Monat: Juli 2026

Schilda an der Ilm – das Sudelbuch XXII

21. Juli 2026

Sie ist die Frau von… oder die Tochter von… Für die so Bezeichnete oft kein Zuckerschlecken, zumal wenn sie selbst etwas darstellt. Ein solcher Fall, so dachte ich, lag womöglich vor, als ich Karten für einen Auftritt der amerikanischen Sängerin Sophie Auster geschenkt bekam, von der mir sogleich versichert wurde, sie sei die Tochter des bekannten Autors Paul Auster. Von dem kannte ich den Namen, sonst nichts. – Das Konzert fand ich schrecklich, meine Begleiterinnen waren empört – über mein Banausentum.

Auster (2): Die Sängerin, so wurde ich belehrt, hätte nicht nur einen berühmten Vater (Paul, ich sagte es bereits), sondern auch eine sensationelle Mutter, die skandinavisch-stämmige Siri Hustvedt, eine blonde Riesin aus Minnesota, die ebenfalls berühmte Werke verfasst habe. Eines davon las ich gestern („Die zitternde Frau“), eine tiefschürfende Krankengeschichte ihrer selbst über Migräne, Hysterie, Epilepsie und verwandte Themen. Ich war und bin beeindruckt. Im Netz der Erkenntnis bleibt ein merkwürdiger Umweg, um auf eine bemerkenswerte Lektüre zu stoßen. Immerhin.


20. Juli 2026

Fritz schmollt. Beschimpft angeblich eine ZDF’lerin wg. unbotmäßger Behandlung. Wie hätte er’s denn gern. Jetzt will er schon wieder aufbrechen. Fritz, wohin denn? Nach Russland? Sofort Abtreten wäre die bessere Lösung – jedenfalls für Deutschland.

Aufbruch (2): Heute will GB seinen Prime Minister wechseln (den Namen des Neuen werde ich mir nicht merken). Der wird bekanntlich nicht gewählt, sondern vom König ernannt. Warum? Ist halt so. Seit Jahr und Tag habe ich die Inseln gemieden, die für mich einmal ein tolles Reiseziel waren mit ihren spleenigen Leuten. Nur London habe ich umgangen.

Aufbruch (3): Seit Amelia kommt wieder eine zarte Hoffnung auf. Man erinnere sich an dieses völlig nach hinten losgegangene Belehrungsfilmchen der woken Regierung, die das Volk der Engländer mit der bösen lilahaarigen Rassistin abschrecken wollte. Doch die junge KI-Dame wurde zum heißgeliebten Schlager. Merke: Gut gemeint war in diesem Fall gut gemacht, aber anders als gedacht. Jetzt ist sie wieder da (I’m English). Na bitte:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Amerika im Krieg: Es läuft nicht so toll, deswegen wird die Siegespropaganda, in der laufend Explosionen gezeigt werden, neuerdings von Wir-haben-auch-Verluste flankiert, die zur Begründung von neuerlichen Rache-Angriffen herhalten müssen: Heute Nacht starb wieder ein US-Soldat, die Nacht davor zwei, und das in Jordanien, damit seit Kriegsgbeginn im Februar 17 Mann. Die Zahlen nehmen wir zum Nennwert und ergänzen: mindestens 17, vermutlich aber ein Mehrfaches im zweistelligen Bereich.

Smoke rises from an explosion at an unknown location, during what U.S. Central Command (CENTCOM) says are strikes on Iran, in this screen grab taken from a handout video released on July 18, 2026. (U.S. Central Command/Handout via Reuters)
US Military Strikes Iran After Deaths of 3 US Service Members


19. Juli 2026

Sonntagsfrage: Warum ist heute früh am Morgen gar nicht Klima, sondern ziemlich kühl, obwohl die Menschen draußen im Lande glauben, dass die Wärme der letzten Tage am Klima liege.

Über Nacht (2): Der Widerstand gegen das Selbstverständlche hat genau einen Tag gedauert, dann hat Jens im Mutterglück das Handtuch geworfen. Jetzt haben die Polit-Experten die nächsten Wochen Zeit und Thema, sich mit dem Warum und dem Wohin zu befassen, und der Betroffene, seine Schwangeschaftsstreifen (gegen Zuzahlung) behandeln zu lassen.

Spahn (2): Noch mal in Ruhe und ohne den naheliegenden Spott über die Causa nachdenkend: Ist doch erstaunlich, wie weit es die eher schlichten Mitglieder der Junge-Führer-Clique des Klaus Schwab gebracht haben. – Apropos: Wo ist eigentlich die Annalena Bb. geblieben?

Schilda an der Ilm – das Sudelbuch XXI

18. Juli 2026

Die Auguren murmeln hinter vorgehaltener Patschhand, dass Jens im Mutterglück weg müsse. Er sieht das natürlich anders und teilt deswegen mit, er könne über den wie auch immer geforderten Rücktritt gar nicht alleine entscheiden. Dies sei schließlich Sache der CDU-Fraktion, und die komme erst im September wieder zusammen. Nörgler werden jetzt vermutlich einwenden, das sei blühender Unsinn, doch ich gebe zu bedenken, Jensens Worte nicht auf die Goldwaage zu legen, denn, wie wir alle wissen, befinden sich junge Mütter nur allzu oft im hormonellen Ausnahmezustand.

Jens (2): Stattdessen sollten sich die Menschen draußen im Lande auf das Wesentliche konzentrieren. Mir zum Beispiel gefällt der Jens sehr gut mit der gestern zur Schau gestellten Frisur, die man früher einen Popo- oder schlicher: Po-Scheitel genannt hätte.

Das US-CentCom in Stuttgart meldet sich aus dem Golf-Krieg zu Wort. Man habe in den letzten Tagen 6.500 militärisch wichtige Ziele getroffen, gestern erst einen Leuchtturm in der Straße von Hormus, und der Don teilt mit, nächste Woche werde es dann richtig losgehen mit ziviler Infrastruktur wie Brücken und Kraftwerken und zwar so lange, bis die persischen Untermenschen wieder am Verhandlungstisch erscheinen. Wir lassen mal beiseite, dass das bereits seit Monaten vernichtete iranische Raketenpotenzial erneut Ziele im Inselstaat Bahrain, der den US-Boys nach wie vor als Flugzeugträger dient, und erstmals einen US-Stützpunkt in Syrien angegriffen hat.

US Strikes Iran for 7th Consecutive Night

Der Don (2) hat ein neues Fass aufgemacht und präsentiert der amerikansichen Öffentlichkeit FBI-Akten (weitgehend geschwärzt) über Chinas Einflussnahme auf US-Wahlen spätestens seit 2020. Die Dems sind empört, denn es geht hierbei ausschließlich um sie und ihre Wahlerfolge. Was wird bei dem Getöse herauskommen? Nichts.

Newly Declassified Docs Describe China’s Election Influence Efforts, Concern That US Intel Downplayed Connections

Der Don (3): hat den White House-Mitarbeiter entlassen, der für die Installation des Telepropters bei seinen Reden verantwortlich war. Der Mann hatte einen einträglichen Zweitjob: Wohl wissend, wie die präsidentiellen Worte wirken, nutzte er seine Erkenntnisse für den Insider-Handel mit Aktien und Wertpapieren. Man sieht also: Es gibt in der US-Admnistration durchaus helle Köpfe.


17. Juli 2026

Eine zugegeben etwas veraltete Form für Schwanger-sein ist ein-Kind-austragen. Das wird wieder aktuell, wenn man es auf die Post, Amazon oder einen anderen der Bestell- und Liefer-Dienste anwendet. In Deutschland illegal, deswegen offenbar von unsern Polit-Heroen, die von der Biologie vom Mutterglück ausgeschlossen werden, bevorzugt.

Mutterglück (2): Neue Sitten bringen neue Rechtsprobleme. Früher waren Juristen oft genug zur Antwort auf die Frage genötigt: Wer ist der Vater? Heute hingegen werden sich Rechtsfinder mit dem Problem beschäftigen müssen, wer denn die Mutter ist. Ich halte zivilrechtliche Abreden, die dem Kind die Möglichkeit abschneiden, nach der Mutter zu fragen, als Verträge zu Lasten Dritter für grob rechtswidrig und nichtig. Früher hätte ich gesagt: Sie sind erkennbar sittenwidrig, doch über diese juristische Eselsbrücke gehe ich lieber nicht mehr.

Mutterglück (3): Wenn jetzt also wie „im Hause Spahn“ das Mutterglück eingezogen ist, fragt es sich, ob wir hier einem sich anbahnenden Trend in der polit-professionellen Schwulenwelt begegnen, und, falls das so ist, warum. Es ist Selbstschutz, denn die einschlägig Betroffenen wollen sich nicht mehr dem zu recht erhobenen Vorwurf ausgesetzt sehen, auf dem Gebiet der Familie aus naheliegenden Gründen nicht mitreden und folglich auch nicht bestimmen zu können. Mag sein, dass das Kinderbestell-System hilft, doch an dem barbarischen Akt, dem hilflosen Kind die Mutter zu entziehen, ändert dies nichts.

Mutterglück (4): Für unsere Gesellschaft bleiben zwei Unbekannte im Raum: Frauen, für die das Kinderkriegen – obwohl möglich – aus allerlei leicht nachzuvollziehenden Gründen nicht in Frage kommt, und entwurzelte Kinder. Letztere als Ergebnis eines brutalen Eingriffs in die Natur des Säugetiers. Kein Mensch weiß, wie das ausgehen wird.

Es erinnert an den alten Sozialisten-Witz von der Sahara und dem knapp werdenden Sand, wenn dieselben dort an die Macht kommen: Kaum sind in München die Grünen am Ruder, da wird das Wasser knapp.


16. Juli 2026

Nun ist es nicht so, dass der Staatskonzern VW keine Eigentümer hätte. Einer von denen hat sich jetzt unmissverständlich zu Wort gemeldet, das Scheichtum Katar. Es hat die Veto-Notbremse gezogen, um die Absicht des Vorstandes zu vereiteln, das VW-Werk Osnabrück von Autos auf israelische Raketen des dortigen Staatskonzerns Rafael umzumodeln. Ein klarer Fall von Antisemitismus, meint die einschlägig bekannte Presse, wenn sie die Sache denn überhaupt erwähnt. – Nur nebenbei: Wo haben die Israeli eigentlich das ganze Geld her, um VW derartige Angebote zu machen? Nun, aus der amerikanischen Staatskasse. Der US-Kongresse hat heute Nacht abgelehnt, die Dollar-Milliarden für die Verteidigung des Existenzrechts Israels zu reduzieren.

Katar (2): Man kann bestenfalls spekulieren, ob das Nein der Wüstensöhne mit dem derzeitigen Besuch des persischen Außeministers daselbst zusammenhängt. Auf jeden Fall wird er die Bedingungen genannt haben, unter denen die Katari Drohnen und Raketen aus Persien vermeiden können, denn die müssen sie als Retourkutsche fürchten, weil die US-Boys munter weiterbomben. So heute am frühe Morgen (MEZ) wieder in zwei Wellen, die sich gegen persische Militäranlagen gerichtet haben sollen.

Wenn man sonst nichts zu tun hat, eröffnet man in Sachsen-Anhalt strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen die AfD und deren Sympathisanten. Das kennen wir schon als gute Gepflogenheit. Jetzt hat es den Kabarettisten Uwe Steimle getroffen, der auf einer Veranstaltung der Blauen die Frage stellte: Wo bleibt denn eigentlich der Stauffenberg? Das ist natürlich strafbar. Man erinnert sich: Stauffenberg = Hitler-Attentat. War strafbar. Bleibt strafbar. Einst Hochverrat, jetzt Ankündigen von Straftaten. Ja, da staunt der Antifaschist.


15. Juli 2026

Nun ist es also amtlich: Der Don hat dem Kongress mitgeteilt, das sich die USA wieder im Krieg befinden, womit er die seit Tagen stattfindende Bombardierung Persiens zu rechtferigen sucht. Zugleich ruft er die erneute Seeblockade Persiens aus. Von beiden Maßnahmen ist bekannt, dass sie in diesem Jahr nicht zum Ziel geführt haben, diesen Krieg zu gewinnen. Nunmehr läuft erneut die Uhr, wie lange die US-Wirtschaft die Abschottung vom Golf-Öl verträgt, ohne ernsthaften Schaden zu nehmen. Anders als Mainstream berichtet, geht es nicht nur darum, wie lange die Inanspruchnahme der strategischen Reserve der USA realistisch ist, sondern der eigentliche Knackpunkt sind Diesel und Flugbenzin, die nach wie vor bevorzugt aus dem Golf-Öl destiliert werden.

Nahost (2): Die Gegenseite gibt sich sicher, dem US-Angriff erfolgreich trotzen zu können. Die persischen Luftschläge auf die US-Basen am Golf und in Jordanien dauern an. Deren Zerstörung beeinträchtigt die Angriffsfähigkeit der USA ganz offensichtlich. Die Frage ist, wie stark.

Nahost (3): Das Betrachten der millionenfachen Mobilisierung der persischen Bevölkerung gibt mir erneut zu denken. Nicht nur, dass hier ein für die USA & Co riskanter Massenwahn ausgelöst wurde (Tötet Trunmp!), vielmehr ist es für die persische Führung riskant, wenn sie diesem Rachebedürfnis nicht sichtbar Futter gibt. Eine friedliche Lösung rückt damit in unerreichbare Ferne.

Nahost (4): Israel versucht Öl in dieses Feuer zu gießen, indem es seine Presse behaupten lässt, der Mossad habe den vormaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad als Gegenkandidaten zur jetzigen Führung aufbauen wollen. Wer, außer der Westpresse, soll das glauben?

Nahost (5): Durch all dieses Wischiwaschi wird der eigentlich Grund für das Scheitern der US-iranischen Verständigung verschleiert. Punkt 1 war der Abzug Israels aus dem Libanon und zwar per sofort. Mit der Nichterfüllung wurde auch der Rest Makulatur. Die US-Boys setzten noch eins drauf, indem sie versuchten, eine von Persien nicht genehmigte Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erzwingen. Das ging schief.

Nahost (6): Israels Kriegshelden befinden sich zumindest propagandistisch auf der Siegerseite. Deren Kriegsminister Israel Katz erklärte, man werde jetzt selbstverständlich wie im Gaza-Streifen mit der vollständigen Zerstörung der Südlibanons fortfahren.

Ostfront: Mitten in der ukrainischen Drohnenoffensive gegen Russland gegen ferne und nahe Ziele rücken die Russen im Donbass Richtung Westen weiter vor.

Ostfront (2): Im Frontgeschehen müssen sich die aus Deutschland angelieferten Helsing-Drohnen als Flop erwiesen haben, denn jeder Fehlstart einer deutschen Wunderwaffe ruft eine prompte russische Antwort hervor, welche die mit der Drohnenhandhabung befasste Mannschaft ihrerseits dem Conter-Drohnentod preisgibt. Über die einschlägigen Zahlen wird man streiten können, doch der Umstand als solcher ist nicht wegzudiskutieren. Er führt automatisch zur Demoralisierung der vor kurzem noch hochgelobten ukrainischen Drohnen-Spezialisten.


14. Juli 2026

Heute die dritte Bombennacht im Iran und Gegensalven in Richtung der Golfanrainer und Jordanien. Neu hingegen: ein Raketenangriff aus dem Jemen in Richtung Saudi Arabien, das in letzter Zeit kein Ziel persischer Raketen und Drohnen gewesen ist. Schwer zu glauben, dass die Jemeniten ohne grünes Licht aus Teheran angegriffen haben.

Die Mutmaßungen über den Tod von war monger (Kriegstreiber) Lindsey Graham schießen weiter ins Kraut. Originell finde ich die Entscheidung des Gouverneurs von South Carolina, dem Entsendestaat von Graham, dessen jüngere Schwester als Ersatz für den Rest der Wahlperiode nach DC zu entsenden. Begründung: Lindsey habe sich seinerzeit rührend um das kleine Mädchen gekümmert.

Kriegstreiber (2): In Paris treffen sich die Aufrechten, um gemeinsam mit dem kleinen Mann aus Kiew einen Schutzschild für die Luftabwehr zu bereden. Wie üblich ragt Fritz der Kanzler, schon wegen seiner Länge, heraus. Nebenbei bemerkt: durch diese Raketentourimus wird nicht eine einzige russische Drohne vom Himmel geholt werden.

Kriegstreiber (3): In den US-Medien wird in herabwürdigendem Ton hervorgehoben, dass der persische Außenminister Arachtschi bloß der Sohn eines Teppichhändlers sei. Den amerikanischen Besserwissern und ihren deutschen Speichelleckern scheint nicht ganz klar zu sein, dass es in Persien durchaus kein Manko ist, mit Teppichen gehandelt zu haben. – Nur mal so: Wir hatten einen Außenminister, der war der Sohn eines Metzgers. Außenminister wurde der allerdings erst, nachdem er seine Karriere als Straßenschläger aufgegeben hatte.


13. Juli 2026

Es war nicht schwierig, gestern voherzusagen, dass der Tod des US-Senators Lindsey Graham die Schleusen der schrägen Mutmaßungen öffenen würde, obgleich ich, als ich gestern Vormitttag um 10 die einschlägige Notiz formulierte, keine Ahnung davon hatte, dass der nun Tote Stunden zuvor von einer Sponsoring-Visite aus der Ukraine zurückgekehrt war, wo er sich mit dem kleinen Mann aus Kiew traf und eine internationale Drohnenproduktionsstätte mit Händen in der Tasche besuchte. Daselbst ließ er sich stolz fotografieren.

Lindsey (2): Bleibt nachzutragen, dass das Drohnenwerk Stunden nach seinem Besuch durch einen russischen Luftschlag schwer beschädigt wurde. Über den Zusammenhang nachzugrübeln, halte ich nicht für abweig – jedenfalls was den Luftschlag anbelangt, mit den Handy-Signalen als möglichem Ziel-Scout. Das jedenfalls würde Grahams segensreichem Wirken eine ironische Fußnote beisteuern. – Wie üblich haben die einschlägig bekannten Russen das auch so gesehen:

Lindsey (3): Das große und gute Amerika feierte den Toten über Nacht und vergaß auch nicht, mit der Meldung aufzuwarten, dass sein Tod durch einen Aorta-Abriss verursacht wurde.

Es läuft nicht nach Plan im Nahen Osten: Die Eskalation zwischen Israel und der Türkei ist wohl das Verrückteste, was die Kinder Gottes in den letzten Monaten veranstaltet haben. Auf das Pochen, man sei schließlich Atommacht, haben die Pakistaner sich mit dem schwer misszuverstehenden Einwurf eingemischt: Wir auch.

Naher Osten (2): Aus der Zahl der ursprünglichen Mitspieler des Iran-Krieges (drei) ist im Verlaufe des Konflikts – ganz sicher von der Angreifer-Allianz so nicht geplant – eine Vielzahl geworden. Neben zahlreichen Randfiguren schälen sich drei weitere Hauptbteiligte aus dem Wüsten-Sand: Pakistan, Türkei und Saudi Arabien. Alle drei haben Vormachtinteressen. Wenn es denen im Verbund mit Persien gelingt, ihre offensichtlichen Gegensätze zu unterdrücken, haben sowohl die Amerikaner als auch erst recht die Kinder Gottes schlechte Karten.

Naher Osten (3): Der Don und seine pensionierte Generalität machen sich öffentlich Gedanken darüber, eine der Inseln im Persischen Golf amphibisch anzugreifen, um sie zu besetzen. Im Netz finde ich Erörterungen von Militär-Kommentatoren (in diesem Fall Daniel Davis), die Vergleiche zu den einschlägigen US-Militäroperationen aus dem Krieg gegen Japan (1941-45) anstellen. Man achte auf die Zahl der Verwundeten und Gefallenen, die das damalige Tun gekostet hat. – Ich halte den Don für verrückt genug, dass er sowas befiehlt und sei es, nur damit irgend etwas die Meldungen in seinem Sinne dominiert.

Naher Osten (4): Ich betrachte ohne Freude die Bilder aus Persien und dem Irak (!) über die Totenfeiern für den am 28. Februar 2026 von den US-israelischen Angreifern ermordeten Ajatolla Kamenei. Unübersehbare Menschenmassen wälzen sich durch die Straßen und rufen nach Gerechtigkeit (gelbe Fahnen) und Rache (rote Fahnen), jeweils mit Aufschriften, die ich nicht lesen kann. Es sieht nicht so aus, als seien hier Millionen von Menschen von irgend einem totalitären Regime auf die Straßen gezwungen worden. Nebenbei: Ich registriere aufmerksam, dass Saudi Arabien mit einer offiziellen Delegation in Teheran vertreten ist, obwohl die US Boys ihrem Noch-Verbündeten öffentlich dringend davon abgeraten hatten.


12. Juli 2026

Die Sonntagsfrage: Vertragen sich Dummheit und Tragik? – Wenn ein Dummer versucht, einen auf Tragisch zu machen, dürfen wir sicher sein, dass vor uns eine lächerliche Figur steht. Doch lösen wir uns mal von der Zielperson und betrachten, was ein Dummer alles anrichten kann, so neigen wir dazu, die Opfer tragisch zu finden, nicht beachtend, dass es das Nichtstun der späteren Opfer ist, was dem Dummen die Chancen für sein Tun oder Lassen erst eröffnet hat. Wenn das notwendiger Weise so ist, gewinnt der Zusammenhang zwischen Dummheit und Tragik ganz andere Farben.

Dummheit (2) ist der Mangel an Einsichtsvermögen. Dieses zu definieren sollte man den Dummen keinesfalls überlassen, denn wer nichts weiß, sieht auch nichts, jedenfalls das nicht, was er sollte.

Nachtrag gegen 10 Uhr morgens: Gerade wird gemeldet, dass gestern Senator Lindsey Graham im Alter von 71 Jahren plötzlich und unerwartet von uns gegangen ist. Damit verliert die Welt einen der zuverlässigsten und einflussreichsten Kriegshetzer der USA. Jetzt warten wir nur noch auf die Hinweise aus eingeweihten Sicherheits-Kreisen, dass der böse Putin und – schlimmer noch – die grausamen Ajatollahs dahinter stecken. Nehme noch Wetten entgegen.


10. Juli 2026

Gestern war Tag 2 der Wiederaufnahme des Iran-Krieges. Die US-Boy bombten persisische Einrichtungen im unbekannten Ausmaß und mit ebenso unbekanntem Effekt. Die Perser nahmen im Gegenzug den Beschuss der amerikanischen Satrapen am Golf und in Jordanien wieder auf. Hierbei ging es angeblich nur um die dortigen US-Stützpunkte. Mehr lässt sich derzeit dazu nicht sagen, auch wenn die Experten die Welt mit ihren angeblichen Erkenntnissen vollschreien. Die Frage ist, wer hält das länger aus. Es geht um Bomben vs. Sperrung der Straße von Hormus mit den einschlägigen Folgen für die Weltwirtschaft. Die Frage ist zudem, wem geht eher die Munition aus.

Deutschland hat ein Problem. Es hat drei Buchstaben: CDU. Man kann seit Jahrzehnten jedes beliebiges Thema anfassen. Auslöser, wenigstens Mitauslöser ist die CDU. Die Beschwichtiger des sog. konservativen Lagers haben dafür gesorgt, dass sich hieran nichts ändert. Sie reden nur, ohne einen müden Gedanken darauf zu verschwenden, dass sie ein wesentlicher Teil des Problems sind. Man nenne mit irgendeinen Namen, und ich werde sagen: Ja, genau.


9. Juli 2026

Er war eine Kombination von Maul voll und Hose voll, der Nato-Gipfel in Ankara. Der Don droht allen und nimmt den Krieg gegen den Iran wieder auf (die Dieselkunden in den Staaten werden’s ihm danken), beschimpft die Verbündeten, die betreten ihre Fingernägel betrachten, als Memmen, erklärt Spanien, das expressis verbis nicht mittut, zum Feind in einem neuen Wirtschaftskrieg und vergibt eine Lizenz zur Produktion von Patriot-Flugabwehrraketen in die Ukraine. Recht so, denn das ist eine erprobte Waffe, im wahrsten Sinne des Wortes: Im Dauereinsatz gegen aus Russland und dem Iran anfliegende Marschflugkörper und ballistische Raketen (die neuerdings andauernd autonom ihre Richtung verändern) liegt die Tefferwahrscheinlichkeit unter 20 Prozent, bei Hyperschallwaffen unter Null, falls das möglich wäre.

Ankara (2): Was tun die anderen Türkeiurlauber? Sie singen den Song des Artikels 5, wohl wissend, dass der den Beistand nicht automatisch auslöst. Und die verkniffen wirkende Mette aus DK nörgelt dazwischen, dass man Grönland militärisch verteidigen werde. Gegen wen auch immer.

Ankara (3): Auch lustig, der beigeladene Mann aus Kiew erhält per sofort weitere Milliarden (Geld spielt keine Rolle) zugesprochen, und der herangewunkene Führer aus dem nahen Damaskus soll erklären, dass er fürderhin die Bekämpfung der Hisbolla übernehme. Mit Blick auf den Emir von Ankara, dem er seine Macht verdankt, sagt er klugerweise, er dächte überhaupt nicht daran.

Ankara (4): Bleibt nur noch Fritz der Kanzler, dem zu sagen oblag, es sei mehr erreicht worden, als er erwartet habe. Nein, wir fragen nicht danach, was das wohl wäre. Wozu auch?


8. Juli 2026

Von wegen Sommerloch: Der Iran-Konflikt hat wieder Fahrt aufgenommen. Nachdem die Kapitäne von drei Frachtern die persischen Hinweise zur Nichtfreigabe für die Durchfahrt der Straße von Hormus nicht beachteten, wurden sie durch Beschuss belehrt. Eines der Schiffe brennt sichtbar. Selbstredend nahm das US Centcom die Bombardierung wg. dieser inflaganten und nicht-provozierten Verletzung der Waffenruhe wieder auf. Für das „nicht-provoziert“ lege ich die Hand nicht ins Feuer.

Sommerloch (2): In Ankara tagen die Nato-Häupter. Der dortige Emir wirkt seltsam klapprig auf den in die Welt entsandten Fotos. Auch der Don hat Mühe, die Treppe aus dem Flieger (ein brandneues Geschenk aus Katar) runterzusteigen. Er sagt, er sei nur wg. der Türkei hier. Das kann man gut nachvollziehen, denn sein Mündel in Tel Aviv liegt mit den Türken mehr als nur überkreuz, weil es um die prestige-trächtige Frage geht, wer da im Nahen Osten eigentlich das letzte Wort hat, wenn es um so Kleinigkeiten wie Syrien geht. Vor diesem Hintergrund wirkt es wie ein großer Spaß, dass der kleine Mann aus Frankreich gestern nach Damaskus reiste, um dem dortigen Ex-Top-Terroristen die Hand zu drücken. Frankreich als dritter Spieler in seiner Ex-Kolonie? Vergiss es.

Sommerloch (3): Robert der Denker hat eine Anschlussverwendung in der deutsch-dänischen Geld- und Bauwirtschaft gefunden und zwar bei Leuten, denen man nachsagt, sie hätten von seinem Heizungsgesetz massiv profittiert. Der Vorgang zeigt eindrucksvoll, dass er vor Jahr und Tag von uneinsichtigen Zeitgenossen völlig zu Unrecht als Schwachkopf persifliert wurde, die deswegen die volle Härte des Rechtsstaats zu spüren bekamen.

Sommerloch (4): Der weibliche ukrainische Flüchtling (Anastasja Beresowskaja [Anastasia Berezovskaya]), die (grammatisch richtig wäre: der) die letzen Monate des Lebens in Deutschland das Bürgergeld abgriff und genügend Freizeit hatte, um einen reichen Exil-Ukrainer (Wadim Jermolajew) und seine Familie in Monaco mit einer Nagelbombe ins Jenseits zu befördern, tauchte gestern in Kiew wieder auf. Im Gegensatz zu ihren schwerverletzten Opfern war die Attentäterin tot. Das hat für die Auftraggeber des Mordgeschehens den unbestreitbaren Vorteil, dass niemand mehr aus erster Hand hierüber etwas sagen kann. Im Präsidentenpalast wird man durchatmen. Und bitte nicht vergessen: Wir verteidigen die Demokratie am Dnjepr.

Interpol busca a Anastasia berezovskaya, de 39 años, natural de Ucrania ...
Zum Bild fällt mir nur ein: Sto Gram (100 Gramm).


7. Juli 2026

Ob ich nicht gemerkt hätte, was sich am Wochende im nahen Erfurt abgespielt hat. – Was meinst du? Roland Kaiser auf dem Domplatz? Da traf sich 70+, also die letzten CDU-Wähler, wenn man so will. Auf den Autobahnen und Zubringerstraßen derweil der Pöbel und das Fernsehen. In der Messehalle die AfD, die nicht am Kommen gehindert werden konnte, weil die Verhinderer noch nicht so früh auf den Beinen waren. Jaja, die Unterschiede zwischen Arbeitswelt und Subventionsgesellschaft sind nun mal so, wie sie sind. Da muss beschleunigt ein Frühaufsteh-Verbot her, damit das nicht noch mal passiert.

Arbeitswelt (2): Auf dem Weg zum Aldi ist mir kaum ein Auto begegnet, denn am Wochenende sind im Zwergstaat die Ferien ausgebrochen. Auch ist der sog. Tankrabatt ausgelaufen. Vorletztes Wochenende Diesel 1,69 l, gestern 1,99. Ja genau, das sind die 17 Cent Differenz nach der Klingbeil-Methode.

Sonst so: Heute Nacht fand erneut ein schwerer Luftangriff auf Kiew statt. Ausdrücklich wurde er als Reaktion auf die Nato-gestützten Raketen- und Drohnenangriffe in die Tiefe Russlands bezeichnet. Jetzt können die Staatshäupter, die sich gerade zum Nato-Gipfel in der Türkei versammeln, beschließen, wie sie auf die Reaktion reagieren werden.

Reaktion (2): Auf die Ansage des Vizes Vance an Israel, dieses möchte sich besinnen, dass die USA ihr einziger Verbündeter seien, hat nunmehr Bibi aus Tel Aviv geantwortet: Sein Land habe auch andere Freunde, zum Beispiel Indien mit seinen 1,6 Milliarden Menschen. Soso. – Sicherheitshalber ist Johann der deutsche Außenzwerg heute nach Israel gejettet, um dort mitzuteilen, dass er auch noch da ist. Gut so, den hätte ich fast übersehen.


5. Juli 2026

Lese heute frühmorgens eine bemerkenswerte These des amerikanischen Querdenkers John Mearsheimer, die er in einem Interview mit Glenn Diesen zum Besten gibt: Danach wussten die US-Popagandisten während des Vietnam-Krieges noch sehr genau, dass sie bei ihren Siegesmeldungen logen, während es heute so sei, dass deren Nachfolger an die Siegesmeldungen im Iran- und im Ukraine-Krieg selbst glauben würden. – Meine Schlussfolgerung: deswegen ist es der US-Führung und ihren Satrapen unmöglich, mit einer der wirklichen Lage angepassten Entscheidung aus dem selbst angerichteten Schlamassel wieder herauszukommen.

US (2): Gestern fanden die offiziellen Feiern des 250. Unabhängigkeitstages statt. Trump sagte das Gewohnte, das von Größe und so handelte. Wie das auf den einzelnen Amerikaner wirkt (und ob überhaupt), vermag ich nicht einzuschätzen. Auf die Westpresse möchte ich mich lieber nicht verlassen.

US (3): Zugleich ertönte, wenn sie es denn überhaupt für berichtenswert hielten, höhnische Worte über die in Teheran angelaufenen Trauerfeierlichkeiten für den am 28.Februar von der US-israelischen Allianz ermordeten persischen Führer: Die Trauer sei nur vorgespielt. Ich melde Zweifel an, denn mir ist es gleich, ob hinter der Trauergestik auch ganz anderes wie maßlose Wut über die Mordtat stecken mag. In Wirklichkeit ist zu beachten: Falls es keine Täuschungen durch Bildfälschungen sind, versammelten sich auf den Straßen der Hauptstadt Hunderttausende zu einem Wir. Die hat niemand dorthin gezwungen. Wenn denn der amerikanisch-israelische Überfall für eines gesorgt hat, dann ist es die Mobilisierung der Massen für das Regime, das man von außen betrachtet nur mit Schaudern zur Kenntnis nimmt. Fazit: Nie war ein Regime-Change ferner denn heute.

US (4): Bleibt noch eine Fußnote von Trump hinzuzufügen: Er hätte, so fand er es richtig anzumerken, dem ganzen Theater mit einem Schlag ein Ende bereiten können. Wenn er das wirklich glaubt, ist er ein Esel. Hoffentlich nimmt der Zentralrat der Eselinnen und Esel in Deutschland keinen Anstoß an meiner Bemerkung.

US (5): Für die kommene Woche wurde ein Besuch des israelischen Führers im Weißen Haus angekündigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir deswegen etwas hören werden, was den Krieg in Nahost seinem Ende näher bringen könnte, zumal die Israelis nunmehr angekündigt haben, alle Palästinenser, deren sie auf dem von ihnen beanspruchten Gebiet, vor allem aber im Gaza-Streifen, habhaft werden können, in Lager hinter Stacheldraht einzusperren. Die guten alten Konzentrationslager lassen grüßen. Für Schnappatmer: Damit vergleiche ich das auserwählte Volk keineswegs mit den Nazs (den echten), denn die KZs waren Erfindungen der Engländer in den beiden Burenkriegen von der vorletzten Jahrhundertwende.


4. Juli 2026

Ein Nachsortieren der ungezählten Einzelmeldungen von der Ostfront ergibt das gewohnte unsichere Lagebild. Immerhin schält es sich heraus, dass die ukrainischen Raketenangriffe in die Tiefe Russlands tatsächlich stattgefunden haben. Bilder von Raffineriebränden scheinen es zu bestätigen. Auch gibt es Aufnahmen von Autoschlangen an russischen Tankstellen. Inwieweit dies symptomatisch für den Zustand des Landes und seinen Kampfwillen ist, vermag niemand mit Sicherheit zu sagen. Ich nehme an, diese Militärschläge sind für die Russen mehr als nur ärgerlich.

Ostfront (2): Die Hauptkampflinie (sog. Kontaktlinie) in der Ost-Ukraine ist wieder in Bewegung gekommen. Die Kämpfe bewegen sich in der Mitte eindeutig nach Westen und im Norden (im Raum Tschernigow/Sumy) nach Süden. Es haben in den letzten Tagen ungezählte Einzelgefechte stattgefunden. Der Abstand an der nördlichen Grenze zwischen Russland und der Ukraine wird größer. Es ist auffällig, dass beide Seiten vom Hereinziehen von Weißrussland (Bjeloruss) in diesen Krieg reden.

Ostfront (3): Die Großexperten munkeln schon wieder von kriegsentscheidenden Operationen. Davon glaube ich kein Wort. Auffällig allerdings finde ich, dass angesichts der zahlreichen Gefechte an verschiedenen Orten kein operativer Schwerpunkt zu erkennen ist. Es ist bestenfalls vorstellbar, dass die Russen es darauf abgesehen haben, die ukrainischen Streitkräfte überall zu vernichten, wo sie auf diese treffen. Ob das zu dem bereits seit zwei Jahren prognosizierten Zusammenbruch der Front führen wird, das mögen die Götter wissen. Einige sagen, die Sommeroffensive werde sich auf das Abschneiden von Odessa richten. Genügend viele Truppen seien an Ort und Stelle versammelt. Es is nicht zu erkennen, dass dergleichen im Augenblick stattfindet. Es ist jedoch vorstellbar.

Ostfront (4): Im Juni lag der Schwerpunkt russischer Luftangriffe bei den ukrainische Tankstellen. Was der Erfolg war, entzieht sich meiner Beurteilung. Bei uns zulande wären 30 zerstörte Tankstellen bestenfalls ein Nadelstich. In der jetzt vergangenen Woche war die Hauptstadt Kiew das zentrale Ziel. Es soll zu erheblichen Schäden bei kriegswirtschaftlich wichtigen Einrichtungen gekommen sein.


3. Juli 2026

Jetzt kommen die Neidhammel zu Wort. Sie schreiben angesichts des unglücklich verlaufenen Sorgerechtsstreits im niedersächsischen Stade, bei dem sechs Menschen erschossen wurden, Dinge, die vermuten lassen, dass sie die behördlichen Angaben, es sei eine familiäre Streitigkeit, die mit der Herkunft des Mörders nichts zu tun habe, ins Gegenteil zu zerren beabsichtigen. Diesen Verdacht jedenfalls bekomme ich, wenn ich da lese, es habe ein Fluchtauto gegeben (Daimler mit über 400 PS), das von einer Sechzigjähigen (T-stämmig) gesteuert worden sei , die die Patentante des Streitobjekts sei und im übrigen Funktionärin einer Organisation, die mit Staatsgeldern Flüchtlingshilfe betreibe. Zudem sei sie die Schwiegermutter des von der SPD gestellten niedersächsischen Integrationsbeauftragten (T-stämmig), der ein sattes Beamtenspitzengehalt beziehe, aber mit der Tat selbst und ihrer Logistik, wie er anwaltlich hat versichern lassen, nichts zu tun habe.

Stade (2): Bei allem Ernst der Sache, kann ich mir angesichts der offizielle gewählten Versicherungen ein verstohlenes Grinsen kaum verkneifen, denn zum ersten Mal höre ich in diesen Kreisen von dem aus dem Christentum stammenden Paten-Amt, was allerdings jeder, der mit dem einschlägigen Film bzw. Roman Der Pate von Mario Puzzo vertraut ist, dem sizilianischen organisierten Verbrechen zuordnet. Der Pate ist der Verbrechenslenker im Hintergrund. Lässt man im Stade-Fall Sizilien einfach mal weg, kommt der Polizei-Praktiker leicht auf Gedanken, die heutzutage kaum noch einer auszusprechen wagt: die Unterwanderung von Staat und Gesellschaft durch religiös verankerte Familienclans, die im Zweifel über Leichen gehen (wie man so sagt).

Überall in Deutschland: Es finden derzeit Gerichtsprozesse gegen Einzelpersonen statt, die in irgendeiner Verbindung zu dem russischen Sender Russia Today, vor allem dessen deutschsprachigem Programm RT.DE, stehen, weil sie zum Beispiel dessen Texte weiterverbreiten. Das sei verboten, sagt irgendeine EU-Zensur-Verordnung, von der ich bis gesten nichts gehört hatte. Das Missachten dieser Norm sei zu bestrafen, urteilte der EUGH gestern in Luxemburg, angeblich mit bindender Kraft für deutsche Gerichte. Abgesehen davon, dass ich das richtig finde, denn wozu haben wir die staatlich finanzierte Tagesschau, beschließe ich zu lernen, dass Arikel 5 des Grundgesetzes als Individualgrundrecht ungehinderter Informationsbeschaffung nicht mehr gilt. Während meiner Dienstzeit in der Verfassungsabteilung des BMI hätte ich sowas als Blödsinn und als offensichtlich verfassungswidrig abgetan. Jetzt weiß ich, dass wir uns damals über die Rechte des Einzelnen völlig falsche Vorstellungen machten. Und die Väter des Grundgesetzes auch. Sie mögen in Frieden ruhen.

In Deutschland (2): Mir fällt nach geraumer Suche das Lexikon Schlag nach aus dem Jahre 1939 (2. Aufl.) in die Hände. Es ist nicht nur in braunes Leinen gebunden, sondern auch ein zuverlässiger Ratgeber dafür, was im NS-Staat zu etlichen Fragen von Staat und Gesellschaft die offiziöse Sicht der Dinge war. Neugierig forsche ich, was wohl das Motto der SA (Sturmabteilungen der NSDAP) gewesen sein könnte. Diese im Jahre 1921 gegründete Parteiarmee benutzte von Anbeginn an bis zu ihrem Ende den Slogan „Deutschland erwache“. Von „Alles für Deutschland“ weiß das Nachschlagewerk nichts. Warum der Politiker Höcke das besser gewusst haben soll, bleibt ein unaufklärbares Rätsel der modernen deutschen Justiz.


2. Juli 2026

Nicht ohne Behagen lese ich, wie sich im Amerikanischen das deutsche Wort Kitsch eingebürgert hat. Derzeit wird es bevorzugt auf die Hervorbringungen aus dem Trump-Lager angewendet. Mich hat dergleichen schon lange (auf deutsch) angewandelt, wenn ich die kulturellen Hervorbringungen jenseits des Atlantiks betrachtet habe, seien es Kirchen, Orden, Parlamentsgebäude, in Fels gehauene Präsidentenköpfe, aufgespritzte Frauenlippen und -brüste.

Kitsch (2): Es wäre nicht ohne Reiz, die heutzutage im Anglo-Amerikanischen verwendeten Lehnwörter insgesamt einer genaueren Betrachtung zu unterziehen, als da wären Kindergarten, Schadenfreude, Selbsthass, Angst. Sage also niemand, es gäbe sie nicht: die deutsche Leitkultur.


1. Juli 2026

Hatte mir fest vorgenommen, kein Wort über die Fußball-WM zu verlieren. Da hatte ich nicht mit Fritz dem Kanzler gerechnet. Der ist stolz, wie er gestern schreibt, auf die Gurkentruppe nach ihrer turnier-beendenden Nichtleistung. Man denkt zunächst: Macht er das extra? Nicht einmal sowas Simples wie Maulhalten, wenn’s beim besten Willen nichts zu tönen gibt, kriegt er hin.

Musste gestern in Jena im sommerlichen Baustellen-Chaos als Abholdienst an einer Arztpraxis kurz auf dem Kundenparkplatz von Norma anhalten. Ging, weil ich zu früh da war, hinein, eher ziellos, auch weil ich noch nie in einem solchen Laden war. Sowas Trostloses habe ich seit Langem nicht mehr gesehen: Innenraum, Warenangebot und Publikum. Kaufte ein Glas Spreewald-Senfgurken im Sonderangebot. Der Deckel ging zu Hause von alleine auf. Muss nichts bedeuten. War halt so.

Einkauf (2): Stadtauswärts im Globus von Isserstedt wie gewohnt durch die Intelligenz-Abteilung gestrolcht. Wunderbarer Fund: Die Kabbala. Dieses monströse Wunderwerk nachmittags in Teilen gelesen. Die dortige Traumdeutung könnte von Altmeister Freud stammen. Ist sie aber nicht, sondern bestenfalls umgekehrt. Alles ist durch und durch sexualisiert, was Rabbi Ismael seitenlang zum Besten gibt: Du hast deine Schwester beschlafen. Du hast eine verlobte Jungfrau beschlafen. Dein Weib hat mit vielen Männern Unzucht getrieben. Und so weiter und so fort. – Wichtiger Einwand, den ich schon schrill ertönen höre: Muss man nicht lesen, geschweige denn zitieren. Aber gedruckt verkaufen solle man es schon, wenn man die Firma Bertelsmann ist.

Der Blogger Ben Bernd wurde durch die Landesmedienanstalt von NRW zensuriert. Er soll Passagen aus seinem Interview mit dem Politiker Björn Höcke streichen (Neudeutsch: einordnen), weil sie nach dem Dafürhalten der Medien-Vögte nicht der Wahrheit entsprächen. Hier gilt es zweierlei zu unterscheiden. Die Behörde besitzt keine Befugnis, einschlägige Verwaltungsakte zu erlassen. Sie handelt grob rechtswidrig oder anders ausgedrückt: rechtsstaats-widrig. Das, was die beiden da erörtert haben, geht sie inhaltlich nichts an. Zum andern ist es so, dass die Behauptung der Behörde inhaltlich falsch ist. Wenn Höcke nämlich behauptete, der Slogan „Alles für Deutschland“ sei nicht das Motto der SA gewesen, dann stimmt das. Da gibt es nichts zu korrigieren.

30. Juni 2026

Ich hatte gar keine Vorstellung, dass China so groß ist. 42.000 Porsche wurden 2025 im Vorjahresvergleich weniger abgesetzt. Und auch dies: Ich habe noch nie einen Chinesen im 911 gesehen. Wird Zeit, dass ich das Land der Mitte, um diesem Manko abzuhelfen, bereise. Daneben bleibt die Erkenntnis: Die Absatzkrise, die sich zur Existenzkrise auswächst, wurde elektrisch betrieben.

Ich hätte nach meiner Wehrdienstzeit Scheidungsanwalt werden sollen. In Stade wurde gestern der Sorgerechtsstreit durch einen T-stämmigen mit dem Revolver gelöst: 6 Tote. Die Polizei spricht von einer Familienangelegenheit, die von der Herkunft des Täters ganz unabhängig sei. Sehr richtig bemerkt, denn wir sind – je nach Standpunkt – alle Allahs Kinder. – Greife zum Talmud, der immer noch als Fensterstopper im Wohnzimmer liegt (aber nicht gebraucht wird, da nicht mal ein laues Lüftchen weht): Seinerzeit gab es noch keine Revolver, jedenfalls wurden keine solchen als Wiedergutmachung in den Orient geliefert, soweit ich weiß. Dafür aber gab’s das Steinigen und das Anzünden. Steinigen, so schreiben die Autoren, sei die mildere Tötungsform für aufsässige Weiber. – Nicht, dass jemand auf blöde Gedanken kommt, das hier sind nicht meine Ideen, ich gebe nur wider, was manche Zeitgenossen heute noch für Gottes Wort halten.

Finde angesichts der Nachrichtenflaute des Nachts die Zeit, meine Reisefotos durchzumustern, um den Knips-Schrott zu löschen. Bei einigen wenigen zuckt der Löschfinger zurück. Die Kiche als Trutzburg. Ja, so waren sie, die Vorfahren der Ostsee-Anrainer: Sie kannten ihre Feinde.


29. Juni 2026

War was? Offenbar nichts, was mir in nachrichtenloser Zeit von Sonntag bis Sonntag (21.-28. Juni 2026) bei mildem skandinavischem Ostseewetter entgangen ist. Hier das Ergebnis nächtlichen Lumpensammelns: Der Iran betätigt nach seinem Belieben die Pforte zur Straße von Hormus und belehrt Seefahrer, die es nicht glauben wollen, mit Hilfe seiner Drohnen. Die USA reagieren prompt durch Luftschläge gegen die persische Küste, und die Israelis führen weiterhin Krieg zur Vernichtung der Palästinenser in Gaza, auf der Westbank und im Libanon – soviel Existenzrecht muss sein. Das lohnt sich offenbar, denn Israels Wirtschaft boomt, wie ich bei Godel Rosenberg auf Tichys Einblick lese.

Nichts Neues (2): Die US-Boys versuchen, durch Reisediplomatie die Staaten am Golf gegeneinander aufzubringen, nachdem sich die Schwergewichte dort – Saudi Arabien und Oman – der pakistanischen Initiative, gemeinsam mit Persien und der Türkei, eine komplett neue Sicherheitsarchitektur im Mittleren Osten zu schaffen, anzuschließen scheinen. Das bedeutet auf gut deutsch: Ami go home. Ja, das wäre dann, wenn man den jüngsten Krieg daselbst und sein mutwilliges Auslösen durch die amerikanisch-israelische Allianz dagegenhält, etwas anderes als die im März 2026 voreilig verkündeten Siegesnachrichten.

Nichts Neues (3): Bill Gates musste vor dem Epstein-Untersuchungsgremium des Kongresses aussagen. Nein, erpresst worden sei er durch den langjährigen flüchtigen Bekannten nicht (womit auch?). Er habe sich lediglich gewundert, dass dieser in Emails auf Affären, die er nunmehr bedauere, unbegreiflicher Weise unschön angespielt habe. Er habe daraufhin, wie bei solchen Fällen gute Gepflogenheit, seine Anwälte beauftragt, sich um die Sache zu kümmern.

Nichts Neues (4): VW, BMW, Mercedes melden schlechte Zahlen – sehr schlechte Zahlen sogar. Es lohnt sich nicht das Einlesen ins veöffentlichte Betriebswirtschafts-Chinesisch. Und die Bahn schafft es, bei einem Software-Update das Gesamtunternehmen radikal zum Stillstand zu bringen. Es soll sich um die Komponente Zugfunk gehandelt haben. Nach dem Motto: Alle Räder stehen still | wenn’s die Cloud nun mal so will.

In aller Kürze – der israelisch-amerikanische Koalitionskrieg zur Vernichtung Persiens als Büchse der Pandorra

Das jüngste Gemetzel in Nahost begann am 28. Februar 2026. Dieser Krieg beruht, so wie es in der Weltpolitik nur zu häufig zu beobachten ist, auf zwei einander feindseligen, unversöhnlichen Standpunkten, die dann schließlich in einen heißen Krieg einmünden. Mit anderen Worten: Der Gewaltausbruch kam nicht aus dem Nichts, sondern er hat eine lange Vorgeschichte. Genau genommen hat er deren zwei. Es geht um zwei miteinander unvereinbare Geschichtserzählungen, zum einen um die Persiens und zum andern um die der Juden und – hiervon unentwirrbar – die des Staates Israel.

Historischer Vorlauf

Persien hat eine über Jahrtausende währende Geschichte. Diese hier nachzuzeichnen, würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen. Deswegen mag der Hinweis genügen, dass die Perser nach einem über mehrere Jahrhunderte andauernden Anlauf im 6. vorchristlichen Jahrhundert die beherrschende Weltmacht in Asien wurden. Nach ihrem Niedergang als Weltmacht verschwand das Reich der Perser indessen keineswegs, sondern blieb als eine unübersehbare mächtige Land- und Volksmasse dort bestehen, wo wir es heute noch vorfinden.

     Unbestritten ist, wenn man nicht aus ideologischen Gründen weltfremd ist, der hohe Rang der frühen persischen Kultur in der Geschichte der Menschheit. Ich erwähne diesen Umstand, weil die Perser selbst den größten Wert darauf legen. Sie selbst bezeichnen sich als Nachkommen der Indogermanen und grenzen sich schon aus diesem Grund von den benachbarten arabischen Völkern ab, denen sie sich geistig überlegen fühlen.

     Man muss diesen Standpunkt keineswegs teilen, sollte ihn aber wenigstens zur Kenntnis genommen haben – besonders dann, wenn man sich anschickt, Persien als Feindstaat zu behandeln. Dies besonders dann, wenn man die Sicht auf Persien durch den Umstand zu verkürzen droht, dass an dessen Spitze ein schauerliches Mullah-Regime steht. Das stimmt zwar, doch führt solche Verkürzung leicht zu Fehleinschätzungen, für die der in diesem Aufsatz behandelte Krieg reiches Anschauungsmaterial bietet.

Persien und die modernen Großmächte

Im 19. Jahrhundert waren die kolonialen europäischen Großmächte damit beschäftigt, die noch unverteilte Welt zwischen sich aufzuteilen. Die Perser gerieten dabei zwischen die russische und britische Zange, die Russen von Norden und die Engländer vom Süden her. Aus den Weltkriegen konnte sich das Land heraushalten, jedoch um den Preis der Aufteilung in Einflusszonen. Den Anreiz lieferten die zu erwartenden reichen Ölfunde. Hierbei hatten die Engländer nach dem für Russland verheerend ausgegangenen Ersten Weltkrieg deutlich die Nase vorne.

     Geradezu symbolisch war der erste Treffort der drei künftigen Sieger des Zweiten Weltkrieges. Sie wählten im November 1942 Teheran, wo sie die ersten weitreichenden Absprachen über die zukünftige Aufteilung der Welt vornahmen. Mit am Tisch in Teheran also die US-Amerikaner, die sich von diesem Moment an von dieser Stelle auf absehbare Zeit nicht mehr wegbewegen sollten. Sie würden eher Monate als Jahre brauchen, um das strauchelnde britische Imperium vom persischen Öl zu verdrängen.

     Einen ersten überraschenden und nahezu entscheidenden Einbruch erlebten die Amerikaner, als sich die von ihnen zum Abschütteln des Schah-Regimes gedrängten Perser dafür entschieden, eine Regierung ins Amt zu wählen, die den Ausverkauf des persischen Öls an Fremde zu stoppen versprach. Diese demokratisch gewählte Regierung des persischen Ministerpräsidenten Mossadegh wurde durch einen von der CIA orchestrierten Putsch um ihr Amt gebracht und durch ein von der USA wiedereingesetztes Schah-Regime der Pahlewi-Familie ersetzt.

     Es gehört zu den Routine-Erzählungen im Westen, dass es dem Land, auf westlichem Niveau und mit westlichen Werten lebend, fortan glänzend ging, so dass es nahezu unbegreiflich erscheint, wie 1979 eine national-religiöse Revolution in Persien überhaupt stattfinden und sich zudem an die Macht setzen konnte, an der sie sich noch heute befindet. Die nach 1979 folgenden Jahrzehnte waren von Auseinandersetzungen mit den dortzulande entmachteten Amerikanern geprägt, von denen vor allem die über 400 Tage andauernde Besetzung der US-Botschaft in Teheran und der gescheiterte US-amerikanische Versuch, die dortigen Geiseln mit Hilfe eines groß angelegten Kommando-Unternehmens zu befreien, in der Erinnerung der Völker zurückgeblieben sind.

     Mit dem Untergang der Sowjetunion (1989-92) wurde vor allem in den USA die Auffassung Allgemeingut, dass nunmehr ihre Zeit als Einzige Weltmacht angebrochen sei. Diese Änderung der Weltmachtdoktrin führte in unmittelbar folgende außen- und militärpolitische Aktionen, von denen hier bei uns in Deutschland die Nato-Osterweiterung die bekannteste ist, zumal sie auf geradem Wege in den Ukraine-Krieg führte. Doch weltpolitisch zumindest gleichbedeutend ist der amerikanische Anlauf, die Welt im Nahen und Mittleren Osten in ihrem Sinne neu zu ordnen. Man griff zu den bekannten Mitteln wie der Propaganda, der inneren Einmischung, der Sabotage, des Wirtschaftskrieges und des militärischen Angriffs. Die hiervon betroffenen Staaten waren Libanon, Syrien, Irak, Jemen, Libyen, Ägypten. Schließlich kam der Iran an die Reihe. Davon ist in diesem Aufsatz die Rede.

Die Sonderrolle der jüdisch-israelischen Vorgeschichte

Nichts annähernd Ähnliches wie zur persischen Vorgeschichte gibt es von der politischen Geschichte der Juden zu berichten. Insbesondere ist angesichts der soeben skizzierten Geschichte Persiens die gern wiederholte Behauptung unzutreffend, dass kein Volk wie das jüdische eine so lange währende Geschichte überblicken könne. Die jüdische Geschichte ist vielmehr von anderer Art. Es handelte sich beim jüdischen Volk in jenen vorchristliche Jahrhunderten um mehrere weltpolitisch unbedeutende Stämme von Wüstenbewohnern, die fast durchweg unter Fremdherrschaft lebten. Nach einer gewaltsamen Auflehnung gegen die römische Weltmacht im ersten nachchristlichen Jahrhundert wurde der in jenen Tagen nur noch rudimentär bestehende jüdische Staat gewaltsam aufgelöst.

     Die Bedeutung des Judentums für die Geschichte der Menschheit ist damit nicht annähernd erschöpfend umrissen. Ganz im Gegenteil, aus der jüdischen Religion entsprangen die beiden Eingott-Religionen, welche vor allem die westliche Welt, aber nicht nur diese, über zwei Jahrtausende hinweg dominiert haben. Ohne den Juden-Gott Jehova wären Christentum und Islam nicht entstanden. Versatzstücke der jüdischen Religion geistern noch heute im Denken der ehemaligen Christenheit und der real existierenden Welt des Islam herum.

     Um es zu wiederholen: Die Geschichte des jüdischen Staates endete im ersten nachchristlichen Jahrhundert mit der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n.Chr. durch die Römer. Nach einem neuerlichem Aufstand (132-135 n.Chr.), benannt nach dessen Anstifter Bar Kochba, erfolgte die endgültige Vertreibung der Juden aus Palästina.

     Erst knapp zweitausend Jahre später zur Jahrhundertwende auf das 20. Jahrhundert gewann der Gedanke an einen Judenstaat wieder eine konkretere Gestalt. Die einschlägigen Konzepte und die Werbung unter den weltweit verstreut lebenden Juden für ein solches Projekt fasste man unter dem Begriff des Zionismus zusammen. Dessen Erfinder und zugleich einflussreicher Promotor war der österreichische Journalist Theodor Herzl. Dessen grundlegende, knapp hundertseitige Propaganda-Schrift mit dem Titel Der Judenstaat erschien erstmals 1896.

     Die Aussicht auf einen Judenstaat wurde konkreter, als 1917, also mitten im Ersten Weltkrieg, der damalige britische Außenminister Lord Balfour eine (später nach ihm benannte) Erklärung öffentlich machte. Es handelte sich um eine Art von Schenkungsversprechen an die Juden der Welt für ein eigenes Siedlungsgebiet in Palästina. Das war ein Landstrich, der gar nicht zum British Empire, sondern zum Osmanischen Reich (der heutigen Türkei) gehörte. Nach der türkischen Niederlage Ende des  Jahres 1918 wurde Palästina unter dem beschönigenden Begriff eines Mandats-Gebietes britischer Kolonialbesitz. Er wurde von den Engländern angesichts der verschiedenen Ethnien und religiösen Gruppierungen nach dem alten und erfolgreichen Prinzip des Teile-und-herrsche geführt, wobei die Spannungen sich dadurch verschärften, dass die britischen Kolonialherren die jüdische Einwanderung nach Palästina zunächst wohlwollend förderten.

     Nach dem Zweiten Weltkrieg war die britische Herrscher-Herrlichkeit zu Ende. Sie scheiterte am jüdischen Terrorismus gegen die Kolonialmacht. Ebenso scheiterte ein Teilungsplan der noch jungen UNO, der eine staatliche Selbständigkeit für Juden und Palästinenser in getrennten Siedlungsräumen anstrebte. Auch in diesem Fall siegte die Gewalt, die bevorzugt von jüdischer Seite ausging, als man sich Gebiete aneignete, die erkennbar nicht zu den jüdischen Siedungsgebieten gehörten. Vereinfacht gesagt: Fortan wollte das jüdische Mündel Vormund sein. So hängen die Dinge zusammen.

     Daran zu erinnern erscheint notwendig, wenn heutzutage vom Existenzrecht Israels die Rede ist. Mit anderen Worten: Ohne die Balfour-Erklärung, die Zulassung jüdischer Einwanderung und den drei Jahrzehnte später erfolgten Rückzug der Briten aus Nahost gäbe es heute keinen Staat Israel. Wer diese noch nicht sehr weit zurückliegende Landumverteilung nicht als Anspruchs-begründend für das Existenzrecht Israels ausreichend sein lassen will, der muss schon das Alte Testament mit den einschlägigen Landnahme-Erzählungen bemühen. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass das nicht jedermanns Sache ist.

     In der Zeit vor und nach der Staatsgründung Israels (1948) haben die dort lebenden Juden Krieg um Krieg gegen alle ihre Nachbarn geführt. Dieses Verhalten war nur möglich, weil sie sich auf eine finanzstarke jüdische Lobby, vor allem in den USA, stützen konnten. Diese Unterstützung war von Beginn an entscheidend, wenngleich sie zunächst mit der offiziellen US-Politik nicht übereinstimmte, der es darum zu tun war, das sich in Luft auflösende Britische Empire zu ersetzen und hierbei die arabischen Staaten nicht zu verärgern. In amerikanischen Darstellungen wird dieses zionistische Israel-Sponsoring daher als „privat und illegal“ bezeichnet. Ab Ende der 1950er Jahre änderte sich dann die amerikanische Position, nachdem es den USA misslungen war, in Ägypten Fuß zu fassen. Die israelische Lobby übte nunmehr ganz unverhohlen entscheidenden politischen Einfluss auf die offizielle US-Politik aus, wenn es zum Beispiel darum ging, in internationalen Gremien, wie der UNO, das Gewicht der Veto-Macht USA in die Waagschale zugunsten Israels zu werfen.

     Dieser pro-israelische Vorgang ist auch im aktuellen Kriegsgeschehen gegen den Iran zu beobachten. Der Angriff der israelisch-amerikanischen Koalition gegen den Iran ist ohne die amerikanische Akzeptanz der offenbar aus Israel stammenden Anstiftung kaum vorstellbar. Es ist umstritten, ob es für diesen Angriff gute Gründe gab, die ein solches Vorgehen gerechtfertigt erscheinen lassen. Die Angreifer-Seite behauptet dies und spricht von einem Präventiv-Schlag zur Wahrung des Existenzrechts Israels. Es sei u.a. darum gegangen, die nahe heranrückende Fertigstellung der iranischen Atom-Bewaffnung zu verhindern. Dieses Vorhaben sei, so die israelische Führung, essentiell, da der Iran seit der Revolution von 1979 dem Staat Israel mit der Vernichtung drohe.

     Die Gegner dieses Standpunktes tragen vor, dass die israelischen Behauptung ein Vorwand für die Schaffung eines Großisrael im Nahen Osten sei, während es den US-Amerikanern vor allem darauf ankomme, die Hand auf die persischen Ölvorkommen zu legen. Das Vorgehen gegen den Iran sei ein Puzzle-Teil der seit den frühen 1990er Jahren verfolgten US-Strategie, den Nahen Osten Staat um Staat unter US-Kontrolle zu bringen.

     Alle die in diesen Komplex gehörigen, in den 1990er Jahren begonnenen US-Aggressionen führten zur Destabilisierung der hiervon betroffenen Staaten: Libanon, Ägypten, Syrien, Libyen, Irak. Der Angriff auf den Iran schien diesem Muster zu folgen, doch das gewünschte Ergebnis der Vernichtung des herrschenden Regimes trat in diesem Fall nicht ein – jedenfalls bis zu dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe.

Der Kriegsverlauf

Es erscheint mir müßig, den bisherigen Kriegsverlauf, dessen Ende noch nicht klar abzusehen ist, in diesem Text genau zu beschreiben. Es genügen einige Eckpunkte. Der Krieg begann mit dem israelisch-amerikanischen Überraschungsangriff, der durch Raketenbeschuss gezielt die geistlichen Führer des Landes tötete. Der durch dieses Kriegsverbrechen für sicher gehaltene Erfolg blieb jedoch aus. Der nur scheinbar enthauptete Iran streckte nicht nur nicht die Waffen, sondern er begann, sich zur Überraschung der Angreifer wirkungsvoll gegen diese zu wehren.

     Obschon das US Central Command, das von Stuttgart aus die Iran-Aktion ins Werk setzte, alsbald den erfolgreichen Luftangriff auf über 10.000 Ziele meldete und unter diesen mit Schwerpunkt die Zerstörung der persischen Raketenabschuss-Basen, häuften sich die iranischen Raketen- und Drohnenangriffe auf Ziele in Israel und auf US-Militärbasen im gesamten Nahen Osten. Es begann ein Wettlauf der Raketen- und Drohnen-Arsenale, wobei mit zunehmender Länge der Auseinandersetzung die Fähigkeit der israelisch-amerikanischen Koalition abnahm, sich mit Raketenabwehr-Raketen gegen die persischen Attacken erfolgreich zu wehren. Da die Perser in ihre Angriffe auch Ziele in den Golfanrainer-Staaten einbezogen, zeigte sich angesichts der dortzulande bei Ölförderanlagen und Raffinerien angerichteten Schäden, dass die USA als jahrzehntelange Schutzmacht nicht in der Lage waren, ihren Schutzversprechungen auch nur ansatzweise zu genügen.

     Damit nicht genug: Mit der Sperrung der Straße von Hormus ab Anfang März 2026 versetzte der Iran der Weltwirtschaft einen schweren Schlag, der zum rasanten Anstieg der Preise für Öl und Erdgas führte. Die ultimativ vorgetragene Forderung der USA an die anderen Nato-Staaten, sich an einer gewaltsamen Öffnung der Straße von Hormus zu beteiligen, wurde von diesen bereits im März durch die Bank abgelehnt. Sehr schnell wurde deutlich, dass auch die US Navy sich diesen Angriff nicht zutraute, bzw. traute.

     Stattdessen gingen die USA dazu über, gegen den Schiffsverkehr von und nach Persien eine umfassende Seeblockade der gesamten persischen Küste zu verhängen – letztlich also eine Blockade der Blockade. Die Wirksamkeit dieser US-Kriegführung gilt als umstritten. Es wurde nämlich nicht nur der Handelsverkehr Persiens zu seinem Nachteil blockiert, was jedoch offenbar nur zum Teil gelang, sondern die Blockierer schädigten sich auch selbst. Etwas mühsam durchdrang den westlichen Propagandavorhang, wie sehr auch der gesamte Westen einschließlich der USA von diesen Maßnahmen nachteilig betroffen war. In den USA beispielsweise gingen die Vorräte der nationalen Ölreserven zur Neige. Genau dieser Umstand macht es verständlich, warum die USA im Juni darauf drängten, mit dem Iran zu einer Verständigung zu gelangen.

     Der Ansehensverlust der USA als Weltmacht wurde folglich unübersehbar, und als der Iran dazu überging, den weiterhin stattfindenden Export des eigenen Öls nicht mehr auf Dollar-Basis, sondern mit Krypto-Währungen oder in chinesischen Yuan abzurechnen, wuchsen die Zweifel der Golf-Anrainer beträchtlich. Hatten Staaten wie Saudi Arabien zu Beginn des Krieges noch öffentlich erwogen, mit eigenen Truppen am Iran-Krieg teilzunehmen, so machten sie spätestens Ende März 2026 eine Kehrtwende und versuchten, Wohlverhaltens-Abkommen mit dem Iran einzufädeln: Durchlass ihrer Schiffe durch die Straße von Hormus gegen Zahlung einer beträchtlichen Maut (umgerechnet ca. 2 Mio US-Dollar pro Tanker) an die persische Staatskasse.

     Der nächste auffällige Schritt war die Auflösung des Kartells erdöl-exportierender Staaten OPEC. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihren Austritt am 29. April 2026 erklärt. Sie waren vor dem Krieg einer der großen Erdölexporteure der Welt. Inwieweit sie durch diesen Schritt das Wohlwollen Persiens erkaufen wollen, ist bestenfalls spekulativ beantworten.

     Man kann zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen nicht erkennen, wie das alles einmal enden wird. Klar ist nur schon jetzt: die USA haben über den konkreten Ausgang dieses Krieges hinaus eine strategische, ja welt-strategische Niederlage erlitten. Die beiden anderen Weltmächte – Russland und China – haben die Gelegenheit genutzt, auf den massiven Widerstand des Iran aufzusatteln, indem sie diesen mit Waffen und Informationen versorgt haben. Es wäre den Persern sonst kaum in der Weise, wie es geschehen ist, möglich gewesen, den USA, den Israelis und den Golfanrainern so wirksame Schläge zuzufügen.

     Die erzielten Ergebnisse gehen also weit über einen möglichen konkreten Kriegsausgang hinaus. Persien ist auf dem Weg zur Führungsmacht im Nahen Osten, und die USA sind dabei, ihre Vormachtstellung dort einzubüßen. Sie wissen es nur selbst noch nicht, zumal ein großsprecherischer Präsident sich und seinem Land einzureden versucht, er habe den Krieg bereits gewonnen. Hierbei zeigten sich deutliche Hinweise von Größenwahn, denn Trump präsentierte sich im April 2026 in einem KI-generierten Gemälde als Messias. Ich hielt seine einschlägigen Posts zunächst für eine Fälschung von böswilligen Anti-Trump-Propagandisten. Doch ich irrte mich.

     Die Wirklichkeit sieht anders aus, als die US-Propagandisten und deren Satrapen es uns glauben machen wollen. Die Folgen einer Niederlage zeigten sich nicht nur an den Benzinzapfsäulen, wo die Preise nach oben schossen, sondern vor allem auch im schrittweise Abbau des Dollars als Öl-Zahlungsmittel und damit einhergehend als Weltreservewährung. Hierdurch werden die gewohnten Dollareinnahmen des Staates USA so drastisch zusammenschmelzen , dass die Gesellschaft dortzulande ihre gewohnte Wohlstandsbasis zu verlieren droht. Wie sich die USA hierdurch notgedrungen verändern werden, kann niemand, der bei Verstand ist, exakt vorhersagen.

Die Sonderrolle Israels beim derzeitigen Versuch der USA, aus diesem Krieg wieder zu entkommen

Unabhängig von einem möglichen Kriegsausgang bleibt noch ein Randgedanke, den Staat Israel betreffend, zu erörtern: Die beiden Angriffe auf den Iran im Juni 2025 (12-Tage-Krieg) und am 28. Februar 2026 haben eines kaum abweisbar ans Licht gebracht: Der Anstifter der beiden Angriffskriege saß in Israel. Das lässt sich vordergründig an einer einzelnen Person festmachen, die hierfür die Verantwortung trägt. Es ist Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der aus seinem Tun, vor allem 2026, keinen Hehl mehr gemacht hat. Doch es wäre ein schräges Helden-Epos, ihm allein die Auslösung dieser Krieges zuzuschieben. Es ist vielmehr so, dass es eine Fronde superreicher Zionisten unter der Führung einer Frau namens Miriam Adelson in den USA gibt, die bei der Auslösung dieser Kriege nicht hinweggedacht werden kann.

     Die Motive dieser Kriegspaten zu beschreiben, hat ein Heer von zustimmenden und verdammenden Welterklärern auf den Plan gerufen. Was sie vorzubringen haben, passt unter keinen gemeinsamen argumentativen Hut. Da sind religiöse Fanatiker ebenso vertreten, wie strikte Rassisten, Weltuntergangs-Propheten, jüdische Weltherrschafts-Vertreter und Weltherrschafts-Anklägern, Existenzrecht Israels-Befürworter, Holocaust-Leugner, Büßerhemdträger, Wiedergutmacher und was auch immer. Der Leser suche sich etwas aus.

     Es macht Mühe, sine ira et studio den zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen vermutlich in Israel vorherrschenden Pro-Krieg-Standpunkt zu verstehen.  Was also ist es, was angeblich zudem die große Masse der Juden auf dieser Welt eint? Es ist, so liest man es landauf landab das Existenzrecht Israels. Dazu ist weiter oben bereits das Notwendige gesagt. Hinzuzufügen wäre, dass die Zeitgenossen, die dieser Meinung sind, eher eine lautstarke Minderheit in dieser Welt sind. Da diejenigen in dieser Gruppe, die sich selbst als Juden definieren, in großer Zahl keinen Hehl daraus machen, dass sie an den jüdischen Gott Jehova nicht glauben, fragt sich der außenstehende Beobachter mit neugierigem Interesse, was denn der Kitt ist, der diese Menschen zusammenhält.

     Meine Antwort kann bestenfalls einen unvollkommenen Versuch bedeuten. Wir stoßen bei der Suche nach dem, was das Jude-sein ausmacht, auf zwei unterschiedliche Hauptquellen: Das Auserwählt-sein und das ständige Verfolgt-sein. Erst die Kombination von beidem (auserwählt, um ständig verfolgt zu werden) schafft ein Zusammengehörigkeits-Moment, das sich fast notwendig in Aggressivität äußern muss, denn wer überall und auf unabsehbare Zeit verfolgt wird, hat kaum eine andere Wahl, als unterzugehen oder gegen seine Feinde loszuschlagen. Jüdische Judentums-Erklärer sprechen in diesem Zusammenhang von Muskeljuden. Es versteht sich am Rande, dass diese Idee vom Muskeljuden von vielen Nicht-Juden nicht geteilt wird. Sie wird vielmehr als Kampfansage verstanden.

     Bei uns zulande überwiegen die veröffentlichten Auffassungen der Israel-Versteher. Je weiter man sich geographisch von Deutschland entfernt, desto weniger sind dieselben anzutreffen, vom Nahen Osten selbst ganz zu schweigen. Dort wird Israel als raumfremde Macht bezeichnet, die es zu beseitigen gelte. Noch einmal: Besonders bei uns in Deutschland wird auf solche Auffassungen mit Empörung reagiert, wobei mir zugleich eine gewisses Schizophrenie beigemischt zu sein scheint, wenn dieselben Leute, die vom Existenzrecht Israels reden, vor der Wirklichkeit der in unserem Land agierenden und agitierenden muslimischen Ausländer-Massen die Augen verschließen, die mutwillig ins Land gelassen wurden und nun unverhohlen Judenhass auf offener Straße predigen.

     Dies vorausgeschickt, ist es bei nüchterner Lagebeurteilung an der Zeit, einen Standpunkt – allein an den deutschen Interessen ausgerichtet – zu formulieren. Die deutsche politische Klasse weicht dieser Notwendigkeit, ebenso wie in vielen anderen Problembereichen, aus, indem sie diejenigen, die sich um einen vertretbaren Standpunkt bemühen, als Nazis oder Antisemiten verteufelt. Diese Ignoranz muss nahezu zwangsläufig in eine innenpolitische Explosion einmünden.

Die jüngste Entwicklung und das Memorandum of understanding

Zurück ins Geschehen vor Ort. Am 18./19. Juni haben die USA und der Iran ein Memorandum of understanding (MOU) unterzeichnet, binnen einer Sechswochenfrist das Kriegsgeschehen im Verhandlungswege zu beenden. Das Memorandum enthält die folgenden Themen: sofortige Beendigung des Waffeneinsatzes, einschließlich desselben im Libanon, sofortige Beendigung der US-Seeblockade vor Persien, sofortige Öffnung der Straße von Hormus, Beendigung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, Freigabe der in den USA eingefrorenen persischen Vermögen, amerikanische und arabische Zahlungen in einen milliardenschweren Wiederaufbaufonds, Verhandlungen über die Durchlassrechte der Straße von Hormus und Verhandlungen über die Nuklearindustrie des Iran, insbesondere über die Uran-Anreicherung.

     Zu den Besonderheiten dieses Abkommens gehört es, dass die jeweiligen Verbündeten mit einbezogen werden, ohne dass sie mit am Verhandlungstisch saßen, auf US-amerikanischer Seite also Israel. Die Israelische Regierung hat sogleich erklärt, dass sie sich hieran nicht zu halten gedenke. Sie ist nicht bereit, sich aus dem Libanon wieder zurückzuziehen. Der Iran hat unmittelbar darauf die Straße von Hormus wieder partiell geschlossen und ist dazu übergegangen, diese Schließung durch Drohnen und Schnellbootbeschuss von Blockadebrechern durchzusetzen. Die USA haben daraufhin erneute Luftangriffe gegen die persischen Küstenbefestigungen geflogen. Der Krieg dümpelt seitdem auf kleinstmöglicher Flamme vor sich hin.

Politische Ereignisse und ein mögliches Ende des Konflikts

Während der Krieg irgendwie nicht zum Stillstand kommen will, ist Bewegung in die politischen Aktivitäten gekommen. Hierbei ist zu bemerken, dass es nicht möglich ist, irgendeine in etwa bündige Äußerung aus dem Mundes des US-Präsidenten zum Beurteilungsmaßstab zu erheben, da dieser sich von Tag zu Tag anders und häufig genug widersprüchlich einlässt. Wenn überhaupt eine gewisse Kontinuität festzustellen ist, so betrifft diese seine Einlassung, dass Amerika groß und seine Armee siegreich ist. Dass dies mit der wahren Lage in Nahost nicht übereinstimmt, wurde bereits dargestellt.

     Aus diesem Grunde konzentrieren sich US-Beobachter auf den Vizepräsidenten. Dieser äußerte sich vor wenigen Tagen hinsichtlich der von ihm selbst mitausgehandelten Waffenruhe, es komme jetzt darauf an, die geschwundenen Öl-Reserven wieder aufzufüllen. Danach werde man weitersehen. Diese Stellungnahme ist weltweit vielfach so verstanden worden, als wollten die USA nach dem Auftanken den Krieg wieder weiterführen. Das ist nicht auszuschließen.

     Es wundert daher nicht, dass einige Schwergewichte in der Region offenbar nunmehr praktische Konsultationen aufgenommen haben, um eine Sicherheitsarchitektur des Mittleren und Nahen Ostens zu erörtern und ggf. aufzubauen, die ohne Beteiligung der USA wirksam werden soll. Die Nachrichten hierüber sind ab Ende Juni 2026 nicht mehr zu übersehen. Die beteiligten Staaten sind Pakistan, Iran, Türkei und Saudi Arabien, ziemlich sicher auch Oman und ggf. der Jemen. Auffällig ist Pakistan als Atommacht, die wesentlich als Mediator an den derzeitigen Absprachen zwischen den USA und dem Iran beteiligt war, und die Türkei, eine Mittelmacht mit Großmachtambitionen, von der nicht klar ist, wie weit ihre Neuausrichtung mit der gleichzeitigen Nato-Mitgliedschaft harmoniert. Unbekannt sind die ggf. wohlwollenden Unterstützungs-Handlungen aus Russland und China. Wie auch immer man dies im Einzelnen ansieht, diese Einigungsbemühungen sind deutlich anti-amerikanisch. Das ist umso verständlicher, als die militärischen Hauptbasen der USA in der Region zerstört oder doch zumindest schwer beschädigt worden sind.       

Wie wird die Kampagne gegen den Iran letztlich ausgehen? Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht. Es sind mehrere Varianten vorstellbar: a) Der Krieg schläft nach Öffnung der Straße von Hormus irgendwie ein. Die schwer beschädigte Weltwirtschaft erholt sich wieder. b) Die Perser akzeptieren das neuerliche Vernichtungsgeschehen in den an Israel angrenzenden Gebieten nicht, schließen erneut die Straße von Hormus und verursachen hierdurch erneutes gewaltsames Vorgehen Israels und der USA, die sich einer wirtschaftlichen Katastrophe konfrontiert sehen. c) Im Verlauf der wiederaufgeflammten Gewalt gerät Israel durch persische Luftangriffe an den Rand einer existenzvernichtenden militärischen Niederlage, so dass Israel selbst oder die USA Atomwaffen einsetzen. Was hierauf folgt, lässt sich beim besten Willen nicht vorhersagen. Man sollte indessen im Auge behalten, dass China durch einen hochrangigen Regierungsvertreter bereits vor Wochen, am 13./14. April 2026, angedroht hat, dass es in diesem Fall innerhalb von Tagen kein Israel mehr geben werde.

©Helmut Roewer, Juli 2026

© 2026

Theme von Anders NorénHoch ↑