22. August 2026
Verwirrendes ist von den Kriegsschauplätzen zu melden. Die Behauptung des Don, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus unter amerikanischer Anleitung nahe der Küste von Oman wieder ungehindert stattfinde, begegnet insofern Bedenken, als dort zugleich ein Schiff durch persische Raketen in Brand geschossen wurde und, ebenfalls zeitgleich, der US-Finazminister Besson ultimative, nie dagewesene Sanktionen zum Beginn der kommenden Woche ankünfigte, die den Iran in die Knie zwingen würden. Was mag das sein und warum, wo doch alles nach Amerikas Wunsch läuft? Aus Teheran verlautet wie gewohnt, dass man auf die US-Vasallen in nie dagewesener Weise draufklotzen werde.
Krieg (2): Das Töten im Libanon und im Gazastreifen geht weiter. Immerhin hat sich der US-Botschafter in Jerusalem, an dessen zionistischer Grundhaltung es bislang keinen Zweifel gab, dazu aufgerafft, die Israeli möchten doch derzeit das Töten von Palästensers auf der Westbank durch sogenannte Siedler unterbinden. Die einschlägigen Bilder machen sich in den USA derzeit nicht besonders gut. Dort ist der Wahlkampf der Zwischenwahlen mit Macht entbrannt.
Krieg (3): Die Experten streiten darüber, wann genau die Ukraine zusammenbrechen wird. Der Streit ist nichts Neues, alle bisherigen Prognosen waren falsch. Letzte Nacht fanden wieder ruppige Luftangriffe mit Schwerpunkt auf die ukrainische Hauptstadt statt. Das hatte sich der kleine Mann aus Kiew vermutlich nicht träumen lassen, dass sein 40-Tage-Drohnenoffensive gegen das russische Hinterland solche Folgen auslösen würde. Man munkelt, dass die Meinungsverschiedenheiten hierüber der Grund für die Ablösung des angeblich überaus beliebten jungen Verteidigungsministers Fjodorow (Fedorov) gewesen seien. Das ist kaum zu glauben. Für wahrscheinlicher halte ich macht-interne Eifersüchteleien.
Krieg (4): Selbst Spezilisten kommen kaum noch nach, was genau sich wo am Frontbogen bewegt. Fest steht nur, dass dort jeden Tag gekämpft und gestorben wird. (Die Lagekarte von Nina Alkhoshid erscheint mir realistisch). Für kriegsentscheidend halte ich die russische Seeblockade von Odessa, von der anzunehmen ist, dass sie tatsächlich stattfindet. Daneben lese ich erstmals Nachrichten über russische Kommandoaktionen im ukrainischen Kernland, die der gezielten Vernichtung von Lokomotiven dienen. Die Loks sind aus russischer Sicht sicher ein lohnenderes Ziel als das Schienennetz, das, wie die Erfahrung der letzten Kriegsjahre lehrt, in überschaubarer Zeit geflickt werden kann. Für die Breitspurlokomotiven gibt es auf dem europäischen Markt keinen Ersatz.

21. August 2026
Mal was schönes: Hätte ich sie vor drei Wochen auf der Bregenzer Seebühne gesehen, wäre mir die Voralbergerin Anahita Pasdar sicher aufgefallen. Jetzt nach Zeitungslektüre frage ich mich, an welchen Stellen sie – von mir unbemerkt – in das musikalische Geschehen von La Traviata mit der elektronischen Orgel eingriff. Das Nichtbemerken tut allerdings dem grandiosen Ereignis keinerlei Abbruch. Noch nach Ende der Vorstellung, d.h. nach 23 Uhr, standen die Leute in der lauen Sommernacht Stunden auf dem Vorplatz und wollte nicht nach Hause gehen.

Schön (2) (zumindest halb-schön) ist zu beobachten, wie es ist, wenn ein wichtiger Mann seine Reputation unrettbar verliert, das heißt, er kann machen, was er will, es wirkt immer gegen ihn. Das geschieht derzeit beim Doktor Voigt, der bekanntlich dem hiesigen Ländchen vorsteht. Jetzt hat er sich auf ein Schaukelpferd gesetzt. Das ist zum Schreien komisch, obwohl es kaum so gemeint war. Ich bin sicher, er wird uns noch auf Jahre hinaus mit seiner Komik erfreuen, denn, egal wo er auftritt, es lachen die Leute. Kommende Woche soll der missglückte Akademiker sich einem Misstrauenvotum stellen. Die oppositoonelle AfD täte gu daran. das Plüschpferd als Gegenkandidaten zu nominieren.

Schön (3), wenigstens für mich ist das Gefühl wohliger Leere, das sich in mir ausbreitet, nachdem ich heute Nacht die Druckfahnen von
Mein Abendland
Wegweiser durch das Labyrinth von Weltherrschaft, Realpolitik und Größenwahn
zum Druck freigegeben habe. Auch nachdem ich den Text um mehrere hundert Seiten gekürzt habe, sind es immer noch ziemlich viele. Genau 400. Was da drinsteht? Nun, das hier: Eine große Zahl unerbittlicher Gegner versucht, unser Land, seine Lebensart und das Wohlergehen seiner Bevölkerung irreparabel zu beschädigen. Die Angreifer werden durch Weltherrschaftswahn, Geldgier oder religiöse Zwangsvorstellungen vorangetrieben. Eine Clique von korrupten Politikern und Publizisten unterstützt seit Jahren dieses zerstörerische Tun. Im vorliegenden Buch werden die Beteiligten beim Namen genannt, ihre Methoden aufgedeckt und die Chancen, sie unschädlich zu machen, beschrieben.
20. August 2026
Wort und Widerwort: Der Don kündigt einen noch nie dagewesenen Wirtschaftskrieg gegen Persien an, wenn dieses nicht augenbliklich die weiße Flagge hisse. Die Vernichtung werde auch alle Staaten treffen, die es wagen würden, mit dem Feind weiterhin wirtschaftliche Beziehungen zu unterhalten.
Wort und Widerwort (2): Der iranische Parlamentspräsident antwortet unverzüglich: Wenn die USA nicht binnen zwei oder dreier Wochen die persischen Forderungen erfüllten, als da sind: Abzug aus der Region, Freigabe des Libanon, Rückgabe der beschlagnahmten Vermögenswerte, Aufhebung der Küstenblockade und aller Sanktionen, werde der Krieg militärisch in bislang noch nie gesehener Härte weitergehen.
Wort und Widerwort (3): Das, was man hört, sind Ansprachen ans jeweils eigene Publikum. Beide Seiten wissen, dass ihre Forderungs ins Leere gehen. Dennoch bleibt das Faktum, dass der Rückgriff auf Gewalt wieder in den Bereich des Wahrscheinlichen rückt.
Wort und Widerwort (4): Putin hat den Briten als den wahren Verursachern des massiven Drohnenangriffs auf Moskau vom vergangenen Wochenende Konsequenzen angedroht.
Wort ud Widerwort (5): Der neue Mann an der Spitze des Vereinigten Königreichs – seinen Namen habe ich mir immer noch nicht gemerkt – hat nicht etwa die Verursachung dementieren lassen, sondern öffentlich angemerkt, dass es sich um Großbritanniens gutes Recht handele, die Waffenbüder in Kiew wirksam zu unterstützen.
Wort und Widerwort (6): Es sieht ganz so aus, als solle Putin gezwungen werden, Gewalt anzuwenden, wenn er sich nicht unglaubwürdig machen will. Ein solches Vorgehen entspräche einem seit Jahrhunderten eingeübten britischen Vorgehen, das sich primär darauf stützt, dass andere das allfällige Kämpfen übernehmen müssen. Doch wer soll das diesmal sein? – Ich fürchte, man unterschätzt die russische Geduld, auf einen günstigen Zeitpunkt zum Zuschlagen zu warten. Eine Art Emser Depesche wie zu Zeiten von Bismarck selig, als sich die großmäuligen Franzosen gegenüber Preußen selbst in ein psychologisches Abseits begeben hatten, so dass alle Welt gegen die preußische Gewalt nichts einzuwenden wusste. Wie der geschichtsbewanderte Putin sicher weiß, kann man diese Situation mit etwas Raffinesse selbst erzeugen. Es sieht ganz so aus, als braue sich hier etwas zusammen. Das Kommando-Unternehmen von russsichen Speznaz-Kräften im Raum Odessa mit der Zielsetzung, Gefangene zu machen, ordne ich hier ein, denn es sollen sich unter den Weggeschleppten etliche Nato-Offizier befinden.
19. August 2026
Ehrlich gestanden, von dem Ort Hutthurm hatte ich bis heute Morgen noch nie gehört. Die Marktgemeine liegt vor den Toren von Passau. Hier werden von der Firma Donaustahl Kriegswaffen entwickelt und hergestellt. Sie werden sodann Richtung Osten exportiert, um dort Russen zu töten. Ich mache mir Gedanken, ob das der Obrigkeit bekannt ist, denn wir haben ein Kriegswaffen-Kontrollgesetz, mit dessen Hilfe genau das verhindert werden soll. Ich frage mich, was die Bewohner dieses fortschritts- und weltoffenen Ortes wohl sagen mögen (falls sie dann noch zu Wort kommen), wenn eine russische Oreschnik-Rakete mit ihren 6 x 6 Sprengköpfen, die mit 5 km/sek anfliegen, diesem Treiben ein Ende setzt.

Hutthurm (2): Ich hätte von alledem nichts mitgekriegt, wenn deutsche Sicherheitsbehörden, die offenbar von diesem Treiben wissen, den Eigentümer von Donaustahl nicht für akut tötungs-gefährdet halten würden. Dem Putin seine GRU (das ist der russische Militärgeheimdienst) habe es auf sein Leben abgesehen. Der Name dieses 39 Jahre alten Kriegsgewinnlers lautet Stefan Thumann.

Im Nahen Osten wird der Krieg weitergehen. Die vereinbarte und ohnedies nicht eingehaltene 60tägige Waffenruhe ging am Montag zu Ende. Wie es konkret weitergehen wird? Ich sehe mir als Denkauffrischung die Gesichter der beteiligten Kommandeure an. Zum Beispiel den Oberbefehlshaber der persischen Streitkräfte, Amir Hatami. Er macht nicht den Eindruck, als würde er die Lage nicht überblicken. Vielleicht ein Vorurteil von mir, weil mir das Verhalten seiner Armee seit Kriegsbeginn durch den Kopf geht. Jetzt wird er in der Westpresse so zitiert, dass er auf das Töten von US-Soldaten Kopfgelder ausgesetzt habe.

18. August 2026
Die Bundeswehr feiert ein personelles 13-Jahres-Hoch mit 186.700 Soldaten. Von denen wurden im Juli 15.000 neu eingestellt. Seltsame Messgrößen sind das.
Soldaten (2): Im Ukraine- und Nahostkonflikt geht das Töten weiter. Am Wochenende flogen Hunderte von Drohnen Richtung Moskau und eine unbekannte Vielzahl nach Kiew und in andere Großstädte. Die israelische Armee meldet die siegreiche Ermordung von Palästinensern im Libanon, selbstredend lauter Terroristen-Chefs nebst Umfeldpersonen, die unvorsichtiger Weise im Wege standen. Derweil kündigt der Don dem Oman Bomben an, falls er sich wirklich zum Nachteil der Freien Welt mit dem Iran verbündet, was die Durchfahrt durch die Straße von Hormus anlangt. Und der Jemen beschießt munter saudische Schiffe im Ausgang des Roten Meeres. Also alles in allem nichts Neues.
Die niedersächsischen Verwaltungsgerichte bestätigen die Aberkennung des passiven Wahlrechts für AfD-Kandidaten. Die offensichtlich verfassungswidrige einschlägige Norm des Kommunalrechts, die unter keinem Gesichtspunkt mit dem Parteienprivileg des Art. 21 GG vereinbar ist (wonach nur das Bundesverfassungsgericht Parteien die Mitwirkung an der politischen Willensbildung verwehren kann), bereitet ihnen offenbar keine Probleme. Erlaubt ist, was gefällt. Man verlässt sich darauf, dass das Wahlvolk dergleichen schluckt, ohne den Machthabern die Scheiben einzuschmeißen. Ich würde mich allerdings nicht darauf verlassen, dass dies so bleibt.
Die Häme gegen den Spiegel hält an. Heute Morgen entnehme ich das hier der Zellerzeitung.

17. August 2026
Sex sells: Das Gespräch bei Tisch kommt auf ein Literatur-Genre, das mir bis dato vollkommen unbekannt war. Junge Frauen schreiben Millionen-Seller, deren Inhalt die Verherrlichung von sexueller Gewalt gegen junge Frauen ist. Ich bin zunächst sprachlos, dann dämmert es mir, dass dies womöglich die Reaktion auf nunmehr seit Jahrzehnten andauernde feminine Erziehung ist, die nicht nur den Unterschied zwischen Mädchen und Jungen zu beseitigen, sondern schlimmer noch Jungen zu Mädchen zu erziehen trachtete. – Wohlgemerkt, wir sprechen über diese Sache, aber keiner hat eines dieser Bücher gelesen, geschweige denn, eins bei der Hand. Mir graust der Gedanke, mir einen eigenen Eindruck verschaffen zu sollen.
Abwege (2): Die Illustrierte Der Spiegel macht ihren jüngsten Titel mit der Aufschrift „Der gefährlichste Mann Deutschlands“ auf und bildet dazu den AfD-Wahlkämpfer aus Sachsen-Anhalt ab. Der verteilt signierte Exemplare der Postille an seine Fans. – Man sieht, die gegenwärtige um sich greifende Verwirrung ist nicht auf pubertierende und spätpubertierende Mädchen beschränkt, sondern hat sich auch im Lager sogenannter Qualitäts-Journalisten fest eingenistet.
Abwege (3): Als sich die Prälaten von Unsererdemokratie entschlossen, ihre Konkurrenten mit den Prädikat gesichert rechtsextem zu diffamieren, dauerte deren Erschrecken eine Weile lang an. Jetzt ist es dem Hohn gewichen.

15. August 2026
Es liegt zwar schon einige Jahre zurück, aber die Gläubigen auf Reichenau sind sich sicher, dass gestern Maria zum Himmel gefahren ist, und tragen deswegen ihre Statuen im Freien herum. Sie sind sehr hübsch anzusehen (die Marien) und wecken wie stets, wenn sie im Zusammenhang mit den Gläubigen zu sehen sind, Zweifel, dass es sich beim Christentum um eine Eingott-Religion handelt, selbst wenn man sich über die Klippe Vater-Sohn-und-heiliger-Geist hinweg argumentiert. Das Anbeten einer Holzfigur hat etwas Archaisches – erst recht, wenn sie hübsch ist, wie die in Reichenau.
Reichenau (2): Lokalpatrioten behaupten hartnäckig, der Ort sei eine Insel im Bodensee. Dem Reisenden erschließt sich dies nicht, wenn er mit dem Auto aus Richtung Konstanz anreist. Er benutzt trockenen Reifens eine Straße, die von drei Reihen alter Pappeln gesäumt ist. Sie macht aus dem Ort eine Halbinsel.
In Bodman besuche ich den Skulpturengarten des Bildhausers Peter Lenk. Das ist der, der den Konstanzern die monumentale, tonnenschwere Weibsperson auf die Mole der Hafeneinfahrt stellte. Er spricht zwei Stunden im Sonnenschein auf mich ein, umstanden von seinen riesigen Skulpturen. Man kann das alles in Ruhe betrachten und photographieren, nur ihn selber nicht.
14. August 2026
Wenn man (trotz anhaltender Hitze) die Bodenseeinsel Reichenau durchstreift, stellt man erfreut fest, dass die Zahl der ebenfalls vor Ort befindlichen Touristen überschaubar ist. Dafür unterliegen die drei Hauptattraktionen lästigen Beschränkungen durch minimale Eintrittszeiten und sorgsame Park-Beschränkungen. Doch wenn man hartnäckig ist, so wie ich, bieten die drei Kirchen lohnende Einblicke in die deutsche Frühgeschichte. Ich lerne, auf diesem paradisischen Eiland wussten Kichenfürsten ab 700 gut und gerne zu leben. An ihrem Wohlstand kann es keinen Zweifel geben, denn sie waren in der Lage, im Jahrhundert-Takt die Pracht ihrer Gotteshäuser neu zu gestalten. Das Um- und Überbauen der gotischen Grundstrukturen finde ich schade. Zum Glück hatte die weltliche Bedeutung dieser Kirchen-Herrscher stark nachgelassen, als Barock und erst recht das Rokoko auf dem architektonischen Speisezettel standen. – Dass der Abt von Reichenau gegen Ende der Herrschaft von Karl dem Großen als dessen Botschafter in Byzanz war, um dort Karls Gleichrangigkeit mit Ost-Rom erfolgreich zu verhandeln, will ich wenigstens erwähnt haben. Er wird nicht geahnt haben, was das weltgeschichtlich einmal bedeuten würde.
Kirchen (2): In der Stadtkirche von Stein am Rhein (in der nahegelegenen Schweiz) finde ich nicht ein einziges christliches Symbol: kein Kreuz, kein Christus und schon gar keine Maria. So radikal aufgeräumt durch die sog. Reformierten habe ich noch keine Kirche vorgefunden. Ich zögere einen Moment, ob sie überhaupt noch in Betrieb ist. Dochdoch, ist sie, es liegen Gesangbücher herum. In der Kirche ist es angenehm still, vermutlich weil es das Gewohnte nicht zu sehen gibt. Vor den Türen flutet der Sommertourist vorbei.

13. August 2026
Vice Vance macht gestern eine Ansage an den kleinen Mann aus Kiew. Er möge per sofort damit aufhören, Tanker im Schwarzen Meer zu versenken, denn auf diesen befinde sich kasachisches Öl für das große und gute Amerika. Bleibt hinzuzufügen, dass es so einer Drohne, selbst falls made in USA, ganz egal ist, ob sie Dinge zerstört, die für ihren Sponsor bestimmt sind. Den Kriegshelden in Kiew offenbar auch, so dass sie jetzt zur Ordnung gerufen werden mussten.
Schiffeversenken (2): Auf russischer Seite macht man sich ganz ähnliche Gedanken. Putin (in Uniform der russischen Kriegsmarine) machte gestern in Fernost eine Ansage an die Europäer: Das Versenken russischer Handelsschiffe durch diese werde unverzüglich zu russischen Vergeltungsmaßnahmen führen – ganz gleich, wo sich deren Schiffe befänden. Wir dürfen gespannt sein.

Während also der US-Vice seine Besorgnisse über den Krieg im Schwarzen Meer äußert, greifen seine Luftstreitkräfte gestern den Jemen an. Das Pentagon meldet nicht ohne Stolz den Erfolg: 153 Zivilisten getötet und 247 verletzt. – Woher mögen diese Zahlen stammen? Vor allem aber: Was sollen sie bewirken?
12. August 2026
Die Jemeniten machen tatsächlich ernst an ihrer Meerenge des Roten Meeres. Gestern wurde wieder ein Frachter beschossen und an der Weiterfahrt gehindert. Das dürfte jetzt in etwas das zehnte Schiff sein. Die Saudis als die im Moment Hauptgeschädigten protestieren und rufen Pakistan, mit dem sie ein Verteidigungsbündnis eingegangen sind, um Hilfe an. Dort jedoch zeigt man sich wenig beeindruckt, wohl wissend, dass das Parteiergreifen in diesem Fall die eigene Stellung im Mittleren Osten untergraben würde.
Nahost (2): Die Angriffe aus dem Jemen waren lange angedroht. Sie sind bei Lichte betrachtet die Retourkutsche für jahrelange saudische Aggressionen gegen den südlichen Nachbarn. Was wir jetzt vorgeführt bekommen, weckt den Verdacht, dass die Prinzen militärisch nicht ernst zu nehmen sind. Hierüber empfinde ich kein Bedauern, denn sie spielten seit Jahrzehnten ihr eigenes Europa-feindliches Spiel, angetrieben von ihrer Mittelalter-Religion.
Nahost (3): Der Don hat heute Nacht angedroht, dass er den Iran finanziell in die Knie zwingen werde. Soso. Seine pensionierte Generalität tönt derweil im US-Fernsehen, es werde Zeit, die militärische Karte auszuspielen. Die Herren erwähnen allerdings nicht, welche sie denn meinen, wo man seit Monaten vergeblich gebombt und geschossen hat. Die Angriffswaffen haben’s nicht gebracht und die Verteidigungswaffen scheinen sich dem Ende zuzuneigen, wenn sie denn überhaupt wirksam waren. Die US-Stützpunkte am Golf und in Jordanien können ein Lied davon singen. – Bleiben nur noch die US-Stützpunkte in Israel und auf hoher See, mindestens 500 Seemeilen von der persischen Küste entfernt. Das heißt in beiden Fällen: Luftangriffe nur mit zweimal Auftanken in der Luft. Das kann ich mir als wirksame Angriffsmethode kaum vorstellen. Und bin offenbar auch nicht der Einzige.