Wenn „Jugend muss durch Jugend geführt werden“ aktuell zu einer Anklageerhebung im antifaschistischen Gießen führt, stellt sich der Kopf fast automatisch auf Satire ein. Doch es handelt sich um Realität. Ich vermeide es, an dieser Stelle zu erwähnen, das der inkriminierte Spruch nicht aus der HJ, sondern aus der Jugendbewegung stammt, und verschwiege, wie viele Reise-Führer in meinem Regal über die Reiseliteratur stehen, die sich nicht scheuen, den verpönten Führer in ihrem Titel zu erwähnen, doch gesagt haben will ich es wenigstens, wenn auch mit Abscheu, liebe Antifa-Genossen, wohl bedenkend, dass die Nazis (die echten) auch den Volks-Genossen und den Partei-Genossen (PG) stets im Munde führten.
Nazi-Riecherei (2): Bleibt die Frage, was hier in den Köpfen vorgeht? Ich nehme an, dass nach dem Aussterben der letzten Übeltäter ein Kulissenwandel notwendig geworden ist. Jetzt geht man in Ermangelung von sog. Menschenmaterial gegen die Täter-Sprache vor. Das ist das Deutsche, denn merke: diese Leute sprachen deutsch.
19. Oktober 2026
In Frankreich gibt es eine Allianz aus islamischem und linkem Pöbel, welcher die Innenstädte verwüstet. Die Randale hat auch nach Norditalien übergegriffen. – Deutschlands Führungskräfte diskutieren derweil das, was sie Klima-Fragen nennen.
Wochenende (2): Es fand der größte bisherige Drohnenangriff auf St. Petersburg statt. Die Aussagen über die angerichteten Schäden und die abgeschossenen Drohnen differieren wie üblich. Wenig diskutiert wird das Offensichtliche: Die Drohnenschwärme kamen aus dem polnischen und estnisch-lettisch-litauischen Luftraum. Dortige Medien und auch Offizielle kommentieren es mit Behagen.
Der Ex-CIA-Offizier und jetzige Kriegsanalytiker Larry Johnson berichtet über seinen Auftritt im UNO-Sicherheitsrat in New York, wohin er als Sachverständiger von den Russen eingeladen worden war. Sein Thema waren die Ziviltoten des Ukraine-Konflikts. Es stellte anhand von Opfer-Zahlen in Abrede, dass der Russe es auf das Töten von Zivilpersonen absehe, wobei er nicht ausließ, dass die ukrainische Seite mit dem Töten von Russen auf ihrem Territorium in den 2010er Jahren begann. Die anwesenden Europäer (DK, F, LT, GR) hätten daraufhin wüst gepöbelt, der Vertreter der USA, der sich früher feindselig verhalten habe, war plötzlich völlig zurückhaltend.
18. Oktober 2026
Was soll ich sagen, ohne bei den ein oder zwei Lesern meines Sudelbuchs anzuecken? Soll ich wirklich notieren, was mich morgens amüsiert? Und das bei der Weltlage. Okay, versuchen wir’s mal mit dem, was ich heute Morgen in den Leserbriefen der Zellerzeitung vorfand: „Völlig überraschend ist der Russe nicht in Deutschland eingefallen. Der Vorfall ereignete sich gestern an der Grenze zu Polen und löste eine Panik aus. Die einfallslosen Grenzbeamten ergriffen die Flucht; sie mussten später psychologisch betreut werden. Auch in Berlin ist der Schock über das Ereignis deutlich zu spüren. Friedrich Merz nannte das Ausbleiben der russischen Invasion „völkerrechtswidrig“ und kündigte eine weitere Verschärfung der Sanktionen an. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) beklagte die notorische Unzuverlässigkeit der Russen, die in diesem Fall sogar den Kampf gegen rechts sabotiert habe.“
Ostfront (2): In der Realität hat in der vergangenen Woche der Russe seine massiven Luftangriffe gegen die Energie- und Wirtschafts-Infrastruktur fortgesetzt. Lokale Schwerpunkte waren die Oblaste Kiew und Charkow. Auffällig ist die jetzt selbst von der ukrainischen Seite lautstark beklagte Hilflosigkeit. Die Beobachter rätseln, ob diese durch das mutwillige Abschalten der amerikanisch betriebenen Starlink-Zugänge verstärkt wurde. Feindobjekte, die sich schneller als mit 120 km/h bewegen, werden nicht mehr fortlaufend erfasst. Auf diese Weise wird auch das Operieren der ukrainischen Offensiv-Drohnen zum ungelenkten Lotterie-Spiel. Die Frage ist, ob dies nachhaltig geschieht, dann ist der Krieg in überschaubarer Frist zu Ende, oder ob es lediglich ein Probeschuss ist, um den kleinen Mann aus Kiew zum Einlenken zu zwingen, was das Beenden des Beschusses der russischen Öl-Infrastruktur anbelangt, so wie der Don es (bislang vergeblich) verlangt hatte.
Ostfront (3): Der nach dem Motto Not-kennt-kein-Gebot abgeschlossene Diesel-Deal zwischen den USA und dem Erzbösewicht Putin, bei gleichzeitiger Aufhebung der jüngsten, jedoch noch nicht in Kraft getretenen Russland-Sanktionen, ist ein Schlag ins Gesicht der Kriegshetzer sowohl in den USA selbst als auch in EU-Europa. Das ganze Manöver ist auf die Hektik der bevorstehenden Zwischen-Wahlen in den USA ausgerichtet, die – das dämmert jetzt auch den hartnäckigsten Trump-Fans – an den Zapfsäulen entschieden werden. Bis jetzt wurde der Wählerverlust durch bombastische Erklärungen bekämpft. Doch vielen, allzu vielen schwant wohl allmählich, dass dieser optimistische Propaganda-Radau eine allzu kurze Halbwertzeit hat. Denn…
Naher Osten: Die Angriffe der Huthis (Ansar Allah) gegen Saudi Arabien und den von ihm beherrschten Süden des Jemen gehen ungeschmälert weiter. In der vergangenen Woche lagen die Schwerpunkte der Raketen- und Drohnen-Angriffe erneut bei der saudische Öl-Infrastruktur und dem Flughafen von Aden (südliche Küste des Jemen), jetzt das Zentrum der angeblichen Regierungstruppen. Die politische Lage der Saudis wird heikel. Beim amerikanischen Militäranalysten Larry C. Johnson (SONAR 21) finde ich die hier raubkopierte Lagekarte zur saudischen Öl- und Erdgas-Industrie:
Naher Osten (2): An der Iran-Front begnügten sich beide Seiten in der vergangenen Woche mit Kraftprotz-Meierei. Lediglich das Schiffeversenken in der Straße von Homus ging im Tagestakt weiter. Wer da sonst noch so fährt, wird das kaum im Lichte er Öffentlichkeit tun, aber er tut dies offensichtlich mit Genehmigung der Perser – und das nach Ablieferung eines prallen Geldköfferchens.
Es gibt Männer, die unterscheiden Frauen in solche, an denen sie sexuell interessiert sind, und jene, an denen sie nicht interessiert sind. Manchen von ihnen sieht man das an der Nasenspitze an, die anderen nennt man zivilisiert. Nun will es offenbar die Truppenpraxis, dass nicht jeder Soldat zivilisiert ist, zumindest nicht im Sanitätsregiment 1 im nahegelegenen Weißenfels.
Weißenfels (2): An der medial verbreiteten Empörung wundert mich mancherlei. Zunächst, dass es in dem Ort ein Bundeswehr-Regiment gibt, ich dachte, da wären vor allem Windräder, wenigstens an der A 9. Auch will es mir scheinen, dass wir hier mit einem Praxistest, betreffend Gleichheitspostulat und Armee zu tun haben. Wie auch immer, jetzt werden alle Soldatinnen befragt, wann ihnen wo wer im Dienst und, man denke nur, außer Dienst an den Hintern grapschte. Werden sie – ganz im Sinne der Gleichberechtigung – auch befragt, wann wer wem schöne Augen machte? – Nur mal so: Ich bin seit vielen Jahren ein Mann und weiß, wovon ich rede. Um gezielten Missverständnissen vorzubeugen: Über Gewalt gegen Frauen lässt sich mit mir nicht reden, auch und schon gar nicht in der Armee.
Weißenfels (3): Jetzt warte ich nur noch darauf, dass einer rausfindet, dass das alles an der AfD in Sachsen-Anhalt liegt. Apropos S.-A., auch Halle an der Saale, wo in wenigen Wochen die Buchmesse Seitenwechel stattfindet (siehe https://helmut-roewer.com/news/buchmesse-seitenwechsel-die-zweite/) liegt in diesem brisanten Bundesland.
15. Oktober 2026
Von den absurden Meldungen des Inlands ragt die über die kommende Wahl bzw. Nichtwahl des MP in S.-A. heraus. Dort beschließt gestern die CDU-Fraktion, um Abweichler an der Stimmabgabe pro AfD-Mann zu hindern, vor dem Wahlgang geschlossen den Plenarsaal zu verlassen. Jetzt sieht die Situation so aus: Von den 83 Abgeordneten sind 42 Ja-Stimmen für die MP-Wahl nötig. Die AfD hat 39, das BSW 5, will sich aber enthalten. Tun das diese Abgeordneten, wird Ulrich Ulrichsen, oder wie immer er heißen mag, nicht gewählt. Er will nur einen Wahlgang mitmachen. Das wird er im Zweifel korrigieren müssen, sonst bleibt Sven Multi-Schulze im Amt. Im zweiten Wahlgang werden sich kaum Änderungen ergeben. Im dritten Wahlgang, an dem auch die CDU wieder teilnehmen will, ist die einfache Mehrheit der Stimmen erforderlich. Steht das BSW zu seinem Wort, weder den CDU-Mann noch den AfD-Mann zu wählen, sind von den 81 Stimmen 5 abzuziehen, es stehen also für die Mehrheit 76 Stimmen zur Verteilung an. Davon erneut 39 Stimmen der AfD, bleiben also für wen auch immer 76-39 = 37, die geschlossen einen anderen wählen müssten, was aber nicht reicht. Einzige Möglichkeit der Nichtwahl des AfD-Mannes: Der Rest entscheidet sich geschlossen für den Vorschlag des BSW, einen außenstehenden Fachmann zum MP zu wählen. Das wird auf jeden Fall lustig, denn der müsste ein anerkannter Regenbogenmann sein. Man soll also nie nie sagen.
Gestern war zum zweiten Mal eine Sitzung des neuen Landtags in S.-A., in der es um eine Debatte zur Friedenspolitik und die Beendigung der Ukraine-Hilfe auf Antrag von AfD und BSW ging. Den einschlägigen Landtagsbeschluss, den er beschämend nannte, will CDU-Multifunktionär Schulze nicht ausführen. Ich schlage vor, dass er sich sicherheitshalber auch noch zum Vorsitzer des Verfassungsgerichts ernennt, denn so geht Unseredemokratie. Der ÖR berichtete nur unzusammenhängend und fand die schon länger zurückliegende Anhörung im Thüringer Landtag zu einem AfD-Verbot und den einschlägigen Auftritt des TV-Clowns Hape Kerkeling wichtiger. Gewissdoch, so isset. Das kann alles weg.
Gestern fanden – fast möchte man resignierend sagen: die üblichen – Raketenangriffe auf die Ziele der Energie-Infrastruktur in der Ukraine statt. Kiew ohne Strom, Charkow ohne Heizung. Neu hingegen: Die Angriffe kamen ohne die übliche Vorwarnung praktisch aus dem Nichts. Bedeutet entweder, dass der Russe neue kaum zu ortende Waffen einsetzte, oder dass der Ami nicht warnen wollte, um den kleinen Mann aus Kiew in die Knie zu zwingen. Wie auch immer, es bedeutet, dass das große Abkommen-Geklingel aus dem Weißen Haus vom Wochenbeginn nichts als heiße Luft war. Aber das ist nun wirklich nicht neu.
Das durch russischen Raketenbeschuss schwer beschädigte Wärmekraftwerk 5, Trypilskaja im Oblast Charkow (Quelle unbekannt).
14. Oktober 2026
Eine vorsichtige Zusammenschau der Ereignisse auf der arabischen Halbinsel öffnet den Blick auf einen dritten aktuellen Stellvertreterkrieg, der – wie sollte es auch anders sei – mit den beiden anderen (Ukraine und Iran) eng zusammenhängt. Die Bataille Jemens (bzw. Huthi = Ansar Allah) vs. Saudi Arabien ist ohne das Sponsering von zwei Weltmächten, so wie jetzt zu sehen, nicht denkbar. Auf der saudischen Seite sind es die USA, auf der jemenitischen ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit China. Beide Hintergrundmächte treibt die Begierde auf das arabische Öl voran. Es sieht im Moment so aus, als habe die chinesisch-jemenitische Seite die Nase vorn.
Arabien (2): Die Auguren sehen bereits den Sturz des Hauses Saud, vor allem dessen Alleinherrschers Mohammed bin Salman, voraus. Dessen Schreckensregime, gestützt auf eine skrupellose amerikanische Finanzelite, rückt stückchenweise ins Bewusstsein vor. – Die Gegenseite, die Huthis also, erstaunen die Welt durch ihr kompromissloses Kämpfertum. Falls sie sich durchsetzen, was im Moment so aussieht, steht bei gleichzeitigem Agieren Persiens eine Neuordnung des Nahen Ostens auf der Agenda der Weltgeschichte.
Arabien (3): Man kann leicht verstehen, dass das jetzige heikle Geschehen der amerikanischen Kolonialmacht und der Möchtegern-Vormacht Israel nicht recht sein kann, denn wenn die Amerikaner zum Abzug gezwungen werden sollten, ist das Ende Israels in Reichweite. Diese Perspektive ist in Israel bekannt. Daher rührt der dortige Wille, den Krieg auszuweiten und fortzusetzen. Bleibt zu fragen, ob es den dortigen Kräften gelingt, die zögerlichen Amerikaner erneut auf Linie zu bringen.
Arabien (4): Betreibt man eine Nabelschau, so kann den Deutschen ein Untergang des Hauses Saud nur recht sein, denn von dort aus ist der aggressivste Arm zur Islamisierung unseres Landes wirksam. Mir ist nur zu klar, dass unserer politischen Führung dieser Wink des Schicksals völlig fremd ist.
13. Oktober 2026
Es wird der Rücktritt der Bärbel Bas als Vorsitzende der SPD und als Ministerin wie ein Ereignis gefeiert. Daran ist bestenfalls zutreffend, dass beides tatsächlich geschehen ist. Sonst hat es nichts zu bedeuten. Gleichzeitig fand eine CDU-Klausur statt. Die hat auch nichts zu bedeuten. Die Koalition der Versager trottet weiter. Ihr bleibt keine andere Wahl.
Fragliches Stattfinden (2): Es dröhnt weiterhin aus dem Weißen Haus, was alles zwischen dem Don und dem bösen Putin vereinbart wurde, auch wenn Kreml-Sprecher Peskow nichts davon weiß, was nicht stimmen muss. Hinterhältig sagt er: Wenn’s was mitzuteilen gibt, dann wird er das sagen. Eines hingegen ist klar, die germanischen Kriegsbefürworter wissen vor lauter Empörung darüber, dass hier ein Deal Diesel gegen Abschaltung der Ukraine von den US-Geheimdienstdaten stattgefunden haben könnte, nicht, was sie sagen sollen. Eines jedenfalls ist klar: Der keine Mann aus Kiew sagt, er war nicht gefragt worden. Ob das nun wiederum stimmt, weiß ich nicht, doch gesagt hat er es mit Sicherheit. Klar scheint mit auch: Die russischen Angriffe gehen weiter. Angriffsziele sind derzeit die Dnjepr-Brücken.
Fragliches Stattfinden (3): Auf der arabischen Halbinsel fliegen weiterhin die Fetzen, verursacht durch Drohnen und Raketen der sog. Huthi-Rebellen. Der Don denkt über ein Eingreifen, wie er sagt, nach. Im Golf von Hormus, dem angeblich frei befahrbaren, wird im Tagestakt jeweils ein Tanker in Brand geschossen. Von amerikanischen Gegenangriffen hört man derzeit nichts, sondern nur davon, dass die diversen Israeli dies im Tagestakt lautstark anmahnen.
Fragliches Stattfinden (4): BMW will keine Verträge mit AfD-Staats-Funktionären. Das ist ein genialer Schritt, denn er dient dazu, die eigenen Nobelkarossen vor Anschlägen durch den Linkspöbel zu schützen. – Nebenbei bemerkt: Nicht jeder BMW-Fahrer – ich befürchte, unter diesen befindet sich auch der eine oder andere AfD-Wähler – befürwortet diese Firmenpolitik. Auch aus anderen Gründen nicht: Ich beispielsweise musste auf den Austausch des für feuergefährlich deklarierten Anlassers sage und schreibe zweieinhalb Jahre warten. Vielleicht musste der zunächst auf Anti-AfD-Tauglichkeit geprüft werden.
Realität: In Plauen fahren immer noch Straßenbahnen. Wenn man sich bemüht auch solche aus Gotha, von denen ich nicht dachte, dass es sie noch gibt. Das Fahren war ein längst vergessenes Geruckel und Geqietsche. Sehr unterhaltsam, wiewohl die Unterhaltung der Fahrgäste kaum möglich war.
12. Oktober 2026
Das Wochenende hatte es in sich: Reales und Propagandistisches. Was war was? Keiner weiß es so genau. Am ehesten real waren die Attacken der Huthis gegen Saudi-Arabien. Mit den Angriffen auf die Flughäfen von Riad bricht die ohnedies kaum noch glaubwürdige Legende von der saudischen Luftabwehr zusammen. Zahlreiche Tote und Verletzte sowie die Sperrungen im Luftverkehr lassen sich kaum verheimlichen. Als Fata Morgana hat sich die im Februar/März aufgestellte Behauptung von den stärksten Streitkräften am Golf in heiße Luft aufgelöst. Die Jahrzehnte andauernden und lediglich mit amerikanischer und israelischer Hilfe unterdrückten Stammes- und Religions-Konflikte lassen die Waagschale zugunsten der sog. Rebellen sinken. Doch wie das alles ausgehen wird, weiß bestenfalls Allah allein.
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten: Satellitenbild, das die EU heute Nacht über den Flughafen von Riad verbreitete.
Fata Morgana (2): Was unter diesen Gesichtspunkten die deutsche Wirtschaftsministerin in Riad zu suchen hat, während gleichzeitig am saudischen Öl-Hauptstandort die Anlagen in Flammen aufgehen, weiß nicht einmal der Pressesprecher der Bundesregierung in nachvollziehbare Worte zu fassen. Klar ist lediglich, dass sie in Riad festsitzt. Niemand wird sie in D vermissen.
Fata Morgana (3): Für das Highlight am Propagandahimmel sorgte erneut der Don mit der Behauptung, er persönlich habe einen Deal mit dem russischen Herrscher geschlossen. Sein Inhalt: die Kriegsparteien hören damit auf, die Energie-Infrastruktur zu bekämpfen, und der Russe werde zudem eine Riesenmenge Diesel an das große und gute Amerika senden, damit dort die Preise nicht weiter davonlaufen.. Eine konkrete Bestätigung aus dem Kreml steht wie gewohnt noch aus. Dagegen spricht die Zerstörung des Heizkraftwerks von Charkow in der Nacht von Samstag auf Sonntag und die Aussage des keinen Mannes aus Kiew, dass er den Deal nur aus der Presse kenne, gepaart mit der Drohung, weiterzumachen wie gehabt. Die Reaktion aus dem Weißen Haus ließ nicht auf sich warten: Es werde Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekomme. – Wir sind skeptisch, ob das weitere Geschehen den Behauptungen des Don entspricht. Klar ist nur: Er und Putin scheinen mehrere Stunden am Telefon gesprochen zu haben. Wer der Anrufer war, kann kaum zweifelhaft sein: der Mann, dessen Felle bei den Zwischenwahlen in vier Wochen davonschwimmen.
Fata Morgana (4): Ach ja, und D betreffend: Die beiden Großmeister D & P hätten vereinbart, dass US-Investoren die Nord Stream-Leitungen reparieren und sodann in Betrieb nehmen würden. Wir erinnern uns: Die Pipelines wurden zerstört, um unsere Abhängigkeit vom bösen Russen zu beseitigen, also als ein Akt der Befreiung (Danke Amerika). Zukünftig also werden US-Multis bestimmen, wieviel Abhängigkeit in ihrem Interesse ist. Was für ein Fortschritt.
9. Oktober 2026
Mal ernsthaft, soll ich wirklich erwähnen, dass sich in Berlin die Linksfaschisten auf ein Regierungsbündnis verständigt haben. Mainstream eiert herum, wie man es denn jetzt mit dem guten alten Antisemitismus halten soll, der bislang dem Feind von rechts vorbehalten war. Da war klar: Wer was an dem Staat Israel zu mäkeln hat, ist Antisemit und dann folgt das ganze Blablabla von der Verfassungsschutz-Relevanz (ich liebe diese Wortneuschöpfung). Jetzt haben wir die hübsche Lage, dass beträchtliche Kräfte der politischen Zukunft Berlins tatsächlich beides sind: militante Kritiker Israels und pauschale Judenfeinde, also die klassische Antisemiten (=Judenfeinde). – Mainstream, der weitgehend von transatlantischem Wohlwollen abhängig ist, muss jetzt die Grätsche machen.
Derweil in D.C.: Ich bin außer Stande, die öffentlich palaverten Kursänderungen des Don auch nur einigermaßen à jour zu halten. Heute Nacht hat er den Angriff auf den Iran auf die Zeit nach den Wahlen verschoben, nachdem er ihn vorgestern Nacht noch für möglich hielt, wodurch er eine neuerliche Explosion der Öl-Preise verursachte. Ich wette darauf, dass er im Wettenmarkt engagiert ist.
Der Don (2): Hat in dieser Woche die KI (im Amerikanischen: AI) in SI (Super Intelligence) umbenannt und zwei reiche Hokuspokus-Helden (Elon das Wunderkind und einen zweiten, den ich bislang nicht kannte, namens Palmer Luckey) mit der Planung des Krieges der Zukunft betraut. Das Traumprojekt heißt Meridian, und ist das intellektuelle Unterfutter der soeben gegründeten US-Teilstreitkraft Autonomous Warfare Command, das einem US-General vier Sterne bescheren wird. So will der Don erklärter Maßen die Weltdominanz zurückgewinnen. Heißt zu gut Deutsch, dass er sie zur Zeit verloren hat.
Der Don (3): Mit der Zurückgewinnungs-Strategie befindet sich der US-Präsident in Übereinstimmung mit den Artikeln im jüngsten Heft der Foreign Affairs, das Anfang der Woche bei mir eingetrudelt ist. Ich bezweifle allerdings, dass Trump die dort vertretenen Strategien gelesen haben könnte. Vielleicht tat es einer seiner Ohrbläser.
Der Don (4): Behauptet heute Nacht erneut, dem Durchfluss von Öl durch die Straße von Hormus stehe derzeit dank der wundervollen Jungs der Navy nichts im Wege. Ich weiß, ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass heute Nacht wieder Tanker, die den Durchbruch auf der südlichen Route versuchten, durch weit hör- und sichtbare Explosionen zu Schaden kamen. Man fragt sich, welche Hasardeure dort noch fahren. Die Antwort ist einfach: Die Kapitäne der Sperrbrecher erhalten ein Honorar vom über 100.000 $ und einen Bonus bei Gelingen. Dafür, so sagte man früher, muss eine alte Frau lange stricken.
8. Oktober 2026
Erzeugug von Penetranz: Das Lügen muss nicht perfekt sein, aber permanent erfolgen.
Erzeugung von Hysterie: a) Erzähle in Dauerschleifen die Geschichte der nahen Pestilenz. Stelle heraus, dass es im fernen Irkutsk das erste Pestopfer in einem Labor gegeben habe. b) Erzähle die Geschichte vom nahen Atomtod und füge hinzu, um aktuelle Contra-Panik zu vermeiden, dass es den Russen und den Perser treffen werde, notfalls auch noch den kleinen Dicken aus Nord-Korea. c) Erzähle die Geschichte der Machtergreifung 1933 und sage, dass sie Vorläufer in Thüringen hatte. Sage, das nahe Magdeburg ist überall, und es gelte nun, den Anfängen zu wehren.
7. Oktober 2026
Soll ich das wirklich notieren? Ex-BND-Präsident Hanning gestern wg. langjähriger geheimdienstlicher Agententätigkeit durch die Bundesanwaltschaft festgenommen. Schöne Schlagzeile. Fraglich ist lediglich, ob es einen einschlägigen Inhalt gibt. Jetzt brüsten sich die Leute landauf und landab, die ihn irgendwie kennen. Als ob das irgend etwas in der Sache beitragen könnte. Ich sage es gleich, ich bin zu faul, um Dienstkalender aus zwei Jahrzehnten zu durchforsten und überlasse das Meinung-haben den Experten.
Präsident (2): Der für den Landtag von S.-A. wurde gestern gewählt, auch einer von drei möglichen Vizepräsidenten. In beiden Fällen handelt es sich um Abgeordnete der AfD. Wenn man in beiden Fällen die Zahlen der geheimen Abstimmung mit den vorherigen offiziellen Erklärungen der Parteiführer vergleicht, kommt heraus, dass ein beträchtlicher Teil von CDU-Abgeordneten für diese Ergebnisse mitverantwortlich ist. Jetzt folgen die üblichen Betroffenheits- und Empörungs-Rituale von Unsererdemokratie, die uns seit Jahr und Tag damit beglückt hat, dass Mehrheit nun mal Mehrheit sei.
6. Oktober 2026
Nehme mir die Zeit zu einer intensiven Recherche über die Ereignisse im Jemen-Krieg. Das Ergebnis ist frustrierend, denn die Meldungen aus den verschiedenen Ecken passen vorne und hinten nicht zusammen. Klar ist nur: Es besteht keine Einigkeit darüber, was und wo die Staatsgrenzen des Jemen sein sollen. Die britische Kolonialmacht konnte soviel Grenzen, wie sie wollte, in den Wüstensand zeichnen, die miteinander in Unfrieden lebenden Beduinenstämme scheint das wenig gejuckt zu haben. Ein letzte solche Grenzziehung erfolgte 1934. Sie sprach die vom Jemen beanspruchten Nordprovinzen dem Königreich der Saudis zu. Derzeit geht es unter anderem genau um diese Provinzen.
Arabien (2): Den exakten Stand der militärischen Operationen und der diplomatischen Begleitumstände weiß niemand zuverlässig zu beschreiben. Klar erscheint mir nur, dass die Ausbreitung des Herrschaftsgebietes der Huthis im Gange ist und saudi-arabische Luftangriffe gegen das Huthi-Gebiet stattfinden. Ob die Huthis im Gegenzug nach wie vor mit Erfolg gegen die saudische Öl-Infrastruktur vorgehen, ist umstritten. Die Bemühungen der Saudis, Verbündete in ihrem Krieg gegen den Jemen zu finden, haben auf kleinster Flamme Unterstützung aus Griechenland und GB eingebracht – angeblich Tankflugzeuge, deren Nutzen mit nicht recht einleuchten will.
Arabien (3): Der behauptete Flugzeug-Entführungsfall der Boeing auf dem Wege von Dubai nach Israel macht weiterhin Schlagzeilen. Dank Benjamin N. wissen wir nun, dass ein an Bord befindlicher Israeli, von Beruf Klempner, durch sein beherztes Eingreifen der Sache zu einem guten Ende verhalf. Vielleicht sollten sich andere Gesellschaften hieran ein Beispiel nehmen, und weltweit Klempner zu Freiflügen einladen. Lästerzungen bemerken, dass die ins Netz gestellten Video-Schnipsel belegen, dass nach den wüsten Flugbewegungen die Wassergläser auf den Klapptischen völlig unbeeindruckt ihre Position beibehalten hatten. Vermutlich ein Fall von Schwerem Wasser, das die Atommacht Israel seinen Bürgern auf Reisen mitgibt. Gut zu wissen ist auch, dass der Entführer nicht sein Taschenmesser nutzte, um auf den Piloten einzustechen, sondern die im Cockpit befindliche Not-Axt. Schließlich noch dies: Heute Nacht schlagzeilte es, dass das Ziel der Entführung ein Kamikaze-Angriff auf eine der US-Basen am Rande der Wüste war. Jetzt ist der Bibi wieder dran, der verkündet hatte, wenn sich das herausstelle, werde der Hintermann, nämlich der Iran (wer sonst?), angegriffen werden. Nun denn, wir warten.
Arabien (4): Die Werft in Kiel (früher Howaldtswerke-Deutsche Werft, jetzt TMS) hat vergangene Woche ihr siebtes oder achtes U-Boot an Israel ausgeliefert. Diese Existenz-Recht-Bewahrer dienen dazu, Atom-Sprengköpfe für den Bedarfsfall auf hoher See zu stationieren.
Ostfront: Der Kanzler-Kurztrip nach Kiew vorgestern löste daselbst ein ukrainisch-deutsches Wirtschaftsforum (das Kind muss halt einen Namen haben) aus. Am Rande dessen verkündete der kleine Mann, dass sein Land die Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur verschärfen werde. Da wird sich der Don im fernen D.C. aber freuen, denn vor Tagen erst hatte er den Amerikanern erzählt, dass die explodierenden Dieselpreise an genau diesen Angriffen liegen würden.
Ostfront (2):Hierzu passt die Eröffnung einer amerikanischen Waffenschmiede in Leipzig, wo ab 2027 1.000 Raketen pro Jahr, später dann 5.000, gefertigt werden sollen. DPA weiß hierzu, dass es sich um die US-Firma Covenant mit Sitz in Texas und einer Dependance in Israel handele, deren Gewerbefleiß sich auf die Herstellung von Marschflugkörpern mit dem Kosenamen Anthem (Lobgesang/Hymne) richte, die in Leipzig zusammengebaut und beim Bedarfsträger aufmunitioniert werden sollen – 2.000 kg Sprengstoff pro Rakete. Für seine zukünftig größte Waffenschmiede habe Firmenchef Michael Kaufman bereits eine 10.000 qm-Halle im Leipziger Norden erworben. Nur mal am Rande gefragt: Hat er eine Betriebsgenehmigung nach dem Kriegswaffen-Kontrollgesetz, und wer erteilte ihm diese?
Ostfront (3): Wenn man den Meldungen trauen darf, sprachen gestern die drei Dienste-Chefs des Bundes beim Parlamentarischen Kontrollgremium vor. Vermutlich eher eine Routine, aber jetzt Schlagzeilen-geeignet, denn sie berichteten auftragsgemäß, dass die Hauptgefahrenquelle für D in Russland liege. Diesem hybriden Putin und vor allem seinem Militärdienst GRU ist nun mal alles zuzutrauen. Selbst so eine Fake-Geschichte wie die Drohne von Leipzig. Ich stelle mir meine ehemaligen Kollegen vor, wie sie mit dem Drohnometer die Gerüchtewelt durchsuchen. Merke: Wer suchet, der findet.
5. Oktober 2026
Mir hat noch nie jemand erklären können, warum es eine gute Idee gewesen sein soll, Griechenland vor Jahrzehnten in die EWG aufzunehmen. Dann kam die herbeigelogene Aufnahme in den Euro, dann die Möglichkeit, mit Hilfe des Target II-Saldos in D für lau einzukaufen, dann das, was die Führerin die Euro-Rettung zu bezeichnen beliebte, und jetzt kommt die Forderung des griechischen Staatspräsidenten auf Zahlung von Weltkrieg-II-Reparationen. Es handelt sich um die Kleinigkeit von 600 Milliarden Euronen.
Griechenland (2): In den alternativ-alternativen Medien (z.B. substack & Genossen) macht die Behauptung die Runde, dass die Bewohner des Gelobten Landes, respektive ihre Finanziers in den USA, zur Landnahme durch Grundstückskäufe in Griechenland und auf Zypern angesetzt haben. Falls das stimmt, schafft man sich dortzulande ein handfestes Rettungsboot für den Fall der Fälle. – Merke: Landnahme durch Kauf ist ein probates Mittel, das z.B. zu Beginn des 20. Jahrhunderts in das heutige Palästina-Problem einmündete. Gleiches ist seit den 1990er Jahren durch den Aufkauf riesiger landwirtschaftlicher Nutzflächen in der Ukraine durch sog. US-Investoren zu beobachten, was die Entstehung und die Fortdauer des Ukraine-Konflikts anbelangt.
4. Oktober 2026
Irgendwie kann ich den Fritz ja verstehen, denn er nutzt den gestrigen Feiertag, um mit Gefolge nach Kiew zu reisen, ab der polnischen Grenze im Sonderzug. Alles ganz ohne lästige Bürger, die ihn fragen könnten, ob er noch alle Tassen im Schrank hat, denn angeblich bringt er 1,3 Milliarden € im Geschenkpapier mit. Die gibt’s für Drohnenabwehr-Drohnen und für die notwendigen Reparaturen an Kraftwerken. Bei der Ankunft sagt er heute um sechs auf dem Bahnsteig: „Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns.“
Fritz auf Reisen (2): Um dem Satz Geltung zu verschaffen, dass Krieg ein Geschäft ist, hat sich der Kanzler von 10 Rüstungsunternehmern begleiten lassen. Ich lese die Namen der Bosse von Helsing, Quantum und, nicht zu vergessen, Siemens Energy. Eine nette Dekoration ist die Wirtschaftsministerin, deren Namen ich mir nicht merken kann. Ist auch nicht so wichtig in dieser echten Männerrunde, wo es um einen formidablen Krieg geht.
Fritz auf Reisen (3): Kurz vor seiner Ankunft hat der Russe mit Erfolg die Nordbrücke von Kiew angegriffen. Der entsprechende Angriff auf die Südbrücke ist erst ein paar Tage her. Über die Wirkung dieses Angriffs, der den Trägerseilen der Hängebrücke galt, gehen die Angaben auseinander.
3. Oktober 2026
Passend zum Feiertag wird eine gravierende Wahlfälschung in Berlin Spandau aufgedeckt. Dank eines sog. Versehens wurden die Zahlen des Wahlergebnisses aus einem Wahllokal zu Lasten der AfD drastisch falsch, und das Gesamtergebnis verändernd, weitergemeldet. Einfacher geht die Manipulation nicht. Ich behaupte das seit Jahr und Tag und kassierte dafür die üblichen Verschwörungs-Idiotien. Bin mal gespannt, wie das unseredemokratisch verfasste Berlin gegen die Beamtin vorgehen wird, der man diese faschistoide Korrektur verdankt. – Ein Staatsanwalt, der diese Amtsbezeichnung verdient, würde auf die Idee kommen, sich die Zahlen insgesamt vorlegen zu lassen. Ich weiß schon, das ist Quatsch.
Quatsch (2): Lara mit den Schlafaugen, dem Trump seine Schwiegertochter (regionaler Genitiv), die jetzt aus dem Propaganda-Apparat der Reps zu deren wichtigster Propaganda-Schmiede Fox-News übergewechselt ist, lässt dort den US-Energieminister versichern, dass es kein Problem mit dem Öl-Fluss durch die Straße von Hormus gibt: heute mehr als vor dem Krieg. Wie zur Bestätigung dessen wird heute Nacht daselbst ein Tanker von einer See-Drohne getroffen.
2. Oktober 2026
Wir befinden uns in der Phase schreierischer Propaganda-Erzählungen, die beiden (oder sollte man sagen: drei?) Kriege betreffend. a) Russland ist der Hauptfeind und wird alsbald einknicken, b) die Straße von Hormus ist in US-amerikanischer Hand, c) die Saudis haben die Huthis im Griff. Legt man mit aller Vorsicht den Maßstab belegbarer Fakten an, sieht die Welt etwas anders aus.
a) Im Ukraine-Konflikt fügt Russland der übrig gebliebenen Ukraine wüste personelle, wirtschaftliche und militärische Schäden zu. Jetzt hat es zu Wochenbeginn erstmals (und mit Erfolg) die Dnjepr-Brücken in Kiew angegriffen. Das Land ist praktisch zahlungsunfähig, das Export-/Import-Geschäft weitgehend lahmgelegt. Die nach wie vor stattfindende deutsche Hilfe sprengt nicht mehr zu stopfenden Löcher in den Bundeshaushalt. – Der Kanzler behauptete gestern, die Misere liege an der von Russland gelenkten AfD. Er hat natürlich recht, denn diese Partei bestimmt bekanntlich seit Jahr und Tag die Geschicke dieses Landes.
b) Im Iran-Krieg kündigt der Don erneut und wiederholt die Vernichtung Persiens nach den Zwischenwahlen an. Hiermit kontrastiert die fortgesetzte Behauptung, die Straße von Hormus seit für Tanker wieder ungehindert passierbar. Die Öl-Märkte sehen das trotz massiver einschlägiger Propaganda offenbar anders. Merke: Öl fließt nicht, wenn man das sagt, sondern wenn es fließt. Seltsam widerspricht das Business-as-usual-Geschrei der giftigen Forderung aus dem Weißen Haus an die EU, die Öl-Reserven in den Markt zu pumpen, um die Preise zu halten.
c) Das Saudische Öl fließt wieder. In den Export. Satelliten-Bilder lassen Zweifel aufkommen, dass es mit der Haupt-Ost-West-Pipeline wieder fluppt. Unabsehbare Kolonnen von Tank-LKWs wirbeln mächtige Staubwolken auf den Wüstenpisten auf. Auffällig auch der Aufbau von Umgehungs-Röhren um die zerstörten Pumpstationen. Die waren zuvor da, um den nötigen Transportdruck zu erzeugen. Jetzt sind sie nicht mehr in Betrieb. Allah allein wird den Druck nicht erzeugen. – Nach wie vor weigern sich andere Staaten, den Saudis gegen die Huthis zu Hilfe zu kommen. Nur in Tel Aviv scharren die üblichen Verdächtigen mit ihren Hufen. Stattdessen feiern die Irakis gestern ein Volksfest wg. des Abzugs der letzten US-Boys aus ihrem Lande. Sie waren jetzt 23 Jahre dort, um Demokratie und Menschenrechte zu bringen und im Gegenzug Öl-Lizenzen einzukassieren. Merke: Freiheit hat ihren Preis.
1. Oktober 2026
Gestern ruft mich W. vom Niederrhein an. Er sagt, es sei so verdächtig still im Lande. Stimmt. Alles, was an der Macht ist, ist bestrebt, eine Vertagung in die Wege zu leiten, um das Überlaufen des Fasses zu verhindern.
Tausendundeine Nacht: Eine Passagiermaschine aus dem Golf nach Israel unterwegs wird zur Notlandung in Arabien gezwungen, nachdem der Copilot den Piloten niedergestochen hatte, um dann selbst von tapferen Israelis überwältigt zu werden. Ich weiß, ich bin ein Spielverderber, denn ich frage: a) Wie kamen die Helden ins verschlossene Cockpit, und b) wer flog das Flugzeug nach dem Ausfall der Piloten und notlandete damit am Boden? Sicherlich nicht der Autopilot.
30. September 2026
Auf der nächtlichen Autobahnfahrt höre ich einen sog. Podcast, also ein Interview, dieses hier zwischen zwei Frauen, die mir bislang nichts sagten. Die eine war vor Jahren Redakteurin bei RT Deutsch und betreibt heute einen eigenen Kanal, die Interviewerin heißt Ammann, eine geschätzt 40jährige, studierte Juristin und danach Medien-Mainstream-Shootingstar, zuletzt Stellvertretende Chefredakteuse bi der Illustrierten Der Spiegel. Das Interview artet in ein Verhör aus, in welchem die Interviewte bekennen soll, dass sie immer noch Russland-Aktivistin sei, die das Verbrecherische des Putin-Regimes beschönige.
Verhör (2): Ich wundere mich, wie die Interviewte sich so fertigmachen lassen kann. Erst als ich – neugierig geworden – eine weitere Sendung anhöre, diesmal mit der ehemaligen RT Deutsch-Redakteuse als Interviewerin und dem bekannten Psychotherapeuten Maatz als Gegenüber wird mir klar, was da zuvor abgelaufen war. Die Dame ist ein bisserl naiv. Sie glaubt – und Maatz stimmt ihr im Prinzip zu – man könne sich mit jedermann auf ein Niveau einpendeln, was bei krassen Auffasungsunterschieden dennoch ein Gespäch in jedem Fall möglich mache und nennt hierfür Beispiele aus dem eigenen Erleben. Ich füge hinzu: Wer dies ernsthaft glaubt, ist rettungslos unterlegen, wenn er auf einen Gegner trifft, der in Wirklichkeit ein Feind ist, dem es auf die Vernichtung des Kontrahenten ankommt. Mir geht durch den Kopf, wie der Blutrichter Roland Freisler in den von ihm geleiteten Verhören mit den Männern des 20. Juli umging. Nichts für ungut, ich weiß auch nicht, warum mir das im Zusammenhang mit dem Auftritt der Frau Ammann durch den Kopf geht, denn schließlich ist diese eine lupenreine Befürworterin von Unsererdemokratie.
Hierzu passt,was ich heute Morgen in der Zellerzeitung fand:
Von der Ostfront lässt sich nachtragen, dass der Russe jetzt seit dem vergangenen Wochende die Einrichtungen der ukrainischen Datenverarbeitung gezielt und mit Schwerpunkt in Kiew unter Beschuss genommen hat. Die Erdkämpfe um drei Kressel im Frontbogfen gehen weiter, ebenso eine ukrainische Gegenoffensive im Raum Liman, zu der es bislang nur einseitige Erfolgsmeldungen gibt. Böse Zungen lästern über A.H.s Ardennenoffensive Ende Dezember 1944.
In Nahost wird die Lage heikel. Der Beschuss durch persische Raketen gegen Schiffe aller Art hält an. Die Verletzung zahlreicher US-Soldaten deutet darauf hin, dass auch Kriegsschiffe erfolgreich ins Visier gerieten. – Nebenbei: Heute läuft die vom Iran gesetzte Frist ab, den von den USA verhängten Blockadering mit Gewalt zu brechen, falls die Amerikaner nicht freiwillig verschwinden. Danach jedenfalls sieht es nicht aus.
Nahost (2): Die erfolgreiche saudische Raketen-Abwehr gegen die Geschosse aus dem Jemen hält an. Wie das zu der Meldung passt, dass in Riad die Schulen geschlossen wurden, leuchtet mir nicht ohne weiteres ein.
28. September 2026
Vom Wochenende bleibt im Netz des Aufzuhebenden hängen, dass mich Ekel überkommt, wenn ich an die UNO-Vollversammlung zurückdenke. Es hat zwar nicht viel zu bedeuten, aber immerhin will ich den Versuch des deutschen Außenzwerges erwähnen, sich in die grässlichen Clownerien in New York einzureihen. Er erbat und erhielt ein strikt abgeschirmtes Gespräch mit dem russischen Pendant Lawrow. Das war so abgeschirmt, dass die Russen hierüber hernach unter Beifügung der Bilder einer Überwachungskamera Auskunft gaben.
New York (2): Ich fasse das Gesehene wie folgt zusammen: Johann W. betritt den russischen Besprechungsraum, die Gegenseite sitzt bereits am Tisch. Auf diesem finden die Deutschen eine englisch-sprachige Broschüre über die westlichen Propagandalügen des angeblich russischen Massenmordes im ukrainischen Butscha (Ende März 2022, man erinnert sich). Nun der Gesprächstext: Lawrow: Sie haben um das Gespräch gebeten, was wünschen Sie? – Johann W. nimmt einen Zettel vor, den er abliest. Weist auf den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg hin, der beendet werden müsse. Verlangt einen Waffenstillstand und die Beendigung der hybriden Kriegfühung à la Leipzig. – Lawrow spricht ohne Zettel und ohne die Deutschen anzusehen: Russland werde seine Kriegsziele militärisch zu Ende bringen. Danach werde man die Einzelheiten gesprächsweise festlegen. – Das war’s dann, man verabschiedet sich
New York (3): Bin ich hier der Geisterfahrer, wenn ich zwischen Fremdschämen und wildem Ärger über diese deutschen Stümper schwanke?
Einige Nachbemerkungen zu den Wahlen im September: Unter Einschluss der Kommunalwahlen in Niedersachsen lässt sich sagen, dass die CDU auf dem unumkehrbaren Weg ist, zur regionalen katholischen Partikular-Größe zu schrumpfen. Sie ist dadurch nicht ihres bundespolitischen Einflusses beraubt, sondern nur noch als Fall-zu-Fall Mehrheitsbeschaffer von Bedeutung. In Nordwestdeutschland findet die Auseinandersetzung um das letzte Wort zwischen den Grünen und der SPD statt, wobei die Grünen derzeit deutlich vorne liegen (siehe Hannover und Osnabrück). Das Verdrängen der SPD findet Hand in Hand mit dem Aufstieg der Linken statt. Wollen die SPD-Funktionäre und ihr Pressekonzern weiter Einfluss ausüben, bleibt ihnen nur der Weg der Vereinigung mit den Linken. Der Parteitag, von den Sowjets 1946 angeordnet, grüßt von Ferne. – Die Wohlmeinenden trösten sich wie eh und je mit dem Hinweis, es werde schon nicht so schlimm kommen. In der Tat, das ist schlimm.
26. September 2026
Wollte soeben Bekannten beim Kauf von Theaterkarten in Schilda behilflich sein. Als ich beim selbstlosen Tun im Online-Portal auf den Begriff „Kund:in“ stoße, stelle ich meine Bemühungen ein. Mit Idioten mache freiwillig ich keine Geschäfte.
Theater (2) wird in der jetzt vergangenen Woche im Plenarsaal der UNO aufgeführt – hasserfüllt, wie schon lange nicht mehr. Der persische Präsident zeigt Bilder des ermordeten Staatsführers und der durch US-Bomben zerfetzten Kinder einer Mädchenschule. Er wird sodann von Trump als Abschaum bezeichnet, der sich einem Abkommen beugen müsse oder in kürzester Frist vernichtet werde. Der Führer Israels sorgt dafür, dass sich der Saal vor seinem Auftritt von selbst leert, so dass er unwidersprochen (allerdings auch unbeklatscht) verkünden kann, die Behauptungen des israelischen Völkermords in Palästina seien die größte Lüge des Jahrhunderts, denn in Wirklichkeit gebe es keine Palästinenser, diese seien ein Phantasieprodukt. Das klingt stringent, wiewohl nicht sehr wirklichkeitsnah.
Nahostkrieg: Die Behauptungen des Don, die Vernichtug des Iran betreffend, gewinnen an Farbe, wenn man zwei unbestätigte Meldungen damit vergleicht: a) Die Massierung von Tankflugzeugen in Nahost und b) das Treffen von Centkom-Kommandeur Cooper mit den militärischen Größen der Golfstaaten einschließlich Saudi Arabiens und, man höre und staune, Israels. Der kommende Angriff auf den Iran sei abgestimmt worden. Wie ein netter Betthupferl klingt der Treffort: Ein Ski-Hotel in Deutschland. Ob auch die üblichen, die US-Moral steigernden Zenzis einberufen wurden, steht nicht in der Meldung.
Nahostkrieg (2): Unvereinbar miteinander sind die Mitteilungen über weitere Raketenangriffe der Huthis auf die saudi-arabische Öl-Infrastruktur und – im Gegenzug – deren totale Abwehr.
Ostfront: Es sickern Meldungen über die angebliche erfolgreiche Ersetzung des Starlink-Systems (von Wunderkind Elon), von dem der Russe bekanntlich abgeschnitten wurde, durch ein Eigengewächs namens Rasswet (Morgenröte), in die Welt der Nachrichten durch. Parallel hierzu wird berichtet, dass sich die russische Luftwaffe völlig ungehindert am Himmel über Odessa tummelt. Das wäre, wenn es denn stimmt, neu.
Heimatfront: Die 4 Wahlen des September 2026 hinterlassen einen Nachgeschmack, der nach genauerem Hinsehen verlangt. Vielleicht am morgigen Sonntag.
24. September 2026
Theaterdonner in New York: Der Don hielt vor der UNO-Vollversammlung eine Rede, die offensichtlich an seine Wähler, nicht jedoch für die Ohren der Staatsführer bestimmt war. Er log so atemberaubend und gab so verrückt den großen Zampano, dass ich mich frage, ob es ihm egal ist, dass sein öffentliches Kaspern den Nicht-Westen noch enger zusammenrücken lassen wird. Aus seinem Unflat rücke ich dies Detail nach vorne: Er werde gleich nach dem Wahltag mit dem Iran einen Deal machen. Sollte sich der weigern , werde er ihn vernichten. Er habe genug Mittel bei der Hand. Alles, was über Munitions-Knappheit zu lesen ist, sei das Gerede von Verrätern.
Theaterdonner (2) und Wirklichkeit: Die Ausfälle des Don kontrastieren merkwürdig mit seinem Verhalten gegenüber Saudi Arabien. Dessen flehentliche Hilferufe wurden am Wochenende erneut zurückgewiesen. Die Amerikaner wollen die Jemeniten nicht erneut bombardieren. Hierfür gibt es aus meiner Sicht – neben der vermuteten Aussichtslosigkeit – nur einen einzigen selbstsüchtigen Grund: Man möchte die entgültige Sperrung des Südausgangs des Roten Meeres vermeiden. Die Sperrung der Straße von Hormus ist bereits schlimm genug. In den letzten Tagen wurden mehrere Frachter, die dort ohne Genehmigung Persiens durch wollten, unmissverständlich angehalten. Heute Nacht starb dabei ein indischer Seemann.
Theaterdonner (3) und Wirklichkeit: Der kleine Mann aus Kiew versucht es jetzt in New York mit Erpressung seiner Unterstützer. Wenn er keine Flugabwehrwaffen erhalte, werde er weiter – entgegen der Ansagen des Don – die russische Öl-Infrastruktur bombardieren. Die dortige Antwort kam, vor allem wie vorausgesehen nach den Drohnenangriffen auf das Moskauer Wahlgeschehen vom Wochenende, prompt und schrecklich: Ein massiver Luftschlag in der Nacht von Montag auf Dienstag, schaltete in über der Hälfte des Landes buchstäblich das Licht aus.
Theaterdonner (4) und traurige Wirklichkeit: Die ehemalige Pressesprecherin von Selenskyj, Julia Mendel, hielt am 16. September 2026 vor dem EU-Parlament in Straßburg einen Vortrag über die katastrophale Lage ihres Landes. Neben wirtschaftlichen, territorialen und militärischen Aspekten hob die (?einst) glühende Nationalistin die aussichtslose demographische Lage des Landes hervor. Ausgangsbevölkerung 1991 52 Millionen, heute ca. 20-25 Millionen, davon die Hälfte über 65 Jahre alt. Auf 4 Todesfälle kommt eine Geburt. Die monatlichen Personalverluste betragen ca. 25-30.000 Mann an Gefallenen und Schwerverwundeten. – Ich füge hinzu: Wer im Moment vom Wiederaufbau des Landes redet, spricht nicht von der Ukraine, denn die wird es in Kürze in der uns bekannten Form nicht mehr geben.
Theaterdonner (5): Für heute ist in New York der Auftritt von Benjamin N. vor der UNO angekündigt. Er will laut eigener Ansage große und erstaunliche Dinge verkünden.
Am 7. und 8. November 2026 findet die diesjährige Buchmesse Seitenwechsel in Halle an der Saale statt. Es ist die zweite ihrer Art. Der Auftakt im vergangenen Jahr war bereits ein Ding für sich. 6.000 Besucher auf engem Raum, ungezählte Veranstaltungen im Stundentakt.
Dieses Jahr ist nach den Planungen der Veranstalterin – der Buchhändlerin und Verlegerin Susanne Dagen aus Dresden Loschwitz – eine deutliche Steigerung angesagt: größerer Raum, 150 Aussteller und noch mehr Veranstaltungen. Eine davon wird wieder von und mit mir ausgerichtet.
Diesmal geht es um ein 400 Seiten-Buch, das ich vorstellen werde. Bislang kann ich nur den Umschlag zeigen. Der aufregende Rest wird dann
am Sonntag, dem 8. November 2026, um 13 Uhr 15, Halle 1, Raum 3,
zu greifen sein. Die Erfahrung vom Vorjahr mit dem Buch Nicht mein Krieg lehrt, dass der Vortragsraum mit 140 Sitzen blitzschnell voll war. Wer nicht deutlich zu früh erschien, musste mit einem Platz auf dem Fußboden vorlieb nehmen. Dutzende taten es.
Auch das noch in eigener Sache: In den letzten vier Jahren sind aus meiner Feder drei Bücher in der Edition Buchhaus Loschwitz erschienen. Dort sind sie lieferbar. Voilà, da sind sie:
Der Rauch verzieht sich nach der großen Wahlexplosion, und siehe da, alles bleibt beim alten: AfD bleibt im politischen Abseits im Norden, und die Linken bleiben in Berlin an der Macht, wenn auch nunmehr unter offizieller Duldung des organisierten Verbrechens, und Fritz der Kanzler kann weiterwurschteln, so als wäre nichts geschehen. Da ist noch Platz nach unten. Alles andere ist Lametta.
Lametta (2): In Meckpomm tritt der CDU-Vorsitzer zurück und wird durch den König der Mediendümmlichkeit ersetzt, durch meinen Favoriten Philipp A. Indessen: Es bleibt die Tatsache im politischen Raum, dass die Zahl der zu vergebenden Pfünden bei der Christunion drastisch schrumpft. Aber, keine Bange, es sind immer noch sehr viele hübsche Posten auf der Resterampe. Wenn schon nicht in Parlamenten und deren Tross, dann aber zu Tausenden in staatlichen und halbstaatlichen Unternehmen und deren Verbänden. Ein unendlicher Rattenschwanz, in dem die gescheiterte Ignoranz ein Leben lang geparkt werden kann.
Lametta (3): Der Don will heute die militärische Besetzung von Grönland durch einen Vertrag mit DK besiegeln. Dann wird es auf dem Riesen-Eiland und -Eisland vermutlich mehr fremde Soldaten als Einwohner geben. Jetzt können wir, wer immer das sei, dem Russen und erst recht dem Chinesen am Nordpol Paroli bieten. So jedenfalls lautet die öffentlich gemachte Begründung. Was für ein toller Sieg, wo es an den übrigen Fronten nicht so toll läuft.
Ostfront: Am Wochenende fand die Parlamentswahl in Russland statt – mit den erwarteten Ergebnissen, die allerdings nicht so deutlich ausfielen, wie ich es erwartete hatte. Aber was weiß ich schon? Dafür gab es den größten bisher erfolgten ukrainischen Drohnenangriff, bevorzugt auf Moskau, allerdings mit denkbar bescheidenen Ergebnissen. Von der Antwort werden wir heute oder morgen hören.
Ostfront (2): Die Amerikaner gruppieren um. Abzug bedeutender Kräfte aus D, Aufwuchs derselben in PL. Die dortige Regierung hatte ausdrücklich darum ersucht. Es mag den einen oder anderen langweilen, aber es gelingt mir nicht, das Verhalten der dortigen Nationalisten im Jahre 1939 aus dem Kopf zu bekommen und deren Einfluss auf den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die Kriegshetzer waren seinerzeit ausdrücklich durch das Weiße Haus ermutigt worden.
Nahost: Das US-Finanzgenie Bessent kündigt die Zerstörung der iranischen Luftfahrt durch weltweite Sanktionen an. Wer die Perser noch abfertigt, wird in den USA bestraft werden. Bin gespannt, wann die USA und deren Gesellschaften weltweit durch den Bumerang getroffen werden. Derweil will der Don den Ausfall des Düngers durch Kali-Großeinkauf in Weißrussland kompensieren. Das ist eine merkwürdige Kehrtwende nach dem Motto: Not kennt kein Gebot.
Nahost (2): Derweil läuft in Venedig der israelische Dokumentarfilm Naza. Er zeigt das fabrikmäßige Töten von Palästinensern durch den Einsatz von KI zur Identifizierung und anschließenden Tötung der Opfer. Das offizielle Tel Aviv ist außer sich und spricht von Desinformation und Landesverrat. Ja, was denn nun? Entweder es stimmt nicht, dann ist es Desinformation, oder aber es stimmt, dann – bestenfalls – kann man es Landesverrat nennen. Die Existenzrecht-Israel-Beflissenen in den einschlägigen Medien schweigen devot. Den Herstellern von Naza droht jetzt der Entzug der israelischen Staatsbürgerschaft. Dieses Instrument kennt man auch aus dem Deutschland der 1930er Jahre.
Nahost (3): Dass der dortige Völkerhass auf unser Territorium überschwappt, darauf haben alle, die noch bis drei zählen konnten, Jahr um Jahr hingewiesen. Hat es genutzt? Ja, insofern, als sie jetzt sagen können: Wir haben recht gehabt. Jetzt jammert der Zentralrat, der vor zwei Wochen noch den Sieg der AfD mit düsteren Worten kommentieren musste. Ja, was denn nun? Die Deutschen aus Deutschland ausweisen? Viel Vergnügen.
21. September 2026
Gestern Abend: Erstmals in der Geschichte meines Esstischs waren zwei kleine Computer zugelassen, deren winzige Bildschirme die Fassungslosigkeit des öffentlich besoldeten Medienpöbels widerspiegelten. Zwei Wahlen mit rabiaten Folgen: CDU raus in Meckpomm und linke Türkin an der Spitze in Berlin. Und ein Kanzler Fritz, der pünktlich zur Schließung der Wahllokale von einem Desaster spricht. Und deshalb, so sagt er, bleibe ich im Amt, um die Reformen weiterzuführen. Man denkt die ganze Zeit: Hää, habe ich was nicht mitgekriegt?
Meckpomm (2): Küsten-Barbie, deutlich gestresst, erklärt den Verlust ihrer Regierungsmehrheit so, dass es ihr gelungen sei, die Alleinherrschaft der AfD zu verhindern, und 61 % Dermenschen hätten die AfD nicht gewählt. Das ist die neue politische Mathematik, denn auf die SPD angewendet, wären es noch mehr von Denmenschen. Von der CDU ganz zu schweigen.
Meckpomm (3): Zum ersten Mal in meinem Leben höre ich den AfD-Kandidaten ganze Sätze reden. Da wird mir der Frust von Mainstream überdeutlich. Man mag diesen langsam und deutlich formulierenden Mann nicht mögen, aber zum Herr-sei-bei-uns taugt er beim besten Willen nicht. Er spricht wie die Bürger dortzulande.
Berlin (2): Zum ersten Mal höre ich die Wahlsiegerin ganze Sätze reden. Sie kündigt im Siegesrausch den Frontal-Angriff auf alle gewohnten Strukturen an. Ihre Tonart ist das Stakkato.
Im Handelsblatt hinterlässt A.M. die Botschaft, dass sie für das Pandemie-Geschehen nicht verantwortlich sei, sondern Bill Gates und seine Stiftung. Ich deute ihr gewohnt-unpräzises Geschwurbel so, dass sie durch den Bösewicht zum Handeln genötigt worden wäre. Ach nee, na sowas.
Auf der arabischen Halbinsel geht der offene Krieg weiter. Noch immer hat das große und gute Amerika nicht direkt eingegriffen. Derweil ruinieren die sog. Rebellen weiterhin die arabische Öl-Infrastruktur, vernichten ein italienisches (!) Kampfflugzeug auf einer saudi-arabischen Airbase und setzen die Arrondierung des von ihnen beherrschten Gebietes weiter fort.
19. September 2026
Gestern Abend spricht mich ein mir Unbekannter an und sagt: Ihre Corona-Diktatur hat mir die Augen geöffnet. Ich bin erst mal sprachlos. Später denke ich: einer von Achtzigmillionen.
1 : 80.000.000 (2): Der Mediziner Paul Cullen hält unter dem Titel Die bleierne Zeit einen brillanten Vortrag über Planung, Verlauf und Auswirkungen der Corona-Sache. Der Ire, der als Professor an der Uni Münster lehrt, sagt, dass es die sog. Aufarbeitung nicht geben wird, weil die meisten Deutschen mit den Maßnahmen einverstanden waren und es immer noch sind. Ich stimme dem zu, denn ich halte dieses Beharren für selbstverständlich. Der Grund: wer gibt schon gerne zu, dass er sich wie ein Idiot verhalten hat. Ich füge hinzu: Wenn sich alle falsch verhalten, wird Unrecht zu Recht
Auch nicht schlecht: Der Don verbietet heute Nacht drei Medienhäusern den Zugang ins Weiße Haus. Unter den Gemaßregelten finde ich politico, ein Produkt des Hauses Springer. Man sieht also, dass Amerika-Hörigkeit sich nicht auszahlen muss. Ich werde in den nächsten Tagen die Schlagzeilen der Bild beim Aldi überfliegen, dann wird man sehen, wie die Sache sich auf der deutschen Seite des Hauses Springer auswirkt.
Der Don (2): Verkündet in der gewohnten Lautstärke ein Abkommen (mit wem?) über Grönland, das den USA die Verantwortlichkeit für die Sicherheit dieser Insel zuweist und alle anderen Länder ausschließt. Hat die flotte Mette aus Kopenhagen klein beigegeben, oder handelt es sich hier um das übliche Deal-Gerede, hinter dem sich in der Vergangenheit meist heiße Luft verbarg?
Schilda ist überall:
Schilda (2): Früher hielt ich die Mecklenburger Seenplatte für eine dortige gastronomische Spezialität. Jetzt weiß ich, dass es auch eine Mecklenburger Kleinseenplatte gibt. Auf ihr fand ich frischgeräucherten Wels. Einfach köstlich.
18. September 2026
Während der Don auf eigenem Platz in Irland Golf spielt, bleibt ihm Zeit, für den Iran-Krieg eine dicke Entscheidung (big decision) anzukündigen. Man stutzt und schaltet innerlich sogleich auf die nächste Gewalttat um. Denn während er das sagt, trifft der Chef von Centcom, Admiral Cooper, in Saudi Arabien auf den Oberprinzen Mohammed bin Salman („MBS“). Das ist der, der in der vergangenen Woche rundum flehentlich um Waffenhilfe gebeten hat. Was also kann Cooper wollen. Nun, er wird dem einstigen engsten Verbündeten am Golf sagen, dass er alle Geheimdienst-Informationen bekommen kann, die er braucht, um das Blatt zu wenden. Die Frage ist lediglich, ob die Geldleute in New York und D.C. das für opportun halten, oder ob sie nicht längst auf andere Favoriten gesetzt haben. Rivalisierende Stammesfürsten gibt es in Arabien genug und in Menge. Ihre Freunde vom Mossad werden es ihnen bereits geflüstert haben.
Der Don (2): Er habe, so lässt er die gierig an seinen Lippen hängende Journaille wissen, mit den Huthis telefoniert, er habe also die Lage im Griff. Das ist, wie wir nicht lange rätseln müssen, gelogen. – Wir stellen uns die Szene so vor: Der Don zur Büroleiterin: Hol mir mal den Huthi ans Telefon. Sie: Wen? – Aber mal ernsthaft. Der Don steckt in Schwierigkeiten, denn die Spritpreise steigen, und sie steigen weiter. Die Zahl er Verantwortlichen hiefür außerhalb des Weißen Hauses schrumpft. Die Zwischenwahlen im November versprechen nichts Gutes. Indessen: Die Entscheidung zwischen Reps und Dems in den USA ist für uns genauso belanglos wie die Entscheidung der Wähler in Westdeutschland zwischen CDU und SPD. Dergleichen hat ausschließlich für die Parteibonzen Bedeutung.
Der Don (3): Dem Weltfrieden, was immer das sei, wäre vermutlich gedient, wenn man Trump auf einem seiner Golfplätze einsperren ließe und das Telefon wegnimmt. Dann kann er sich, ohne dass es Auswirkungen hat, darüber auslassen, ob er jetzt reingeht oder nicht (gemeint ist der Iran). Ich kann die Frage beantworten: Mit US-Bodentruppen jedenfalls nicht, denn die sind – im Gegensatz zur Gegenseite – nicht vorhanden.
Heimatfront: Der Sieger der Wahl in Sachsen-Anhalt ist, wie bekannt, nicht die AfD, sondern die Briefwahl. Ein Blick auf die Stimmenverteilung macht es ohne statistisches Hochreckturnen offensichtlich. Zahlenunterschiede in diesem Ausmaß lassen sich außer durch Eingreifen nicht erklären.
Nachtrag um halb-zehn: Bei Tichy lese ich soeben das hier „Meloni schickt Italiens Marine in den Kampf gegen die Huthis“. Doch, da stutzt man. Das ist sicher eine gewaltige Streitmacht, die bewiesen hat, dass sie deutsche Schlepperboote nicht mal von Italiens Küsten mit Erfolg fernhalten kann. Dann lese ich genauer. Es geht unterm Strich um schwülstige Absichtserklärungen nebst Hintertürchen unter einer irreführenden Überschrift. Das Ganze stammt, ich grinse in mich hinein, vom Militaria-Experten Oberst S. Soll ich es künftig als daily Richard bezeichnen?
17. September 2026
Es ist üblich, dass die Zeitgenossen einen weltgeschichtlich bedeutsamen Moment nicht bemerken. Das bleibt späteren Chronisten vorbehalten, die den Blick aufs Ganze haben. Dies vorausgeschickt, frage ich mich, ob ich (und nicht nur ich) einen solchen Moment soeben verpasst habe, als Araber aus dem Jemen, die wir herablassend als Sandlatscher zu bezeichnen belieben, soeben dem selbstherrlichen Saudi Arabien einen Schlag verpasst haben, von dem sich die Prinzen-Garde womöglich nicht mehr erholen wird. Fest steht nach dem Stand von heute nur, dass die jemenitischen Huthi den Ausgang des Roten Meeres durch ihren Vormarsch in Händen halten, und zudem der Welt größter Ölexporteur Zerstörungen hinnehmen musste, die sein Export-Volumen auf Null reduzieren.
Arabien (2): Vor den Augen des erstaunten Beobachters, läuft die Aufteilung der Halbinsel, die im Ersten Weltkrieg von den Engländern begonnen und durchgesetzt wurde, nunmehr rückwärts ab. Wer Spaß an britischer Kolonialkriegs-Führung hat, der lese Die Sieben Säulen der Weisheit von Colonel Lawrence.
Arabien (3): Dass hier eine koordinierte Lenkung, aller Wahrscheinlichkeit aus Teheran, vorliegt, bestreitet nur der, der die eigene Überraschung kaum zu fassen vermag. Wichtig vor allem: Schiitische Stämme aus dem Irak (!) beteiligten sich an dem Schlag gegen Saudi Arabien, das nunmehr zwischen allen Stühlen zu sitzen scheint, zumal aus D.C. ein hilfreiches Bombardement der jemenitischen Angreifer abgelehnt wurde.
Arabien (4): Derweil einigen sich Persien und Oman über die Durchfahrt-Modalitäten für die Straße von Hormus. Nach der Ansage aus Teheran steht das alles unter dem Vorbehalt, dass die USA endlich zu den im Memorandum of Understanding (MoU) ausgehandelten Bedingungen zurückkehren, zu deutsch: aus der Region verschwinden.
Arabien (5): Persiens oberster Ayatollah hat sich mit einer Lageeinschätzung zu Wort gemeldet: Es gebe für alle am Golf nur einen Gegner: das sei Israel. Die Führung aus Oman stimmt dem zu.
Arabien (6): Nach den verheerenden persischen Angriffen auf die US-Stützpunkte in Jordanien wackelt die dortige Führung beträchtlich. Doch die wurde in den letzten Jahrzehnten bereits zu oft totgesagt, um jetzt eine stimmige Aussage hinzukriegen. Bemerkenswert bleibt nach wie vor, dass die Masse der dortigen Bevölkerung palästinensischer Abstammung ist, aber politisch nichts zu sagen hat.
16. September 2026
Seit gestern ist es amtlich: Entgegen allem Siegesgerede von Trump und seinem Kriegsclown Pete H. legte der Bericht des Generalinspekteurs des Kriegsressorts die Zerstörungen von US-Einrichtungen im Nahe Osten offen. Es sind Hunderte. Sie wurden allein durch persische Drohnen und Raketen verursacht. Dieselben wurden, wie die Herren des Krieges behauptet hatten, abgewehrt? Das kann man in der Pfeife rauchen. Die Basen der Machtausübung sind weg, und sie werden wohl auch nicht wieder kommen. Die Hegemonialmacht hat sich selbst entmachtet.
Hegemonialmacht (2): Bei solch entlarvenden Schlagzeilen eilen die Gedanken wie von selbst zur Auslösung dieses Krieges zurück. Situation Room im Weißen Haus im Februar 26. Bibi aus Jerusalem entwickelt den Dreitage-Kriegsplan, der mit der Enthauptung der iranischen Führung beginnt und sogleich in die Erhebung des persischen Volkes überleitet. Zugeschaltet der Mossad-Chef für die Details. Trump und Pete H. stimmen zu. Alle anderen (Außenminister, Finanzminister, CIA-Chef, Stabschef der Streitkräfte) sind (angeblich) anderer Meinung. Wir wissen es nicht. Was wir aber wissen, ist dieses hier: Keiner sagt: Das ist ein Verbrechen und aussichtslos zudem, da mache ich nicht mit. Noch einmal: Sie hätten Nein sagen können.
Hegemonialmacht (3): In Oman treffen sich in aller Stille die Golfanrainer mit dem persischen Außenminister Arachtschi. Der Sinn dieses Treffens kann kaum zweifelhaft sein. Es ist der Wunsch, den Krieg zu beenden, der allen gleichermaßen schadet. Die USA sind offensichtlich nicht mit am Tisch. Unklar hierbei die Rolle der Vereinigten Emirate, die derweil mit Israel und Deutschland Geschäfte machen wollen, indem sie ihre Dollar-Überschüsse waschen.
15. September 2026
Der Militaria-Spezialist bei Tichy, Oberst a.D. S., hat sein Thema gefunden: die Drohne, speziell natürlich die der Kriegführung. So berichtet er von einer Revolution auf dem Drohnenschlachtfeld. Soso. Eine Waffe sei es, die den angreifenden Drohnen die Orientierung vermasselt. Ich stutze, blättere in meinen Aufzeichnungen aus den letzte vier Jahren konkretem Drohnenkrieg und sage: ach was und bezweifle die Novität. Dann lese ich den Artikel zu Ende und suche nach der Quelle. Es ist ein israelischer Waffenspezialist. Aha, sagt es in mir. Sind das die selben Leute, die jetzt VW-Werke in D für ihre Waffenherstellung aufkaufen wollen? Lesen wir hier einen Werbeprospekt?
Waffen für die Welt (2): In der VW-Stadt Wolfsburg setzt sich bei der Kommunalwahl am Sonntag der Kandidat der CDU durch. Die Hoffnung stirbt auch hier zuletzt.
Waffen für die Welt (3): Fritz der Möchtegern-Außenkanzler empfängt, nachdem er vorgestern die globalen Sachen am Nordpol geregelt hat, heute den Chef aus dem Irak. Bringt der Öl und Gas mit? Kann ich mir nicht so richtig vorstellen. – Der Diesel kostete gestern 2,40.
Waffen für die Welt (4): In der Straße von Hormus geht heute Nacht ein Tanker aus Panama in Flammen auf. Die Beteiligten zeigen wechselseitig mit dem Finger aufeinander.
14. September 2026
Das ist Realsatire: Der Don bezichtigt den kleinen Mann aus Kiew wg. seiner Angriffe auf russische Raffinerien für die Dieselpreis-Entwicklung verantwortlich zu sein.
Realsatire (2): Der Diesel in den USA, so schreiben Wallstreet Analysten, ist nicht knapp, sondern er werde bevorzugt mit Gewinn ins Ausland verkauft.
Realsatire (3): Die GRU-Drohne von Leipzig, so schreibt der Bundeswehr-Spezialist bei Tichy, sei ein leicht umgebauter handelsüblicher Quadro-Copter. Woher er das weiß? Von einem anerkannten Experten, der auch in Sachen Rechtsextremismus expertet.
Wirklichkeit: In Neu Delhi tagen die BRICS-Staatschefs. Sie verabschieden eine Erklärung, die von allem Möglichen handelt, vor allem aber vom grenzüberschreitenden Handel ohne Dollar. Am Rande der Veranstaltungen wird Putin deutlich: Ein Einsatz von Nato-Truppen in der Ukraine bedeutet Krieg mit Russland. – So, jetzt wissen die hiesigen Kriegshetzer, wie sie ans Ziel kommen. Wer wagt es als Erster? D oder GB?
13. September 2026
Die jetzt vergangene Woche ist einen besonderen Blick auf die arabische Halbinsel wert. Die Huthis haben ihren territorial besetzten Herrschaftsbereich deutlich erweitert. Das ging auf Kosten der vom Westen (und vor allem von Saudi Arabien) anerkannten jemenitischen Regierung. Diese Erweiterung ist insofern von erheblicher Bedeutung, weil jetzt die gesamte östliche Küste vom Südausgang des Roten Meeres einschließlich der darin gelegenen Inseln in der Hand der Huthis ist. Die Nutzung dieses Umgehungsweges als Ersatz für die gesperrte Straße von Hormus ist daher vom Belieben der Huthis abhängig. Sie haben angekündigt, dass einstweilen nur Öl aus Saudi Arabien betroffen sein soll.
Arabien (2): Parallel hierzu fand der erfolgreiche Angriff auf die ost-westliche Öl-Pipeline, die Saudi Arabien quert, statt. Die Öldurchfuhr wurde eingestellt. Der Doppelschlag ist ohne sorgsame Planung kaum durchgeführt worden. Dies gilt umso mehr, als bis zum Augenblick nicht bekannt ist, wo denn die zerstörenden Geschosse abgeschossen wurden (Irak oder Jemen).
Arabien (3): Die Ägypter haben angekündigt, dass sie die Öl-Pipeline, die parallel zum Suez-Kanal verläuft, für saudisches Öl freigeben, damit es über das Mittelmeer abfließen kann. Doch wie soll es dort hinkommen?
Arabien (4): Die saudischen Prinzen rufen alle möglichen Leute um Hilfe an. Bislang ohne erkennbaren Erfolg. Naheliegend wäre es, das erst vor kurzem abgeschlossene Mekka-Abkommen mit der Türkei und Pakistan zu bemühen. Doch aus Ankara und Islamabad hört man nichts, was nach tätiger Hilfe klingen würde.
Arabien (5): Wenn man einmal spekuliert, dass hinter dem arabischen Desaster die Planer aus Teheran stecken, dann zeigt sich, welche antiwestliche Machtzusammenballung dort praktische Politik zu veranstalten versteht.. Jahrzehntelang war es das Privileg der USA, die Völker mit Hilfe von Intrigen gegeneinander zu hetzen. Im Moment sehen wir einen Player, der das Spiel ebenfalls beherrscht. – Und der Ölpreis klettert weiter.
12. September 2026
Die Lage im Nahostkrieg bleibt verworren. Wie die USA ihrem Ziel näher kommen wollen, die Straße von Hormus zu öffnen, wenn sie an Ort und Stelle persische Tanker versenken, das mag ihr strategisches Geheimnis bleiben. Nicht ohne Frohsinn las ich die jüngste Einlassung von US Centkom, ihre Flotteneinheiten im Golf seien völlig unprovoziert angegriffen worden. Ein wunderbares Beispiel von der Verdrehung der Tatsachen und nur dann stringent, wenn man zugrunde legt, dass es das gute Recht des großen Amerika sei, alles, was sich ihm in den Weg stellt, mit Gewalt zu beseitigen (gilt übrigens auch für Kinder und Hochzeitsgesellschaften an der persischen Küste). Wie dem auch sei, die Helden aus dem Golfkrieg sahen sich genötigt, zur Küste wieder auf Abstand zu gehen. Ja, Jungs, Krieg ist gefährlich, zumal wenn der Gegner sich wehrt, ohne groß nachzufragen. – Bleibt für mich die nicht zu beantwortende Frage: Wollten die Perser den Flugzeugträger, über den ihre neue Antischiffs-Rakete in Sichtweite hinwegflog, nicht treffen, oder konnten sie es nicht?
Nahost (2): Die Siegesmeldungen in der Westpresse heben darauf ab, dass der Iran gewaltige Schäden zu verkraften habe, sein Ölexport zusammengebrochen sei und das Land von galoppierender Inflation heimgesucht werde. Ich halte es hingegen für entscheidend, wie der Einfluss auf die Kampfmoral ist. Bislang ist nicht zu erkennen, dass diese zusammengebrochen sei. – Mit der Kampfmoral der US-Boys soll es hingegen hapern. Kann man verstehen, denn es lag außerhalb ihrer seit über 50 Jahren antrainierten Vorstellungswelt, dass ein Gegner sich mit adäquaten Mitteln gegen die verübte Gewalt zur Wehr setzt.
Nahost (3): Die Saudis haben ihre Ost-West-Pipeline heute Nacht stillgelegt. Richtig müsste die Meldung lauten: sie wurde durch Kriegseinwirkung an entscheidenden Stellen zerstört. Hierzu gibt es zwei nicht zusammenpassende Meldungen: a) die Huthis waren es, b) der Schüsse kamen aus dem Irak (!). Wie dem auch sei, durch diese Maßnahme wurde ein Umgehungsweg für die gesperrte Straße von Hormus gewaltsam stillgelegt.
Nahost (4): Es bleibt dabei, alles dreht sich ums Öl. Der Verband der Tankerflotten sorgt sich ums Geschäft. Er spricht hysterisch von einer wachsenden Schattenflotte. Die setzt sich aus Schiffen von Reedern zusammen, die für die Boykott-Staaten wie Russland, Iran und China transportieren und auf das Versicherungs-Kartell von Lloyds in London pfeifen. Da bricht Schiff um Schiff der allerletzte Pfeiler von Englands einstiger Weltmacht-Position zusammen. – In den USA steigt derweil der Dieselpreis auf über 6 $ für die Gallone (bei uns in Schilda waren es gestern 2,30 € für den Liter).
Nahost (5): Nur mühsam kleckern einzelne Meldungen über das Tun des auserwählten Volkes in die Westpresse. Zu meiner Überraschung sind dabei Kartenskizzen für ein Groß-Israel (Greater Israel), deren Echtheit starke Zweifel wecken. Nur falls doch echt, dann sind sie Ausweis für Größenwahn im fortgeschrittenen Stadium.
Brandmauer-Kämpfe: Fritz der Kanzler schlägt um sich, um seine Widersacher in Schach zu halten. Aber ach, deren Zahl wird mittlerweile unüberschaubar. Unter diesen spalten sich die ersten Überläufer ab, sodass es immer wahrscheinlicher wird, dass Deutschlands gefährlichster Mann in Kürze unwidersprochen in S.-A. zum Ministerpräsidenten gekürt wir (Nicht nur das BSW wird seine Stimme leihen).
Brandmauer-Kämpfe (2): Die Propagandisten versuchen es mit einer Ablenkfütterung in Meckpomm, wo in 8 Tagen gewählt wird. Dort soll es sich um ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der SPD-Amtsinhaberin (Frau gegen Blau) und Leif-Erik, einer Art in die Jahre gekommenen freundlichen Wikinger, handeln. Denke mal, dass die AfD locker in Front bleibt, es sei denn, es gelingt mit Hilfe der Briefwahl, die Sache im Sinne Unsererdemokratie zu korrigieren.
11. September 2026
Alte Rechnungen: Mainstream müht sich gerade, A.M. aus der Versenkung zu holen, um sie gegen Fritz den Kanzler in Stellung zu bringen. Die lässt sich nicht lange bitten. Sie war mir schon immer durch ihre Rachsucht aufgefallen. Jetzt ist ihr Moment gekommen, dem strauchelnden Fritz den letzten Schubs zu geben, der gerade dabei ist, die CDU zu zerlegen – in Meckpomm schrappen die Christen inzwischen an der 5-Prozent-Hürde. Das kann Mainstream nicht recht sein, denn er treibt die Wähler auf diese Weise in kaum noch zu beherrschenden Scharen der AfD zu. Jetzt also wird A.M. in Stellung gerollt. Warum nur erinnert mich die Dame so fatal an ein Spreewalder Gurkenfass? Doch im Unterschied zu diesem ist ihr Inhalt ungenießbar. Mir graust vor ihrer Reaktivierung, auf welchem Posten auch immer.
Alte Rechnungen (2): Im Jemen nähert sich der Krieg einem für den Wertewesten riskanten Höhepunkt. Die seit Jahrzehnten angeblich aufständischen Huthis haben soeben die Hafenstadt Mokka eingenommen. Die Sperre des südlichen Ausgangs vom Roten Meer rückt in Reichweite des Realen.
Alte Rechnungen (3): Colonel Larry Wilkerson, zu Beginn des Irakkrieges 2002/03 Stabschef des US-Außenministers (und vormaligen militärischen Stabschefs) Colin Powell, analysiert kalten Herzens die strategische Lage der USA in beiden jetzigen Kriegen (Ukraine und Nahost). Sein Ergebnis: Pipelines und Eisenbahnen in Eurasien lassen die US-Seemacht ins Leere laufen. Ihr letzter wirksamer Störfaktor sei Israel, das vor lauter selbstgefälliger Protzerei kaum gehen könne. Wilkinsons für so manch einen sicherlich verstörende Schlussfolgerung: Der Staat müsse da weg, damit die Region endlich Frieden finde. – Ich teile die letztgenannte Folgerung nicht, vielmehr sorgt die Existenz Israels derzeit dafür, dass die Machthaber in Nahost ihre uralten Fehden zugunsten des gemeinsamen Feindes auf Eis legen. Was nach einer möglichen Zerstörung von Israel kommen würde, das steht in den Sternen.
Alte Rechnungen (4): Apropos Israel, es geistern heute Nacht zwei Nachrichten durchs Netz, deren Wahrheitsgehalt ich nicht beurteilen kann: a) Die Zerstörung des unterirdischen Hisbollah-Hauptquartiers im Südlibanon zum Wochenbeginn sei durch eine thermonukleare Sprengladung erfolgt. Das durch die Sprengung ausgelöste Erdbeben von über 4 auf der Richterskala sei sonst nicht möglich gewesen. b) Der Ausfall einer Reihe von Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen in Israel sei eine Folge der Vergiftung des Grundwassers in Gaza durch Leichen und giftige Munitionsrückstände. – Ein Zyniker würde jetzt vermutlich sagen: Sowas kommt von sowas.
10. September 2026
Die persische Antwort auf den vorgestrigen US-Angriff in der Straße von Hormus hatte es in sich: Zwei US-Zerstörer mit Raketen beschossen und vermutlich beschädigt sowie drei Raketensalven auf die US-Basen in Jordanien, die Verwüstungen angerichtet haben sollen. Unbestätigte Berichte sprechen davon, dass ab der zweiten Welle keine Gegenwehr mehr erfolgte. Falls das stimmt, ist auch auf diesem Kriegsschauplatz der Kiew-Effekt eingetreten: die Patriots (Raketenabwehr-Raketen) sind verbraucht. Ich stelle das ohne Freude fest, denn jetzt rückt der Augenblick näher, wo der Ex-Angreifer zur Atom-Waffe greifen könnte, um vermeintlich das Blatt zu wenden.
Kriegsmeldungen (2): Während der Wertewesten versucht, Millimeter um Millimeter seine jahrelang andauernden Sieges-Lügenmeldungen zu korrigieren, sind diese vier einflussreichen Kommentatoren (Mearsheimer, Napolitano, Crooke, Johnson) auf Einladung des russischen Außenminister in Moskau zu Gast gewesen. Man stelle sich mal vor, vier Deutsche würden einen solchen Trip unternehmen. Auf sie würde ein Wiedereinreiseverbot der EU warten. Aber keine Angst, niemand lädt noch irgend welche Landsleute nach Moskau ein.
Kriegsmeldungen (3): Die Auguren murmeln, dass die Waren-Boykotts der britischen Regierung gegen Israel mit vorheriger Billigung des Weißen Hauses erfolgt seien. Da wird man zweifeln dürfen. Ein Zyniker könnte indessen auf den Gedanken kommen, dass der Don einen Augenblick benutzt habe, als seine beiden zionistischen Strategen Kushner und Witkoff in Ost-Europa waren (Vorsicht: Verschwörungstheorie).
Kriegsmeldungen (4): Was die israelische Zeitung Haaretz gestern meldet, könnte der Sargnagel von Benjamin N.s Herrschaft sein: Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten Israels Regierung Anfang Oktober 2023 vor dem Angriff der Hamas gewarnt. Dann bleibt zwar der Überfall vom 7. Oktober ein Überfall, aber der bislang tonangebende Zusatz „überraschend“ klappt in sich zusammen. Ich füge hinzu: In Israel ist Wahlkampf.
9. September 2026
Die Zahlen aus der Brief-und Urnenwahl in S.-A. belegen: Da war die Hand Gottes im Spiel. Ähnlich schräg sind die Kommentare (einschließlich derjenigen aus Amerika). Selbst der Chef bei Tichys Einblick hat die Faxen dicke: Er fordert gestern in einem Kommentar die CDU auf, sich selbst aufzulösen. Das ist neu. Ich habe gestaunt.
Hilfloses Rudern (2): CDU-Wüst aus NW, der Hinter-der-Hand- und Möchtegern-Nachfolger auf dem Kanzler-Thron will jetzt das Parteiverbot der gefährlichen Konkurrenz per Länderbeschluss. Söder indes will sich an der 16-Länder-Arbeitsgruppe nicht beteiligen. Glaubt er ernsthaft, sich auf diese Weise aus dem christdemokratischen Strudel raushalten zu können? Zweifel dürften erlaubt sein.
Hilfloses Rudern (3): Das große und gute Amerika ist heute Nacht dazu übergegangen, persische Tanker im Golf zu versenken. Prompt sprang der Ölpreis nach oben. Wir sollten uns für den Zusammenhang zwischen Angriffsbefehl und dem einschlägigen Wetten-Geschäft interessieren. Doch ich bin sicher, dass die Großweisen der Wirtschafts-Journaille dieses Thema sorgsam aussparen werden.
Hilfloses Rudern (4): Nach dem Ausfall von Entsalzungsanlagen in Israel schwurbeln die Auguren um die Ursachen herum (Niemand wagt, die Perser zu beschuldigen, stattdessen verschanzt man sich hinter technischen Problemen Gleichzeitig bei 4/5 der Anlagen?). Klar ist nur, ohne Trinkwasser ist dortzulande alsbald die Messe gelesen. Indessen verbieten etliche europäische Staaten Agrar-Einfuhren aus dem Westjordanland wg. der Terrorangriffe der sog. jüdischen Siedler auf die dortige Bevölkerung. Die israelische Führung reagiert mit der Ausweisung von Diplomaten. Nur D und die USA halten dem Existenzrecht Israels die Stange. Doch man vertue sich nicht: Hinter den markigen Worten von Benjamin N. („die größte Streitmacht im Orient“) lugt die nackte Angst hervor.
8. September 2026
Die Ziele werden bescheidener. Unseredemokratie darf sich erleichtert zurücklehnen. Zwar ist nicht der Erhalt der Volksfront gelungen, aber es wurde immerhin der Durchmarsch der AfD in Sachsen-Anhalt verhindert. Die einschlägigen Sieger heißen Briefwahl und Campact – zwei obskure Organisationselemente, die unter Ausschluss der Augen der Öffentlichkeit ihr heilbringendes Wirken entfalten konnten. Glückwunsch also.
Sieger (2) sind auch – entgegen meiner Vermutung von letzter Woche – die Genossen vom Bündnis für sozialistische Winkelemente (BSW), die einen Aufstieg aus dem Nichts schafften und nunmehr durch ihre idealistische Sprüchebildung die praktische Politik verhindern werden, denn sie wollen erst mal einen Ministerpräsidenten bestimmen, der deutlich über den Wolken schwebt. Das mag eine gute Idee sein, aber – gemessen an den derzeitigen Regularien, falls diese denn eingehalten werden sollten – keine realistische Variante. Sie werden bald bemerken, dass unter diesen Bedingungen niemand mit ihnen spielen wird, womit sie erreichen werden, was sie zu verhindern suchen: die Vermatschung klaren politischer Zielsetzungen, deren Durchsetzung unser Land bitternotwendig benötigt.
Sieger (3): Bei der gewohnheitswidrigen Betrachtung von Fernsehbildern am Wahlabend ist für mich unbestritten CDU-Mann Amthor die Nummer eins. So etwas komisches sah ich schon lange nicht mehr. Der schlägt noch Frau Bas und die Fransenpony-Frau der Linken um Längen. Ich frage mich, wo um alles in der Welt die Erfinder der Seamstraße seinerzeit ihre Helden herhatten, denn diese Heutigen können sie nicht gekannt haben, haben sie aber punktgenau vorweggenommen.
Nachdenken am Vormittag nach dem Durchforsten von Nachrichten aus der dreitägigen persönlichen Abschalt-Erholung. Neben den notwendigen Anmerkungen zur taumelnden CDU sind es vor allem die Ereignisse von den beiden Kriegsschauplätzen.
Ostfront: Der Besuch der beiden Grundstücksmakler aus der Trump’schen Traumwelt in Moskau und Kiew hinterlässt den üblichen Nachrichtensalat. Ich übersetze mal: In Moskau hat man ihre Vorschläge angehört und den seit Jahr und Tag bekannten eigenen Standpunkt wiederholt, der in die Phase der Realisierung gerät. In Kiew spricht man über Satz und Sieg und kann dies nur deswegen in Ruhe tun, weil Moskau für drei Tage erklärtermaßen seine Angriffe eingestellt hatte. Heute Nacht begannen sie wieder von Neuem.
Nahost: Der Raketenbeschuss hin und her ist wieder, wenn auch auf niederer Stufe, im Gange. Die US Navy tauscht mit einiger Mühe ihre Flugzeugträger-Gruppen aus. Die veröffentlichten Bilder zeigen Schiffe, die mehr als mitgenommen aussehen. Der Laie nimmt erstaunt zur Kenntnis, dass 500 Tage auf See kein Pappenstiel sind. Erneut wurden tatsächliche oder vermeindliche Ziele entlang der persischen Seite der Straße von Hormus angegriffen. Erneut erfolgte der Beschuss der US-Basen in Jordanien. Die veröffentlichten Abwehrmeldungen harmonieren nicht mit den raren Luftbildern, die man zu sehen kriegt. Die Straße von Homus wird von maximal 10 Schiffen pro Tag passiert. Das sind 10 Prozent der Vorkriegsbewegungen. Auch geht der Beschuss von Saudi Arabien durch die Jemen-Huthis weiter.
Heimatfront: Vor unsern Augen spielt sich die Demontage der CDU ab. Der Kanzler kanzelt öffentlich den designierten Nachfolger für den Handtuch-werfenden Schulze aus Magdeburg ab, denn der hatte zum Besten gegeben, man müsse die Realität des Wahlergebnisses anerkennen. In den alternativen Medien kämpfen die 80er-Jahre-Nostalgiker für eine Renovierung der CDU in ihrem Traum-Sinne. Sie werden nichts erreichen. Der Zug zur Vernunft ist lange schon abgefahren.
Heimatfront (2): Die Ergebnisse für die AfD sind für die Rückwärtsgewandten schockierend. Die Partei wurde Volkspartei und hat selbst die jungen und jüngsten Wähler in ihrer Masse erreicht. Widerstand kommt nur noch von Ü 70. Vor allem der Erfolg bei den Männern von 35 bis 50 sollte zu denken geben. In dieser Gruppe wird der Wohlstand erarbeitet. Okay, dann sind da auch noch die gleichaltrigen Frauen. Die fanden wenigstens den Kandidaten süß. Na, immerhin.
5. September 2026
Hier im Ländchen fliegt das BSW (Bündnis für sozialistische Wink-Elemente) mit großem Radau auseinander, termingerecht um zu beweisen, dass es in S.-A. bei der dortigen Wahl am Wochenende nicht gebraucht wird. Damit ist das Lied der schönen Frau gesungen. Alles, was sie jetzt noch anzumerken weiß, mag politisch bedeutsam sein, aber es ist praktisch irrelevant. Ob sie das auch schon weiß?
Irrelevant (2): Fürs jetzige Wochenende sind die Herren Witkoff und Kushner in Kiew und Moskau angesagt. Angeblich überbringen sie wichtige Vorschläge vom Don. Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man in Moskau brennend darauf wartet. Die Bilder aus Kiew sprechen für sich. Schießereien zwischen den beiden Geheimdiensten SBU und GUR lassen den Schluss zu, dass Machtkämpfe auf Leben und Tod im Gange sind. Videoschnipsel zeigen, dass sich die Antagonisten auf offener Straße gegenseitig umlegen.
Irrelevant (3): Meldungen von Mainstream, dass der Russe die Strom-Sabotagen in D verantwortet, harmonieren nicht so recht mit den aufgetauchten Tatbekennungen. Jetzt sucht man einen Mann aus Gevelsberg, was, wenn ich mich an die Heimatkunde in der Volksschule erinnere, nicht hinter dem Ural, sondern an der Grenze von Wuppertal liegt. – Es bleibt bei meiner Ursprungsvermutung: Hier sind gewalttätige Klima-Irre am Werke, die in eine Zwangsjacke gehören.
4. September 2026
Wg. Ceuta: Während vor Ort die Lage außer Kontrolle gerät, finden im Mutterland Spanien Massenproteste gegen die Regierung des Sozialisten Pedro Sanchez statt. Die fordern Rücktritt und Neuwahlen. Bei allem Erstaunen: Ich denke, er wird den Teufel tun.
Außer Kontrolle: Im Sachsen-Anhaltinischen Dessau hat eine demente 95jährige per Brief gewählt. Jetzt spricht man vom Einzelfall. Das stimmt, die anderen kennt man (noch) nicht.
3. September 2026
Der kleine Mann aus Kiew kündigt an, den russischen Flugverkehr zu unterbinden. Das ist zweierlei: Eine wüste Drohung und eine Bankrotterklärung bezüglich der berühmten, im Westen ausgiebig gefeierten Drohnenoffensive in die Tiefe Russlands hinein.
Ostfront (2): Auguren merken an, hiervor die Russen zu warnen und zum Einlenken zu bewegen, sei der Sinn des Kurzbesuchs von CIA-Radcliff in Moskau gewesen. Andere sagen, er wollte den Russen mitteilen, dass deren Personalverluste in DC sehr wohl bekannt seien. Beide Varianten leuchten mir nicht ein. Wahrscheinlicher ist das Abholen von getöteten Kumpels, deren Reste zur Mitnahme bereit standen (Ich habe vor Tagen von den einschlägigen Speznaz Kommando-Unternehmen im Raum Odessa berichtet). Das würde die Anreise der Amerikaner in diesem fliegenden Möbelwagen erklären.
Ostfront (3): Für aufschlussreicher halte ich Meldungen über die Inbetriebnahme von russischen Weltraumwaffen (Wolna Kupol Garant), die in der Lage sein sollen, das den Ukraine-Krieg wesentlich beeinflussende Starlink-System stillzulegen. Stimmt dies, wird wohl Elon das Wunderkind bald seine Bilanzen korrigieren müssen.
Ostfront (4): Die Presse posaunt, dass zwei Russen, die Täter von Leipzig seien. Soso. Wird Zeit, dass das Russische Brot in den Läden verboten wird. Stattdessen werden mehrere weitere Anschläge auf die deutsche Strom-Infrastruktur gemeldet. Alles Russen? Ich würde mal bei der Gruppe Vulkan in Berlin oder bei den einschlägigen Untertauchern in Kiew nachfragen.
Nahost: Es ist ausgeschlossen, aus dem derzeitigen Meldungssalat verlässliche Schlüsse über Krieg und Frieden zu ziehen. Klar ist nur, dass zwischen den drei Kriegsparteien nicht direkt verhandelt wird. Beide Seiten melden Verluste durch Raketenbeschuss. Ich frage mich, ob ich ernsthaft festhalten soll, dass der Don gestern vorschlug, die Straße von Hormus nach ihm umzubenennen. Ich plädiere für Don’s Drive.
Heimatfront: Dass bei den anstehenden Wahlen die Russland-Sache zur nationalen Frage hochgeschaukelt wird, soll die Leute vom Wählen der AfD – das sind die, die den Russen ins Land lassen wollen – abhalten. Es hört sich wie Auf-zum-letzten-Gefecht an. Ob’s was hilft oder das Gegenteil bewirkt, das weiß kein Mensch. Immerhin lockt es Spötter auf den Plan…
… auch solche, die im Moment durch Meckpomm touren (Dank an A.):
2. September 2026
Der gestrige Anschlag auf das Kraftwerk von Jänschwalde in Brandenburg führte zu überschaubaren Schäden. Es sieht so aus, als seien Feuerwerkskörper verwendet worden. Schon wieder der Russe? Wohl kaum. Hier sind Leute am Werke, die den Absturz des Landes auch ganz ohne denselben bewerkstelligen wollen. Also gilt für die Polizei, wie schon mehrfach in Berlin und anderswo eingeübt: Go slow.
Anschlag (2): Nun ist es also seit gestern Abend offiziell. Die Drohne von Leipzig soll vom Russen stammen. Der benutze für seine Aktionen bekanntlich stets zweitrangiges Personal („Low-Level-Agenten“). Na toll, das war mir seinerzeit, als wir den Kalten Kieg noch hatten, gar nicht aufgefallen. Aber es kommt noch besser: Zum Schutz vor weiterem russischen Tun wird deren Konsulat in Bonn geschlossen und das Haus der Kultur in der Berliner Friedrichstraße.
Anschlag (3): So ist das Gehampel um die Leipziger Drohne ein solcher Anschlag auf den gesunden Menschenverstand. Es ist in diesem Zusammenhang völlig überflüssig, das Geschehen mit dem deutschen Außenzwerg zu illustrieren. Mainstream jedoch gönnt uns dieses Vergnügen.
Über Intelligenz zu sprechen, ist das Böse an sich, denn es ist stets ein Kratzen an den Unterschieden, die es nach der Gleichheits-Lehre nicht geben darf. Bei Sience Files finde ich gestern einen Aufsatz, der sich mit den manifesten Unterschieden der diversen Ausländergruppen, die in Deutschland siedeln, befasst. Das Ergebnis ist bezeichnend. Die Perser sind mit Abstand die Intelligentesten und übertrumpfen lässig den deutschen Michel. Auch die Russen, Leute, die Russen. Nicht hingegen die viel gepriesenen Ukrainer. Wie es zum Unterschied zwischen den beiden Letztgenannten kommt, das wüsste ich gern mal. Werde den Intelligenz-Forscher Volkmar Weiss fragen müssen. – Die Chinesen und die Südkoreaner als die Intelligentesten sind lediglich zu Vergleichszwecken in die Tabelle aufgenommen worden.
Pentagon: Während das US-Kriegsministerium mitteilt, dass nunmehr erneut in Nahost zurückgeschossen werde, kommen aus dem Bauch der Behörde seltsame Gerüchte. Diese handeln von offenem Widerspruch gegen den Kriegsminister und seinen Präsidenten. Falls das nur vage stimmt, was man da zu hören kriegt, dann riecht das nach Rebellion. Angeblich weigert sich die Spitzen-Generalität, die Kriege wg. mangelhaftem Ausrüstungs- und miesem Personalstand weiterzubetreiben.
Pentagon (2): Nun denn, zu Luftschlägen gegen angebliche Raketenstellungen des Iran reichte es gestern am späten Abend immer noch. Zumindest nach der westlichen Nachrichtenlage. Der Film, den US CentCom veröffentlicht hat, kann dieses oder jenes bedeuten. Ich weiß es nicht. Man darf auf die persische Antwort gespannt sein. Eine amerikanische Basis in Jordanien scheint vorgestern Nacht schwer getroffen worden zu sein. Alle Raketen abgefangen? Die Luftbilder lassen Zweifel aufkommen.
1. September 2026
Im Wahlprogramm der AfD in Anhalt lese ich die Forderung nach einer Amnestie für die Corona-Verurteilten. Das zeigt in die richtige Richtung, doch man vergebe mir die Nörgelei: Amnestie wird benutzt, um die zu recht Gemaßregelten aus der Verfolgung zu befreien, weil deren Notwendigkeit sich erledigt hat. Hier jedoch geht es darum, das Justiz-Unrecht der Merkel-Diktatur aufzuheben. Es geht bei Lichte betrachtet um Wiedergutmachung. Ich weiß schon, jetzt werden Hunderte von Juristen, die sich mit der Exekutierung von offensichtlichem Unrecht besudelt haben, die Backen aufblasen und empört „Wo bleibt denn da der Rechtsstaat ?“ in die Manege rufen.
Wahlen (2): Fritz der Kanzler wird gestern in Kühlungsborn mit Marjes und Pfiffen empfangen und muss das Mengenbad abbrechen. Fazit: Er kann es nicht. Nicht mal das, nachdem er sich vorgestern ruppig an einer unzufriedenen Kinderärztin abgearbeitet hatte. Auf seine Beliebtheitswerte gebe ich nicht viel. Mir genügt es hinzuhören. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten 20 Jahren über jemanden soviel Witze und Schmähworte gehört zu haben.
Wahlen (3): Mainstream versucht tagtäglich, den Leuten das AfD-Wählen auszureden, weil es ohnedies keinen Zweck habe. Kein Mensch kann sagen, in welche Richtung diese Art der Propaganda wirken wird.
Partnerwahl: Zum G-20 der Finanzminister ist diesmal vom Gastgeber USA auch der Russe wieder geladen. Hatte der US-Finanzjongleur Bessent nicht in der vergangenen Woche den Nichtunterstützerstaaten den Dollar-Tod angekündigt? Ich nehme an, seine Leute haben heimlich nachgerechnet, was das für die USA bedeutet.
31. August 2026
Der Herr der Welt in einer neuen Selbstdarstellung. Zweifelt noch wer an seinem Verstand? Besser: zweifelt noch wer nicht?
Der Herr der Welt (2): Heute Nacht greifen US-Luftstreitkräfte eine der Inseln in der Straße von Hormus an. Dass der Mann im Weißen Haus nicht bei Verstand ist, sagte ich bereits. Die hiesige Attacke erwähne ich lediglich, weil sie beweist, dass die Straße von Hormus entgegen den Worten des Don nicht frei befahrbar ist und – wichtiger noch – in sofern folgenschwer ist, weil der Iran zurückschlagen wird. Dann werden wieder alle hierzulande aufjaulen.
Der Herr der Welt (3): Der Mega-Deal, den der Don mit Venezuela verkündet hat, betrifft ein Phantom. Alle namhaften US-Öl-Giganten haben erst mal abgewunken. Auch ist das Venezuela-Öl keineswegs geeignet, um die Diesel- und Kerosin-Lücke zu schließen. US-Medien, die noch nicht der Voll-Verblödung anheim gefallen sind, schütteln nur mit dem Kopf.
Ostfront: Man muss kein Freund des russischen Kriegstuns sein um festzustellen, dass die Rache für die 40-Tage-Offensive Kiews ins russische Hinterland hinein schrecklich ist, und sie ist aller Wahrscheinlichkeit wirksam in dem Sinne, dass die ukrainischen Nachschubbasen irreparabel geschädigt werden. Die gestrige Zerstörung eines großen Munitionsdepots bei Kiew gibt hierzu Auskunft. Es sollen sich dort die soeben angelieferten Patriot-Raketen zur Raketenabwehr befunden haben. Ich weiß nicht, ob das stimmt, andere Quellen sprechen von den dort gelagerten oder montierten Flamingo-Offensiv-Raketen.
Ostfront (2): Das russische Verteidigungsministerium kündigte gestern offen an, man werde nunmehr die Energie-Infrastruktur der Ukraine zerstören. Ich besitze nach den Tag-für-Tag-Angriffen der letzten 2 Wochen genügend viel Phantasie, um mir vorzustellen, dass diese Ankündigung wahr gemacht wird. Zum ersten Mal in diesem Krieg erwähnt die russische Seite, es sei das Ziel, die Bevölkerung von der jetzigen Führung zu trennen. Es handelt sich bei dieser Ansage um eine 1 zu 1-Kopie der ukrainischen Propaganda der 40-Tage-Offensive dieses Sommers.
Ostfront (3): Ob sich die Moral in Kiew auflöst, ist umstritten. Etliche ukrainische Quellen behaupten dies. Es sollen 90 Prozent der Warenhäuser in Kiew zerstört worden sein. Die einschlägigen Luftangriffe wurden mit Geran-Drohnen durchgeführt. Fachleute streiten darüber, ob diese strahlgetriebenen Stahlflugkörper noch Drohnen oder bereits Marschflugkörper seien. Ich halte derartige Debatten für einen Streit um Kaisers Bart. Entscheidend ist: Sie sind offenbar in Massen vorhanden, und sie werden zielgerichtet eingesetzt, ohne auf wirksame Abwehr zu stoßen. Nicht einmal die ukrainische Propaganda behauptet das Gegenteil.
Ostfront (4): Der zentrale Mann im ukrainischen Kriegsapparat, Kirill Bulatow, bestätigt vor laufender Kamera, dass es derzeit ausgeschlossen sei, mit Russland Waffenstillstands-Vereinbarungen zu treffen. Er sagt, er habe es selbst ganz vergeblich versucht. Die Antwort sei: derzeit nicht. Ich folgere: Der Russe bringt die Kampagne jetzt mit Gewalt zu Ende.
30. August 2026
Jetzt wird es ernst: Fritz der Kanzler will Russland für den Drohnenfund von Leipzig öffentlich verantwortlich machen und – wie Bild schwurbelt – „nationale Maßnahmen“ vorbereiten. Ich übersetze mal ins Klardeutsche: Deutschland soll an der Seite der Ukraine in den Krieg gegen Russland ziehen. Falls das zutrifft, stellt sich nicht nur die Frage, ob der Mann noch bei Trost ist, sondern viel schärfer noch, wie man ihn an solchem Tun hindern kann.
Kriegsgeschrei (2): Selbst bei der Amerika-Amerika-Fraktion von Tichy setzt so etwas wie Besinnung ein. Eine Flut von Briefen lässt keinen Zweifel, was die Leserschaft zu dieser Causa denkt. Jetzt tritt dort das Problem des deutschen Michel offen zutage: Dem Denken muss jetzt Handeln folgen. Noch tröstet man sich mit dem Hinweis, dass der Ankündigungskanzler in den anderthalb Jahren seiner Herrschaft bislang stets zurückgerudert ist. Aber ausgerechnet in diesem Fall möchte ich mich darauf nicht verlassen.
Kriegsgeschrei (3): Während dies in Berlin stattfindet, greift die Ukraine gestern türkische Handelsschiffe mit Drohnen im Schwarzen Meer an. Ankara bestellt umgehend den ukrainischen Botschafter ein. Meine Phantasie reicht weit genug, dass man dem Mann unmissverständlich mit Gewaltanwendung droht, zum Beispiel mit der türkischen Nato-Mitgliedschaft. Zu wünschen wäre es in diesem Fall wenigstens.
Kriegsgeschrei (4): Die Straße von Hormus ist offen, so der Don. Die Araber von al Jaseera sehen das anders. Deren Skizze – falls die mitgeteilten Fakten stimmen – sagt mehr als eine ausführliche Geschichte des gegenwärtigen Krieges.
29. August 2026
Nach drei Tagen Abstandnehmen schälen sich die Konturen schärfer heraus. Die Öl-Nachschublage muss in den USA wirklich prekär sein, sonst gäbe es diese Behauptungen aus dem Weißen Haus nicht, man verhandle jetzt mit Venezuela um deren Exporte. Bisher waren wir das Motto gewohnt: Was wir nicht kriegen, nehmen wir uns im Zweifel mit Gewalt. Irgendwas muss da im Moment klemmen. Ich habe noch nicht herausgefunden, was das ist.
Prekär (2): Das Dekret der flächendeckenden Bestrafung von Abweichlern der totalen Iran-Sanktionspolitik löst sich ins Nichts auf. Die USA stehen allein da. Das bitterböse Canada setzt noch eins drauf und bremst den üblichen Öl-Export in die USA, nachdem der Don mit dem Zoll-Hammer gefuchtelt hat. Jetzt greift er zur Gegen-Attacke. In concreto: er nennt den See von Ontario in Lake America um. Toll, ich bin beeindruckt.
Prekär (3): Das Rätselraten um die tatsächliche Lage in der Straße von Hormus dauert an. Während der Don hartnäckig behauptet, die Straße sei offen, wird selbst unter der allerwohlwollensten Zählweise nur ein verschwindender Anteil der vor dem Krieg üblichen Öl-Durchfuhr erreicht. Dieses kommt, von den Iranern durchgelassen, bevorzugt aus dem Irak und reist sodann nach China weiter.
Prekär (4): Andy aus London hat in Kiew Lieferung und Vorort-Montage der Storm Shadow-Mittelstrecken-Raketen in öffentlicher Rede zugesagt. Reaktion aus Moskau: Wir werden uns nicht scheuen, die Hersteller, egal, wo sie sich befinden, anzugreifen und auszulöschen. Man sollte das ernst nehmen.
Prekär (5): Die üblichen Verdächtigen, die jetzt mit der Beistandsverpflichtung nach Art. 5 des Nato-Vertrages wedeln, sollten wenigstens zur Kenntnis genommen haben, dass das Bündnis (einschließlich der USA) seine Raketenabwehr-Raketen bis auf einen verschwindenden Rest (man spricht von 5 % des Vorkriegsbestandes) in den beiden aktuellen Kriegen verschossen, bzw. durch die Ukraine zum Verschießen weitergegeben haben.
Prekär (6): Am Aus der Raketenabwehr kann es angesichts des derzeitigen Kriegsgeschehens in der Ukraine keinen gescheiten Zweifel geben. Das Land ist schutzlos dem täglichen Dauerbeschuss ausgesetzt. Eine vorsichtige Prognose: Bis zum Jahesende ist Schluss und zwar zu russischen Bedingungen.
Prekär (7): Was unter diesen Bedingungen der CIA-Direktor in Moskau gewollt hat, bleibt rätselhaft. Zwar ist sich Mainstream einig, dass er den Russen gedroht hat. Derartige Meldungen sind angesichts der Kriegslage und der Schwäche der US-Streitkräfte nicht einmal als Satire geeignet. Nur Fritz der Kanzler und sein Außenzwerg scheinen dergleichen ernstzunehmen, aber die fallen schließlich auch unter die Rubrik Realsatire.
Irritierend: Mario Voigt bleibt Neuer König in Norwegen (so jedenfalls die Kurzmeldungen der Epoch Times-Deutschlandausgabe von gestern).
26. August 2026
Die Weltmacht spricht: Seit gestern durch den heimlich mit einem Riesentransporter der US Air Force nach Moskau eingereisten CIA-Boss. Ich weiß nicht, was er da will, Kreml-Peskow weiß es auch nicht. Sagt er.
Die Weltmacht spricht (2): Scott Bessent, der offizielle US-Finanzjongleur ist offenbar in die Liga der Zurückruderer eingetreten. Der großmäulig am Wochenende angekündigte D-Day (sprich: Diedähj) sei nur ein Warnschuss für alle Teheran-Unterstützer gewesen. Vielleicht hat ihm einer gesagt, dass der Dollar-Entzug für Russland kein Problem sei, nachdem man das Land bereits im Jahre 2002 (!) damit überzogen hat (Erinnert sich hier im Wertewesten noch wer daran?). Für China indessen nur ein halbes Problem, doch wenn die Chinesen tabula rasa machen, für die USA ein ganzes.
Die Weltmacht spricht (3): Die Straße von Hormus minenfrei, sagt der Don. Kaum hat er den Satz raus, brennt vor Ort ein Tanker ab, der ohne Genehmigung des Iran dort segelte.
Ostfront: Der Russe nimmt unbeirrt Dorf um Dort auf dem Weg zur Besetzung des Donbass in den noch unter ukrainischer Kontrolle verbliebenen Resten im westlichen Teil des Oblasts Donjezk. Von Norden her dringen russische Einheiten in die Bezirke von Sumy und Charkow vor.
Ostfront (2): Nach ukrainischer offizieller Lesart ist der Staat restlos pleite. Ich kann schlecht beurteilen, ob das der nächste propagandistische Gag ist, um die Europäer zu noch größeren Geldgeschenken zu veranlassen. Jedenfalls rächt sich die immens teure Drohnenoffensive der letzten Wochen in die Tiefe Russlands hinein, die im Westen als der großeSieg verkauft wurde. Über die Wirksamkeit der hierbei angerichteten Schäden besteht viel Streit. Klar ist nur, Russland ist ganz offensichtlich nicht zusammengebrochen, sondern hat sich auf erschreckende Weise mit Luftangriffen gerächt. Eine irgendwie wirksame Luftabwehr besteht augenscheinlich nicht mehr.
Ostfront (3): Die russischen Angriffe gegen zivile Ziele und die Blockade der Schwarzmeerhäfen haben vermutlich die ukrainische Wirtschaft und Gesellschaft schwer geschädigt. Diese deutliche Abweichung vom ursprünglichen russischen Vorgehen wird es den späteren Siegern auf viele Jahre hinaus unmöglich machen, mit den in der Ukraine lebenden Völkerschaften zu einem dann wieder friedlichen Auskommen zu gelangen. Das russische Vorgehen ist jetzt eindeutig auf einen militärischen Sieg gerichtet. Das heißt u.a.: Einverleibung des Gebiets von Kleinrussland, einschließlich der Häfen von Odessa und Nikolajew, und das Installieren einer für Moskau akzeptablen Regierung in der Rest-Ukraine sowie – vermutlich – Abtretung von deren Westprovinzen an Polen.
25. August 2026
Verdient festgehalten zu werden: Heute ist der Tag 1 des vom US-Finanzminister in der Nacht ausgerufenen totalen Handelskrieges gegen den Iran und alle, die sich der US-Ansage nicht beugen. Weiß der Mann, wovon er redet? Z.B. von China, Russland, Pakistan, die sich garantiert nicht an amerikanische Sanktionen halten werden, und vermutlich viele andere, die sich noch nicht geäußert haben. Was wollen die US-Boys tun, um die Boykotts durchzusetzen? Die Seeblockade der persischen Küste ist nichts Neues. Ob sie funktioniert, gilt als umstritten. Der Warenstrom über die persisch-pakistanische Grenze ist dadurch ebensowenig zu stoppen, wie der Richtung Russland über das Kaspische Meer und der Richtung China über die mittlerweile fertige mittelasiatische Eisenbahn. Was für den Export aus Persien gilt, gilt erst recht für Unterstützungshandlungen nach Persien hinein.
Handelskrieg (2): Das erklärte Ziel ist die Kapitulation Persiens, ins Klardeutsch übersetzt: die Öffnung der Straße von Hormus. Wäre sie, wie vom Don in den vergangenen Tagen behauptet, offen, wäre der Kriegszweck erreicht, bevor die Blockade überhaupt noch begonnen hat. Nun ist es aber höchstwahrscheinlich so, dass Wort und Wirklichkeit nicht zusammenpassen. Wenigstens behaupten das diejenigen, die die Schiffs-Tracking-Daten auswerten.
Handelskrieg (3): Lustig ist, was ich auf Tichys Einblick zu dieser Causa lese. Fritz Goergen lässt seine Leser wissen, der Don habe den Flaschenhals von Hormus erweitert. Auf dessen südliche Route (an der Omanischen Seite) würden die Schiffe im Hunderterpack vorbeisegeln. Das riecht nach kritikloser Übernahme von amerikanischer Desinformation.
Handelskrieg (4): Die Golfanrainer-Staaten geraten durch die Doppelblockade zunehmend in eine Schieflage in Richtung Wirtschaftskollaps. Der Iran hat ihnen angedroht, wenn sie sich an den jüngsten US-Maßnahmen beteiligen, wird man ihnen die Öl-, Gas- und Frischwasser-Infrastruktur zerstören. Ich nehme an, wir werden in der jetzt kommenden Woche die ersten handfesten Hinweise erhalten, dass dies ernst gemeint ist. Die Dortigen wissen bereits, dass die US-Schutzmacht vor Ort nicht mehr da ist.
Handelskrieg (5): In den letzten Tagen entwickelt sich ein Verteidigugsbündnis von Saudi Arabien, Pakistan und der Türkei. Zunächst scheint es als eine Art Interessenverbund angelegt zu sein – ohne direkte Eingreifverpflichtungen. Die Sache ist eindeutig Anti-Amerikanisch und Anti-Israelisch. Zur Überraschung der übrigen Welt hat sich gestern Bangladesch dem angeschlossen. Damit wird das Anti um Indien erweitert, das genau zwischen Pakistan und Bangladesch liegt. Das, was dort Fahrt aufnimmt, ist nationalistisch-islamisch in seiner Grundtendenz. Ob das wirklich ernst zu nehmen ist, wird sich zeigen, wenn die ersten gemeinsamen Schritte sichtbar werden.
24. August 2026
Kannste dir nich ausdenken: Fritz der Kanzler schiebt den Waldbrand im Hürtgenwald auf das Klima. Die Kripo ist anderer Ansicht und richtet ein Meldeportal für Zeugen der Bandstiftung ein.
Kannste dir nich ausdenken (2):
Kannste dir nich ausdenken (3):
22. August 2026
Verwirrendes ist von den Kriegsschauplätzen zu melden. Die Behauptung des Don, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus unter amerikanischer Anleitung nahe der Küste von Oman wieder ungehindert stattfinde, begegnet insofern Bedenken, als dort zugleich ein Schiff durch persische Raketen in Brand geschossen wurde und, ebenfalls zeitgleich, der US-Finanzminister Bessent ultimative, nie dagewesene Sanktionen zum Beginn der kommenden Woche ankündigte, die den Iran in die Knie zwingen würden. Was mag das sein und warum, wo doch alles nach Amerikas Wunsch läuft? Aus Teheran verlautet wie gewohnt, dass man auf die US-Vasallen in nie dagewesener Weise draufklotzen werde.
Krieg (2): Das Töten im Libanon und im Gazastreifen geht weiter. Immerhin hat sich der US-Botschafter in Jerusalem, an dessen zionistischer Grundhaltung es bislang keinen Zweifel gab, dazu aufgerafft, die Israeli möchten doch derzeit das Töten von Palästensers auf der Westbank durch sogenannte Siedler unterbinden. Die einschlägigen Bilder machen sich in den USA derzeit nicht besonders gut. Dort ist der Wahlkampf der Zwischenwahlen mit Macht entbrannt.
Krieg (3): Die Experten streiten darüber, wann genau die Ukraine zusammenbrechen wird. Der Streit ist nichts Neues, alle bisherigen Prognosen waren falsch. Letzte Nacht fanden wieder ruppige Luftangriffe mit Schwerpunkt auf die ukrainische Hauptstadt statt. Das hatte sich der kleine Mann aus Kiew vermutlich nicht träumen lassen, dass seine 40-Tage-Drohnenoffensive gegen das russische Hinterland solche Folgen auslösen würde. Man munkelt, dass die Meinungsverschiedenheiten hierüber der Grund für die Ablösung des angeblich überaus beliebten jungen Verteidigungsministers Fjodorow (Fedorov) gewesen seien. Das ist kaum zu glauben. Für wahrscheinlicher halte ich macht-interne Eifersüchteleien.
Krieg (4): Selbst Spezialisten kommen kaum noch nach, was genau sich wo am Frontbogen bewegt. Fest steht nur, dass dort jeden Tag gekämpft und gestorben wird. (Die Lagekarte von Nima Alkhorshid erscheint mir realistisch). Für kriegsentscheidend halte ich die russische Seeblockade von Odessa, von der anzunehmen ist, dass sie tatsächlich stattfindet. Daneben lese ich erstmals Nachrichten über russische Kommandoaktionen im ukrainischen Kernland, die der gezielten Vernichtung von Lokomotiven dienen. Die Loks sind aus russischer Sicht sicher ein lohnenderes Ziel als das Schienennetz, das, wie die Erfahrung der letzten Kriegsjahre lehrt, in überschaubarer Zeit geflickt werden kann. Für die Breitspurlokomotiven gibt es auf dem europäischen Markt keinen Ersatz.
Mal was schönes: Hätte ich sie vor drei Wochen auf der Bregenzer Seebühne gesehen, wäre mir die Voralbergerin Anahita Pasdar sicher aufgefallen. Jetzt nach Zeitungslektüre frage ich mich, an welchen Stellen sie – von mir unbemerkt – in das musikalische Geschehen von La Traviata mit der elektronischen Orgel eingriff. Das Nichtbemerken tut allerdings dem grandiosen Ereignis keinerlei Abbruch. Noch nach Ende der Vorstellung, d.h. nach 23 Uhr, standen die Leute in der lauen Sommernacht Stunden auf dem Vorplatz und wollte nicht nach Hause gehen.
Schön (2) (zumindest halb-schön) ist zu beobachten, wie es ist, wenn ein wichtiger Mann seine Reputation unrettbar verliert, das heißt, er kann machen, was er will, es wirkt immer gegen ihn. Das geschieht derzeit beim Doktor Voigt, der bekanntlich dem hiesigen Ländchen vorsteht. Jetzt hat er sich auf ein Schaukelpferd gesetzt. Das ist zum Schreien komisch, obwohl es kaum so gemeint war. Ich bin sicher, er wird uns noch auf Jahre hinaus mit seiner Komik erfreuen, denn, egal wo er auftritt, es lachen die Leute. Kommende Woche soll der missglückte Akademiker sich einem Misstrauensvotum stellen. Die oppositionelle AfD täte gut daran. das Plüschpferd als Gegenkandidaten zu nominieren.
Schön (3), wenigstens für mich ist das Gefühl wohliger Leere, das sich in mir ausbreitet, nachdem ich heute Nacht die Druckfahnen von
Mein Abendland Wegweiser durch das Labyrinth von Weltherrschaft, Realpolitik und Größenwahn
zum Druck freigegeben habe. Auch nachdem ich den Text um mehrere hundert Seiten gekürzt habe, sind es immer noch ziemlich viele. Genau 400. Was da drinsteht? Nun, das hier: Eine große Zahl unerbittlicher Gegner versucht, unser Land, seine Lebensart und das Wohlergehen seiner Bevölkerung irreparabel zu beschädigen. Die Angreifer werden durch Weltherrschaftswahn, Geldgier oder religiöse Zwangsvorstellungen vorangetrieben. Eine Clique von korrupten Politikern und Publizisten unterstützt seit Jahren dieses zerstörerische Tun. Im vorliegenden Buch werden die Beteiligten beim Namen genannt, ihre Methoden aufgedeckt und die Chancen, sie unschädlich zu machen, beschrieben.
20. August 2026
Wort und Widerwort: Der Don kündigt einen noch nie dagewesenen Wirtschaftskrieg gegen Persien an, wenn dieses nicht augenblicklich die weiße Flagge hisse. Die Vernichtung werde auch alle Staaten treffen, die es wagen würden, mit dem Feind weiterhin wirtschaftliche Beziehungen zu unterhalten.
Wort und Widerwort (2): Der iranische Parlamentspräsident antwortet unverzüglich: Wenn die USA nicht binnen zwei oder dreier Wochen die persischen Forderungen erfüllten, als da sind: Abzug aus der Region, Freigabe des Libanon, Rückgabe der beschlagnahmten Vermögenswerte, Aufhebung der Küstenblockade und aller Sanktionen, werde der Krieg militärisch in bislang noch nie gesehener Härte weitergehen.
Wort und Widerwort (3): Das, was man hört, sind Ansprachen ans jeweils eigene Publikum. Beide Seiten wissen, dass ihre Forderung ins Leere gehen. Dennoch bleibt das Faktum, dass der Rückgriff auf Gewalt wieder in den Bereich des Wahrscheinlichen rückt.
Wort und Widerwort (4): Putin hat den Briten als den wahren Verursachern des massiven Drohnenangriffs auf Moskau vom vergangenen Wochenende Konsequenzen angedroht.
Wort und Widerwort (5): Der neue Mann an der Spitze des Vereinigten Königreichs – seinen Namen habe ich mir immer noch nicht gemerkt – hat nicht etwa die Verursachung dementieren lassen, sondern öffentlich angemerkt, dass es sich um Großbritanniens gutes Recht handele, die Waffenbrüder in Kiew wirksam zu unterstützen.
Wort und Widerwort (6): Es sieht ganz so aus, als solle Putin gezwungen werden, Gewalt anzuwenden, wenn er sich nicht unglaubwürdig machen will. Ein solches Vorgehen entspräche einem seit Jahrhunderten eingeübten britischen Vorgehen, das sich primär darauf stützt, dass andere das allfällige Kämpfen übernehmen müssen. Doch wer soll das diesmal sein? – Ich fürchte, man unterschätzt die russische Geduld, auf einen günstigen Zeitpunkt zum Zuschlagen zu warten. Eine Art Emser Depesche wie zu Zeiten von Bismarck selig, als sich die großmäuligen Franzosen gegenüber Preußen selbst in ein psychologisches Abseits begeben hatten, so dass alle Welt gegen die preußische Gewalt nichts einzuwenden wusste. Wie der geschichtsbewanderte Putin sicher weiß, kann man diese Situation mit etwas Raffinesse selbst erzeugen. Es sieht ganz so aus, als braue sich hier etwas zusammen. Das Kommando-Unternehmen von russischen Speznaz-Kräften im Raum Odessa mit der Zielsetzung, Gefangene zu machen, ordne ich hier ein, denn es sollen sich unter den Weggeschleppten etliche Nato-Offizier befinden.
19. August 2026
Ehrlich gestanden, von dem Ort Hutthurm hatte ich bis heute Morgen noch nie gehört. Die Marktgemeine liegt vor den Toren von Passau. Hier werden von der Firma Donaustahl Kriegswaffen entwickelt und hergestellt. Sie werden sodann Richtung Osten exportiert, um dort Russen zu töten. Ich mache mir Gedanken, ob das der Obrigkeit bekannt ist, denn wir haben ein Kriegswaffen-Kontrollgesetz, mit dessen Hilfe genau das verhindert werden soll. Ich frage mich, was die Bewohner dieses fortschritts- und weltoffenen Ortes wohl sagen mögen (falls sie dann noch zu Wort kommen), wenn eine russische Oreschnik-Rakete mit ihren 6 x 6 Sprengköpfen, die mit 5 km/sek anfliegen, diesem Treiben ein Ende setzt.
Hutthurm (2): Ich hätte von alledem nichts mitgekriegt, wenn deutsche Sicherheitsbehörden, die offenbar von diesem Treiben wissen, den Eigentümer von Donaustahl nicht für akut tötungs-gefährdet halten würden. Dem Putin seine GRU (das ist der russische Militärgeheimdienst) habe es auf sein Leben abgesehen. Der Name dieses 39 Jahre alten Kriegsgewinnlers lautet Stefan Thumann.
Im Nahen Osten wird der Krieg weitergehen. Die vereinbarte und ohnedies nicht eingehaltene 60tägige Waffenruhe ging am Montag zu Ende. Wie es konkret weitergehen wird? Ich sehe mir als Denkauffrischung die Gesichter der beteiligten Kommandeure an. Zum Beispiel den Oberbefehlshaber der persischen Streitkräfte, Amir Hatami. Er macht nicht den Eindruck, als würde er die Lage nicht überblicken. Vielleicht ein Vorurteil von mir, weil mir das Verhalten seiner Armee seit Kriegsbeginn durch den Kopf geht. Jetzt wird er in der Westpresse so zitiert, dass er auf das Töten von US-Soldaten Kopfgelder ausgesetzt habe.
18. August 2026
Die Bundeswehr feiert ein personelles 13-Jahres-Hoch mit 186.700 Soldaten. Von denen wurden im Juli 15.000 neu eingestellt. Seltsame Messgrößen sind das.
Soldaten (2): Im Ukraine- und Nahostkonflikt geht das Töten weiter. Am Wochenende flogen Hunderte von Drohnen Richtung Moskau und eine unbekannte Vielzahl nach Kiew und in andere Großstädte. Die israelische Armee meldet die siegreiche Ermordung von Palästinensern im Libanon, selbstredend lauter Terroristen-Chefs nebst Umfeldpersonen, die unvorsichtiger Weise im Wege standen. Derweil kündigt der Don dem Oman Bomben an, falls er sich wirklich zum Nachteil der Freien Welt mit dem Iran verbündet, was die Durchfahrt durch die Straße von Hormus anlangt. Und der Jemen beschießt munter saudische Schiffe im Ausgang des Roten Meeres. Also alles in allem nichts Neues.
Die niedersächsischen Verwaltungsgerichte bestätigen die Aberkennung des passiven Wahlrechts für AfD-Kandidaten. Die offensichtlich verfassungswidrige einschlägige Norm des Kommunalrechts, die unter keinem Gesichtspunkt mit dem Parteienprivileg des Art. 21 GG vereinbar ist (wonach nur das Bundesverfassungsgericht Parteien die Mitwirkung an der politischen Willensbildung verwehren kann), bereitet ihnen offenbar keine Probleme. Erlaubt ist, was gefällt. Man verlässt sich darauf, dass das Wahlvolk dergleichen schluckt, ohne den Machthabern die Scheiben einzuschmeißen. Ich würde mich allerdings nicht darauf verlassen, dass dies so bleibt.
Die Häme gegen den Spiegel hält an. Heute Morgen entnehme ich das hier der Zellerzeitung.
17. August 2026
Sex sells: Das Gespräch bei Tisch kommt auf ein Literatur-Genre, das mir bis dato vollkommen unbekannt war. Junge Frauen schreiben Millionen-Seller, deren Inhalt die Verherrlichung von sexueller Gewalt gegen junge Frauen ist. Ich bin zunächst sprachlos, dann dämmert es mir, dass dies womöglich die Reaktion auf nunmehr seit Jahrzehnten andauernde feminine Erziehung ist, die nicht nur den Unterschied zwischen Mädchen und Jungen zu beseitigen, sondern schlimmer noch Jungen zu Mädchen zu erziehen trachtete. – Wohlgemerkt, wir sprechen über diese Sache, aber keiner hat eines dieser Bücher gelesen, geschweige denn, eins bei der Hand. Mir graust der Gedanke, mir einen eigenen Eindruck verschaffen zu sollen.
Abwege (2): Die Illustrierte Der Spiegel macht ihren jüngsten Titel mit der Aufschrift „Der gefährlichste Mann Deutschlands“ auf und bildet dazu den AfD-Wahlkämpfer aus Sachsen-Anhalt ab. Der verteilt signierte Exemplare der Postille an seine Fans. – Man sieht, die gegenwärtige um sich greifende Verwirrung ist nicht auf pubertierende und spätpubertierende Mädchen beschränkt, sondern hat sich auch im Lager sogenannter Qualitäts-Journalisten fest eingenistet.
Abwege (3): Als sich die Prälaten von Unsererdemokratie entschlossen, ihre Konkurrenten mit den Prädikat gesichert rechtsextrem zu diffamieren, dauerte deren Erschrecken eine Weile lang an. Jetzt ist es dem Hohn gewichen.
15. August 2026
Es liegt zwar schon einige Jahre zurück, aber die Gläubigen auf Reichenau sind sich sicher, dass gestern Maria zum Himmel gefahren ist, und tragen deswegen ihre Statuen im Freien herum. Sie sind sehr hübsch anzusehen (die Marien) und wecken wie stets, wenn sie im Zusammenhang mit den Gläubigen zu sehen sind, Zweifel, dass es sich beim Christentum um eine Eingott-Religion handelt, selbst wenn man sich über die Klippe Vater-Sohn-und-heiliger-Geist hinweg argumentiert. Das Anbeten einer Holzfigur hat etwas Archaisches – erst recht, wenn sie hübsch ist, wie die in Reichenau.
Reichenau (2): Lokalpatrioten behaupten hartnäckig, der Ort sei eine Insel im Bodensee. Dem Reisenden erschließt sich dies nicht, wenn er mit dem Auto aus Richtung Konstanz anreist. Er benutzt trockenen Reifens eine Straße, die von drei Reihen alter Pappeln gesäumt ist. Sie macht aus dem Ort eine Halbinsel.
In Bodman besuche ich den Skulpturengarten des Bildhauers Peter Lenk. Das ist der, der den Konstanzern die monumentale, tonnenschwere Weibsperson auf die Mole der Hafeneinfahrt stellte. Er spricht zwei Stunden im Sonnenschein auf mich ein, umstanden von seinen riesigen Skulpturen. Man kann das alles in Ruhe betrachten und photographieren, nur ihn selber nicht.
14. August 2026
Wenn man (trotz anhaltender Hitze) die Bodenseeinsel Reichenau durchstreift, stellt man erfreut fest, dass die Zahl der ebenfalls vor Ort befindlichen Touristen überschaubar ist. Dafür unterliegen die drei Hauptattraktionen lästigen Beschränkungen durch minimale Eintrittszeiten und sorgsame Park-Beschränkungen. Doch wenn man hartnäckig ist, so wie ich, bieten die drei Kirchen lohnende Einblicke in die deutsche Frühgeschichte. Ich lerne, auf diesem paradiesischen Eiland wussten Kirchenfürsten ab 700 gut und gerne zu leben. An ihrem Wohlstand kann es keinen Zweifel geben, denn sie waren in der Lage, im Jahrhundert-Takt die Pracht ihrer Gotteshäuser neu zu gestalten. Das Um- und Überbauen der gotischen Grundstrukturen finde ich schade. Zum Glück hatte die weltliche Bedeutung dieser Kirchen-Herrscher stark nachgelassen, als Barock und erst recht das Rokoko auf dem architektonischen Speisezettel standen. – Dass der Abt von Reichenau gegen Ende der Herrschaft von Karl dem Großen als dessen Botschafter in Byzanz war, um dort Karls Gleichrangigkeit mit Ost-Rom erfolgreich zu verhandeln, will ich wenigstens erwähnt haben. Er wird nicht geahnt haben, was das weltgeschichtlich einmal bedeuten würde.
Kirchen (2): In der Stadtkirche von Stein am Rhein (in der nahegelegenen Schweiz) finde ich nicht ein einziges christliches Symbol: kein Kreuz, kein Christus und schon gar keine Maria. So radikal aufgeräumt durch die sog. Reformierten habe ich noch keine Kirche vorgefunden. Ich zögere einen Moment, ob sie überhaupt noch in Betrieb ist. Dochdoch, ist sie, es liegen Gesangbücher herum. In der Kirche ist es angenehm still, vermutlich weil es das Gewohnte nicht zu sehen gibt. Vor den Türen flutet der Sommertourist vorbei.
13. August 2026
Vice Vance macht gestern eine Ansage an den kleinen Mann aus Kiew. Er möge per sofort damit aufhören, Tanker im Schwarzen Meer zu versenken, denn auf diesen befinde sich kasachisches Öl für das große und gute Amerika. Bleibt hinzuzufügen, dass es so einer Drohne, selbst falls made in USA, ganz egal ist, ob sie Dinge zerstört, die für ihren Sponsor bestimmt sind. Den Kriegshelden in Kiew offenbar auch, so dass sie jetzt zur Ordnung gerufen werden mussten.
Schiffeversenken (2): Auf russischer Seite macht man sich ganz ähnliche Gedanken. Putin (in Uniform der russischen Kriegsmarine) machte gestern in Fernost eine Ansage an die Europäer: Das Versenken russischer Handelsschiffe durch diese werde unverzüglich zu russischen Vergeltungsmaßnahmen führen – ganz gleich, wo sich deren Schiffe befänden. Wir dürfen gespannt sein.
Während also der US-Vice seine Besorgnisse über den Krieg im Schwarzen Meer äußert, greifen seine Luftstreitkräfte gestern den Jemen an. Das Pentagon meldet nicht ohne Stolz den Erfolg: 153 Zivilisten getötet und 247 verletzt. – Woher mögen diese Zahlen stammen? Vor allem aber: Was sollen sie bewirken?
12. August 2026
Die Jemeniten machen tatsächlich ernst an ihrer Meerenge des Roten Meeres. Gestern wurde wieder ein Frachter beschossen und an der Weiterfahrt gehindert. Das dürfte jetzt in etwas das zehnte Schiff sein. Die Saudis als die im Moment Hauptgeschädigten protestieren und rufen Pakistan, mit dem sie ein Verteidigungsbündnis eingegangen sind, um Hilfe an. Dort jedoch zeigt man sich wenig beeindruckt, wohl wissend, dass das Parteiergreifen in diesem Fall die eigene Stellung im Mittleren Osten untergraben würde.
Nahost (2): Die Angriffe aus dem Jemen waren lange angedroht. Sie sind bei Lichte betrachtet die Retourkutsche für jahrelange saudische Aggressionen gegen den südlichen Nachbarn. Was wir jetzt vorgeführt bekommen, weckt den Verdacht, dass die Prinzen militärisch nicht ernst zu nehmen sind. Hierüber empfinde ich kein Bedauern, denn sie spielten seit Jahrzehnten ihr eigenes Europa-feindliches Spiel, angetrieben von ihrer Mittelalter-Religion.
Nahost (3): Der Don hat heute Nacht angedroht, dass er den Iran finanziell in die Knie zwingen werde. Soso. Seine pensionierte Generalität tönt derweil im US-Fernsehen, es werde Zeit, die militärische Karte auszuspielen. Die Herren erwähnen allerdings nicht, welche sie denn meinen, wo man seit Monaten vergeblich gebombt und geschossen hat. Die Angriffswaffen haben’s nicht gebracht und die Verteidigungswaffen scheinen sich dem Ende zuzuneigen, wenn sie denn überhaupt wirksam waren. Die US-Stützpunkte am Golf und in Jordanien können ein Lied davon singen. – Bleiben nur noch die US-Stützpunkte in Israel und auf hoher See, mindestens 500 Seemeilen von der persischen Küste entfernt. Das heißt in beiden Fällen: Luftangriffe nur mit zweimal Auftanken in der Luft. Das kann ich mir als wirksame Angriffsmethode kaum vorstellen. Und bin offenbar auch nicht der Einzige.
Der Beitrag von Egon W. Kreutzer vom 20. August 2026 beschreibt in lesenswerter Form den Anschlag auf die Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 im September 2022 in der Ostsee südlich von Bornholm:
Es fällt schwer, bei der Hitze einen klaren Gedanken zu fassen. Im Netz lustloser Lektüre bleiben halbseidene Erkenntnisse hängen: Doktor Voigt vergeigt Widerspruchsverfahren gegen die Uni Chemnitz wg. Entzugs des Doktorgrades. Jetzt will er klagen. Muss nur noch ein sächsischer Richter gefunden werden, der ein Einsehen mit diesem hochgeschätzten Politik-Wissenschaftler hat.
Sachsen (2): Die Drohne von Leipzig trägt DNA, die von einem Anschlag aus dem Jahre 2024 bekannt sein soll. Da war eine Verteilungsstelle der Post das Ziel des Terrors. Die Politik schwatzt von einem hybriden Angriff, und vermummte Bundespolizisten umringen pressewirksam den Innenminister.
Sachsen (3): Leser B. teilt mir mit, dass die Plauener bereits am 17. Juni 1953 besonders ungehorsam waren und nicht nur im Herbst 1989. Das sei nachgetragen.
Ostfront: Die Töne aus Kiew klingen eher kleinlaut. Keines der zahlreich anfliegenden Geschosse wurde am Wochenende abgefangen. Sagt zumindest die ukrainische Führung erstmals. Das wollen wir ihr ausnahmsweise einmal glauben.
Raketenabwehr (2): Das Problem ist keineswegs auf den Ukraine-Konflikt beschränkt, sondern ist in den vergangenen Wochen verstänkt in Nahost aufgetaucht, wo es offensichtlich wird, dass die beiden einschlägigen US-Systeme Patriot und THHAD beide nichts taugen, jedenfalls was die Abwehr von ballistischen Raketen aus Russland und dem Iran anbelangt. Höre mir mehrere gut illustrierte Vorträge des amerikanischen Professors Ted Postol vom MIT an, der leicht nachvollziehbar erläutert, warum das mit der Abwehr moderner ballistischer Raketen nicht klappen kann. – Mit meinen Worten: Angriffs- und Abwehrrakete fliegen, wenn überhaupt, mit ca. 5 km/sek. aufeinander zu. Die geringste Seitwärtsbewegung des Angreifers lässt den Verteidiger ins Nichts enteilen. Postol hält aufgrund von zahlreichen ausgewerteten Raketenangriffen aus den letzten Monaten eine Trefferquote von 1 bis 2 Prozent für wahrscheinlich. Das bedeutet: 98 von 100 Raketen erreichen ihr Ziel.
Raketenabwehr (2): Es entbehrt nicht einer traurigen Komik, wenn die US-Regierung jetzt die verstärkte Produktion der bekannten Raketentypen mit großem öffentlichen Radau anschiebt.
9. August 2026
Der Vorschlag des Redners fand breite Zustimmung. Mit anderen Worten: Alle waren froh, dass er endlich zu einem Ende gekommen war.
Manche Dinge ändern sich einfach nicht, oder anders ausgedrückt: nicht so einfach. So die Einwohner von Plauen am Rande Sachsens. Sie gehörten bereits 1989 zum allgemeinen Erstaunen zu den Ersten, die unübersehbar auf die Straße gingen. Gestern sollen es zehntausend gewesen sein. Was sie forderten, könnte Schule machen: Regierung weg, Neuwahlen, Volksentscheide. – Wir nähern uns deutlich der Schwelle, wo es nicht friedlich bleiben wird.
Wenn der Don wie heute Nacht von Einigungen im Nahostkrieg öffentlich schwatzt, so ist das nur insofern halbrichtig, als die USA gestern an zwischen den Persern und dem Nachbarstaat Oman besiegelten Absprachen über die Straße von Hormus nicht beteiligt waren, sondern deren Gegenstand. Als da wäre: Die Straße bleibt geschlossen, bis die USA aus der Gegend abgezogen sind, das persische beschlagnahmte Auslandsvermögen freigegeben und Entschädigung für die Kriegsschäden geleistet worden ist. Was bislang nur persischer Standpunkt war, findet Zustimmung in Oman. Im Gegenzug enthält es eine Beteiligung an der zu erhebenden Maut für die Straßennutzung.
Nahost (2): In ägyptischen Gewässern wurden erstmals Schiffe in Brandt geschossen. Jetzt rätselt man: Wer war das? Anders gefragt: Wem nutzt eine Ausweitung des Konflikts?
8. August 2026
Die Stadt Arbon, auf dem schweizerischen Ufer des Bodensees gelegen, ist tagsüber fast menschenleer. Ich vermute zunächst einen mir unbekannten hiesigen Feiertag, da auch alle Läden zu sind. Bis mich ein Zettel an einem der Schaufenster aufklärt, dass wg. Sommerferien geschlossen sei. Donnerwetter, sollte ich mich im schweizer Geschäftssinn so getäuscht haben?
Da lob ich mir doch Unteruhldingen, am gegenüberliegenden deutschen Ufer gelegen. Parkplatz weit außerhalb – gebührenpflichtig. Anreise zum See runter mit einem Trekker mit 2 Anhängern, Bähnle genannt – gebührenpflichtig. Pfahlbaudorf hinter Gitterzaun, großartiger Eintrittspreis. Ich merke an der Kasse an, dass ich keineswegs beabsichtigen würde, Mitinhaber zu werden. Das wird nicht lustig gefunden. Sodann schlägt die Museumspädagogik über die Pfahlbauern und Pfahlbäuerinnen zu. Auch damit: Man wisse nicht, ob es so war, wie man es sich jetzt vorstelle. Bleibt die Fragen, warum dann diese Häuser, durch die der Besucher (bitte nichts anfassen) geht?
Während ich die imaginären Vorfahren bestaune, tagt in Berlin der Bundes-Sicherheitsrat. Na klar, denn es handelt sich bei der gestrandeten Drohne in Leipzig auf dem Flughafen um einen hybriden Angriff. Aus dem Kreml erfolgt in ungewöhnlicher Geschwindigkeit eine scharfe Abfuhr gegenüber den zur Gewissheit aufgeblasenen Verdächtigungen. – Ich stelle mir die Frage, für wie blöd man die Leute eigentlich hält. Oder anders ausgedrückt: Für wie blöd muss ich die Leute halten, die mit solchen Nicht-Ereignissen öffentlich Politik machen? Komisch ist nur, dass mir sofort passende Gesichter einfallen. Bitte keine Namen.
6. August 2026
An der Bundesstraße am Nordufer des Bodensees liegt unübersehbar zwischen Immenstaad und Friedrichshafen eines der Zentren der deutschen Rüstungsindustrie. Beim Vorbeifahren an den ausgedehnten Liegenschaften von Airbus geht es mir durch den Kopf, dass ich nicht der Einzige bin, der diesen Standort kennt und einschätzt, dass hier Kriegswaffen konzipiert werden könnten, die gegen Russland zum Einsatz gelangen.
Kriegswaffen (2) Immer noch glauben die Leute hierzulande, der böse Putin würde bluffen, wenn er sagt, er werde die Nato-Kriegstreiber an ihren Standorten, egal wo, ins Visier nehmen lassen. Vor drei Tagen hat er Nägel mit Köpfen gemacht, und eine amerikanische Drohnen-Fabrik in Kiew wurde, soweit man hört, dem Erdboden gleichgemacht. Die US-gelenkte Presse schweigt. Was Wunder.
Kriegswaffen (3): Dem kleinen Mann aus Kiew ist inzwischen das Siegesgeschrei im Halse steckengeblieben. Er mault, dass er keine wirksamen Raketenabwehrwaffen besitze. Das klang vor Kurzem noch ganz anders. Da erinnerte er mich an den Luftwaffenchef Herrmann Göring, der tönte, er wolle Meier heißen, wenn es einem feindlichen Flieger jemals gelänge, ins Reichsgebiet einzudringen. Er kam bereits kurz drauf nicht wieder darauf zurück.
Kriegswaffen (4): Ein Dutzend Kilometer weiter auf der Bundesstraße nach Osten liegt der Flughafen von Friedrichshafen. An dessen Rand ein sehenswertes ziemlich neues Museum zur Erinnerung an den Flugzeugbau-Pionier Claude Dornier, der hier vom Bodensee aus ein Luftfahrt-Imperium aufbaute. Hierzu gehörten in beiden Weltkrieges die Impulse durch die militärische Nutzung und auch nach der Zerstörung Deutschlands 1945 der Neuaufstieg aus den Trümmern. Großartige Exponate und eine erfreulich nüchterne Darstellung ohne den heute üblichen moralinen Zeigefinger. Sensationell auch der Übergang von der Luft- zur Raumfahrt. Ich habe gestaunt.
Kriegswaffen (5): Komische Meldung vom Flughaften Leipzig. Drohnenfund mit Semtex-Sprengstoff, aber defektem Zünder. Wer war das? Wir werden es bald wissen, wenn die Experten den Drohnenführerschein (?dem Putin seiner), der sicher am Tatort zurückblieb, gefunden haben werden. Nebenbei: Der tschechische Sprengstoff stammt ebenso aus Sowjetzeiten selig, wie die in ukrainischem Besitz befindlichen Antonow-Transport-Giganten, die dort ihre Heimat gefunden haben, um Kriegsgut nach Osten zu befördern.
5. August 2026
Es gilt der Merksatz: Nur aus der Ferne erscheinen die Dinge klar und eindeutig. Nach nur drei Tagen zeigt es sich nämlich, dass der Konflikt von Ceuta komplizierter ist als am Wochenende angenommen. Geht man etwas näher ran, schält sich die marokkanisch-algerische Langzeit-Fehde aus dem Wüstensand. Jetzt bekam sie neue Nahrung, als Spanien vor Kurzem mit Algerien ein taufrisches Gaslieferungs-Abkommen schloss, dessen Gag es ist, nicht mehr die existente Öl-Pipeline, die über Marokko läuft, zu nutzen. Damit fallen dort zulande wichtige Wegelagerer-Gebühren weg (Wir kennen dieses Phänomen aus Polen und der Ukraine). Summa summarum: ein aktueller Racheakt, jedenfalls vor der Hand.
Ceuta (2): Dass sich die amerikanisch-israelische Allianz bei der Unterstützung des Geschehens auf das Völkerrecht beruft, lockt bestenfalls ein verächtliches Grinsen hervor. Diese Art Völkerrechtler sehen nicht nur ein neues gewinnträchtiges Konfliktfeld, sondern auch die Möglichkeit, an der Meerenge von Gibraltar einen ihnen hörigen Pfosten einzuschlagen. Träumt weiter, Jungs.
Nahost: Heute kommt es, wenn man den großen Reden des US-Finanzministers, Bessent, wenn ich mich nicht irre, glauben will, zu einem tollen US-Iran-Deal. Soso. Vor Ort ist offenbar davon nichts bekannt. Nur eines ist gewiss: Das Morden in Gaza geht weiter. Gestern wurden nach israelischen Angaben dort 16 Palästinenser erschossen.
In Sachsen-Anhalt will Unseredemokratie im letzten Moment vor den Wahlen Anfang September die Fünfprozenthürde kippen, um die SPD weiter parlamentarisch vertreten erscheinen zu lassen. Endlich hat man geschnallt, dass es die kleinen und kleinsten Gruppen sein müssen, die einen AfD-Sieg verhindern können.
4. August 2026
Es lohnt, in der Säulenbasilika von Konstanz eine Weile stillzusitzen, um den Raum einwirken zu lassen. Es ist zu allererst verblüffend, dass die von außen deutlich gotische Kathedrale von innen ganz anders aussieht. Es ist der romanische, Jahrhunderte alte Mittelbau, der mich beeindruckt. Den Ausbruch der Baumeister der beiden Seitenschiffe in die seinerzeit gerade in Mode kommende Gotik nehme ich nur aus den Augenwinkeln wahr. Den erst viel später hinzugekommenen Schnickschnack des Barock oder gar das Klassizismus blende ich, so gut es geht, aus. Wenn ich jetzt für ein paar Minuten den durcheinanderbrüllenden Klerus des Konzils von Konstanz (1414-18) wie einen imaginären Spielfilm einblende, sehe ich den letzten Versuch, in der weltbeherrschenden Christen-Kirche zu retten, was zu retten war. Den aus Böhmen angereisten Jan Hus verurteilten sie unter Bruch des Freien-Geleit-Versprechens zum Tode auf dem Scheiterhaufen, anstatt sich mit seinen Vorschlägen auseinanderzusetzen. Immerhin, sie gewannen 100 Jahre Zeit, dann würden deutsche Denker und Theologen der katholischen Kirche das vor Gedanken schützende Dach wegsprengen.
Hus (2): Die mitten im Kirchenraum aufragende hölzerne Kanzel steht auf einer imposanten Figur, die den alttestamentarischen Kirchenvater Abraham nebst Widder darstellt (unvoreingenommene Betrachter würden vielleicht sagen, das Gesicht sei auf boshafte Weise hebräisch ausgeprägt). Ich erwähne dies, weil es spätere Eiferer nicht daran hinderte, der Statue unter der tumultarisch vorgetragener Behauptung, es handele sich um den Ketzer aus Böhmen, die Nase abzubrechen, was ganz gewiss erheblicher Gewalteinwirkung bedurfte. Heute ziert die Figur eine Ersatznase. Geht man nah genug ran, sieht man das und findet es irgendwie tröstlich, dass es immer schon eifernde Idioten gab.
Seit meinem letzten Aufenthalt in Konstanz (wg. akademischer Eitelkeiten) im Jahre 1982 ist Sehenswertes hinzugekommen, so die auf der Spitze der Hafeneinfahrt stehende tonnenschwere Figur der Prostituierten Imperia, die während des Konzils Kaiser und Papst in der Hand gehabt haben soll. Sie dreht sich nun um sich selbst, dem Betrachter mal die unbekleidete Vorderfront, mal das gewaltige Hinterteil zuwendend. Ich betrachte mit Muße die zu der Dame pilgernden Muselmanen mit ihren verschleierten Frauen und hätte deren Kommentare zu gerne einmal gehört.
Imperia (2): Die Figur (und anderes aus seiner Hand im Bodenseeraum) stammt von Peter Lenk, einem Franken, der sich am Bodensee angesiedelt hat. Beim Betrachten seiner Werke, die auf dreiste Weise lustig sind, geht mir durch den Kopf, dass offenbar jede Zeit ihre Hofnarren ausprägt. Dieser Lenk, so will es mir scheinen, ist der Unsere.
3. August 2026
Es ist wirklich allerliebst, was auf den Blocs der Kinder Gottes so alles zum Ceuta-Konflikt geschrieben steht. Rache für die Nichtteilnahme Spaniens am Iran-Krieg ist nur die kleinste Münze. Aber die größten dortigen Denker, deren realen Einfluss ich nicht abzuschätzen weiß, gehen weit darüber hinaus, indem sie eine aktuelle Chance wittern, das ganze EU-Europa zum Wohle der Koalitionäre aus Tel Aviv und DC aus dem Gleichgewicht zu bringen. Was wollen sie erreichen? Die augenblickliche israelische Auswanderung Richtung Griechenland und Zypern stoppen? Das wäre eine innenpolitische Zielsetzung, denn nichts kann für die Hardliner fataler sein, als wenn ihr eigenes Land durch die Flucht kriegsmüder Juden allmählich leer läuft.
Nahost (2): Wenn ich es richtig deute, so schweigen unsere Israel-Versteher-Medien bänglich stille. Verständlich, denn der Don hat vorgestern verkündet, dass er im Moment das ultimative Bomben Persiens unterbrochen habe, weil Verhandlungen anstünden. Frage mich, mit wem? Nehme an, dass die Saudis Stopp gerufen haben, nachdem, wie man hört, ein Emissär aus Teheran ihnen offengelegt hat, welche leicht zerstörbaren Ziele (Wasser & Öl) es auf ihrem Territorium noch zu treffen gibt. Saudi Arabien ist verletzlich wie kein Zweiter am Golf, und den US-Schutzschirm gibt es dort zulande nicht (mehr), wenn es ihn denn je in realiter gegeben haben sollte.
2. August 2026
Reisen bildet: Östlich der Autobahn bei Rottweil ragt ein dünner grauer Beton-Monsterturm in den schwäbischen Sommerhimmel. Nach unzutreffenden Mutmaßungen über ein Mahnmal für den letzten unbeschnittenen Schwaben, werde ich abends darüber aufgeklärt, dass es sich hier um eine Aufzugsversuchsanlage der Firma Krupp-Thyssen handelt.
Schwaben (2): Bei Böblingen herrscht üppiges Verkehrschaos, verursacht durch eine Autobahn-Baustelle, deren Zweck es offenbar ist, durch eine gewaltige Zigarrenschachtel aus Beton die Autostadt künftig vor dem Autolärm zu schützen. Fragt sich allerdings, ob dann, wenn dieser sehenswerte Bau fertig ist, noch namhafter Autoverkehr in der Gegend herrschen wird. Jetzt allerdings fällt mir ein Überangebot an Mercedes-Automobilen der Panzerkreuzer-Klasse auf. Deren teilverschleierte Insassen werden wohl demnächst auf fliegenden Teppichen vorbeieilen.
Die Invasion des spanischen Ceuta, jener skurrilen Enklave in Marokko, durch Glaubenskinder des Propheten hat zahlreiche Welterklärer auf den Plan gerufen. Am besten haben mir jene gefallen, die das Geschehen für ein Werk aus Tel Aviv halten, um Spanien zu bestrafen, weil es das große und gute Amerika in seinem Krieg für das Existenzrecht Israels nicht unterstützen will. Das klingt ziemlich schräg. Allerdings bin ich vorsichtig geworden, nachdem ich lernen musste, dass die Kriegsauslösung gegen Persien von der für sicher gehaltenen Prognose des Mossad ausgelöst wurde, dass die Ermordung des Führungspersonals von Teheran einen US-freundlichen Aufstand der Perser verursachen werde. – War wohl nix, wie man so sagt.
31. Juli 2026
Die beiden westlichen Kriegs-Haupthelden haben die Show-Bühne in Washington wieder verlassen. Sinn des Parallel-Auftritts von Selenskyj und Netanyahu (Ich stamme in direkter Linie von Moses ab) war die Demonstration für die amerikanische Öffentlichkeit, dass es sich hier um ein großes kriegerisches Gesamtgeschehen handele, in dem das große und gute Amerika zusammenstehen muss. Der kleine Mann aus Kiew bekommt Patriot-Luftabwehr-Raketen zum Selberbasteln, und der Mann aus Tel Aviv die Zusage, dass er sich im Moment nicht aktiv an der Bombardierung des Iran beteiligen muss. Im Gegenzug bläst er Trump die Idee eines großangelegten Hamas-Entwaffnungsplans ein, den dieser heute Nacht verkündet. Weiß man in Teheran auch schon davon?
Ostfront: Das gewaltsame Vorrücken der Russen in mehreren Kesselschlachten geht weiter. Vorletzte Nacht hat ein massiver Luftschlag gegen Kiew und andere Städte bis hin nach Lemberg (im Westen) stattgefunden. Wirklich einschneidend scheint die russische Seeblockade von Odessa zu sein. Dem Vernehmen nach ist der ukrainische Getreide-Export über das Schwarze Meer zum Stillstand gekommen.
Ostfront (2): Putins Ankündigung in dieser Woche, dass der Westen der Ukraine, sprich das Gebiet um Lemberg, auf Dauer nicht ukrainisch bleiben werde, wird man in Polen gerne gehört haben. Mit dem offenen Ausbruch eines ukrainisch-polnischen Krieges ist spätestens dann zu rechnen, wenn man in Berlin und Brüssel mitkriegt, dass die Ukraine-Karte nicht mehr zieht. Aber das kann noch etwas dauern, denn zur Zeit ist man damit beschäftigt, die eigene Industrie weiter zu zerstören.
30. Juli 2026
Fünf Tage Atempause. Kein Internet, kein Radio. Nichts. Frisch geräucherten Wels kennengelert und gegessen. Kaum wieder am Schreibtisch zerstiebt der beruhigende Eindruck in Nichts. Ein muslimischer Straftäter rast in Berlin Tiergarten in die Schwulen-Parade. Ein Toter und zahlreiche Verletzte. Er wird später von der Polizei erschossen – wenigstens das. Ein Richter hatte ihn zuvor contra legem auf freien Fuß setzen lassen. Wendet man auf den schwarzen Mann die Grundsätze seiner Kollegen aus dem Verfahren gegen Schäpe und andere an, stünde er jetzt wegen Teilnahme an einem Mord vor Gericht. Tut er aber nicht, darauf wette ich.
Atempause (2): Der Krieg in Nahost blieb wenige Tage ohne Tote, dann wurde ab Dienstag wieder geschossen. Das offizielle Amerika behauptet, es seien die US-Basen in Nahost völlig überraschend angegriffen worden, und es sei somit nötigt gewesen, heute Nacht zurückzubomben. Ich übersetze mal: Man konnte die iranischen Raketen nicht anfliegen sehen, weil die entsprechenden Radar-Stationen demoliert wurden. Wie man angesichts dieser Überraschung die anfliegenden Raketen alle abwehren konnte, ist allerdings rätselhaft.
25. Juli 2026
Gönne mir morgens fünf Minuten Direktschaltung ins Correspondents‘ Dinner im Waldorf Astoria. Ganz ohne Ton. Soviel falsches Blond sah ich in dieser Konzentration schon lange nicht mehr. Auch nicht soviel professionelles Zähnefletschen. – Letztes Jahr kroch dieselbe selbsternannte Elite am Boden herum, während Secret Service Agenten rücksichtslos über sie hinwegstiegen. Das hatte auch seinen merkwürdigen Reiz – Wichtigtuer in Panik.
Wichtigtuer (2): Unter den fragwürdig Wichtigen entdecke ich auch den US-Kriegsminister. Den sah ich kurz zuvor noch in einer Kongressanhörung, wo man ihm vorhielt, er habe bereits ab Kriegstag 1 und dann stets wiederholend gesagt, der Iran sei militärisch geschlagen, und er möge nun erklären, warum Nacht für Nacht von dort aus Raketen gegen die US-Basen am Golf abgeschossen würden. Er sagte, seine damalige Aussage sei nach wie vor richtig, denn er habe niemals behauptet, dass man alle Raketen erfasst habe, die der Feind im Verborgenen hortete. Auf erneutes Nachfragen, was er dagegen zu tun gedenke, bemerkte er, Amerika sei so groß und stark, dass niemand ihm widerstehen könne. Und auf nochmaliges Nachhaken: Das, was jetzt geschehe, sei geheim.
Wichtigtuer (3): Sein Boss, der Don, ist da weniger zurückhaltend. Er kündigte für dieses Wochenende den ultimativen Schlag gegen den Iran an. In Persien spricht man von einer noch nie dagewesenen Antwort. Wie auch immer: Das Wochenend ist im Orient angebrochen.
Wichtigtuer (4): Für kommenden Dienstag sind der kleine Mann aus Kiew und Dons Duzfreund Netanjahu im Weißen Haus angesagt. Wie sagte der Hausherr heute Nacht auf dem Presse-Fressen sehr richtig: The show must go on.
24. Juli 2026
In den Leserbriefen bei Stephan Paetow entdeckt: „Wer trotz Klingbeil und Bas immer noch SPD wählt, kann kognitiv bestenfalls teilmöbliert sein.“
Teilmöbliert (2): Während das Repräsentantenhaus die Beendigung des Iran-Krieges verlangt, verwahrt sich der Senat gegen dieses Ansinnen. Und der Don nennt die ganze Abstimmerei unconstitional oder zu deutsch: verfassungswidrig. Nun, bis zum Jahreswechsel hat er noch Zeit, um zu bomben, danach werden aller Voraussicht nach die im November ins Amt gewählten Abgeordneten und Senatoren dem Präsidenten die Mittel entziehen. Da das im Weißen Haus bekannt ist, versteht man die Hektik, durch drastischen Waffeneinsatz eine Art Sieg zu inszenieren. Nur halt die Spritpreise, die Spritpreise, die wird er nicht in den Griff kriegen, wo gestern, wie von den Houthis angedroht, die ersten Tanker im Roten Meer unter Beschuss gerieten.
Teilmöbliert (3): Im Wettkampf künstlicher Intelligenzien ist gestern der Firma Open AI ein beeindruckender Teilsieg gelungen. Die Zauberer probierten eine Variante aus, die in der Lage ist, in krimineller Absicht in einen mächtigen Konkurrenten einzudringen und dort Schaden bis hin zur feindlichen Übernahme zu stiften. Im Computer-Chinesisch hört sich das alles ganz anders und irgendwie clean an (und man versteht nichts), auch sei es so, dass ihr Agent ohne Wissen seiner Führungsoffiziere aus einem strikt abgesperrten Raum ausgebrochen sei. So ein Agent, selbst wenn er nur virtuell existiert, ist schließlich auch nur ein Mensch oder so. Ja, da kommt noch einiges auf die Menschheit zu, wenn man diese Typen erst von der Leine lässt. Da hilft nur eines: Strom abstellen.
23. Juli 2026
Heute Nacht war’s in Folge der 12. siegreiche Angriff des großen und guten Amerika auf den Schurkenstaat im Nahen Osten. Der Leser der Westpresse fragt sich, ob da überhaupt noch ein Stein auf dem anderen steht. Doch dann erinnert er sich, dass das Land riesengroß ist, und fragt gemeinsam mit der Washington Post und dem Wall Street Journal, wie es möglich ist, dass die Perser Nacht für Nacht die US-Verbündeten am Golf und in Jordanien in einer Weise angreifen, dass bevorzugt in den US-Radarstellungen die Fetzen fliegen. Igendwas passt da nicht zusammen.
Passt nicht (2): Mit Saudi Arabien schließen die USA heute Nacht einen Atom-Deal. Man will behilflich sein beim Aufbau von Kernkraftwerken, um Russland und China eins auszuwischen. Sind die saudischen Prinzen sicher, dass das in Teheran richtig verstanden wird?
Passt nicht (3): Gestern beschließt das Bundeskabinett eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit in Atom-Angelegenheiten mit Russland. Dachte erst, ich hätte mich verlesen. Kann mir mal wer erklären, was da für uns herausspringt und was der Kolonialherr in DC dazu sagt. Ist er gefragt worden? Oder Johann der deutsche Außenzwerg und selbsterklärter Russlandhasser? Der tourt derweil durch Afrika. Hoffentlich verschenkt er dort nicht die letzten deutschen Museumsbestände. Wg. Herero und so.
Passt nicht (4): Der kleine Mann aus Kiew entlässt einen nach dem anderen aus seiner Regierung: Ministerpräsidentin, Verteidigungsminister, Oberbefehlshaber. Das harmoniert nicht besonders mit den andauernd verkündeten Siegesnachrichten. Es soll Massenproteste in Kiew geben, angeblich wg. des entlassenen Verteidigungsministers, einem Mitte-Dreißiger. Wie wäre es anzunehmen, dass die Leute einfach vom Krieg und ihrem Präsidenten die Schnauze voll haben? Ich nehme an, dass ihnen zudem schwant, warum jetzt in Kiew massiv russische Drohnen und Raketen einschlagen.
22. Juli 2026
Im Golfkrieg scheint beides Wirklichkeit zu werden: Entsprechend den Ankündigungen aus DC wurden zum Wochenbeginn in Persien Straßen und Bücken zestört. Entsprechend den Ansagen aus Teheran wurde daraufhin mit den Angriffen auf Meerwasser-Entsalzungsanlagen am Golf begonnen. Soweit ich erkennen konnte, war Saudi Arabien noch nicht das Ziel.
Im Meldungswust untergegangen: Die Houthis im Jemen verkündeten vorgestern die Sperrung der Meeres-Engstelle zwischen Afrika und der arabische Halbinsel (Straße von Bar al-Mandab). Ein Wüstensohn im entsprechend geschmückten Tarnfleck sprach es aus. Was das bedeutet, falls es durchgesetzt wird, ist klar. Nur, ob es gelingt, das ist die Frage.
Sperrung (2): Die Leute rechnen nervös nach, was denn nun hinsichtlich der Straße von Homus zutrifft. Stimmt es, was Trump behauptet, dann fahren da die Schiffe, wie sie es wollen. Stimmt, was die Perser sagen, so waren es gestern 30 und zwar die, die von ihnen die Erlaubnis hatten. Andere, die es versuchten, wurden angegriffen.
21. Juli 2026
Sie ist die Frau von… oder die Tochter von… Für die so Bezeichnete oft kein Zuckerschlecken, zumal wenn sie selbst etwas darstellt. Ein solcher Fall, so dachte ich, lag womöglich vor, als ich Karten für einen Auftritt der amerikanischen Sängerin Sophie Auster geschenkt bekam, von der mir sogleich versichert wurde, sie sei die Tochter des bekannten Autors Paul Auster. Von dem kannte ich den Namen, sonst nichts. – Das Konzert fand ich schrecklich, meine Begleiterinnen waren empört – über mein Banausentum.
Auster (2): Die Sängerin, so wurde ich belehrt, hätte nicht nur einen berühmten Vater (Paul, ich sagte es bereits), sondern auch eine sensationelle Mutter, die skandinavisch-stämmige Siri Hustvedt, eine blonde Riesin aus Minnesota, die ebenfalls berühmte Werke verfasst habe. Eines davon las ich gestern („Die zitternde Frau“), eine tiefschürfende Krankengeschichte ihrer selbst über Migräne, Hysterie, Epilepsie und verwandte Themen. Ich war und bin beeindruckt. Im Netz der Erkenntnis bleibt ein merkwürdiger Umweg, um auf eine bemerkenswerte Lektüre zu stoßen. Immerhin.
20. Juli 2026
Fritz schmollt. Beschimpft angeblich eine ZDF’lerin wg. unbotmäßger Behandlung. Wie hätte er’s denn gern. Jetzt will er schon wieder aufbrechen. Fritz, wohin denn? Nach Russland? Sofort Abtreten wäre die bessere Lösung – jedenfalls für Deutschland.
Aufbruch (2): Heute will GB seinen Prime Minister wechseln (den Namen des Neuen werde ich mir nicht merken). Der wird bekanntlich nicht gewählt, sondern vom König ernannt. Warum? Ist halt so. Seit Jahr und Tag habe ich die Inseln gemieden, die für mich einmal ein tolles Reiseziel waren mit ihren spleenigen Leuten. Nur London habe ich umgangen.
Aufbruch (3): Seit Amelia kommt wieder eine zarte Hoffnung auf. Man erinnere sich an dieses völlig nach hinten losgegangene Belehrungsfilmchen der woken Regierung, die das Volk der Engländer mit der bösen lilahaarigen Rassistin abschrecken wollte. Doch die junge KI-Dame wurde zum heißgeliebten Schlager. Merke: Gut gemeint war in diesem Fall gut gemacht, aber anders als gedacht. Jetzt ist sie wieder da (I’m English). Na bitte:
Amerika im Krieg: Es läuft nicht so toll, deswegen wird die Siegespropaganda, in der laufend Explosionen gezeigt werden, neuerdings von Wir-haben-auch-Verluste flankiert, die zur Begründung von neuerlichen Rache-Angriffen herhalten müssen: Heute Nacht starb wieder ein US-Soldat, die Nacht davor zwei, und das in Jordanien, damit seit Kriegsgbeginn im Februar 17 Mann. Die Zahlen nehmen wir zum Nennwert und ergänzen: mindestens 17, vermutlich aber ein Mehrfaches im zweistelligen Bereich.
19. Juli 2026
Sonntagsfrage: Warum ist heute früh am Morgen gar nicht Klima, sondern ziemlich kühl, obwohl die Menschen draußen im Lande glauben, dass die Wärme der letzten Tage am Klima liege.
Über Nacht (2): Der Widerstand gegen das Selbstverständlche hat genau einen Tag gedauert, dann hat Jens im Mutterglück das Handtuch geworfen. Jetzt haben die Polit-Experten die nächsten Wochen Zeit und Thema, sich mit dem Warum und dem Wohin zu befassen, und der Betroffene, seine Schwangeschaftsstreifen (gegen Zuzahlung) behandeln zu lassen.
Spahn (2): Noch mal in Ruhe und ohne den naheliegenden Spott über die Causa nachdenkend: Ist doch erstaunlich, wie weit es die eher schlichten Mitglieder der Junge-Führer-Clique des Klaus Schwab gebracht haben. – Apropos: Wo ist eigentlich die Annalena Bb. geblieben?
Die Auguren murmeln hinter vorgehaltener Patschhand, dass Jens im Mutterglück weg müsse. Er sieht das natürlich anders und teilt deswegen mit, er könne über den wie auch immer geforderten Rücktritt gar nicht alleine entscheiden. Dies sei schließlich Sache der CDU-Fraktion, und die komme erst im September wieder zusammen. Nörgler werden jetzt vermutlich einwenden, das sei blühender Unsinn, doch ich gebe zu bedenken, Jensens Worte nicht auf die Goldwaage zu legen, denn, wie wir alle wissen, befinden sich junge Mütter nur allzu oft im hormonellen Ausnahmezustand.
Jens (2): Stattdessen sollten sich die Menschen draußen im Lande auf das Wesentliche konzentrieren. Mir zum Beispiel gefällt der Jens sehr gut mit der gestern zur Schau gestellten Frisur, die man früher einen Popo- oder schlicher: Po-Scheitel genannt hätte.
Das US-CentCom in Stuttgart meldet sich aus dem Golf-Krieg zu Wort. Man habe in den letzten Tagen 6.500 militärisch wichtige Ziele getroffen, gestern erst einen Leuchtturm in der Straße von Hormus, und der Don teilt mit, nächste Woche werde es dann richtig losgehen mit ziviler Infrastruktur wie Brücken und Kraftwerken und zwar so lange, bis die persischen Untermenschen wieder am Verhandlungstisch erscheinen. Wir lassen mal beiseite, dass das bereits seit Monaten vernichtete iranische Raketenpotenzial erneut Ziele im Inselstaat Bahrain, der den US-Boys nach wie vor als Flugzeugträger dient, und erstmals einen US-Stützpunkt in Syrien angegriffen hat.
Der Don (2) hat ein neues Fass aufgemacht und präsentiert der amerikansichen Öffentlichkeit FBI-Akten (weitgehend geschwärzt) über Chinas Einflussnahme auf US-Wahlen spätestens seit 2020. Die Dems sind empört, denn es geht hierbei ausschließlich um sie und ihre Wahlerfolge. Was wird bei dem Getöse herauskommen? Nichts.
Der Don (3): hat den White House-Mitarbeiter entlassen, der für die Installation des Telepropters bei seinen Reden verantwortlich war. Der Mann hatte einen einträglichen Zweitjob: Wohl wissend, wie die präsidentiellen Worte wirken, nutzte er seine Erkenntnisse für den Insider-Handel mit Aktien und Wertpapieren. Man sieht also: Es gibt in der US-Admnistration durchaus helle Köpfe.
17. Juli 2026
Eine zugegeben etwas veraltete Form für Schwanger-sein ist ein-Kind-austragen. Das wird wieder aktuell, wenn man es auf die Post, Amazon oder einen anderen der Bestell- und Liefer-Dienste anwendet. In Deutschland illegal, deswegen offenbar von unsern Polit-Heroen, die von der Biologie vom Mutterglück ausgeschlossen werden, bevorzugt.
Mutterglück (2): Neue Sitten bringen neue Rechtsprobleme. Früher waren Juristen oft genug zur Antwort auf die Frage genötigt: Wer ist der Vater? Heute hingegen werden sich Rechtsfinder mit dem Problem beschäftigen müssen, wer denn die Mutter ist. Ich halte zivilrechtliche Abreden, die dem Kind die Möglichkeit abschneiden, nach der Mutter zu fragen, als Verträge zu Lasten Dritter für grob rechtswidrig und nichtig. Früher hätte ich gesagt: Sie sind erkennbar sittenwidrig, doch über diese juristische Eselsbrücke gehe ich lieber nicht mehr.
Mutterglück (3): Wenn jetzt also wie „im Hause Spahn“ das Mutterglück eingezogen ist, fragt es sich, ob wir hier einem sich anbahnenden Trend in der polit-professionellen Schwulenwelt begegnen, und, falls das so ist, warum. Es ist Selbstschutz, denn die einschlägig Betroffenen wollen sich nicht mehr dem zu recht erhobenen Vorwurf ausgesetzt sehen, auf dem Gebiet der Familie aus naheliegenden Gründen nicht mitreden und folglich auch nicht bestimmen zu können. Mag sein, dass das Kinderbestell-System hilft, doch an dem barbarischen Akt, dem hilflosen Kind die Mutter zu entziehen, ändert dies nichts.
Mutterglück (4): Für unsere Gesellschaft bleiben zwei Unbekannte im Raum: Frauen, für die das Kinderkriegen – obwohl möglich – aus allerlei leicht nachzuvollziehenden Gründen nicht in Frage kommt, und entwurzelte Kinder. Letztere als Ergebnis eines brutalen Eingriffs in die Natur des Säugetiers. Kein Mensch weiß, wie das ausgehen wird.
Es erinnert an den alten Sozialisten-Witz von der Sahara und dem knapp werdenden Sand, wenn dieselben dort an die Macht kommen: Kaum sind in München die Grünen am Ruder, da wird das Wasser knapp.
16. Juli 2026
Nun ist es nicht so, dass der Staatskonzern VW keine Eigentümer hätte. Einer von denen hat sich jetzt unmissverständlich zu Wort gemeldet, das Scheichtum Katar. Es hat die Veto-Notbremse gezogen, um die Absicht des Vorstandes zu vereiteln, das VW-Werk Osnabrück von Autos auf israelische Raketen des dortigen Staatskonzerns Rafael umzumodeln. Ein klarer Fall von Antisemitismus, meint die einschlägig bekannte Presse, wenn sie die Sache denn überhaupt erwähnt. – Nur nebenbei: Wo haben die Israeli eigentlich das ganze Geld her, um VW derartige Angebote zu machen? Nun, aus der amerikanischen Staatskasse. Der US-Kongresse hat heute Nacht abgelehnt, die Dollar-Milliarden für die Verteidigung des Existenzrechts Israels zu reduzieren.
Katar (2): Man kann bestenfalls spekulieren, ob das Nein der Wüstensöhne mit dem derzeitigen Besuch des persischen Außeministers daselbst zusammenhängt. Auf jeden Fall wird er die Bedingungen genannt haben, unter denen die Katari Drohnen und Raketen aus Persien vermeiden können, denn die müssen sie als Retourkutsche fürchten, weil die US-Boys munter weiterbomben. So heute am frühe Morgen (MEZ) wieder in zwei Wellen, die sich gegen persische Militäranlagen gerichtet haben sollen.
Wenn man sonst nichts zu tun hat, eröffnet man in Sachsen-Anhalt strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen die AfD und deren Sympathisanten. Das kennen wir schon als gute Gepflogenheit. Jetzt hat es den Kabarettisten Uwe Steimle getroffen, der auf einer Veranstaltung der Blauen die Frage stellte: Wo bleibt denn eigentlich der Stauffenberg? Das ist natürlich strafbar. Man erinnert sich: Stauffenberg = Hitler-Attentat. War strafbar. Bleibt strafbar. Einst Hochverrat, jetzt Ankündigen von Straftaten. Ja, da staunt der Antifaschist.
15. Juli 2026
Nun ist es also amtlich: Der Don hat dem Kongress mitgeteilt, das sich die USA wieder im Krieg befinden, womit er die seit Tagen stattfindende Bombardierung Persiens zu rechtferigen sucht. Zugleich ruft er die erneute Seeblockade Persiens aus. Von beiden Maßnahmen ist bekannt, dass sie in diesem Jahr nicht zum Ziel geführt haben, diesen Krieg zu gewinnen. Nunmehr läuft erneut die Uhr, wie lange die US-Wirtschaft die Abschottung vom Golf-Öl verträgt, ohne ernsthaften Schaden zu nehmen. Anders als Mainstream berichtet, geht es nicht nur darum, wie lange die Inanspruchnahme der strategischen Reserve der USA realistisch ist, sondern der eigentliche Knackpunkt sind Diesel und Flugbenzin, die nach wie vor bevorzugt aus dem Golf-Öl destiliert werden.
Nahost (2): Die Gegenseite gibt sich sicher, dem US-Angriff erfolgreich trotzen zu können. Die persischen Luftschläge auf die US-Basen am Golf und in Jordanien dauern an. Deren Zerstörung beeinträchtigt die Angriffsfähigkeit der USA ganz offensichtlich. Die Frage ist, wie stark.
Nahost (3): Das Betrachten der millionenfachen Mobilisierung der persischen Bevölkerung gibt mir erneut zu denken. Nicht nur, dass hier ein für die USA & Co riskanter Massenwahn ausgelöst wurde (Tötet Trunmp!), vielmehr ist es für die persische Führung riskant, wenn sie diesem Rachebedürfnis nicht sichtbar Futter gibt. Eine friedliche Lösung rückt damit in unerreichbare Ferne.
Nahost (4): Israel versucht Öl in dieses Feuer zu gießen, indem es seine Presse behaupten lässt, der Mossad habe den vormaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad als Gegenkandidaten zur jetzigen Führung aufbauen wollen. Wer, außer der Westpresse, soll das glauben?
Nahost (5): Durch all dieses Wischiwaschi wird der eigentlich Grund für das Scheitern der US-iranischen Verständigung verschleiert. Punkt 1 war der Abzug Israels aus dem Libanon und zwar per sofort. Mit der Nichterfüllung wurde auch der Rest Makulatur. Die US-Boys setzten noch eins drauf, indem sie versuchten, eine von Persien nicht genehmigte Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erzwingen. Das ging schief.
Nahost (6): Israels Kriegshelden befinden sich zumindest propagandistisch auf der Siegerseite. Deren Kriegsminister Israel Katz erklärte, man werde jetzt selbstverständlich wie im Gaza-Streifen mit der vollständigen Zerstörung der Südlibanons fortfahren.
Ostfront: Mitten in der ukrainischen Drohnenoffensive gegen Russland gegen ferne und nahe Ziele rücken die Russen im Donbass Richtung Westen weiter vor.
Ostfront (2): Im Frontgeschehen müssen sich die aus Deutschland angelieferten Helsing-Drohnen als Flop erwiesen haben, denn jeder Fehlstart einer deutschen Wunderwaffe ruft eine prompte russische Antwort hervor, welche die mit der Drohnenhandhabung befasste Mannschaft ihrerseits dem Conter-Drohnentod preisgibt. Über die einschlägigen Zahlen wird man streiten können, doch der Umstand als solcher ist nicht wegzudiskutieren. Er führt automatisch zur Demoralisierung der vor kurzem noch hochgelobten ukrainischen Drohnen-Spezialisten.
14. Juli 2026
Heute die dritte Bombennacht im Iran und Gegensalven in Richtung der Golfanrainer und Jordanien. Neu hingegen: ein Raketenangriff aus dem Jemen in Richtung Saudi Arabien, das in letzter Zeit kein Ziel persischer Raketen und Drohnen gewesen ist. Schwer zu glauben, dass die Jemeniten ohne grünes Licht aus Teheran angegriffen haben.
Die Mutmaßungen über den Tod von war monger (Kriegstreiber) Lindsey Graham schießen weiter ins Kraut. Originell finde ich die Entscheidung des Gouverneurs von South Carolina, dem Entsendestaat von Graham, dessen jüngere Schwester als Ersatz für den Rest der Wahlperiode nach DC zu entsenden. Begründung: Lindsey habe sich seinerzeit rührend um das kleine Mädchen gekümmert.
Kriegstreiber (2): In Paris treffen sich die Aufrechten, um gemeinsam mit dem kleinen Mann aus Kiew einen Schutzschild für die Luftabwehr zu bereden. Wie üblich ragt Fritz der Kanzler, schon wegen seiner Länge, heraus. Nebenbei bemerkt: durch diese Raketentourimus wird nicht eine einzige russische Drohne vom Himmel geholt werden.
Kriegstreiber (3): In den US-Medien wird in herabwürdigendem Ton hervorgehoben, dass der persische Außenminister Arachtschi bloß der Sohn eines Teppichhändlers sei. Den amerikanischen Besserwissern und ihren deutschen Speichelleckern scheint nicht ganz klar zu sein, dass es in Persien durchaus kein Manko ist, mit Teppichen gehandelt zu haben. – Nur mal so: Wir hatten einen Außenminister, der war der Sohn eines Metzgers. Außenminister wurde der allerdings erst, nachdem er seine Karriere als Straßenschläger aufgegeben hatte.
13. Juli 2026
Es war nicht schwierig, gestern voherzusagen, dass der Tod des US-Senators Lindsey Graham die Schleusen der schrägen Mutmaßungen öffenen würde, obgleich ich, als ich gestern Vormitttag um 10 die einschlägige Notiz formulierte, keine Ahnung davon hatte, dass der nun Tote Stunden zuvor von einer Sponsoring-Visite aus der Ukraine zurückgekehrt war, wo er sich mit dem kleinen Mann aus Kiew traf und eine internationale Drohnenproduktionsstätte mit Händen in der Tasche besuchte. Daselbst ließ er sich stolz fotografieren.
Lindsey (2): Bleibt nachzutragen, dass das Drohnenwerk Stunden nach seinem Besuch durch einen russischen Luftschlag schwer beschädigt wurde. Über den Zusammenhang nachzugrübeln, halte ich nicht für abweig – jedenfalls was den Luftschlag anbelangt, mit den Handy-Signalen als möglichem Ziel-Scout. Das jedenfalls würde Grahams segensreichem Wirken eine ironische Fußnote beisteuern. – Wie üblich haben die einschlägig bekannten Russen das auch so gesehen:
Lindsey (3): Das große und gute Amerika feierte den Toten über Nacht und vergaß auch nicht, mit der Meldung aufzuwarten, dass sein Tod durch einen Aorta-Abriss verursacht wurde.
Es läuft nicht nach Plan im Nahen Osten: Die Eskalation zwischen Israel und der Türkei ist wohl das Verrückteste, was die Kinder Gottes in den letzten Monaten veranstaltet haben. Auf das Pochen, man sei schließlich Atommacht, haben die Pakistaner sich mit dem schwer misszuverstehenden Einwurf eingemischt: Wir auch.
Naher Osten (2): Aus der Zahl der ursprünglichen Mitspieler des Iran-Krieges (drei) ist im Verlaufe des Konflikts – ganz sicher von der Angreifer-Allianz so nicht geplant – eine Vielzahl geworden. Neben zahlreichen Randfiguren schälen sich drei weitere Hauptbteiligte aus dem Wüsten-Sand: Pakistan, Türkei und Saudi Arabien. Alle drei haben Vormachtinteressen. Wenn es denen im Verbund mit Persien gelingt, ihre offensichtlichen Gegensätze zu unterdrücken, haben sowohl die Amerikaner als auch erst recht die Kinder Gottes schlechte Karten.
Naher Osten (3): Der Don und seine pensionierte Generalität machen sich öffentlich Gedanken darüber, eine der Inseln im Persischen Golf amphibisch anzugreifen, um sie zu besetzen. Im Netz finde ich Erörterungen von Militär-Kommentatoren (in diesem Fall Daniel Davis), die Vergleiche zu den einschlägigen US-Militäroperationen aus dem Krieg gegen Japan (1941-45) anstellen. Man achte auf die Zahl der Verwundeten und Gefallenen, die das damalige Tun gekostet hat. – Ich halte den Don für verrückt genug, dass er sowas befiehlt und sei es, nur damit irgend etwas die Meldungen in seinem Sinne dominiert.
Naher Osten (4): Ich betrachte ohne Freude die Bilder aus Persien und dem Irak (!) über die Totenfeiern für den am 28. Februar 2026 von den US-israelischen Angreifern ermordeten Ajatolla Kamenei. Unübersehbare Menschenmassen wälzen sich durch die Straßen und rufen nach Gerechtigkeit (gelbe Fahnen) und Rache (rote Fahnen), jeweils mit Aufschriften, die ich nicht lesen kann. Es sieht nicht so aus, als seien hier Millionen von Menschen von irgend einem totalitären Regime auf die Straßen gezwungen worden. Nebenbei: Ich registriere aufmerksam, dass Saudi Arabien mit einer offiziellen Delegation in Teheran vertreten ist, obwohl die US Boys ihrem Noch-Verbündeten öffentlich dringend davon abgeraten hatten.
12. Juli 2026
Die Sonntagsfrage: Vertragen sich Dummheit und Tragik? – Wenn ein Dummer versucht, einen auf Tragisch zu machen, dürfen wir sicher sein, dass vor uns eine lächerliche Figur steht. Doch lösen wir uns mal von der Zielperson und betrachten, was ein Dummer alles anrichten kann, so neigen wir dazu, die Opfer tragisch zu finden, nicht beachtend, dass es das Nichtstun der späteren Opfer ist, was dem Dummen die Chancen für sein Tun oder Lassen erst eröffnet hat. Wenn das notwendiger Weise so ist, gewinnt der Zusammenhang zwischen Dummheit und Tragik ganz andere Farben.
Dummheit (2) ist der Mangel an Einsichtsvermögen. Dieses zu definieren sollte man den Dummen keinesfalls überlassen, denn wer nichts weiß, sieht auch nichts, jedenfalls das nicht, was er sollte.
Nachtrag gegen 10 Uhr morgens: Gerade wird gemeldet, dass gestern Senator Lindsey Graham im Alter von 71 Jahren plötzlich und unerwartet von uns gegangen ist. Damit verliert die Welt einen der zuverlässigsten und einflussreichsten Kriegshetzer der USA. Jetzt warten wir nur noch auf die Hinweise aus eingeweihten Sicherheits-Kreisen, dass der böse Putin und – schlimmer noch – die grausamen Ajatollahs dahinter stecken. Nehme noch Wetten entgegen.
10. Juli 2026
Gestern war Tag 2 der Wiederaufnahme des Iran-Krieges. Die US-Boy bombten persisische Einrichtungen im unbekannten Ausmaß und mit ebenso unbekanntem Effekt. Die Perser nahmen im Gegenzug den Beschuss der amerikanischen Satrapen am Golf und in Jordanien wieder auf. Hierbei ging es angeblich nur um die dortigen US-Stützpunkte. Mehr lässt sich derzeit dazu nicht sagen, auch wenn die Experten die Welt mit ihren angeblichen Erkenntnissen vollschreien. Die Frage ist, wer hält das länger aus. Es geht um Bomben vs. Sperrung der Straße von Hormus mit den einschlägigen Folgen für die Weltwirtschaft. Die Frage ist zudem, wem geht eher die Munition aus.
Deutschland hat ein Problem. Es hat drei Buchstaben: CDU. Man kann seit Jahrzehnten jedes beliebiges Thema anfassen. Auslöser, wenigstens Mitauslöser ist die CDU. Die Beschwichtiger des sog. konservativen Lagers haben dafür gesorgt, dass sich hieran nichts ändert. Sie reden nur, ohne einen müden Gedanken darauf zu verschwenden, dass sie ein wesentlicher Teil des Problems sind. Man nenne mit irgendeinen Namen, und ich werde sagen: Ja, genau.
9. Juli 2026
Er war eine Kombination von Maul voll und Hose voll, der Nato-Gipfel in Ankara. Der Don droht allen und nimmt den Krieg gegen den Iran wieder auf (die Dieselkunden in den Staaten werden’s ihm danken), beschimpft die Verbündeten, die betreten ihre Fingernägel betrachten, als Memmen, erklärt Spanien, das expressis verbis nicht mittut, zum Feind in einem neuen Wirtschaftskrieg und vergibt eine Lizenz zur Produktion von Patriot-Flugabwehrraketen in die Ukraine. Recht so, denn das ist eine erprobte Waffe, im wahrsten Sinne des Wortes: Im Dauereinsatz gegen aus Russland und dem Iran anfliegende Marschflugkörper und ballistische Raketen (die neuerdings andauernd autonom ihre Richtung verändern) liegt die Tefferwahrscheinlichkeit unter 20 Prozent, bei Hyperschallwaffen unter Null, falls das möglich wäre.
Ankara (2): Was tun die anderen Türkeiurlauber? Sie singen den Song des Artikels 5, wohl wissend, dass der den Beistand nicht automatisch auslöst. Und die verkniffen wirkende Mette aus DK nörgelt dazwischen, dass man Grönland militärisch verteidigen werde. Gegen wen auch immer.
Ankara (3): Auch lustig, der beigeladene Mann aus Kiew erhält per sofort weitere Milliarden (Geld spielt keine Rolle) zugesprochen, und der herangewunkene Führer aus dem nahen Damaskus soll erklären, dass er fürderhin die Bekämpfung der Hisbolla übernehme. Mit Blick auf den Emir von Ankara, dem er seine Macht verdankt, sagt er klugerweise, er dächte überhaupt nicht daran.
Ankara (4): Bleibt nur noch Fritz der Kanzler, dem zu sagen oblag, es sei mehr erreicht worden, als er erwartet habe. Nein, wir fragen nicht danach, was das wohl wäre. Wozu auch?
8. Juli 2026
Von wegen Sommerloch: Der Iran-Konflikt hat wieder Fahrt aufgenommen. Nachdem die Kapitäne von drei Frachtern die persischen Hinweise zur Nichtfreigabe für die Durchfahrt der Straße von Hormus nicht beachteten, wurden sie durch Beschuss belehrt. Eines der Schiffe brennt sichtbar. Selbstredend nahm das US Centcom die Bombardierung wg. dieser inflaganten und nicht-provozierten Verletzung der Waffenruhe wieder auf. Für das „nicht-provoziert“ lege ich die Hand nicht ins Feuer.
Sommerloch (2): In Ankara tagen die Nato-Häupter. Der dortige Emir wirkt seltsam klapprig auf den in die Welt entsandten Fotos. Auch der Don hat Mühe, die Treppe aus dem Flieger (ein brandneues Geschenk aus Katar) runterzusteigen. Er sagt, er sei nur wg. der Türkei hier. Das kann man gut nachvollziehen, denn sein Mündel in Tel Aviv liegt mit den Türken mehr als nur überkreuz, weil es um die prestige-trächtige Frage geht, wer da im Nahen Osten eigentlich das letzte Wort hat, wenn es um so Kleinigkeiten wie Syrien geht. Vor diesem Hintergrund wirkt es wie ein großer Spaß, dass der kleine Mann aus Frankreich gestern nach Damaskus reiste, um dem dortigen Ex-Top-Terroristen die Hand zu drücken. Frankreich als dritter Spieler in seiner Ex-Kolonie? Vergiss es.
Sommerloch (3): Robert der Denker hat eine Anschlussverwendung in der deutsch-dänischen Geld- und Bauwirtschaft gefunden und zwar bei Leuten, denen man nachsagt, sie hätten von seinem Heizungsgesetz massiv profittiert. Der Vorgang zeigt eindrucksvoll, dass er vor Jahr und Tag von uneinsichtigen Zeitgenossen völlig zu Unrecht als Schwachkopf persifliert wurde, die deswegen die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren bekamen.
Sommerloch (4): Der weibliche ukrainische Flüchtling (Anastasja Beresowskaja [Anastasia Berezovskaya]), die (grammatisch richtig wäre: der) die letzen Monate des Lebens in Deutschland das Bürgergeld abgriff und genügend Freizeit hatte, um einen reichen Exil-Ukrainer (Wadim Jermolajew) und seine Familie in Monaco mit einer Nagelbombe ins Jenseits zu befördern, tauchte gestern in Kiew wieder auf. Im Gegensatz zu ihren schwerverletzten Opfern war die Attentäterin tot. Das hat für die Auftraggeber des Mordgeschehens den unbestreitbaren Vorteil, dass niemand mehr aus erster Hand hierüber etwas sagen kann. Im Präsidentenpalast wird man durchatmen. Und bitte nicht vergessen: Wir verteidigen die Demokratie am Dnjepr.
Zum Bild fällt mir nur ein: Sto Gram (100 Gramm).
7. Juli 2026
Ob ich nicht gemerkt hätte, was sich am Wochende im nahen Erfurt abgespielt hat. – Was meinst du? Roland Kaiser auf dem Domplatz? Da traf sich 70+, also die letzten CDU-Wähler, wenn man so will. Auf den Autobahnen und Zubringerstraßen derweil der Pöbel und das Fernsehen. In der Messehalle die AfD, die nicht am Kommen gehindert werden konnte, weil die Verhinderer noch nicht so früh auf den Beinen waren. Jaja, die Unterschiede zwischen Arbeitswelt und Subventionsgesellschaft sind nun mal so, wie sie sind. Da muss beschleunigt ein Frühaufsteh-Verbot her, damit das nicht noch mal passiert.
Arbeitswelt (2): Auf dem Weg zum Aldi ist mir kaum ein Auto begegnet, denn am Wochenende sind im Zwergstaat die Ferien ausgebrochen. Auch ist der sog. Tankrabatt ausgelaufen. Vorletztes Wochenende Diesel 1,69 l, gestern 1,99. Ja genau, das sind die 17 Cent Differenz nach der Klingbeil-Methode.
Sonst so: Heute Nacht fand erneut ein schwerer Luftangriff auf Kiew statt. Ausdrücklich wurde er als Reaktion auf die Nato-gestützten Raketen- und Drohnenangriffe in die Tiefe Russlands bezeichnet. Jetzt können die Staatshäupter, die sich gerade zum Nato-Gipfel in der Türkei versammeln, beschließen, wie sie auf die Reaktion reagieren werden.
Reaktion (2): Auf die Ansage des Vizes Vance an Israel, dieses möchte sich besinnen, dass die USA ihr einziger Verbündeter seien, hat nunmehr Bibi aus Tel Aviv geantwortet: Sein Land habe auch andere Freunde, zum Beispiel Indien mit seinen 1,6 Milliarden Menschen. Soso. – Sicherheitshalber ist Johann der deutsche Außenzwerg heute nach Israel gejettet, um dort mitzuteilen, dass er auch noch da ist. Gut so, den hätte ich fast übersehen.
5. Juli 2026
Lese heute frühmorgens eine bemerkenswerte These des amerikanischen Querdenkers John Mearsheimer, die er in einem Interview mit Glenn Diesen zum Besten gibt: Danach wussten die US-Popagandisten während des Vietnam-Krieges noch sehr genau, dass sie bei ihren Siegesmeldungen logen, während es heute so sei, dass deren Nachfolger an die Siegesmeldungen im Iran- und im Ukraine-Krieg selbst glauben würden. – Meine Schlussfolgerung: deswegen ist es der US-Führung und ihren Satrapen unmöglich, mit einer der wirklichen Lage angepassten Entscheidung aus dem selbst angerichteten Schlamassel wieder herauszukommen.
US (2): Gestern fanden die offiziellen Feiern des 250. Unabhängigkeitstages statt. Trump sagte das Gewohnte, das von Größe und so handelte. Wie das auf den einzelnen Amerikaner wirkt (und ob überhaupt), vermag ich nicht einzuschätzen. Auf die Westpresse möchte ich mich lieber nicht verlassen.
US (3): Zugleich ertönte, wenn sie es denn überhaupt für berichtenswert hielten, höhnische Worte über die in Teheran angelaufenen Trauerfeierlichkeiten für den am 28.Februar von der US-israelischen Allianz ermordeten persischen Führer: Die Trauer sei nur vorgespielt. Ich melde Zweifel an, denn mir ist es gleich, ob hinter der Trauergestik auch ganz anderes wie maßlose Wut über die Mordtat stecken mag. In Wirklichkeit ist zu beachten: Falls es keine Täuschungen durch Bildfälschungen sind, versammelten sich auf den Straßen der Hauptstadt Hunderttausende zu einem Wir. Die hat niemand dorthin gezwungen. Wenn denn der amerikanisch-israelische Überfall für eines gesorgt hat, dann ist es die Mobilisierung der Massen für das Regime, das man von außen betrachtet nur mit Schaudern zur Kenntnis nimmt. Fazit: Nie war ein Regime-Change ferner denn heute.
US (4): Bleibt noch eine Fußnote von Trump hinzuzufügen: Er hätte, so fand er es richtig anzumerken, dem ganzen Theater mit einem Schlag ein Ende bereiten können. Wenn er das wirklich glaubt, ist er ein Esel. Hoffentlich nimmt der Zentralrat der Eselinnen und Esel in Deutschland keinen Anstoß an meiner Bemerkung.
US (5): Für die kommene Woche wurde ein Besuch des israelischen Führers im Weißen Haus angekündigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir deswegen etwas hören werden, was den Krieg in Nahost seinem Ende näher bringen könnte, zumal die Israelis nunmehr angekündigt haben, alle Palästinenser, deren sie auf dem von ihnen beanspruchten Gebiet, vor allem aber im Gaza-Streifen, habhaft werden können, in Lager hinter Stacheldraht einzusperren. Die guten alten Konzentrationslager lassen grüßen. Für Schnappatmer: Damit vergleiche ich das auserwählte Volk keineswegs mit den Nazs (den echten), denn die KZs waren Erfindungen der Engländer in den beiden Burenkriegen von der vorletzten Jahrhundertwende.
4. Juli 2026
Ein Nachsortieren der ungezählten Einzelmeldungen von der Ostfront ergibt das gewohnte unsichere Lagebild. Immerhin schält es sich heraus, dass die ukrainischen Raketenangriffe in die Tiefe Russlands tatsächlich stattgefunden haben. Bilder von Raffineriebränden scheinen es zu bestätigen. Auch gibt es Aufnahmen von Autoschlangen an russischen Tankstellen. Inwieweit dies symptomatisch für den Zustand des Landes und seinen Kampfwillen ist, vermag niemand mit Sicherheit zu sagen. Ich nehme an, diese Militärschläge sind für die Russen mehr als nur ärgerlich.
Ostfront (2): Die Hauptkampflinie (sog. Kontaktlinie) in der Ost-Ukraine ist wieder in Bewegung gekommen. Die Kämpfe bewegen sich in der Mitte eindeutig nach Westen und im Norden (im Raum Tschernigow/Sumy) nach Süden. Es haben in den letzten Tagen ungezählte Einzelgefechte stattgefunden. Der Abstand an der nördlichen Grenze zwischen Russland und der Ukraine wird größer. Es ist auffällig, dass beide Seiten vom Hereinziehen von Weißrussland (Bjeloruss) in diesen Krieg reden.
Ostfront (3): Die Großexperten munkeln schon wieder von kriegsentscheidenden Operationen. Davon glaube ich kein Wort. Auffällig allerdings finde ich, dass angesichts der zahlreichen Gefechte an verschiedenen Orten kein operativer Schwerpunkt zu erkennen ist. Es ist bestenfalls vorstellbar, dass die Russen es darauf abgesehen haben, die ukrainischen Streitkräfte überall zu vernichten, wo sie auf diese treffen. Ob das zu dem bereits seit zwei Jahren prognosizierten Zusammenbruch der Front führen wird, das mögen die Götter wissen. Einige sagen, die Sommeroffensive werde sich auf das Abschneiden von Odessa richten. Genügend viele Truppen seien an Ort und Stelle versammelt. Es is nicht zu erkennen, dass dergleichen im Augenblick stattfindet. Es ist jedoch vorstellbar.
Ostfront (4): Im Juni lag der Schwerpunkt russischer Luftangriffe bei den ukrainische Tankstellen. Was der Erfolg war, entzieht sich meiner Beurteilung. Bei uns zulande wären 30 zerstörte Tankstellen bestenfalls ein Nadelstich. In der jetzt vergangenen Woche war die Hauptstadt Kiew das zentrale Ziel. Es soll zu erheblichen Schäden bei kriegswirtschaftlich wichtigen Einrichtungen gekommen sein.
3. Juli 2026
Jetzt kommen die Neidhammel zu Wort. Sie schreiben angesichts des unglücklich verlaufenen Sorgerechtsstreits im niedersächsischen Stade, bei dem sechs Menschen erschossen wurden, Dinge, die vermuten lassen, dass sie die behördlichen Angaben, es sei eine familiäre Streitigkeit, die mit der Herkunft des Mörders nichts zu tun habe, ins Gegenteil zu zerren beabsichtigen. Diesen Verdacht jedenfalls bekomme ich, wenn ich da lese, es habe ein Fluchtauto gegeben (Daimler mit über 400 PS), das von einer Sechzigjähigen (T-stämmig) gesteuert worden sei , die die Patentante des Streitobjekts sei und im übrigen Funktionärin einer Organisation, die mit Staatsgeldern Flüchtlingshilfe betreibe. Zudem sei sie die Schwiegermutter des von der SPD gestellten niedersächsischen Integrationsbeauftragten (T-stämmig), der ein sattes Beamtenspitzengehalt beziehe, aber mit der Tat selbst und ihrer Logistik, wie er anwaltlich hat versichern lassen, nichts zu tun habe.
Stade (2): Bei allem Ernst der Sache, kann ich mir angesichts der offizielle gewählten Versicherungen ein verstohlenes Grinsen kaum verkneifen, denn zum ersten Mal höre ich in diesen Kreisen von dem aus dem Christentum stammenden Paten-Amt, was allerdings jeder, der mit dem einschlägigen Film bzw. Roman Der Pate von Mario Puzzo vertraut ist, dem sizilianischen organisierten Verbrechen zuordnet. Der Pate ist der Verbrechenslenker im Hintergrund. Lässt man im Stade-Fall Sizilien einfach mal weg, kommt der Polizei-Praktiker leicht auf Gedanken, die heutzutage kaum noch einer auszusprechen wagt: die Unterwanderung von Staat und Gesellschaft durch religiös verankerte Familienclans, die im Zweifel über Leichen gehen (wie man so sagt).
Überall in Deutschland: Es finden derzeit Gerichtsprozesse gegen Einzelpersonen statt, die in irgendeiner Verbindung zu dem russischen Sender Russia Today, vor allem dessen deutschsprachigem Programm RT.DE, stehen, weil sie zum Beispiel dessen Texte weiterverbreiten. Das sei verboten, sagt irgendeine EU-Zensur-Verordnung, von der ich bis gesten nichts gehört hatte. Das Missachten dieser Norm sei zu bestrafen, urteilte der EUGH gestern in Luxemburg, angeblich mit bindender Kraft für deutsche Gerichte. Abgesehen davon, dass ich das richtig finde, denn wozu haben wir die staatlich finanzierte Tagesschau, beschließe ich zu lernen, dass Arikel 5 des Grundgesetzes als Individualgrundrecht ungehinderter Informationsbeschaffung nicht mehr gilt. Während meiner Dienstzeit in der Verfassungsabteilung des BMI hätte ich sowas als Blödsinn und als offensichtlich verfassungswidrig abgetan. Jetzt weiß ich, dass wir uns damals über die Rechte des Einzelnen völlig falsche Vorstellungen machten. Und die Väter des Grundgesetzes auch. Sie mögen in Frieden ruhen.
In Deutschland (2): Mir fällt nach geraumer Suche das Lexikon Schlag nach aus dem Jahre 1939 (2. Aufl.) in die Hände. Es ist nicht nur in braunes Leinen gebunden, sondern auch ein zuverlässiger Ratgeber dafür, was im NS-Staat zu etlichen Fragen von Staat und Gesellschaft die offiziöse Sicht der Dinge war. Neugierig forsche ich, was wohl das Motto der SA (Sturmabteilungen der NSDAP) gewesen sein könnte. Diese im Jahre 1921 gegründete Parteiarmee benutzte von Anbeginn an bis zu ihrem Ende den Slogan „Deutschland erwache“. Von „Alles für Deutschland“ weiß das Nachschlagewerk nichts. Warum der Politiker Höcke das besser gewusst haben soll, bleibt ein unaufklärbares Rätsel der modernen deutschen Justiz.
2. Juli 2026
Nicht ohne Behagen lese ich, wie sich im Amerikanischen das deutsche Wort Kitsch eingebürgert hat. Derzeit wird es bevorzugt auf die Hervorbringungen aus dem Trump-Lager angewendet. Mich hat dergleichen schon lange (auf deutsch) angewandelt, wenn ich die kulturellen Hervorbringungen jenseits des Atlantiks betrachtet habe, seien es Kirchen, Orden, Parlamentsgebäude, in Fels gehauene Präsidentenköpfe, aufgespritzte Frauenlippen und -brüste.
Kitsch (2): Es wäre nicht ohne Reiz, die heutzutage im Anglo-Amerikanischen verwendeten Lehnwörter insgesamt einer genaueren Betrachtung zu unterziehen, als da wären Kindergarten, Schadenfreude, Selbsthass, Angst. Sage also niemand, es gäbe sie nicht: die deutsche Leitkultur.
1. Juli 2026
Hatte mir fest vorgenommen, kein Wort über die Fußball-WM zu verlieren. Da hatte ich nicht mit Fritz dem Kanzler gerechnet. Der ist stolz, wie er gestern schreibt, auf die Gurkentruppe nach ihrer turnier-beendenden Nichtleistung. Man denkt zunächst: Macht er das extra? Nicht einmal sowas Simples wie Maulhalten, wenn’s beim besten Willen nichts zu tönen gibt, kriegt er hin.
Musste gestern in Jena im sommerlichen Baustellen-Chaos als Abholdienst an einer Arztpraxis kurz auf dem Kundenparkplatz von Norma anhalten. Ging, weil ich zu früh da war, hinein, eher ziellos, auch weil ich noch nie in einem solchen Laden war. Sowas Trostloses habe ich seit Langem nicht mehr gesehen: Innenraum, Warenangebot und Publikum. Kaufte ein Glas Spreewald-Senfgurken im Sonderangebot. Der Deckel ging zu Hause von alleine auf. Muss nichts bedeuten. War halt so.
Einkauf (2): Stadtauswärts im Globus von Isserstedt wie gewohnt durch die Intelligenz-Abteilung gestrolcht. Wunderbarer Fund: Die Kabbala. Dieses monströse Wunderwerk nachmittags in Teilen gelesen. Die dortige Traumdeutung könnte von Altmeister Freud stammen. Ist sie aber nicht, sondern bestenfalls umgekehrt. Alles ist durch und durch sexualisiert, was Rabbi Ismael seitenlang zum Besten gibt: Du hast deine Schwester beschlafen. Du hast eine verlobte Jungfrau beschlafen. Dein Weib hat mit vielen Männern Unzucht getrieben. Und so weiter und so fort. – Wichtiger Einwand, den ich schon schrill ertönen höre: Muss man nicht lesen, geschweige denn zitieren. Aber gedruckt verkaufen solle man es schon, wenn man die Firma Bertelsmann ist.
Der Blogger Ben Bernd wurde durch die Landesmedienanstalt von NRW zensuriert. Er soll Passagen aus seinem Interview mit dem Politiker Björn Höcke streichen (Neudeutsch: einordnen), weil sie nach dem Dafürhalten der Medien-Vögte nicht der Wahrheit entsprächen. Hier gilt es zweierlei zu unterscheiden. Die Behörde besitzt keine Befugnis, einschlägige Verwaltungsakte zu erlassen. Sie handelt grob rechtswidrig oder anders ausgedrückt: rechtsstaats-widrig. Das, was die beiden da erörtert haben, geht sie inhaltlich nichts an. Zum andern ist es so, dass die Behauptung der Behörde inhaltlich falsch ist. Wenn Höcke nämlich behauptete, der Slogan „Alles für Deutschland“ sei nicht das Motto der SA gewesen, dann stimmt das. Da gibt es nichts zu korrigieren.
30. Juni 2026
Ich hatte gar keine Vorstellung, dass China so groß ist. 42.000 Porsche wurden 2025 im Vorjahresvergleich weniger abgesetzt. Und auch dies: Ich habe noch nie einen Chinesen im 911 gesehen. Wird Zeit, dass ich das Land der Mitte, um diesem Manko abzuhelfen, bereise. Daneben bleibt die Erkenntnis: Die Absatzkrise, die sich zur Existenzkrise auswächst, wurde elektrisch betrieben.
Ich hätte nach meiner Wehrdienstzeit Scheidungsanwalt werden sollen. In Stade wurde gestern der Sorgerechtsstreit durch einen T-stämmigen mit dem Revolver gelöst: 6 Tote. Die Polizei spricht von einer Familienangelegenheit, die von der Herkunft des Täters ganz unabhängig sei. Sehr richtig bemerkt, denn wir sind – je nach Standpunkt – alle Allahs Kinder. – Greife zum Talmud, der immer noch als Fensterstopper im Wohnzimmer liegt (aber nicht gebraucht wird, da nicht mal ein laues Lüftchen weht): Seinerzeit gab es noch keine Revolver, jedenfalls wurden keine solchen als Wiedergutmachung in den Orient geliefert, soweit ich weiß. Dafür aber gab’s das Steinigen und das Anzünden. Steinigen, so schreiben die Autoren, sei die mildere Tötungsform für aufsässige Weiber. – Nicht, dass jemand auf blöde Gedanken kommt, das hier sind nicht meine Ideen, ich gebe nur wider, was manche Zeitgenossen heute noch für Gottes Wort halten.
Finde angesichts der Nachrichtenflaute des Nachts die Zeit, meine Reisefotos durchzumustern, um den Knips-Schrott zu löschen. Bei einigen wenigen zuckt der Löschfinger zurück. Die Kiche als Trutzburg. Ja, so waren sie, die Vorfahren der Ostsee-Anrainer: Sie kannten ihre Feinde.
29. Juni 2026
War was? Offenbar nichts, was mir in nachrichtenloser Zeit von Sonntag bis Sonntag (21.-28. Juni 2026) bei mildem skandinavischem Ostseewetter entgangen ist. Hier das Ergebnis nächtlichen Lumpensammelns: Der Iran betätigt nach seinem Belieben die Pforte zur Straße von Hormus und belehrt Seefahrer, die es nicht glauben wollen, mit Hilfe seiner Drohnen. Die USA reagieren prompt durch Luftschläge gegen die persische Küste, und die Israelis führen weiterhin Krieg zur Vernichtung der Palästinenser in Gaza, auf der Westbank und im Libanon – soviel Existenzrecht muss sein. Das lohnt sich offenbar, denn Israels Wirtschaft boomt, wie ich bei Godel Rosenberg auf Tichys Einblick lese.
Nichts Neues (2): Die US-Boys versuchen, durch Reisediplomatie die Staaten am Golf gegeneinander aufzubringen, nachdem sich die Schwergewichte dort – Saudi Arabien und Oman – der pakistanischen Initiative, gemeinsam mit Persien und der Türkei, eine komplett neue Sicherheitsarchitektur im Mittleren Osten zu schaffen, anzuschließen scheinen. Das bedeutet auf gut deutsch: Ami go home. Ja, das wäre dann, wenn man den jüngsten Krieg daselbst und sein mutwilliges Auslösen durch die amerikanisch-israelische Allianz dagegenhält, etwas anderes als die im März 2026 voreilig verkündeten Siegesnachrichten.
Nichts Neues (3): Bill Gates musste vor dem Epstein-Untersuchungsgremium des Kongresses aussagen. Nein, erpresst worden sei er durch den langjährigen flüchtigen Bekannten nicht (womit auch?). Er habe sich lediglich gewundert, dass dieser in Emails auf Affären, die er nunmehr bedauere, unbegreiflicher Weise unschön angespielt habe. Er habe daraufhin, wie bei solchen Fällen gute Gepflogenheit, seine Anwälte beauftragt, sich um die Sache zu kümmern.
Nichts Neues (4): VW, BMW, Mercedes melden schlechte Zahlen – sehr schlechte Zahlen sogar. Es lohnt sich nicht das Einlesen ins veöffentlichte Betriebswirtschafts-Chinesisch. Und die Bahn schafft es, bei einem Software-Update das Gesamtunternehmen radikal zum Stillstand zu bringen. Es soll sich um die Komponente Zugfunk gehandelt haben. Nach dem Motto: Alle Räder stehen still | wenn’s die Cloud nun mal so will.
Den nachfolgenden Artikel von Egon W. Kreuzer stelle ich zur Diskussion. Er beschreibt eine unerfreuliche Sicht auf die Möglichkeiten, Kriege auszulösen, die Schwierigkeiten, sie wieder zu beenden, und den Veranlasser der jetzigen Misere: Donald Trump.
Das jüngste Gemetzel in Nahost begann am 28. Februar 2026. Dieser Krieg beruht, so wie es in der Weltpolitik nur zu häufig zu beobachten ist, auf zwei einander feindseligen, unversöhnlichen Standpunkten, die dann schließlich in einen heißen Krieg einmünden. Mit anderen Worten: Der Gewaltausbruch kam nicht aus dem Nichts, sondern er hat eine lange Vorgeschichte. Genau genommen hat er deren zwei. Es geht um zwei miteinander unvereinbare Geschichtserzählungen, zum einen um die Persiens und zum andern um die der Juden und – hiervon unentwirrbar – die des Staates Israel.
Historischer Vorlauf
Persien hat eine über Jahrtausende währende Geschichte. Diese hier nachzuzeichnen, würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen. Deswegen mag der Hinweis genügen, dass die Perser nach einem über mehrere Jahrhunderte andauernden Anlauf im 6. vorchristlichen Jahrhundert die beherrschende Weltmacht in Asien wurden. Nach ihrem Niedergang als Weltmacht verschwand das Reich der Perser indessen keineswegs, sondern blieb als eine unübersehbare mächtige Land- und Volksmasse dort bestehen, wo wir es heute noch vorfinden.
Unbestritten ist, wenn man nicht aus ideologischen Gründen weltfremd ist, der hohe Rang der frühen persischen Kultur in der Geschichte der Menschheit. Ich erwähne diesen Umstand, weil die Perser selbst den größten Wert darauf legen. Sie selbst bezeichnen sich als Nachkommen der Indogermanen und grenzen sich schon aus diesem Grund von den benachbarten arabischen Völkern ab, denen sie sich geistig überlegen fühlen.
Man muss diesen Standpunkt keineswegs teilen, sollte ihn aber wenigstens zur Kenntnis genommen haben – besonders dann, wenn man sich anschickt, Persien als Feindstaat zu behandeln. Dies besonders dann, wenn man die Sicht auf Persien durch den Umstand zu verkürzen droht, dass an dessen Spitze ein schauerliches Mullah-Regime steht. Das stimmt zwar, doch führt solche Verkürzung leicht zu Fehleinschätzungen, für die der in diesem Aufsatz behandelte Krieg reiches Anschauungsmaterial bietet.
Persien und die modernen Großmächte
Im 19. Jahrhundert waren die kolonialen europäischen Großmächte damit beschäftigt, die noch unverteilte Welt zwischen sich aufzuteilen. Die Perser gerieten dabei zwischen die russische und britische Zange, die Russen von Norden und die Engländer vom Süden her. Aus den Weltkriegen konnte sich das Land heraushalten, jedoch um den Preis der Aufteilung in Einflusszonen. Den Anreiz lieferten die zu erwartenden reichen Ölfunde. Hierbei hatten die Engländer nach dem für Russland verheerend ausgegangenen Ersten Weltkrieg deutlich die Nase vorne.
Geradezu symbolisch war der erste Treffort der drei künftigen Sieger des Zweiten Weltkrieges. Sie wählten im November 1942 Teheran, wo sie die ersten weitreichenden Absprachen über die zukünftige Aufteilung der Welt vornahmen. Mit am Tisch in Teheran also die US-Amerikaner, die sich von diesem Moment an von dieser Stelle auf absehbare Zeit nicht mehr wegbewegen sollten. Sie würden eher Monate als Jahre brauchen, um das strauchelnde britische Imperium vom persischen Öl zu verdrängen.
Einen ersten überraschenden und nahezu entscheidenden Einbruch erlebten die Amerikaner, als sich die von ihnen zum Abschütteln des Schah-Regimes gedrängten Perser dafür entschieden, eine Regierung ins Amt zu wählen, die den Ausverkauf des persischen Öls an Fremde zu stoppen versprach. Diese demokratisch gewählte Regierung des persischen Ministerpräsidenten Mossadegh wurde durch einen von der CIA orchestrierten Putsch um ihr Amt gebracht und durch ein von der USA wiedereingesetztes Schah-Regime der Pahlewi-Familie ersetzt.
Es gehört zu den Routine-Erzählungen im Westen, dass es dem Land, auf westlichem Niveau und mit westlichen Werten lebend, fortan glänzend ging, so dass es nahezu unbegreiflich erscheint, wie 1979 eine national-religiöse Revolution in Persien überhaupt stattfinden und sich zudem an die Macht setzen konnte, an der sie sich noch heute befindet. Die nach 1979 folgenden Jahrzehnte waren von Auseinandersetzungen mit den dortzulande entmachteten Amerikanern geprägt, von denen vor allem die über 400 Tage andauernde Besetzung der US-Botschaft in Teheran und der gescheiterte US-amerikanische Versuch, die dortigen Geiseln mit Hilfe eines groß angelegten Kommando-Unternehmens zu befreien, in der Erinnerung der Völker zurückgeblieben sind.
Mit dem Untergang der Sowjetunion (1989-92) wurde vor allem in den USA die Auffassung Allgemeingut, dass nunmehr ihre Zeit als Einzige Weltmacht angebrochen sei. Diese Änderung der Weltmachtdoktrin führte in unmittelbar folgende außen- und militärpolitische Aktionen, von denen hier bei uns in Deutschland die Nato-Osterweiterung die bekannteste ist, zumal sie auf geradem Wege in den Ukraine-Krieg führte. Doch weltpolitisch zumindest gleichbedeutend ist der amerikanische Anlauf, die Welt im Nahen und Mittleren Osten in ihrem Sinne neu zu ordnen. Man griff zu den bekannten Mitteln wie der Propaganda, der inneren Einmischung, der Sabotage, des Wirtschaftskrieges und des militärischen Angriffs. Die hiervon betroffenen Staaten waren Libanon, Syrien, Irak, Jemen, Libyen, Ägypten. Schließlich kam der Iran an die Reihe. Davon ist in diesem Aufsatz die Rede.
Die Sonderrolle der jüdisch-israelischen Vorgeschichte
Nichts annähernd Ähnliches wie zur persischen Vorgeschichte gibt es von der politischen Geschichte der Juden zu berichten. Insbesondere ist angesichts der soeben skizzierten Geschichte Persiens die gern wiederholte Behauptung unzutreffend, dass kein Volk wie das jüdische eine so lange währende Geschichte überblicken könne. Die jüdische Geschichte ist vielmehr von anderer Art. Es handelte sich beim jüdischen Volk in jenen vorchristliche Jahrhunderten um mehrere weltpolitisch unbedeutende Stämme von Wüstenbewohnern, die fast durchweg unter Fremdherrschaft lebten. Nach einer gewaltsamen Auflehnung gegen die römische Weltmacht im ersten nachchristlichen Jahrhundert wurde der in jenen Tagen nur noch rudimentär bestehende jüdische Staat gewaltsam aufgelöst.
Die Bedeutung des Judentums für die Geschichte der Menschheit ist damit nicht annähernd erschöpfend umrissen. Ganz im Gegenteil, aus der jüdischen Religion entsprangen die beiden Eingott-Religionen, welche vor allem die westliche Welt, aber nicht nur diese, über zwei Jahrtausende hinweg dominiert haben. Ohne den Juden-Gott Jehova wären Christentum und Islam nicht entstanden. Versatzstücke der jüdischen Religion geistern noch heute im Denken der ehemaligen Christenheit und der real existierenden Welt des Islam herum.
Um es zu wiederholen: Die Geschichte des jüdischen Staates endete im ersten nachchristlichen Jahrhundert mit der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n.Chr. durch die Römer. Nach einem neuerlichem Aufstand (132-135 n.Chr.), benannt nach dessen Anstifter Bar Kochba, erfolgte die endgültige Vertreibung der Juden aus Palästina.
Erst knapp zweitausend Jahre später zur Jahrhundertwende auf das 20. Jahrhundert gewann der Gedanke an einen Judenstaat wieder eine konkretere Gestalt. Die einschlägigen Konzepte und die Werbung unter den weltweit verstreut lebenden Juden für ein solches Projekt fasste man unter dem Begriff des Zionismus zusammen. Dessen Erfinder und zugleich einflussreicher Promotor war der österreichische Journalist Theodor Herzl. Dessen grundlegende, knapp hundertseitige Propaganda-Schrift mit dem Titel Der Judenstaat erschien erstmals 1896.
Die Aussicht auf einen Judenstaat wurde konkreter, als 1917, also mitten im Ersten Weltkrieg, der damalige britische Außenminister Lord Balfour eine (später nach ihm benannte) Erklärung öffentlich machte. Es handelte sich um eine Art von Schenkungsversprechen an die Juden der Welt für ein eigenes Siedlungsgebiet in Palästina. Das war ein Landstrich, der gar nicht zum British Empire, sondern zum Osmanischen Reich (der heutigen Türkei) gehörte. Nach der türkischen Niederlage Ende des Jahres 1918 wurde Palästina unter dem beschönigenden Begriff eines Mandats-Gebietes britischer Kolonialbesitz. Er wurde von den Engländern angesichts der verschiedenen Ethnien und religiösen Gruppierungen nach dem alten und erfolgreichen Prinzip des Teile-und-herrsche geführt, wobei die Spannungen sich dadurch verschärften, dass die britischen Kolonialherren die jüdische Einwanderung nach Palästina zunächst wohlwollend förderten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die britische Herrscher-Herrlichkeit zu Ende. Sie scheiterte am jüdischen Terrorismus gegen die Kolonialmacht. Ebenso scheiterte ein Teilungsplan der noch jungen UNO, der eine staatliche Selbständigkeit für Juden und Palästinenser in getrennten Siedlungsräumen anstrebte. Auch in diesem Fall siegte die Gewalt, die bevorzugt von jüdischer Seite ausging, als man sich Gebiete aneignete, die erkennbar nicht zu den jüdischen Siedungsgebieten gehörten. Vereinfacht gesagt: Fortan wollte das jüdische Mündel Vormund sein. So hängen die Dinge zusammen.
Daran zu erinnern erscheint notwendig, wenn heutzutage vom Existenzrecht Israels die Rede ist. Mit anderen Worten: Ohne die Balfour-Erklärung, die Zulassung jüdischer Einwanderung und den drei Jahrzehnte später erfolgten Rückzug der Briten aus Nahost gäbe es heute keinen Staat Israel. Wer diese noch nicht sehr weit zurückliegende Landumverteilung nicht als Anspruchs-begründend für das Existenzrecht Israels ausreichend sein lassen will, der muss schon das Alte Testament mit den einschlägigen Landnahme-Erzählungen bemühen. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass das nicht jedermanns Sache ist.
In der Zeit vor und nach der Staatsgründung Israels (1948) haben die dort lebenden Juden Krieg um Krieg gegen alle ihre Nachbarn geführt. Dieses Verhalten war nur möglich, weil sie sich auf eine finanzstarke jüdische Lobby, vor allem in den USA, stützen konnten. Diese Unterstützung war von Beginn an entscheidend, wenngleich sie zunächst mit der offiziellen US-Politik nicht übereinstimmte, der es darum zu tun war, das sich in Luft auflösende Britische Empire zu ersetzen und hierbei die arabischen Staaten nicht zu verärgern. In amerikanischen Darstellungen wird dieses zionistische Israel-Sponsoring daher als „privat und illegal“ bezeichnet. Ab Ende der 1950er Jahre änderte sich dann die amerikanische Position, nachdem es den USA misslungen war, in Ägypten Fuß zu fassen. Die israelische Lobby übte nunmehr ganz unverhohlen entscheidenden politischen Einfluss auf die offizielle US-Politik aus, wenn es zum Beispiel darum ging, in internationalen Gremien, wie der UNO, das Gewicht der Veto-Macht USA in die Waagschale zugunsten Israels zu werfen.
Dieser pro-israelische Vorgang ist auch im aktuellen Kriegsgeschehen gegen den Iran zu beobachten. Der Angriff der israelisch-amerikanischen Koalition gegen den Iran ist ohne die amerikanische Akzeptanz der offenbar aus Israel stammenden Anstiftung kaum vorstellbar. Es ist umstritten, ob es für diesen Angriff gute Gründe gab, die ein solches Vorgehen gerechtfertigt erscheinen lassen. Die Angreifer-Seite behauptet dies und spricht von einem Präventiv-Schlag zur Wahrung des Existenzrechts Israels. Es sei u.a. darum gegangen, die nahe heranrückende Fertigstellung der iranischen Atom-Bewaffnung zu verhindern. Dieses Vorhaben sei, so die israelische Führung, essentiell, da der Iran seit der Revolution von 1979 dem Staat Israel mit der Vernichtung drohe.
Die Gegner dieses Standpunktes tragen vor, dass die israelischen Behauptung ein Vorwand für die Schaffung eines Großisrael im Nahen Osten sei, während es den US-Amerikanern vor allem darauf ankomme, die Hand auf die persischen Ölvorkommen zu legen. Das Vorgehen gegen den Iran sei ein Puzzle-Teil der seit den frühen 1990er Jahren verfolgten US-Strategie, den Nahen Osten Staat um Staat unter US-Kontrolle zu bringen.
Alle die in diesen Komplex gehörigen, in den 1990er Jahren begonnenen US-Aggressionen führten zur Destabilisierung der hiervon betroffenen Staaten: Libanon, Ägypten, Syrien, Libyen, Irak. Der Angriff auf den Iran schien diesem Muster zu folgen, doch das gewünschte Ergebnis der Vernichtung des herrschenden Regimes trat in diesem Fall nicht ein – jedenfalls bis zu dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe.
Der Kriegsverlauf
Es erscheint mir müßig, den bisherigen Kriegsverlauf, dessen Ende noch nicht klar abzusehen ist, in diesem Text genau zu beschreiben. Es genügen einige Eckpunkte. Der Krieg begann mit dem israelisch-amerikanischen Überraschungsangriff, der durch Raketenbeschuss gezielt die geistlichen Führer des Landes tötete. Der durch dieses Kriegsverbrechen für sicher gehaltene Erfolg blieb jedoch aus. Der nur scheinbar enthauptete Iran streckte nicht nur nicht die Waffen, sondern er begann, sich zur Überraschung der Angreifer wirkungsvoll gegen diese zu wehren.
Obschon das US Central Command, das von Stuttgart aus die Iran-Aktion ins Werk setzte, alsbald den erfolgreichen Luftangriff auf über 10.000 Ziele meldete und unter diesen mit Schwerpunkt die Zerstörung der persischen Raketenabschuss-Basen, häuften sich die iranischen Raketen- und Drohnenangriffe auf Ziele in Israel und auf US-Militärbasen im gesamten Nahen Osten. Es begann ein Wettlauf der Raketen- und Drohnen-Arsenale, wobei mit zunehmender Länge der Auseinandersetzung die Fähigkeit der israelisch-amerikanischen Koalition abnahm, sich mit Raketenabwehr-Raketen gegen die persischen Attacken erfolgreich zu wehren. Da die Perser in ihre Angriffe auch Ziele in den Golfanrainer-Staaten einbezogen, zeigte sich angesichts der dortzulande bei Ölförderanlagen und Raffinerien angerichteten Schäden, dass die USA als jahrzehntelange Schutzmacht nicht in der Lage waren, ihren Schutzversprechungen auch nur ansatzweise zu genügen.
Damit nicht genug: Mit der Sperrung der Straße von Hormus ab Anfang März 2026 versetzte der Iran der Weltwirtschaft einen schweren Schlag, der zum rasanten Anstieg der Preise für Öl und Erdgas führte. Die ultimativ vorgetragene Forderung der USA an die anderen Nato-Staaten, sich an einer gewaltsamen Öffnung der Straße von Hormus zu beteiligen, wurde von diesen bereits im März durch die Bank abgelehnt. Sehr schnell wurde deutlich, dass auch die US Navy sich diesen Angriff nicht zutraute, bzw. traute.
Stattdessen gingen die USA dazu über, gegen den Schiffsverkehr von und nach Persien eine umfassende Seeblockade der gesamten persischen Küste zu verhängen – letztlich also eine Blockade der Blockade. Die Wirksamkeit dieser US-Kriegführung gilt als umstritten. Es wurde nämlich nicht nur der Handelsverkehr Persiens zu seinem Nachteil blockiert, was jedoch offenbar nur zum Teil gelang, sondern die Blockierer schädigten sich auch selbst. Etwas mühsam durchdrang den westlichen Propagandavorhang, wie sehr auch der gesamte Westen einschließlich der USA von diesen Maßnahmen nachteilig betroffen war. In den USA beispielsweise gingen die Vorräte der nationalen Ölreserven zur Neige. Genau dieser Umstand macht es verständlich, warum die USA im Juni darauf drängten, mit dem Iran zu einer Verständigung zu gelangen.
Der Ansehensverlust der USA als Weltmacht wurde folglich unübersehbar, und als der Iran dazu überging, den weiterhin stattfindenden Export des eigenen Öls nicht mehr auf Dollar-Basis, sondern mit Krypto-Währungen oder in chinesischen Yuan abzurechnen, wuchsen die Zweifel der Golf-Anrainer beträchtlich. Hatten Staaten wie Saudi Arabien zu Beginn des Krieges noch öffentlich erwogen, mit eigenen Truppen am Iran-Krieg teilzunehmen, so machten sie spätestens Ende März 2026 eine Kehrtwende und versuchten, Wohlverhaltens-Abkommen mit dem Iran einzufädeln: Durchlass ihrer Schiffe durch die Straße von Hormus gegen Zahlung einer beträchtlichen Maut (umgerechnet ca. 2 Mio US-Dollar pro Tanker) an die persische Staatskasse.
Der nächste auffällige Schritt war die Auflösung des Kartells erdöl-exportierender Staaten OPEC. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Austritt am 29. April 2026 erklärt. Sie waren vor dem Krieg einer der großen Erdölexporteure der Welt. Inwieweit sie durch diesen Schritt das Wohlwollen Persiens erkaufen wollen, ist bestenfalls spekulativ beantworten.
Man kann zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen nicht erkennen, wie das alles einmal enden wird. Klar ist nur schon jetzt: die USA haben über den konkreten Ausgang dieses Krieges hinaus eine strategische, ja welt-strategische Niederlage erlitten. Die beiden anderen Weltmächte – Russland und China – haben die Gelegenheit genutzt, auf den massiven Widerstand des Iran aufzusatteln, indem sie diesen mit Waffen und Informationen versorgt haben. Es wäre den Persern sonst kaum in der Weise, wie es geschehen ist, möglich gewesen, den USA, den Israelis und den Golfanrainern so wirksame Schläge zuzufügen.
Die erzielten Ergebnisse gehen also weit über einen möglichen konkreten Kriegsausgang hinaus. Persien ist auf dem Weg zur Führungsmacht im Nahen Osten, und die USA sind dabei, ihre Vormachtstellung dort einzubüßen. Sie wissen es nur selbst noch nicht, zumal ein großsprecherischer Präsident sich und seinem Land einzureden versucht, er habe den Krieg bereits gewonnen. Hierbei zeigten sich deutliche Hinweise von Größenwahn, denn Trump präsentierte sich im April 2026 in einem KI-generierten Gemälde als Messias. Ich hielt seine einschlägigen Posts zunächst für eine Fälschung von böswilligen Anti-Trump-Propagandisten. Doch ich irrte mich.
Die Wirklichkeit sieht anders aus, als die US-Propagandisten und deren Satrapen es uns glauben machen wollen. Die Folgen einer Niederlage zeigten sich nicht nur an den Benzinzapfsäulen, wo die Preise nach oben schossen, sondern vor allem auch im schrittweise Abbau des Dollars als Öl-Zahlungsmittel und damit einhergehend als Weltreservewährung. Hierdurch werden die gewohnten Dollareinnahmen des Staates USA so drastisch zusammenschmelzen , dass die Gesellschaft dortzulande ihre gewohnte Wohlstandsbasis zu verlieren droht. Wie sich die USA hierdurch notgedrungen verändern werden, kann niemand, der bei Verstand ist, exakt vorhersagen.
Die Sonderrolle Israels beim derzeitigen Versuch der USA, aus diesem Krieg wieder zu entkommen
Unabhängig von einem möglichen Kriegsausgang bleibt noch ein Randgedanke, den Staat Israel betreffend, zu erörtern: Die beiden Angriffe auf den Iran im Juni 2025 (12-Tage-Krieg) und am 28. Februar 2026 haben eines kaum abweisbar ans Licht gebracht: Der Anstifter der beiden Angriffskriege saß in Israel. Das lässt sich vordergründig an einer einzelnen Person festmachen, die hierfür die Verantwortung trägt. Es ist Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der aus seinem Tun, vor allem 2026, keinen Hehl mehr gemacht hat. Doch es wäre ein schräges Helden-Epos, ihm allein die Auslösung dieser Krieges zuzuschieben. Es ist vielmehr so, dass es eine Fronde superreicher Zionisten unter der Führung einer Frau namens Miriam Adelson in den USA gibt, die bei der Auslösung dieser Kriege nicht hinweggedacht werden kann.
Die Motive dieser Kriegspaten zu beschreiben, hat ein Heer von zustimmenden und verdammenden Welterklärern auf den Plan gerufen. Was sie vorzubringen haben, passt unter keinen gemeinsamen argumentativen Hut. Da sind religiöse Fanatiker ebenso vertreten, wie strikte Rassisten, Weltuntergangs-Propheten, jüdische Weltherrschafts-Vertreter und Weltherrschafts-Anklägern, Existenzrecht Israels-Befürworter, Holocaust-Leugner, Büßerhemdträger, Wiedergutmacher und was auch immer. Der Leser suche sich etwas aus.
Es macht Mühe, sine ira et studio den zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen vermutlich in Israel vorherrschenden Pro-Krieg-Standpunkt zu verstehen. Was also ist es, was angeblich zudem die große Masse der Juden auf dieser Welt eint? Es ist, so liest man es landauf landab das Existenzrecht Israels. Dazu ist weiter oben bereits das Notwendige gesagt. Hinzuzufügen wäre, dass die Zeitgenossen, die dieser Meinung sind, eher eine lautstarke Minderheit in dieser Welt sind. Da diejenigen in dieser Gruppe, die sich selbst als Juden definieren, in großer Zahl keinen Hehl daraus machen, dass sie an den jüdischen Gott Jehova nicht glauben, fragt sich der außenstehende Beobachter mit neugierigem Interesse, was denn der Kitt ist, der diese Menschen zusammenhält.
Meine Antwort kann bestenfalls einen unvollkommenen Versuch bedeuten. Wir stoßen bei der Suche nach dem, was das Jude-sein ausmacht, auf zwei unterschiedliche Hauptquellen: Das Auserwählt-sein und das ständige Verfolgt-sein. Erst die Kombination von beidem (auserwählt, um ständig verfolgt zu werden) schafft ein Zusammengehörigkeits-Moment, das sich fast notwendig in Aggressivität äußern muss, denn wer überall und auf unabsehbare Zeit verfolgt wird, hat kaum eine andere Wahl, als unterzugehen oder gegen seine Feinde loszuschlagen. Jüdische Judentums-Erklärer sprechen in diesem Zusammenhang von Muskeljuden. Es versteht sich am Rande, dass diese Idee vom Muskeljuden von vielen Nicht-Juden nicht geteilt wird. Sie wird vielmehr als Kampfansage verstanden.
Bei uns zulande überwiegen die veröffentlichten Auffassungen der Israel-Versteher. Je weiter man sich geographisch von Deutschland entfernt, desto weniger sind dieselben anzutreffen, vom Nahen Osten selbst ganz zu schweigen. Dort wird Israel als raumfremde Macht bezeichnet, die es zu beseitigen gelte. Noch einmal: Besonders bei uns in Deutschland wird auf solche Auffassungen mit Empörung reagiert, wobei mir zugleich eine gewisses Schizophrenie beigemischt zu sein scheint, wenn dieselben Leute, die vom Existenzrecht Israels reden, vor der Wirklichkeit der in unserem Land agierenden und agitierenden muslimischen Ausländer-Massen die Augen verschließen, die mutwillig ins Land gelassen wurden und nun unverhohlen Judenhass auf offener Straße predigen.
Dies vorausgeschickt, ist es bei nüchterner Lagebeurteilung an der Zeit, einen Standpunkt – allein an den deutschen Interessen ausgerichtet – zu formulieren. Die deutsche politische Klasse weicht dieser Notwendigkeit, ebenso wie in vielen anderen Problembereichen, aus, indem sie diejenigen, die sich um einen vertretbaren Standpunkt bemühen, als Nazis oder Antisemiten verteufelt. Diese Ignoranz muss nahezu zwangsläufig in eine innenpolitische Explosion einmünden.
Die jüngste Entwicklung und das Memorandum of understanding
Zurück ins Geschehen vor Ort. Am 18./19. Juni haben die USA und der Iran ein Memorandum of understanding (MOU) unterzeichnet, binnen einer Sechswochenfrist das Kriegsgeschehen im Verhandlungswege zu beenden. Das Memorandum enthält die folgenden Themen: sofortige Beendigung des Waffeneinsatzes, einschließlich desselben im Libanon, sofortige Beendigung der US-Seeblockade vor Persien, sofortige Öffnung der Straße von Hormus, Beendigung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, Freigabe der in den USA eingefrorenen persischen Vermögen, amerikanische und arabische Zahlungen in einen milliardenschweren Wiederaufbaufonds, Verhandlungen über die Durchlassrechte der Straße von Hormus und Verhandlungen über die Nuklearindustrie des Iran, insbesondere über die Uran-Anreicherung.
Zu den Besonderheiten dieses Abkommens gehört es, dass die jeweiligen Verbündeten mit einbezogen werden, ohne dass sie mit am Verhandlungstisch saßen, auf US-amerikanischer Seite also Israel. Die Israelische Regierung hat sogleich erklärt, dass sie sich hieran nicht zu halten gedenke. Sie ist nicht bereit, sich aus dem Libanon wieder zurückzuziehen. Der Iran hat unmittelbar darauf die Straße von Hormus wieder partiell geschlossen und ist dazu übergegangen, diese Schließung durch Drohnen und Schnellbootbeschuss von Blockadebrechern durchzusetzen. Die USA haben daraufhin erneute Luftangriffe gegen die persischen Küstenbefestigungen geflogen. Der Krieg dümpelt seitdem auf kleinstmöglicher Flamme vor sich hin.
Politische Ereignisse und ein mögliches Ende des Konflikts
Während der Krieg irgendwie nicht zum Stillstand kommen will, ist Bewegung in die politischen Aktivitäten gekommen. Hierbei ist zu bemerken, dass es nicht möglich ist, irgendeine in etwa bündige Äußerung aus dem Mundes des US-Präsidenten zum Beurteilungsmaßstab zu erheben, da dieser sich von Tag zu Tag anders und häufig genug widersprüchlich einlässt. Wenn überhaupt eine gewisse Kontinuität festzustellen ist, so betrifft diese seine Einlassung, dass Amerika groß und seine Armee siegreich ist. Dass dies mit der wahren Lage in Nahost nicht übereinstimmt, wurde bereits dargestellt.
Aus diesem Grunde konzentrieren sich US-Beobachter auf den Vizepräsidenten. Dieser äußerte sich vor wenigen Tagen hinsichtlich der von ihm selbst mitausgehandelten Waffenruhe, es komme jetzt darauf an, die geschwundenen Öl-Reserven wieder aufzufüllen. Danach werde man weitersehen. Diese Stellungnahme ist weltweit vielfach so verstanden worden, als wollten die USA nach dem Auftanken den Krieg wieder weiterführen. Das ist nicht auszuschließen.
Es wundert daher nicht, dass einige Schwergewichte in der Region offenbar nunmehr praktische Konsultationen aufgenommen haben, um eine Sicherheitsarchitektur des Mittleren und Nahen Ostens zu erörtern und ggf. aufzubauen, die ohne Beteiligung der USA wirksam werden soll. Die Nachrichten hierüber sind ab Ende Juni 2026 nicht mehr zu übersehen. Die beteiligten Staaten sind Pakistan, Iran, Türkei und Saudi Arabien, ziemlich sicher auch Oman und ggf. der Jemen. Auffällig ist Pakistan als Atommacht, die wesentlich als Mediator an den derzeitigen Absprachen zwischen den USA und dem Iran beteiligt war, und die Türkei, eine Mittelmacht mit Großmachtambitionen, von der nicht klar ist, wie weit ihre Neuausrichtung mit der gleichzeitigen Nato-Mitgliedschaft harmoniert. Unbekannt sind die ggf. wohlwollenden Unterstützungs-Handlungen aus Russland und China. Wie auch immer man dies im Einzelnen ansieht, diese Einigungsbemühungen sind deutlich anti-amerikanisch. Das ist umso verständlicher, als die militärischen Hauptbasen der USA in der Region zerstört oder doch zumindest schwer beschädigt worden sind.
Wie wird die Kampagne gegen den Iran letztlich ausgehen? Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht. Es sind mehrere Varianten vorstellbar: a) Der Krieg schläft nach Öffnung der Straße von Hormus irgendwie ein. Die schwer beschädigte Weltwirtschaft erholt sich wieder. b) Die Perser akzeptieren das neuerliche Vernichtungsgeschehen in den an Israel angrenzenden Gebieten nicht, schließen erneut die Straße von Hormus und verursachen hierdurch erneutes gewaltsames Vorgehen Israels und der USA, die sich einer wirtschaftlichen Katastrophe konfrontiert sehen. c) Im Verlauf der wiederaufgeflammten Gewalt gerät Israel durch persische Luftangriffe an den Rand einer existenzvernichtenden militärischen Niederlage, so dass Israel selbst oder die USA Atomwaffen einsetzen. Was hierauf folgt, lässt sich beim besten Willen nicht vorhersagen. Man sollte indessen im Auge behalten, dass China durch einen hochrangigen Regierungsvertreter bereits vor Wochen, am 13./14. April 2026, angedroht hat, dass es in diesem Fall innerhalb von Tagen kein Israel mehr geben werde.