Autor: Helmut Roewer (Seite 4 von 4)

Schilda an der Ilm – Aus dem Sudelbuch

31. August 2020 

Führerworte: Das Virus ist eine demokratische Zumutung.

Führerworte (2): Habe drei Tage gebraucht, um zu glauben, dass sie das tatsächlich gesagt hat. Hat sie.

30. August 2020 

Das dank Klimawandel nicht endende Sommerloch beschert mir Stoff zum Nachdenken. Krokodil in der Unstrut gesichtet. Sagen zwei Zeugen, sagt die Polizei. Das Polizeiaufgebot ist ca. 100 zu 1. Doch wo ist das Krokodil? Wäre nicht die Bereitschaftspolizei aus Fünfneuland zum Wochenendausflug nach Berlin gereist, stünde der Staat dem Krokodil überzeugender gegenüber.

Sommerloch (2): Wer das Krokodil für einen gelungenen Scherz hält, ist ein Krokodil-Leugner. Nebenbei bemerkt: Es bedarf, dank der jüngst aufgetretenen verheerenden Wasserknappheit der Svenja Schulze – und die muss es wissen – nur ein wenig der Geduld, dann sitzt das Unstrut-Krokodil auf dem Trockenen und muss von Tierschützern aus der Luft versorgt werden.

Sommerloch (3): Nasenbären in Berlin gesichtet. Das Polizeiaufgebot ist mit ca. 3.000 zu 150.000 oder, wenn man so will, mit 1 zu 50 doch etwas schwächlich, um alle Corona-Leugner dingfest zu machen. Erst wenn man von den auf der Ost-West-Achse pilgernden Volksmassen die Zahl der Antifa-Chaoten und der Reichsbürger-Volldeppen extrahiert, kommen wir wieder zur gewohnten staatlichen Übermacht, ausgewiesen durch 300 Festnahmen.

Sommerloch (4): Das, was sich da vor meinen ungläubigen Augen ungehorsam, aber in guter Ordnung tummelt, ist also das von den sog. Eliten angeblich gefürchtete Volk? Doch sich die nicht festgenommenen sonnenbeschienenen 149.700 Corona-Leugner an einem nebligen Herbstabend auf dem Leipziger Ring vorzustellen, will nicht nur mir nicht gelingen.Sommerloch (5): Die Klima-Jugend hat in Hamburg das Dürresommer-Camp in der vergangenen Woche wg. Regens abgebrochen. Merke: Wo Erkältungen drohen, muss der Klima-Tod warten.

20. August 2020 

Wg. Corona: Die Ministerpräsidentin von Neuseeland kündigt an, die Wahlen zu verschieben. Der Vorschlag – er wird Schule machen – hat ein historisches Vorbild: Die Einführung des Austro-Faschismus Ende der 1920er Jahre in der Alpenrepublik. Nein, nein, nicht der Anschluss, der kam erst 10 Jahre später.

Wg. Corona (2): Der Genosse Lauterbach kündigt an, Karneval ausfallen zu lassen. Das ist konsequent in Zeiten, wo ohnehin jeder eine Maske tragen muss.

Wg. Corona (3): Schon wieder ein Toter. Er starb in Sachsen-Anhalt im Alter von 91 Jahren.

Wg. Corona (4): Wenn Tatsachen und Ansichten nicht zusammenpassen, spricht man von Wahn. Die Tatsachen lauten: Immer mehr Leute werden getestet, und immer weniger sind ernsthaft krank (die Zahl der intensiv Pflegebedürftigen liegt in ganz Deutschland bei 230 Personen). Für diese werden 12.000 komplexe Behandlungsplätze freigehalten. Deutschland im Corona-Wahn.Wg. Corona (5): Ein ziemlich großer Asiate („Du Helmut?“), der in eine Art durchsichtigen Weltraumfahreranzug verpackt ist, stochert durch das geöffnete Seitenfenster meines Autos mit einem überlangen Pfeifenreiniger in meinem Rachen und beiden Nasenlöchern (in dieser Reihenfolge), danach bin ich, das jedenfalls entnehme ich der im Übrigen unverständlichen Nachricht, Cov-19 neg. Das ist natürlich pos., weil es mich weiterer Überwachung enthebt.

Da haben Leute in den USA ein Problem mit einer Blondine namens Millie Weaver. Nicht, weil ihr Blondsein etwas übertrieben scheint, sondern weil sie einen Film veröffentlicht hat: Shadowgate. Er wird sofort aus den üblichen Netzwerken gelöscht. Ich sehe ihn auf der Plattform banned.video an. Über zweieinhalb Millionen Neugierige waren innerhalb von Stunden schneller als ich.

Shadowgate (2): Der Film handelt von der selbsternannten Nebenregierung der USA. Seine Quellen sind im Wesentlichen zwei Aussteiger aus dem sog. Militärisch-industriellen Komplex.

Shadowgate (3): Die Autorin wurde festgenommen. Ihr wird Einbruch und Behinderung der Justiz vorgeworfen. Das klingt angesichts des Filminhalts nicht gerade überzeugend.

Shadowgate (4): Der Inhalt des Films ist mit meinen Ermittlungen in Sachen Spygate, jene Operation des Establishments, Donald Trump zu Fall zu bringen, in Teilen kompatibel.Spygate (2): Die öffentliche justizielle Aufarbeitung des Putsches gegen Trump hat diese Woche begonnen. Gestern bekannte sich als erster einer der FBI-Juristen, Kevin Clinesmith, für schuldig, Ermittlungsakten verfälscht zu haben. In meinem Buch hatte ich ihn nur als möglichen Mittäter bezeichnet. Das wäre nunmehr zu korrigieren.

19. Juli 2020

Endlich mal wieder Nachrichten, die diese Bezeichnung verdienen: Der Großohr-Pfeifhase aus dem Himalaya hielt bis dato mit einer belegten Sichtung auf 5182 Metern den Säugetierhöhenrekord. Er musste jetzt der Blattohrmaus weichen, die auf dem Gipfel des Vulkans Llullaillaco im Norden von Chile in 6739 Meter Höhe entdeckt wurde. Das ist ein Sprung von über 1557 Metern in einer Welt, wo Rekorde seit Jahren in Nanometern gemessen werden.

Nachrichten (2): Es ist nicht mitgeteilt, ob die Blattohrmaus ihrem Entdecker zurief: I can breathe.

18. Juli 2020

Es gibt viel guten Willen. Aber es gibt auch viele Positionen. Und so werde ich mich mit dafür einsetzen. Aber es kann auch sein, dass es heute zu keinem Ergebnis kommt. – So die Führerin in Brüssel.

19. Juni 2020 Dazugelernt: Gestern polemisierte ich noch gegen die taz, weil sie empfahl, die Polizisten auf die Müllkippe zu kippen und zwar genau im Wortsinne, heute sagt mir der Deutschlandfunk, dass ich mich für meine Entgleisung zu entschuldigen habe. War alles nur Satire. Okay, ich entschuldige mich, dass ich keinen der Kollegen der Polizei angestiftet habe, mit den Redakteuren der taz einen Ausflug auf die nächste Müllkippe zu unternehmen. So zum Spaß.

18. Juni 2020 

Es genüge nicht, verlautbart der von allen geschätzte Bundespräsident, keine Rassist zu sein, sondern: Wir alle müssen Antirassisten werden. Bravo, aber nicht weitgehend genug. Mein Vorschlag: Es genügt nicht, kein Faschist zu sein, wir alle müssen Antifaschisten werden. 

Problem: Wenn wir dann, so wie der von allen geschätzte Bundespräsident es verordnet hat, alle Antirassisten geworden sind, gegen wen wenden wir uns dann eigentlich? Merke: Kluge Religionsstifter wissen: ohne Teufel geht es nicht.

Präsidiales: In Artikel 48 der Weimarer Reichsverfassung von 1919 gab es das Notverordnungsrecht des Reichspräsidenten. Ich müsste nicht Jurist sein, um nicht begründen zu können, dass diese Vorschrift auch unter der Herrschaft des Grundgesetzes fortgilt. So gesehen, erlangen die Worte des allseits geschätzten Bundespräsidenten die notwendige Rechtskraft.Wenn alle Polizisten als strukturelle Rassisten, so wie die Tageszeitung taz es fordert, auf der Müllkippe zu entsorgen sind, bliebe zu klären, wer denn das exekutiert. Ich nehme an: die Antifa.

17. Juni 2020 

Ich bin doch nicht blöd! – Warum fällt mir jetzt nur dieser saublöde Werbespruch ein? Ach so, ja: Corona-App: Ich bin doch nicht blöd.

Corona-App (2): Kenne niemanden, der das Ding installiert. Fazit: Ich habe die falschen Freunde.

Corona-App (3): Wenden Sie, wenn möglich, um.

14. Juni 2020 

Trinken mit andern nennt man zechen, tut man’s allein, ist es Suff.Greift einer zum zweiten und dritten Glas, ruft er bestenfalls Stirnrunzeln hervor, lehnt er das erste ab, muss er sich rechtfertigen.

13. Juni 2020 

Über die regionale gastronomische Spezialität der Mecklenburger Seenplatte habe ich vor Ort schon öfter dumme Witze gemacht. Jetzt weiß ich endlich, wer sie servieren sollte. Es ist die blonde Nadine Julitz. Sie sorgte mit der Kürze ihres Rocks im Schweriner Landtag für Aufmerksamkeit und hielt, was sie den Blicken aufdrängte, hernach für Sexismus. Beim Servieren in einem der Uferlokale in Waren an der Müritz hätte sie stattdessen nach Feierabend beim Zählen des Trinkgelds ihre empörungsfreie Freude gehabt. Fazit: Beruf verfehlt, für den Vornamen kann sie nichts.

Minirock (2): Einen zu kurzen Rock kann man kaum praktisch nennen, es sei denn man reduziert seine Funktion auf die eines Blickfangs. Und selbst dabei löst er, maßgeblich bestimmt durch seinen Inhalt, längst nicht immer die beabsichtigte Wirkung aus.Minirock (3): Wenn es die Absicht der Trägerin ist, bestätigt zu bekommen, dass Männer Schweine sind, hätte es genügt, auf den Rock zu verzichten.

29. Mai 2020

Trump unterzeichnet eine Executive Order, um gegen die Meinungsmonopolisten vorzugehen, welche die Meinungsfreiheit nach Gutdünken beschneiden, nachdem Twitter zum ersten Mal in dieser Woche einen Beitrag von ihm zensuriert hat. Trump (2): Ja, er zaudert nicht lange, der US-Präsident. Facebooks Zuckerberg sagt, seine Firma träfe das nicht, weil sie nicht zensuriere (hüstel, siehe Facebook vom Vortage), Twitters Dorsey besteht auf seinem guten Recht als private company. Das wird sich weisen im Land der Rechtswege.

28. Mai 2020 

Neues Wort aus der Neuen Welt: He Epsteined himself, für: er hing sich auf. Wie macht man bloß den richtigen Anglizismus daraus? Er epsteinte sich? Oder so: er epsteinigte sich? Hm.

Tichy gewinnt Gerichtsverfahren gegen Facebook, weil man ihm einen Schwanz von Correctiv angehängt hatte, der ihn der Falschmeldung bezichtigte („Behauptungen teils falsch“). Die Pressemeldung des Gerichts lese ich nicht bei TE, sondern tagsüber bei Epoch Times und spätabends bei Paetow.

26. Mai 2020

Wer sagte: „Was im Supermarkt versagt, funktioniert auch sonst nicht!“ Na? Es war der lebende Berufs-Philosoph Markus Gabriel, der die Leser der Neuen Züricher Zeitung ins Bild setzte, was über Corona zu tiefdenken sei. Merke: Nicht jeder Sinn ist tief, er kann auch schwach sein.

Schwachsinn (2): Den Gebrüdern Albrecht hätte ich den Satz ähnlich gewerbetextet, allerdings das Wort „was“ durch „wer“ ersetzt.

24. Mai 2020 

Habe mein Lebtag am 23. Mai nicht ans Grundgesetz gedacht, es sei denn, ich hatte gerade beruflich mit Grundgesetzfragen zu tun, dann aber nicht wg. des 23. Mai.

Grundgesetz (2): 71 Jahre Provisorium sind nun mal kein Anlass für stolzes Erinnern, sondern eher für skeptisches Betrachten.

Ein Staatsvolk, dem das Erinnern beschnitten wurde, hat nur einen hässlichen Historien-Torso zur Verfügung. Den zu feiern, gleicht einer Travestie.

Zustimmlinge, die 1945 elegant die Wende machten, sprachen an Stelle von Vaterland salbungsvoll von Verfassungspatriotismus. Der war ein tot geborenes Kind. Der etwas später geborene Verfassungsfeind erfreut sich hingegen bester Gesundheit.Der Angepasste hat keine Schwierigkeit mit Änderungen – nie.

20. Mai 2020 Finde im Netz allerlei frivole Hinweise, was am Vatertag an Corona-Regeln zu beachten sei. Als dieser Tag noch Christi Himmelfahrt hieß, hätten die Kirchen sicher auch ein Wort mitgeredet. Doch leeren Bänken ist schlecht predigen.

19. Mai 2020 

Corona-Abwehr: Tansanias Staatschef John Magufuli weiß, wovon er redet: „Es ist offensichtlich, dass Gott auf unsere Gebete gehört hat.“ Tja, Bill, wat sagste nu?

Verschwörung: Dunkle Kräfte wollen auf den Straßen ahnungslose Demonstranten verleiten, sich von der weltweiten liberalen Ordnung abzuwenden und damit von der Demokratie, so ein Handelsblatt-Interviewpartner.

Verschwörung (2): The Liberal World Order war mir bislang im Grundgesetz nicht aufgefallen. Sicher ein Fehler.Nur wenn man den Amtsnachfolger selbst ausgesucht hat, sollte man sein Tun beobachten.

17. Mai 2020 

Die Führerin lobt 75 Jahre Pressefreiheit in Deutschland. Die freie Presse lobt hierfür die Führerin. Nach dem Treuegelöbnis wird die Kollekte diskret zu den Limousinen getragen.

Pressefreiheit (2): Was mag der Startpunkt der wunderbaren 75 Freiheits-Jahre gewesen sein? Die Befehle der alliierten Militärbefehlshaber, die 1945 jegliche Pressetätigkeit strikt verboten?Der Zenit einer Karriere ist überschritten, wenn jede Äußerung eines jeglichen Potentaten ein Missverstanden-werden enthält.

15. Mai 2020 

Tabula rasa: In einer Nacht- und Nebelaktion werden die Kühltürme des stillgelegten Kernkraftwerks Philippsburg weggesprengt und somit die am 31. Dezember 2019 vorgenommene Abschaltung unumkehrbar gemacht.

Unumkehrbar (2): Es war das Vermögen der deutschen Stromkunden, das hier in die Luft gejagt wurde, denn die Laufzeit des Reaktors war bis zum Jahre 2032 ausgelegt.

Unumkehrbar (3): So wie in Philippsburg handelt sonst nur ein erkennbar Irrer, der das Porzellan der Familie zerschlägt, nachdem er auf Pappteller umgestiegen ist, um Wasser zu sparen, weil er nun nach dem Essen nicht mehr abwaschen muss.

Unumkehrbar (4): Die Maßnahme der grün-schwarzen Landesherren erinnert fatal an das Tun der Realsozialisten in der nunmehr verflossenen DDR, die Gebäude dem Erdboden gleichmachen ließen, die dem eigenen Weltbild im wahrsten Sinne des Wortes monumental entgegenstanden. Nach Jahrzehnten zur Besinnung gekommen, bemühen sich Heutige um den Wiederaufbau. Es wird sich weisen, ob auch im Falle von Philippsburg Jahrzehnte vergehen müssen, bis den ernüchterten Leuten auffällt, dass sie des Stroms aus Reaktoren bedürftig sind.

Aufbau und Zerstörung: Ideologien erkennt man daran, dass sie den Aufbau einer lichten Zukunft verheißen und zu diesem Zweck handfeste Werte, die anderen gehören, in die Luft sprengen.Aufbau und Zerstörung (2): Eine Ideologie hält sich so lange an der Macht, bis auch der letzte Tölpel begriffen hat, dass es nicht mehr lohnt, weitere Zerstörungen hinzunehmen.

14. Mai 2020 

Der US-Botschafter in Berlin Richard Grenell macht im Moment in Washington seinem Ruf, der Mann fürs Grobe zu sein, alle Ehre. Er hat als vorübergehend Beauftragter Direktor für die Geheimdienste (Acting DNI) eine Liste von Spitzenpolitikern veröffentlicht, die 2016/17 während der letzten Atemzüge der Obama-Regierung Mitgliedern des Trump-Teams durch fragwürdige Anfragen bei der Abhörbehörde NSA nachspionieren ließen. Auf der Liste auch der jetzige Hoffnungsträger der Demokraten Joe Biden, damals Vizepräsident der USA.

Abstieg: Kaum hat VW das Wiederanfahren des Autobauens verkündet, werden diese Woche die Schichten in Wolfsburg wieder reduziert. Man wird die Autos nicht los.Absatzkrise: VW-Leute verlangen nach dem Staat. Die Steuermilliarden, die ihnen vorschweben, ließen sich durch einen Federstrich des Gesetzgebers vermeiden – Aufhebung der sog. Klima-Ziele. Ist das einzig Realistische realistisch? Ich fürchte: Nein.

13. Mai 2020 

Etikettenschwindel und Retusche: Der CDU-Wirtschaftsrat ist nicht Teil der CDU. Sondern? Ein peinlicher Arbeitgeberclub, der sich unerlaubt mit dem Namen der CDU schmückt? Das soll ich glauben, nachdem ein Mitglied dieser fragwürdigen, von der CDU nicht zur Kenntnis zu nehmenden Gesellen in Gera am Wochenende öffentlich sagte: „[Kemmerich] war für einen Tag unser Ministerpräsident, bevor ihn ein Anruf einer machtgierigen Frau aus Südafrika gestürzt hat.“

CDU (2): Jetzt sind alle Wohlmeinenden empört. Fragt sich worüber. Dass sie anrief oder dass er es gesagt hat?CDU (3): Dass die Wohlmeinenden in ihrer Empörung von Entgleisung sprechen, zeichnet ein zutreffendes Bild. Der Redner hat die Trasse des Sagbaren verlassen. Der Entgleiste muss nun weggeräumt werden.

11. Mai 2020 

Frühmorgens bei Bernd Zeller kennengelernt: Wer annimmt, dass der Bundespräsident gar nicht existiere, sondern nur von einem Darsteller in Szene gesetzt werde, ist ein Steinmeier-Leugner. Recht so. Doch wenn das so ist, ist also derjenige, der die Existenz des Steinmeier-Darstellers in Abrede stellt, ein Steinmeier-Leugner-Leugner? Wo steckt bloß der Fehler?

Josef Kraus ist ein zuverlässiger Geograph unserer verflachenden Bildungslandschaft. Der gelernte Psychologe und Gymnasialdirektor spürt den Strömen des Schwachsinns bis hinauf zu ihren Quellen nach. Dass er heute den Stuss thematisiert und zitiert, den der deutsche Bundesaußenminister (der wg. Auschwitz) zur 1933er Bücherverbrennung in grässlichem Deutsch abgesondert hat, finde ich eher gewöhnungsbedürftig, wiewohl mich die Frage von Kraus, ob der Auschwitz-Mann auch auf die ihm zugeordneten Goethe-Institute einwirkt, zum Aufruf einschlägiger Homepages veranlasst hat. Da purzeln sie denn durch die Gegend: Schulabgehende und vieles andere, was zu wiederholen mir der gute Geschmack verbietet.Goethe (2): Eine Russin erklärte mir gestern auf dem menschenleeren sonnenbeschienenen Theaterplatz, dass sie die Männer (Schiller & Goethe) kenne. Führte sie daraufhin zum Goethehaus am Frauenplan. Da waren Fenster und Türen verrammelt.

Die Hypothek hat sich in unsere Bildsprache eingeschlichen, um eine Last aus der Vergangenheit zu umschreiben. Dabei läge es bei den schuldbeladenen Deutschen nahe, von Grundschuld zu sprechen. Das wäre passend und lächerlich zugleich.

Rechtsstaat a.D.: Nachdem das Bundesverfassungsgericht – vermutlich über sich selbst erschrocken – die Bundesregierung massiver Verfassungsverletzung geziehen hat, weil sie gegen den ebenso massiv vertragswidrigen Griff der EZB in das Portemonnaie des deutschen Steuerzahlers nicht eingeschritten ist, hat die Pressestelle des Europäischen Gerichtshof mitgeteilt, das deutsche Urteil sei unbeachtlich.

Rechtsstaat (2): Nur kurz war zu lesen, dass die Kommissionspräsidentin (= die Vorsitzende des Rats der Kommissare, also eine Art Lenin zum Europäischen Haus-Gebrauch für Ewig-Heutige) gegen Deutschland wg. des Urteils ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten werde. Das wurde wieder gelöscht, denn es wurde entbehrlich, nachdem die Pressestelle des EuGH das deutsche Urteil für unbeachtlich erklärt hat.

Nachbar Kemmerich, der regionale FDP-Vormann, sprach mundschutzlos auf offener Straße bei einer Kundgebung von Gewerbetreibenden in Gera (Ostthüringen). Jetzt musste er bedauernd von seinem Auftritt zurücktreten, denn unter den Zuhörern waren auch die Falschen.

Mundschutz (2): Wenn die Falschen, die sich perfide unter die Richtigen mischen, Pleite gehen, trifft es die Richtigen.

Mundschutz (3): Wenn er bleibt, bleibt auch der Islam. Das Gegenteil dürfte kaum zutreffen.

Thomas Mann schrieb um 1910 die Novelle Der Tod in Venedig – zunächst nur als Privatdruck in kleiner Auflage publiziert. Man kann die anfänglich geübte Zurückhaltung angesichts dieser Hommage an die Päderastie verstehen. Thomas, Thomas, wir durchschauen dich. Bleibt die Frage, wie der Meister der bürgerlichen Langeweile seinen schwülen Weltschmerz heute in Worte gefasst hätte. Mein Vorschlag, nachdem die trauertragenden Gondeln verbraucht sind: Wenn die Gondolieri den Mundschutz abstreifen.

Das Wort zunehmend ist eine ebenso beliebte wie schrille und sinnfreie Vokabel. In der jetzigen Krise zeigt sich eine Korrektur – zumindest beim zunehmenden Wirtschaftswachstum, ja sogar beim Mantra des Wirtschaftswachstums ohne den Nonsens-Zusatz zunehmend.

Bei Kindern kann man beobachten, dass das Wachstum nicht zunehmend, sondern abnehmend ist. Erst in den späteren Lebensjahren nimmt es hie und da wieder zu, dann allerdings mehr im Mittelbau.Der Zentralrat der Nagetiere beschloss soeben, die Tätigkeit der Wühlmäuse zu beobachten. Der Beschluss wurde auf Vorschlag der Feldmäuse gefasst, die vorbrachten, die Tätigkeit der Wühlmäuse untergrabe die naturkonforme Grundordnung der Gesamtnager.

10. Mai 2020 

Der Volksmund umschreibt die politische Passivität der Masse in unserm Land mit den Begriffen Mitläufer oder Zuschauer. Ich weiß nicht genau, was abfälliger ist, denn die einen halten in Bewegung, was ohne ihr Tun ein Nichts wäre, während die anderen teilnahmslos dastehen, um die Arena nicht betreten zu müssen.

Nie wurde deutlicher als in der derzeitigen Krise, dass unser Volk sich spaltet: Hier die Leistungserbringer, die auf die sichere Pleite zulaufen, dort die Leistungsbezieher, denen der Stillstand als Freizeit erscheint.

Spaltung (2): Dass die Leistungserbringer sich zu den Leistungsbeziehern rettungslos in der Minderzahl befinden (in etwa 1 : 16), zeigt sich an der Mehrheitsmeinung, die den Stillstand richtig findet. Anders ausgedrückt: Arbeiten ist unpopulär.

Gott ist entweder riesengroß oder überhaupt keine Größe. Das Erfreuliche an dieser Alternative ist die Abwesenheit von Mittelmaß. Um diese Lücke zu füllen, sind die Theologen berufen. Doch sie sind nicht Gott, selbst wenn sie dessen Größe zu wissen vorgeben.

Gottes Größe (2): Bleibt die Erkenntnis, dass diese nur für diejenigen Menschen eine Größe ist, für die Gott eine Größe ist. Die andern nehmen einschlägige Behelligungen mit dem Thema für gewöhnlich mehr oder minder gutmütig hin.Die Wahl zwischen dem Einen oder dem Andern nennt man Alternative. Das ist ziemlich alternativlos. Der Gebrauch von Alternative im Plural bezeichnet so gut wie nie eine Alternative, sondern mehr als zwei Möglichkeiten.

9. April 2020 

Oh Gott, wie mutig. Die CDU-Fraktion will die Kanzlerin beim verschärften Klima-Wahn, dem sie am Montag freien Lauf ließ, nur folgen, wenn die Lasten auf die anderen EU-Mitglieder verteilt werden. Besagt ein Positionspapier, das von der Presse besungen wird. Und wenn die andern nein sagen? Dann gehen wir eben mit guten Beispiel voran, denn einer muss hier schließlich den Anfang machen.

Als ich 2003/4 das Verhalten der herrschenden Schicht 1916 in St. Petersburg etwas irritiert untersuchte in einem Land, dem das Wasser bis zum Hals stand, und mir kein besseres Bild als der Tanz auf dem Vulkan einfiel, konnte ich nicht ahnen, dass ich Zeitzeuge von Nachahmern im eigenen Land werden könnte.

St. Petersburg (2): Die Selbstauflösung der Herrschenden wurde durch die Ermordung des Wunderheilers Rasputin von einem schwulen Bürschlein des Hochadels eingeläutet, danach überschlugen sich die Ereignisse.St. Petersburg (3): Man hielt die Massen auf der Straße im Februar 1917 für eine der üblichen Hungerrevolten, doch es ging um den Sturz des Zaren. Was danach kam, waren sechs Monate Chaos und dann 70 Jahre Diktatur des Proletariats.

8. Mai 2020 

Die US-Justiz lässt die Anklage gegen Trumps ersten Kurzzeit-Sicherheitsberater, den US-General Michael Flynn, fallen. Damit ist für Mainstream klar: Alle Mitwirkenden an diesem überfälligen Schritt sind russische Agenten.

Flynn (2): Die Beteiligten an der mutwilligen Anklage im Flynn-Verfahren sehen jetzt massiver Bestrafung entgegen. Sie haben nicht damit gerechnet, dass einer von ihnen über einzelne Schritte – einschließlich deren Motivation – in amtlichen Notaten Buch geführt hat.Flynn (3): Am meisten verwunderlich ist, dass diese unfreiwillig entlastenden Aktenvermerke noch da sind. Sie kamen vor zwei Wochen ans Licht. Ihr Autor, der Chef der US-Spionageabwehr E.W. „Bill“ Priestap, so hatte ich mir nach dessen Auftauchen in den Senatsverhören schon vor Jahr und Tag notiert, gehöre in die Kategorie der Raushalter und Absicherer.

7. Mai 2020 

Frage an Radio Eriwan: Soll ich mir ein Elektroauto für den Weg zur Arbeit kaufen? Antwort: Im Prinzip ja – wenn Sie sich gleichzeitig ein zweites für den Weg nach Hause zulegen.

Eriwan (2): Stimmt es, dass die Führerin zurücktreten will? Antwort: Im Prinzip ja – gemeinsam mit Putin.

Eriwan (3): Nachfrage: Werde ich den Rücktritt noch erleben? Antwort: Im Prinzip nein – doch das Amtsende kann auch durch seine Erledigung eintreten. Demokratie im Sturzflug: Besser als durch die Genossin, die man im Bundestag gerade zur Wehrbeauftragten kürte, kann man die Streitkräfte nicht verhöhnen. Die Botschaft lautet: Um eure Sache zu vertreten, braucht man keinerlei Qualifikation, denn eure Belange sind uns völlig schnuppe.

Wehrbeauftragter (2): Warum lässt man eigentlich nicht die Soldaten auswählen, wer ihre Belange gegenüber Parlament und Regierung vertreten soll? Angst vor unangenehmer Wahrheit?Wehrbeauftragter (3): Hätte man die Soldaten auswählen lassen, wäre es der Gegenkandidat geworden. So bleibt den Soldaten nichts anderes übrig, als bei nächster Gelegenheit die Partei mit militärischer Kompetenz zu wählen.

5. Mai 2020 

Auf dem Pappschild einer Demonstrantin lese ich: „Wir wollen unsere Grundrechte zurück“. Das ist der naive Ruf nach dem Obrigkeitsstaat, der etwas gewähren soll. Nein, junge Dame, so funktioniert der Ruf nach Freiheit nicht.

Grundrechte (2): Sie werden nicht gewährt, sondern ausgeübt.

Gran Consiglio del Fascismo hieß das Gremium, welches den Duce im Juli 1943 absetzte, um stehenden Fußes die Fronten zu wechseln. Danach herrschte Mussolini noch fast zwei Jahre in dem ihm vom Führer geschenkten Norditalien an der Spitze einer Marionettenregierung, bis ihn kommunistische Partisanen auf der Flucht in die Schweiz ermordeten.

2. Mai 2020 

Ich verstehe das nicht, kann auch bedeuten, es ist unverständlich. Du verstehst das nicht, bedeutet zumeist, ich weiß es auch nicht.

Was bedeutet das, ist häufig der Beginn einer klugen Frage. Das meint, ist so gut wie immer der Anfang einer saublöden Antwort.

Schwierigkeiten mit dem Geschlecht: Das Wort Hype ist dabei, sich als Ersatzwort für Medienrummel einzubürgern. Aber noch nicht so sehr, dass man sich dessen grammatischen Geschlechts im Deutschen sicher wäre. Ich neige intuitiv zu die Hype (vermutlich weil ich das Wort mit Hysterie assoziiere), werde aber durch ein Lektorat belehrt, das mir der in den Text hineinverbessert.

Hype (2): Kein Wunder, dass Mainstream auf dem Neuwort besteht, denn es strömt irgendwie etwas Großartiges aus, während es im Amerikanischen abfällig gebraucht wird, eben wie Presserummel.

Ein Fernsehteam des ZDF wurde gestern in Berlin bei den üblichen, dort zum Folklore des links-faschistischen Pöbels gehörigen Erster-Mai-Straßenschlachten gewaltsam behelligt. Die Reaktionen sind gemischt – wie stets, wenn Sympathisanten aufeinander einschlagen.ZDF (2): Mundtotmachen hält die deutsche Bildersprache im Vorrat, um zu sagen, dass man jemanden zum Schweigen bringt. Der Angriff, der dies bewirkt, muss nicht körperlicher Art sein, aber er wirkt auf Leute, die ständig mit dieser Möglichkeit spielen, besonders wirkungsvoll. Der in Berlin angegriffene ZDF’ler soll ein sog. Comedian gewesen sein. Ich übersetze mal: einer, den man beim Geheimdienst Provokateur-Agent nennt, da er Leute zu Äußerungen anstiften soll, die später als Beweis vorgezeigt werden.

1. Mai 2020

Vom Vortage: Die im Rahmen des Nowcastings geschätzte Anzahl von Neuerkrankungen wurde bisher als gleitendes 3-Tage-Mittel dargestellt, um Zufallseffekte einzelner Tage auszugleichen. Ab heute verwendet das RKI ein 4-Tage-Mittel, das den Verlauf noch etwas glättet und gleichzeitig die Berechnung des Punktschätzers für den R-Wert erleichtert: für einen bestimmten Tag ergibt sich der R-Wert jetzt als einfacher Quotient der geschätzten Anzahl von Neuerkrankungen für diesen Tag geteilt durch die Anzahl von Neuerkrankungen 4 Tage davor. Dadurch hat sich die Form der dargestellten Kurve leicht verändert.

Vom Vortage (2): Diese Information der Bundesregierung bedeutet nichts. Im Wortsinne: nichts. Man erkennt es daran, dass das Auge nach wenigen Wörtern abschweift und der zugehörige Kopf anfängt, an etwas anderes zu denken.

Vom Vortage (3): Es bestätigt sich, dass man niemals einem Experten überlassen sollte, einen allgemeinverständlichen Satz zu formulieren. Und vielen Nicht-Experten auch nicht.Vom Vortage (4): Mein lange schon verstorbener Vorgesetzter Dr. Gerhard Heuer gab mir den Rat: „Wenn Sie nach einer Zahl gefragt werden, legen Sie die Stirn einen Moment in Falten, und dann nennen Sie eine. Was immer auch kommen mag, bleiben Sie bei dieser Zahl.“ Der heutigen Bundesregierung scheint diese Weisheit unbekannt.

27. April 2020 

Wo zum Henker nagt denn das böse Virus tatsächlich, wenn an ihm doppelt so viele Männer wie Frauen sterben? Vor allem, was ist mit diesen – na, Sie wissen schon? Sind die immun?

Virus (2): Ich verlange von diesen flächendeckend schweigenden Gleichstellungsbeauftragten, dass sie wg. der katastrophalen Männersterblichkeit endlich initiativ werden. Oder wozu sind sie da?

Dass der Mensch so schrecklich kompliziert sei, wissen wir daher, dass es Menschen sind, die uns mitteilen, was der Mensch sei. Könnte uns ein Regenwurm seine Auffassung über den Menschen übermitteln, sähe die Sache bedeutend übersichtlicher aus.

Regenwurm (2): Der Zentralrat der Regenwürmer in Deutschland beschließt, der Führerin ein Doktorat h.c. in Klimafragen (Dr. rer. climax) zu verleihen. Der von ihr vorangetriebene Handel mit CO2-Zertifikaten werde nachweislich dazu führen, dass es in Deutschland wieder regne.

Merkwürdig erscheint mir, dass die vermummten Kassiererinnen bei Kaufland dazu neigen, ihre Kunden anzuschreien. Noch merkwürdiger finde ich, dass sie bei real freundlich sind.

Warum im Baumarkt Obi Tomatenpflanzen verkauft werden, mögen die Götter wissen. Meine Frage, ob die Fleischtomaten auch von Veganern gegessen werden dürfen, bleibt unbeantwortet.

Bei Roller lerne ich den Unterschied zwischen bis zu und über 800 qm Verkaufsfläche kennen. Rotweißes Trassenband sorgt für die nötige Erkenntnis. So lernt man Grenzen im eigenen Land kennen. Verwunderlich: alle halten sich dran.Max. 800 qm (2): Wie hieß es dereinst? Volk ohne Raum.

26. April 2020 

„Es wird schwieriger, je länger es dauert.“ Sagte wer? Kassandra zu ihrer Zeit oder W. Schäuble gestern erst?Schäuble (2): Mein Ex-Minister war mir seinerzeit durch humorige Einlagen nicht aufgefallen. Er muss wohl dazugelernt haben.

25. April 2020 

Die Führerin sagt: „Wir merken jetzt schon in diesen Tagen, dass es in vielen Gebieten Deutschlands nicht ausreichend regnet.“ Da kann man nur hoffen, dass sie von ihrer letzten Afrikareise einen Regenmacher mitgebracht hat.

Pluralis majestatis: Das „wir“ im Gerede der Gesalbten gibt ihren Äußerungen etwas Allumfassendes.

Führerin-Worte (2): Dass wir des Regens entbehren, weckt die schlimmsten Befürchtungen. Es ist der Anlauf zu neuem Klimaschwachsinn und sonst gar nichts.
https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/eu-ratspraesidentschaft-merkel-will-sich-auch-um-klima-kuemmern-a3223509.html.

24. April 2020 

Erklärte einem Ausländer auf seinen Wunsch hin den Unterschied von märchenhaft und traumhaft. Sagte als Vorrede, die deutsche Sprache stecke voller boshafter Rätsel. Also sprach ich: Sich von der guten Fee im Schlafe fesseln zu lassen, bedeutet Traumhaft, während der Lockdown von Dornröschen Märchenhaft war. Wir redeten anschließend über was anderes.

Novelle zur Straßenverkehrsordnung tritt in vier Tagen in Kraft. Im Klartext: massive Erhöhung der Abzocke und Behinderung des Autoverkehrs. Straßenverkehrsordnung (2): Es unterblieb die Aufhebung des Rechtsfahrgebots.
Straßenverkehrsordnung (3): Der zuständige Minister heißt Scheuer. Ächt.

23. Aperol 2020

Sprachnot und Wortwitz: Nach dem wortklitternden Verlangen der Beendigung von Öffnungsdiskussionsorgien (A. Merkel) der Hinweis auf die seit Jahren unterbliebenen Öffnungsorgiendiskussionen (B. Zeller).

Von dem Willkommensbürger lernen, heißt Orgien lernen.Vom Auge des Sturms las ich oft, doch vom Auge der Orgie hörte ich nie. In dem Zusammenhang eher von Voyeuren.

22. April 2020 

Harmonie in Absurdistan: Während die Deutschen ihre Getreideproduktion durch die neue Düngemittelverordnung vorsätzlich einschränken, beschließen im selben Monat April die Weizen-Exportnationen Rumänien, Russland und die Ukraine einen sofortigen Ausfuhrstopp, um die eigene Bevölkerung zu schützen.

Wer andauernd zitiert, hat nicht genug gelesen, um eigenständige Gedanken zu entwickeln.

Zitat (2): Wenn ein Schriftsteller für jede Gelegenheit ein Zitat im Köcher hat, könnte sein Maßstab die Beliebigkeit sein.

Toleranz und Beliebigkeit sind nur zu oft Geschwister im Geiste, Dummheit und fester Standpunkt mitunter auch.Das Softwarehaus SAP bzw. sein Eigentümer haben ein halbes Jahr gebraucht, um die Untauglichkeit einer gemischten Doppelspitze zu erkennen. Behilflich war die augenblickliche Wirtschaftskrise.

Doppelspitze (2): Im Gegensatz zu den zahlreichen gemischten Veranstaltungen des Zeitgeist-Komplexes, hat die Firma die angezeigt erscheinende Konsequenz gezogen und die Quotenfrau nach Hause geschickt, da es jetzt auf schnelle und zutreffende Entscheidungen ankomme.Doppelspitze (3): Man stelle sich vor, SPD und AfD würden die SAP-Regeln anwenden. Tun sie aber nicht, versprochen.

20. April 2020 

Umlaufender Trump-Witz: Wenn er übers Wasser ginge, würden die Medien sagen, er sei zu blöd zum Schwimmen.

Wasserläufer (2): Täte es die Führerin, würde Mainstream sagen: Wer soll es denn sonst machen?

Das Versanden der Corona-Panik ist ein Muss, damit wieder Platz für Scheinthemen wird. Am Klima-, Diesel- und Gendertropf hängen schließlich die semi-debilen Claqueure des Mainstream.

Einfache Rechnung: Wenn in Deutschland nur 5,9 Millionen Bürger durch ihre Arbeit den Wohlstand schaffen, arbeitet jeder von ihnen für 14 andere mit, die das nicht tun. Was mag in diesem Zusammenhang das Wort Lastenausgleich bedeuten, von dem die Politkaste fabuliert?Entnehme der Applauspresse, dass die Führerin Diskussionsorgien missbilligt. Recht so. Erstens, noch immer gilt: Es gilt der Führerbefehl. Zweitens, wie schon Stabsunteroffizier Rieske, mein Ausbilder in der Grundausbildung sagte: Da gibt es keine Diskussion drunter.

Um der lästigen Notwendigkeit von Differenzierung auszuweichen, sollten sich die Korrekten darauf verständigen, alle mit Irgendwie-ismus oder Sonstwie-phob etikettierten Zeitgenossen schlicht als Phob (Substantiv) oder phob (Adverb) zu bezeichnen. Das wäre dann die Schmähung schlechthin. Das Wort ist so kurz, dass es sich auch ein Idiot merken kann. Es ist davon auszugehen, dass der Begriff sich alsbald zu fop (phon.: foop) abschleift. 

Martin Luther – aktuell: „Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, dass er die Weisen zu Schanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, dass er zu Schanden mache, was stark ist (1. Korinther 1.27).“ 2000 Jahre alt, und alles ist gesagt, worüber man sich heutzutage die Wundermütze aufsetzt.

Die Stummelsprache schreitet munter fort. Nach der mir schon länger bekannten Umkleide und der Tanke lernte ich am Wochenende die Schalte kennen. Gemeint war das technische Zusammenschalten von Teilnehmern zu einer Videokonferenz.Schalte (2): Sie gebiert ein hübsches Wortungetüm, denn statt Schaltprobe spricht man neudeutsch von Probeschalte.

19. April 2020 

Zeitgemäße Marktlücke für heimliche links-güne Porschefans: Tiefergelegtes Hochbeet.

Gestern: Mann an der Kasse des Baumarktes (= legale Kontaktperson) redet abfällig über Allas. Brauche einen Moment, bis bei mir der Groschen fällt.

Baumarkt (2): Bin der Einzige in der Kassenschlange, der erkennbar nicht wg. der Verschönerung von Haus und Garten hier ist.

Das who der WHO scheint mir das Gebot der Stunde. Erste Zwischenantwort: Sozialisten wissen nun mal, was das Beste für die Menschen (= neudeutsch für: die Menschheit) ist.

Was man früher als Kakophonie bezeichnete ist heute identisch mit der Coronaphonie.Im Vorgriff auf den 20.4.: Wer A sagt, muss auch Dolf sagen.

18. April 2020 

Die Ostküstenpresse weiß, dass Joe Biden in der Wählergunst vor Donald Trump liegt. Aber nur knapp. Das zeigt: Man hat dazugelernt. Vor vier Jahren lag Hillary Clinton haushoch vorn, doch Trump gewann. Die Erklärung: Viele Demokraten waren einfach zu Hause geblieben, da die Sache sowieso entschieden erschien. Das soll nicht noch mal passieren.

Mit allen Mitteln – USA-Update Juni 2020

Der Kampf zur Abwahl von Trump tritt in die entscheidende Phase ein und überschreitet die Schwelle der Gewalt

Zur Zeit wird die Nachrichtenlage von den chaotischen Vorgängen in den USA dominiert. Es sieht so aus, als wäre der Bürgerkrieg zwischen schwarz und weiß ausgebrochen. Zumindest wird dies landauf landab behauptet. Ich habe Zweifel, ob dies auch nur annähernd so ist. Wenn überhaupt handelt es sich hier um einen Kampf von links außen gegen das Bürgertum.

Ich schicke voraus: Es ist nahezu ausgeschlossen, sich ein einigermaßen zutreffendes, seriöses Urteil zu bilden, weil die Grundvoraussetzungen hierfür fehlen: Fakten, Fakten und nochmals Fakten. Sie sind aus den USA selbst in der üblichen Form durch Augenschein nicht zu beschaffen, da man nicht einreisen kann.

Neben den Krawallen und ihren möglichen Ursachen werde ich in diesem Update Nachträge zum Wahlkampf in den USA liefern, zum Eingreifen der Kanzlerin in diesen und zum Rundschlag der social media gegen Trump, um dessen Abwahl zu erzwingen.

Who is who – über wen sprechen wir hier eigentlich und warum?

Am 25. Mai 2020 kam in Minneapolis ein Schwarzer im Zusammenhang mit einem Polizeieinsatz ums Leben. Minneapolis ist eine Stadt in dem im Norden der USA gelegenen Bundesstaat Minnesota – in seiner Selbstbeschreibung ein Land der zehntausend Seen, also eine Art Mecklenburg-Vorpommern im Großformat. Bis hierhin scheint alles klar zu sein, doch das war es dann auch schon. Ich besitze keinerlei belastbare Information über: (1) Wer genau ist dieser Tote? (2) Was genau löste den Zusammenstoß mit der Polizei aus? (3) Was genau löste den Tod des Mannes aus?

(1) Der Name des Toten ist George Floyd. Ich nehme an, das stimmt. Sein Vorstrafenregister ist ellenlang. Falls diese Angaben stimmen, ist er ein polizeibekannter Gewohnheitskrimineller gewesen. Hinzu tritt eine offenbar bis zu seinem Tode andauernde Karriere als Drogenkonsument. Ob die Angaben aus dem Umfeld des Toten zutreffen, Floyd habe sich aus dem kriminellen Milieu gelöst und sei nur noch auf dem Trip gewesen, um ein besseres Leben zu beginnen, vermag ich nicht einzuschätzen. Immerhin ist es so, dass ich mit Spontanangaben aus dem Umfeld von Verbrechensopfern, ebenso wie aus dem Umfeld von Verbrechern, oft auf eine falsche Fährte gelockt worden bin.

(2) Es ist wahrscheinlich, dass der Tod von Floyd mit einem polizeilichen Zugriff im unmittelbaren Zusammenhang steht. Mir sind wenigstens drei kurze Video-Sequenzen bekannt, aus denen sich eine Szene rekonstruieren lässt, die einen Zusammenstoß von Floyd mit der örtlichen Polizei nahelegen. Aus diesen, aus unterschiedlicher Perspektive aufgenommenen Kurzfilmen ergibt sich nicht, wie es dazu kam, dass einer der Polizisten auf dem später tot am Boden Liegenden kniete. Es sind jeweils nur wenige Sekunden zu sehen.

Falls die Videos tatsächlich den fraglichen Vorfall abbilden, scheint es mir so zu sein, dass das Geschehen sich in unmittelbarer Nähe zu einem Polizeiwagen abspielte. In einem der Streifen wird der Eindruck erweckt, als sei Floyd bereits vorher im Polizeiwagen gewesen, bevor er dann auf der Straße direkt neben dem Wagen lag. Das könnte auf einen Ausbruchsversuch aus dem Polizeiwagen nach einer Festnahme hindeuten. Ich kann es unmöglich so oder so behaupten. Ich zähle auf den Videos mindestens vier Polizisten, die in diesem Geschehen unmittelbar beteiligt gewesen zu sein scheinen. Vier namentlich genannte Polizisten wurden offenbar wegen des Vorfalls aus dem Polizeidienst entfernt.

Es wird behauptet, dass der Polizeieinsatz gegen Floyd durch den Anruf eines Ladenbesitzers ausgelöst wurde, der von Floyd eine gefälschte Zwanzigdollarnote erhalten habe. Diese Aussage wird bestritten, bzw. durch die Angabe ergänzt, im Nachhinein habe sich die Dollarnote als echt erwiesen. Vor dem Laden haben später massive Proteste stattgefunden.

(3) Der Tod von Floyd steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz. Jedenfalls zeitlich gesehen. Die Frage ist, ob er durch unsachgemäßes oder unrechtmäßiges polizeiliches Tun verursacht wurde. Oder anders ausgedrückt: Starb Floyd der Polizei unter den Händen? Bevor sich jetzt die Leser ereifern, sei anmerkt, dass dass zwei spezielle Faktoren zu berücksichtigen sind, die dringend der Aufklärung bedürfen. War der Tote durch Drogenkonsum bereits so weit hinüber, dass er Stress, welchen auch immer, nicht ertrug und daran starb? Dafür scheint die soeben veröffentlichten Obduktion zu sprechen, welche einerseits den Eintritt des Todes durch Strangulierung oder Sauerstoffmangel ausschließt, andererseits die Anreicherung von Rauschmittel im Körper bestätigt.

Das mag man bezweifeln. Dass die Angehörigen des Toten mit diesem Ergebnis nichts anfangen können, bedarf kaum des Kommentars. Eine zweite Obduktion soll ihnen recht gegeben haben. Ankläger des polizeilichen Vorgehens machen zudem geltend, dass der später tote Floyd die Polizisten darauf hingewiesen habe, er bekomme keine Luft mehr, was diese nicht davon abgehalten habe, ihn zu Boden zu zwingen und dort festzuhalten. Das mag so sein, ich weiß es nicht, weil die mir bekannt gewordenen Bilder nicht zu solch einer Feststellung zwingen. 

Anlass oder Gelegenheit – löste der Tod von Floyd die landesweite Randale aus, oder war er lediglich eine willkommene Gelegenheit?

Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob der Tod des George Floyd eine landesweite Spontanerhebung auslöste, oder ob das Ereignis eine willkommene Nachricht war, das ohnehin schon lange Geplante beginnen zu lassen. Deswegen ist zu fragen: (4) Wann und wo begannen die gewaltsamen Ausschreitungen? (5) Wer löste sie aus, und wer nahm daran teil? (6) Und wer ist eigentlich diese Antifa, von der jetzt überall die Rede ist?(4) Es lässt sich derzeit nicht zuverlässig rekonstruieren, wann und wo die Randale in den USA begann und was bzw. wer sie auslöste. Die im Übermaß im Internet und bei den Mainstream-Medien verbreiteten Stellungnahmen und vor allem die Videos lassen keinen sicheren Schluss zu, wann und wo die brennenden Kaufhallen und randalierenden, vorwiegend maskierten Menschen aufgenommen worden sind.

Um es klar zu sagen: Die Gewaltvideos, die zur Zeit kursieren, können irgendwann und irgendwo gedreht worden sein. Klar ist allerdings, dass in den letzten Tagen in mindestens zehn Staaten der USA sowie in einzelnen Städten der Ausnahmezustand ausgerufen wurde und strikte Ausgangssperren verhängt wurden. Das deutet auf wüste Gewaltaktionen kreuz und quer in den USA hin.

(5) Eins jedoch lässt sich aus dem veröffentlichten Video-Material sicher folgern: Es stützt die pauschale Behauptung nicht, dass es sich hier um einen Aufstand der Schwarzen handelt. Schwarze gibt es zwar auch in solchen Filmsequenzen, doch nur auf einzelnen sind nur Schwarze zu sehen. Aber die Masse ist nicht so eindeutig, oder aber es ist evident, dass es sich hundertprozentig um Weiße handelt. Soweit diese randalieren, ist die Mehrzahl davon maskiert und schwarz gekleidet. Ist das so, befinden wir uns auf einer ganz anderen Baustelle. Dann nämlich geht es nicht mehr um einen in der Luft liegenden Aufstand einer wie auch immer fabulierten unterdrückten schwarzen Minderheit, die sich, angeblich verständlich genug, Luft verschafft, sondern wir haben die Bilder einer ganz anderen Angreifertruppe vor uns, die unter dem selbstgewählten Namen Antifa agiert und zudem zusätzlich Leute anstiftet, die ohnehin nichts zu verlieren haben.
(6) Man glaubt ja als Deutscher, sich verhört zu haben, wenn in den USA von Antifa die Rede ist. Es handelt sich indessen um exakt dasselbe, was man aus heimischen Gefilden bis zum Überdruss gewohnt ist: Aggressive Outlaws jugendlichen bis mittleren Alters, die mit sozialistischen ideologischen Versatzstücken der etablierten Gesellschaft den Kampf angesagt haben. Die etablierte Gesellschaft, das ist aus der Sicht der amerikanischen Antifa die Herrschaft des weißen Mannes, welcher der Faschist schlechthin ist. Diesen im Wortsinne zu beseitigen, ist das Ziel des sogenannten antifaschistischen Befreiungskampfes.

Dass dieser Kampf zu Straftaten aller Art berechtigt, ist notwendiges ideologisches Beiwerk. Straftaten der Antifa richten sich gegen beliebige Andersdenkende. Sie sind bevorzugt so ausgerichtet, diese zum Schweigen zu bringen, indem unerwünschte Meinungsäußerungen durch Gewalt oder deren Androhung verhindert werden. Hauptkampfplatz der Antifa war der Campus von College und Universität, neuerdings auch die Veranstaltungen und Meinungskundgaben unerwünschter politischer Kandidaten, bevorzugt aus dem Lager der Republikaner. Jetzt wurde die nächste Stufe gezündet: das Hineintragen der Gewalt in die Fläche des Landes.
Die Tätigkeit der Antifa in einer Breite, wie sie jetzt in den USA feststellbar ist, erscheint nur möglich, weil sie sich auf ein noch breiteres Unterstützerfeld aus etablierten und wohlhabenden Kreisen stützen kann. Es sind letztlich dieselben üblichen Verdächtigen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die traditionellen Strukturen des Staates USA zu zerstören, um eine One World-Gesellschaft oder den Sozialismus oder beides in einem an deren Stelle treten zu lassen, in der alle gleich sind, jedoch unter der Herrschaft sogenannter Eliten. Mit besonderem Hass werden hierbei nicht nur die sehr unterschiedlichen regionalenTraditionen der USA angegriffen, sondern als geradezu Ausbund des Bösen die Traditionalisten der ehemals konföderierten Staaten (Südstaaten im Bürgerkrieg 1861-65).

Die gegenwärtigen Gewaltausbrüche, die vermutlich auf Kosten der Antifa gehen, haben den US-Präsidenten auf den Plan gerufen, der angekündigt hat, mit den Mitteln der Terrorbekämpfung vorgehen zu wollen. Das hat ihm die nun schon bekannten Hassbotschaften in den Mainstream-Medien eingetragen. Prominente Demokraten ringen mit sich, wie sie das Verständnis für die Proteste richtig rüberbringen sollen, da ihnen ihre Stellungnahmen als Sympathiekundgebungen mit der Gewalt ausgelegt werden.
Den Vogel haben allerdings deutsche Politiker landauf landab abgeschossen, indem sie Solidaritätserklärungen mit der Antifa verlautbaren. An der Spitze der Bewegung befinden sich die derzeitige SPD-Vorsitzende, deren Namen ich mir nicht merken kann, und die robuste Renate Künast von den Grünen, die kürzlich so etwas wie ein sicheres staatliches Einkommen für die Antifa gefordert hat. Das riecht nach den braunen Bürgerkriegs-Bataillonen der SA – schwarz angemalt.

Randale und Wahlkampf – einiges über die Methoden, die Wiederwahl von Donald Trump zu sichern oder zu verhindern

Nachdem sich der für sicher geglaubte, von den Eliten der USA befürwortete und beförderte Wahlsieg der Hillary Clinton im November 2016 in Luft auflöste, konzentrierten sich dieselben Kräfte in den USA, den gegen ihren Willen Gewählten um sein Amt zu bringen. Ich habe versucht, beide Phasen bis einschließlich Februar 2020 im Buch Spygate zu beschreiben.

Ab März 2020 entwickelten die Ereignisse rund um die Corona-Epidemie eine eigene Dynamik, die den USA einen gigantischen Wirtschaftseinbruch bescherten. Damit kam das Kernstück der Politik des 45. Präsidenten, nämlich die wirtschaftliche Gesundung der USA, an einen Wendepunkt. Wäre ich der Verschwörungstheoretiker, zu dem mich die Fachkräfte von Wikipedia & Co ernannt haben, wäre es für mich ein Leichtes, ab sofort die Auslösung der Corona-Krise durch die Trump-Gegner, wie Bill Gates & Genossen, zu behaupten. Sicher ein verlockender Weg, aber einer ohne soliden Untergrund.Richtig ist lediglich, dass Trump gezwungen wurde, seinen Kurs zu korrigieren. Während es ursprünglich sein Rezept war, lediglich die Rahmenbedingungen des Wirtschaftens in den USA so zu verändern, dass die landeseigenen Kräfte wieder Lust zum Handeln verspürten, ist er jetzt auf direkte Staatshilfen für die eigne Wirtschaft umgeschwenkt. Hierbei wird er von der US-Zentralbank FED mit Hilfe der Notenpresse nahezu unwidersprochen unterstützt, denn diese weiß auch kein besseres Rezept zur Selbst- und Banken-Rettung. Ob das gutgehen kann, wird von den Auguren unterschiedlich bewertet. Man kennt das.

Die Wirtschaftsdaten werden es sein, welche den kommenden Präsidentenwahlkampf entscheiden. Das sagen fast alle. Ich tippe aber eher auf ein benachbartes Spielfeld. Es wird darauf ankommen, ob die breite Masse Trump zutraut, dass er die Karre wieder aus dem Deck holt. Mit anderen Worten: ob Trump den Amerikanern glaubwürdig versichern kann, dass es zu den amerikanischen Tugenden gehöre, sich selbst am Zopf aus dem Sumpf zu ziehen. So jedenfalls lese ich die derzeitigen Aussagen von Trump.

Einiges spricht für den Erfolg dieser Vertrauens-Spende-Mission, denn seinen Gegnern, egal bei welcher Partei sie eingeschrieben sind, vor allem natürlich bei den Demokraten, gebricht es an einer Führungsperson, die Hoffnung verströmen kann, welche noch hoffnungsvoller stimmt, als die Appelle des amtierenden Präsidenten. Insbesondere ist es nicht Joe Biden, der so etwas könnte. Trotz der massiven Unterstützung durch die Mainstream-Medien, wirkt er eher, wie gar nicht auf der Bühne angekommen. Für ihn äußerst lästige Ermittlungen des Senats und der Justiz trüben die Gewinnaussichten, wenn denn je welche vorhanden waren, erheblich.

Bei dieser Gefechtslage erscheint es nicht abwegig, dass nunmehr ganz andere Kräfte sich entschieden haben, in den Wahlkampf gegen Trump einzugreifen. Die landesweit seit der letzten Woche ausgebrochene Gewalt deutet in diese Richtung. Erste ziemlich konkrete Vorwürfe an die Adresse führender Demokraten, mit Geld und Logistik die sehr wahrscheinlich von der Antifa durchgeführte Randale erst möglich gemacht zu haben, geistern durch das politische Washington und die zugehörigen Internetforen. Auch hier rate ich eher zur Zurückhaltung, aber ich erinnere mich deutlich an meine eigene Abwehrreaktion, als ich im Januar 2017 wenige Tage vor der Inthronisierung von Trump erstmals von dem Putschverhalten der Demokraten-Führung im Verein mit den Spitzen der Bundesbehörden hörte. Die Wirklichkeit, welche in den folgenden Monaten und Jahren offenbar wurde, sprengte alles Vorstellbare. Das Bekanntgewordene offenbarte eine handfeste Verschwörung, die alles andere als eine Theorie war.

Und zum Schluss Berlin und Silicon Valley – wie die deutsche Kanzlerin und Twitter mit Trump Schlitten fuhren

Zum Abschluss dieses Updates, das zugegebener Maßen vieles mangels greifbarer Fakten in der Schwebe halten muss, schnell noch etwas, was feststeht. Das ist das Tun der deutschen Kanzlerin. Sie ist sich in ihrem Bemühen treu geblieben, gegen Trump aufzutreten und so das ohnehin schon getrübte deutsch-amerikanische Verhältnis weiter zu zerrütten. Was sie tat, ist Folgendes:

Für den Herbst dieses Jahres war das nächste G 7-Treffen angesagt, eine Gipfelveranstaltung der führenden Industrienationen dieser Welt. Ausrichter würden turnusgemäß die USA sein. Dem hat die deutsche Kanzlerin durch eine Absage im Vorfeld einen Riegel vorgeschoben. Man denkt, man hätte sich verhört. Was will sie eigentlich? Nicht mehr zum Club gehören? Nein, so deutlich wird das nicht gesagt. Auf jeden Fall will sie mit diesem Mann nicht zusammen sein – einer, von dem ihr die Hofschranzen des publizistischen Führer-Begleitkommandos geweissagt haben werden, dass er demnächst ohnedies nicht mehr im Amt sei.

Wie reagierte Trump auf die deutsche Brüskierung? Er sagte das geplante Treffen rundweg ab und kündigte an, dass er über eine Nachfolgeveranstaltung mit zehn oder elf Beteiligten nachdenke, zu dem er zu gegebener Zeit einladen werde. Sind unter den zehn oder elf auch die Deutschen? Davon war bislang nicht die Rede. Merkels Initiative? So etwas nennt man einen Schuss aufs eigene Tor.Bleibt die Frage: Woher haben die deutschen Auguren ihre Gewissheit über den Wahlausgang in den USA? Nun, die kommerziellen Inhaber der Wahrheit haben es so verfügt. Sie sitzen im Silicon Valley im Sonnenstaat California an der Pazifikküste und sind die Privateigentümer der großen Datenkraken, die sich – weil nach eigenen Worten left leaning – darin einig sind, dass dieser Trump nicht zu ihnen passe. Um diesem Missfallen praktische Auswirkung zu verleihen, sind sie unterschiedliche Wege gegangen. Nunmehr kann man es live verfolgen, was bei diesem Vorhaben passiert.

In den USA führt der Präsident einen offenen Schlagabtausch mit den Mainstream-Medien, denen keine Lüge zu absurd ist, um sie nicht an den Mann zu bringen. Trump hat dies in den vergangenen vier Jahren austariert, indem er sich als Opfer von finsteren Gewalten stilisieren konnte. Entscheidenden Einfluss hierbei hatte, dass es ihm gelang, die Medien als Vermittler zwischen sich selbst und dem Wahlvolk überflüssig zu machen, indem er sie umging. Sein Mittel der Wahl hieß Twitter, sein Account dort @realDonaldTrump. Was der Präsident mitzuteilen hatte, konnte, wer lesen kann und wollte, dort lesen. 60 Millionen US-Amerikaner wollten es Tag für Tag.

Nunmehr hat Twitter dem unablässig twitternden Präsidenten einen Riegel vorgeschoben. Es begann vor wenigen Tagen mit dem Anheften eines Banners an eine Nachricht, die den Präsidenten der Falschmeldung zieh, als dieser seine Vorbehalte gegen die Briefwahl artikulierte. Das war der erste Streich – jedenfalls für Trump, denn ungezählte andere Twitterbenutzer hatten schon vorher das zweifelhafte Vergnügen in der einen oder anderen Weise zensuriert worden zu sein. Trump müsste nicht Trump sein, wenn er die Zensurmaßnahme gegen ihn nicht sofort ätzend kommentiert hätte. Deshalb holte die Twitter-Firma des Jack Dorsey zum zweiten Streich aus. Sie sperrte eine Nachricht Trumps vorübergehend ganz. Der Anlass war die Androhung Trumps, Bundestruppen einzusetzen, wenn der Gouverneur eines Bundesstaates ihn hierum ersuchen sollte. Das löschte Twitter, weil – halten Sie sich fest – Trump mit diesem Aufruf Gewaltverherrlichung betreibe.

Ein neuer Kriegsschauplatz eröffnet sich vor den Augen des erstaunten Beobachters. Trump hat Konsequenzen der Exekutive angekündigt, die Nachrichtengiganten in die Stiefel zu stellen, und der Bundesjustizminister hat dies zustimmend kommentiert. Das ist erstaunlich genug, denn dieser, William Barr heißt er, ist mir in den letzten Monaten dadurch aufgefallen, dass er den oft voreiligen Trump immer dann, wenn es ihn notwendig erschien, korrigierte – auch öffentlich. Man darf gespannt sein, wohin diese Reise gehen wird.Facebook-Eigner Mark Zuckerberg hat schon mal vorsorglich erklärt, dass solche kommentierenden Korrekturen auf seiner Plattform nicht vorkämen. Nun gut, der Mann muss nicht wissen, dass seine Firma soeben in Deutschland eine krachende juristische Niederlage einfuhr, weil sich die Blog-Zeitung Tichys Einblick einen solchen fragwürdigen Wahrheits-Banner durch die noch viel fragwürdigere Plattform Correctiv auf Facebook nicht hatte bieten lassen.

Eine Lanze für Frau von Stein

Liebte Goethe – und wenn ja wen?

Als der junge Goethe im Jahre 1775 nach Weimar kam, erschien er als Gast, eingeladen durch den soeben inthronisierten achtzehnjährigen Herzog Karl August. So fangen die Geschichten meistens an. Doch es gibt eine Vorgeschichte, ohne die dieses Geschehen nicht schlüssig erklärt werden kann.
    Das Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach war ein souveräner Staat mit einem absolutistisch regierenden Herzog an seiner Spitze. Das Herzogtum gehörte zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Dieses Reich war in jenen Jahren nur noch ein Gespenst seiner selbst, das ein Federstrich Napoleons 1806 begrub.
    Im Herzogtum Weimar wurde, 19 Jahre vor Goethes Anreise, am 16. März 1756 eine Sechzehnjährige mit dem regierenden Herzog vermählt. Sie hieß Anna Amalia und stammte aus dem Herzogsgeschlecht in Braunschweig. Sie brachte in den folgenden beiden Jahren zwei Söhne zur Welt. Doch bereits bei der Geburt des zweiten war sie Witwe.

Man tut nicht gut daran, sich Anna Amalia als allein erziehende Mutter im heutige Sinne vorzustellen, denn das parallele Kinder erziehen und Geld verdienen müssen kannte Anna Amalia nicht. Geld war da und genügend Personal für die Kindererziehung auch. Erziehung eigenhändig zu betreiben, war in dieser Zeit in jenen Kreisen ohnedies nicht üblich.
    Das Problem der Anna Amalia war ein anderes. Für sie galt es, zwei Dinge zu organisieren, die eng miteinander verwoben waren. Zum einen war der Rechtstitel ihres Sohnes als eines Herzogs von Sachsen-Weimar über die Runden der Minderjährigkeit zu retten, zum zweiten galt es, eine drohende über den Sohn von fremder Hand auszuübende Vormundschaft zu verhindern. Das tat sie, indem sie die Vormundsrolle selbst ausübte. Diese Kombination der Dinge, die den angenehmen Effekt hatte, selber dem Herzogtum als Alleinherrscherin vorzustehen, war nur zu haben und über mehr als anderthalb Jahrzehnte in einem feindseligen machtpolitischen Umfeld zu behaupten, wenn man über besondere Qualitäten verfügte. Zumindest über klaren Blick, starken Machtwillen und eine gute Hand bei der Personalauswahl.
    An dieser Stelle ein kurzer Blick auf die Personalauswahl. Zum einen war da eine Charlotte von Schardt, später verheiratete von Stein. Sie wurde die Hofdame der Herzogin. Hofdame, das darf man sich in diesem Fall nicht als ein nutzloses, wenn auch lebendiges Möbelstück denken, sondern Hofdame der regierenden Herzogin war ein persönlicher Mitarbeiter im unmittelbaren engsten Herrschaftsapparat. Die andere Position, die es zu besetzen galt, war die des Prinzenerziehers. Das wiederum war eine Sache, die nichts von einem Lehrer Lempel aus Max und Moritz an sich hatte, sondern ein Prinzenerzieher war der Mann, der aus dem herzoglichen Knaben den späteren Herrscher formen sollte, ein verantwortungsvoller Job und keine ganz leichte Aufgabe. Im Falle des späteren Herzogs Karl August hieß dieser Prinzenerzieher Graf Görtz.
    Mit dem Herannahen der Volljährigkeit des Herzogs wurde die Situation für die Regentin kritisch. Es kann der Herrscherin nicht verborgen geblieben sein, dass dies die Stunde der Hofschranzen war. Diese pflegen, wenn sie sonst schon nichts Gescheites tun, mir feinem Gespür zu ertasten, dass der Wind sich dreht. Ein Lächeln hie, ein Tuscheln da, die Geste nach hier ein wenig flacher, der Bückling nach dort einen Zoll tiefer. Der Wechsel würde kommen. Den galt es unbeschadet zu überstehen. Bis hierher war alles wie heute.
    Und doch fällt es schwer, sich in die persönliche Situation bei Hofe hineinzudenken. Positionen, die über Sein und Nichtsein entschieden, waren Gnadenakte, oft der Tageslaune des Herrschers geschuldet. Wie gesagt, beim Herrschaftswechsel waren die Dinge für den Hofstaat besonders prekär, denn es stand zu befürchten, dass der Neue Tabula rasa machen würde. Im Falle des Wechsels von Anna Amalia auf Karl August kam erschwerend hinzu, dass dieser Wechsel nicht durch Tod und Erbfall eintrat, sondern durch Übergabe der Herrschaft unter Lebenden. Die Abtretende blieb also existent, wenn auch ohne die formale Position der Macht. War der Neue nicht gewillt, eine Art Nebenregierung der Mutter zu dulden, so hatten alle Männer und Frauen der Mutterpartei fürderhin schlechte Karten.
    Dem Prinzenerzieher Görtz war dieses Dilemma mit Sicherheit bekannt. Seine Position beim Herrschaftswechsel war besonders gefährdet, da er gleichzeitig auch eine persönliche Positionsänderung vornehmen musste, die nicht nur formaler Art war: Der Erzieher eines Prinzen konnte er nicht bleiben, denn den gab es nicht mehr, und der eines Herrschers konnte er nicht sein, denn diese Position gab es per se nicht. Der Erzieher musste also in die Haut eines Beraters schlüpfen. Dieser Rollentausch war psychologisch heikel, weil er die Verkehrung der Fronten vom Befehlenden hin zum Gehorchenden bedeutete. Das war nicht nur für Görtz ein Problem, sondern der andere, also Karl August, musste ertragen, dass Görtz, der ihm Jahre vorstand, jetzt weiterhin in seiner unmittelbaren Umgebung verbleiben wollte.
    Die Ereignisse lehren, dass Görtz diese Wende meisterhaft schaffte – zumindest zunächst. Er begab sich mit dem ehemaligen Zögling auf Kavalierstour. Für Görtz galt hierbei: In dieser Zeit musste er die Wende vom Erzieher zum gern geduldeten Begleiter schaffen, er muss sie geschafft haben. Was er hierbei im Einzelnen unternahm, ist unbekannt, klar ist nur, dass er ein lohnendes Ziel verfolgte, denn die zukünftige Stellung eines ersten Beraters bei einem nicht sonderlich gescheiten jugendlichen Herzog war ein Amt, gleichbedeutend mit dem eines tatsächlich Regierenden.
    Für Görtz bedeutete das Beachten der ihm bekannten Spielregeln, dass er aus dem Fahrwasser seiner bisher allein maßgebenden Herrscherin, das war Anna Amalia, entkommen musste und auch den leisesten Hauch ihres Parfums aus seiner Perücke zu verbannen hatte. Es spielte dieses Spiel der Herrschaftssicherung perfekt, indem er die Trennung der bisherigen Regentin vom Hofe und ihre Abschiebung auf den Alterssitz organisierte. Das wäre vielleicht glatt gegangen, wenn dem cleveren Grafen nicht ein Fehler unterlaufen wäre, von dem er unmöglich wissen konnte, dass es einer war, als er ihn beging.
    Jetzt, und erst hier, kommt Goethe in der Geschichte vor. Als der gerade volljährige, aber noch nicht inthronisierte Karl August mit Görtz seine Kavalierstour unternahm, streiften die beiden, auf dem Wege nach Frankreich, auch die Reichsstadt Frankfurt. Hier organisierte Görtz, dem es zu tun war, seinen ehemaligen Zögling auf das angenehmste zu unterhalten, einen Besuch beim Jungstar des Theaterlebens, dem dort ansässigen Johann Wolfgang Goethe.
    Den Starrummel um Goethe recht zu verstehen, muss man sich vor Augen führen, welchen Stellenwert das Theater im damaligen gesellschaftlichen Leben einnahm. Das ist mit den heutigen Zuständen kaum zu vergleichen, weil das sog. gesellschaftliche Leben auf eine kleine Gruppe von Herrschenden und Reichen fokussiert war und die Vergnügungen eher ortsgebunden stattzufinden hatten. Neben der Jagd, ausschweifenden Sauf- und Fressereien war es vor allem das Theater, das für Kurzweil sorgte. Wer auf dieser Woge zu schwimmen verstand, befand sich in der Sonne des Lebens. Der junge Goethe, der auf Kosten seiner wohlhabenden Eltern leben durfte, gehörte dazu. Sein Götz von Berlichingen hatte Furore gemacht.
    Aus dem Kennenlernen in Frankfurt wurde eine Einladung nach Weimar, als der nunmehrige Herzog in Thüringen zurück und in sein Amt eingeführt war. Aus der Einladung wurde ein längeres Dableiben und aus dem Dableiben eine Freundschaft, schließlich eine Lebensstellung. Schon die Freundschaft zwischen Goethe und dem Herzog kann nicht im Sinne des Staatenlenkers Görtz gelegen haben. Denn nunmehr trat etwas ein, was alle sorgsam organisierten Pläne zunichte machte, denn Görtz verlor seine Stellung.
    Der Prozess ging keineswegs so schnell, wie sich das hier schreibt, und den Beteiligten wurden die Folgen ihres Tuns erst allmählich klar. Der Tourist und Spaßmacher Goethe bewegte sich zunächst in einem höfischen Leben, das die bürgerliche Vaterstadt nicht zu bieten hatte. Dort hatten Pfeffersäcke das Sagen, hier in Weimar war es überfeinerte Etikette nebst einem zum Herzog erhobenen vierschrötigen Jüngling, der die Späße des Frankfurters anziehender fand, als das streng distanzierte Wohlwollen des gewesenen Erziehers. Etwas besonderes war auch dem Zugereisten angenehm. Die schier exstatische Bewunderung, wenn nicht Vergötterung, die ihm aus den Gemächern der abgetretenen Herzogin zuteil wurde. Es waren zwei Frauen, die hier ihr Garn spannen, Anna Amalia und die Hofdame Charlotte von Stein. Beide hatten eigenwillige Motive, den jungen Goethe bei der Stange zu halten.


    Zunächst ein Blick auf das rein Weibliche. Die Aussagen darüber, wie denn nun die Damen aussahen, sind spärlich und zu allem Überfluss durch Parteinahme so unterschiedlich, dass eine auch nur vage objektive Beurteilung scheitern muss. Von Charlotte von Stein ist ein Scherenschnitt bekannt, der sie im Profil zeigt. Auch der ärgste Widersacher wird an diesem Profil wenig auszusetzen finden. Es ist zumindest denkbar, dass es zu einer schönen Frau gehörte. Bei den Abbildungen der Anna Amalia kann man zwei Dinge mit Sicherheit sagen. Erstens würde es kein Auftragsmaler gewagt haben, die Dame ungünstig abzumalen, zum zweiten ist das, was wir heute betrachten können, nicht dazu angetan, sie im heutigen Sinne als schön zu bezeichnen. Mag sein, dass man vor zweihundertundfünfzig Jahren anders über diesen Umstand dachte, aber sehr wahrscheinlich ist das nicht.
    Nun zu den sog. inneren Werten, über die man gerne spricht, wenn’s mit der blendenden Schönheit nicht ganz so leuchtend bestellt ist. Auch hier ist es so, dass die Urteile der Zeitgenossen schwankend sind. Einige wenige haben die Mme. Stein als ein bisschen blöd dargestellt. Sowas soll auch heutzutage, vor allem unter Kollegen üblich sein. Bei der Herzogin war man zurückhaltender, denn sie konnte einem sehr schaden, wenn die Kritik ruchbar wurde. Von ihren sonstigen Vorzügen wissen wir wenig. War sie klug? War sie charmant? War sie gar zärtlich, mannstoll, frivol, originell, schlagfertig, zurückhaltend, nachtragend, freigiebig? Alles unbekannte Größen. Musisch wird sie wohl gewesen sein.
    Was also zog den nachmaligen Dichterfürsten durch diese Frauen an, mit denen er so viele Abende in den ersten zehn Jahren seiner Weimarer Existenz verbrachte. Wir lesen zu diesem Zweck die Unzahl seiner Liebesbriefe und kommen zu dem Ergebnis: Es ist nicht herauszufinden.
    Die Schriftstücke, die man als die Briefe an Frau von Stein bezeichnet, was neuerdings heftig bestritten wird, lassen eines mit Sicherheit sagen. Sie sind in der Diktion so unterschiedlich, dass man Zweifel anmelden mag, sie seien an ein und dieselbe Person gerichtet. Ton, Anredformen und Mitteilungsrichtung ändern sich ständig. Bei einer ganzen Zahl von Briefen ist fraglich, ob man sie überhaupt im Wortsinne als Briefe bezeichnen sollte. Etliche sind Notizzettel, andere eher Tagebuchblätter von Reisen. Aus diesem Mangel an Stringenz ist der Schluss gezogen worden, die meisten Briefe seien nicht an Charlotte von Stein gerichtet, sondern an die gewesene Herzogin Anna Amalia. Sie, und nicht Frau von Stein, sei mithin Goethes Geliebte gewesen.
    Das sind kühne Gedanken, denn eines ist vorweg zu sagen. Niemand sah die Paarung Johann Wolfgang und Charlotte, geschweige denn Johann Wolfgang und Anna Amalia in Flagranti. Nichts dergleichen ist bekannt, man kann die wenig wohlmeinenden Briefe von Zeitgenossen solang auswringen, wie man will, außer Gerüchten tritt nichts zu Tage.
    Doch sehen wir weiter. Wie sieht es nun mit den sog. Liebesbriefen aus? Aus welchem Spundloch traten sie zutage, um den angemessen erschauernden Apologeten der Weimarer Klassik die Liebesgeschichte vom Dichterfürsten mit der Charlotte von Stein aufzutischen? Hier ist die Antwort: Aus dem Nachlass jener Charlotte von Stein. Wie man angesichts dieser Tatsache behaupten kann, die Briefe seien nicht an sie, sondern an ihre Chefin Anna Amalia gerichtet gewesen, ist rätselhaft. Das schon deswegen, weil dann die schöne Konstruktion, Charlotte sei quasi nur der Briefkasten gewesen, um die Briefe an die wahre Empfängerin durchzureichen, auf wackligen Beinen steht. Die wirkliche Adressatin, Anna Amalia, müsste dann die Briefe nach Lektüre an ihre Hofdame wieder herausgegeben haben. Um somit was zu erreichen? Den Mummenschanz zu verlängern? Dann müssten die Damen wahrhaft genial konspirativ gehandelt haben, nach dem Motto: Ich gebe die Briefe nach dorthin zurück, wo der vermeintliche Empfänger ist, damit spätere Forschung dereinst irre geleitet wird. Die Frage bleibt: Handelt eine liebende Frau so, selbst wenn sie Fürstin ist? Wohl kaum.
    Goethe war ein Schlawiner. In der Tat. Schrieb Briefe („hier meine Liebe, noch ein Biefgen“) durchsetzt mit fremdsprachigen Floskeln, auch in Italienisch und in Latein. Diese Sprachen, so lesen wir, verstand nicht Charlotte, sondern nur ihre Herrin, die Frau Herzogin. Wozu also diese Sprachbrocken? Sie konnten sich nur an Anna Amalia richten. So wird gesagt. Doch auch an dieser Brücke muss das Schild „Betreten auf eigene Gefahr“ aufgestellt werden. Warum schrieb Goethe italienisch? Weil er es gut konnte? Nein, er schrieb es, weil er in Italien war, dem Land seiner Sehnsüchte, wo es warm war, ein Land, das ihn bezauberte, wie viel Deutsche vor und nach ihm. Er schrieb italienisch, weil er, in aller Bescheidenheit sei es angemerkt, ein Angeber war. Seht her, ich kann es. Und nun: Charlotte konnte das nicht lesen? Wenn sie, was man bislang annahm, ein volles Jahrzehnt die heimliche Geliebte dieses Mannes war, wird sie Wege gefunden haben, das, was der ferne Gott aufschrieb, ins Deutsche übertragen zu lassen. Vielleicht sogar von der Herzogin. Da werden die beiden Vertrauten beisammen gesessen, sich über die Auslassungen amüsiert haben, war sonst ja nicht viel los in Weimar.
    Damit sind wir an einer wichtigen Ecke dieses Beziehungsgeflechts angelangt. Wie war das mit den beiden Frauen, was trieben sie mit dem zunächst auf Besuch in Weimar weilenden jungen Goethe? Wir stellen uns vor, sie werden sich verhalten haben, wie es ihrem Alter, ihrem Geschlecht und den Sitten der Zeit angemessen war. Das bedeutet, sie haben auf Teufel komm raus geflirtet mit dem jungen Mann, der sich so wohltuend vom grobschlächtigen Hofstaat unterschied. Ein Blick hier, eine Berührung da, und dann vor allem, um ihm den Kopf zu verdrehen, ein Briefchen hier, ein Zettelchen dort, überbracht von einem Diener nach Einbruch der Dämmerung. Das brachte ein wenig Spannung in die triste Provinzexistenz an der Ilm. Die Damen hatten Erfolg mit ihrem Tun, der Jungstar verlor den Kopf, verlor ihn so stark, dass er die Abreise immer wieder hinauszögerte.
    Hier ist zu fragen: Warum handelte das Duo Anna und Charlotte so? Die Antwort ist ernüchternd. Die soeben aus der Machtstellung entfernte Anna Amalia unterlag den geläufigen Mechanismen eines Machtverlusts. Hier tut sich dem Betroffenen der schier unglaubliche Zwiespalt zwischen Gewohntem und der Realität auf. Es ist wie eine im Leerlauf auf höchsten Touren laufende Maschine. Dieses Laufen ohne Last geht nie lange gut. Dann folgt das Zerbrechen.
    Anna Amalia war klug genug, um zu erkennen, in welcher Situation sie sich befand. Selbstredend trugen ihr Höflinge zu, was die Görtz-Partei, die sich stromlinienförmig im Schlepptau ihres drallen Sohnes eingeschleimt hatte, mit ihr, der gewesenen Herrschaft vorhatte – nämlich die Sechsunddreißigjährige vom Hofe zu verbannen. Nun zog die Mutter ihre Strippen, sie tat es auf die ihr gemäße Weise. Schnell erkannte sie, dass der dichtende Taugenichts, der da zusammen mit ihrem Sohn die umherspringenden Bauernmädel beschlief, eine ganz andere Saite besaß, die man nur zum Klingen bringen musste. Dem Flausenmacher, der auch ein Flausenhaber war, musste höfische Liebe in derart manifester Form vorgegaukelt werden, dass er blieb. Ihm musste also suggeriert werden, dass er sonst etwas verlor, und dieses Etwas war ein unstillbares Verlangen, eine unerfüllbare Sehnsucht, eine höfische Liebe eben.
    Aus Sicht der Anna Amalia war dies reine Berechnung. Sie stellte sich vor, und lag damit genau richtig, dass der anwesende Goethe ein Garant dafür war, dass sie den Platz bei Hofe halten konnte. Hier war das körperliche Anwesendsein gemeint, alles andere würde sich wie von selbst ergeben. Auch damit lag sie goldrichtig.
    Nebenbei galt es, den Sohn zu bearbeiten. Der war nur äußerlich ein schwerer Brocken. Er musste gesagt bekommen, dass sein neuer Lieblingsgespiele nur dann zu halten sei, wenn neben dem Kumpanentum ein prächtiges Staatsamt zum Bleiben nötigen würde. So ward es verhandelt und beschlossen. Goethe wurde Minister, und er blieb. Ihn hielten zwei starke Argumente. Das eine war ein festes Gehalt, wichtig genug für einen, der als junger Literatenstar bereits erfahren hatte, dass man in Deutschland von den Tantiemen aus Geschriebenem nicht leben kann; das andere waren zarte Bande, über deren reale Existenz nunmehr zu reden sein wird.
    Wen also liebte Goethe? Und: Wurde diese Liebe erwidert, oder platt gefragt: Wurde er zurückgeliebt? Mit dem Dichter zu beginnen: Er liebte stark, nämlich sich selbst. Wenigstens hierüber sind wir ausreichend unterrichtet. Wer nach diesen Dingen forscht, trifft auf ein gigantisches Oeuvre, das uns Goethe über sich selbst hinterlassen hat. In diesem hat der Meister dem Publikum kund getan hat, was für ein toller Hecht er war. Das ganze Gerede vom Musenhof der Anna Amalia war ihm vor allem eines: Es war der Hochsitz, auf dem sich der angehende Dichterfürst der aufhorchenden Öffentlichkeit glanzvoll präsentieren konnte, ein Zustand, der bis heute andauert. Goethe wurde zum Multi-Star. Dass dies geschehen konnte, verdankte er vor allem einem, nämlich sich selbst. Wenn je einer ein Meister der Selbstinszenierung war, dann er. Doch Goethe war klug genug, um zu wissen, dass zum höfischen Hochsitz eben jener Hof gehörte. Also machte er den Damen den Hof. Es waren deren zwei, die der Dichter zu versorgen hatte: eine Adlige und eine Fürstin, beide standen im gesellschaftlichen Rang weit über ihm, die eine deutlich und die andere unerreichbar. Liebte er sie, eine von beiden, oder gar alle beide? Wir befinden uns in der peinlichen Situation zugeben zu müssen, dass wir es nicht wissen. Wir stellen uns allerdings vor, dass er Charlotte sehr konkret zum Anbeißen fand und die Fürstin eher zum Anschmachten. Ein Mann seines Zuschnitts mochte das durchaus verbinden: Während er mit der einen schlief, dachte er an die andere.
    Schnell sei an dieser Stelle eingeräumt, dass wir uns in einiger Verlegenheit befinden, das zuvor Gesagte mit Nachdruck zu behaupten, denn wir kennen aus erster Hand nur die eine Hälfte des Corpus delicti, nämlich die „Zettelgen“ und „Briefgen“ aus des Dichters Hand, aufbewahrt im Nachlass der Charlotte von Stein. Sie kann, so wird gesagt, die Bettgenossin des jungen Goethe nicht gewesen sein, verheiratet und Mutter von sieben Kindern zudem. Sowas gehe nicht zusammen. Wieso eigentlich nicht, so ist zu fragen. Dass Frauen praktisch ständig schwanger waren, ist der Normalfall jener uns heute so fern scheinenden Zeit, und dass die Schwangeren auch gern anderweitig verkehrten, wie es so schön heißt, kannten bereits die klassischen Römerinnen als viel belachtes gesellschaftliches Phänomen. Wieso also nicht nacheifern in einer Zeit der allgemeinen Klassik-Besoffenheit.
    Wir können, das sei wiederholt, dergleichen nur vermuten. Es fehlt das wesentliche Beweisstück von einigem Rang, nämlich die Briefe, die es in der Gegenrichtung gegeben haben muss. Es waren dies Schriftstücke von der Hand der Charlotte von Stein oder von Anna Amalia oder gar von beiden. Wir stellen uns vor, dass sich aus diesen Briefen neben der Masse der Belanglosigkeiten auch interessante Details ergeben haben mögen. Denken wir nur an Hinweise auf Schwangerschaften. Doch auch hier sind alle, die sich mühen, auf reine Spekulation angewiesen.
    Eines, am Rande bemerkt, ist nahezu sicher: Goethe war nicht impotent. Er wird es auch in der Zeit seines ersten Weimarer Jahrzehnts nicht gewesen sein. Ob er sich in dieser Zeit allein an den Landmädchen abarbeitete, wie er es in seinen Briefen zu schildern durchaus nicht unterließ, mag dahinstehen. Dass er es in den Briefen an die Geliebte überhaupt erwähnte, wirft ein seltsames Licht auf seine Beziehungen zu den Damen bei Hofe. War man derartig intim, dass er die Adressatin quasi in sein Bauernbett mitnahm? Oder wollte er sie schlicht eifersüchtig machen. Schau mal, ich kann auch ohne dich.
    Es bleibt, wie schon gesagt, müßige Spekulation, solange wir die Antworten nicht kennen. Diese Briefe wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit vernichtet. Im Haus am Frauenplan walteten nach Goethes Tod für Jahrzehnte die beiden männlichen Enkel. Sie hockten auf dem großväterlichen Hort und mögen den, bevor sie alles dem Staate Sachsen-Weimar vermachten, bebrütet und bereinigt haben. Die Vernichtung inkriminierender Briefe lag nahe. Hierüber belehrt ein Blick in die Sitten der Zeit. Wir befinden uns in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Die Ära bürgerlicher Prüderie strebt ihrem Höhepunkt entgegen. Wir stellen uns die beiden unbeweibten Enkel vor, wie sie mit glühenden Wangen Liebesbriefe verschlangen, an den vergötterten wie gefürchteten Großvater gerichtet, der längst in den Olymp der Unsterblichen aufgestiegen war. Sie mussten befürchten, dass hier Menschliches allzu Menschliches zu Tage trat, was dem Bilde des Olympiers abträglich sein musste. Sie lasen die Korrespondenz zweier Frauen, die an Deutlichkeit vielleicht nichts zu wünschen übrig ließ, und konnten nur hoffen, dass die Gegenstücke von der Hand des Großvaters längst im Orcus verschwunden waren. Das war ein Irrtum, wie sich später zeigen sollte, doch da war es bereits zu spät. Was den Goethefreund und seinen Fledderer brennend interessieren musste, existierte nicht mehr.
    Nun kommt das Ende. Das Ende der Liebesgeschichte. Goethe floh nach einem Jahrzehnt in Weimar gen Italien. Er hatte allen Grund dazu. Er fürchtete die Offenbarung eines Geheimnisses, doch es war nicht, wie zu lesen ist, die Aufdeckung der Liaison zwischen ihm und der Fürstin Anna Amalia, denn dieses Geheimnis gab es nicht. Diese Liaison war jahrelang Gegenstand aller Plappermäuler. Die in Weimar gebliebene Gräfin Görtz schrieb ihrem in den Preußendienst gewechselten Hofmann spitzmäulig darüber, und es kann nicht angenommen werden, dass dieser die schlüpfrige Geschichte für sich behielt. Nein, die Wirklichkeit im Kopfe Goethes sah etwas trister aus. Ein Jahrzehnt lang hatte er in höfischer Liebe geschwelgt, hatte angenommen, das, was ihm an glühenden Episteln eingefallen war, werde erwidert, und nun war er ans Ende der Fahnenstange gekommen. Ihm wurde klar, wahrscheinlich sagte es ihm einer, was seine Rolle in diesem Spiel gewesen war: die eines Hahnreis, den die Damen Anna Amalia und Charlotte heimlich belachten.
    Die Kränkung seiner Selbstliebe muss unbeschreiblich gewesen sein. Unerträglich war ihm mit Sicherheit, dass auch Karl August, der Herzog und sein Dienstherr, in die Details eingeweiht war. Vielleicht war er es, der den entsetzt schweigenden Goethe bei einer Sauferei ins Bild setzte. Der Genasführte floh, er brauchte lange, um sich wieder zu beruhigen. Was er als Dichter hierüber zu Papier brachte, war ein schlecht gemachtes Theaterstück mit einer stümperhaften Handlung. Torquato Tasso. Ein Dichter liebt vergeblich eine Fürstin. Er zerbricht dran und geht zugrunde. Nun, Goethe war von robusterer Natur, er kehrte an den Futtertrog nach Weimar zurück.

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