirgendwo zu sehen: der Vize Vance.
Ostfront: Ursel von der EU bietet der Ukraine und Moldawien Sonderkonditionen für den Beitritt an. Was genau das bedeuten soll, wird nicht berichtet. Nur dass beim kleinen Mann aus Kiew wieder das Geld alle ist. Jetzt fordert er weitere 20 Milliarden an, um Russland zerstören zu können. Hatte er nicht gerade erst 90 Milliarden erhalten? Wo zum Teufel ist das ganze Geld hin? Niemanden scheint das zu interessieren, und wie passt das mit der Meldung zusammen, dass die EZB die Zinsen erhöhen will?
Ostfront (2): Der neue Mann aus Ungarn widerspricht Fritz dem Kanzler auf offener Bühne in Berlin über die Notwendigkeit der Kriegführung gegen Russland. Ja, der tut Dinge, vor denen Kritiker bereits vor dessen Wahl gewarnt haben: Er verschärft den Kurs von Orbán.
13. Juni 2026
Das sind irritierende Meldungen aus Islamabad zu Stand und Fortgang der amerikanisch-persischen Gespräche über ein Ende des Krieges in Nahost. Nehmen wir mal an, dass es stimmt, was der pakistanische Moderator sagt, nämlich dass sich die Experten beider Seiten sehr nahe gekommen sind, so belehrt jedoch ein Blick auf die jeweiligen Führer, dass dies nichts bedeuten muss. Trump fährt weiter Zickzack, Teheran hüllt sich in Schweigen, und aus Tel Aviv ist das Übliche zu hören. Hieraus destilliere ich die Kernaussage von Kriegsminister Israel Katz: Man behalte sich vor, was immer dort vereinbart werde, den Iran anzugreifen, wenn dort am Atomprogramm weitergearbeitet werde, und man habe keineswegs die Absicht, aus den neuerlich besetzten Gebieten im Gazastreifen, in Syrien und im Libanon wieder abzuziehen.
Große Worte (2): Sieht das alles nach Friedenswillen aus? Die Frage stellen, heißt sie verneinen. Da sitzen welche auf turmhohen Rössern. Wir Deutsche füttern sie artig aufgrund von zwei Basisannahmen: Holocaust und Existenzrecht Israels. Das letztere beruht auf einer gewaltsamen Landnahme in den späten 1940er Jahren, deren Einzelheiten man am besten ausblendet, wobei uns in Deutschland seit Jahrzehnten der drohende Hinweis auf den Holocaust das Maul verbietet. Nun stellen wir erstaunt fest, dass das Nahost-Gewaltproblem außerhalb unserer Grenzen ganz anders gesehen wird.
Große Worte (3): Diesmal von Fritz dem Kanzler. Er hat verfügt, dass heutige Reformen viel schwieriger seien, als ein Land nach dem Krieg wieder aufzubauen. Falls er damit Deutschland meint, dessen Namen in seiner Erklärung nicht extra vorkommt – jedenfalls nicht, soweit ich in der Presse darüber lesen konnte –, darf angemerkt werden, dass er darüber aus eigenem Erleben nichts wissen kann. Das, was in unserm Land den Boom auslöste, war vor seiner Zeit, und ob seine Vorfahren im Hochsauerland hierzu Entscheidendes beisteuerten, müsste wohl noch extra beleuchtet werden. Ich bekenne freimütig, dass mir hierüber nichts bekannt ist. Bekannt ist mir hingegen, wie meine Eltern schuften mussten, um nach ihrer Vertreibung und Flucht wieder auf die Beine zu kommen. Dass sie Freude an diesem Tun empfunden haben könnten, kann nur ein Idiot behaupten.
12. Juni 2026
Heute Nacht war wieder mal so ein Moment, an dem ich dachte, der Nahostkrieg laufe jetzt endgültig aus dem Ruder, nachdem der Don gestern Abend angekündigt hatte, es folge jetzt das schwerste Bombardement des Iran seit Kriegsbeginn. Um zwei Uhr (MEZ) blies er das ab und sprach von verheißungsvollen Verhandlungen fürs Wochenende.
Nahost (2): Wie oft will der US-Präsident diese Nummer noch durchziehen? Fakt ist – wie man hier im ehemaligen Osten sagte –, dass seine Zeit abgelaufen ist. Jedenfalls was einen Sieg des großen und guten Amerika anbelangt. Der Einbruch der Welt-Öl-Produktion wird die schwerste Wirtschaftskrise seit 1929 auslösen. Jeder, der noch alle Tassen im Schrank hat, weiß es: dieser Krieg muss beendet werden. Sofort.
Nahost (3): Man könnte lachen, weil es an Absurdität kaum zu überbieten ist: Der Schlagabtausch in dieser Woche wurde angeblich durch den Abschuss eines Apache-Kampfhubschraubers in der Straße von Hormus ausgelöst. Die Rettung der Besatzung durch eine unbemannte Wasserdrohne dominierte die West-Presse. Unerörtert blieb meistens, was der Hubschrauber dort zu suchen hatte.
Nahost (4): Der persische Außenminister fasste die Ereignisse rund um den Hubschrauber-Abschuss in wenigen Worten zusammen: Fremde Streitkräfte in der Nähe unseres Landes unterliegen einem andauernden Risiko. Die beste Lösung, dieses Risiko zu verringern, ist, dass sie verschwinden.
Nahost (5): Jetzt folgten zwei voneinander unabhängige Handlungsstränge: a) Das US-Bombardement der persischen Küstenbefestigungen mit unbekanntem Ergebnis, auf das im Stundentakt persische Raketen- und Drohnen-Angriffe auf US-Stützpunkte im Golf und Jordanien folgten, auch diese mit umstrittenen Ergebnissen. b) Im Nachrichtenschatten davon neuerliche israelische Luftangriffe im Südlibanon, die, wie mehrfach angekündigt, eine massive persische und jemenitische Raketensalve Richtung Israel auslösten. Über die Ergebnisse dieses Luftschlages wird striktes Schweigen gebreitet. Arabische Kanäle mutmaßen, dass die beiden wichtigsten Basen der israelischen Luftwaffe getroffen worden seien.
Nahost (6): Trotz Ankündigung aus Tel Aviv unterblieb ein israelischer Luftschlag gegen den Iran. Die Auguren murmeln, dass dies an einer Intervention des Don liege. Wir wissen zumindest aus seinem Mund, dass er auf wenig schmeichelhafte Art am Telefon mit dem Führer Israels sprach. Die amerikanische Reporterin, die den Präsidenten mit wiederholten Fragen belästigte, warum er sich von Netanyahu am Nasenring durch die Arena schleifen lasse, beglückte er mit der Antwort, dass ihm niemand was zu sagen habe, auch Netanyahu nicht, und dieser froh sein müsse, dass er, der Don, ihn vor dem Gefängnis (jail) bewahrt habe. Na sowas, das hatten bislang nur Verschwörungs-Spezialisten vertreten.
11. Juni 2026
Nein, ich werde nicht plötzlich zum Lokalpatrioten. Fürs Örtliche interessiere ich mich erst, wenn ich die Bemühungen der Obrigkeit, den Verkehr zu behindern, ausbaden muss und verzweifelten Touristen dabei zusehe, wie sie von ihren Handys verlangen, durch die ganz sinnlos angeordneten Umleitungen geschleust zu werden. Bei soviel mit einem schiefen Grinsen ertragenen Ortsinteresse entgeht es mir leicht, dass wir an der Spitze des Zwergstaates über einen Denker von Format verfügen, den die boshaften Mit-Ignoranten als Doktor mett. zu bezeichnen belieben. Dabei sagt der Sachen, bei denen man ins Grübeln gerät, zumindest berichten überörtliche Postillen wie Apollo News darüber: „Buchenwald liegt nicht zufällig bei Weimar. Diese Nähe verweist auf eine Spannung, die sich nicht auflösen lässt. Hier die Stadt der Kultur, des Humanismus, der deutschen Klassik, dort ein Ort der Barbarei, der systematischen Entmenschlichung. Diese Konstellation ist kein Widerspruch. Sie ist eine Warnung, denn sie zeigt, dass Bildung und Kunst, ja sogar moralische Selbstvergewisserung, nicht immun machen gegen das Böse.“
Doktor (2): „Auf dem Ettersberg wie an all den anderen Orten, überall wurde die Menschlichkeit nicht nur verletzt, sondern methodisch, bürokratisch, industriell verleugnet. Es waren keine Orte, an denen man zufällig die Augen verschloss. Das Wegsehen war die einfachste Form der Verleugnung der Menschlichkeit. Und diese Unmenschlichkeit ist es, die uns bis heute fassungslos macht.“
Doktor (3): „Ich trete nicht nur in das Amt eines Vorgängers, sondern in das Vermächtnis eines Anspruchs.“ … „Doch was ihn prägte, waren nicht nur die Trümmer der Städte. Es waren die Trümmer der Ordnung: ein Vaterland ohne Verlässlichkeit, ein politisches System ohne den Wert der Menschlichkeit.“ … „Wo Politik sich überhöht, verliert sie ihre Menschlichkeit. Wo sie Vollkommenheit behauptet, zerstört sie die Freiheit. Für Bernhard Vogel hieß Verantwortung: die Grenze des Machbaren zu achten – und darin das Eigentliche zu erkennen.“
Doktor (4): Es gibt Leute, die behaupten, der Doktor Voigt habe seine Kuriosa von der KI formulieren lassen. Kann ich mir nicht so recht vorstellen. Selbst wenn, so würde das zeigen, dass er das, was er ausspricht, intellektuell nicht überblickt. Man stelle sich vor, das Wort Intellekt hieße Interlekt (= zwischen dem Gelesenen), dann gebe das mit Blick auf den Thüringer Denker und sein Gerede einen heiteren Sinn.
10. Juni 2026
Nein, so geht es jedenfalls nicht. Während gestern Früh der Don mit dem üblichen Bombast ankündigt, dass in Nahost ein Big Deal unmittelbar vor dem Abschluss steht, muss er Stunden später ansagen, dass das große und gute Amerika nicht dulden könne, wenn fast zeitgleich ein Apache-Hubschrauber in der Straße von Hormus vom Himmel geholt werde. Was der da zu suchen hatte, sagt er nicht extra, aber ich weiß es: Er sollte die völkerrechtswidrige Sperrung des persisch-omanischen Seeweges beenden helfen. Dabei kam er zu Schaden. Innerhalb von Stunden übten die US-Streitkräfte Rache und bombardierten eine Insel und einen persischen Hafen in den Straits, was den persischen Außenminister noch heute Nacht veranlasste, hierfür eine Rache anzukündigen. Man sieht, das schaukelt sich jetzt wieder hoch.
Hochschaukeln (2): Da wagten sich doch gestern Bürger dieses Landes mit der gewagten Parole Merz muss weg auf die Straßen mitten in Berlin. Befürworter und Vertuscher streiten noch, wieviele Hanseln das gewesen seien. Die Zahlen schwanken zwischen einem Menschenhäuflein und einer fünfstelligen Massen-Zusammenkunft. Aus Erfahrung gewitzigt, zieht der Kopf mit Hilfe seiner verblassenden Erinnerungen Parallelen zu den Ereignissen von 1989, als das Volk damit begann, die Straße zu erobern. Es waren Arroganz und Trotz, die sich da begegneten. Leute, wie ich einer war, sagten: Das wird nichts werden. Ich irrte mich. Und wie.
Hochschaukeln (3) Man wird mir nachsehen, wenn ich mich vergnüge, was ich stattdessen über Nacht bei Zeller las. Auch das weckt Erinnerungen, gegen die ich mich nicht wehren kann.
Vormittags um elf: Das ging schneller, als von mir erwartet. Der Iran übt Vergeltung für das, was Washington Selbstverteidigung der US-Streitkräfte in der Umgebung der Straße von Hormus nennt. Wie angekündigt trifft es US-Unterstützerstaaten. Die persischen Ziele liegen in Bahrain, Kuwait und Jordanien. Das letztgenannte nach meinem Eindruck zum ersten Mal.
9. Juni 2026
Ob man einen Schriftsteller schätzt, ist häufig einem Zufall geschuldet, nämlich ob einen ein Text, den man – was nicht sein muss – bewusst mit seinem Namen verbindet, denn normalerweise ist es so, dass mich die Information interessiert, womöglich sogar fesselt. Die verbreitete Information ist das, was im Gedächtnis haften bleibt, nicht jedoch der Autorenname, falls ich den überhaupt zur Kenntnis nahm. Nun ja, nur eben manchmal, da ist das anders. So ein glückliches Zusammentreffen geschah nach der geradezu atemlosen Lektüre des Romans Niemandszeit, den ich geschenkt bekam. Die Lektüre fand an jenen Tagen statt, als ich in Kamenz mit der Leiterin des dortigen Lessing-Museums ein wundersam abschweifendes Gespräch über das skandalöse Abräumen von Jörg Bernig als dem gerade frisch gekürten Kulturamtsleiter von Radebeul (an der Elbe gelegen) führte. So wurden bei mir der Name des Romanautors und der Roman selbst in meinem Aufmerksamkeits-Kosmos zusammengeführt.
Bernig (2): Ob man einen Autor schätzt, ist nicht nur vom gerade geschilderten Zufall abhängig, sondern auch davon, ob der Text, der hierfür verantwortlich ist, diesen Toller-Text-Effekt ausgelöst hat. Danach will man dann mehr von dem Autor lesen.
Bernig (3): Vor Wochenfrist frage ich die Buchhändlerin in Loschwitz, ob sie noch was von Bernig hat, was ich noch nicht gelesen habe. Hat sie. Es ist die Erzählung Die ersten Tage, deren 352. handnummeriertes Exemplar (von 500) den Besitzer wechselt. Heute, sehr früh, im noch diffusen Licht eines verhangenen Juni-Morgens habe ich das Buch gelesen. Als ich schließlich nach 50 Seiten hochblicke, hat sich die Sonne durchgekämpft. Ich brauche ein Weilchen, um wieder in der Wirklichkeit anzukommen, mache das Leselicht aus und gehe in die Küche, um den ersten Tee des Tages zu kochen. – Jetzt beim Niederschreiben dieser Notiz, unterbreche ich mich mehrfach, da mir das Gelesene durch den Kopf geht. Es ist die Sicht auf die Dinge, und wie sie sich mit der vorherrschenden Beleuchtung verändern.
8. Juni 2026
Letzte Nacht hat der Iran Raketen auf Israel abgeschossen, die auch angekommen sind. Von dort hören wir die üblichen Reaktionen: Alle anfliegenden Raketen wurden abgeschossen. Gleich anschließend wurden israelische Raketen auf Teheran abgeschossen, die ebenfalls angekommen sind. Über die angerichteten Schäden ist noch nichts bekannt.
Wieder einmal versuche ich, einen Schritt zurück zu machen. Bereits letzte Woche kündigte der Iran an, sich für die israelische Bombardierung von Beirut zu rächen. Dieser Bombardierung war die israelische Ankündigung vorausgegangen, der Krieg gegen den Libanon werde weitergeführt, solange es die Hamas gebe, die bekanntlich von Persien unterstützt werde. Die Lage dort ist völlig verfahren. Immer gibt es irgendwen, der sich berechtigt glaubt, auf irgendwas reagieren zu müssen.
Noch einen Schritt zurück: Bis gestern war ich der Meinung, die USA könnten, was ihr Mündel in Tel Aviv anbelangt, den Teufelskreis durchbrechen, aber es aus mancherlei Gründen nicht zu wollen. Seit heute Nacht bin ich mir nicht mehr so sicher, nachdem das Weiße Haus sich mit seiner Forderung an Netanyahu nicht durchsetzen konnte, neuerliche Gewalt zu unterlassen. Die dortige Führung zeigt, dass sie sich sicher ist, das Votum von Trump gefahrlos ignorieren zu können. Der Kreis der amerikanischen Entscheider wächst, die das nicht hinzunehmen bereit sind. In diesem Sinne verstehe ich das mehrheitliche Votum aus dem Repräsentantenhaus in der vergangenen Woche, den Präsidenten zum Rückzug aus dem Iran-Krieg zu zwingen. – Egal, was die Trump-hörigen Medien dazu verbreiten, Trumps Kriegsführung ist spätestens jetzt nach amerikanischem Recht illegal.
Geschichtsunterricht: Bis gestern nahm ich an, dass bald nach dem Zweiten Weltkrieg die Neugründung CDU das größte der möglichen Sammelbecken für ehemalige NSDAP-Mitglieder in Westdeutschland gewesen ist (In der SBZ waren es NDPD und SED). Nun weiß ich durch Fritz den Kanzler, dass es die AfD ist, die der NSDAP unmittelbar nachfolgte. Das ist eine originelle Idee, und ich nehme an, dass sie von einem Prädikats-Juristen aus dem BMI stammt, der mal in die alten Gesetze kuckte. Da hat der wackere Mann festgestellt, dass man in Berlin für das Verbot von NSDAP-Nachfolgeorganisationen das Bundesverfassungsgericht nicht benötigt.
7. Juni 2026
Nach einwöchiger Abstinenz vom Bedudelt-werden durch den Nachrichtenmüll fege ich am Sonntagmorgen ein paar Staubflocken zusammen. Das Häuflein ist kaum beeindruckend zu nennen: a) Geschrei aus Kiew über Russlands angebliche Niederlage, b) gutbesuchtes Wirtschaftsforum in St. Petersburg, auf dem Putin moderate Töne anschlägt, während eine Drohne kurz zuvor daselbst in einen Öl-Terminal einschlägt, so dass eine schwarze Wolke am Sommer-Himmel unübersehbar aufsteigt, c) iranische Drohnen, die den Flughafen von Kuweit ruinieren, d) israelische Luftangriffe auf den Süd-Libanon, e) Mitteilung iranischer hoher Offizieller via Pakistan, man werde auf eigenem Territorium die Bombe zünden, f) Pressegeschwätz über den angeblichen Verfall der CDU, g) wüste Justiz-Attacken gegen Kritiker von Fritz dem Kanzler. – Zu jedem dieser Themen lässt sich ein Roman schreiben, aber man muss nicht, und ich schon gar nicht.
Schreiben (2): In derselben Woche lösche ich in einem Gewaltakt 200 von 500 Manuskript-Druckseiten von Mein Abendland in der Erkenntnis, dass das, was ich zum Ausdruck bringen will, zwischen zwei verkaufbare Buchdeckel passen sollte. Am vergangenen Sonntag begann ich diesen Ritt ins Dickicht der eigenen Gedankenwelt, gestern schloss ich ihn ab. Zurück bleibt ein Gefühl von Erschöpfung.
30. Mai 2026
Es ist ermüdend, den Nachrichten über den Nahostkrieg, die aus dem Weißen Haus quellen, noch Beachtung zu schenken, solange es keine Pendants aus Teheran gibt. Also haken wir missmutig ab, dass das Gerede über den unmittelbar bevorstehenden Deal nur das ist, was es ist: Gerede.
Gerede (2): Gestern kaufte ich aus Neugierde in einer Kaufhalle in Mechelroda (an der A 4), die ich wg. der dortigen erstaunlichen Metzgerei angesteuert hatte, erstmals eine papierene Ostdeutsche Allgemeine. Ein erstes Überfliegen im Freien weckt Neugierde. Ein doppelseitiger Artikel über das Marine-Kommando in Rostock referiert ausgiebig den offiziellen Standpunkt, dass es sich hierbei um eine deutsche, wiewohl multinationale Einrichtung und keineswegs eine solche der Nato handele. Es wird der wissenschaftliche Dienst des Bundestages zum Zeugen aufgerufen, dass ein Verstoß gegen den Zwei-plus-Vier-Vertrag nicht vorliege, der Nato-Einrichtungen in der Ex-DDR verbietet. Ich will nur am Rande bemerken, dass die Russen dies anders sehen. Ich frage mich, warum zum Henker begibt man sich in diese unhaltbare Position. Sie ist unnütz, wo nicht schädlich oder sogar gefährlich.
Gerede (3): Nach Drohneneinschlag in Rumänien zeigt der Wertewesten mit dem Finger auf den bitterbösen Putin, der allerdings dementiert. Fritz der Kanzler nutzt die Gelegenheit, um dem Russen zu drohen. Fragt sich wozu und womit. In der wenig erbaulichnen Beurteilung des Kanzlers ist neben Pinochio das Kürzel FRTZ sehr beliebt, letztes mit Zusätzen, die ich mir aus Gründen des guten Geschmacks schenke. Lackaffe jedenfalls, sagt das Amtsgreicht Heilbronn, darf man ihn nur gegen 100 € nennen. Ich wäre auf die Idee nicht gekommen, dies zu tun, weder das eine noch das andere.
Schilda, wie es leibt und lebt, allerdings kenne ich die Vorgeschichte nicht:
29. Mai 2026
Die Lage in Nahost bleibt verworren. Aus den USA kommen gestern Nacht binnen weniger Stunden Behauptungen, die nicht zusammenpassen: a) erfolgreiche Abwehr iranischer Drohnen in Kuweit, b) unmittelbar bevorstehende Verlängerung des Waffenstillstands um 60 Tage, c) Aufrechterhaltung der Iran-Blockade, d) Weltweit neue Sanktionen gegen persischen Ölverkauf, einschließlich der Sanktionierung der neuen persischen Zollbehörde für die Straße von Homus.
Nahost (2): Nur in Israels Libanon-Krieg bleibt alles beim Alten. Gestern wieder Luftangriffe mit zahlreichen Toten und Verletzten. Siegesmeldugen über weitere getötete Hamas-Führer.
Es ist schon fast rührend, wie Mainstream versucht, eine Kanzler-Krise herbeizureden. Nur Fritz weiß von nichts und kündigt bei einem Heimspiel in Arnsberg neue wunderbare Reformen an. Niemand glaubt das.
Das OVG des Saarlandes verfügt, dass in Saarbrücken, wo man die AfD praktischerweise von der Wahl ausgeschlossen hatte, erneut gewählt werden muss. Nicht, dass sowas Rückschrittliches Schule macht.
28. Mai 2026
Ich bin offenbar nicht der Einzige, der den Stillstand bemerkt. Einige sprechen vom vorweggenommenen Sommerloch. Es arbeiten sich die Gazetten am Nichts ab: Viren, auf die niemand anspringen will, aus dem Off auftauchende Hitzerekorde, Veröffentlichung von UFO-Akten aus dem Pentagon, viertrangige Parteiquerelen, die zu Ereignissen aufgebauscht werden. Angeblich sollen die Heroen hinter der Hand über den Sturz von Fritz dem Kanzler lamenieren.Da glaube ich kein Wort von.
Nichts (2): Auch an den Kriegsfronten ist es verdächtig still. Die zu erwartende Reaktion des Iran auf die Bombardierung der seiner Südküste vor zwei, drei Tagen lässt auf sich warten, ebenso die praktische Reaktion der Russen auf die gezielte Tötung von Schülern in der Provinz Lugansk durch ukrainische Drohnen. Nehme an, dass man dort die Drohnen-Trümmer genau untersucht, um festzustellen, wer sie hergestellt hat.
Nichts (3): Der Don kann seit zwei Tagen kein Unheil anstiften, weil er sich im Armeekrankenhaus zum periodischen Gesundheits-Check befindet. Hätte ich was zu sagen, würde ich ihm eine Krankschreibung raten, so dass er wieder Zeit fürs Golfspielen hat. Ich weiß schon, das wäre zu schön, um wahr zu sein.
26. Mai 2026
Zum Schutz ihrer Streitkräfte haben die US-Boys gestern Raketen- und Bombenangriffe gegen die persische Marine und die erkannten Raketen-Abschussrampen in Südpersien durchgeführt. Man muss das mit Genuss lesen, denn es entspricht haargenau der Erklärung von Centcom von heute Nacht. – Ich übersetze mal ins Klardeutsche: Wir brechen die Waffenruhe, wann immer es uns passt.
Lügen (2): Zeitgleich hat der Don mitgeteilt, dass ein Abkommen mit dem Iran – man sei übrigens auf gutem Wege – nur infrage komme, wenn auch Staaten wie Pakistan, Saudi Arabien und die Türkei eingeschlossen seien. Von Israel sprach er in diesem Zusammenhang nicht. Diesmal äußerten sich persische Offizielle der zweite Reihe ziemlich prompt: Es gäbe Punkte, bei denen man sich einig sei, aber im Wesentlichen sei das nicht der Fall. Ich tippe mal auf den Abzug der Amerikaner aus der Region. In DC tut man so, als sei das nicht gesagt worden.
Lügen (3): Die Tichy-Front zeigt heute Morgen Verständnis für den Hegemon, den sie selbstredend nicht so nennt. Getreu, bis in den Tod. Jungs, das hatten wir schon mal. Mit nicht so ganz gutem Ausgang.
Lügen (4): Es gibt eine breite Fronde von Leuten, die Fritz den Kanzler für einen Lügner halten. Doch bei seiner Russland-Aggressivität spalten sich die Reihen. Vielleicht liegt das daran, dass er hier nicht lügt, wenn er darauf hinwirkt, Deutschland in aller Kürze in den Krieg mit Russland zu führen. Wo zum Henker kommen bloß all diese Kriegsfreunde plötzlich her? Vielleicht wäre eine ehrliche Antwort diese hier: Meine Generation war die letzte, die mit den Kriegsfolgen hautnah konfrontiert wurde: Zerbombte Stadtviertel und überall Kriegskrüppel gehörten zum Alltag der Kinder, so wie ich eines war. Bereits für die Generation danach, die jetzt an der Macht ist, fällt dieses Erleben weg. Sie verbindet Krieg nicht untrennbar mit den Kriegsfolgen.
25. Mai 2026
In der Nacht auf gestern fand wie angekündigt eine russische Reaktion auf die ukrainischen Dohnenangriffe der Vorwoche statt, deren letzter ein Studentenheim in der Provinz Lugansk zerstörte, wobei etliche Bewohner den Tod fanden. Erwartungsgemäß griffen die Russen nun Kiew an. Es muss sich um einen Luftangriff mit Hunderten von Raketen und Drohnen gehandelt haben. Über deren Wirkung sind nach wie vor keine verlässlichen Angaben zu erhalten.
Luftangriff (2): Der Westpresse entnehme ich, dass das ARD-Studio in Kiew zerstört und das der Deutschen Welle beschädigt wurde. Damit hat die deutsche Presse wenigstens ein Thema, was zu stundenlangen Experten-Einschätzungen geeignet ist. Verletzt wurde niemand, denn deutsche Reporter pflegen nachts zu schlafen.
Luftangriff (3): Fritz der Kanzler spricht von einer (hier beliebiges Adjektiv einsetzen) Eskalation. Wenn ich mich nicht täusche, ist das doch das, was er erreichen wollte. Oder irre ich mich? Falls er in den Wochen zuvor der Meinung gewesen sein sollte, man könne die Angriffe nach Russland hinein mit Hilfe deutscher Waffen gefahrlos steigern, ohne eine russische Antwort zu erhalten, dann hat er sich wohl geirrt. Der erneute Einsatz von Oreschnik-Hyperschall-Raketen – es ist der bisher dritte insgesamt – ist vermutlich eine allerletzte Warnung an die europäischen Hauptstädte.
In Nahost gehen Blockade und Gegenblockade weiter. Die US-Kommadobehörde Centcom berichtet über die Zahl bisher gekaperter Schiffe mit vedächtiger Fracht. Die Angaben schwanken allerdings, offenbar je nach Tagesform des Don. Vor drei, vier Tagen waren es exakt 17 Schiffe, gestern sind es genau 100. Die Perser melden derweil, wieviele Schiffe mit ihrer Genehmigung die Straße von Hormus passieren. Sie sprechen von über 200 pro Tag. – Da harmoniert irgendwo irgenwas nicht.
Nahost (2) und anderswo: Auf die Meldungen aus dem Weißen Haus über den Stand der Verhandlungen mit Persien gebe ich seit Wochen nichts mehr. Sie lassen keinen Plan erkennen, was vermutlich daran liegt, dass es keinen gibt. Derweil rüsten die US-Boys verbal gegen Havanna auf, was bekanntlich nicht in Nahost liegt.
24. Mai 2026
Niemand hatte mich gezwungen, am gestrigen Pfingstsamstag das Auto zu benutzen und nach Süden aus Schilda rauszufahren. War die pure Freundlichkeit, zu der ich mich hatte breitschlagen lassen. Ich zahlte mit einem PKW-Stau an der Autobahnauffahrt, wo hiesige Sonntagsfahrer versuchten, mit einer abgeschalteten Ampel zurecht zu kommen. Merke: Hier gilt nicht Vernunft, sondern das Erzwingen vermeintlicher Vorfahrtsregeln. Es ist doch merkwürdig, dass unter der Woche, noch zudem mit regem LKW-Aufkommen, derartiges Chaos nicht entsteht.
Stau (2): Mir geht durch den Kopf, dass dies dieselben Deutschen sind, die den Abend vor der Glotze verbringen, um von Experten darüber belehrt zu werden, was jetzt mit dem Kadaver eines Buckelwals vor Dänemarks Küsten geschieht (Endgame), der wochenlang als Wal Timmy die Deutschen im Fernsehsessel zu Tränen rührte. Wildhüter sprechen von Ablenkfütterung.
Stau (3): Auf der A 4 zwischen Schilda und Dresden verbringe ich Stunden. In der Zeit höre ich gewohnheitswidrig einen sog. Potcast, den mir meine Mitfahrerin dank Smartphone in die Stille des Innenraums überträgt. Es unterhalten sich ein Interviewer namens Ben Bernd, von dem ich zuvor nie gehört habe, und der AfD-Vormann Björn Höcke. Das ganze dauert 4 Stunden.
Stau (4): Nach einem längeren Einstieg über Herkunft, Werdegang und Wechsel in die Politk, geht es ums Eingemachte. Was, wenn der Politiker H. an die Macht kommt? Der Interviewte ringt sichtlich um Worte. Das ist insofern sympathisch, weil man Zeit hat, die Gedanken nachzuvollziehen, anstatt mit aalglatten Floskeln abgefüttert zu werden. So kommt heraus: Er will die Massenzuwanderung sofort stoppen und die Illegalen im Rahmen des geltenden Rechts wieder loswerden.
Stau (5): Bemerkenswert ist, welches Geschichtsverständnis diesem Handlungsdrang zugrunde liegt. Ich erkenne Gedanken wieder, wie auch ich sie vor Jahen schon in Unterwegs zur Weltherrschaft formuliert habe. Nun fehlt mir die Eitelkeit, mich für den Inspirator zu halten. Aber irgendwie erleichtert bin ich schon, wenn ich auf Leute treffe, die in ähnlichen Bahnen denken, wenn es um die aufgepfropfte deutsche Schuld geht. Die Erklärung hierfür ist fast zu simpel: Höcke stammt aus einer Vertriebenenfamilie. Da erkennt man dann auch manches andere wieder.
Stau (6): Mainsteam ist empört. Es geht wie so oft: Ohne dieses Geifern hätte ich im Leben nichts von diesem Gespräch gehört. Millionen anderer geht es ebenso.
23. Mai 2026
Mit dem Antisemitismusvorwurf ist unsere Gaga-Gesellschaft schnell bei der Hand. Er gilt als die letzte Allzweckwaffe, um Andersdenkende mundtot zu machen. Mir ist klar, dass es Leute gibt, die eine solche Feststellung, wie sie soeben von mir getroffen wurde, als Antisemitismus brandmarken werden.
Antisemitismus (2): Ich frage mich, ob es den einschlägigen Vorwurf auslösen wird, wenn ich hier mitteile, dass ich zur Zeit den Talmud lese und zwar nur so, ohne mich zum Inhalt des Gelesenen zu äußern. Ich weiß auch nicht, ob es bereits Empörung auslöst, wenn ich hier mitteile, dass ich mir die deutsche Übersetzung des Buches vor zwei Wochen gekauft habe. Ein Stapel davon lag zu meiner Verblüffung in der Intelligenzabteilung des Kaufhauses Globus bei Jena. Ich sah geradezu reflexhaft ins Impressum des Buches. Es handelt sich um ein Bertelsmann-Imprint. Soso. Ist das ein Gütesiegel von Mainstream?
Antisemitismus (3): Der Don gab gestern ein Interview, in welchem er zu Besten gab, dass 99 % der Leute Israels für ihn seien. Bei solchen Zustimmungswerten könne er ohne weiteres Ministerpräsident von Israel werden. Man stutzt, wenn man solch einen Blödsinn hört und denkt für den Moment: Wenn er’s doch täte. Ich gebe zu, dass mich diese Gedanken anflogen.
In Helsingborg tagen die Nato-Außenminister, um den Krieg auf den beiden Schauplätzen zu koordinieren. Marco aus DC äußerte vor laufender Kamera die Meinung, er habe keinen Plan, um die Straße von Hormus zu öffnen. Was er hinter verschlossenen Türen sagte, wurde naturgemäß nicht mitgeteilt. Ich denke mal, die anderen Kriegshelden werden ihn gefragt haben, ob es stimmt, dass die Golfstaaten, allen voran Saudi Arabien, den Don gedrängt haben, lieber heute als morgen Frieden mit Persien zu machen, nachdem mehrere leitende Funktionäre und vorgestern auch der neue Ajatollah angedroht haben, im Falle der Wiederaufnahme des Krieges durch die USA die anderen Staaten am Golf in das Stadium der Kameltreiber zurückzuversetzen. Das ist ernst zu nehmen, und es ist den davon Betroffenen offensichtlich unangenehm.
21. Mai 2026
Wie weit wollen es die Kriegstreiber innerhalb der EU noch treiben? Die Abstürze von ukrainischen Drohnen über den baltischen Staaten geben Anlass zum Nachdenken. Die russische Seite hat auf mehreren Ebenen massiv gedroht, man werde die in diesen Staaten vorhandenen Standorte der aktiven Ukraine-Unterstützung, die man genau lokalisiert habe, ausschalten und zwar ganz unabhängig davor, ob es sich hier um das Territorium von Nato-Mitgliedern handele.
Balten (2): Das Leugnen der aktiven Kriegsteilnahme ließ keine 12 Studen auf sich warten. Bleibt die Frage, was denn die ukrainischen Drohnen in diese Staaten gelenkt haben mag und wo sie herkamen. Ich gehe davon aus, dass die Russen jetzt ernst machen und einen Probeschuss abgeben. Falls es stimmt, was deren Auslandsdienst SWR hierzu mitgeteilt hat, nämlich dass man die Standorte der in den baltischen Staaten befindlichen ukrainischen Drohnen-Truppen genau kenne, wird der erste Schuss genau dorthin gehen.
Balten (3): Ich gehe zudem davon aus, dass es dann auf die USA ankommt, ob der Bündnisfall ausgerufen wird. Angesichts des permanenten Irreseins im Weißen Haus, lässt sich nicht vorhersagen, ob die Amerikaner sich – so wie angekündigt – aus Europa zurückziehen, also nichts machen, oder ob Trump die Gelegenheit zu einem neuen großen Publicity-Ablenkungsschlag nutzen wird.
20. Mai 2026
Heute finden die chinesisch-russischen Konsultationen auf der Ebene der beiden Führer statt. Schon der gestrige Auftakt mit einer Militärparade beider Streitkräfte hätte kaum üppiger ausfallen können, um den Unterschied zum Staatsbesuch von Trump in Peking vor 10 Tagen zu dokumentieren. Die Westpresse höhnt, dass Putin als Bittsteller gekommen sei, um von den Chinesen über jenes Ereignis instruiert zu werden. – Jungs, das ist Wunschdenken. Hier versuchen Zweie die Machtlinien der Welt neu zu ordnen. Die Militärparade signalisiert: Wie sind mächtig genug, dies zu tun.
Neuordnung (2): Einer der Schwerpunkte – so stelle ich mir vor – wird der Nahe Osten sein. China wird Pakistan sowie Saudi Arabien und Russland die Türkei in die Waagschale werfen. Beide werden erörtern, wie weit sie noch zulassen werden, dass USA-Israel via Persien den Welthandel ruinieren. Sie werden miteinander abstimmen, wer und wie man die schlechten Nachrichten den Amerikanern überbringt.
Neuordnung (3): Laut amerikanischer Presse hat gestern ein US-Kampffluzeug im estnischen Luftraum eine ukrainische Drohne abgeschossen. Kann mir mal wer erklären, warum die da rumflog? Die Presse behauptet, sie kam aus Russland. Müsste es nicht etwas genauer heißen: sie sollte nach Russland? Falls aber nun doch aus Russland, dann spricht einges dafür, dass die Russen sie ablenkten. Das sollte zu denken geben, falls das eine neue Fährigkeit der Drohnenabwehr dokumentiert.
Neuordnung (4): Vor drei, vier Tagen wurde – die Meldungen hierzu sind uneinheitlich – ein Atomkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Drohnen angegriffen. Welche Schäden angerichtet wurden, ist unklar. Die Medien sprechen von einem persischen Angriff. Das kann kaum sein, wenn denn die Perser ihren Kurs der gezielten Reaktionen beibehalten. Ich tippe daher auf einen Angriff unter falscher Flagge. Auf der wirklichen Flagge dürfte sich ein sechszackiger Stern befinden, denn Israels Offizielle lassen keinen Zweifel aufkommen, dass sie den Nahostkrieg wieder anheizen wollen.
19. Mai 2026
Wir leben in einer Welt, von der wir verunsichert werden. Das ist nichts Neues oder gar Originelles, sondern das war schon immer so, seit unsere Art sich durch Selbstbenennung den Zusatz Sapiens gab. Seltsamer Weise besitzen wir die Fähigkeit, den Grund für die Verunsicherung zu entdecken und auf Abhilfe zu sinnen. Ob das, was wir uns dabei ausdenken, hilfreich war, werden wir nie erfahren. Dafür stehen die Chancen ziemlich gut, dass unsere Nachfahren darüber lachen werden. Uns bleibt nur der Trost, dass wir ihr Lachen nicht hören müssen, mit dem sie zum Ausdruck bringen, dass sie genauso verunsichert sind wie wir.
18. Mai 2026
Es wird Zeit, dass die Deutschen wieder zur Besinnung kommen. Vielleicht sind ja die beiden aktuellen Kriege hilfreich, dass das passiert. Es ist hier nicht das Partei-Ergreifen gemeint, sondern das Unausweichliche der Kriegsfolgen, an erster Stelle das Versiegen der Energiequellen, die ein Ende der Illusionen erzwingen werden.
Illusionen (2): Wo kommt bloß der Glaube her, dass wir weitermachen können wie bisher? Wo, dass wir von freundlichen Nachbarn umgeben sind? Wo, dass wir die ganze Welt zur Party einladen können?
Illusionen (3): Da lob ich mir den Don. Kaum ist der aus Peking zurück, droht er dem Iran, dass dessen Zeit jetzt abläuft. Zeitgleich trifft der Flugzeugträger Gerald Ford an der amerikanischen Ostküste ein. War der laut Westpresse nicht vor Tagen erst in Nahost gesichtet worden, um dort die Perser zu zügeln? Nehme daher an, dass Träger und Flugzeuge die Rollen getauscht haben und die Letztgenannten mit dem Stahlkoloss nach Hause gejettet sind.
16. Mai 2026
Robert Kagan, Streitross und Vordenker der Neocons(ervativen), hat sich mit einer ruppigen Kritik am Kriegsgeschehen in Nahost in No. 5/2026 von The Atlantic zu Wort gemeldet. Das ist das Sprachrohr der US-Welt- und Rüstungsherren. Kagan konstatiert eine vernichtende Niederlage der USA in Nahost mit weltpolitischer Bedeutung. Das ist Kritik aus einer Ecke, die für Trump mehr als nur unbequem ist, denn hier meldet sich der Antreiber der amerikanischen Einmaligkeit (Exzeptionalität) sowie des Schulterschlusses mit Israel und bezichtigt den eitlen US-Präsidenten der Unfähigkeit. – Das ist den amerikanischen Kriegsgewinnlern offenbar ein Schluck zuviel aus der Pulle der Kritik, denn gestern Abend gegen 22 Uhr ist der Artikel plötzlich aus dem Netz verschwunden („We’re having trouble displaying the page you’re looking for“). https://www.theatlantic.com/international/2026/05/iran-war-trump-losing/687094/.
Kagan (2): Man erinnert sich, dieser fett gewordene Mann ist seit Jahrzehnten (im Verbund mit seiner für die praktische Umsetzung zuständigen Ehefrau Victoria Nuland) der führende intellektuelle Kriegstreiber der westlichen Hemisphäre. Der heutige Ukraine-Krieg stammte in Planung und Ausführung aus dieser Ecke.
Nahostkrieg (2): Im Bundesstaat California, an der Pazifik-Küste gelegen, wurde in dieser Woche der letzte vom persischen Golf vor dem Ausbruch des Krieges (28. Februar) abgefahrene Öl-Tanker gelöscht. Diese Meldung bedeutet zweierlei: Sie zeigt, wie lange es dauert, bis das sog. Öl-Lager auf See leer läuft, und sie beleuchtet einen bislang hierzulande wenig besprochenen Umstand, nämlich den, dass der wirtschaftlich potenteste Staat der USA, der bevorzugt Öl vom Golf verwendete, jetzt ein massives Versorgungsproblem hat, das durch wokes Geschwätz, was dort daheim ist, nicht gelöst werden kann, denn es gibt keine inneramerikanischen Öl-Pipelines, die das Manko beseitigen könnten, weil der Sonnenscheinstaat es sich leisten konnte, hocherhobenen Hauptes auf derartige Reserve-Stränge, die als Umweltzerstörung gebrandmarkt wurden, zu verzichten.
Schnell noch was von vor der Hoftür: Im sächsischen Landtag bliesen die Grünen die Backen auf und verlangten von der dortigen Minderheitsregierung das Mittun an einem Sondergesetz für den Schutz kleiner Metzgereien. Schwarz-Rot lehnte ab, doch beim Auszählen stellte man überrascht fest, dass das Gesetz mit Mehrheit verabschiedet worden ist. AfD und BSW machten das möglich. Jetzt entschuldigen die Grünen öffentlich ihren Vorstoß. Merke: Bedenke, worum du bittest, …
BSW (2): Das Vorstehende wird eine der letzten Meldungen gewesen sein, die wir vom polit-praktischen Tun des BSW lesen. Nach der Demontage der schönen Frau durch die eigenen Genossen in Thüringen und Brandenburg hat die Partei den unwiderruflichen Weg in die Bedeutungslosigkeit angetreten. Ihre definitiv letzte Chance, das Steuer auf den Weg ins Nichts herumzuwerfen, hätte sie nach wie vor in Thüringen, wo sie durch gemeinsames Tun mit der AfD dank gemeinsamer parlamentarischer Mehrheit locker einen sensationellen Coup nach dem andern landen könnte, aber, aber: sie wird durch ideologische Scheuklappen an der praktischen Vernunft gehindert.
15. Mai 2026
Trump und sein Hofstaat haben China heute wieder in Richtung USA verlassen. Was genau der Sinn dieser zweitägigen Visite war, bleibt ein Geheimnis für Experten und Hof-Astrologen. Die bereits schon einmal für April terminierte Reise wurde wg. der dunklen Wolken über dem Iran abgesagt. Dass sich die Lage für den Sieger der Geschichte seitdem verbessert hätte, kann ich nicht erkennen.
China-Trip (2): Der Appell von US-Außenminister Rubio, die Chinesen möchten sich ihrer Verantwortung für den Iran besinnen, klingt in meinen Ohren ziemlich schrill. Es geht den Chinesen schlicht um die eigene weltpolitische Position und nicht um die Wirtschaft-Kalamitäten der USA.
12. Mai 2026
Die fliegenden Möbelwagen der US Air Force bevölkern den Himmel über der Pfalz. Man kann ihnen von unten aus nicht ansehen, ob sie Kampfes-Allerlei zur Judäischen Heilsfront oder zur Heilsfront von Judäa fliegen – oder Richtung Kiew.
Judäische Heilsfront (2): Die Lage spitzt sich wieder zu. Der Don hat lernen müssen, dass sein sog. Friedensvorschlag von den Persern brüsk zurückgewiesen wurde: über Uran und verwandte Probleme wird nicht gesprochen, sagen sie.
Judäische Heilsfront (3): Jetzt lässt der verärgerte Trump verbreiten, dass die Perser kurz vor dem Zusammenbruch stehen, weil ihre Öltanks überlaufen. Dass dieselben in den Vereinigten Arabischen Emiraten in einer ähnlichne Lage sind, wird sicherheitshalber nicht erwähnt. Dortzulande ist man mittlerweile so klamm, dass man in den USA um Sonderkonditionen nachgesucht hat, um Dollars heranschaffen zu können. Nun ja, das Leben im absouten Luxus ist teuer, zumal wenn es an Einnahmen fehlt.
Judäische Heilsfront (4): Hilfe naht nicht von obern, sondern angeblich aus Europa. Ein deutsches Minensuchboot, ein britischer Zerstörer und ein französischer Flugzeugträger sollen die Straße von Hormus freikämpfen (oder so ähnlich). Versucht es erst gar nicht, verlautet es aus Teheran an die Adresse von London und Paris. Falls dort ein außenpolitisches Ablenkungsmaöver wg. der desaströsen Lage im Innern auf der Agenda steht, wurde womöglich nicht berücksichtigt, dass in beiden Hauptstädten mit einem gewaltigen und gewalttätigen moslemischen Mob gerechnet werden muss.
Judäische Heilsfront (5): Lese bei Danisch einen überraschend nüchternen Text, der sich damit beschäftigt, dass der amerikanisch-israelische Angriff eher unbeabsichtigt bedeutende Sparten des Globalismus schwer beschädigt hat. Das Ergebnis mag zutreffend geschildert sein, der Zusatz „unbeabsichtigt“ wäre wohl zu debattieren, ohne den bekannten Theorien (z.B. der von der jüdischen Weltverschwörung) nachzueifern.
Ostfront: Die US-gesteuerten Medien feiern gerade den Zusammenbruch Russlands, dessen Präsidenten derzeit das Wasser bis zum Halse stehe. Ich halte das für plumpe Propaganda. Sollten deren Verbreiter selbst daran glauben, verkennen sie gründlich die russische Seele (die es angeblich nicht gibt).
Ostfront (2): Ursula von Brüssel und ihre zickige Außen-Estin haben den Putin-Vorschlag, Schröder zwischen Europa und Russland moderieren zu lassen, brüsk abgewiesen. Die Damen sind auf Krawall gebürstet und wollen Krieg. Allerdings erst 2029. Bis dahin soll es eine gewaltige und unbezwingbare Armee geben. Soso.
Ostfront (3): In den letzten Tagen haben die Polen 49 Milliarden aus Brüssel abgegriffen, um die polnische Armee zur größten Europas zu machen. Das hatten wir 1939 schon einmal. Politiker aus Estland und Lettland widersprechen vorsichtig. Man kann das mit Blick auf eben jenes Jahr 1939 ohne Mühe verstehen.
11. Mai 2026
Überraschend war vorgestern Abend Putins Vorschlag, Gerhard Schröder als Moderator für Friedensverhandlungen zu benennen. Weniger überraschend war das Katzenkonzert drittrangiger deutscher Polit-Darsteller, das gerstern darob erklang.
Ostfront (2) & der Don: Wenn es den Amerikanern ernst damit ist, den Ukraine-Krieg quitt zu kriegen, müssten sie nun etwas sagen. Vielleicht einen Co-Moderator benennen. Allerdings kann man bei deren außenpolitischem Hopserlauf nichts Verlässliches prognostizieren. Es gibt Leute, die behaupten, dass dies die Stärke von Trump sei. Vielleicht ist der jetzt auch zu sehr abgelenkt, weil er mit dem üblichen Trara die Stellungnahme Irans zur amerikanischen Unterwerfungs-Adresse als völlig inakzeptabel bezeichnen musste. Jetzt setzt er auf China und seinen Besuch dort bei Xi. Der wird ihm in Sachen Iran kaum weiterhelfen.
Ostfront (3): Die Experten für den Sieg über Russland diskutieren das Erscheinen einer neuen Wunderwaffe, einer weitreichenden Laser-Kanone, die den russsischen Drohnen den Garaus machen soll. Davon glaube ich kein Wort, denn wäre das Ding im Einsatz, hätten wir die Siegesmeldungen bereits aufgetischt bekommen.
Nachts lese ich den Roman Oben in der Villa von Somerset Maugham. Es ist eine kurze frivole Liebesgeschichte über das Personal des untergehenden Empire im Jahre 1938. Tatort ist die Toskana, ich sehe die Figuren vor mir. Was will man mehr.
10. Mai 2026
Man muss auch loben können, sonst läuft man in der Dunkelheit des Alltags im Kreise. Also dieses hier, das ich heute Nacht der Webseite von Danisch entnommen habe:
Guten Abend Herr دانيش (so auf persisch). Ich traus mich kaum zu sagen…. Englisch ist benennend. – Deutsch ist beschreibend. Bei Sprachwissenschaftlern (besonders Dolmetschern, Übersetzern) ist das allgemeiner Konsens. Englisch ist prägnanter. – Deutsch ist genauer. Simultanübersetzungen entsprechend herausfordernd. Es ergibt sich daher, dass (grob) Englisch eine gälisch-keltische Mischsprache ist, die sich vom Germanischen massiv unterscheidet, Persisch hingegen dem Deutschen sehr ähnlich ist. Alle gehören zu den indo-germanischen Sprachen. Mir hat das Wissen um Benennung und Beschreibung im Umgang mit diversen Sprachen geholfen.
Lob (2): Die Carmen, so wie gestern Abend in Leipzig, habe ich so noch nie gesehen. Die Hervorhebung des Optischen ist durchaus kein Verschreiber eines Sprachamputierten. Das Bühnenbild und die ständige Bewegung des Chores waren spektakulär. Letzter auch akkustisch. Ebenso der Tenor. Er war durchaus nicht der schöne Soldat, wirklich nicht, aber die Stimme – und die in einem deutschen Opernhaus. – Lächerlich am Rande: Die Titelheldin ist eine Zigeunerin, auch als Selbstbenennung im Text. Dass das Obernhaus auf Anführungszeichen nicht verzichten konnte, zeugt von den Begrenzungen der Intendantur. Schön hätte ich es gefunden, sie hätte ich-bin-eine-sogenannte-Zigeunerin gesungen. Hat sie aber nicht.
Leipzig (3): Zwischen Gewandhaus und Opernhaus liegt macherlei Grünzeug auf dem Platz. Es soll von der Amokfaht der letzte Woche künden.Das Auto als Waffe der Verzweiflung macht Schule. Mir fällt dazu nichts ein.
Leipzig (4): Nur wenige Fotos von der Vorwoche habe ich noch nicht gelöscht.
Leipzig (5): Die niedliche Vietnamesin verwickelt mich – völlig überraschend – beim Bezahlen am Tresen in ein Gespräch. Sie weidet sich an meinem Erstaunen. Ja, Abitur in Deutschland, dann Berufsausbildung mit Abschluss. Nein, diese Art der Zuwanderung hat nicht in die Sozialsyteme stattgefunden. Insofern hat die Frau Bas recht, wiewohl der Unterschied zwischen beiden Frauen. Na ja.
9. Mai 2026
Lügen haben dicke Beine: Es gibt in D keine Einwanderung in die Sozialsysteme. Diese Sentenz verdanken wir der Bundesmitvorsitzerin der SPD.
Raubkopie eines Beitrags aus der Zellerzeitung von Bernd Zeller (Habe um Absolution ersucht und Wiedergutmachung in Bewegung gesetzt).
Lügen (2): Der sich bemerkbar machende Einbruch bei den Steuereinnahmen liegt am Iran, der bekanntlich die USA angegriffen hat. Bis gestern lag alles Ungemach an dem Putin sein Angriffskrieg.
Lügen (3): Der Wolf gehört zu Deutschland (wie der Islam).
Lügen (4): Wir können die Wehrpflichtigen nicht einberufen, weil wir keine Kasernen haben.
Leider wahr: Es gibt kaum noch Geburten von deutschen Kindern. Diese traurige Wahrheit verdanken wir der Selbstauflösung des deutschen Volkes. Auch ist das ein sich selbst verstärkender Prozess.
8. Mai 2026
Du hast angefangen – Nein du. Gestern wurden drei US-Lenkwaffen-Zerstörer, die nach amerikanischen Angaben die Straße von Hormus durchfahren wollten, von persischen Drohen und Raketen angegriffen, die von der Navy – gottlob – abgewehrt werden konnten. Doch was wollten die Seehelden dort? Das Völkerrecht durchsetzen, das ist klar, doch in Wirklichkeit? Die amerikanischen Medien schwanken beim Feinschliff etwas. Die einen schreiben: sie wollten einen leeren persischen Dampfer am Weiterfahren hindern, die anderen meinen, sie wollten von See her die persischen Küstenabschussrampen für Drohnen und Raketen zerstören. Schwer zu entscheiden.
Du hast angefangen – Nein, du (2): Vielleicht hilft ja dieses hier bei der Wahrheitsfindung: Vorgestern beschoss ein US-Kampfflugzeug vom Typ Hornet einen iranischen Tanker und beschädigte dessen Ruderanlage, was ihn an der Weiterfahrt hinderte. Das – wie wir aus unseren Medien ganz sicher wissen – verbrecherische Mullah-Regime kündigte daraufhin an, man werde gegen die blockierenden US-Kriegsschiffe vorgehen.
Du hast angefangen – Nein du (3): Gehen wir noch einen Schritt zurück. Gegen die von Persien seit Kriegsbeginn verhängte – selbstredend völkerrechtswidrige – Sperrung der Straße von Hormus hat die US-Regierung die Seeblockade Persiens verhängt, die derzeit von drei Flugzeigträgergruppen und knapp 20 für den Kaperkrieg geeignete Schiffen exekutiert wird. Dies soll zum wirtschaftlichen Zusammenbruch Persiens führen, dem dann der politische folgen müsse, so dass die Straße von Hormus wieder passierbar sei, woraufhin die US-Verbündeten in der Golfregion wieder ihr Öl in alle Welt exportieren können. Sonst droht denen der wirtschaftliche Zusammenbruch, was für die US-Finanzmärkte unplanbare Auswirkungen haben könne. Also: alles ganz einfach.
Du hast angefangen – Nein, du (4): Der Krieg begann am 28. Februar 2026 mit einem massiven Luftangriff, der von israelischen und US-amerikanischen Streitkräften koordiniert ausgeführt wurde. Nach gemeinsamen Angaben der Angreifer war dies ein Präventiv-Schlag im Rahmen des Völkerrechts. Doch im Detail gehen die Angaben auseinander. Die Israelis fühlten sich zum Angriff berechtigt, da die Perser dicht vor der Vollendung ihrer Atombombe standen, die sie gegen Israel einsetzen würden. Das US-Außemninisterium schrieb auf seiner Webseite: Man habe angreifen müssen, weil man wusste, dass Israel angreifen werde und als sicher annahm, dass die zu erwartende unfreundliche Antwort des Iran auch die US-Stationierung-Streitkräfte in Nahost treffen werde. Jaja, ganz richtig gelesen.
Du hast angefangen – Nein du (5): Aus der New York Times wissen wir, dass der Kriegsplan ganz andere Entscheidungs-Elemente enthielt. Einer Sitzung im Situation Room im Weißen Haus, an der auch Netanyahu teilnahm, sei der Chef des israelischen Dienstes Mossad zugeschaltet worden, der den Versammelten erklärte, dass sich am 28. Februar 2026 in der Residenz des persischen Führers alles versammeln würde, was im Lande geistlich und weltlich Rang und Namen habe, so dass sich die seltene Gelegenheit eines Enthauptungs-Schlages ergebe. Dieser werde jegliche Abwehrkräfte lähmen und überdies einen Volksaufstand auslösen, so dass der Krieg praktisch am ersten Tag gewonnen sei. – Nehmen wir mal für einen Moment an, dass es sich so zugetragen hat, dann ahnen wir, wer angefangen hat.
7. Mai 2026
Die Sicht des Fußgängers: Eine gefährliche Macke in der Frontscheibe (nach Parken vor einem Frankfurter Hotel) zwingt mich zu einem Werkstattbesuch, dieser wiederum zu 2 Fußmärschen à 40 Minuten. Sehe Dinge, die mir sonst nicht aufgefallen wären: a) Eine gut erhaltene Ausgabe des Romans Der Fall Mauritius von Jacob Wassenmann, die ich mitnehme. b) Den Weimarhallen-Park, dessen Existenz man nicht erahnt, weil er von einer hohen Mauer umgeben ist. c) Eine mitteljunge Frau, die mir auf dem sonst menschenleeren Weg entgegenkommt und dabei ihre Brüste im Schritttempo geradezu gefährlich auf und ab wogen lässt, so dass ich unwillkürlich dem Schauspiel zusehe. Mich straft ein vernichtender Blick.
6. Mai 2026
Ja, was denn nun? Mute mir gestern Abend eine direkt aus DC übertragene Pressekonferenz der Sieger von Hormus zu (der Kriegsminister und sein oberster General, beide sichtlich ergraut). Jeder zweite Satz mit „the President and I“. Aber was ist der Inhalt von wir-setzen-durch/wir-führen-keinen-Krieg dort? Und dann heute Nacht, Trump stoppt the-magic-liberation der im Golf festliegenden Schiffe. Man verhandele schließlich. Sagt er.
Hormus (2): Lese mehrere ernüchternde Analysen von Ex-Profis aus dem US-Nachrichtenapparat. Die Blockade der Blockade, sagen sie übereinstimmend, sei ein Flop. Bislang 9 iranische Schiffe gekapet, Hunderte seien durchgekommen. Man besitze lediglich 17 geeignete Kaperschiffe vor Ort, und das Meer ist groß.
In Eriwan (Jerewan) treffen sich die Häupter der europäischen Staaten einer nicht genau definierten Staatengemeinschaft (ohne Russland und Weißrussland) und besprechen angeblich den Beitritt von Canada zur EU. Kurioser geht es kaum.
EU (2): In Rumänien wird gestern die EU-freundliche Regierung mit großer Mehrheit des Parlaments gestürzt. Sieht so aus, als würden dort nationale Interessen, die vor allem auf der Feindschaft zur Ukraine fußen, mit den Plänen von Brüssel nicht übereinstimmen.
5. Mai 2026
Die Waffenruhe im Persischen Golf ist passé. Unklar ist lediglich, was genau gestern im Laufe des Tages und heute Nacht passiert ist. Glaubt man den US-gesteuerten Medien hat eine (1 !) persische Drohne die Öl-Fördereinrichtungen der Vereinten Emirate getroffen und 2 US-Zerstörer haben mit 2 US-geflaggten Handelsschiffen die Sperren in der Straße von Hormus durchbrochen.
Waffenruhe (2): Jetzt warten wir auf den israelisch-amerikanischen Gegenschlag wg. der persischen Drohne. Bemerkenswert genug: Die persische Seite schweigt.
Waffenruhe (3): Gilt nicht für Israel und die umliegenden Kriegsgebiete, die heute Nacht um das Grenzgebiet von Jordanien zu Syrien erweitert wurden. Konfuse Meldungen über das Eingreifen der jordanischen Luftwaffe nach Süd-Syrien hinüber.
Waffenruhe (4) hat der Kreml für den 8. und 9. Mai ausgerufen, denn da muss der 45er Sieg auf den Roten Platz gefeiert werden. Der kleine Mann aus Kiew hat sich dem Ruheversprechen heute Nacht angeschlossen. Interessant wird sein, wer sich am Samstag in Moskau sehen lässt (und wer nicht). Vergleiche zum Vorjahr werden Schlüsse über die Verschiebungen der Weltmacht-Verhältnisse im Angesicht des Golf-Kriegs zulassen.
Am 28. Februar 2026 begann der von der US-israelischen Allianz losgetretene Dritte Golfkrieg. Er dauert jetzt seit 90 Tagen an, und wir haben uns, so scheint’s, daran gewöhnt. Die Aussichten auf einen Frieden, der diesen Namen verdient, sind erbärmlich, denn die Gründe für die Fortsetzung überwiegen, weil die Beteiligten…
… keinen Frieden wollen (Israel),
… keinen Ausweg wissen (USA),
… sich rächen wollen (Persien),
… keinen entscheidenden Einfluss haben (Golfstaaten einschließlich Saudi Arabien),
… ein Ablenkungsmanöver für die eigene Misere benötigen (D, F, GB),
… ihr eigenes Machtspiel spielen (China, Pakistan).
So jedenfalls sieht meine Beurteilung am 90. Tag des Krieges aus. Wie ich hierzu komme und wie oft ich mich in den letzten Wochen geirrt habe, kann der Leser, wenn er Lust und Zeit hat, meinen unveränderten Tag-für-Tag Sudelbuch-Aufzeichnungen entnehmen.
Im Folgenden werde ich drei Aufsätze zur Diskussion stellen, die ich den letzten Tagen erhalten habe. Hierbei handelt es sich um Beiträge der Autoren Walter Post, Egon W. Kreuter und Michael Wolski.
Der Beitrag des Hambuger Historikers Dr. Walter Post betrifft das Stadium des potentiellen Atomwaffen-Staates Iran. Dieses Thema ist einer der Hauptstreitpunkte, die zum US-irraelischen Angriff auf den Iran am 28. Februar 2026 geführt haben. Es war sogar der offiziell bekanntgegebene Kriegsgrund.
Der Aufsatz von Egon W. Kreutzer ist eine Momentaufnahme der Ostfront nach den ukrainischen Drohnenangriffen auf das Innere Russlands vom Wochenende des 15.-17. Mai 2026 und die nun zuvermutende russische Reaktion. Dieser Aufsatz sei allen Kriegsbegeisterten anempfohlen.
Der Aufsatz von Michael Wolski weicht von den üblichen Interprätationen der heutigen Kriegslage um Meilen ab, indem er Anleihen bei einer Publukation vom seinerzeit sehr bekannten Soziologen Helmut Schelsky macht, die er mit Aussagen des Ex-BfV-Chefs Hans-Georg Maaßen kombiniert, wonach das jetzige Geschehen in den 1980er Plänen des KGB seinen Ursprung hat. Ich sage deutlich, dass ich skeptisch bin, ob das eins zu eins für bare Münze zu nehmen ist, finde den Ansatz aber originell und diskussionswürdig.
Mainstream beglückt seine Konsumenten mit Krach-Gerüchten aus der Bundesregierung. Sogar Fritz der Kanzler soll mitgekriegt haben, dass etwas nicht stimmt. Er zieht hieraus die Folgerung, dass noch nie einer (? seit Bismarck) so sehr angegriffen worden sei. Er meint sogar in einem hellen Moment, er habe von seiner Partei kein Mandat erhalten, diese aufzulösen. Wiewohl, na ja, dessen bedarf er vermutlich gar nicht mehr, und ein Zurück gibt es im realen Leben so gut wie nie.
Jenseitig (2): Derweil redet der Außenzwerg über geplantes deutsches Kriegsgehabe im Nahen Osten. Nun ja, Diplomatie ist nicht jedermanns Sache. Ob dem Mann auch nur vage klar ist, wie kompliziert dort die Konfliktlinien verlaufen? Hat ihm mal einer die regionale Landkarte vorgezeigt und auf den sich anbahnenden dreiseitigen Wirtschaftskrieg zwischen Oman, den Vereinigten Emiraten und Saudi Arabien hingewiesen? Nur mal so. Vielleicht sollte man am Werderschen Markt mal einen Blick in die Zellerzeitung werfen:
Jenseitig (3): Derweil lese ich eine Meldung, wonach eine mir unbekannte Vermögensmasse aus Israel ein Angebot zum Aufkauf des VW-Konzerns abgegeben haben soll. Und zwar: Streiche Autos, setze Raketenabwehr-Raketen. Ich kann und will das nicht glauben.
3. Mai 2026
Bei Freunden werde ich bei Bratwurst und Brätel über die wahren Stand des Iran-Kriegs aufgeklärt. Sehr lehrreich, denn es ist eine ganz andere Sicht der Dinge.
Iran (2): Lese nachts ein Interview von Glen Diesen mit dem schweizerischen Ex-Obristen Jacques Baud. Der sagt, das sei eine Sache von Israel und behauptet zudem, dass dieser Staat wg. seiner gewollten Fehlkonstruktion keinen Frieden finden könne, da seine Staatsidee die Zerstörung sei. Denke darüber nach und gebe zu, dass ich Schwierigkeiten habe, mir so etwas vorzustellen.
Iran (3): Derweil kündigt der Don einen Truppenabzug aus Deutschland an. 5.000 Männeken. Vorerst. Das ist nicht ernst gemeint. Bestenfalls eine Ansage an unsere Atlantiker, dass sie sich mehr Mühe geben sollen beim öffentlichen Zu-Kreuze-Kriechen.
2. Mai 2026
In der Intelligenzabteilung des Globus in Isserstedt bei Jena. Ich konnte in beiden Fällen widerstehen. Warum ich hinterher an der Kasse über 200 € zahlen musste, ist mir rätselhaft (Bußgeld wg. frechen Lachens?).
1. Mai 2026
Mit diesem Tag beginnt der Sommer. In Wirklichkeit. Zugleich der Aufgalopp in der Rennbahn in Leipzig. Diese Wirklichkeit schwankt zwischen amüsant und skurril. Wer will das schon entscheiden:
30. April 2026
Wir ham’s ja: Die Bundesregierung verschenkt das Kraftwerk von Lubmin/Meck-Pomm an die Ukraine. Vielleicht erinnert sich noch wer: Das war technisch notwendig, um das vor Ort via Nord Stream ankommende Gas zum Weitertransport zu erwärmen. Es, das Kraftwerk, gehörte bis vor kurzem dem Gazprom-Konzern, dessen in D gelegenen Betriebsteile unter dem genialen Ökonomen (Robert der Denker) enteignet wurden – einfach so und ohne die vom Grundgesetz vorgeschriebenen Entschädigungen. Grundgesetz? Papperlapapp, wir woll’n doch nicht spitzfindig werden.
Als Amerikaner hat man es wirklich schwer. Gestern warnt das US-Außenministerium vor dem Aufenthalt in der Türkei und in Aserbaidschan. Wäre es mittlerweile nicht sinnvoller, eine Positiv-Liste herauszugeben, also Staaten zu benennen, in denen US-Boys noch gefahrlos für democracy und Menschenrechte eintreten können. Fürchte allerdings, dass diese Liste ziemlich kurz wäre. Früher wäre mir als erstes Grönland durch den Kopf gegangen, aber das ist seit gut einem Jahr auch ein riskanter Ort geworden.
Die Seestreitmacht, die das Imperium in Persiens Nähe, wenn auch mit einem Sicherheitsabstand von mindestens 300 km, hat auffahren lassen, ist beeindruckend. Ebenso beeindruckend ist es, was das offizielle Persien hierzu zu sagen weiß.
29. April 2026
Beim Älterwerden schrumpft man, wenigstens der Länge nach, das steht fest. Schuld sind die Bandscheiben, die in sich zusammensacken. Die Folge ist klar: Alles, was sich im Bauchraum befindet, sucht einen Ausweg aus dem sich längen-verengenden Raum. Die biologische Lösung heißt: vorne, unterhalb der Rippen, dorthin weicht das ganze innere Gerödel aus. Manche Männer versuchen das durch Hantelheben und andere lustige Bewegungsübungen zu vermeiden. Vergebens.
Bauch (2): Derselbe als Ausdrucksform des Wohlergehens gilt in unsern Breiten als un-sexy. In anderen Zeiten und anderen Gegenden war und ist das anders: fett = reich.
Bauch (3): Schon mehrfach fiel mir auf, dass unser oberster Soldat trotz maßgeschneidertem Unifomrock seinen Bauch nicht verbergen kann. Dachte, als ich ihn zum ersten Mal sah, er wäre irgendwie verwachsen oder mit seiner Jacke stimme etwas nicht. War wohl ein Irrtum. Seinem Vorgänger vor rund hundert Jahren sagten böse Zungen nach, er trage ein Korsett. Man sieht also, das Problem ist schon älter.
Bauch (4): Zu meiner Überraschung fand ich in einer Kiste im Keller meinen ersten und einzigen maßgefertigten Uniformrock, den ich mir als Zwanzigjähriger machen ließ, wieder. Er hat Mottenlöcher und paßt nicht mehr. Meine Schultern sind zu breit. Ihn vorne zuzuknöpfen, habe ich gar nicht erst versucht.
Netzfund:
Netzfund (2): In Tichys Einblick von heute lese ich mit Verblüffung dieses hier: „Trump antwortete auf Äußerungen von Merz am Vortag, die besser nicht gefallen wären. Bei einem Auftritt vor Schülern griff der Kanzler Trump an: „Eine ganze Nation“ werde „gedemütigt durch die iranische Staatsführung, vor allem durch diese sogenannten Revolutionsgarden“. Die Amerikaner hätten „offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie“, sagte Merz – und dann noch: Trump sei „ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen“. Dem iranischen Regime hingegen attestierte der Kanzler, es sei „offensichtlich stärker als gedacht“ und könne „sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln“. Das war mehr als Kritik an Washington, das war Parteinahme für die Terrorregierung des Iran.“ – Muss man nicht kommentieren. Das steht für sich.
28. April 2026
Der gestern als versenkter Tanker gemeldete Seefahrer war in Wirklichkeit ein Containerschiff.
Persiens Außenminister spricht gestern in Sankt Petersburg bei Putin und Lawrow vor. Nehme an, sie sprachen übers Schiffeversenken. Derweil teilt Trumps Presse-Blondine mit, der Iran habe dem Don neue Vorschläge übermittelt. Klingt das glaubwürdig? Eher nicht.
Finde beim Aufräumen ein lange vermisstes Buch: The Balfour Declaration. The Origins of the Arab-Israeli Conflict von Jonathan Schneer. 433 Seiten dichte Informationen über Weltpolitik des Empires mitten im Ersten Weltkrieg, in dem Britanniens Außenminister der Zionisten-Bewegung Land in Palästina schenkte, das nicht ihm, sondern den Osmanen gehörte. Ein Blatt Papier, das die Grundlage bildet, wenn man heute vom Existenzrecht Israels redet. – Kaufte das Buch vor genau 9 Jahren in Exeter und – erstaunlich genug – las es sogleich von vorn bis hinten, worauf ich nicht hätte schwören mögen. Doch meine Bleistiftnotate weisen es aus.
27. April 2026
US-U-Boot versenkt Tanker auf dem Weg vom Iran nach China. Was nun?
Ostfront: Lange nichts Konkretes gehört. Angeblich bittet der kleine Mann aus Kiew den Herrscher von Ankara, ein Gespräch mit Putin zu vermitteln. Das klingt nicht nach Sieg, oder will er auf diese Weise seine seit 2 Jahren aufgeschobene Wiederwahl als Friedemsbringer flankieren?
Ostfront (2): Die Russen haben derweil angeblich ihre Angriffstätigkeit überraschend an die Nordgrenze der Ukraine in Richtung Charkow, Tschernigow, Sumy verlegt.
26. April 2026
Hier eine Kostprobe für das, was der US-Kriegsminister im Pentagon-Gottesdienst seinen untergebenen Mitgläubigen zu Gehör bringen lässt: „Ich verfolgte meine Feinde und holte sie ein und kehrte nicht um, bis sie vernichtet waren. Ich durchbohrte sie, sodass sie nicht mehr aufstehen konnten. Sie fielen unter meine Füße. Denn du hast mich mit Kraft für den Kampf ausgerüstet. Du hast diejenigen, die sich gegen mich erhoben, unter mir versinken lassen. Du hast meine Feinde dazu gebracht, mir den Rücken zuzukehren, und diejenigen, die mich hassten, habe ich vernichtet. Sie schrien um Hilfe, aber es gab niemanden, der sie rettete. Sie schrien zum Herrn, aber er antwortete ihnen nicht. Ich habe sie fein wie Staub vor dem Wind zermalmt. Ich habe sie hinausgeworfen wie den Schlamm auf den Straßen.“
Pentagon (2): Nun, der Bibelfeste wird sogleich sagen: Ja-doch-ja, das sagte König David, jedermann kann es in Psalm 18, 27-41 nachlesen, wobei es sich, wie eben jener jedermann weiß, um Gottes Wort handelt. Hieran wundert weniger, dass dergleichen ein evangelikaler, stark tätowierter US-Spitzen-Funktionär in einem amerikanischen Kriegsgottesdienst der Gegenwart propagiert als vielmehr der Umstand, dass sog. deutsche Christen sich in Reaktion hierauf ganz im Ernst mit der Frage beschäftigen, ob die Lehre des Juniors nicht eine ganz andere sei und zu diesem Zwecke die von diesem angeblich stammenden Weisheiten der Nächstenliebe zitieren. Als ob es darauf ankäme.
Pentagon (3): „Gott mit uns“ stand auf den Koppelschlössern der deutschen Soldaten. Die Millionen, die erfahren durften, dass das nicht zutraf, sind bis zum heutigen Tage nicht seriös gezählt worden, stattdessen ist eine deutsche Führungskaste bemüht, sie zu Verbrechern zu stempeln und ihre Namen im Geschichtsgedächtnis der Nation zu löschen. Doch merke: Wer die Vorfahren auslöscht, hat kein Recht auf Zukunft. Oder anders ausgedrückt: Wer die Eltern schmäht, den werden die Kinder verleugnen. So erklärt sich, um die Ecke gedacht, der heutzutage weitverbreitete Wunsch nach Kinderlosigkeit.
Pentagon (4): Stephen Whitting, der Chef des US Space Command, also des Truppenteils für den Weltraum-Krieg, ist so alarmiert, dass er an die Öffentlichkeit gegangen ist. Er moniert das als taktlos empfundene Vorgehen des Russen, der sich nicht scheut, den für Frieden und Menschenrechte durchs All rasenden US-Militär-Satelliten, deutlich kleinere russische Flugobjekte als unerwünschte Begleiter zu attachieren. Die fliegen, ohne zu fragen, in einem Abstand von 100 km hinterher und lassen sich auch, soweit man bislang weiß, nicht einfach abschütteln. Das ist schon unangenehm genug, doch der eigentliche Clou ist dieser hier: Diese Fluggeräte können schießen. Ganz konventionell. Das sieht nach einer dieser typisch russischen Lösungen aus. Simpel und wirksam. Eine Bestätigung aus Moskau steht noch aus.
Ablenk-Fütterung: Heute Nacht fielen im Hilton Hotel in D.C. Schüsse und zwar zu einer Zeit, als geplant war, die White House Korrespondeten auf Kosten des amerikanischen Steuerzahlers abzufüttern. Da wurde dann nichts draus, zumal das Ehepaar Trump, wie es in den Eilmeldungen heißt, evakuiert wurde. Man sieht also, der Don bestimmt weiterhin die Schlagzeilen.
Nahost (2): Derweil teilt Bibi aus Tel Aviv mit, dass er am Prostata-Krebs operiert worden sei. Natürlich – seinem hohen Amt gemäß – erfolgreich. Irgendwo taucht in meiner Erinnerung auf, dass er seit Kriegsbeginn nicht öffentlich gesehen wurde. Die Bilder, die wir seinerzeit von ihm sahen, waren also Fake?
Nahost (3): Es ist nicht feststellbar, was nun Stand der Dinge ist: Blockade der Straße von Hormus vs. Conter-Blockade der persischen Küste und der Weltmeere. Bei Letzterem muss irgendwo der Wurm drinstecken (fragliches Bild bei der Seekrieg-Führung – vielleicht Watt-Wurm), denn gestern wurde der US-Marine-Sekretär in die Wüste geschickt. Es ist ein Untergebener des US-Kriegsministers. Ich denke, man wird sich weder den Namen des einen noch des anderen merken müssen, denn auch den Kriegsminister werden wir alsbald als Sündenbock abtreten sehen.
Nahost (4): Finde im Internet dieses Bild hier zur israelischen Wasserversorgung durch Meerwasserentsalzung. Es sagt mehr als tausend Worte zur Fragilität der Existenz des hebräischen Staates, denn alle diese Anlagen liegen im direkten Wirkungsbereich persischer Waffen, und sie sind vermutlich kaum zu schützen.
Ostfront: Kyrill Budanow, ein Enddreißiger, der als Chef durch die Heldentaten des ukrainischen Militärgeheimstes GUR Schlagzeilen lieferte, wurde bereits im Januar 2026 zum Leiter des Präsidentenamtes ernannt, als Selenskyj gezwungen wurde, auf seinen korrupten Stabschef zu verzichten. Gebe zu, dass ich vor drei Monaten die Personalie der Nachfolge nicht registriert hatte. Jetzt gab Budanow einer einheimischen Internetplattform in Nikolajew ein Interview, in welchem er expressis verbis erklärte, dass sein Land ohne die ständig angelieferte westlich Kriegstechnik gar nicht mehr kriegs-handlungsfähig sei. Ich traue Budanow zu, dass er in der Absicht redete, den Russen den Beweis zu liefern, dass die Staaten Europas, insbesondere auch GB, F und D Kriegsparteien seien. Jetzt hofft er, wiewohl bislang vergeblich, dass Putin diese angreifen werde.
24. April 2026
Die Rückreise nach Mitteldeutschland führt über FRA oder BER. Das Gros der Mitpassagiere unterscheidet sich auffällig. Im einen Falle finden an Bord slawishe sitzreihen-überspringende Generalversammlungen statt, im anderen Fall dominieren lautstarke Welterklärer im hessischen Tonfall. Ich bin unsicher, was ich bei der Lektüre als störender empfinde. – Gewiss, das ist Jammern auf hohem Niveau.
Lektüre (2): In diesem Fall ist es Harari, der Neu-Guru aus Jerusalem, der mir die Kurze Geschichte der Menschheit nahe zu bringen sucht. Meine deutsche Übersetzung ist die in der 18. Auflage. Es müssen also schon etliche andere vor mir gekauft haben. Kernpunkt des ersten Teils im Buch ist das, was der Autor die kognitive Revolution nennt, mit deren Hilfe sich der Homo sapiens an die Spitze der Fauna gesetzt habe. Der Begriff bedeute, so Harari, die Fähigkeit der Mythenbildung, die die Voraussetzung dafür sei, dass mehr als 150 gattungsgleiche Lebewesen unter einen Hut gebracht werden konnten. Kein anderes Lebewesen könne das. Ich zweifele, gebe allerdings zu, dass ich noch niemals die Bewohner eines Ameis-Haufens gezählt habe. Muss ich demnächst wohl mal nachholen.
22. April 2026
Der Don spricht: Vorgestern war es ihm wichtig zu erklären, dass er keineswegs auf Bibis Rat oder gar Weisung gegen den Iran losgeschlagen hat. Zwar gehört er mit Sicherheit nicht zu meinen Lesern, aber es muss ihn unsäglich geärgert haben, dass auch viele andere mit dieser Ansicht auf dem Meinungsmarkt waren und immer noch sind. Ob es so war oder nicht, ist für ihn weniger wichtig als der Umstand, dass es für sein Ego unerträglich ist, nicht selbst für den Urheber seiner Taten gehalten zu werden. Merke: Noch gewinnt er diesen Krieg, wie er meint. Sollte er ihn für viele in Amerika erkennbar verlieren, werden wir aus seinem Mund hören, wer der Schuldige ist.
Der Don spricht (2): Vor zwei Tagen sagte er, eine Verlängerung des Waffenstillstands mit dem Iran käme nicht in Frage, wenn sich die Perser weiterhin halsstarrig zeigten, in Islamabad zu erscheinen. Am Mittwoch sei Sense. Seit heute Nacht wissen wir, dass das Ende des Waffenstillstands verschoben werde, weil das Regime in Teheran bereits wg. der US-Blockade wackele. – Muss man nicht kommentieren.
Der Don spricht (3): Das Regime in Cuba wird zur Unterwerfung aufgefordert. Vermutlich ein besiegbarer Gegner.
Ostfront: Das russische Verteidugungsministerium hat ein Liste der in der Ost-Ukraine in diesem Jahr bereits eingenommenen Ortschaften herausgegeben und erklärt, dass damit die Besetzung („Befreiung“) der Provinz Lugansk abgeschlossen sei. Es ist ausgeschlossen, diese Ergebnisse zu kontrollieren. Selenskyj und Co sagen das Gegenteil, wiewohl ich aus Erfahrung zurückhaltend gegenüber dem Siegesgeschrei aus Kiew bin.
Ostfront (2): Irgendwie hakt es immer noch beim großen 90 Milliarden-Kredit aus Brüssel. Keiner sagt mit klaren Worten, woran das liegt.
Ostfront (3): Die Russen haben angekündigt, die Durchfuhr von Kasachen-Öl ab Juni zu stoppen. Das wird die Raffinerie in Schwedt treffen, wo es derzeit an Stelle von Russen-Öl ankommt.
21. April 2026
Plötzlich und über Nacht ist der Nahost-Konflikt aus den Schlagzeilen verschwunden, wo doch für heute großes Getöse über einen Verhandlungs-Marathon in Islamabad auf dem Programm der Propagandisten stand. Es verhandelt aber, wie ich vermuten muss, niemand daselbst, außer der amerikanischen Delegation, und die bestenfalls mit sich selbst. In irgend einer Nebenschlagziele entdecke ich, dass ein persischer Außenamts-Funktionär geäußert habe, da gebe es nichts zu verhandeln, solange die US-Boys vertragsbrüchig seien. Soso. Diese hatten erst gestern mit Stolz erklärt, einen iranischen Dampfer irgendwo auf den Weltmeeren gekapert zu haben.
Über Nacht (2): Fritz der Kanzler und Zivil-Gneisenau hat verärgert reagiert, als die Russen übers Wochenende die Zielkoordinaten der deutschen Ukraine-Drohnen-Hersteller ins Netz gestellt hatten. Mit soviel Offenheit hatte man in Berlin offenbar nicht gerechnet. Jetzt hat der Fritz den russischen Botschafter einbestellt. Der wird ihm sicher nachvollziehbar erklären, wie das gemeint war, und wie man in Moskau die deutsche Kriegsbeteiligung bewertet. Ob der Fritz das versteht, bleibt sein Geheimnis. Noch schützt ihn und unser Land der Umstand, dass die Russen zu klug sind, einen direkten Angriff auf einen der Nato-Staaten vom Zaun zu brechen. Das wird sich in dem Maße ändern, wie die Russen den Zustand der zerbrechenden Nato einschätzen.
20. April 2026
Allgemeine Lehre: Besonders blödsinnige Presseartikel lassen die Überschrift mit einem Fragezeichen enden. Nur eines ist in diesen Fällen sicher: Der Autor wagt es nicht, zu einer klaren Aussage vorzudringen.
Fragezeichen (2): Niemand traut sich die Frage zu beantworten, wozu es im Moment eigentlich Friedens- oder Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den USA und Persien geben soll, wenn einer der beiden Verhandler sich sowieso nicht an Verabredungen halten will.
Fragezeichen (3): Es ist in der Tat rätselhaft, warum die Perser noch einmal mit den Siegern der Geschichte sprechen. Ich halte es für denkbar, dass mächtige Öl-Abnehmer in Pakistan und China die persische Regierung hierzu gedrängt haben. Die Erkundungstour des pakistanischen Armeechefs – er ist einer der Mediatoren in Islamabad – in die Golfstaaten in der jetzt vergangenen Woche spricht Bände. Er wird Erkundigungen eingezogen haben, wie sich die Öl- und Gasexporteure zum persischen Mautzwang für die Nutzung der Straße von Hormus positionieren. Dass die amerikanische Raketenabwehr gegen persische Angriffe einen adäquaten Schutz bietet, wird nach den Erfahrungen der letzten Wochen dortzulande niemand mehr für feststehend halten.
Fragezeichen (4): Der Pakistaner wird zudem abgefragt haben, wie die Golfer zur persischen Forderung stehen, dass die Amerikaner ihre Stützpunkte am Golf auflösen müssen, um Frieden zu bekommen. Das wird keineswegs Knall auf Fall gehen. Man wird also sorgfältig zwischen den Zeilen lesen müssen.
Fragezeichen (5): Jeder Beobachter, der bei klarem Verstand ist, hat sich gefragt, wie und warum die Führung in Tel Aviv im Januar in der Lage war, das große und gute Amerika in die Falle des persischen Krieges zu locken. Hierauf gibt es eine so simple Antwort, dass ich mich scheue, sie für richtig zu halten: In D.C. ist eine Riege am Ruder, die – wie sagt man das höflich? – zionistisch denkt und handelt.
Fragezeichen (6): Zur Erläuterung des Vorstehenden liest man: Trumps enger Politgefährte seit spätestens 2016 sei Jared Kushner, angeblich ein im modern-orthodoxen Ritus praktizierender Jude (ob das stimmt, und was das letztlich genau bedeutet, weiß ich nicht), sicher dagegen ist: er ist der Schwiegersohn des Don und seit den Nuller Jahren ein enger Freund von Bibi N. Dieser wiederum wurde ?deswegen sodann ein Gast des Don bei dessen Traumhochzeit mit Frau Nr. 3, Melania, in den 2010er Jahren. Wird die Welt so simpel regiert?
Fragezeichen (7): Kushner ist reich, sehr reich sogar. Das steht fest. Es sei wohl sein Vater gewesen, der das Kushner-Immobilien-Imperium ans Laufen brachte. Dieser wiederum stammt ab von einem jüdischen Flüchtling bzw. Auswanderer aus der stets umstrittenen Grenzregion zwischen Ostpolen und Bjelorus. Dort setzte der sich nach dem Zweiten Weltkrieg ab, nachdem er in den Pripjet-Sümpfen die deutsche Besatzung überstanden habe, um sich hernach den vorrückenden Sowjets ?anzuschließen. Soweit so gut. Wie aber schafft es solch ein in die USA einwandernder Habenichts in Nullkommanichts in New York zum Immobilienkönig aufzusteigen? Weiß das wer, oder stimmt das am Ende alles gar nicht?
19. April 2026
Vorgestern erst lobte die Weltwoche den genialen Feldherrn Donald T. für seine Seeblockade Persiens und verglich ihn mit dem sagenhaften chinesischen Strategen Sun Tsi. Gestern erhielt Trump die Antwort auf sein Tun: Die Perser haben nach nur 24 Stunden die Straße von Hormus wieder dichtgemacht. So, nun ist er wieder dran. Aber vielleicht hat er auch gar keine Zeit zur Zeit, da er sich eine verbale Schlacht mit dem amerikanischen Papst liefert.
Strategie (2): Bei Tichy lese ich zu meiner Überraschung, wie sehr der US-israelische Überfall auf Persien von den arabischen Staaten als Akt der Befreiung vom iranischen Terror-Regime begrüßt werde. Das ist eine steile These, und ich suche begierig nach Belegen. Doch Fehlanzeige, es folgt lediglich die mehrfache Wiederholung der These.
Strategie (3): Heute soll nun also die Waffenstillstands-Verhandlung in Islamabad wieder aufgenommen werden. Ob den US-Boys jetzt klar ist, dass die persische Seite nicht nur zur Entgegennahme der ultimativen US-Forderungen anreist? Ich zweifele, ob der Don den Ernst der Lage für seine eigene freihändige Herrschaft begriffen hat, zumal er erst gestern zwei Dinge behauptet hatte, die weit von der Wirklichkeit entfernt sind: a) Der Iran werde nie wieder die Straße von Hormus sperren, und b) das in Persien angereicherte Uran werde im gegenseitigen Einvernehmen derzeit in die USA ausgeflogen. Beides ist offensichtlicher Stuss, um Schlagzeilen zu erzeugen.
Strategie (4): Derweil will Fritz der moderne Clausewitz deutsche Kriegsschiffe in die Straße von Hormus entsenden. Der Marine-Inspekteur fragt öffentlich nach, welche Schiffe er denn meine, da alle verfügbaren schon irgendwo herumschippern würden. Doch Fritz weiß es auch ohne Namensnennung, dass diese (die Schiffe) sehr wohl in der Lage seien, daselbst Minen zu räumen. Hat ihm einer gesagt, dass die Straße für militärischen Schiffsverkehr komplett gesperrt wurde? Okay, muss er nicht wissen, wenn es ohnehin nur um die Erzeugung von Schlagzeilen ging.
Strategie (5): Derweil versammeln sich die sog. Europäer in Paris, um über das Schicksal des Welthandels, sprich der diversen Seeblockaden, zu beraten. Auf einem Pressefoto entdecke ich vor einem Fahnenmeer die neuen Großen Vier aus D, F, GB und I. Natürlich ohne die Perser und die Amerikaner. Was also werden sie beschließen? Im Zweifel nichts, was irgendwelche Wirkung haben könnte.
18. April 2026
Der Iran öffnet ab sofort die Straße von Hormus. Er wird sie wieder schließen, wenn Israel im Libanon den gestern mühsam ertrotzten Waffenstillstand bricht. Das kann nicht sehr lange dauern.
Hormus (2): Der Don teilt mit, dass er seinerseits die Blockade nicht aufheben wird, bis Teheran seine Forderungen erfüllt hat. Er nennt dies, einen Deal machen, im Klartext: sich seinem Diktat unterwerfen. Das wird nicht passieren.
Hormus (3): Wie angesichts dieser Lage die schweitzerische Weltwoche den Don zum chinesischen Strategen Sun Tsi ernennen kann, finde ich zum Lachen. Die realen Chinesen in Peking sicher auch. – Nebenbei: Ich bezweifle, dass der Don, der sich neuerdings für den Messias hält, weiß, wer Sun Tsi ist.
Hormus (4): Weltweit sinken die Ölpreise. Woran mag das bloß liegen? Am Deal des Don sicher nicht, und an der Aufrechterhaltung seiner Blockade ganz sicher auch nicht.
17. April 2026
Der Völkermord im Libanon soll ab heute für 10 Tage unterbrochen werden. Sagt wenigstens der Don. Doch der hat schon vieles gesagt, was morgen nicht mehr wahr war. Der Kongress hat in beiden Häusern, wenn auch nur knapp, abgelehnt, ihm den Kriegsstecker zu ziehen. Trump brauche mehr Zeit, sind die Ablehner zu vernehmen. Die wollen es wirklich darauf ankommen lassen, dass ihnen selbst bei den Zwischenwahlen im Herbst der Stecker gezogen wird.
Völkermord (2): Der US-Finanzminister Bessent hat vorgestern bekannt gegeben, dass und wie er den Krieg gegen den ungehorsamen Iran weiterführen wird, nämlich durch Sanktionen – die laut Bessent genauso wirksam sind wie das Bombardement – gegen alle Staaten dieser Erde, die es immer noch wagen, mit dem Regime in Teheran Handel zu treiben. Okay, wer nicht hören will muss fühlen, die US-Tankstellen geben Auskunft.
Völkermord (3): Dan Cane, der oberste US-Soldat springt dem Finanzminister zur Seite: Die Navy wird jetzt weltweit Schiffe aufbringen, die aus Persien kommen, dort hinwollen oder deren Waren an Bord haben. Für Geschichtsfans: Der Unabhängigkeitskrieg, der vor 250 Jahren in den Staat USA einmündete, beruhte vor allem auf Kaperkrieg auf den Weltmeeren gegen das britische Empire. Die jetzige Piraterie hat also Tradition.
Völkermord (4): Bei Tichy wird ernsthaft erörtert, dass die USA den Ölmarkt neu geordnet hätten, wenn auch auf höherem Niveau. Ja, so kann man das Morden auch nennen. Aber nicht vergessen: Man muss Sieger sein, sonst kann man solche Erzählungen nicht durchsetzen. Nehme mal an, dass sich vor allem die Staaten am Golf ihre eigenen Gedanken manchen.
16. April 2026
Unverhofft kommt oft. Etliche amerikanische Trinkwasser-Versorger haben den Fluor-Anteil von den empfohlenen und üblichen 0,7 mg/l auf 0,4 gesenkt. Keineswegs freiwillig, sondern sie stecken in einer handfesten Versorgungssackgasse. Ihrem israelischer Hauptlieferanten ist der Stoff, wie man so sagt, ausgegangen. Hieran erstaunt, dass sich das amerikanische Gesundheitssystem auf den Zwergstaat Israel stützt, weniger indessen dass diesem das Wasser bis zum Hals zu stehen scheint. Aber die US-Medien wissen Rat: das liegt an dem Ayatollah-Regime. Soso.
Fluor (2): Wenn das so weitergeht, werden wir auf das übliche, für uns oft anlasslos erscheinende amerikanische Blendax-Lachen verzichten müssen.
Fluor (3): Was man dem Don ins Zahnputzwasser gekippt haben mag, bleibt rätselhaft, denn die Gerüchte verdichten sich, dass er die kuriosen Messias Trump-Posts tatsächlich selbst ins Netz gestellt hat. Ich kann es immer noch nicht glauben.
Fritz der Clausewitz der Gegenwart und der kleine Mann aus Kiew haben gestern eine strategische Partnerschaft beschlossen. Heißt zu deutsch: Ihr kämpft und wir zahlen die Zeche und – vielleicht etwas überraschend – wir werden eure Deserteure nicht zurückschicken.
Strategische Partnerschaft (2): Ist in Bezug auf die Ukraine keineswegs neu und originell. a) Die von 1918 mit dem Hetmann Skoropazkij an der Spitze dauerte ein knappes Jahr, dann musste der Quasi-Ukrainer in Verbände eingewickelt in einem deutschen Lazarettzug fliehen. b) Die von 1941 (Ende Juni) dauerte ein paar Tage, dann sperrte man den neuen Unabhängigkeits-Helden Stepan Bandera auf Geheiß des Führers in ein deutsches KZ (als Ehrenhäftling). c) Deswegen war er im Sommer 1944 noch am Leben, als die nächste Partnerschaft beim deutschen Rückzug akut wurde. Sie dauerte ein paar Monate, bis man Bandera erneut nach Westen verfrachtete, wo er nach dem Krieg – nunmehr auf amerikanisches Geheiß und unter Falschnamen – ein aufrührerisches Leben in München führte und die Ukrainer zur Revolte aufrief.
Strategische Partnerschaft (3): Das russische Verteidigungsministerium hat eine Liste von europäischen Firmen veröffentlicht, darunter selbstredend auch deutsche, die für die Ukraine Drohnenteile oder sogar ganz Drohnen bauen. Dmitrij Medwedjew, Putins Mann fürs Grobe, hat die Weltöffentlichkeit wissen lassen, dass diese Firmen, wenn deren Drohnen in Russland einschlagen, legitime Kriegsziele Russlands werden.
15. April 2026
Die pakistanischen Mediatoren decken die dreiste Lüge der USA auf: Selbstredend war bei den Waffenstillstandsgesprächen zwischen den Kriegsparteien der Libanon inkorporiert. Erst als man nicht weiterkam, weil die Amerikaner Forderungen auf den Tisch brachten, die von den Persern zurückgewiesen wurden, war vom Libanon plötzlich keine Rede mehr. Vance sprach von einem Missverständnis. Genauer hätte er formulieren mussen: Bibi in Tel Aviv will weiterbomben. Noch lassen die Perser ihn gewähren. Sie konzentrieren sich auf die Blockade.
Lügen (2): Ob dem Vize klar ist, dass er sich durch sein Tun ins Traumhaus von Trump einschließt? Sollte es zu einer Gesamtabrechnung für diesen Krieg kommen, wird er kaum noch als Retter daneben stehen können. Ich dachte, er wäre geschickter.
Lügen (3): Im Netz kursieren Bilder, die man kaum glauben kann. Das eine betrifft 50 US-Kommando-Soldaten, die mit Portrait, Namen und Dienstgrad, der Öffentlichkeit als persische Kriegsgefangene präsentiert werden. Kann sein, dass das zutrifft, eine Bestätigung aus dem Pentagon steht noch aus. Das andere Bild ist noch weniger wahrscheinlich, denn es zeigt Trump auf seinem Account als Gemälde in der Rolle des Messias. Ich will nicht glauben, dass das von ihm selbst stammt. Falls doch, ist er reif für die Klappsmühle.
14. April 2026
Man konnte die Uhr danach stellen, dass die Führung in Teheran auf die amerikanische Ankündigung, nun selbst auch die Straße von Hormus zu sperren, drastisch reagieren würde. Sie kündigte eine Sperrung aller Häfen am Golf an. Ob hinter der Drohung eine realistische Möglichkeit steckt, kann man schlecht sagen, jedenfalls dreht sich die Schraube der Drosselung der gewohnten Weltwirtschaft, die vom Öltransport unmittelbar abhängig ist, eine Drehung weiter Richtig Kollaps.
Frankreich und England haben in unerwartet deutlicher Form geltend gemacht, sich an den US-Maßnahmen nicht zu beteiligen. Sie haben zur Hormus-Straße-Öffnungs-Konferenz eingeladen. Ob Letzteres realistisch ist oder nur heiße Luft, muss sich zeigen, wenn es um die Beteiligung von Persien geht. Will man von den Persern nichts wissen, kann man sich die Reisekosten nach Wo-auch-immer sparen. – Und Fritz der Kanzler? Will der auch was? Ja, er will auf anderthalb Groschen der Benzin-Steuer verzichten. Aber nur für zwei Monate. Nein, das muss man nicht kommentieren.
Nur Israel steht noch an der Seite des Bocksprünge vollführenden Trump. Es erneuert seinen Aufruf zum Kampf. Was wohl sonst? Immerhin sollte man in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt lassen, dass ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sich zu Wort gemeldet hat. Er merkte sinngemäß an, dass, wenn Israel zur Atombombe greife, es in kürzester Frist kein Israel mehr geben werde. Das ist eine so drastische Drohung, wie wir sie in den Jahrzehnten des Konflikts um den Staat der Juden in Palästina noch nicht zu hören bekommen haben, denn sie bedeutet in Klardeutsch, Israel durch einen Atomschlag auszulöschen. Ich habe meine Zweifel, ob der Inhalt der Meldung bei den deutschen und sonstigen Meinungshelden überhaupt angekommen ist.
13. April 2026
Gestern ist dem größten Feldherrn der Gegenwart ein erleuchteter Gedanke gekommen. Er wird mit der US-Marine nun seinerseits die Straße von Hormus sperren, genauer gesagt: die gesperrte Straße von Hormus. Das heißt, die Navy wird die Tanker, die von den Persern durchgewunken wurden, nun ihrerseits festhalten. So kann man die Ölpreise weiter hochtreiben. Sollte das nicht bis vorgestern verhindert werden?
Hormus (2): Die Doppelblockade trifft nicht nur die Perser, sondern vor allem deren Öl-Abnehmer, in erster Linie China, Indien und Indonesien und, fast vergessen, Australien. Die Europäer lassen wir mal als Sonderposten beiseite. Nochmal also China: Ist es vorstellbar, dass die Chinesen diesen Angriff auf ihre Wirtschaft unwidersprochen hinnehmen? Eher nicht. Es spricht alles dafür, dass wir in Kürze deren Kriegsschiffe als Begleitschutz gegen Piraterie im Persischen Golf zu sehen kriegen. Ob die US Navy auf diese schießen wird, scheint mir nicht ausgemacht.
Anderswo: In Ungarn ist gestern Amtsinhaber Orbán abgewählt worden. Ein normaler Vorgang nach 16 Jahren an der Macht. Man war seiner überdrüssig. Was daraus folgt, steht in den Sternen, selbst wenn in Brüssel und Kiew die Korken geknallt haben sollten.
Anderswo (2): Es trafen sich gestern die Koalitionsspitzen in krisenhafter Sondereile. Um was zu tun? Gar nichts.
Anderswo (3): Am afrikanischen Äquator ist es eher kühl, um die 20 Grad. Sehr angenehm, ebenso die ungewohnten Socken. Weniger schön ist, dass der Dieselpreis am Wochenende um 20 Cent nach oben sprang. Danke Donald.
12. April 2026
Sonntagsgedanken: Der Begriff christliches Abendland ist eine hohle Floskel. Erst wenn man das Christliche weglässt, erkennt man mit einige Mühe den Umriss unserer Kultur, denn das Christentum hat in unserer Gegend keinerlei Prägekraft mehr. Es ist an der Aufklärung zerschellt, und die traurigen Reste üben sich in Selbstdemotage, indem sie sich in der Illusion wiegen, eine Koalition mit dem Islam eingehen zu können.
Sonntagsgedanken (2): Das Christentum war ein Ableger der jüdischen Wüstenreligion. Es versuchte von Anfang an den Spagat zwischen dem alttestamentarischen Rachegott, der Spaß daran hatte, die ganze Menschheit absaufen zu lassen, und seinem revoltierenden Erlösungs-Sohn.
Christentum (3): Leute, die mal das eine und im nächsten Moment das Gegenteil für wahr halten, nennt man für gewöhnlich schizophren. Hierbei handelt es sich, mit kaltem Verstand betrachtet, um eine Geisteskrankheit.
Christentum (4): Eine fast zweitausend Jahre andauernde blutige Geschichte christlicher Gewalttaten nähert sich ihrem Ende. Wir sind Zeuge, wie das Regime in Washington, das in schier unerträglicher Weise die christlichen Werte auf seine Propaganda-Fahnen geschrieben hat, soeben dabei ist, seinen Untergang zu inszenieren. Mit Staunen betrachten wir, wie ein an Grausamkeit kaum zu überbietender Enthauptungsschlag gegen eine fremde Kultur (die persische) dazu geführt hat, dass sich aus dem Pulverdampf eine dortige Führungsschicht herausschält, die es bitter ernst meint, und vor der man sich nur fürchten kann, weil sie den Tod offenbar nicht fürchtet.
Christentum (5): Die von der Trump-Regierung erbettelte Waffenruhe, ist nach zehnstündigen Verhandlungen in Islamabad obsolet geworden, nachdem die Amerikaner unter Vance das Scheitern der Gespräche erklärt haben. Hormus, Urananreicherung und Libanon heißen die drei US-Stolpersteine. Währenddessen erklärt Trump zwischen Washingston und Miami herumjettend, dass er den Krieg gewonnen habe. Ist er noch bei Sinnen? Zumal sein Mündel in Tel Aviv vollmundig erklärt, unter seiner Führung werde der Krieg weitergeführt. Aha, er führt den Krieg. Das Töten geht also weiter.
11. April 2026
Jetzt beginnt im Nahen Osten der Nervenkrieg. Die Frage lautet, ob es dem US-Vize gelingt, die Sache zu einem Ende zu bringen, ohne dass sein Boss zusammen mit seinem Gespielen aus Tel Aviv zum nächsten Schlag ausholt. Mittlerweile pfeifen es in den USA die Spatzen von den Dächern, dass Trump die Sache vergeigt hat. Er hat noch fast drei Amtsjahre vor sich. Viel Zeit, um weitere Schäden anzurichten.
Die US-hörigen Hanseln im deutschen Mainstream schweigen betroffen, oder sie rufen wie bei der Springer-Journaille Einerseits-andererseits, weil sie auf die Zeit nach Trump hoffen. Hoffen sie tatsächlich auf die Rückkehr der Neo Cons? Die werden kaum helfen können, denn das Porzellan in Nahost ist zerschlagen.
Von der Ostfront hört man derweil nichts Neues, genauer gesagt: man hört gar nichts mehr. Ein breiter Streifen rechts und links der sog. Kontaktlinie (frühere Strategen nannten das die Hauptkampflinie – HKL) ist zur Todeszone erstarrt, in der mit Drohnen auf alles, was sich bewegt, Jagd mit tödlichem Ausgang gemacht wird. Nichts geht mehr. Wer hätte das noch vor Kurzem für möglich gehalten, dass die belächelten Spielzeuge zur kriegs-bestimmenden Waffe werden würden? Es sieht so aus, als habe hierbei keine der beiden Kriegführenden die Nase eindeutig vorne, obwohl in der Propaganda anderes behauptet wird. Ich gebe mir keine Mühe, die Namen und die Eigenschaften der Drohnen beider Seiten auswendig zu lernen.
In Deutschland pfeift derweil Fritz der Kanzler seine CDU-Wirtschaftsministerin zurück, weil diese sich aufgerafft hat, die sog. Reformvorschläge der SPD als schädlich für Deutschland zu kennzeichnen. Welche Folgerungen werden zu ziehen sein? Keine.
10. April 2026
So kann es nichts werden. Der Don erklärt die Weltlage erneut etwas anders, als man es nach der Vereinbarung von Islamabad vermuten durfte. Jetzt bemängelt er, dass die Straße von Hormus immer noch nicht frei befahrbar sei, und vom Maut, den die Perser nunmehr erheben, will er nichts gewusst haben. Deswegen, so lässt er wissen, werde die US-Armada im Nahen Osten bleiben, um im Bedarfsfall dem angeschlagenen Gegner den Rest zu geben. Nur zur Erinnerung: Die Vereinbarung von Dienstagnacht sah anders aus. Vor unsern Augen läuft ein riskantes Spiel ab. Keiner will den ersten Zug machen.
Kriegerisches (2): Zum Verhandlungsführer des Imperiums hat Trump seinen Vize ernannt. Die bisher vorlauten Herren Kushner und Wittkoff scheinen in der Versenkung verschwunden. Sie taugen für den Schwarzen Peter des jetzt möglichen Scheiterns nicht, auch sind sie genügend beschädigt, weil ihnen und ihren Meldungen der Kriegseintritt Amerikas angelastet wird. Vielleicht ist Vance klug genug, sich bei seinem Auftritt in Pakistan richtiger Diplomaten zu bedienen, deren Horizont über die Interessen von Tel Aviv hinausreicht, weil sie wissen, dass die Welt in Nahost komplizierter ist und den Amerikaner in jener Region niemand, der bei Verstand ist, noch über den Weg traut. Ich weiß nicht, ob es dortzulande überhaupt jemanden gibt, dessen Vorstellungskraft so weit reicht.
Kriegerisches (3): Selbstredend hält sich Tel Aviv nicht an das Vereinbarte und hat in den letzten zwei Tagen durch Raketenangriffe auf Beirut auf sich und seine Sonderrolle aufmerksam gemacht. So ganz wohl scheint es dessen Kriegsherren hierbei nicht zu sein, denn sie haben die Welt wissen lassen, dass sie sich ab sofort an Libanon-Gespächen in Pakistan zu beteiligen gedenken. Sowas kommt nicht aus Friedenswillen zustande, sondern da gibt es einen Hintergrund, über den man lediglich spekulieren kann. Zwei Gründe scheinen mir denkbar: a) Die Verluste des letzten Monats sind viel höher, als bislang zugegeben. b) Die Fronde der zionistischen Unterstützer in den USA bröckelt, weil Israels Krieg Mittel verschlingt, die so nicht eingeplant waren.
9. April 2026
Gestern trat der Don vor die Weltpresse, um einen Deal mit dem Iran und zugleich einen großen Sieg zu verkünden. Bei näherem Hinsehen handelt es sich um eine 14tägige Waffenruhe, beruhend auf einem in Pakistan ausgehandelten 10 Punkte-Plan. Sieht man noch etwas näher hin, kommen einem diese 10 Punkte irgendwie bekannt vor. Und richtig, es handelt es sich um die von den Persern vor etlichen Tagen bereits bekanntgemachten Bedingungen, um den Krieg zu beenden.
10 Punkte (2): Hierzu zählen so illustre Dinge wie der Abzug der US-Kampftruppen aus dem Nahen Osten, die Öffnung der Straße von Hormuz unter persischer Kontrolle des dortigen Schiffsverkehrs, die Fortführung des persischen Atomprogramms einschließlich der Anreicherung von Uran, die Einbeziehung des Libanons in den Waffenstillstand.
10 Punkte (3): Die Israelis haben unverzüglich erklärt, dass sie sich hieran nicht halten werden.
10 Punkte (4): Bei dieser offensichtlichen Nichtübereinstimmung der verbündeten Angreifer in diesem Krieg (USA & Israel) ist es kein Wunder, dass heute bereits der Streit um die Reichweite der Vereinbarung begonnen hat. Vize Vance wird als erster der Amerikaner dahingehend zitiert, dass der Libanon selbstredend nicht in den Waffenstillstand inkorporiert worden sei.
10 Punkte (5): Es ist kaum anzunehmen, dass die Perser dies hinnehmen werden. Folglich besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie mit dem Beschuss von Israel im Zweifel fortfahren werden. Bei diesen Voraussetzungen ist es kaum wahrscheinlich, dass der Waffenstillstand das Ende seiner Vereinbarung (14 Tage) erreicht. Es ist offensichtlich, dass Israel den Krieg verlängern will.
10 Punkte (6): Nun kommt es darauf an, ob die USA dies zulassen. Das ist angesichts der völlig aus dem Ruder rationaler Entscheidungen entsprungenen US-Führung auch nicht vage vorhersehbar. Es sieht hingegen so aus, als habe die Masse der US-Amerikaner mittlerweile (falls nicht von Anbeginn an) deutliche Vorbehalte gegen diesen Krieg, der ihnen als einziges sichtbares Ergebnis massive Bezinpreiserhöhungen beschert hat.
10 Punkte (7): Letztlich muss die Frage beantwortet werden, ob es der zionistischen Lobby in den USA noch einmal gelingt, den US-Präsidenten auf Israel-Kurs zu zwingen. Es erscheint vorstellbar, dass er sich in eine Alles-oder-nichts–Position verrennt. Die nächsten Tage werden es zeigen.
7. April 2026
Die angeblich allerletzte Frist des Don zum Beidrehen lief für die Führung des Irans heute Nacht ab. Der offenbar noch lebende Parlamentspräsident ist in vermutlichen Aussagen zu sehen. In dieses Videos sagt er: Nein. Nein, zu dem offenbar letzten Schrei einer 45tägigen sofortigen Waffenruhe, die ihm via Pakistan übermittelt worden war. Kann man nachvollziehen, wenn man seine Perspektive einnimmt. Die lautet: a) Mit diesem Gegner sind ernstzunehmende Vereinbarungen unmöglich, wie die Vergangenheit lehrt. b) Wozu dem Gegner eine Verschnaufpause zur erneuten Aufmunitionierung gewähren?
6. April 2026
Vor unsern Augen läuft der Netflix-Thriller Rettet den Air Man ab. In ihm wird gezeigt, wie das große und gute Amerika seine fliegenden Helden aus der westpersischen Wüste evakuiert, die dort dummerweise vom Himmel gefallen sind. Heute Nacht meldete der Don den Erfolg. Die Medienwelt applaudiert dem Feldherrn auf breiter Front.
Helden (2): Bleibt die Frage unerörtert, was die US-Boys in der Gegend zu suchen hatten. Nun, ich nehme an, dass sie nicht zufällig dort waren, wo geschossen wird, sondern Teil einer geplanten Operation gegen den Iran. Es sollen sich nämlich Erdkämpfe im Großraum Isfahan abgespielt haben, von dem bekannt ist, dass er a) in Persien liegt, und sich b) dort Elemente der iranishen Atom-Industrie befinden.
Helden (3): Ich stelle mir vor, das ein massives Kommando-Unternehmen dort stattfand oder doch zumindest stattfinden sollte. Die gemeldeten Flugzeugverluste sprechen dafür: Es ist nicht nur die abgeschossene F 15, sondern eine üppige Reihe von Flugzeugverlusten gemeldet worden: 2 weitere Kampfflugzeuge, 2 Großraum-Transportflugzeuge, 2 Kampfhubschrauber und mancherlei mehr, was von Air Force Liebhabern bewertet werden mag. Und die waren zur Rettung von 2 F 15-Männeken in Persien unterwegs? Das kann man bestenfalls den Fernsehzuschauern erklären. Mir hingegen nicht.
Helden (4): So erklärt sich, dass der Don neben seiner nächtlichen Jubelmeldung erneut schreckliche Drohungen gegen den Iran vom Stapel gelassen hat. Morgen will er das Land in Schutt und Asche legen. Habe ich falsch in Erinnerung, dass er vor drei Wochen das persische Volk von seiner fatalen Führung befreine wollte? Zwischenstufe zur Befreiung soll offenbar die Vernichtung sein. Ist er bei Sinnen? Ich zweifele.
Helden (5): Deutsche Journalisten aus dem Tichy-Stall wollen soeben in Erfahrung gebracht haben, dass in dieser Woche ein Waffenstillstand ausgerufen werden wird, den die Pakistaner vermittelt haben. Der vermutliche Verfasser dieser Redaktions-Meldung (Goergen) räumt auf ironische Zwischenrufe aus der Leserschaft, er kopiere offenbar eins zu eins israelische Propaganda, ein, auf irgendwelche Quellen müsse man sich schließlich stützen. Falls tatsächlich der Wind von Tel Aviv her weht, bestätigt das meine Vermutung, dass sich die Widerstandskraft der israelischen Angreifer dem Ende zuneigt, weil ihnen die Antiraketen-Raketen ausgehen und auch sonst nicht alles zum Besten steht. Das Ganze wäre dann lediglich eine Kopie der Ereigneisse des Vorjahrs. Fraglich ist allein, wie sich die extrem radikalisierte Führung in Teheran jetzt verhält.
4. April 2026
Die Perser holten gestern ein US-Kampfflugzeug, das sich in ihren Luftraum vorgewagt hatte, vom Himmel. Damit wäre auch das geklärt, wie es um die amerikanische Luftherrschaft in Nahost bestellt ist, während nur in der Lufthoheit über den US-Propaganda-Stammtischen das Gegenteil stattfindet. Derzeit läuft eine Jagd nach dem zweiten Piloten, nachdem einer der beiden in einer vermutlich gemeinsamen israelisch-amerikanischen Aktion aus dem Südiran gerettet werden konnte. Noch hat den zweiten keine der beiden Kriegsparteien entdecken können. Wir wüssten sonst davon.
Krieg in Persien (2): Derzeit findet die Zusammenziehung einer angeblich gewaltigen US-Bodenstreitmacht in Nahost statt, bestehend aus Marines und der 82. Luftlande-Division. Wen oder was wollen die US-Boys damit angreifen? Ein Blick auf die Landkarte des riesigen, von Wüsten durchzogenen Landes weckt berechtigte Zweifel am Sinn dieser Mission.
Krieg in Persien (3): Für übermogen (Ostermontag) hat der Don dem Iran die Hölle versprochen. Mit was denn? Mit 2 Infanteriedivisionen und einer Luftwaffe, die sich nicht in den iranischen Luftraum hineintraut?
Krieg in Persien (4): Deutsche Alternativ-Medien sind nach wie vor beschäftigt, die Berechtigung dieses Angriffskriegs nachzuweisen. Sie machen gelehrte Bemerkungen über das Völkerrecht als solches, beachten indessen die Grundregel nicht: Recht hat im Völkerrecht nur der, der den Krieg gewinnt.
3. April 2026
Am Karfreitag vor 110 Jahren begann in Dublin der Aufstandsversuch der Iren gegen die englische Herrschaft auf der grünen Insel. Er wurde in den Ostertagen blutig niedergeschlagen. Das war nur hinter dem Zensur-Vorhang des laufenden Weltkrieges möglich. Kaum war dieser beendet, flammte der Aufstand wieder auf, und er war in einer Phase, in der das Volk auf den britischen Inseln das Gemetzel gründlich satt hatte, nicht mehr unter Kontolle zu bringen.
Gemetzel (2): Die Generalstaatsanwältin-Justizministerin der USA, Pam Bondi, wurde letzte Nacht ihres Postens enthoben. Der Blondine mit dem harten Zug um den Mund wird vom Establishment vorgeworfen, mit der Veröffentlichung der Epstein-Akten den Blick in den Abgrund der Gepflogenheiten der sog. Eliten zu weit geöffnet zu haben. Jetzt sucht man einen lukrativen Posten für sie – außerhalb der Justizverwaltung. Sollte sie hierbei plötzlich und unerwartet sterben, dann hat sie im jetzt vergangenen Jahr ihrer Dienstzeit in DC zu viel Ungeschwärztes zu Gesicht bekommen.
2. April 2026
Der Feldherr spricht heute Nacht zur Nation und zur Welt: Die Kriegsziel wurden fast vollständig realisiert. Es folgen jetzt nie dagewesene vernichtende Militärschläge gegen die uneinsichtige iranische Führung. – Wie passt das zusammen? Gar nicht. Der Don hat jedes Maß verloren und will nur noch aus diesem Desaster als Sieger vor sein Volk treten. Morgen wird er wieder etwas anderes mit starker Stimme verkünden.
Feldherren (2): Gestern traf das jüngste Heft der Foreign Affairs in meinem Briefkasten ein. Jetzt liegt es oberflächlich überflogen auf meinem Schreibtisch und erzwingt Gedanken über den Hegemon und seinen Strategiewandel. Der sieht – in meinen Worten – so aus: Die USA müssen sich, wenn sie der Hegemon bleiben wollen, auf eine neue Gefahr konzentrieren, um diese abzuwehren. Die Gefahr heißt Deutschland. Jaja, ganz richtig gelesen. Diese neuen Phantasien bedürfen einer genaueren Bewertung, denn sie bedeuten Sprengstoff für unserr Land.
1. April 2026
Nein, kein Scherz, der Don hielt gestern wieder eine seiner Märchenstunden im Oval Office ab: Im Iran ist in 2 Wochen Pumpe. Spätestens. Dann ist dort alles, was schießen kann, zerstört. Straße von Hormus? Kein Problem. Das ist Sache der Franzosen. Wenn die den Weg brauchen, sollen sie sich halt darum kümmern.
Persische Märchen (2): Die Weltwirtschafts-Analyse von Egon W. Kreutzer, die in der vorvergangenen Nacht bei mir eintrudelte, beschreibt die Lage des März etwas anders. Zwar wird die Zerstörung der Gas- und Öl-Produktion im Nahen Osten durch die israelisch-amerikanische Allianz in erster Linie Europa und Asien schwer beschädigen, doch die US-Wirtschaft wird den Folgen dieses Desasters, wenn auch mit leichter Verzögerung, kaum entgehen können. Dort wird es zuvörderst die amerikanische Export-Wirtschaft treffen, weil deren Märkte nicht mehr da sein werden.
Persische Märchen (3): Sog. Konservative hierzulande feiern den Angriff gegen Persien als große Tat der Menschheitsbefreiung. Israel ist gerettet, so sagen sie. Zugleich nutzen sie die Gelegenheit zu wilden Attacken gegen den Vorsitzenden der AfD. Der könne nichts, vestehe nichts und seine Partei sei nicht mehr wählbar. Frage mich, a) ob diese Maulhelden je AfD gewählt haben, und b) ob sie bemerken, dass sie mutterseelenallein auf dem Marktplatz stehen?
30. März 2026
Die Ereignisse im Nahostkrieg geben zu denken. Bei allen Lügen hin und her wird klar, dass die persische Fähigkeit, den Angreifern substanzielle Verluste beizubringen nicht abgenommen hat. Ganz im Gegenteil, die Attacke auf den US-Militärstützpunkt Prinz Sultan in Saudi Arabien, bei der punktgenau US-Aufklärungsflugzeuge (einschließlich der nach dort beorderten AWACS) zerstört wurden, lässt erkennen, dass die Perser nicht nur präzise, sondern auch aus deren Sicht gut überlegt schießen, denn dieser Schlag ist ein weiteres Puzzle-Teil, die US-Streitkräfte blind zu machen.
Schlag (2): Es ist zu bezweifeln, dass diese Ausschaltung von Luftaufklärung durch die US-Satelliten-Beobachtung kompensiert werden kann. Dieser Angriff reiht sich in eine nun erkennbare persische Verteidigungs-Strategie ein, die nach erfolgreicher Zerstörung der ortsfesten US-Radarstationen und dem Abschießen von US-Tankflugzeugen den Offensivkräften der US Air Force die logistische und operatve Basis entzieht.
Schlag (3): Das hier besprochene iranische Vorgehen erfolgt nicht von selbst, sondern ist offenbar sorgfältig geplant worden. Ob es auf die Dauer funktioniert, muss sich erst noch erweisen. Auf jeden Fall bedeuten die jetzigen Ereignisse einen schweren Schlag gegen den Mythos der amerikanischen Unbesiegbarkeit.
Schlag (4): Der Entzug des Mythos wirkt sichtlich in die arabische Region hinein. Die lautstarke Ankündigung aus Saudi Arabien von letzter Woche, sich mit seiner beträchtlich großen Armee am Krieg gegen den Iran zu beteiligen, wurde am Wochenende liquidiert. Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt. Soso.
Schlag (5): Trump kündigt gestern an, die Straße von Hormus nach ihm selbst umzubenennen. Wie wäre es mit Don’s Drive oder so? Die erneut ausgestoßene Drohung, die Erdöl-Verlade-Insel Charg (Kharg) amphibisch zu besetzen, veranlasst mich, einen Blick auf die Karte zu werfen. Die Inseln liegt, vom Persischen Golf aus betrachtet, hinter der Straße von Hormus. Die Invasionsflotte muss da also durch. Viel Vergnügen.
Schlag (6): Seit dem Wochenende beteiligen sich die Houtis nunmehr offiziell am Krieg an der Seite des Iran.
Schlag (7): Der seit Beginn des Krieges parallel stattfindende Angriff der Israelis gegen den Libanon scheint alles andere als ein Osterspaziergang zu werden. Laut Jerusalem Post warnt der Generalstabschef – Eyal Zamir heißt der Mann –, dass ihm die Leute ausgehen. Dafür gibt es eigentlich nur zwei unterschiedliche Gründe: a) unerwartete Verluste, b) überdehnte Fronten. Ich tippe auf beides.
Schlag (8): (Angeblich) iranische Hacker sind in den E-Mail Account von FBI-Chef Kash Patel eingedrungen und machen diesen öffentlich lächerlich.
27. März 2026
Seit Tag und Nacht ist es bitterkalt im Ländchen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Perser völkerrechtswidrig die Straße von Hormus sperren. Und das, nachdem der Don ihnen für das jetzt kommende Wochenende das Öffnen der Höllentore angekündigt hatte.
Hormus (2): Heute Nacht wurde die Hölle auf den 6. April verschoben, denn die Mullahs hätten, sagt der Don, guten Willen gezeigt und 10 Großtanker durchgewunken. Frage mich allerdings, wie das mit den Aussagen aus Teheran (oder wo auch immer) zusammenpasst, dass man Tanker von nicht-feindlichen Nationen durchlasse.
Hormus (3): Ich tippe mal auf China, zumal sich amerikanische Börsianer heute Früh beunruhigt geben, dass ab sofort die einschlägigen persischen Öl-Ausfuhren in chinesichen Yen abgerechnet werden, weil die völkerrechtswidrigen Perser keine Dollars mehr annehmen. Liege ich falsch mit meiner Vermutung, dass diese Maßnahme den US-Boys mehr schadet als ein Drohnenangriff auf die Scheichtümer am Golf?
Hormus (4): Apropos Ausstieg aus dem Dollar, das Thema hatten wir schon mehrfach. Den Diktator Libyens Ghadafi kostete die Ankündigung vor Jahr und Tag den Kopf, als eine anglo-amerikanische Allianz des Land zerbombte. Im Unterschied zu damals laufen in Persien die Dinge in umgekehrter Reihenfolge ab: Erst Land zerbombt und Führer getötet, dann aus dem Dollar ausgestiegen.
Hormus (5): Weltweit versuchen die Öl-abhängigen Länder der Preisexplosion an den Zapfsäulen durch Steuersenkungen gegenzusteuern. Nur Fritz der Kanzler beschreitet den deutschen Sonderweg. Der heißt: Mehrwert-Steuer rauf. Das wird sicher helfen, das Land weiter zu ruinieren.
Hormus (6): Derweil findet in D eine Ablenkfütterung für die Mainstream-Idioten statt. Man plärrt auf allen Kanälen, dass Frauen virtuell und, oh Gott, sexuell-virtuell missbraucht würden. Mit größtem Widerwillen betrachte ich die dazu präsentierten Bilder. Augenblicke später: Wie komme ich bloß auf solch diskriminierende Gedanken, dass es sich hier um Frauen handeln könnte, denen das katholische Gurkenfechten keine Befriedigung mehr verschafft.
26. März 2026
Stellvertreter im Stellvertreterkrieg: Während Trump öffentlich verkündet, dass der Iran dringend einen Deal zum Ausstieg aus dem Krieg wünsche und hierfür einen 15-Punkte-Plan vorgelegt hat, melden sich nicht näher bestimmbare persische Stimmen über die arabischen Kanäle zu Wort, dass dies keineswegs der Fall sei. Derweil hat Trump eine hochrangoge Delegation unter der Leitung des Vizepräsidenten in Richtung Pakistan in Marsch gesetzt.
Stellvertreter (2): Das unerwartete Wiederauftauchen von Vize Vance in der ersten Reihe der Aufmarksamkeit, lässt den Verdacht dahinwelken, er habe sich in den letzten drei Wochen absichtlich rausgehalten. Selbst wenn, jetzt schiebt ihm der Don die Verantwortung für ein mögliches Scheitern zu.
Stellvertreter (3): Währenddessen meldet das in Deutschland beheimatete US Central Command, das die Kriegführung in Nahost lenkt, dass man jetzt das zehntausendste Ziel in Persien getroffen habe. Das mag sein. Nur was kaum sein kann, ist die Behauptung, dass ganz oben auf der Agenda die erfolgreiche Zerstörung der iranischen Raketenabschussrampen stand, denn über Nacht schlugen erneut eine nicht genannte Zahl von Raketen in Israel ein. Dass diese Ereignisse überhaupt den Weg in die Schlagzeilen finden, deutet darauf hin, dass wir uns nunmehr eilig in die von mir bereits im vorrigen Jahr beobachtete Phase des israelischen Wehgeschreis bewegen.
Stellvertreter (4): Nachdem Orbán gestern angekündigt hat, ab sofort die Ukrainer Schritt für Schritt von der bislang durch Ungarn sichergestellten Gasversorgung abzuklemmen, bis diese die Zerstörung der russisch-ungarischen Pipeline Drushba (südlicher Zweig) rückgängig gemacht haben, greifen ukrainische Drohnen über Nacht eine russische Raffinerie im Oblast Sankt Petersburg an, die dort nach westliche Pressemeldungen bedeutende Verheerungen angerichtet haben. Falls das stimmt, handelt es sich um einen weiteren gewaltsamen Schlag des US-Imperiums, nach dem Gasmarkt nun auch den Ölmarkt unter Kontrolle der US-Konzerne zu bringen.
Stellvertreter (5): Falls meine soeben genannte Annahme stimmt, lässt sich über den Ausgang dieses Versuchs wenig sagen. Sicher ist nur, dass in Europa und vor allem auch im sog. globalen Süden schwere wirtschaftliche Schäden angerichtet werden. Erneut stellt sich die Frage: Wem nützt das? Der US-Wirtschaft? Ich zweifele.
25. März 2026
Der Tag fängt lustig an, als ich damit beginne, die in meiner Abwesenheit aufgelaufene Papier-Post durchzusehen. In einem der Kataloge meines Berliner Lieblings-Verramschers finde ich das Bild Mönch am Meer von Caspar David Friedrich. Der Mann war ein Schelm, ich habe Tränen gelacht. Der Zustand verschlimmert sich, als ich Was-gibt’s-da-eigentlich-zu-lachen? gefragt werde.
Cui-bono? (wem nützt das?), fragt mich mit gutem Grund J., dem ich gestern den Aufsatz von Walter Post über den Iran-Krieg übermittelt hatte. Er gibt auch gleich die Antwort: Einigen Reichen und Superreichen. Soll ich mich dadurch trösten, dass unter der Masse der Leute, dem dieser Krieg massive Verluste bringt, auch etliche Reiche und Superreiche sein werden? Ich zweifele, denn der Unterschied liegt auf der Hand: Der Milliardär, der ein paar Millionen verzockt hat, bleibt hernach immer noch Milliardär, der Normalverdiener hingegen, der Strom und Sprit nicht mehr bezahlen kann, rutscht in die Armut.
Sehe ein Interview (wenigstens die ersten 14, 15 Minuten) mit dem jungen Mann Artur Abramovych an, der dem Club Juden in der AfD vorsteht. Der gebürtige Ukrainer sagt, die Stimmung in Israel sei gut und man sei eher erleichtert, dass es jetzt endlich zu dieser kriegerischen Auseinandersetzung komme, denn man befinde sich seit Jahrzehnten im Krieg.
Abramovych (2): Folgt man diesem Mann, so ist damit der Kriegsgrund geklärt, aber was ist das Ziel des Krieges? Die Vernichtung des Iran mit seinen rund 100 Millionen Einwohnern? Oder glaubt man ernsthaft, dass, sebst wenn man eine Kapitulation erzwingen kann, der Friede in Nahost einschließlich des Existensrechts Israels gesichert sei.
Das Existenzrecht Israels beruht auf einer Schenkungserklärung 1917 des damaligen britischen Außenminister Lord Balfour, ein Land betreffend (Palästina), was ihm nicht, sondern zum Osmanischen Reich gehörte. Nach der Niederlage der Türkei wurde das betreffende Land britischer Kolonialbesitz, das nach dem alten erfolgreichen Prinzip des Teile und Herrsche geführt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die britische Herrscher-Herrlichkeit zu Ende. Fortan wollte das Mündel Vormund sein. So hängen die Dinge zusammen. Wer diese noch nicht sehr weit zurückliegende Landumverteilung nicht als Anspruchs-begründend ausreichend sein lassen will, der muss schon das Alte Testament bemühen. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass das Reich der Perser älter ist.
24. März 2026
Die Achterbahnfahrt geht weiter. Gestern verkündete der Don, dass sein Ultimatum an den Iran, in 2-Tages-Frist die Straße von Hormuz zu öffenen, aufgeschoben sei, weil er mit einem hochrangigen Iraner übers Kriegsende im Gespräch sei. Davon glaube ich kein Wort, betrachte aber mit Muße das Gesicht des Präsidenten während seiner Ausführungen dort neben dem Großflugzeug. Der Mann wirkt plötzlich steinalt und verbraucht. Nun, in seinem Fall gilt: Krieg ist offenbar doch kein Jungbrunnen.
Die Macht der Bilder (2): Die israelische Propaganda entlässt derweil Kurzfilme über Drohnenangriffe in stark belebten städtischen Verkehrsadern mit bombastischen Texten, dass auf diese Weise die oppositionellen Kräfte des Iran gestärkt würden. Abgesehen von der Frage, ob die Bilder überhaupt die behaupteten Ereignisse zeigen, lässt sich sagen, dass solche Angriffe das behauptete Ziel mit hoher Wahrscheinlichkeit verfehlen werden, da sie eher einen Solidarisierrungseffekt auslösen werden.
Missmutig und lediglich, um der selbstauferlegten Chronisten-Pflicht nachzukommen, bleibt ein Kurzhinweis auf die Landtagswahlen in der Pfalz hier einzurücken. Indes: Ich lese nur nichtssagende Schlagzeilen und finde die tatsächlichen Wahl-Ergebnisse nicht, aus denen ich mir dann ein Bild machen könnte. Ich merke, dass ich zu faul bin, um danach zu suchen.
22. März 2026
Das hier sieht nicht nach einem großen Erfolg der Weltmacht und ihres getreuen Nahost-Vasallen aus. Die Stadt Dimona beherbergt das Zentrum des israelischen Atomstaates, dessen Bombe wir bislang nur vom Hörensagen kennen. Wenn dort die Perser ohne erkennbare Gegenwehr hineinzuschießen vermögen, kann das für die Israeli und deren bislang nicht vorhersehbare Reaktionen nur alternativ bedeuten: a) Atombombeneinsatz jetzt, solange das noch geht, oder b) dies zu unterlassen, weil jeder einschlägige Versuch, ja schon jede einschlägige Dohung, zu nicht kalkulierbaren Verheerungen am Abschussort führen kann. Ich bin im Zweifel, ob es an Ort und Stelle genügend einflussreiche nüchterne Strategen gibt, dies zu verhindern. Auf ein amerikanisches No angesichts der derzeitigen intellektuellen Bocksprünge zwischen Florida und DC würde ich micht lieber nicht verlassen wollen.
Auch nicht gerade freundlich: Die britische Zeitschift The Economist machte mich am Wochenende in Madrid mit diesem Titel auf sich aufmerksam. Die Verhohnepiepelung der israelischen-amerikanischen Operations-Namens Epic Fury in Blind Fury (Blinde Wut) spricht für sich, ein vortreffliches Beispiel für den beißenden englischen Wortwitz.
The Economist (2): Die Autoren des Blattes weisen schonungslos darauf hin, was in diesem Krieg trotz flächendeckender Propaganda bislang alles schief gelaufen ist, vor allem was für katastrophale wirtschaftliche Folgen ins Haus stehen. Ja, da kennt die City of London keinen Spass.
20. März 2026
Wir sind mitten drin in der Medienschlacht über den Irankrieg. Wieder ist es so, dass jedermann glaubt, Partei ergreifen zu müssen. Kaum einer stellt die für mich naheliegende Frage: Was ist eigentlich im deutschen Interesse? Die Erklärung für diese Abstinenz ist ziemlich simpel. In einem Land, in dem man sich angewöhnt hat, das nationale Eigeninteresse als Nazikram anzuschwärzen, hält jedermann, der sich einschlägige Gedanken macht, beklommen das Maul.
Im deutschen Interesse (2): Das vorschnelle Parteiergreifen, zumal wenn es moraltriefend daherkommt, ist nicht im nationalen Interesse. Wer die Angreifer devot lobt, handelt bestenfalls in deren Interesse. Wer die Angreifer verdammt, handelt in niemandes Interesse, nicht einmal in dem des schauerlichen Regimes in Teheran.
Im deutschen Interesse (3): Das Einsortieren des Krieges in ein Pro oder Con verkürzt die Sicht auf die wahren Probleme des Landes. Sie sind durch Kräfte herbeigeführt worden, denen es daran gelegen ist, ihre Verursacher-Stellung zu vertuschen. Diese Kräfte befinden sich innerhalb und außerhalb des Landes. Sie spiegeln sich in den Konfliktparteien des jetzigen Krieges wider. Auf der einen Seite eine absolut egomanisch handelnde Geldelite, die ihren Hauptsitz in den USA hat, auf der anderen Seite religiöse Eliten, die einer boshaften Unterdrückungsreligion zur Weltherrschaft verhelfen wollen. Beide Seiten, die eindeutig nicht im Interesse Deutschlands liegen, werden hierzulande ignoriert, weil die beiden feindlichen Parteien eine unermessliche Zahl von Kollaborateuren auf ihre Seite gebracht haben. Den von ihnen verursachten Riss durch die deutsche Gesellschaft beobachte ich mit steigender Neugierde.
Im deutschen Interesse (4): Wer die Frage aufwirft, warum eigentlich hierzulande bislang Gewalttaten ausgeblieben sind, verkürzt die Wirklichkeit. Erstens gab es bereits hinreichend viele Gewalttaten, wie die Anschläge auf die Energieversorung in der Ostsee (Nord Stream) und Berlin sowie die tägliche Messerroutine in ganz Deutschland, zum andern schätze ich es so ein, dass die staatlichen Gewaltakteure derzeit Deutschland als Ruheraum nutzen. Das mag sich je nach Lageentwicklung von einem Tag auf den andern ändern.
Kriegsgebiete : Der Krieg in der Ukraine ist in der öffentlichen Wahrnehmung so weit Routine geworden, dass er keines Wortes mehr wert zu sein scheint. Nach meiner Vermutung findet hinter diesem Vorhang des Desinteresses die Konsolidierung der russischen Macht statt.
Kriegsgebiete (2): In Nahost hingegen hat Israel durch den erfolgreichen Luftangriff auf die Gasfelder in Südwesten Persiens zu einer möglicherweise entscheidenden Eskalation der Gewalt beigetragen. Das zugrundeliegende Kalkül könnte aufgehen: Europa und China sollen die Folgen dieses Krieges unmissverständlich zu spüren bekommen. Ob die Rechnung aufgehen wird, die bislang abseits stehenden Länder Europas und Asiens zu eigenen Kriegsgenossen zu machen, halte ich nicht für ausgemacht. Selbst die Staaten am Golf zögern.
19. März 2026
Dass es ein Fehler war, von Berlin aus dem Land der Klima-Idioten zu entfliehen, war mir klar, als ich den Nahost-Zustand des Flughafens notgedrungen durchwandernd zur Kenntnis nahm. Aber dass meine Fehlplanung mir die Rückkehr abschneiden würde, weil gestern der Flugbetrieb dank des starken Arms der Gewerkschaft verhindert wurde, konnte ich beim besten Willen nicht ahnen. Dieser Scherz kosteten mich mehrere hundert Euronen, und ich freue mich bereits jetzt darauf, wenn die allfälligen Klugsch… mich darüber belehren werden, wie ich dergleichen hätte vermeiden können.
BER Terminal 2, Foto: HR, Nov. 2025
Proletarisches (2): So habe ich mehr Zeit als gewöhnlich, per Notebook Leserbriefe zu studieren. Sie sind Ausdruck einer Schicht von Leuten, die nach eigener Überzeugung genau weiß, wie der Hase läuft. Bei Tichy dominieren die Das-müssen-erst-wir-mal-abwarten–Leser, während es bei ApolloNews die Faust-auf-den-Tisch-Schläger sind.
Die Realität verschwimmt vor unsern Augen, wenn seit Kriegsbeginn der Kriegsherr Netanyahu weg ist vom Fenster. Wenigstens optisch. Jetzt ist er wieder da, und dieselben Leute, die sein Fehlen bemerkten, behaupten nun, dass das, was wir zu sehen kriegen, die pure Fiktion ist. Wie wäre es mit einer neuen Serie bei Netflix (nach einer wahren Geschichte) mit dem Titel Ein Feldherr verschwindet. Ich weiß schon, das erinnert ein wenig an Alfred Hitchkock Eine Dame verschwindet, aber niemand wird behaupten wollen, dass der Benjamin aus Tel Aviv eine Dame sei. Ein Herr übrigens auch nicht.
18. März 202
Es knirscht im Regierungsgebälk in DC. Der Direktor der zentralen US-Behörde für Terrorismusabwehr Joe Kent hat gestern seine Entlassung verlangt. Der Krieg gegen den Iran, so der Spitzenfunktionär, erfolge nicht, weil dieser die USA bedroht habe, sondern weil Israel und dessen stützende Kräfte in den USA den US-Präsidenten zum militärischen Angriff genötigt hätten. Das ist nun eine öffentliche Stimme aus dem Chorus der amerikanischen Dienste, über die man kaum hinwegsehen kann. Mainstream diesseits und jenseits des Atlantiks versucht, ihn als antisemitischen Verschwörungs-Deppen abzuqualifizieren.
Es knirscht (2): Als nächste muss sich heute Nacht die Direktorin für die Dienste (DNI) vor den Parlamentsausschüssen rechtfertigen. Das ist die ehemalige Präsidentschaftskandidatin der Dems (!), Tulsi Gabbard, die vor ihrer Nominierung durch Trump laut und unüberhörbar gesagt hatte, der Iran und dessen geistliches Oberhaupt stellten für die USA kein ernstzunehmendes militärisches Risiko dar. Nur zu deutlich ist (auch mir) ihr taffes Auftreten bei der Bestätigung durch den Senat vor gut einem Jahr in Erinnerung geblieben.
Es knirscht (3): Jetzt beginnt in DC das Schwarze-Peter-Spiel. Die wie immer unzuverlässigen amerikanischen Auguren deuten mit dem Finger auf den Trump’schen Sondergesandten Steve Witkoff, der vor drei Wochen dem Präsidenten bei seiner Rückkehr aus Nahost den Floh mit der fertigen iranischen Atombombe ins Ohr gesetzt habe. Soll man das wirklich glauben?
17. März 202
Es ist müßig, über die Kommunalwahlen in Hessen und Bayern ein Wort zu verlieren. Die Kräfte der Selbstzerstörung genießen in den administrativen Hochburgen eine hohe Zustimmung – ebenso wie vor Kurzem erst im ehemaligen Industrieland BaWü.
Netzfund:
Schreibt ein Leser gestern bei ApolloNews zum gerade stattgehabten Gedenktag gegen Islam-Feindlichkeit in Berlin: „Man sollte solche Tage gut nützen. An diesem Tag sollten überall öffentliche Lesungen aus dem Koran stattfinden, über religiös motivierte Pädophilie (Sure 65:4), Polygamie (Sure 4:3), Gewalt gegen Frauen (Suren 2:223, 2:229, 4:11, 4:34, 24:4, etc., etc.), über Antisemitismus (Suren 2:65, 2:75, 2:87, 2:94, 2:120, 2:135, 4:46, 4:50, 4:155, 4:160, 4:161, 5:41, 5:51, 5:82, 9:30, 62:6, 7:166) sowie über das Verbrennen (Sure 4:56), Auspeitschen, Amputieren und Kreuzigen (Suren 24:2 und 5:33), Enthaupten (Suren 8:12 und 47:4) und überhaupt über das Töten von Ungläubigen (Sure 9:5).Damit auch jeder weiß, warum es Islamfeindlichkeit überhaupt gibt.“
Quer (2): Bernd Zeller lässt uns in der nach ihm benannten Zeitung wissen: „Mysteriöses Phänomen: Immer mehr Ticketkontrollen enden im Krankenhaus.“
Erst ein Blick auf die Regionalkarte offenbart das Augenfällige zur Frage, warum die Chinesen auf Trumps Sirenen-Gesänge, sich am Aufbrechen der Blockade der Straße von Hormus zu beteiligen, schweigend und mit einem hintergründigen Lächeln reagieren. Sie haben seit dem Beginn der 2020er Jahre für diesen Fall eine Umgehungslösung geplant und in die Tat umgesetzt: den Hafen von Jask, an der Südküste des Golfs von Oman gelegen. Dessen nagelneuer Terminal ist mit einer 1000 km langen Pipeline ins Landesinnere zu den Ölförderstätten verbunden.
Der Blick auf die Landkarte (2) macht zudem überdeutlich, wie dicht die Ölstaaten am Golf zum Iran liegen und damit im Bereich seiner Waffenwirkung, und wie sehr diese Staaten, die ihre Existenz allein dem Ölbohren verdanken, von den Schutzversprechungen der Amerikaner abhängig waren und sind, die derzeit nicht eingehalten werden.
Das Lügen geht weiter (am Nachmittag): Auf einer Festveranstaltung im Kennedy-Center behauptet der Don, es habe über Nacht das umfangreichste und effektivste Bombardement des Iran stattgefunden. Er spricht von der persischen Insel Charg (Kharg), auf der sich der größte Ölterminal des Landes befindet. Der Angriff habe sich allein gegen militärische Ziele dort gerichtet. Ein Blick auf die Insel von oben legt nahe, dass das angesichts der minimalen Größe des Zielgebiets kaum sein kann. Was also wurde getroffen und falls überhaupt zu welchem Zweck?
Lügen (2): Auf dem Flugzeugträger Gerald Ford brach ein Feuer aus, das 30 Stunden lang nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Ein defekter Wäschetrockner sei die Ursache gewesen. Warum nicht gar ein Joystick für Soldatinnen? Zu gut ist in Erinnerung, dass diese monströse Kriegsmaschine (der Flugzeugträger) vor Tagen erst aus dem Wirkungs-Bereich persischer Waffen reterierte. Also doch ein Treffer? Das mögen die Götter wissen und das Pentagon.
16. März 2026
Lob der Hässlichkeit: Für das, wie er aussah, konnte er nichts, aber für seine Worte schon: Habermao, Habermas, Habermat, Habermamus, Habermatis, Habermant… so finde ich ihn in einem Leserbrief der Zellerzeitung lateinisch durchdekliniert. Da hat doch tatsächlich einer einen Zipfel klassischer Bildung dreist raushängen lassen.
Hässlich (2): Ich hörte von ihm erstmals während des Studiums. Es schwärmte eine Komilitonin, wusste aber auch nicht so recht, warum. Genaueres erfuhr ich auch später nicht, denn das, was er schrieb, leuchtete mir nicht ein. Ich fand es unlesbar, aufgeblasen und in selbstgemachten Floskeln stelzend. Später erklärte mir ein weiblicher Fan, der Meister spreche erst durch seine Interpreten zu uns. Aha, das kannte ich bereits von dem zwergenhaften Denker aus Königsberg (womit ich diesen keineswegs auf die Stufe des Frankfurters runterschubsen will). – Jetzt ist er also tot und zum Beleg dessen, was ich mir gemerkt hatte, sah ich am Wochenende in die FAZ. Und siehe, ich lag richtig, es war ein Hochamt der Interpreten. Die Lektüre sparte ich mir.
Hässlich (3): Schon mehrfach habe ich mich gefragt, was eigentlich diesen Benjamin N. als Führer auszeichnet. Charisma ist es jedenfalls nicht, Charme auch nicht, Klugheit wohl kaum. Damit wären wir dann bei Eigenschaften angekommen, die man eher als weniger günstig ansieht. – Nachdem er, wie er sich selbst rühmt, den jetzigen Krieg ausgelöst hat, war er auffällig von der Bildflächte verschwunden. Gestern Abend tauchte er via X-Schnipsel auf und dementierte seinen Tod. Für einen Kaffee würde er sterben, gab sich das X-Bild witzig. Er wird wohl einen Vorkoster haben.
Hässlich (4): Mag sein, dass ich mich aus Ärger über den Nahost-Krieg irre, aber es kommt mir so vor, als habe der Don seine gewohnte äußerliche Überlegenheit eingebüßt. Seine Gesichtszüge hatte er zwar noch nie so richtig unter Kontrolle, doch jetzt den gewohnten Siegertypen zu geben, will ihm nicht gelingen. Er wirkt gehetzt und wirr. Die Auguren wissen es: Er ist bald weg vom Fenster. Das glaube ich zwar nicht, aber der Umstand, dass er nicht mehr allein am Ruder des Raumschiffs Erde steht, macht ihm sichtlich zu schaffen. Er weiß bei aller irrationalen Sprunghaftigkeit, dass Wahlen in den USA innenpolitisch, in der Wirtschaft, entschieden werden. Dort stehen die Preise an den Zapfsäulen im Wege. Die kann auch der Dümmste lesen.
Hässlich (5): Johann, der deutsche Außenzwerg, will sich nicht an den Patrouillen des Don durch die Straße von Hormus beteiligen. Nun gut, andere, die alle Tassen im Schrank haben, wollen das auch nicht, weil sie sich um ihre Kriegsschiffe Sorgen machen, die dann im scharfen Schuss gegen persich-russisch-chinesische Drohnen antreten müssten. Da lassen sie dem allmächtigen Kriegsherrn lieber den Vortritt. Doch die Deutschen haben eine andere Ausrede: Die Grünen Winde wehen, wenn sie denn überhaupt wehen, nicht durch die Straße von Hormus.
15. März 2026
Man hätte es ahnen sollen: Die iranischen Kampf-Drohnen, die dem Wertewesten in seinem jetzigen berechtigten Krieg gegen das Mullah-Regime so heftig zu schaffen machen, und die man seit Jahren nun schon unter dem Namen Geran2 im völkerrechtswidrigen Angriffskrieg des Wladimir P. in der Ukraine bei der Arbeit hat sehen können, stammen in Wirklichkeit aus Deutschland. Sie wurden in den 1980er Jahren bei der Firma Dornier in Friedrichshafen am Bodensee entwickelt und sind dann schließlich in den USA, dem Iran und Russland als Muster für die moderne Kriegführung kopiert worden.
Dornier (2): Die Firma, die eine lange Tradition für fliegende Kriegswaffen besaß, machte dann mit dem Ende des Kalten Krieges wg. plötzlich eingetretener weltweiter Friedfertigkeit Pleite. Die Reste wurden vom deutsch-französischen Luftfahrtkonzern Airbus geschluckt, der mit bedeutenden Teilen ebenfalls in Friedrichshafen residiert. Von Dornier ist daselbst nur ein kleines gleichnamiges Museum übrig geblieben.
Dornier (3): Mir scheint, als habe die deutsche Schuldkult-Fronde von diesem empörenden Umstand der deutschen Vaterschaft noch nicht in gehöriger Form Kenntnis genommen. Ich könnte mir, sobald sich das ändert, vorstellen, dass Fritz der Kanzler seinen Außenzwerg nach Jerusalem entsendet, um dort Abbitte und Wiedergutmachung zu leisten. Sind es doch diese Drohnen, die dem dortigen Staat derzeit so enorme Schwierigkeiten bereiten.
14. März 2026
Bei der Betrachtung von Fotos und Videoschnipseln, die den persischen Außenminister Araghchi (Arachtschi) zeigen, gehen mir einige Gedanken durch den Kopf, die ich zur Debatte stellen möchte. Er wirkt auf mich wie ein erfolgreicher und gebildeter persischer Geschäftsmann, dem man nicht ansieht, dass er einem mittelalterlichen religiösen Gewaltregime an prominenter Stelle dient. Seine Gesichtszüge sind sympathisch, sein Auftreten zivilisiert, seine Kleidung maßgeschneidert. Er wirkt, ohne sich das anmerken zu lassen, wenn er gemeinsam mit Presse- oder Administrations-Vertretern der USA zu sehen ist, diesen haushoch überlegen.
Zwiegesichtigkeit (2): Ich hoffe, mich hierbei nicht zu verheben, wenn ich anmerke, dass wir hier einen Prototyp aus der persischen Führungsschicht vor uns haben: Jemanden, der die westliche Denke beherrscht, ohne sie jedoch zu teilen. Wir finden exakt diese Gesichter auch bei anderen Figuren in Politik, Militär und Naturwissenschaften. In diesem Phänomen müssen wir wohl den Ursprung für die erstaunliche Bewaffnung des Iran unter den seit Jahrzehnten schwierigsten wirtschaftlichen Bedingungen suchen. Die jetzt zu Tage tretende Kampfkraft hingegen – von Trump & Co sträflich unterschätzt – entspringt, wie ich annehme, diesen ganz anderen Typen, die bärtig und finster an der Spitze der Revolutionsgarden stehen. Die einen von den anderen zu trennen, ist durch den Angriff vom 28. Februar gründlich misslungen.
Zwiegesichtigkeit (3): Es ist für die im westlichen Denken verwobenen Zeitgenossen – also Sie, den Leser, und mich, den Schreiber dieser Zeilen – schwierig bis unmöglich, sich in das Denken und vor allem das Handeln dieser oben genannten orientalen Typen hineinzufinden. Sie sind nicht wie wir und wollen es auch gar nicht sein, selbst wenn sie unsere Sprachen perfekt beherrschen. Auf der Gegenseite, also bei uns, wird die angemessene Reaktion nicht nur durch das real existente amtliche Personal, sondern vor allem auch durch die Mär von den Menschenrechten behindert, deren wichtigstes religiöses Element deren weltweite vom Menschen unabhängige Geltung („universale unveräußerliche Menschenrechte“) ist. So kann es leicht passieren, dass wir mit Machthabern konfrontiert werden, die uns überlegen sind, weil sie unser Menschenrechts-Gerede als Macke auffassen und dementsprechend handeln.
13. März 2026
Dass alles mit jeden zusammenhänge, ist eine Behauptung, aus der sich dann Beliebiges ableiten lässt. Ich habe soeben eine solche Gedankenkette gelesen, die – in meinen Worten – so arrangiert war: Trump versucht 1983 in South Carolina eine 13jährige aus dem Sortiment von Epstein sexuell zu missbrauchen. Diese wehrt sich, indem sie ihm in den Penis beißt. Ob und wann der Vorgang den Ermittlungsbehörden zu Kenntnis kommt, ist unklar. Jedenfalls untersucht das FBI dann 2019 den Fall durch Vernehmung des möglichen Opfers. Es entstehen 53 Blatt Polizeiunterlagen, die aber den Anfang dieses Jahres veröffentlichten Epstein-Files nicht beigefügt sind.
Schein und Wirklichkeit (2): Ob der zugrunde liegende Tatvorwurf stimmt, ist völlig offen. Das vermutete Opfer verweigert heutzutage jede Aussage. Ebenso die Anwältin. Wir sind also wieder in jener Grauzone angelangt, die wir aus dem Jahr 2016 kennen, als diverse Damen unterschiedlicher Oberweite behaupteten, von Trump vergewaltigt worden zu sein. Die Sachen gingen aus wie das Hornberger Schießen, da Trumps Anwälte gut dotierte Schweigevereinbarungen schlossen. Ob auch in diesem Fall ist unbekannt.
Schein und Wirklichkeit (3): Der jetzige Fall erhält seine Brisanz durch den Umstand, dass eine bedeutende parlamentarische Minderheit versucht, Trump mit allen sich bietenden Mitteln um sein Amt zu bringen. Das ist nicht unbedingt neu. Neu ist hingegen, dass das aufgefallene Fehlen der FBI-Akten nunmehr mit dem Iran-Krieg in Zusammenhang gebracht wird.
Schein und Wirklichkeit (4): Selbst Leute, die nicht Trump-feindlich eingestellt sind, fragen sich, ob der Präsident in den israelisch-amerikanischen Krieg hineingezwungen worden sein könnte. Je weniger dieser Krieg – entgegen allem Anfangsgerede – in einen schnellen Erfolg eingemündet ist, desto lauter werden diese Fragen gestellt, obwohl Erfolg und Fremdsteuerung eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Auch in Amerika wird mit dem Finger auf einen erpresserischen Netanyahu gedeutet, wobei leichter Hand hinzugefügt wird, Epstein sei halt ein Einflussagent zur Beschaffung von Kompromaten bei einflussreichen Zielpersonen gewesen. Klingt einfach, eigentlich zu einfach. Trump 1983 als Zielperson? Da war der Mann ein Bauunternehmer und angehender semi-bekannter Fernsehstar. Das mit der Politik kam 33 Jahre später.
12. März 2026
Jetzt verhängen wir (wer immer das sei) Sanktionen gegen den Iran. Nur nebenbei gefragt: Was genau werfen wir dem Iran vor? Dass er von der israelischen-amerikanischen Allianz militärisch angegriffen wurde? Und was genau erwarten wir von den Sanktionen? Nun, höhere Spritpreise, damit die Leute endlich aufhören, mit ihren Autos herumzukutschen.
Spritpreise (2): Finde in der Zellerzeitung von heute Nacht das Wesentliche leicht verständlich dargestellt:
11. März 2026
Mit etwas Verspätung finde ich die Angaben von US CentCom über die Zerstörung von US-Radarstationen in Nahost. Falls es stimmt, was darüber zu lesen ist, sind Schäden entstanden, die mittelfristig nicht ersetzt werden können, und die von den USA aufgerüstete Raketenabwehr der gesamten Region nahezu blind macht.
Eine weitere unbestätigte Meldung geht davon aus, dass persische Raketen und Drohnen wichtige Daten-Zentren in Nahost zerstört haben, zum Beispiel das von Amazon.
10. März 2026
Es ist der Krieg des Thomas Morus, so wie der ihn in der Utopia beschrieben hat. Der moralisch überlegene Staat ist befugt, Kriege zur Arrondierung seiner Interessen zu führen. Morus empfiehlt, den gegnerischen Staatsführer töten zu lassen.
Krieg (2): Die Phase 1 des Morus-Krieges haben wir erlebt, jetzt kommt das Vorgehen gegen die aus Sicht des moralisch überlegenen Angreifers minderwertige Bevölkerung. Der Anfang ist durch die Zerstörung von persische Trinkwasser-Anlagen gemacht. Wohlgemerkt durch US-Truppen. Der persische Außenminister hat auf dieses bislang einzigartige Kriegsverbrechen hingewiesen und angemerkt, dass man einen Rubikon überschritten habe. Persische Angriffe auf Meerwasser-Entsalzungsanlagen am Golf folgten auf den Fuß.
Die Medien versuchen den Leuten seit gestern einzureden, dass das knappe Wahlergebnis in BaWü „spannend“ sei. Nein, ist es nicht, sondern es ist völlig gleichgültig, ob grün oder schwarz den dortigen MP stellt, denn das ist genau so spannend, als wenn man beim Frühstück erst die obere und dann die untere Hälfte des Brötchens isst – oder anders rum.
9. März 2026
Im Iran-Krieg hat Israel die Ölraffinerien bei Teheran angegriffen und dadurch angezündet. Einige wenige Kurzvideos zeugen von einer beispiellosen Umweltkatastrophe. Im Gegenzug trifft es unbekannte Ziele in Tel Aviv und in Arabien sowie den Flugzeugträger Abraham Lincoln, der weit vom persischen Kriegsschauplatz zurückgezogen wird, um weiteren Dohnentreffern zu entgehen.
Persien (2): Es wurde ein neuer Ayatollah ernannt. Es ist der Sohn des Ermordeten. Der Vorgang zeigt zweierlei: a) Die Führung in Teheran wurde entgegen der Ansage aus Tel Aviv nicht ausgeschaltet. b) Sie ist – entgegen den Behauptungen des Don, es werde keinen persischen Führer ohne seine Zustimmung geben – nicht gewillt, sich von Ungläubigen reinreden zu lassen.
Ohne Belang ist der Wahlausgang in BaWü. Mit der Industrie-Vernichtungspolitik kann ungehindert weitergemacht werden. Der Wähler will das so.