Autor: Helmut Roewer (Seite 2 von 3)

Schilda an der Ilm – das Sudelbuch XII

20. November 2023

Wenn man die Mythen der alten Völker miteinander vergleicht, gleichen sie – jedenfalls die, welche ich kenne – einander in der Kernaussage: Es gibt einen Anfang und ein Ende der Erde. Hiermit stimmt unsere heutige Überzeugung, die wir naturwissenschaftlich zu nennen belieben, überein. Vermute, das liegt daran, dass wir, die Menschen, uns in unserer Begrenztheit nichts anderes auszudenken vermögen. Was immer wir tun, eines Tages wird es verschwunden sein. – Vermute, dass dies Novembergedanken sind.

Novembergedanken (2): Der Volkstrauertag war in meiner Kindheit der Gedenktag für unsere Toten in den Weltkriegen. Jeder, wirklich jeder kannte solche Opfer beim Namen. Zu jener Zeit hatte sich der Gedenktag bereits von seinem Vorgänger, dem Heldengedenktag, wegbewegt, wo es ganz pointiert um die Gefallenen unseres Volkes ging. Jetzt ist die Sache unter dem deutschen Schuldkult erneut erodiert, wonach wir, die Deutschen, für alles Töten auf der Welt die Schuld auf uns nehmen sollen. Man höre nur die Geschwätzlawine an, die über unsere Köpfe hinwegrauscht und das nüchterne Denken unter sich zu begraben droht. – Volkstrauertag im Land, wo Soldaten Mörder zu nennen sind? Das kann weg.

18. November 2023

Wie einer aussieht, dafür kann er in aller Regel nichts. Das gilt auch für zwei, in diesem Falle für die beiden Bundesminister, die sich öffentlich bekennen, für den absurdesten Schwachsinn der deutschen Rechtsgeschichte die Verantwortung zu tragen. Richtig, es geht um das Gesetz, nach dem es zukünftig möglich sein soll, sein Geschlecht jährlich neu zu wählen. Nicht nur Männlein oder Weiblein, sondern auch alles mögliche andere, was sich kranke Hirne ausgedacht haben.

Schwachsinn (2): Kein Mensch, der bei Verstand ist, leugnet, dass es in Einzelfällen bei der Bestimmung des Geschlechts Schwierigkeiten gibt. Die Betroffenen verdienen das Mitleid der Gesellschaft und deren Hilfe, aber nicht deren Spott, dass sich jetzt jedermann durch Geschlechterkarneval über sie lustig machen kann.

Schwachsinn (3): Ich behaupte, dass man für sein Aussehen in aller Regel nichts kann, aber wenn ich die beiden Minister betrachte, stellt sich mir die Frage, ob ein bestimmtes Aussehen dazu prädestiniert, auffällige Handlungen zu begehen. Nebenbei: Da kann auch kein Geschlechtertausch Abhilfe schaffen, sondern nur schnellstmögliche Ablösung aus den Ämtern.

Aus Bernd Zellers Gedankenwelt (Zellerzeitung von gestern Nacht): a) „Karl Lauterbach fordert, von den freigewordenen Corona-Geldern die nächste Pandemie zu finanzieren.“ b): Gut ist auch der hier: „Basisgrüne sagen: Wenigsten hat Greta Thunberg die Autobahnen rückgebaut.“ c) …und zu dritterletzt:

Und nun das ultimativ Letzte: Der Bundestag hat gestern das Gesetz zur Anpassung an den Klimawandel beschlossen. Na endlich, jetzt wird auf Kosten des deutschen Steuerzahlers die Erde gerettet. Sie wird es uns danken, vor allem die Ameisen, die uns voraussichtlich überleben werden. Sie wollen, wie man so hört, den Deutschen Klima-Gedenktag kreieren und zur Feier desselben regenbogenfarbige Eier mit der Aufschrift legen: Made in Germany.

17. November 2023

Habe es aufgegeben, die gegen den Ex-Präsidenten Trump losgetretenen Straf- und Zivilverfahren zu zählen, geschweige denn den Stand derselben zu verfolgen. Es sieht jedoch so aus, als seien in mehreren Staaten erlassene Verbote, sich an der nächsten Präsidentenwahl zu beteiligen, erfolgreich angefochten worden – wenigstens einstweilen.

Trump (2): Viel erstaunlicher ist es, dass er in verschiedenen, durchaus feindlich gesinnten Umfragen nicht nur das republikanische Kandidatenfeld haushoch anführt, sondern auch den Amtsinhaber Biden in 5 von 6 Swingstaaten glatt übertrumpft. Nun ist aus den letzten beiden Wahlen bekannt, dass das nichts bedeuten will. 2016 führte Clinton unangefochten und verlor mit Pauken und Trompeten, 2020 führte Trump sogar einschließlich der Wahlergebnisse in der Wahlnacht, die dann durch Zauberhand zu seinem Nachteil verändert wurden, als seine Stimmanteile plötzlich rückwärts liefen. Man kann also nichts sagen, außer dass der Ex-Präsident immer noch wild entschlossen ist, erneut anzutreten.

Die scheinbare Ruhe an der Ukraine-Front bedeutet, dass Selenskyj & Co den Krieg vergeigt haben und seine Unterstützer im Wertewesten jetzt händeringend versuchen, aus dem entstandenen Schlamassel herauszukommen. Ihre Forderung, die plötzlich erschallt, man müsse einen Verhandlungsfrieden suchen, benötigt Zweie, die es tun. Es hängt nur von dem Einen ab, ob sowas stattfindet. Dieser Eine hat bis zum heutigen Tag keine konkreten Kriegsziele verkündet. Die Vorstellung, er könnte im Verhandlungswege die jetzige Frontlinie aufgeben, beruht auf blanker Illusion.

Front (2): Das Ausbleiben nachvollziehbarer, vor allem übereinstimmender Meldungen aus Palästina bedeutet nach meiner Einschätzung, dass Israel jetzt versucht, durch Vernichtung der Bewohner und ihrer Siedlungen Tabula rasa zu machen. Den Überlebenden bleibt dann nur die Flucht. Aber wohin?

Front (3): In Deutschland findet in bislang unbekannter Heftigkeit die Parteinahme für die eine oder die andere Seite des Palästina-Konflikts statt. Die Frontlinien verlaufen kreuz und quer durch die eingeübten Rituale. Sie legen zudem Lippenbekenntnisse und ideologische Verblendung bloß. Eine über jedes Maß der Verblendung hinausgehende Forderung besagt, dass nunmehr der Kampf gegen Rechts verstärkt werden muss. Was’n sonst?

16. November 2023

Da hat das Bundesverfassungsgericht einen großen Batzen des Bundeshaushalts für verfassungswidrig erklärt, jubeln die Alternativen Medien. Es soll um schlappe 60 Milliarden gehen, die aus dem Corona-Topf mir nichts dir nichts in den Haushalt zur Finanzierung der Klimalüge umgelenkt worden sind. Wat nu? Ich denke mal, unsere völlig im rechtsfreien Raum schwebende Volksfront wird sich nichts aus der Entscheidung machen, sondern einen neuen Umgehungsbeschluss fassen, damit dem Robert sein Klimawahn (Genitivus Populi) weitergetrieben werden kann. 

Pleite (2): Die Klimawahn-Firma Siemens Energy ist praktisch pleite, jetzt muss der Bund als Bürge einspringen. Wieder Milliarden aus dem Fenster gehauen. Einfach so. Über Haushaltsuntreue denkt offenbar keiner nach. Okay, drängt sich nicht auf, weil für einen guten Zweck – das Recht muss bei der Weltrettung weichen. Nebenbei: Wie wäre es mit einem Regress gegen den Siemens-Vorstand? Meine Erinnerung gräbt den Namen Joe Kaeser aus und seinen Versuch, eine dieser grünen Jungziegen in die Siemens-Führungswelt einzuschleusen.

Pleite (3): Das großspurig eingeführte Bürgergeld erweist sich als Fass ohne Boden. Man hat sich – Heil heißt der zuständige Mann – lediglich um ein paar Milliarden verrechnet. Milliarden? Zu einer davon gehören ungefähr so viele Nullen, wie das Bundeskabinett Mitglieder hat. Ist nicht persönlich gemeint, sondern lediglich als Rechengröße.

15. November 2023

Michael Klonovsky führt einen netten verbalen Säbelhieb gegen den Spiegel, nachdem der diese Woche sein angebliches Nachrichtenmagazin mit der dies befürwortenden Frage aufmacht, die AfD zu verbieten, indem er, Klonovsky, die Frage artikuliert, den Spiegel zu verbieten. Da empören sich dann die Angepassten aus der Juristenschaft, ihre Glibbersprache für einen Moment vergessend, und fordern, es werde Zeit, gegen diesen Klonovsky mit den Mitteln des Rechtsstaats vorzugehen. Im übrigen sei, so hört mein erstauntes Ohr, es juristisch gar nicht möglich, eine Zeitung zu verbieten. Doch ist es, die Voraussetzungen nennt das Vereinsgesetz, zuständig wäre der Bundesminister des Innern. Doch einen solchen, ich weiß schon, haben wir derzeit nicht.

Rechtsstaat (2): Es sei, verlautbarte die Polizei von Nordrhein-Westfalen, auf den Araber-Krawall-Veranstaltungen am vergangenen Wochenende nichts Verfassungswidriges zu beobachten gewesen. Das ist falsch, denn die Forderung nach einem Kalifat in Deutschland ist mit keinem möglichen Aspekt des Grundgesetzes in Einklang zu bringen – schon gar nicht der Religionsfreiheit. Es ist unmissverständlich zu sagen, dass es sich vorliegend in nuce um den Ruf nach Beseitigung des im Grundgesetz konzipierten Staates und seiner deutschen Gesellschaft handelt. Strafrechtlich gesehen, handelt es sich um Hochverrat. Die Konsequenz heißt: Diese Typen haben bei uns nichts verloren. Es gibt kein wie auch immer fabuliertes Menschenrecht auf Beseitigung unserer deutschen Verfassungs-Ordnung, mag sie im Moment auch noch so beschädigt sein.

Rechtsstaat (3): Es ist schon merkwürdig, dass immer dann der Ruf nach dem Rechtsstaat ertönt, wenn es um die Forderung nach obrigkeitlichem Vorgehen gegen seine letzten Bewahrer geht. Der Verfassungsfreund als Verfassungsfeind.

14. November 2023

Wer Nachbars Hofhund aus Nächstenliebe in die gute Stube lässt, sollte seine Empörung zügeln, wenn dieser die eigenen Kinder beißt. – Wilhelm Busch wusste das schon vor 150 Jahren: „Ach, ruft sie, er ist doch nicht gut | weil er mir was zu Leide tut.“

Irrtum (2): Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, über das Pipi-Mädchen aus Schweden keine Worte mehr zu verlieren. Doch, was ich jetzt, angeblich aus ihrem Munde kommend, lese, erweckt in mir den Verdacht, dass die Klimalügner auch handfeste, verschwörungsaffine Judenfeinde sind (vulgo: Antisemiten). Die Verallgemeinerung erscheint mir statthaft, da ich mir nicht vorstellen kann, dass die kindliche Heilige des letzten Sonnenuntergangs eigene Gedanken zu formulieren versteht.

Irrtum (3): Klimatod und Judentum als kausal miteinander zu verknüpfen, geht über mein bisheriges Vorstellungsvermögen und die Erkenntnisse zur Klimareligion weit hinaus. Hier feiern Rasse-Ressentiments längst vergangen geglaubter Zeiten fröhliche Auferstehung. Das kann nur an der mangelhaften Bildung der Betroffenen liegen. Denn wenn sie etwas belesener wären, wüssten sie, wie ähnlich ihr Endzeitgeschwätz den Messias-Phantasien des Alten Testaments ist, von Mein Kampf, S. 225 unten, eines gewissen Adolf H. ganz zu schweigen.

Irrtum (4): Für jeden gestandenen Rechten sind – so hätte man einstmals formuliert – die Auslassungen aus dem Lager der Linken ein innerer Reichsparteitag.

13. November 2023

Alte Liebe rostet nicht, sagt ein Sprichwort, das einem Praxistest kaum einmal standhält. Man sieht Runzeln und Quetschfalten, wo früher der Liebreiz wohnte. Daran fühle ich mich erinnert, als ich – einer dringlichen Empfehlung folgend – das jüngste Asterix-Heft früh um fünf kaufe, um mir die Zeit im Flieger zu verkürzen. Ich schlief über der Lektüre ein, womit sie ihren Zweck erfüllte, wenn auch anders als gedacht.

Nicht witzig (2): Der Eindruck wurde auch im hellwachen Zustand nicht besser. Vermutlich liegt es daran, dass sich die Goscinny&Uderzo-Epigonen vorwagen wollten, modernen Ich-verstehe-dich-Schwachsinn auf die Schippe zu nehmen. Ist gründlich schief gegangen. Das sieht man schon daran, dass das woke und ewig-junge Berlin das Heft als Huch-ist-das-lustig bezeichnet und unter Zugabe von Kusshändchen wie einen Geheimtipp herumreicht.

Nicht witzig (3): Nanzy & Co haben, sagt der Leiter der Asylbehöre BAMF, jede Übersicht über den illegal einreisenden Pöbel verloren – er drückt es etwas beamtischer aus. Stets werden neue Ausflüchte erfunden, um das vorweihnachtliche Macht-hoch-die-Tür nicht zu beenden.

Echt witzig: Finde auf einer der Plattformen, die sich mit der Klimalüge befasst, eine Temperaturtabelle, in die zugleich die Zeit der Hexenverfolgung eingetragen ist. Sie stimmt mit der Kleinen Eiszeit überein. Was für eine Verschwendung von Heizmaterial in jenen kalten Tagen. Das ist bemerkenswert, wiewohl festzustellen bleibt, dass heutzutage die moderne Hexenverfolgung in die Zeit des angeblich heißesten Sommers seit der Erschaffung der Welt fällt. Was mag sich der Schöpfer, falls es ihn gibt, nur dabei gedacht haben? Ich sehe ihn vor mir, wie er mit dem Teufel beim Bockbier sitzt und sich vor Vergnügen auf die Schenkel haut.


Auch witzig: Stephan Paetow hat die Spitzenleute der beiden ehemaligen Volksparteien als Wumms und Wendelin bezeichnet.

Nur noch komisch: Bei den Alternativen Medien und deren Lesern wird mit moralgeschwellter Brust der offene Brief des CDU-Mannes Vaatz an den Dresdner OB beweihräuchert – er ist im Stil einer Parlamentsanfrage gehalten. Vaatz war zuvor mit diffamierenden Worten der sozialistischen Kulturkommissarin aus und dann wieder eingeladen worden, in einem Museum aus dem LTI von Victor Klemperer zu lesen. Die Wohlmeinenden sind sich einig: Jetzt hat der Vaatz es der woken Bande aber gegeben. Die so reden und schreiben, wissen nicht, dass er nichts bewirkt hat und sie selbst das Problem sind.

12. November 2023

Als die Kontrolleure Luise und ihre Schwester Friederike in meinem Handgepäck entdecken, kommt die Zollbehörde zum Einsatz. Sie hält mich offenbar für einen verkappten Kunstschmuggler und Kolonialplünderer. Es entwickelt sich ein kurzer Disput, dass der Schöpfer der Statue ein Preuße namens Johann Schadow sei, den ich fälschlich als Deutschen ausgebe. Die Damen stammen aus Berlin, sage ich, Braunschweig wäre richtig gewesen. Dass sie für jedermann erkennbar Weiße und keine unterdrückten Enfrauen sind, liegt mir auf der Zunge, lasse es aber aus Gründen der Deeskalation beiseite. Wir grinsen uns gegenseitig an, bis eine weitere Zollamtsperson, diesmal weiblich, erscheint, welche die kleinen Damen mit Handschuhen abtastet. 

Schadows Schwestern (2): Als diese das Licht der Welt erblickten, war Berlins feine Welt geschockt. Preußens künftige Königin schien den Betrachtern wie nackt. Ich denke mal, dass sich die Herren Geheimen Hofräte nur des Protokolls halber empörten. Ich Wirklichkeit konnten sie sich, wenn keiner zusah, nicht genug an den Mädchen weiden.

Stunden später und nicht von Schadow: Der Ikea in Höhe des Äquators sieht so aus, wie ich mir einen Ikea vorstelle. Unübersichtlich, labyrinthhaft. Alle Bediener sind schwedenblond, selbst die Enpersonen. Meine Anwesenheit dort wurde durch den Auftrag ausgelöst, frische Bettwäsche zu besorgen. Hat geklappt. Nutze die Gelegenheit zudem, um ein paar Bleistifte einzustecken, die ich fürs bekritzelnde Buchlesen missbrauche.

11. November 2023

Fünf elektronikfreie Tage und umgeben von Sprachen, die ich nicht verstehe, wirken wie ein unerwarteter Frühlingstag in längst vergessen geglaubten Jahren. Ich höre dem Meer zu und blinzele in die Sonne, wundere mich, dass alles viel sandiger ist, als ich es in Erinnerung hatte. Nichts stört das Wohlbehagen. Erst als ich – gegen bessere Einsicht – wieder angeschlossen bin, bemerke ich zu meiner Erheiterung, dass ich Auftakt und Nachrülpsen des zentralen deutschen Jammertages verpasst habe. Was nun wie ein Schwall heranschwappt, bekämpfe ich mit der Löschtaste.

6. November 2023

Das sog. Hamas-Verbot des Bundesinnenministeriums nach § 3 Vereinsgesetz in einem einzigen Bild aus Berlin in der Nacht zum 5. des Monats. Es geht hier längst nicht mehr ums rechtliche Dürfen, sondern nur noch darum, wann der erste Schuss fällt.

Der Mob tanzt auf der Straße (2): Mainstream jubelt derweil, dass der Robert eine Rede geredet hat, die ihn zu Höherem qualifiziere. Da haben Springer & Co ausnahmsweise recht, denn seinen Auftrag als Wirtschaftsminister hat er glorios erfüllt. Auch im Kanzleramt wird er Großes leisten. Da hab ich keinen Zweifel. – Natürlich ist auch Bernd Zeller von heute Nacht nicht von der Hand zu weisen.

Der Mob tanzt auf der Straße (3): Derweil findet Mainstream Zeit, die Wagenknecht-Partei zum vermeintlichen Erfolg zu tragen. Experten wissen nämlich, dass sie der AfD empfindlich schaden wird. Habe das bereits vor Tagen nach kurzem Nachdenken für Wunschdenken gehalten. Fühle mich jetzt durch ein Umfrage bei Science Files bestätigt. Dort waren die Leser zweimal, im Sommer und jetzt, nach ihrer Parteipräferenz befragt worden. Am Ergebnis interessiert weniger, dass es dort unglaublich viele AfD-Wähler gibt (80 %), sondern dass bei beiden Fragerunden der AfD-Anteil absolut stabil blieb. Mit anderen Worten, die AfD-Wähler sind durch Wagenknecht & Co nicht zu locken. Bei CduFdpSpdGrünen sah es hingegen anders aus. Fazit: Dort werden die Verluste eintreten. Wenn Mainstream das schnallt, wird die Reklame für die Neo-National-Sozialisten mit einem Schlag zu Ende sein.

Mal was anderes: Das britische Nationalarchiv bietet mir Königszubehör fürs Fest zum Kaufe an. Queen Victoria für den Weihnachtsbaum und so. Bei dem Charles seinen Krönungsstuhl fürs Dekolleté habe ich einen Moment gezuckt, fand ihn dann aber doch etwas gewagt.

Dekolleté (2): Als ich bei Firefox die Rechtschreibung des Wortes überprüfen will, grinst mich völlig überraschend die Führerin an. Habe die Seite schnell wieder geschlossen.

5. November 2023

Ach, der November: Ich lerne aus einem Aufsatz von Olaf Opitz, dass in Dresden ein für den 9. des Monats in Aussicht genommener Lesetermin geplatzt ist. Es sollte aus dem LTI von Victor Klemperer rezitiert werden. Schlimme Sache das, denn die Lesekundigen sollten Arnold Vaatz, eine Nachwende-Polit-Größe der CDU, der Kabarettist Uwe Steimle und die Ex-Grüne Antje Hermenau sein. Geht gar nicht, befand der, wie er behauptet, Rechteinhaber der Klemperer-Texte, der Reclam-Verlag, im Duo mit der Kultur-Kommissarin des Dresdner Stadt-Sowjets. Recht so, es soll sich nämlich bei den Ausgesperrten um Neue Rechte handeln. Kann ich mir zwar, so weit ich sie bislang zur Kenntnis nahm, beim besten Willen nicht vorstellen, doch, was weiß ich denn schon?

Sowjets (2): Dass der Schreiber der nunmehr als umstritten geltenden Texte, sich nach dem Untergang des NS-Regimes mit den die Macht nahtlos übernehmenden Ulbricht-Kommunisten gemein machte, fand ich, als ich es zum ersten Mal las, nicht besonders komisch. Später tat ich ihm Abbitte, weil er genau das tat, was unter denjenigen Deutschen, welche der akuten Lebensgefahr entronnen waren, nicht unüblich war. Hinzu trat, dass er, nachdem ihm die Ähnlichkeit der Systeme klar wurde, dies artikulierte, wenngleich, soweit ich weiß, nicht öffentlich.

Sowjets (3): Fragt mich eine unter Hinweis Du-bist-doch-Jurist, ob das Doppelverbot überhaupt zulässig sei? Ich: Seit wann interessiert sich in D heute noch jemand für das einst geltende Recht?

Sowjets (4): Ist doch bemerkenswert, dass die Möchtegern-Staatsinhaber, die ja sonst den Vorwurf des Antisemitismus freigiebig zu verteilen belieben, die Lesung von Texten eines Juden verbieten, weil dies Tun den Antisemitismus fördere. Natürlich wissen alle, dass dies Stuss ist. In Wirklichkeit sollen die Wohlmeinenden davor bewahrt werden, sich durch das Anhören der Klemperer-Texte Gedanken über die Gegenwart zu machen.

4. November 2023

Gern würde ich schreiben, dass der Mann im roten Pullover eine Person ist, der ich begegnen möchte, doch die Wahrscheinlichkeit tendiert gegen Null. Ich weiß nicht, was ich mehr bewundern soll: den Mut, dem regierenden Bundeskanzler in einer dieser gefakten Fernsehsendungen zwei kluge Fragen zu stellen, oder die Fähigkeit, dies in wirklich reifen Jahren noch zu können.

Rot (2): Er beginnt mit den Finanzskandalen, die Scholz anhängen und fragt, ob es nicht zum Wohle Deutschlands an der Zeit sei, reinen Tisch zu machen. Scholz reagiert mit einem patzigen Nächste-Frage. Die sieht so aus: Ob es nicht seine Aufgabe sei, die offensichtlich nicht zum Wohle Deutschlands arbeitenden Minister – er nennt unter knappen Beispielsnennungen Außen- und Wirtschaftsminister – aus der Regierung zu entlassen. Scholz verneint, indem er ausführt, sie hätten sich sehr bemüht. Man lacht, denn solche Formulierungen wählt, wer als Vorgesetzter einem Mitarbeiter ein verheerendes Zeugnis der Unfähigkeit ausstellen will.

Rot (3): Soviel Schlagfertigkeit traue ich dem Amtsinhaber nicht zu. Zu denken gibt allerdings, dass der Screenshot anbei aus dem Bundeskanzleramt stammt. Er ist besser als jeder Kommentar. Man betrachte nur die drei Gesichter.

3. November 2023

Das neueste Senioren Akrützel von Bernd Zeller bevölkert mit seinen schrägen Figuren meinen elektronischen Briefkasten.

Mit der Brechstange: Nachdem von den sog. US-Demokraten in den von ihnen regierten Staaten eine kaum noch überschaubare Zahl von Straf- und Zivilverfahren gegen den ehemaligen Präsidenten Trump ins Werk gesetzt worden ist, um diesem eine neuerliche Kandidatur zu vermiesen, hat die Außenministerin (Secretary of State) von Illinois nunmehr gegen Trump ein Verbot zur Kandidatur erlassen. Begründung: wer solche Vorwürfe mit sich herumschleppe, könne nicht Präsident der USA werden. Den Namen dieser blütenreinen Rechtsstaatsschützerin muss man sich nicht merken. Es handelt sich um eine dieser Mittelalterblondinen, die jeden Mann das Gruseln lehren. Nebenbei: Nix gegen Blondinen als solche.

Übern Teich (2) und anderswo: Der derzeitige Präsidentendarsteller verkündet derweil den Krieg in Palästina. Das wäre dann, falls ich recht sehe, nicht nur der Gaza-Streifen. Auch sagt er: Wenn es Israel nicht gäbe, hätten die Amerikaner es erfinden müssen. Das ist insofern richtig, als es die Briten und nicht die Amerikaner waren, die es 1916 erfanden. Sie trugen zu diesem Zweck 1917/18 den Krieg ins Heilige Land. Dort ist er bis heute geblieben.

2. November 2023

1944 drehte Frank Capra den Film Arsen und Spitzenhäubchen. Der Film ist ungewöhnlich komisch, das zugehörige Filmplakat mit dem blöd lächelnden aufstrebenden Cary Grant muss man nicht mögen. Am besten haben mir die Szenen mit dem Mann gefallen, der in seinem Wahn den Teddy Roosevelt gibt. Was die, wenn auch entfernte, Verwandtschaft im Weißen Haus dazu sagte, weiß ich nicht. Zumindest geben die Tagebücher von Henry Morgenthau hierauf keine Antwort.

Capra (2): Anschließend drehte der vielseitig begabte Mann antideutsche Propagandafilme. Wo er die darin vorkommenden Leichenhaufen herhatte, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit (Hinweis für steuerfinanzierte Nazi-Riecher: Die Untaten der NS-Clique sind mir sattsam bekannt. Sie und Sie ekeln mich an). Natürlich bin ich froh, dass Capra nach getaner Tat eine Tapferkeitsauszeichnung der US-Armee erhielt.

Capra (3): Damals undenkbar, heute die Hollywood-Norm: Schwarz-weiß in bunt.

1. November 2023

Das gestrige Fest des Reformators ist – noch aus Zeiten der christlich genannten ehemaligenVolkspartei – im kommunistischen Freistaat ein gesetzlicher Feiertag. Zum anlassbezogenen Abendessen gab’s Spitzkohl mit Kasseler, sanft in der Röhre gegart. Die Terrine war schneller geleert, als dass ich hätte fragen können, ob noch einer was nachhaben mag.

Festessen (2): Nach solcher Füllung färbt sich das Gespräch bei Tisch in einen ungewohnt jovialen Grundton. Als ich die Frage aufwerfe, wie es eigentlich komme, dass nur manche Leute lauthals lachen, und ob sie das auch tun, wenn sie allein sind, oder ob sie hierfür Publikum brauchen, ernte ich mitleidige Blick. Nun gut, ich beharre nicht darauf, sage ich. Danach, und einem Nordhäuser, pegelt sich die Streitlust wieder bei normal ein.

31. Oktober 2023

Man wird kaum bestreiten können, dass dieser Monat einen unüberhörbaren Paukenschlag enthielt. Ob dies, wie landauf und landab gemutmaßt wird, ein historischer Moment war, wird man erst in zwei, drei Jahren sagen können. Es könnte genausogut sein, dass nach den üblichen orientalischen Aufwallungen alles wieder ins alte Fahrwasser zurückkehrt, obwohl, zugegeben, es im Moment nicht danach aussieht.

Paukenschlag (2): Meine Vermutung, dass hinter dem Vorhang der mediterranen Aufregungen, das Schicksal der Ukraine besiegelt wird, rückt in den Bereich des Vorstellbaren. Meine bisherige Annahme, dass die Russen alle Zeit der Welt hätten, der Ukraine und dem mit ihr angeblich verbündeten europäischen Wertewesten den Saft abzudrehen, könnte sich als korrekturbedürftig erweisen, weil Putin ein Problem mit den eigenen Leuten bekommt und zwar mit denen, die endlich Erfolge sehen wollen. Es ist nicht die Zustimmung zu diesem Krieg, die ihm Probleme machen wird, nein, diese Zustimmung ist ganz gewiss nicht fraglich, sondern das Leiden der Russen im Kampfgebiet verlangt nach einem erfolgreichen Ende.

Paukenschlag (3), eher tonlos: Für einen Krieg sind stets nur diejenigen zu haben, welche nicht unmittelbar vom Tode bedroht sind. Im August 1914 mag das hierzulande für einige Wochen bei einer winzige Schicht intellektueller, lautstarker junger Männer anders gewesen sein. Aber das legte sich bald angesichts der Wirklichkeit der Zerfetzten auf den Schlachtfeldern von Flandern. Wer das Desaster überlebte, war sein Leben lang gezeichnet, aber geheilt von der fatalen Kriegs-Begeisterung.

Paukenschlag (4): Jetzt will ein gewisser Praetorius „die Menschen“ – meint er das deutsche Volk? – wehrfähig machen. Mein Rat: die rücksichtslose Wehrpflicht wird ein Heer schaffen, das gegen deutsche Interessen nicht einsatzbar ist. Das muss er nicht wissen, aber er wird es bei Bedarf lernen.

30. Oktober 2023

Die gestern wiedermal vorgenommene Umstellung auf die Winterzeit, eigentlich MEZ, wird wieder einige Tage für ganz und gar nutzlose Verwirrung sorgen. Sonst ist sie für nichts gut. Eine Gesellschaft, die nicht in der Lage ist, Idiotisches zu beseitigen – das gilt nicht nur bezüglich der Zeitumstellung –, verdient keine Gnade.

29. Oktober 2023

Wer eine Dummheit nicht verzeihen kann, nimmt irrtümlich an, selbst noch keine begangen zu haben. Wer hingegen die Dummheit verzeiht, glaubt grundlos, selbst klug zu sein.

Awdejeka, der Ortsname des augenblicklichen Schlachthauses im Donbass, klingt wie ein Bildtitel von Marc Chagall. Die Gedankenverbindung, mit der ich morgens erwache, hat etwas Frivoles und ist mir nur so erklärlich, dass ich vor drei Tagen in einer Chagall-Ausstellung im Kunsthaus von Apolda war, das wieder eine staunenswerte Schau auf die Beine gestellt hat.
 

Chagall (2): Die ausgestellten Bilder erwecken in mir erstmals einen Zweifel, ob der Meister überhaupt malen konnte. Kurios auch seine Betonung christlicher Motive. Ansonsten: er selbst mit seiner Bella als Liebespaar, meist schwebend vor französischer oder russischer Kulisse. Esel und Federvieh nicht zu vergessen.

27. Oktober 2023

Ostfront: Plötzlich ist sie wieder da, mit Meldungen, die widersprüchlicher kaum sein könnten. Der Ort heißt Awdejewka (ukr. Avdiika), nordwestlich von Donjezk gelegen. Der Frontverlauf zeigt starke Ähnlichkeit mit dem von Bachmut vor einigen Monaten, wo die ukrainischen Kräfte eingeschnürt und letztlich unter verheerenden Verlusten zum Aufgeben genötigt wurden. Aber es bleibt dabei: Man kann aus dem statischen Bild nicht erkennen, ob es das Ergebnis eines ukrainischen Vorstoßes oder einer russischen Einschnürung ist. Sieht, wenn man’s mit den Auslassungen bzw. Verschweigen in den Lügenmedien vergleicht, eher nach Letzterem aus.

Lügenmedien (2): Das öffentliche Tamtam, was um die Gründung einer Sahra Wagenknecht-Partei veranstaltet wird, gründet auf der Autosuggestion seiner Veranstalter, diese werde bei künftigen Wahlen der AfD im bedeutenden Umfang Stimmen abjagen. Dass diese Rechnung aufgeht, darf bezweifelt werden, denn die Wähler der AfD wählen diese nicht, weil sie auf eine weitere, runderneuerte Form des Sozialismus setzen – jedenfalls im Osten nicht. Für den Westen gilt: Wähler, denen die AfD bislang zu Nazi war, werden ggf. die Neue als weniger schlimm empfinden, doch das trifft bestenfalls CDUFDPSPD – wenn überhaupt. Falls meine West-Vermutung stimmt, handelt es sich hier um den Versuch, die Grünen zu stabilisieren – was zum derzeitigen Medienrummel gut passen würde.

Lügenmedien (3): Nach dem Scheitern der Covid- und der Klima-Strategie wird jetzt in den USA und in D auf eine Kombination gesetzt: Danach setzt die Klima-Katastrophe Seuchen in Gang, sodass sich begründen lässt, dass die bisherigen Impfungen nichts mehr helfen und erneuert werden müssen. Aktuelles Ergebnis: Die Leute laufen wieder mit Masken vor dem Maul rum, und die Uni Leipzig lässt Vorlesungen ausfallen.

26. Oktober 2023

Worte: Der über Nacht neu gewählte Speaker of the House, der Republikaner Mike Johnson, fand gleich nach seiner Vereidigung – die eigene Bibel hatte er mitgebracht – Worte, die keinen Zweifel offenlassen. Er begann mit „Ich möchte dem amerikanischen Volk im Namen von uns allen hier sagen: wir hören dich.“ Hübsche Geste, doch dann folgte die Drohung nach außen, dass alle Feinde sich vor diesem extraordinären Volk fürchten mögen.

Worte (2): Der unbekannte Sprecher auf der Montagsdemonstration in Sangerhausen/Sachsen-Anhalt sagte, dass er es sich lange überlegt habe, öffentlich zu sprechen, dies jedoch seiner Familie schuldig sei. Man solle endlich aufhören, sich von denen etwas sagen zu lassen, man solle die Furcht ablegen und man habe nicht vor abzuwarten, bis das Land in Chaos und Gewalt versinke. Deren Verursacher müssten weg.

25. Oktober 2023

Die machen es wirklich. Gebe mir nicht die Mühe, das Gestammel vom sog. Wirtschaftsminister über die Subventionierungsabsichten gegenüber der deutschen Industrie widerzugeben, sondern begnüge mich, einen Leserbrief aus der Zellerzeitung von heute Nacht abzuschreiben: „Robert will nach den Heizungen nun auch den Wohlstand erneuern. Eiskalt und armselig. Selbst die Amis sind neidisch. Nach der V1 und der V2 nun die R1. Wo der aufschlägt, da wächst kein Gras mehr.“

Wirtschaft (2): Sie haben keine 2 Jahre gebraucht, um das wahr zu machen. Noch immer glotzen Blödmichel und die Wohlmeinenden zu, labern dumm und tun nichts.

Wirtschaft (3): Ohne Worte.

24. Oktober 2023

Solange sich Konfliktparteien für ihre vermeintlichen Ansprüche auf Ereignisse berufen, die lange zurück liegen, kann es keine friedliche Lösung geben. Die jetzigen Kriege um die Ukraine und Palästina belegen diese Aussage.

Krieg & Frieden (2): Erst die Einsicht in die Notwendigkeit, mit dem Töten aufzuhören, kann einen Krieg beenden, es sei denn, eine der beiden Seiten ist ohne Wenn und Aber unterworfen worden, dann geht das Töten weiter.

Krieg & Frieden (3): Die beiden vorstehenden Regeln auf die aktuellen Kriege übertragen, lassen nichts Gutes erwarten.

23. Oktober 2023

Deutscher Oktober: Heute von 100 Jahren sollte der bewaffnete Aufstand der KPD beginnen. Tat er aber nicht, nachdem der Gesalbte aus Moskau, Karl Radek, ihn abgeblasen hatte. Er hatte bemerkt, dass es die Proletarischen Hundertschaften, die das Schießen übernehmen sollten, nur auf dem Papier gab.

Oktober (2): Das große Abblasen erreichte die Hamburger Kommunisten nicht. Der Ex-Leutnant und Führer des dortigen M(ilitär)-Apparats, Hans Kippenberger, überfiel daraufhin mit ein paar Hanseln ein Polizeirevier, um Waffen zu beschaffen. Danach begann ein blutiges Räuber-und-Gendarm-Spiel, das die Polizei binnen dreier Tage beendete. Der Aufrührer floh auf Umwegen nach Moskau. Seine Hinrichtung war dadurch nur aufgeschoben. Sie erfolgte nach weiteren Umwegen 1937, erneut in Moskau.

Oktober (3): Fast alles, was man über den sog. Hamburger Aufstand weiß, entsprang den Lügengeschichten aus der Feder der bolschewistischen Abenteurerin Larissa Reissner, die in Hamburg am Meer auf den Barrikaden stand. Jaja, die Barrikaden am Meer. Es war der Linken-Abgott Kurt Tucholsky, der für die Konservierung der Frühvollendeten und ihrer Lügen sorgte: „Du bist für Russland zu früh gestorben. So eine wie dich haben wir nie gehabt. So eine wie dich möchten wir so gerne haben. Eine, die liebt und hasst … Wir grüßen dich, Larissa Reissner. Du bist eine Erfüllung gewesen und eine Sehnsucht.“

21. Oktober 2023

Interessant ist es, politischen Parteien beim Selbstmord zuzuschauen. Sie verhalten sich wie ganz normale Menschen, die sich töten, a) weil es ihnen zu gut geht – so die Reps in den USA nach den gewonnenen Parlamentswahlen –, oder b) weil sie Angst vor dem Tode haben – wie die Partei Die Linke in D. mit ihrer Spaltung.

Selbstmord (2): Ein Sonderfall ist die FDP. Sie gleicht einem Springer vom Zehnmeter-Turm, der sich davon überzeugen will, dass das Wasser im Becken abgelassen wurde.

Kann man sich nicht ausdenken: Dass im Moment die Buchmesse stattfindet, und keiner merkt was.

Kann man sich nicht ausdenken (2): Dass die Duden-Redaktion von Kathrin Kunkel-Razum geleitet wird. Wird sie aber.

Kann man sich nicht ausdenken (3): „Selbst wenn ein deutscher Staatsbürger nicht des Lesens mächtig sein sollte, hat er alle Möglichkeiten auch in diesem deutschen Bundestag zu sein, weil wir hier eben nicht darauf setzen, dass hier jemand irgendeine Art von Bildungsabschluss haben muss“, so ein mir namentlich nicht geläufiges weibliches Regierungsmitglied soeben im Hohen Hause.

20. Oktober 2023

Die einzige Weltmacht: 2 US-Flugzeugträger und 2.000 Mann Marine-Infanterie (Marines) befinden sich jetzt im Mittelmeer. Mit 2.000 Männeken in die Erdkämpfe eingreifen zu wollen, klingt nicht als Drohung, sondern wie eine Pleiteerklärung. Die würden nicht mal reichen, um einen Abzug militärisch abzusichern.

Derweil spielt der Wertewesten die Reise nach Jerusalem. Das ist das Spiel, bei dem bei jeder Runde einer hinten runterfällt. Grad eben war’s der Ukrainerführer Selenskyj.

Ukrainerführer (2): Wäre also kein Wunder, wenn man sich wieder an uns wendet. Schließlich haben wir einschlägige Bandera-Erfahrung:

Und immer wieder Raubkunst (von Zeller):

19. Oktober 2023

Noch immer ist unklar, wie die Wahlen in Polen letztlich ausgegangen sind. Hieran interessiert bestenfalls, was das Land künftig bezüglich der Ukraine anzettelt. Selbst wenn der Linke Tusk jetzt die Regierung bilden sollte, bleibt dies für Deutschland riskant. Wer das Gegenteil annimmt, ist ein Phantast. Tusk ist ein sog. Europäer, vor allem aber ist er ein Pole, nur dass er es auf einen Bruch mit der EU nicht ankommen lassen würde. Und dann gibt es noch den Präsidenten, der heißt Duda. Er ist Mitglied der polnischen Um-jeden-Preis-Nationalisten (PiS).

Umweg: Steckte neulich vor der Flugreise den jüngsten Roman von Jörg Bernig in die Reisetasche, um mir die öden Flugstunden zu verkürzen. Der Flug fiel aus und die Lektüre auch, weil ich die Tasche im Kofferraum meines Autos vergaß. Als ich den Wagen gestern für den TÜV-Termin ausräume, kommen Tasche und Buch wieder zum Vorschein.

Umweg (2): Die Verlogenheit der Linken rückt als arabischer Terror auf unsern Straßen ins grelle Tageslicht. Hatten wir nicht bis gestern gepredigt bekommen, dass jedes kritische Wort an der illegalen Einwanderungslawine Nazi sei? – Ist also Korrektur zu erwarten? Nein, nur Geschwätz.

18. Oktober 2023

Warum geht unsereiner in einen Vortrag mit dem schrägen Titel „Die Polis im europäischen Republikanismus“ von und mit Egon Flaig? Ja warum, das habe ich mich hernach auch gefragt. Dabei meinte ich vorher: Es geht um Solidarität mit einem Ausgegrenzten. Je länger ich ihm zuhörte, desto mehr dachte ich: Warum nur, warum? Ein Althistoriker von altem Schrot und Korn. Da ist kein Zwinkern im Vortrag. In Zeiten der angeblich guten alten, aber ebenso verflossenen DDR pflegten die Leute beim Besuch von Schillers Don Carlos gierig auf den Satz „Geben Sie Gedankenfreiheit, Sire“ zu warten, um, wenn er fiel, in frenetischen Applaus auszubrechen. Und hier? Dieses Publikum war anwesend – ich habe mit eigenen Augen die vielen Krücken gesehen –, aber der Satz blieb aus.

Flaig (2): Hatte morgens, um mich in eine fremde Gedankenwelt einzulesen, eine der Kettenbuchhandlungen, die unter dem Namen Thalia firmieren, aufgesucht, war aber mit Schulterzucken abspeist worden. Erst als der Verkäufer sich vage an mein Gesicht zu erinnern glaubte, wurde der Ton feindselig und für die Person des von mir nachgefragten Autors beleidigend. Auch deswegen ging ich gestern Abend hin. Rätselhaft, denn ich bin keinen Schritt weitergekommen.

Auch rätselhaft: Las spät abends das tagsüber eingetrudelte jüngste Heft von Foreign Affairs querbeet im Schnelldurchgang. Das Auge blieb etwas länger an den Ausführungen zu Putin hängen, der gerade dabei ist, den Krieg zu verlieren. Hieran ist weniger interessant, ob das stimmt, sondern was die Meinung der tonangebenden Leute in Washington DC offenbar ist.

17. Oktober 2023

Alle sind überlastet, und deswegen kann ich mich nicht ausweisen. Seit drei Monaten und zwei Wochen warte ich jetzt auf den neuen Ausweis. Die Eingeschleppten haben natürlich Vorrang. Das verlangt bereits das auf sie wartende Bürgergeld. Da ich hierauf keinen Anspruch erhebe, benötige ich auch keinen Ausweis. Scheint mir logisch.

Bürgergeld (2): Vor einem Jahr lernte ich am Rande des Waterbergs in Südwestafrika einen Wachhund mit diesem Namen kennen. Das muss einmal gesagt werden. Als sein ziemlich schwer bewaffneter Besitzer ihn rief, habe ich erst gedacht, ich hätte mich verhört, dann habe ich Tränen gelacht.

16. Oktober 2023

Was soll man sagen, wenn alles bereits gesagt ist? Dann dreht man Schleifen mit gedrosseltem Tempo, wie der Airbus über dem im Nebel liegenden Flughafen. Man hofft auf Besserung oder muss nach einem Ausweg suchen.

Alles gesagt (2): Wie die Jecken Kamelle-Kamelle rufen, so tönt der politmediale Komplex jetzt unisono Israel-Israel. Beides ist ähnlich ernst gemeint, denn in beiden Fällen wissen die Klamauk-Hanseln: Am Aschermittwoch ist alles vorbei.

15. Oktober 2023

Die Beschäftigung mit dem deutschen Krisenjahr 1923 hat etwas Beruhigendes und Beunruhigendes zugleich. De-Industrialisierung dank Ruhrbesetzung, galoppierende Inflation dank Gelddruckerei, bewaffnete Aufstände von rechts und von links. Einer davon aus dem Ausland gesteuert. Den Deutschen stand das Wasser bis zum Hals, doch sie hatten den Willen gegenzuhalten und politische Führer, die es taten. Sie stabilisierten die Mark, isolierten das feindliche Frankreich außenpolitisch und ließen die Aufrührer von der Straße schießen.

1923 (2): Die Fehler machten sie erst, als sie die Lage im Jahr drauf wieder im Griff zu haben wähnten. Anstatt die überlebenden Hochverräter, so wie das Gesetz es vorsah, aufzuhängen oder wenigstens für den Rest ihrer Tage hinter Zuchthausmauern verschwinden zu lassen, ließen sie Milde walten.

14. Oktober 2023

Man erinnert sich: Es war die Führerin, die vor Jahr und Tag verlautbarte, die Existenz Israels sei eine Sache der deutschen Staatsraison. Ob sie wusste, was sie da sagte? Ich fürchte: Nein. Jetzt wird das Wort von Pros und Cons ausgiebig zitiert – jeder nach seinem Pläsier.

La Raison (2): Der Staat selbst hat keine Vernunft. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Konstrukt. Jedoch mit der Besonderheit, dass es ihn wirklich gibt. Hält man ihn für notwendig, so soll die Metapher von der Vernunft des Staates zum Ausdruck bringen, dass der Staatenlenker sich – auch und gerade in unbequemen Fragen – von der Vernunft und nicht vom Gefühl leiten lassen soll. Seine Selbstprüfung soll lauten: Ist es vernünftig für mein Land? Ist es unvernünftig, muss ich das lassen oder etwas anderes tun.

La Raison (3): Solche Grundsätze auf das deutsche Staatshandel in Bezug zu Israel angewandt, bedeutet: Vernünftig ist, als erstes vor der eigenen Haustür zu kehren, denn es gebietet die Vernunft: Tschüss euch allen, die ihr auf unserm Territorium Krieg führen wollt. Der Prüfungsmaßstab staatlichen, von der Vernunft geleiteten Ausweisungs-Handelns lautet nicht: Hat sich der Fremde an unsern Gesetzen vergangen, sondern: Können wir ihn brauchen oder nicht.

13. Oktober 2023

Wenn man den Meldungswust zu überblichen sucht, drängt sich der Eindruck auf, als würden sich die Ereignisse überschlagen. Doch das ist falsch. In Wirklichkeit passiert gar nichts, lediglich die Wichtigpersonen wetteifern in Erklärungen über das, was angeblich getan werden müsse. So wird Geschäftigkeit erzeugt, die Mainstream berichtenswert erscheint. Die im Lande befindlichen und jeden Tag mehr werdenden Querulanten, um die es in Wirklichkeit geht, wird das nicht stören – ganz im Gegenteil.

Wirklichkeit (2): Die Situation verlangt nach einem Außen- und einem Innenminister. Wir haben stattdessen zwei Ministerinnen. Die eine sagt (ich schreib das mal aus den Leserbriefen der Spaeth-Nachrichten ab): Frage „Am Donnerstag kommt Katars Emir nach Berlin und wird vom Bundeskanzler empfangen. Was sind denn all diese Solidaritätsadressen an Israel wert, wenn man mit dem Geldgeber des Terror Mittag isst?“ Antwort: „Das heißt ja nicht, dass man sehr deutliche Worte findet.“ … „Wir müssen alles dafür tun, dass jetzt für Israel dieser Terrorismus, das Recht auf Selbstverteidigung so genutzt wird, dass diesem Terrorismus ein Ende gemacht wird.“… „Nichtsdestotrotz hat es auch mit dieser israelischen Regierung, äh, eben diese Gespräche Amerikaner, äh, Saudis und Israel gegeben, damit insgesamt eine Annäherung arabischer Länder ermöglicht ist.“

Wirklichkeit (3): Wenn’s wenigstens Heuchelei wäre, aber es ist nackte Stümperei. Nebenbei: Nacktsein muss man sich leisten können. Viele wissen das nicht.

11. Oktober 2023

 Die Israelis üben erwartungsgemäß furchtbare Rache im Gaza-Streifen. Jetzt sind die Experten sich klar darüber: Der Iran war’s. Linksgestrickte – und wer ist das nicht – halten daneben Israel selbst für verantwortlich, das einen Pearl Harbor-Effekt wg. der desaströsen inneren Lage inszenieren wollte. Ja, was denn nun? Den Vogel schießt der Ukrainer-Führer Selenskyj ab: Der Putin war’s, sagt er. Was wohl sonst? Mir fällt auf, dass er aktuell auf das lang getragene Olivgrün verzichtet, und sich in kleidsames SS-Schwarz hüllt. Die Modefritzen werden es ihm danken.

Die Plappernde vom Werderschen Markt schafft gestern, wie mir spätabends erzählt wird, den Weg in die Hauptnachrichten mit der Begründung, warum es Deutschland nicht gelungen sei, seine Staatsbürger vom Flughafen Tel Aviv zu evakuieren: Man habe Hunderttausende von Telefonaten führen müssen. Soso, habe man das? Denke mal, in den Köpfen der Dame und ihrer amerikanischen Führungskraft war kein Platz für solche Überlegungen, schließlich hat man alle Hände voll mit der Unterstützung illegalen Schleusertums zu tun, einschließlich der dazugehörigen Luftbrücke. War einfach kein Flugzeug mehr frei.

10. Oktober 2023

Die Experten haben zu tun: Sie erklären mit starker Stimme, wer für die Zündung des Hassausbruchs in Palästina verantwortlich ist. Sie kommen zu dem Ergebnis, die Spannungen sind es. Aha, sehr ausgewogen, sehr aufschlussreich. Die Nichtexperten wispern hingegen: Moskau war’s, nein Washington, wispern die Gegenwisperer.

Verantwortlich (2): Nur einer weiß es mit Nachdruck: Der US-Außenminister verurteilt Peking für seine laue Haltung. Derweil läuft der größte Flugzeugträger der Welt ins Mittelmeer ein. Hoffentlich passt er rein. Auch fragt sich: Was soll er da? Zumindest hat er das Potenzial, die wüste Gegend dort in den vorbiblischen Zustand zurück zu versetzen.

Verantwortlich (3): Dass dank der Bilder aus Nahost die Ukraine unsichtbar wird, lässt den dortigen Konflikt nicht verschwinden. Kuckt nur keiner mehr hin. Das wird zu erstaunlichen Lösungen führen.

9. Oktober 2023

Liebhaber der Frauen und Frauenversteher, das sind Gegensätze, die in einen einzelnen Mann nicht hineinpassen. Er ist das eine oder das andere, aber ein Mann nur in einem der beiden Fälle.

Liebhaber (2): Der große Loriot hat das Dilemma so zusammengefasst, indem er eine Frau sagen lässt: Männer und Frauen passen nicht zusammen.

Meine Prognose gestern Morgen zu den dann tagsüber ablaufenden Wahlen war zutreffend. Dessen bedurfte es keiner Zeitvergeudung durch Sondersendungen. Einziger Effekt: Für die CSU wird es bei der nächsten Bundestagswahl wg. des geänderten Wahlrechts eng, denn sie droht bundesweit an der Fünfprozentklausel zu scheitern. Dies abzuwenden, wird ab sofort ein Verbot der AfD auf dem Spielplan erscheinen.

Wahlen (2): Nach Nordhausen vor Kurzem wurde nun auch in Bitterfeld-Wurzen der AfD-Kandidat nicht ins Bürgermeister-Amt gebriefwählt. Das ist kein Wunder, solange die AfD keinen Anteil an den Haupt-Einfalltoren der potenziellen Wahlfälschungen hat. Diese Verschwörungs-Theorie hat natürlich mit der Wirklichkeit nichts zu tun, wirklich nicht.

Wahlen (3) in einem Leserbrief der Zellerzeitung von heute Nacht: „‘Wir sind mit unsern Zielen nicht durchgedrungen‘ (Faeser). Doch seid ihr.“

8. Oktober 2023

Krieg im Nahen Osten, diesmal zwischen Hamas und Israel. Hat man schon oft gehört. Vielleicht zu oft, um überrascht zu sein. Überraschend war lediglich, dass Israel völlig überrascht gewesen sein soll. Früher habe ich gelernt, dass man dortzulande den besten Auslandsdienst der Welt haben soll. Entweder sie wussten von dem Raketenangriff, dann ist die Meldung von der Überraschung eine Lüge, oder sie wussten nichts, dann wären wohl die Qualität und die Zielrichtung des Mossad zu überdenken.

Keine Überraschung (2): Ist von den heutigen Wahlen in Bayern und Hessen zu erwarten. Schwarz-bunt und schwarz-grün werden an der Macht bleiben. 

7. Oktober 2023

Der Nebel lichtet sich etwas: Der Anschlag auf den AfD-Vorsitzenden Chrupalla lässt sich nicht mehr leugnen. Die Behörden eiern herum. Nach dem Arztbrief aus Ingolstadt lässt sich sagen, dass ein Attentat mit einer lebensgefährlichen Injektion vorliegt. Für die Bekämpfung solcher Fälle hat der Gesetzgeber vor Jahrzehnten den Tatbestand des § 129 a StGB geschaffen. Jetzt ist der Generalbundesanwalt gefragt. Hört man was? Nein. Für den Personenschutz war das BKA verantwortlich. Tat es was? Habe nichts gehört.

Nebel (2): Für die Sicherheit des Versammlungsorts war der bayerische Innenminister verantwortlich. Sagte er was? Ja, jedenfalls wird er sinngemaß zitiert, das seien Wahlkampfmanöver gewesen. Man müsse demnach die AfD bekämpfen. Äußerungen dieser Art würde ein spitzfindiger Jurist vielleicht im Dunstkreis der Befürwortung von Straftaten und von einigen Amtsdelikten einsortieren. Ist natürlich nur Spaß in einem Bundesland, in welchem die Justiz soeben mit dem Segen des Bundesgerichtshofs einen bayerischen Richter aus dem Amt entfernt hat, weil er einmal ein Bundestagsabgeordneter für die AfD gewesen ist.

Neues aus der Altmark: Der Schlossherr von Döbbelin, Alexander von Bismarck, hat soeben das sofortige Ende der Waffenlieferungen an die Ukraine öffentlich eingefordert, weil es nicht angehe, solange Waffen zu liefern, bis dort keiner mehr lebt. Solche Radikalität hatte ich ihm, nachdem ich kürzlich seine Gastfreundschaft erleben durfte, gar nicht zugetraut. So kann man sich irren. Pardon. 

6. Oktober 2023

Viele Details bilden ein Ganzes. Schwierig wird es erst, wenn eins von denen nicht hineinpassen will. Da können die schönsten Weltbilder ins Schwanken geraten. Damit das nicht passiert, wendet der Erschrockene die Methode Augen-zu-und-durch an. Meist unbewusst.

Unpassend (2): Wir wissen dank unserer Wahrheitsmedien, dass in Moskau ein Unhold herrscht und die Not des gemeinen Russen groß ist. Schreibt mir Leser A. gestern aus einer russischen Universitätsstadt: „Es ist traumhaft. Von Sanktionen ist nichts zu spüren. Die Geschäfte sind voll. Auch mit Waren aus der EU.“

Unpassend (3): Die seit langem angedrohten körperlichen Angriffe auf das Spitzenpersonal der AfD dauern an. Mainstream beeilt sich jetzt, die Taten als Phantasieprodukte und die Opfer als Psychopathen darzustellen. Da können sie noch so viel angeblich und unbewiesen in ihre Texte einbauen, es wird nicht mehr fruchten.

5. Oktober 2023

Die Abwahl des Speakers of the House, Kevin McCarthy sei, so tönt Mainstream, ein Putsch von ein paar ultrarechten Rebellen innerhalb der Reps. Den Schaum-vor-dem-Mund-Sprechern muss entgangen sein, dass die Masse der Abwahlstimmen von den geschlossen stimmenden sog. Demokraten stammte. Die sollten neuerdings ultrarechts sein oder wenigstens rechten Ultras zum Siege verhelfen wollen? Hoffentlich denkt man sich bald ein neues Märchen aus.

Rätselhaft (2): Der Name des Rebellenanführers wird mit Matt (Vorname) und Gaetz, Gaertz oder Graetz angegeben. Word bevorzugt die letztgenannte Variante. Klingt deutschstämmig. Müssen wir uns jetzt entschuldigen?

4. Oktober 2023

Kann mir mal einer in einem verständlichen Satz erklären, was wir, die Deutschen, mit dem Endloskonflikt in und um Bergkarabach zu tun haben?

Verständlich (2): Eine Randmeldung (angeblich von der Rand-Corporation) weckt mein Interesse. Das Personal-Reservoir der US-Streitkräfte reiche nicht mehr aus, um Krieg zu führen, deshalb müsse über die Wiedereinführung von Wehrpflicht nachgedacht werden. In den 1970ern war sie abgeschafft worden, als der Vietnam-Krieg auch wg. der unwilligen Wehrpflichtigen in die Hose ging. In den Nuller Jahren zog die Führerin gehorsam nach. Und jetzt? Jedenfalls habe ich nicht davon gehört, dass die Bundeswehr aus allen Nähten platze.

3. Oktober 2023

Kann nicht verhindern, dass die Gedanken frühmorgens zum Ur-Tag zurückrasen. Die Indignation der politischen Kaste, etwas feiern zu sollen, was sie mit Händen und Füßen hatte verhindern wollen, repräsentiert durch Auftritt und Gesichtszüge von Richard im Silberhaar, kontrastriete auffallend mit den sog. Leuten auf der Straße. Vor allem im Osten unseres Vaterlandes.

Einheit (2): In den 1990er Jahren kamen ungezählte Leute zu Wort, die ich, als der Vorgang selbst in Sack und Tüten gebracht wurde, nirgends entdeckt hatte, es aber eigentlich hätte tun müssen. Heute brüstet sich niemand mehr mit dem Vorgang, und ich bin gespannt, wann der polit-mediale Komplex daraus eine Bezichtigung machen wird. Alles Nazi, oder was?

Einheit (3): Was hat sie uns gebracht? Schon die Frage ist falsch gestellt, deswegen wird sie mit Missmut beantwortet. Bestenfalls sagt ein Schelm: Die Führerin. Richtigerweise sollte gefragt werden: Was hat sie mir gebracht? Und – ich wage es kaum hinzuschreiben – meinem Volk?

2. Oktober 2023

Übern Teich und anderswo: Der US-Kongress hat, wie zu erwarten, einen Nothaushalt beschlossen, damit die Regierung bis November weitermachen kann. Was wurde zu diesem Zweck gestrichen? Die Ukraine-Beihilfe. Ich kann’s nicht glauben. Derweil gibt die Unterwanderungsbehörde USAID im Kaukasus verstärkt Dollar aus, pardon, sie schult in Sachen Demokratie.

Unglaublich (2): Die Auto-Aus-Norm der Eurokraten soll‘s in Brüssel nicht geschafft haben. Logische Entscheidung, denn wenn die Erde verbrennt, hat sich der Verbrenner ohnedies erledigt.

Unglaublich (3): Mainstream teilt mit, dass die Deutschen dank des Hitze-Plans des Herrn L. im Sommer glimpflich davongekommen sind. Hoffentlich gilt das auch dank des Heizplans von Herrn H. für den Winter. Um den Rekord an Kältetoten buhlen hierzulande immer noch die Winter 1945/46 und 1946/47. Da gab’s keine Kohlen – mutwillig. Man sieht, da ist noch was drin.

Unglaublich (4): Man kann mit dem Wordprogramm alle möglichen Prominenten-Namen ungestraft schreiben. Nur Elon Musk wird rot unterkringelt. Kann Bill Kleinstweich den nicht leiden? Sein Firmenname, ins Deutsche übertragen, geht jedenfalls unbeanstandet durch.

1. Oktober 2023

Komplett verrückt: Während der Westen vor sich hin schweigt, kündigen die Russen eine letzte Offensive der Ukraine vor der Schlammpause an. Gleichzeitig lässt sich der russische Außenminister Lawrow so zitieren: Es wird Zeit für die Ukraine zu kapitulieren.

Verrückt (2): Deutsche Schlepper im Mittelmeer, von der Bundesregierung co-finanziert. Sogar Elon Musk weiß das. Woher weiß er das und anschließend wir? Darüber schäumt Mainstream, dass er das geriehtwietet hat – das Wort gefällt mir.

Verrückt (3): Ein Abgeordneter der sog. Demokraten im US-Repräsentantenhaus, schreibt Breitbart News, lässt sich von der Überwachungskamera filmen, wie er per Knopfdruck Feueralarm auslöst, um die Abstimmung über den Regierungs-Shutdown zu verhindern. Stattdessen meldet Mainstream, dass die 90jährige Dianne Feinstein von der amerikanischen Kriegspartei der Dems von uns gegangen ist. Ihre Ehe war eine mustergültige Aufgabenteilung gewesen, sie machte Politik und er die Geschäfte. Man könne auch schreiben: er machte Geschäfte und sie die Politik.

Hat mit dem Vorigen nichts zu tun. Wirklich nicht. Das Wort Lustmolch klingt lautmalerisch. Der Mann, der’s denkt, lächelt in sich hinein. Es ist ein Pendant zu pausbackig, womit er weibliche Rundungen, vorne und hinten, verbindet.

30. September 2023

Das Geheimnis des englischen Tees besteht darin, auf kleingekrümelte Blätter heißes Wasser aufzugießen, und beides so lange ziehen zu lassen, bis das Ergebnis ungenießbar ist. Um dem abzuhelfen werden heißes Wasser, größere Portionen Milch und Zucker beigegeben, was die Sache zwar auch nicht besser macht, aber dem Teetrinker zu einem Zeremoniell verhilft, dass dem Kontinentler skurril zu sein erscheint. In Ländern, wo der Tee wächst, sah ich dergleichen nie.

Anti-Englisches (2): Bei Verschenken eines Foto-Bandes der Star-Fotografin Inge Morath fällt mir ein Satz dieser wahrhaften Kosmopolitin auf, nämlich dass es dem Fremden in England nie gelinge, sich in die strikten, aber unsichtbaren gesellschaftlichen Regeln einzufügen, ohne sich ein ums andere Mal unmöglich zu machen. An ihrer kurzzeitigen Ehe mit einem Engländer kann das nicht nur gelegen haben.

Nein, ich bin keine Frau, war auch keine, als ich vor zwei Jahren das Buch Corona-Diktatur schrieb. Jetzt schrieb eine das Buch Corona-Verschwörung, das bereits als Bestseller gefeiert wird, obwohl es noch gar nicht zu kaufen ist. Sein Inhalt gleicht nach Angabe der Autorin dem, was vor zwei Jahren bekannt war, wenn man‘s denn wissen wollte. Wollte aber keiner, vor allem die sog. alternativen Medien nicht. Immer nach dem Motto: Man weiß ja nie. Jetzt trau‘n sie sich und machen ein Fass auf. Das nenne ich Mut zur rechten Zeit.

Und auch das noch, die Schlagzeile aus der Zellerzeitung von heute Nacht: Das Erscheinungsbild der Regierung darf nicht den Politikern angelastet werden.

29. September 2023

Heute Nacht trudelte das Senioren-Akrützel von Bernd Zeller bei mir ein. Unglaublich, aber es ist bereits die 50. Ausgabe. Um zum Ausdruck zu bringen, wie sehr ich mich distanziere und auch andere warnen will, bringe ich hier den passenden Link. https://seniorenakruetzel.blogger.de/static/antville/seniorenakruetzel/files/senioren-akruetzel%2050.pdf. 

Zeller (2): Besonders empört haben mich folgende Sentenzen: (a) Die eine Hälfte will, dass die andere Hälfte das Senioren-Akrützel auch nicht liest. (b) Bei staatlichen Posten besteht kein Fachkräftemangel. (c) Die SPD sind nicht Kommunisten, mit denen man noch reden kann, sondern Jusos mit Altersbeschwerden. (d) Grüne fragen sich nie: „Bin ich es, der hier verrückt ist?“ (e) Wem nichts einfällt, sagt Vielfalt.

28. September 2023

Mühsame Lektion: Die SS als verbrecherische Organisation einzuschätzen, brachte man den Deutschen in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen 1946 bei. Sie haben diese Lektion brav gelernt, wiewohl in den Anfangsjahren beider Republiken einfach zu viele von deren Angehörigen noch lebten, um bei jedem ein Fass aufzumachen. Das änderte sich erst, als die noch lebenden Objekte rar wurden. Jetzt lernen wir, dass sie auch Gutes taten, weil sie gegen den Russen kämpften. Mehr Heuchelei geht kaum.

SS (2): In meiner Kindheit unterschrieb ein ehemaliger Angehöriger die Urkunden für die Bundes-Jugendspiele im Land Nordrhein-Westfalen, irgendwann war einer der Vorgesetzte des jungen Soldaten, und viel später erhielt einer sogar den Nobel-Preis.

SS (3): Ich kann mir nicht helfen, aber Täter und Opfer werden offenbar uralt. Wäre das so gesteuert, könnte man an den Racheakt einer fernen Gottheit denken. Das wäre dann eine flotte Verschwörungstheorie.

27. September 2023

Habe ich das falsch im Ohr, dass wir – wer immer das sei –seit dem Putin sein Angriffskrieg aus dem Reich des Bösen kein Öl und kein Gas mehr importieren wollten und zu diesem Zweck im Januar 2023 das Spundloch in Schwedt an der Oder dichtmachten? Jetzt sind wir empört, dass der böse Mann ein Exportverbot für Kraftstoffe verhängt hat. So ernst hatten wir – noch immer unklar, wer das sei – das nicht gemeint. Derweil wird der Sprit wieder teurer zum Zukucken. Ach herrje, wie seltsam.

Sprit-Stopp (2): Wird sich was ändern? Nein, denn der Wir – diesmal weiß ich, wer das ist – muss nicht tanken, sondern fährt mit dem Dienstwagen. Und wenn wir – ich eingeschlossen – nicht mehr fahren können, ist das gut wg. Klima und so.

Salto mortale: Die Ebert-Stiftung weiß, dass die Deutschen immer mehr Rechtsextremisten in ihrer Mitte dulden. Damit ist klargestellt, wer der Schuldige ist. – Nur am Rande bemerkt: Studien wie diese werden aus der Mitte der Gesellschaft finanziert, nämlich durch den Steuer-Zahler, der offenkundigen Nichtsnutzen ein Einkommen sichert.

Salto mortale (2): Wird sich an diesem haarsträubenden Zustand etwas ändern? Erst dann, wenn die Wohlmeinenden begriffen haben, dass sie selbst die Rechtsextremisten sind. Und auch dann nicht sofort, denn sie werden nach Ausreden suchen, anstatt einzugreifen.

26. September 2023

Wie würde die Naive vom Werderschen Markt formulieren? Polens Präsident Duda machte eine Wende um 360o, als er vorgestern in New York die Ukraine mit einem Ertrinkenden verglich, der seine Lebensretter mit in den Tod zu reißen drohe. Soso. Bis vor Kurzem saßen beide noch im selben Boot. Angeblich. Man könnte in der Draufsicht auch formulieren: Jetzt ist einer von beiden überflüssig an Bord. Oder noch anders: Wenn einem das Haus abbrennt, tummeln sich die Plünderer in der nächster Nähe.

Der Statistiker P. schreibt mir: „Die Stichwahl in Nordhausen weist einige Merkwürdigkeiten auf. So erzielte der AfD-Kandidat bspw. im ersten Wahlgang im OT Hochstedt 48,6% der Stimmen, in der Stichwahl waren es nur noch 36,11%…“ Na gut, ich kann das erklären, es ist das Wunder von Hochstädt.

25. September 2023

Zu glauben, dass die Leute erst  zur Vernunft kommen müssten, damit die Dinge wieder ins Lot geraten, ist ein herrlicher Widerspruch in sich.

Unvernunft (2): Und dennoch, wenn ich den Glauben an die Vernunft aufgebe, verliere ich den Verstand.

Unvernunft (3): Ein Herr Lindemann lässt melden, die Christunion werde mit der Ampel beim Asylkompromiss zusammenarbeiten, um der AfD das Thema wegzunehmen. Wusste gar nicht, dass die AfD beabsichtigt, mit der Piratenkoalition gemeinsame Sache zu machen. Sollte er jedoch meinen, dass seine CDU in der Lage sei, aus dem Zuwanderungswahn der heutigen Regierung ein für den Bürger akzeptables Ergebnis formen zu können, dann irrt er. Aber vermutlich will er das gar nicht.

Unvernunft (4): Dieselbe Partei handelt passgenau in dieser Weise, als sie gestern mit stolzgeschwellter Brust die Wahl eines Bürgermeisters von Nordhausen verhindert, der ganz pointiert kein Ampelmann ist. – Hat sie nicht? Doch, hat sie, denn es ging nur um wenige Stimmen.

Fragt einer per Mail nach: Warum stecken Sie soviel Zeit in historische Themen? – Ich: Um die Gegenwart zu begreifen.

Fragen (2): Ein anderer, ein Autor, den ich zu Tisch lud, halb klagend: Wissen Sie eigentlich, wie schwer es ist, ein Buch zu schreiben? Ich: Nein, keine Ahnung. Die anderen blieben ernst, schauten aber in ihre Gläser.

24. September 2023

Novosti meldet, dass russische Aufklärer im Raum Saparoshje einen Leopard-Panzer angegriffen und zerstört hätten. Von der Besatzung habe einer noch kurz gelebt und zur Überraschung der Russen kurz vorm Sterben offenbar, dass er und die jetzt toten Kameraden im Fahrzeug Deutsche seien. Falls das stimmt, wäre es eine spektakuläre Novität, die erklären würde, was die sprachholpernde Frau, deren Namen ich nicht mehr nennen will, sagen wollte, als sie davon radebrechte, dass D mit allen Mitteln und 560 Tage im Jahr die Ukraine unterstütze.

Ostfront (2): Der Vorgang erinnert vage an das Kriegsjahr 1918, als die deutsche Führung unsere Soldaten bis tief in die Ukraine, auf die Krim und in den Kaukasus vorrücken ließ, sich in eine Auseinandersetzung einmischend, die uns nichts anging.

Ostfront (3): Der heutige Vorgang zeigt zudem, dass die Russen, die seit über 100 Jahren erprobte Taktik der bewaffneten Tiefenaufklärung fortführen, die darin besteht, mit gut getarnten Kampftrupps weit jenseits der Front aus dem Hinterhalt überraschend anzugreifen, um Gefangene zu machen.

23. September 2023

In Karelien werden die Tage jetzt ungemütlich. Man sieht, wie das Tageslicht knapp wird, bald wird es ganz weg sein. Daran erinnere ich mich, als ich von meinem Schreibtisch aus eine Dienstreise zum Bärenberg unternehme. Dort ist eine russische Gedenkstätte (Сандормох) mitten in den spindeldürren lichten Kiefern, wo drei Männer 1937 erschossen wurden, nach denen ich jetzt suche. Ihre Familie wurde ausgelöscht.

Bären (2): Mit dreißig war ich unvernünftig genug, dort auf einem nach ihnen benannten Pfad – allerdings auf der finnischen Seite –­ zu Fuß unterwegs zu sein. Die Grenze war nicht zu erkennen und der Pfad oft auch nicht, der sehr genauen russischen 1:25.000er Karten (?oder 1:30.000), die ich benutzte, zum Trotz. Meister Petz begegnete ich nicht, dafür aber Mücken, ich wusste zuvor gar nicht, dass es so viele davon gibt.

Bären (3): Wo kommt das bloß her: den Menschen einen solchen aufbinden oder dessen Fell versaufen?

Bären (4): Einen ebensolchen Dienst erweisen, ist auch eine merkwürdige Metapher und lässt mich daran denken, dass die Frau, deren Namen ich nicht mehr nennen will, es soeben wieder geschafft hat, dass der deutsche Geschäftsträger in Peking einbestellt wurde. Ob sie weiß, wo China liegt? Jetzt jedenfalls ist sie in Begleitung ihrer amerikanischen Staatssekretärin in New York. Früher war es so, dass der Staatssekretär dem Minister unterstand, jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher.

Bären (5) im Gewand des Dienstes: Weiß auch nicht, warum mir durch den Kopf geht, dass in meiner Zeit bei den entsprechenden Organen die Gewissheit herrschte, dass ein Führungsoffizier oft eine bescheidenere Dienststellung einnimmt, als es seiner Position entspricht. Abwegiger Gedanke, denn eine Einflussperson als Führungsoffizier zu bezeichnen, ist wahrlich nicht zeitgemäß.

22. September 2023

Die Dinge an der Ostfront ändern sich schleichend, so langsam, dass es wie Stillstand aussieht. Doch in Wirklichkeit, so wie ich sie sehe, liegt die Initiative nach wie vor bei den Russen. Sie sind aus der sog. ukrainischen Gegenoffensive als eindeutiger Sieger hervorgegangen. Sie haben den Gegner sich zu Tode angreifen lassen. Seine Erdkampf-Kapazität scheint erschöpft zu sein.

Ostfront (2): Die US-gestützten Raketenangriffe gegen die Festung Sewastopol auf der Krim haben mehr als nur symbolische Bedeutung. Niemand, der bei Trost ist, glaubt, dass die Ukrainer hierzu in der Lage waren. Nur Mainstream glaubt das, aber da glaubt man ja auch, dass die Ukrainer die Nord Stream-Pipelines mit einer Segelyacht angreifen konnten. Gut, man kann solchen Stuss glauben, aber man muss nicht, und man sollte auch nicht.

Ostfront (3): Den wertewestlichen Angriff auf Sewastopol begrenzt zu haben, verdanken die Russen nicht zum Wenigsten Elon Musk, dem eigenwilligen Wunderkind, das sein Starlink- Satellitensystem bei den einschlägigen Navigations-Bemühungen seiner Landsleute einfach abschalten ließ. Mal sehen, wie lange er noch leben wird.

Ostfront (4): Die Raketeneinschläge in Russland werden die Führung dort zur Entscheidung zwingen, in absehbarer Zeit die Ukraine von der Landkarte zu räumen. Dazu ist ein militärischer Gewaltakt notwendig. Der Wertewesten glaubt, die Russen seien hierzu nicht in der Lage – alle möglichen Gründe werden als wohlfeil gehandelt. Ich fürchte, man irrt sich.

Ostfront (5): Die Notwendigkeit, die Ukraine abzuräumen, ist ziemlich verrückt, denn das war gar nicht das russische Kriegsziel. Jetzt wird es ihnen von den US-Boys aufgenötigt, denn diese brauchen die Ukraine, um den Kriegswahnsinn weitertreiben zu können. Das ist paradox, gewiss.

21. September 2023

Wenn jetzt im Netz der Name Nanzy F. zunehmend mit Z geschrieben wird, so finde ich das irgendwie konsequent, weil, wie ich vor etwa anderthalb Jahren etwas mühsam lernen musste, dieser Buchstabe, den es im Kyrillischen (Ц) angeblich gar nicht gibt, ein verfassungsfeindliches Symbol sei. Wüsste allerdings auch gerne, wer auf den kuriosen Gedanken kam, die russischen Militär-Fahrzeuge mit dem weißen Z zu bemalen, und wer auf den ukrainischen Panzern ein Balkenkreuz anbrachte, dass dem deutschen, vor gut 80 Jahren gebrauchten, verdammt ähnlich sieht.

Nanzy (2): Ihr illegales Wollen hat etwas Z, wie Zwanghaftes. Das wird sich erst geben, wenn man sie in eine einschlägige Jacke kleidet.

Im Zwergstaat war gestern der gesetzliche Tag des sozialistischen Kindes. In Schilda kein solches entdeckt. Dafür alle Läden dicht. Jetzt erst erschließt sich mir, warum vorgestern der Aldi-Parkplatz voll war, als sei eine Versorgungs-Krise ausgebrochen. 

Aldi (2): Es gab Oktoberfest-Stangerln (kein vernünftiger Mensch kann das Wort ohne schwere Zunge aussprechen) und Butter-Spekulatius zur Auswahl. Wählte stattdessen deutsche grüne Bohnen aus dem Angebot, die waren nach dem Kochen völlig geschmacklos und mehlig, wirklich mehlig. Ekelhaft.

Die Bundesregierung betriebsausfliegt derweil nach New York. Erinnert mich irgendwie – weiß auch nicht warum – an einen angeblichen Ausspruch Adenauers gegenüber Gehlen, als er über Strauß in New York petzen kam. „Ich happ ja nichts dajejen, aber musset ausjerechnet ne Mulattin sein?“

20. September 2023

Übern Teich: The Speaker of the House Kevin MacCarthy, einer von den Reps, terminiert die erste Vernehmung im Impeachment-Verfahren von Präsidentendarsteller Joe Biden. Sein Sohn Hunter verklagt derweil die Bundes-Steuerbehörde, weil sie seine Steuerdaten nicht genügend geheim gehalten habe. 

Übern Teich (2): Das Weiße Haus gibt bekannt, dass die US-Weltraum-Armee (Space Force) so aufgerüstet werden soll, dass sie Russland und China Paroli bieten könne.

Übern Teich (3): Derweil stürzt – eine Etage tiefer sozusagen – über South Carolina ein Super Fighter F 35 ab und muss mit Hilfe der Bevölkerung gesucht werden. Teuer, teuer, diese Wunderwaffe, nein, nicht des Führers, sondern von Lockheed Martin. Hat bis heute über 10 Milliarden Dollar gekostet, 1,7 Billionen sind noch eingeplant. Wir werden – so mutmaße ich mal vor mich hin – in Kürze hören, dass beim Absturz der pöse Putin seine Hände im Spiel hatte, so dass die Inlands-Überwachung in den Staaten und ihren Verbündeten verstärkt werden müsse.

19. September 2023

Absolut nichts. Muss ich das notieren? Wenn ich’s lasse, denken sich die Leute etwas, was gar nicht stimmt. Man sieht schon: das ist auch nichts.

18. September 2023

Das beredte Schweigen über die Ostfront zeigt an, dass die Zeit der Maul-Siege vorüber ist. Scharfe Beobachter bemerken, dass der Kolonialherr sich den ehemaligen Südstaaten der Sowjetunion zugewandt habe. Auf die Notwendigkeit, dies zu tun, haben die Altmeister der Weltherrschaft, Kissinger und Brzezinski – interessant finde ich, dass Word diese Schreibweise für zutreffend hält –, schon vor Jahrzehnten hingewiesen.

Und sonst? Und nichts, nur ein Leserbrief aus der Zellerzeitung verdient es, nicht vergessen zu werden: „Charlotte Brand-Maurer: Das mit dem Doppelnamen war wohl ein Fehler.“

17. September 2023

Einen Gedichtband sollte man nicht besprechen wollen, ich jedenfalls kann’s nicht. Doch lesen kann man ihn, gerade am Sonntagmorgen, wo ich ihn doch gestern Abend beim Nach-hause-kommen im Briefkasten vorfand:

Der enterbte Genosse, | konfrontiert mit der Frage, | ob die Verhältnisse | die berühmten Verhältnisse | die Bezeichnung ‚Diktatur‘ verdienen und ob | die Demokratie noch zu retten sei | schüttelt heftig das Haupt. Auf die Frage | wie dies zu verstehen sei | gibt er Handzeichen: teils-teils. | Damit löst er Verwunderung aus | unter den Seinen – soweit und noch weiter Ulrich Schödlbauer in seinem neuesten Gedichte-Opus Hoboken 11.

16. September 2023

Alles redet von künstlicher Intelligenz. Als ich heute Nacht beim Übersetzen eines recht komplizierten russischen Textes dieselbe in Anspruch nehme, erfahre ich zu meinem Erstaunen, dass Jurij, der Sohn der seinerzeit sehr bekannten russischen Schauspielerin Maria Andejewa, welche kurz nach der vergangenen Jahrhundertwende die Geliebte und späterer Ehefrau von Maxim Gorki war, auf Lenin schoss. Soso, ich dachte, das sei ein anderer gewesen. Bis mir ein Licht aufgeht: Der junge Mann war ein Kameramann, der von Lenin Bilder schoss, wie man wohl auch im Russischen sagt, und keineswegs auf ihn. Auf dem Bild aus dem Jahre 1905, dass den Irrtum auslöste, sind Sohn und Mutter nebst dem gerade prominent werdenden Maxim Gorki zu sehen – eine aparte Mittdreißigerin, finde ich.

15. September 2023

Jede allgemeingültige Aussage wird durch die Wirklichkeit gefährdet. Es sind deswegen weder alle Katzen grau noch alle Künstler links. Aber ein bisschen schon.

Links (2): Nun besagt ein anderes Sprichwort, dass nur Armut Großes gebiert, doch gerade das hält keiner Kontrolle stand. Auf ebenso wackligen Beinen steht, dass der Künstler nur in Opposition zum Staate schaffen könne. Stimmt einfach nicht. Das schon gar nicht.

Links (3): Bei einer Bohrung nach dem Startpersonal der sowjetischen Geheimpolizei Tscheka, erscheinen mir die Gruppenfotos der Funktionäre aus der Frühzeit des Regimes besonders aufschlussreich. Auf dem Roten Platz sei neben der gesamten geheimdienstliche Prominenz an deren Ehrentag, so sagt das Russische Staatsarchiv, ganz rechts im Bild der Dichter und Sänger – heute würde man wohl sagen: Liedermacher – Demjan Bednij zu sehen. So sah der also aus, der Quasi-Reinhard Mey der Bolschewiki, denke ich, in Uniform und mit dem damals in der SU sehr beliebten Hitlerbärtchen, Donnerwetter. Doch dann finde ich in meinem elektronischen Zettelkasten die selbe Szene, perspektivisch leicht verschoben, und, siehe da, da steht er wirklich, aus der zweiten Reihe herausgetreten, selbstbewusst, in der roten Sonne des frühen Ruhms.

Entdeckerstolz und das Bewegen der Luft: Als ich mit meinen Erkenntnissen bei Tisch rausrücke, während andere des Tages Last der Erwähnung für wert befinden, fragt mich eine, ob ich sonst nichts zu tun habe. Nein, habe ich nicht, sage ich, denn zu jedem der Bilder und ihrer Gestalten könnte ich herrliche Geschichten erfinden. Warum tust du’s nicht? sagt sie.

Entdeckerstolz (2): Im dollarverbrämten Glorienschein ihres Ruhms lassen sich die Neuen Reichen im US-Kongress zu Fragen der Künstlichen Intelligenz vernehmen. Man sieht es – im Gegensatz zu ihnen – den Abgeordneten an, dass sie an den Grenzen ihres Verstandes entlangwandeln. Das Bild von dem Kaninchen und der Schlange geht mir durch den Kopf.

14. September 2023

Sie hat es schon wieder getan: „…in den mehr als 560 Tagen im letzten Jahr…“ – Da kann ich nur sagen: Bitte mehr davon. Kann ich gar nicht genug von kriegen.

Mehr davon (2): Schreibt mir einer per Mail: Wenn Ihre Bücher vergriffen sind, ist das ein bedrohliches Zeichen. – Soso. Ist es das.

Mehr davon (3): Schreibt ein anderer (offenbar von der Muse geküsst) und bittet um Verbreitung: Deutschland, Deutschland über alles | Deutschland, ach, wo es auch sei | Von der Ems bis an die Oder | Von der Isar bis zur Schlei. – Donnerwetter. Na ja. Fehlen zwar noch zwei bis vier Zeilen, aber für den Anfang ganz gut, deswegen: Bitte erledigt.

Mehr davon (4): Der Maileingang zeigt heute Früh: 4.936 unerledigt. Jetzt sind es nur noch 4.934. Beeile mich, damit ich den Erfolg mit gutem Gewissen auskosten kann. 

Mehr davon (5): Kunststücke als Schnappschuss (Zeller, Schleime, Wolff und ungenannter Blumenhändler). Anders ausgedrückt: Ein Schnappschuss ist kein Kunststück.

13. September 2023

Gestern spät noch in fremdem Garten draußen gesessen. Als die Rede drauf kam, dass es wiiiirklich zuuu warm sei, bin ich nach Hause gegangen. Nebenbei: Das lauwarme Dosenbier von Carlsberg schmeckte ekelhaft – selbst aus dem Glas.

Lauwarm (2): The speaker of the house, McCarthy heißt der Mann, kündigt den Beginn eines Amtsenthebungs-Verfahrens für Präsidentendarsteller Joe Biden an. Es geht um dessen Verstrickung in die Ukraine-Korruption. Alles seit einem Jahrzehnt bekannt.

Schnell noch, bevor der Tag beginnt, einen Blick in die Leserbriefe der Zellerzeitung: „Esspettee-Ortsvereinsvorsitzender war beim HNO-Arzt, und der sagte, als er in den Mund schauen wollte, sagen Sie mal Faeser!“

12. September 2023

Beim Blättern in einem älteren Frankreich-Reisebuch entdeckt: „Sobald Monsieur die Straße betritt, verspürt er einen unwiderstehlichen Harndrang, dem er ungesäumt stattgibt. Jetzt erschließt sich, warum im Süden die Dorfplätze mit Platanen umstellt sind. Sie spenden nicht nur Schatten, sondern verströmen einen intensiven, nahezu betörenden Duft.“

Frankreich (2): In den längst versunkenen Bonner Jahren war es irgendwie vor der Haustür. Doch jetzt liegt mir nichts ferner als jenes Land. Ich überfliege es, wenn ich in den Süden will und durcheile die nordöstlichste seiner Ecken auf dem Weg zu den britischen Inseln.

Frankreich (3): Vor Jahren noch hoffte ich auf die Vernunft der Franzosen (la raison). Hat sich erledigt, denn von dort ist nichts mehr zu erwarten. – Ähnlich wird’s den Osteuropäern heute ergehen, wenn sie die Deutschen betrachten. – Und schließlich: ИсакЛевитан: Владимирка, 1892, Третяковскагалерия [Isaak Lewitan: Wladimirka, 1892, Tretjakow‘sche Galerie]. Das Land will man in die Knie zwingen? Wirklich?

11. September 2023

Es fällt schwer, etwas Ekelhafteres zu entdecken, als die erneut anlaufende Kampagne zu Durchsetzung weiterer Corona-Impfungen und all der anderen Idioten-Maßnahmen. Noch verhält sich der deutsche politmediale Komplex zurückhaltend, aber nachdem eine Ablenkungsfront wg. des Heizungs- und Klimawahn-Gesetzes dringend benötigt wird, kann das Trommelfeuer in Sachen Corona nicht mehr fern sein.

Klimawahn (2): Der Zellerzeitung von heute Nacht entnehme ich den Ausdruck „Piratenkoalition“. Gebe zu, dass ich gelacht habe. Hat aber keiner gehört. Gottlob.

9. September 2023

Der Bundestag goss gestern ein weiteres Mal den Klimawahn in Gesetzesform: Das Heizungsgesetz, das in seinem wesentlichen Inhalt ein Wohnenteignungs- und Kältetod-Gesetz sein wird. Obwohl es ein legislatives Verbrechen ist, hoffen manche immer noch, dass es wie ein Wecker wirken werde. Habe Zweifel, denn die Wohlmeinenden meinen immer noch: Das können die doch nicht wirklich. Doch sie können.

Derweil steigt die Zahl der illegalen Einwanderer ins Unermessliche. Neben vielem anderen ist die Selbstplünderung unserer Sozialkassen das im Moment auffälligste Ergebnis. Auch die beginnenden Zwangseinweisungen werden nicht als Wecker wirken. Der Ruf Wir-haben-Platz ist allerdings leiser geworden.

Die Selbstisolierung Deutschlands schreitet munter voran. Die Fluchtbewegung der Tüchtigen auch. Derweil lullen sich die Wohlmeinenden durch Wahlwetten und ähnlichen Stuss ein.

Ostfront: Auch das hartnäckige Verschweigen des Misserfolgs der großmäulig angekündigten kriegsentscheidenden Sommeroffensive 2023 macht die Sache nicht ungeschehen. Die Lage-Karte des Oblasts Saporoshje zeigt blau eingefärbt das Ausmaß des Desasters: Wenige Quadratkilometer Wald und Feld gegen (geschätzt) 70.000 Tote.

8. September 2023

Ostfront: Die Ukrainische Rada entlässt gestern den Verteidigungsminister Олексий Резников und wählt einen Ersatzmann. Nach einem großen Sieg bei der sog. Gegenoffensive sieht das nicht gerade aus, sondern eher nach der Bestrafung eines Sündenbocks. Sollte der Mann überdies auch noch Zweifel am Endsieg geäußert haben, wie mir einer heimlich weißmachen wollte, so würden auch die Amerikaner ein ernstes Wort mitgeredet haben. Nebenbei: Wusste gar nicht, dass das dortige Parlament solche Personalia entscheidet.

Grundsätzliches von zu Hause: Überlege gerade, ob die männliche Form von „die Augenklappe“ der Augenklapper ist.

Zu Hause (2): Brief der Autobahnpolizei, welche Frau mit meinem Auto unterwegs war. Tja, welche?

7. September 2023

Nanzy ist krank. Sie kann deswegen dem Innenausschuss des Bundestages nicht Rede und Antwort stehen, ob und warum sie den Chef des BSI, Schönbohm, nachrichtendienstlich überwachen ließ, bevor sie den Mann aus dem Amt entfernte – ganz so, wie es der Chef-Denunziant des öffentlichen Fernsehens, Böhmermann oder so ähnlich heißt der, gefordert hatte.

Nanzy (2): Jedenfalls ist sie nicht so krank, dass sie als Innenministerin dienstunfähig wäre oder nicht wahlkämpfen könnte. Merke: Ein Parlament ist so machtlos, wie es sich sowas bieten lässt. Fazit: Der politisch-mediale Komplex steckt das weg, so als wäre nichts gewesen. Nein, halt, die Leute, denen das auffällt, werden als Delegitimateure öffentlich vorgeführt.

Nanzy (3) Da bleibt ihr sicher auch Muße, auch gegen Leute vorzugehen, die das Folgende im Internet verbreiten und sich nicht scheuen, darüber zu lachen.



6. September 2023

„…Tassen und T-Shirts mit dem Bild des augenbeklappten Kanzlers…“, schreibt heute Nacht Bernd Zeller in der nach ihm benannten Zeitung. Das ist ziemlich unverbesserlich (Sagt man so?). Und doch meint einer seiner Leser mit dem Decknamen Pol. Beobachter: „Mir gefällt der Schloz [sic!] mit seiner Armbinde viel besser. Hat was Authentisches.“

5. September 2023

Was soll man groß sagen? Nichts, jedenfalls nichts, was mitteilenswert wäre. Bleibt nur ein Zitat, um doch was zu sagen: „Aiwanger: Kohl hätte ihn ausgesessen, Merkel hätte ihn rückgängig gemacht, Stalin hätte ihn hinrichten lassen, Hitler hätte ihn ausgezeichnet, nur der Markus macht gar nichts. Schwache Performance.“ Leserbrief aus der Zellerzeitung.

Was soll man sagen ? (2): Kulturelle Aneignung, typisch dänisch.

4. September 2023

Es genügt mir, mich verständlich auszudrücken. Leute, die verstanden werden wollen, vermeiden dies in aller Regel.

Mozart und Bismarck verbindet, dass sie für Kugeln und Hering nichts konnten. Gespannt warte ich auf die Einwendungen der Experten.

Experten (2): Die der alternativen Medien sonnen sich im Glanz, die Affäre Aiwanger durch ihre mutige Berichterstattung beendet zu haben. Nichts könnte weniger zutreffen, denn in Wirklichkeit ruderte Woher-weht der-Wind-Söder zurück, als er zu seinem Missbehagen bemerkte, dass er mit der Attacke auf den Vicekönig ein veritables Selbsttor geschossen hatte. Fazit: Das Bierzelt schlägt noch allemal die blutleeren Schnösel der Süddeutschen Zeitung.

Experten (3): Bleibt bemerkenswert, dass die Wohlmeinenden im Behagen ihrer Selbstzufriedenheit jetzt die Täter bei Gesprächsrunden zulassen, anstatt ihnen mit adäquaten Mittel den Stecker zu ziehen. – Wäre die Pressefreiheit im Wege, so höre ich. Das ist wirklich ein guter Witz.

3. September 2023

Über die Städte der Altmark, von denen Stendal nur eine ist, schrieb vor 164 Jahren Theodor Fontane, sie erinnerten an einen einst stattlich dastehenden Mann, der selbst und dessen Rock zur gleichen Zeit herunter gekommen sind. Besonders hart hätte es Stendal getroffen.

Altmark (2): Fontane konnte nicht ahnen, dass zwischen seiner Zeit und dem heutigen neugierigen Erkunder der einst prächtig genannten Hansestadt noch der Einschub von 44 Jahren Sozialismus das Werk des Verfalls beschleunigen würde. Dessen Wunden, bestätigt der erste Blick des Durchreisenden, sind weitgehend abgeheilt, nur noch Narben hie und da. 

Altmark (3): Dem Roland auf dem Marktplatz eignet vor allem Größe, stattlich hingegen wird man den Kerl kaum nennen können, eher auf zu großem Fuß bei knapper Kost lebend. Das Café gleich nebenan zu Füßen des Rathauses lädt nicht zum Verweilen, es schließt kurz vor sechs. Ein zweites, ums Eck gelegen, erweist sich bei näherem Erkunden, als großes Griechenlokal mit ausuferndem Gewölbekeller, was man von außen nicht erahnen kann – natürlich nicht. Dort vor der Tür treffe ich per Zufall zwei Teilnehmer der Buchvorstellung, der ich gerade entschlüpft war.

Altmark (4): Der Hausherr der Veranstaltung, Alexander von Bismarck, hatte den Besuchern sein Herrenhaus Döbbelin, querab auf dem Lande, im buchstäblichen Sinne geöffnet. Dort lebt der Mann mit seiner Familie, man erkennt es. 

Altmark (5): Das Haus leuchtet in der Septembersonne im warmen Gelb hinter hoher Einfriedung. Der Erbauer ließ es auf schon lange der Familie gehörendem Grund in den 1730er Jahren errichten. Wir würden heute nicht mehr darüber reden, wenn ein Nachfahre, der heutige Hausherr, es nicht 1990 in Besitz genommen und von Grund auf saniert hätte. Das ist – Kuriosität am Rande – nur deswegen sogleich möglich gewesen, weil die sozialistische Obrigkeit vergessen hatte, den Grundbesitz zu enteignen, und ihn dann für allerlei kommunale Zwecke genutzt hatte.

Altmark (6): Das hundert Kilometer elbeaufwärts gelegene Barby taucht aus der Erinnerung auf, wo das Grundbuchamt der DDR seinen Sitz gehabt hatte. Vor meinem inneren Auge steht der Wohnwagen, mit welchem Mitarbeiter von mir daselbst ihren Dienstgeschäften nachzugehen suchten, weil sonst keine Herberge zu finden war. Einen kleinen Moment verharrt der Gedanke und ich gerate in Zweifel. ob es wirklich so war. Dabei sind grade mal 30 Jahre ins Land gegangenen.

Altmark (7): Knapp 600 km An- und Abreise – A 4, A 9, A 14 und retour in 12 Stunden – das alles für den flüchtigen Kontakt mit originell zu nennenden Menschen. Lohnt das die Mühe? Schon die Frage ist falsch gestellt, denn frühmorgens benötige ich eine geschlagene Stunde, um das Erleben in einen kurzen Text zu fassen.

1. September 2023

Heute ist wieder ein zentraler Feiertag der deutschen Schuld, an welchem Gutmensch jammernd die Geschichte vom deutschen Überfall auf Polen auswalzt. Halte dies für verfehlt, wiewohl ich den Angriffsbefehl des großdeutschen Führers für eine schwachsinnige Tat halte, denn er machte genau das, was sich Amerikaner und Briten und auch die von ihnen angestifteten Polen ausgedacht hatten: Lass ihn bitte, bitte anfangen. Er tat’s, und nicht mal sechs Jahre später war Deutschland von der Landkarte verschwunden. Wie man angesichts dieses Ergebnisses nach einer Rechtfertigung für den Angriff suchen kann, wie dies einige Unbelehrbare (sog. Revisionisten) heute noch tun, ist mir rätselhaft.

Revisionist (2): Es handelt sich hierbei um ein wohlfeiles Schimpfwort, denn es bezeichnet zuförderst denjenigen, der den anglo-amerikanischen Geschichtsmythen nicht folgen mag, deren Hauptinhalt darin besteht, dass the fuhrer auf seinem Weg der Welteroberung gestoppt werden musste. Das ist nun wahrlich fraglicher Stoff, dessen Einzeltöne mit der Gesamtmelodie nicht harmonieren.

Revisionist (3): Wie so manches ist dieser Begriff und sein Inhalt aus dem großen und guten Amerika über uns gekommen. Dabei bedeutete revisionism dortzulande zunächst etwas ganz anders. Es war die Selbstbenennung einer durchaus seriösen amerikanischen Historiker-Gemeinde, die sich mit den englischen Propagandalügen über den Ausbruch des Ersten Weltkriegs und die Notwendigkeit des amerikanischen Eingreifens nicht zufrieden geben mochte, wonach es unausweichlich gewesen sei, the kaiser auf dem Weg der Welteroberung zu stoppen.

Revisionist (4): Das Forschen dieser Leute nach den tatsächlichen Ereignissen wurde dann gestoppt, als Franklin Roosevelt 1933 die Macht ergriffen hatte und zur Überzeugung gelangt war, dass ein neuerlicher Krieg gegen Deutschland für Amerika gut sei. Rasch war der Auftrag an die gut bezahlten Hofschreiber erteilt, den revisionism zu verunglimpfen. Dabei ist es – bei Ausweitung des Stoff auf the fuhrer – bis heute geblieben.

31. August 2023

Meinen gestrigen Gedanken zur Entschriftlichung unserer Gesellschaft und deren Folgen schließe ich mit dem aktuellen Beitrag von Bernd Zeller ab, den ich in mein Sudelbuch einklebe. Man könnte denken, ich hätte ihn bestellt, habe ich aber nicht.

Bleibt noch eine Ergänzung: In meinen schwärzesten Gedanken sehe ich Horden von Analphabeten durchs Land ziehen, die Jagd auf Bücher und deren Besitzer machen. Ihre Anstifter – die Priester der Gleichheit und die des Propheten – werden darüber in Streit geraten, wer den ersten Stein geworfen habe.

30. August 2023

Schreiben um des Schreibens willen, das ist wie Geschwätz, nur eben mit der Hand. 

Schreiben (2): Bis gestern wurde tatsächlich die Hand gebraucht. Jetzt tut es angeblich auch ein Mikrophon, in das man hineinschwätzt. Versuchte das vor geraumer Zeit. Das Ergebnis war so lächerlich, dass ich es gleich wieder bleiben ließ. 

Schreiben (3): Allerdings: Solange ich eine vorzügliche Sekretärin hatte, genügte auch mein Geschwätz. Liegt weit, weit zurück. In der Zeit hatte ich das Selberschreiben verlernt. Unglaublich, aber wahr.

Schreiben (4): Wir Schreibgewohnten sind auf der Verliererstraße, weil das Lesenkönnen in Vergessenheit gerät. Die Leute begnügen sich mit Geschwätz, neudeutsch: Podcasts (merke gerade zu meinem Vergnügen, dass ich das Wort nicht mal richtig schreiben kann).

29. August 2023

Die Abhörbehörde im NS-Staat war 1933-45 das Forschungsamt. Der ab Frühjahr 1933 u.a. als kommissarischer preußischer Ministerpräsident und Innenminister amtierende NS-Multi-Funktionär Hermann Göring ließ es installieren und unterstellte es sich selbst, um seine Feinde überwachen zu können. Bei Kriegsende wurden die Akten vernichtet.

Abhören (2): Im heutigen Deutschland bestehen für Polizei und Dienste feste Regeln, die ein willkürliches Abhören verhindern sollen. Sie wurden während meiner einschlägigen Dienstzeit eingehalten. Davon ist heutzutage nicht mehr auszugehen, wie der Fall Maaßen-Krall drastisch zeigt.

Abhören (3): Die Besserwisser wissen, dass ihnen sowas nicht passieren könne. Sie irren sich gleich mehrfach.

Abhören (4): Die Wohlmeinenden debattieren, ob der Rechtsstaat in Gefahr sei. Nein, ist er nicht. Er existiert nicht mehr.

28. August 2023

Wenn nichts los ist, macht man was los. Hatte mir vorgenommen, mich um das Scheinproblem eines angeblich von vom bayerischen Politiker Aiwanger stammenden Flugblatts nicht zu kümmern, über das jetzt der Medienpöbel hetzt und die Selbstgerechten sich in scheinbarem Schmerz winden. Bis, na ja, bis ich es jetzt wider Willen zu lesen kriegte. Es ist Schülerkram und dementsprechend blöd, über 30 Jahre alt. Wenn der Verfasser, der übrigens nicht der Gescholtene sein muss, dazu aufgerufen hätte, Bullen zu klatschen und deren Kinder zu vergewaltigen, ginge es locker als Jugendsünde durch. Hat er aber nicht, sondern sich über die Verengung des Geschichtsunterrichts auf die NS-Verbrechen lustig gemacht. Drastisch und saublöd, Schülerkram eben.

Saublöd (2): Was mich zum Lesen des Flugblatts veranlasst hat, waren die ganz und gar ernst gemeinten Beitrage bei den sog. Alternativen, die sich bemüßigt sahen zu analysieren, ob das Flugblatt den sogleich erhobenen Antisemitismus-Vorwurf trage. Schon in die Falle gegangen. Ich auch.

27. August 2023

Mit Verlaub ist eine herrliche Füllsel-Floskel, die ganz aus der Mode gekommen ist. Komme drauf, weil ich über ein russisches „c увашением“ stolperte, was ich nicht zu deuten wusste. Jetzt weiß ich es: mit Verlaub.

Mit Verlaub (2): Die Dummheit der Kaste wird nur noch durch ihre Selbstherrlichkeit überboten. 

Mit Verlaub (3): Vermelde der guten Ordnung halber allhie das Erscheinen des jüngsten Senioren Akrützels (No. 49) von Bernd Zeller: https://seniorenakruetzel.blogger.de/static/antville/seniorenakruetzel/files/senioren-akruetzel%2049.pdf, nicht ohne eines der enthaltenen Bilder mit Erlaubnis raubzukopieren:


Mit Verlaub (4): Das offizielle Haft-Foto von Trump von vorgestern verdient festgehalten zu werden, auch wenn die Haft nur 20 Minuten andauerte.


Mit Verlaub (5): Betrachte zum Vergleich einige der Fotos die man in Russland während der Großen Säuberung von gefährlichen Politikern und Geheimdienstlern anfertigte. In meiner Sammlung sind es Hunderte. Hier: drei willkürlich herausgegriffen, Konstantin Bassow, Jan Bersin und Christo Rakowski. Todeskandidaten, alle drei.

26. August 2023

Vorurteil: Bevor ich die Reife der Jahre zu spüren kriegte, habe ich die Romane von Theodor Fontane für Alteleutekram gehalten, selbstredend ohne auch nur einen davon gelesen zu haben. Das habe ich dann nachgeholt, wodurch sich, genau genommen, meine ursprüngliche Meinung als wahr herausstellte. Jetzt allerdings scheue ich mich, diesen Gedanken zu äußern, weil er mir so unendlich blöd vorkommt.

Vorurteil (2): Als ich dennoch bei Tisch diesen Gedanken – zu meinen Gunsten leicht verpackt – äußere und hinzufüge, dass meine Bewunderung des Meisters auch damit zusammenhänge, dass dieser mit dem Romanschreiben erst begann, als er mein reifes Alter erreicht hatte, erfahre ich so etwas, was man mit höflich spottender Zustimmung bezeichnen könnte. Dabei war mein Monolog eher absichtslos entstanden.

Vorurteil (3) oder sowas kommt von sowas: Über Nacht weist Niger erst den französischen, dann den deutschen Botschafter aus (dem aufmerksamen Leser M.E. sei Dank – nicht für den Umstand, sondern dass ich es so erfahre). Meine Geschichtsbesessenheit legt mir den Schluss nahe, dass Staaten so handelten, wenn sie sich nichts mehr zu sagen hatten und, wo doch, nun, wie man einstmals geschwollen formulierte, die Waffen sprechen sollten.

Vorurteil (4) oder sowas kommt von sowas: Man äußert sich nicht ungestraft gegenüber anderen Ländern im neokolonialen Stil, dem sich unsere herrschende Kaste befleißigt (Klein-Erna-Englisch inklusive). Zwar ist Afrika weit, doch die Einschläge kommen näher (The one-beats come nearer).

25. August 2023

Einen Zufall kann man auch herbeiführen. Ich suche beim Schreiben einer Geschichte über die russische Militäraufklärung (Raswjedka) nach einem Mann, der vor dem Ersten Weltkrieg den Spionagestützpunkt in Skandinavien gegen Deutschland leitete, Oberst Assanowitsch (Асанович). Ich finde ihn, aber ganz wo anders, in einer Fotosammlung aus dem Oktober 1914 über den russischen Vormarsch, respektive den Rückzug der k.u.k. Armee in Galizien. Da begleitet er westliche Korrespondenten.

Kein Zufall (2): Danach habe ich gar nicht gesucht, aber das Auge bleibt an der schier endlosen Leere des Landes hängen. Seltsamer Widerspruch. Es sind die Flüsse, die eine sichtbare Unterbrechung darstellen. Auf den entdeckten Fotos der Dnjestr. Ich suche ihn auf der Karte. Heute durchtrennt er die westliche Ukraine und das östliche Moldawien. Wie lange wohl noch?

Kein Zufall (3): Im eroberten, offenbar unzerstörten Lemberg dominieren im Herbst 1914 ordentliche Gebäude und buntes Volk auf den Straßen, ein Teil der Läden geschlossen, die Aufschriften noch deutsch.

Kein Zufall (4): Um die gestrige Orakel-Kirmes zum Absturz von Prigoshin vorherzusagen, musste man kein Prophet sein. Gewundert habe ich mich nur über die Stellungnahme aus dem Pentagon, das Flugzeug sei nicht mit einer Rakete abgeschossen worden. Hatte das jemand gefragt?

24. August 2023

Über Nacht: Ein Privatflugzeig mit dem russischen Söldnerführer Prigoshin an Bord soll bei Moskau abgestürzt sein. Spätestens im Laufe des Tagen werden wir hören, dass das der pöse Putin war. Das ist natürlich Blödsinn, aber es klingt gut. 

Über Nacht (2): Derweil besucht der Gescholtene die Stadt Rostow am Don. Da befindet sich das HQ der Operationen. Die Experten wissen deswegen, dass jetzt die Gegenoffensive zur Gegenoffensive starten wird. Ob ich will oder nicht: Vor meinem inneren Auge zieht der Bewegungskrieg in dieser Gegend in den Jahren 1942/43 vorbei. Nein, so wird es sicher nicht zugehen. Schon deswegen nicht, weil die ukrainische Armee über keinen Rückzugsraum nach Westen verfügt. Jenseits des Dnjepr beginnt das Ende der jetzigen Staatlichkeit.

23. August 2023

Als 1913 in Moskau ein Mann das Ölgemälde Iwan der Schreckliche und sein Sohn des russischen Malers Ilja Repin mit dem Messer zerschnitt, witzelten die russischen Kritiker des Meisters: Iwan der Schreckliche leistet seinem Sohn Erste Hilfe.

Russischer Witz (2): Über alle Hochs und Tiefs der politischen Epochen hinweg begleiten solcherart Äußerungen die uns oft kaum zu begreifende Hinnahme der Ereignisse. Dabei sind sie von schneidender Schärfe – vermutlich ein Gegengewicht zur Knute.

Russischer Witz (3): Ich lese das Mammut-Buch 1913 des Schweizers Felix Philipp – nein, ich versuche es nur, denn es ist unlesbar. Hängen bleibt, dass die seinerzeit dortzulande agierenden Künstler alles das vorwegnehmen, was uns heute noch als künstlerische avantgardistische Ausdrucksform, in welcher Sparte auch immer, unverständlich ist. Das Unbegreifliche hat dem Nachruhm ihrer Schöpfer nicht geschadet, aber schön zu nennen ist es nicht.

Russischer Witz (4): Wenn du zwischen zwei Herren wählen kannst, so nimm den, der deine Sprache spricht.

Übern Teich: Gastbeitrag von Adam Grant in der New York Times von vorgestern: Wahlen sind schlecht für die Demokratie. – Gut, dass das endlich mal einer sagt.

Übern Teich (2): Die Verfahren gegen Trump in Georgia werden immer skurriler. Jetzt wurden die ersten Mitarbeiter von ihm in Haft genommen. Das angeklagte Delikt: Racketteering (= organisiertes Gangstertum).

22. August 2023

Der Spezialist ist einer, der etwas kann, aber nicht weiß, was er tut.

Spezialist (2): Man bedient sich seiner, weil man etwas weiß, aber nicht beherrscht, wie man es tut.

Spezialist (3): Was passiert, wenn man solche des Militärs einfach machen lässt, durften die Deutschen im Sommer 1914 erleben. Der vom Großen Generalstab stolz ausgerechnete und angewendete Schlieffen-Plan eines Zweifrontenkrieges (Frankreich niederwerfen, bevor die russische Dampfwalze anrollt) war einen Tag nach Kriegsbeginn gescheitert, denn da standen die Russen bereits diesseits der Grenzen in Ostpreußen.

21. August 2023

Merkwürdig: Die Seriosität des britischen Nationalarchivs Seiner Majestät in Kew (TNA) erschien mir früher nicht diskussionsbedürftig. Und jetzt?

TNA (2): Während der sog. Pandemie konnte ich kostenfrei Akten herunterladen. Das ist vorbei. Dafür bietet man mir wieder Dinge, die ich schwerlich entbehre, zum Kauf an. Bei einem gerahmten Portrait von Thomas Morus („lass Minderwertige für dich kämpfen“) habe ich einen Moment gezögert. Aber jeden Früh an die Kriegsgrundsätze unserer ango-amerikanischen Rivalen erinnert zu werden, erscheint mir doch übertrieben.

Archive (3), diesmal mein eigenes: Die gestrige Suche nach der Hyäne von A. Paul Weber (Eintrag von vorgestern) hat Stunden gedauert, weil ich mit Wiedersehensfreude zu vieles in die Hand nahm, was ich überhaupt nicht gesucht habe.

20. August 2023

Der Ex-Chef des BfV, Hans-Georg Maaßen, werde, so lese ich, nachrichtendienstlich überwacht. Willkommen im Club.

Maaßen (2): Das ist, falls sein Nachfolger hierfür in überholendem Gehorsam verantwortlich ist, keine kluge Entscheidung im Sinne des Machterhalts, denn der Ex-Verfassungsschutz-Chef stellt so etwas wie einen Rettungsring für seine Partei, die CDU, dar. Er hält Altwähler bei der Stange, die noch der Illusion einer konservativen CDU anhängen und deswegen das gewohnte Kreuzchen machen sollen. Wenn man die vergrault, wird die Luft um die Funktionärskaste dünn. – Nun ja, man kann nicht alles haben.

Maaßen (3): Urkomisch ist die Meinung seiner Mitfunktionäre in der Werteunion bezüglich des Ukraine-Konflikts. Ein Mitvormann erklärte mir unter Berufung auf den Ex-Geheimen, es sei gesicherte Erkenntnis, dass der Putin nach der Ukraine Warschau einnehmen und dann auf Berlin marschieren werde. Dem vorzubeugen, sei die Kriegsbeteiligung unerlässlich. Ich riet ihm, sich rasch eine Fahrkarte nach Kiew zu kaufen.

19. August 2023

Erste Konsequenzen des Wachtwechsels bei den Soros-Menschen-Verbesserungs-Stiftungen: Der angekündigte Rückzug aus der EU. Glaub ich kein Wort von. Wäre nämlich zu schön, um wahr zu sein. – Ist vielleicht der Erkenntnis geschuldet, dass andere mildtätige US-Familien-Stiftungen auch ohne Soros-Sohnemann die allfällige Gemeinnützigkeit gegen die hiesigen Völker walten lassen.

Soros (2): Die Früchte der von ihm gesponserten Wahlen der Bezirksstaatsanwälte (sogenannte Demokraten) in den USA zeigen sich beim scheinbar unkoordinierten, in Wirklichkeit jedoch dezentralen Vorgehen gegen Trump. Neuerlich in Georgia. Bald wird der Mann so von Anklagen der abenteuerlichsten Art zugeschüttet sein, dass an die Präsidentenkür nicht mehr zu denken ist.

Ostfront: Sie hat sich, wie von Wunderhand gesteuert, aus den Nachrichten geschlichen. Nur noch ab und an ein zerbombter ukrainischer Getreidespeicher, damit wir die Empörung nicht gänzlich verlieren.

Ostfront (2): Was mag da vorgehen? Erschöpfung auf der einen und Beharren auf dem Erreichten auf der anderen Seite. Langsam ahnt man im Wertewesten, dass es aus Sicht der Russen nichts zu verhandeln gibt. Halte das für falsch, denn die russisch-sprachigen Brennpunkte der Industrie von Charkow, der Werften von Nikolajew und des Hafens von Odessa sind nicht vom Tisch, sondern bestenfalls aufgeschoben, was zur russischen Mentalität des Schritt für Schritt passen würde. Wir werden noch davon hören, wenn auch nicht heute.

Ostfront (3) Was ist mit den Polen und ihrem Rüstungs- und Einmarsch-Geschrei? Sind dort offenbar mit innenpolitischem Wahlkampf-Getöse ausgelastet.

Ostfront (4): Der Kolonialherr blickt versuchsweise nach Afrika. Das wäre eine Erklärung für die Stille, die sich wie ein Leichentuch über die Ukraine senkt. Schlimmer noch: Es wirkt, als würde ein verwöhntes Kind ein benutztes Spielzeug wegwerfen.

Ostfront (5): Nur noch Soros (siehe oben) will erklärtermaßen in dem unglücklichen Land weiter wirken – im Ersten Weltkrieg sprach man frontübergreifend von den Hyänen des Schlachtfeldes (der Arnstädter A. Paul Weber hat sie genial portraitiert).

18. August 2023

Frühmorgens zwischen fünf und sechs wird es nur zögernd hell. Dichter Nebel und völlig windstill. Kein guter Tag für die Erneuerbaren. Sieht man mit bloßem Auge.

Früh am Morgen (2): Frage mich, warum nicht mal die Vögel von sich hören lassen. Auch für Rasenmäher ist es noch zu zeitig. Gottseidank.

Hätte ich anders formuliert, ist eine Einwendung, die grundsätzlich nicht zu beanstanden ist, zeigt sie doch, dass der andere sich mit den eigenen Gedanken beschäftigt hat. Erst die routinemäßige Wiederholung weckt den Verdacht, es könne sich um Nörgelei handeln.

Es ist anders (2): Einwendungen gegen meinen Wera Gutschkowa-Aufsatz von gestern sind über Nacht eingetrudelt. Warum lesen die Leute sowas Abseitiges in der Nacht? Die Briefzeilen selbst belegen, dass das Lesen nur flüchtig gewesen sein kann. Aber interessant sind sie schon. Die Gedanken haben offenbar bei Reizwörtern zugeschnappt, ohne den Kontext zu erfassen. Sowas nennt man Schnellschuss.

Die Hornisse, die gestern Abend gegen zehn ins Wohnzimmer kam, ist wohl wieder weg. Wusste gar nicht, dass die auch im Dunkeln fliegen können. Weiß es jetzt aber. Das Insekt war unangenehm groß und machte einen bedrohlichen Brummton. Im Vergleich dazu sind die Wespen am Nachmittag auf der Südseite des Hauses geradezu putzig.

Und auch das noch aus fremder Feder, bevor das Tagewerk beginnt. „Ablasshandel. Statt Kerosin hätte man auch Annalena ablassen können“ (Leserbrief aus der Zellerzeitung).

Noch was, auf die Schnelle: Kann man sagen: Das nächste Manuskript scharrt schon mit den Füßen?

17. August 2023

Die Ausstellungsbesucherin, sichtlich euphorisch, verkündet mir die Geburt des Enkels (Ich transkribiere im Folgenden für die Nachwelt aus dem Schwäbischen). Es folgen die üblichen technischen Daten. Um etwas Höfliches zu sagen, frage ich nach dem Namen des Kindes. – Lu, sagt sie, einfach Lu, zwei Buchstaben. – Ich: Sehr sparsam. – Sie schweigt einen Moment. – Ich: Spart Tinte beim Unterschreiben. – Sie, meinen Einwurf übergehend: Das Schwesterle heißt Bo. – Aha. – Sie: Beide Namen sind absolut tschenderneutral. – Ich wende mich wieder den Bildern zu.

Ausstellung (2): Das Kunsthaus Apolda ist eine Adresse, die man kennen sollte. Seine Ausstellungen kann man ohne Übertreibung sensationell nennen. Die augenblickliche ist dem Maler Hermann Stenner gewidmet. Von dem Mann hatte ich zuvor nie gehört. Will nichts heißen, denn ich bin in Sachen Malerei ein nichtpraktizierender fröhlicher Amateur, der gerne gute Bilder anschaut. Und diese Bilder hier sind gut. Sehr gut sogar.

Ausstellung (3): Die Bilder stammen aus einer Privatsammlung aus Stenners Heimatstadt Bielefeld. Nach Schließung der Ausstellung in Apolda wird die Sammlung verkauft. Ich nehme an, dass die mittlerweile greisen Sammler Geld brauchen. Eine Stadt, die auf sich hielte, käme leicht auf die Idee, diesen Fundus anzukaufen. Tut sie aber nicht. Ist halt Bielefeld. Mir fallen dazu nur unangenehme Witze ein.

Ausstellung (4) Stenner, der Maler, um den es hier geht, wurde ganze 23 Jahre alt. Er ist als Kriegsfreiwilliger am 5. Dezember 1914 bei einem Sturmangriff an der Ostfront im heutigen Polen gefallen. Er wurde so – sicher ganz unfreiwillig – zum Frühvollendeten. Was er hinterließ, versetzt den Betrachter in Erstaunen. 

Ausstellung (5): Von akademischem Malen, so schrieb Stenner, hielt er nicht viel, aber er konnte es. Und wie. Er durchraste in seinem jungen Leben ganze Malerei-Perioden, von denen mir seine impressionistischen Bilder am meisten zusagen. Ich unterlasse es, sie zu fotografieren, denn ich weiß, den Blickeffekt im Wechsel von nah und fern, kann die Kamera nicht festhalten. So belasse ich es bei einigen anderen Sachen. Szenen vom Jahrmarkt in Bielefeld und dem Spaziergang an der Bahn. Bei der eher unscheinbaren Zeichnung Zwei Frauen unter den Zypressenmuss ich unwillkürlich lachen. Warum nur?




16. August 2023

Vier Tage vom Schreibtisch entfernt und von der Elektronik abgeschnitten, öffnen den Blick in eine andere Welt: die Hanse am Ausgang des Mittelalters. Was für eine Macht- und Prachtentfaltung. Das Durchstreifen von Lübeck und Wismar, den beiden rivalisierenden Königinnen im Norden, gibt einen, wenn auch schwächlichen Eindruck auf das, was einmal war. Unsere heutigen Verbündeten haben viel Fleiß darauf verwendet, diese Zeugnisse in den 1940er Jahren zu ramponieren. Den Rest besorgten wir selbst: der westliche Wiederaufbau durch unglaubliche Bausünden, die östliche Variante durch mutwillige Sprengungen des Stehengebliebenen. Jeder auf seine Weise.

Vier Tage (2): Das Erlebte passt in kein Sudelbuch. Es will sorgsam bedacht und zusammengefasst sein. Meine laienhaften Fotos werden mich beim Erinnern unterstützen.

10. August 2023

Spätfolgen der Ganzheitsmethode beim Lesenlernen: Beim Durchblättern des jüngsten Katalogs meines Berliner Lieblings-Verramschers bleibt mein Blick entzückt an dem Buch-Titel Laberworte hängen. Enttäuschung und Amüsement halten sich die Waage, als ich beim zweiten Hinsehen bemerke, dass es sich in Wirklichkeit um Laborwerte handelt. Nein, das werde ich nicht beschaffen.

Laberworte (2): Annalena Bb. soll gesagt haben: Die Ukraine hat ein Recht auf Selbstbeseitigung.

Laberworte (3): „Wenn die gesellschaftliche Mitte die Institutionen des Staates nicht mehr respektiert, ist absolut Gefahr im Verzug. Die staatlichen Institutionen sind der Lackmustest,“ sagte der Hundertprozent-Schulz soeben. Man lauschte ihm, weil er der Vorsitzende der Friedrich Ebert-Stiftung ist. Nein, Meister, es ist genau umgekehrt: Wenn in einer demokratisch organisierten Republik die Institutionen die Mitte verachten, ist Feuer unter dem Dach.

Noch zum gestrigen Hasen von Cornelia Schleime: Der setzt zwei Hasen sich zum Ziel | Wer zweien Herren dienen will | und bildet auf sich allzu viel. So Sebastian Brant vor 500 Jahren im Narrenschiff (Nr. XXIV).

9. August 2023

Es schickt der Herr den Jockel aus: Tichy weiß, dass der Business Insider weiß, dass das Kanzleramt weiß, dass der BND weiß, dass die ukrainische Segelyacht das Tatwerkzeug der Nordstream-Sprengungen war. Jungs, die Geschichte war schon vor Wochen eine lächerliche Lüge, sie wird nicht dadurch wahrer, dass man ihr jetzt Glaubwürdigkeit dadurch unterzujubeln versucht, es würden beim Bund genau deshalb Ermittlungen wg. der Preisgabe von Dienstgeheimnissen stattfinden. Es sei denn, es wäre ein Dienstgeheimnis, die Bevölkerung mit der Yacht-Story hinter den Baum zu führen. Eine Lüge zu Staatswohlzwecken, sozusagen. Das blöde Volk soll’s nicht mitkriegen, dass es die amerikanischen Kriegsverbrecher – unsere Verbündeten – waren, die uns mit der thermonuklearen Waffe angriffen.

Mein Name ist Hase (2): In dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, stoße ich beim Versuch, die Sache am zutreffenden Ort meines Computer-Labyrinths zu speichern durch einen Navigationsfehler auf ein Foto, das ich vor einigen Tagen in einer Ausstellung von Cornelia Schleime in Dresden mit dem Handy machte. Erst bin ich überrascht, dann muss ich lachen, weil ich finde, dass es thematisch irgendwie passend ist.

8. August 2023

Vor über hundert Jahren waren Mischehen in Deutschlands besseren Kreisen beliebt, will sagen: es paarten sich Ehewillige mit mosaischer Abkunft mit jenen anderen, die das nicht waren. Keiner der Betroffenen konnte ahnen, dass unter der Herrschaft des NS-Pöbels in den 1930er Jahren das modern Geglaubte zu den schlimmsten Konsequenzen Anlass gab.

Mischehen (2): Zu solchen zwischen Evangelischen und Katholiken kam es dann in den 1950er Jahren, als die Konfessionsgrenzen durch die Flüchtlingsmassen aus dem Osten gesprengt wurden und zudem der Nachkriegs-Männermangel den Frauen allen Anlass bot, nicht nach dem Gebetbuch zu fragen, sondern zu nehmen, was zu kriegen war.

Mischehen (3): Vor rund drei Jahrzehnten entdeckten westdeutsche Männer das Ossi-Weib und fanden es attraktiver als das Gewohnte. Von der Gegenrichtung, was die Geschlechter anbelangt, hörte ich nie.

Mischehen (4): Ein Blick auf sommerliche Straßen und Plätze belehrt darüber, dass ein bestimmter Typus sehr junger Frauen am Orientalen Gefallen findet. Auch hier ist die Sache einseitig – ganz offensichtlich. Deutsche Männer, die dabei zu kurz kommen, rächen sich, indem sie lange Flugreisen in Kauf nehmen.

Mischehen (5): Der Begriff ist heute tabu, da unsere geschichtslosen Gutmenschen glauben, dass dies ein Naziwort sei.

7. August 2023

Nach nur 48 Stunden des Abschaltens frühmorgens aus dem Fenster und auf den Nachrichtenstau geblickt: Draußen biegen sich die Bäume im Sturm und drinnen schiebt sich Afrika vor alle Quasi-Neuigkeiten.

a) Zum Wetter kein Wort mehr. Nur dies: der Sommer ist vorbei.

b) In Niger bahnt sich ein Weltkonflikt an, denn es geht um die Herrschaft über unermesslich wertvolle Bodenschätze. Meine letztjährige Rundreise taucht aus dem Nebel der Erinnerung auf. Hitze und Uranabbau im Wüstensand.

Muskelspiele: Vor Alaska findet ein russisch-chinesisches koordiniertes Flottenmanöver statt. US-Strategen sind empört. Jungs, jetzt bekommt ihr einen Eindruck davon, wie die Russen sich fühlen, wenn ihr hochgerüstet in der Ostsee herumschippert.

Muskelspiele (2): Währenddessen hat sich Putin mit den afrikanischen Big Bosses getroffen. Mainstream belehrt uns, dass das nur Wind vor der Hoftür sei. Ich denke, da unterschätzt man die Cleverness der Afrikaner. Sie haben gelernt, mit ihrem Pfund zu wuchern – und tun’s, wie man sieht.

5. August 2023

Sehe gewohnheitswidrig ein längeres Interview auf YouTube an, das Dirk Pohlmann mit dem schweizerischen, in den USA lehrenden Physiker Hans Benjamin Braun führt. Es geht um den Anschlag der USA auf die Nordstream Pipelines im September 2022. Es sei ein thermo-nuklearer Waffeneinsatz gewesen, so Braun. Erst denke ich: Wieder so eine dolle Theorie, doch von Minute zu Minute werde ich nachdenklicher. Die Aussagen sind nachvollziehbar, und sie sind sehr gut belegt.

https://www.youtube.com/watch?v=q-Z1gegDGvs.

Nordstream (2): Dass die Amerikaner die Täter sind, schieb ich bereits Tage nach dem Anschlag. Alles, was man an Fakten zusammenraffen konnte, sprach eine eindeutige Sprache. Doch dass sie Atomwaffen einsetzten, wäre mir im Traum nicht eingefallen.

Nordstream (3): Die das planten und ausführten, sind Kriegsverbrecher der Sonderklasse. Ihr Motto lautet: Wir können das, und wir tun es auch. Selbstredend sind die Beteiligten auch feige, denn, natürlich, es traut sich keiner von ihnen an die Sonne.

4. August 2023

Grundsatz des Sieges: Bekämpfe niemals diejenigen, die mit dir in die selbe Richtung marschieren.

Grundsatz (2): Knurrend füge ich mich meiner eigenen, stets breitmäulige verkündeten Weisheit. Deshalb werde ich nicht… nein, wirklich nicht… aber ich denke mir mein Teil. Anschließend, nach dem Nachdenken, das Maul zu halten, verlangt strenge Selbstdisziplin. Ehrlich. Ich knirsche mit den Zähnen.

Grundsatz (3): Bei den deutschen Unternehmern bin ich mir nicht so sicher, in welche Richtung sie marschieren. Jetzt jedenfalls beklagen sie sich über neue Regularien aus Brüssel, welche sie mit großem Aufwand ab Anfang 2024 erfüllen sollen. Mir geht dieses Gejaule auf die Nerven, denn es ist typisch deutsch. Regeln einhalten, anstatt geschlossen zu sagen: Was geht mich das an? Andere Länder verfahren genau so.

Grundsatz (4): Das erinnert mich stark an den Stabsunteroffizier Rieske während meiner Grundausbildung. „Einfach garnich ignorieren,“ sagte er, speziell an die Abiturienten gewandt, die ihm unterstellt waren – ich war davon einer.

Grundsatz (5): Die in Spanien wohnende Freundin, der Nationalität nach eine Polin, sagt, sie könne mich nicht, wie von mir angeregt, im Herbst treffen, weil sie, wie jedes Jahr zum fraglichen Zeitpunkt, zu den Dudelsack-Weltmeisterschaften nach Edinburgh reisen müsse.

Grundsatz (6): Die Firma Mey & Edlich in Leipzig ist ein Herrenbekleidungs-Versand. Ihre Kataloge halten seit Jahren für mich unverzichtbaren Mindeststandart ein: a) Sie sind in der Warenbeschreibung selbstironisch witzig, b) Sie verzichten auf die farbige Exotik bei der Darstellung ihrer Erzeugnisse. Will sagen, die männlichen Kleiderträger könnten Leute aus der Nachbarschaft sein.

3. August 2023

Es ist ungerecht, dass alle auf Annalena Bb. herumhacken. Ich hingegen möchte sie und ihre Eloquenz nicht missen. Erst heute Morgen habe ich mich halb totgelacht. „I believe I spider“, so las ich (für Engländer hier in meiner Übersetzung: Ich glaube, ich spinne). Das ist natürlich ein Fake.

Annalena (2): Gut fand ich auch, dass sie von den „Nigerern und Nigererinnen“ schrieb oder sprach. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber zuzutrauen wäre es ihr schon. Gewiss nicht, obwohl sie undeutlich spricht, sagte sie: Negerer und Negererinnen – jedenfalls meinte sie es nicht so.

Annalena (3): Früher hatten Minister einen Pressesprecher, dessen Aufgabe es war, dem Pressepöbel deutlich zu machen, was der Minister gesagt haben könnte. Im Fall der Annalena Bb. ist es genau umgekehrt. Die Hauptaufgabe ist mitzuteilen, was sie keinesfalls gesagt hat.

Annalena (4): Unzutreffend ist übrigens auch die weit verbreitete Ansicht, unser Bundeskabinett bestehe nur aus Clowns, so dass die echten Satiriker daneben keine Chance hätten. Die gestrige Zellerzeitung beweist das Gegenteil.

Und in dem Zeller seiner Leserbriefspalte finde ich dieses hier: „Heiz-Tipp für den Winter: Da es sowieso nicht genug Strom gibt, sollten Sie einfach Ihr E-Automobil verbrennen. Aktuelle Schiffsunglücke beweisen: Es brennt sehr lang und heiß!“

Nach soviel Information schalte ich früh halbsieben das Internet aus, um mich den Tag über mit was Serösen zu beschäftigen (Lesen & Schreiben). Kann nicht verhindern, dass ich im Briefkasten, im echten, ein Buch vorfinde, eingeworfen ohne jeden Kommentar: Alexander von Bismarck: Begegnungen zwischen Russen und Deutschen. Geblättert und verblüfft festgestellt, dass ich darin einen mir bekannten Namen vorfinde, meinen.

2. August 2023

US-Sonderermittler Jack Smith hat eine zweite Anklage gegen Ex-Präsident Trump vor einer Grand Jury in Washington DC losgetreten. Während sich die erste seit einigen Wochen mit Dutzenden von Vorwürfen über die Mitnahme klassifizierter Regierungsdokumente aus dem Weißen Haus in sein Privathaus in Florida befasst, beschäftigt sich das zweite Anklageverfahren mit dem Vorwurf, Trump habe am 6. Januar 2021 zusammen mit sechs anderen Personen eine Verschwörung gegen den Verfassungsstaat USA angezettelt, indem er öffentlich und zu Unrecht behauptet habe, die Präsidentschaftswahlen vom November 2020 seien gefälscht worden. Man staunt, wenn man’s liest.

Trump (2): Der Hass des Establishments auf diesen Mann muss grenzenlos sein und die Furcht vor ihm auch. Hass und Furcht haben verursacht, dass nichts unversucht blieb, ihn aus dem Amt zu entfernen und einen Neustart zu verhindern. Nur umgebracht hat man ihn noch nicht, was mich ehrlich wundert.

1. August 2023

Ostfront: Die Meldungen mehrerer Tage nachsortiert. Hierbei bemerkt, dass bei den Erdkämpfen die Aussagen beider Seiten auch nicht nur vage zusammenpassen. Hieraus die Folgerung gezogen, dass Entscheidendes nicht stattgefunden hat, vor allem nicht der mehrfach groß angekündigte strategische Durchbruch der Ukrainer im Raum Saporoshje in Richtung Asowsches Meer.

Ostfront (2): Beide Seiten drohen einander mit politischen Gesten, Polen durch Zusammenziehung von Kampftruppen an seiner südöstlichen Staatsgrenze, Russland und Weißrussland durch gemeinsames Auftreten ihrer Führer und einer unmissverständlich harten Sprache gegen Polen. Man werde deren Einmarsch in die westliche Ukraine nicht hinnehmen.

Ostfront (3): Der tschechische Präsidenten-General Pavel mischt sich ein und verlangt Internierungslager für die in Europa lebenden Russen.

Ostfront (4): Russland verstopft mit Gewalt die Löcher für die Verschiffung von ukrainischem Export-Weizen. Der Aufschrei der Welt hierüber beschränkt sich auf den Wertewesten.

31. Juli 2023

Die Grenze zwischen altem Fahrensmann und altem Eisen ist hauchfein.

30. Juli 2023

Dass Blöde auf Spendenkampagnen hereinfallen, ist nicht grundsätzlich neu. Wenn nun die Amadeo-Avocado-Stiftung Spenden eintreibt, um angeblichen Rammstein-Opfern beim Prozessieren zu helfen, und hierbei nach Eigenangaben über 600.000 € einkassiert, so ist das eine originelle Variante des Kampfes gegen Rechts, dem sich diese Linksausleger verschrieben haben. Wäre die Sache nicht dank der Abschaffung des Rechtsstaats per se als eine gute Sache sanktioniert, käme man als Jurist alter Schule auf den Gedanken zu prüfen, ob zivilrechtlich eine Geschäftsführung ohne Auftrag, strafrechtlich ein Spendenbetrug und steuerrechtlich ein Mangel an Gemeinnützigkeit vorliegen könnte.

29. Juli 2023

Deutschland und die Nato: Nun wollen wir keinesfalls Krieg gegen den Russen führen, jedenfalls nicht so richtig – so, dass die Fetzen fliegen –, denn was unsere Leos in der Ukraine leisten, kann bestenfalls auf dem Markt für Stahlschrott zu einem frustrierenden Überangebot beitragen. Reden wir besser nicht drüber.

Und die Nato (2): Dafür macht der Verteidigungsminister, der unsrige, mal eben 20 Milliarden locker, um Munition für die Ukraine einzukaufen. Bloß wo? Meine letzten Besuche bei Aldi und Lidl haben mich überzeugt: Der Chef-Soldat muss seine Sachen woanders einkaufen. Diska, Netto, Rewe, Edeka, Rheinmetall? Nebenbei bemerkt: Das ist ein Fünftel des Geldes, was der Bundestag für die Wiederherstellung der Bundeswehr vorgesehen hatte.

Und die Nato (3): Während die Vasallen noch rätseln, wie sie die mehrhundertseitigen Beschlüsse von Wilna-Vilnius umsetzen sollen, hat der Russe einen Raketen- und Drohnenangriff auf die Infrastruktur im heiklen Länderdreieck Rumänien, Moldawien, Ukraine geflogen. Punktgenau aufs ukrainische Ufer beschränkt. Grenzüberschreitende Nato-Luftabwehr? Fehlanzeige. Will man nicht, oder kann man nicht? Ich vermute: beides.

Und die Nato (4): Wie lautete deren zynischer Beschluss von Wilna. Erst musst du den Krieg für uns gewinnen, dann reden wir weiter.

28. Juli 2023

Tollhaus Washington: Seit März 2022 arbeiten das FBI und der ukrainische Geheimdienst SBU eng zusammen, um die social media bezüglich des Ukraine-Kriegs von unerwünschten Inhalten zu reinigen. Bei der jetzigen Untersuchung im Kongress kam heraus, dass die Löschungsattacken nicht nur Russen-Kritisches betreffen, sondern ganz im Gegenteil auch Ukraine-Freundliches getilgt wurde. Nicht nur zeigte sich, dass das FBI völlig unkritisch die Angaben aus Kiew übernahm, sondern dass dort auch Leute das Sagen haben müssen, die ich früher als russische Einflussagenten bezeichnet hätte.

Washington (2): Antony Blinken, der US-Außenminister, hat soeben folgende Sentenz geprägt. Die siegreichen ukrainischen Truppen hätten bereits die Hälfte der von den Russen okkupierten Ukraine zurückerobert. So werden Legenden produziert, die begründen sollen, warum soeben weitere 400 Mio. US-Dollar für Waffen bereitgestellt wurden.
Washington (3): Notwendiger Nachtrag zu dem Biden sein Schäferhund (Genitivkonstruktion mit Migrationshintergrund). Der erste seiner Art hieß Major (muss ich nicht übersetzen). Es blieb dann militärisch, denn der heutige heißt Commander (Kommandeur). Tippe mal, wie der nächste heißt, wenn Commander wegen weiterer Attacken auf das Sicherheitspersonal abgelöst werden muss. Ich bin für the leader (der Führer). 

Auch das noch: Soeben bietet mir die Gesellschaft Revierkohle Nachbergbau aus Hamburg, was nach verbreiteter Ansicht am Meer oder, wie ich jetzt erst erfahre, an der Ruhr liegt, die heilige Barbara für 15 € an. Sie ist 13 cm groß und die Schutzpatronin der Bergleute und Tunnelbauer… und der Kanoniere. Erwäge aus aktuellem Anlass die Erwerbung.

27. Juli 2023Radikale Korrektur: Die Ansprache des Physik-Nobelpreisträgers 2022, John Clauser, vor den Gremien des IWF findet nicht statt. Er wurde ausgeladen, weil den Geldleuten nicht zumutbar ist, dass da einer von etwas redet, wovon er nach Auffassung der Gastgeber nichts versteht. Sein Thema: How much can we trust IPPC climate predictions (Wie weit können wir den Klima-Vorhersagen der IPPC vertrauen)? – Offenbar gar nicht, denn bereits vor Tagen hatte Clausen die Modellrechnungen der sog. Klimaforscher als Pseudowissenschaft bezeichnet.
Korrektur (2): Es genügt nicht, die Geldsäcke vor unangenehmer Wahrheit zu bewahren. Nein, es muss auch der Herr Jedermann geschützt werden. Zu diesem Zweck findet man bei Google statt des Vortrag-Manuskripts jetzt 404 Error. Danke Google.
Korrektur (3): Robert Kennedy jun., selbsternannter US-Präsidentschaftsbewerber, war in dieser Woche schlauer. Bevor ihm einer den Mund verbieten konnte, sagte er bei einer Kongressanhörung zu Corona und deren Bekämpfung, dass die verabreichten sog. Impfstoffe je nach der Rasse der Impflinge unterschiedliche Folgen gezeitigt haben. Das woke Amerika jaulte auf wie ein Mann, pardon: wie ein Dings. Indessen: Eine sofort veranstaltete Meinungsumfrage brachte zum Verdruss der diversen Meinungs-Machthaber einen steilen Anstieg der Zustimmung zu Kennedy ans Licht.
Korrektur (4): Zwar biss der US-Präsident nicht seinen Personenschützer im Weißen Haus, dafür tat es sein Hund. Dass dies ein Deutscher Schäferhund ist, braucht wohl nicht gesondert betont zu werden. Zu Hautfarbe des Verletzten wurde nichts mitgeteilt. Wäre es ein Schwarzer, dann wüssten wir’s. Der offenbar Schwererziehbare soll jetzt nachgeschult werden. Vegane Kost?

Vor der Küste von Ameland treibt ein mit Autos beladener Frachter brennend auf hoher See. Das Feuer ist nicht unter Kontrolle zu bringen. Jetzt diskutieren die sog. Experten, ob eines der geladenen Elektro-Spielzeuge den Brand verursacht habe. Schön, kann man machen, doch das eigentliche Problem sieht anders aus: Befindet sich ein Elektro-Fahrzeug im Umfeld eines Brandes und fängt es hierbei Feuer, so wird der Brand unregierbar. Diese Erkenntnis auf die Realität übertragen, gäbe es nur eine einzige Lösung, aber die will niemand wahrhaben.

26. Juli 2023Scharfe Sache: In der Mainzer Taunusstraße residiert die Firma Rosemary & Co. Obwohl wir uns gar nicht kennen, sind wir in einem Anschreiben, das ich unangefordert nebst Gewürz-Gutschein erhalte, per Du. Wenn mich ein Fremder duzt, deute ich das als eine Personenverwechselung (mildere Variante) oder dahin, dass er mich für einen blödianischen Alten hält, dem das Du Vertrauen einflößen soll.

Scharfe Sache (2): Alles Bio – „soweit wie möglich“, so schreibt Rosemary. Ich verkneife mir die Anfrage, ob man auch das Muffig-Gewürz bekommen kann, damit alles so unfroh riecht (und schmeckt) wie im Bioladen. Für Interessenten: Mein 30 Euro Gutsschrift-Code lautet DDX134.

Frühmorgens 10° bei dichten Wolken und Windstille. Es wird im Laufe des Tages nur wenig wärmer werden. Mein Apple Weather weiß Rat, einfach auf Fahrenheit umschalten und schon kriegt man bei 50° warme Füße.

Hochgrad (2): Ich habe noch gelernt, dass ein Gespräch über das Wetter von mangelhaften Umgangsformen zeugt. Heute ist das anders. Wer bei Häppchen und Schampus in den Panik-Modus verfällt, gilt als gut integriert. Wer allerdings davon redet, dass dies alles Zwecklügen der Herren Climate Changer sind, gerät an den Rand des Rauswurfs.

Ein tausend Seiten Roman ist eine Herausforderung. Für den Autor und für den Leser. Ohne Furcht und Tadel von Evelyn Waugh aus der Hand gelegt, zu Ende gelesen. Eine Groteske als Kriegsbuch über World War II. Narren und Phantasten, Militär-Bürokraten und Upper Class-Trinker in der Tristesse eines zerbröselnden Empire. Nebenbei eine schallende Ohrfeige in die verzückten Gesichter der ach so geheimen Commandos.

Waugh (2): Immerhin ich will nicht verschweigen, dass ich dem Buch diese Sentenzen hier verdanke: a) Ein Freund von Ihnen? – Ja, er hat meine Frau geheiratet. – Ich dachte, er wäre Junggeselle. – Ist er auch inzwischen wieder. b) Die Strafe für Faulheit ist ein langes Leben. – Für 972 Seiten ziemlich karg. Eine einst imperiale Gesellschaft, unrettbar in den Untergang taumelnd.

Welt im Untergang (2): Klar erkannt, doch es bleibt die niemals gestellte Frage: Warum habt ihr das getan?Welt im Untergang (3): Jetzt ist dasselbe morbide Spiel auf dem Kontinent angekommen. Hat ein langes Menschenleben lang gedauert. Bleibt dieselbe Frage: Warum habt ihr das getan?
Welt im Untergang (4): Bedenke deinen eigenen Anteil, bevor du sagst: Die da waren es.

25. Juli 2023Die Verstandeskraft, das Bewahrenswerte zu erkennen, nennt man bisweilen konservativ. Doch wenn der Erkenntnis kein Wille zum Handeln innerwohnt, ist es nichts als greisenhaftes Gejammer.
Das Bewahrenswerte zu bewahren, verlangt zugleich, das Entbehrliche zu beseitigen. Das eine ist ohne das andere nicht möglich. Dem auf diese Weise Notwendigen mit Wortschwall auszuweichen, ist nichts als feige Augenwischerei.
Vor Tagen beschrieb ich die Ukraine als eine zynische Waffenschau – mir fiel kein treffenderes Bild ein. Jetzt tauchte erstmals die russische Riesendrohne S 70 Hunter am Himmel dort auf, von einer Su 35 begleitet. Aus der Nähe betrachtet sieht sie aus, als hätte der amerikanische Tarnkappenbomber Pate gestanden – nur eben viel kleiner. Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 1.400 km/h soll sie eine Reichweite von 6.000 km haben. Das reicht locker bis Berlin oder Rammstein.

24. Juli 2023Ostfront: Die Lage wird kompliziert, weil die Russen nach dem Aufkündigen des Getreide-Abkommens die Seeblockade von Odessa wiederaufgenommen und zudem die Stadt mit Drohnen und Raketen beschossen haben. Getroffen wurde auch das chinesische Konsulat dort. Die US-Boys sind empört, dass die Chinesen bislang keine Verurteilung dieses Angriffs vorgenommen haben.
Ostfront (2): Seit Tagen nichts Bemerkenswertes an den üblichen Fronten. Das Töten geht weiter. Indessen: Von der ukrainischen Offensive redet niemand mehr.
Sehenswert und erfreulich: Die beiden Ausstellungen der Malerin Cornelia Schleime in Dresden verlangen nach einem ausführlichen Bericht. Über den dort applizierten Ukraine-Kotau der sächsischen Museumsbürokratie sehen wir hinweg.

Derweil in Berlin: „Wir müssen alle in den letzten Jahrzehnten Praxis gewordenen Fehler beseitigen, die Verteidigungsminister der CDU/CSU auf den Weg gebracht haben, denn dazu zählt nicht nur die Halbierung der Bundeswehr und die Abschaffung der Wehrpflicht…“ Sagt ein Mann namens Scholz, der expressis verbis gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist. – Kanzler ist er, das ist ziemlich sicher, aber ist er auch diensttauglich?

22. Juli 2023Seit drei Tagen sitze ich morgens mit einem Pullover am Schreibtisch. Heute in aller Früh draußen dasselbe Bild: Kalt, dichte Wolken und völlig windstill. Das hindert die Klima-Irren nicht daran, vom heißesten Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zu reden. Mir gefällt das, denn es zeigt dem letzten Deppen, dass da etwas nicht stimmt.

Faktenfrei (2): Dass zum Gebetsteppich der Klima-Irren der Kölner Dom – wohlgemerkt, der unter Wasser stehende – gehört, hängt mit dem zelebrierten Abschmelzen der Polkappen zusammen. Physikalisch relevant kann hier nur der Südpol mit seiner Landmasse und ihrem Eispanzer sein. Der ist in den vergangenen 15 Jahren um 5.000 qkm gewachsen.

Übern Teich: Eines der drei Gerichtsverfahren gegen Donald Trump ist gestern terminiert worden. Das wg. Aktenmitnahme und weiteren 37 Anklagepunkten. Das Gericht hatte ursprünglich den August 2023 vorgesehen, doch da hatte die Staatsanwaltschaft protestiert: Sie könne nicht so schnell die Beweismittel herbeischaffen. Anklage erhoben ohne Beweismittel? Wunderbares Amerika. 

Anklage (2): Der neue Gerichtstermin liegt im kommenden Jahr dicht vor der Präsidentenwahl. Das ist für die Dems, die das Verfahren betreiben, der volle Erfolg. Derweil wachsen die Umfragedaten für Trump ins Bedrohliche. Sie werden nichts bewirken.

21. Juli 2023Warum nur erwähnt man beim Bürger G. stets, dass er ein Pfarrer sei? Müsste doch eigentlich heißen: gewesen sei. Sein einziges Verdienst, an das ich mich erinnere, war, dass er eine Behörde leitete, deren Namen sich niemand, der bei Sinnen war, merken konnte. So nannte der Volksmund sie etwas einsilbig nach ihm. Ein Markenname als Produktbezeichnung. Davon träumt jeder Werbe-Heini: Uhu, Tesa, Persil, Pril und eben G..
G. (2): Ansonsten sind mir aus dem Mund des Redners nur dumme Sprüche in Erinnerung: Dunkeldeutschland. Jetzt hat er das Zwischenreich verbal gegründet, das sei jener unwirkliche Rückzugsort, in dem jene Dunkeldeutschen lebten und immer noch leben.
G. (3): Vor dreißig Jahren bezeichnete man die Typen seines Zuschnitts als Wendehälse. 

Leserin B. schickt mir das Foto eines Einkaufsbeutels, der vor Jahren mal im Wahlkampf in Dunkeldeutschland verteilt wurde – und zwar von der ehemaligen SED, die seinerzeit PDS hieß. Sein Aufdruck: Demokratie braucht Opposition. Sie ergötze sich, so merkt sie an, an den Reaktionen – dem sich winden – derer, die darauf aufmerksam werden. Ich sehe diese vor meinem inneren Auge. Der Morgen beginnt vergnügt.

20. Juli 2023Plötzlicher Entschluss oder nur dessen Ankündigung: US-Regierung will das Viren-Labor von Wuhan nicht mehr finanzieren. „Nicht mehr“ bedeutet, dass sie es bislang tat. Gain of function heißt auf Technokratisch die in den USA verbotene Virenzucht. Man konnte, wenn man wollte, dieses verbotene Tun seit langem kennen, doch Mainstream wollte nicht. Als ich vor Jahr und Tag unter Nennung von Ross und Reiter darüber schrieb, wurde es als Verschwörungsgeschwätz abgetan. Merke: Verschwörung ja, aber in echt.
Geschwätz (2): Der offenbar von einem Sonnenstich heimgesuchte Fernsehclown und Mediziner Eckart von Hirschhausen weiß das hier: „Ein gekochtes Ei hat für immer die Chance auf Leben vertan. Denn das Ei besteht aus Wasser, Fett und Eiweiß. Genau wie das menschliche Hirn. Deswegen sind Hitzewellen so gefährlich für uns Menschen.“ Soso, ich halte freilaufende Idioten für gefährlicher als Hitzewellen. Und das mit dem gekochten Ei unterschreibe ich auch nicht, denn merke: Lege das gekochte Ei ein Weilchen in die Sonne, dann wirst du erleben, wie es zu leben beginnt.

19. Juli 2023Übern Teich – Nachtausbeute: a) Kongress-Aufsichtskomitee will zwei Whistleblower der US-Steuerfahndungsbehörde wg. Biden-Familien-Korruption anhören, b) Justizministerium (DOJ) und FBI wollen das verhindern, c) DOJ-Sonderermittler gegen Trump will in dieser Woche noch eine Anklage gegen den Ex-Präsidenten wg. dessen angeblichen Staatsstreichplänen (Kongresssturm am 6. Januar 2021) mit einer Grand Jury durchsetzen. 

Übern Teich (2): Sind das wirklich die Leute, vor denen sich die ganze Welt fürchten muss? Ausbeute derselben Nacht:

Ach ja, und gestern schon notiert: US-Vizepräsidentin Harris will Klima durch Bevölkerungs-Reduzierung retten. Sei nur ein Versprecher (Freud‘scher Art?) gewesen, wird anschließend gespressesprechert. Willkommen im Annalena-Club.

18. Juli 2023„Die Zusammenarbeit zwischen der Nato und der Ukraine wird auf eine neue, auf eine noch tiefere Stufe gehoben“. So die deutsche Außenministerin Annalena Bb. am Wochenende zum Ergebnis des zu Ende gegangenen Nato-Gipfels in Wilna-Vilnius. – Kannste dir nich ausdenken.

Nato-Gipfel (2): a) direkte Konfrontation mit Russland vermeiden, b) weiter Waffen liefern, c) dem Iran drohen.

17. Juli 2023Sommerloch? Zum Glück gibt‘s morgens die Leserbriefseite der Zellerzeitung. „So ändern sich die Zeiten. Die fetten Jahre sind passé, fette Politiker dagegen en vogue“.
Ursache und Wirkung: Das russisch-ukrainische Getreideabkommen endet heute. Da wird in Kürze das übliche Feuerwerk des Russenhasses entzündet werden. Über die Ursache der Beerdigung, den ukrainischen Sprengstoffanschlag auf die russische Ammoniak-Pipeline, wird weniger berichtet werden.

16. Juli 2023Inzwischen alt genug, um mich nur noch für den Tod von – wohlgemerkt – anderen zu interessieren? Bin ich sicher nicht. Und dennoch, der Tod von Milan Kundera zwingt mich automatisch in eine knappe Rückwärts-Schleife. Sie führt in die frühen 1980er Jahre und endet auch dort. Nein, halt, in den Anfang-1990ern diente mir der Mann mit seinen Romanen, um mit den neuen, den östlichen Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.
Roman (2): Der Intelligenzforscher Volkmar Weiß hat einen zweiten futuristischen Roman vorgelegt. Er führt, wen wundert’s, in eine Menschenzucht-Welt, sie ist indessen eher pornographischen Zuschnitts. Über die vom Verlag beigegebenen Zeichnungen von Sebastian Hennig soll sich der Autor pikiert geäußert haben. Dennoch kaufe ich zwei der Blätter beim Künstler ein. Mal sehen, welcher Besucher sich erstmals darüber angestrengt äußern wird.
Noch mal davongekommen: Nachts von Norden kommend Rückfahrt auf der A 9 nach Hause, obwohl ich gewarnt worden war, dass ein Sturm tobe und alles überschwemmt sei. Auf den Höhen des Saaletals war die Straße nicht mal feucht. Nur der Mastenwald der Windräder von Weißenfels blinkte arbeitsscheu vor sich hin.
Routinemäßig notiere ich das Erscheinen von Bernd Zellers Rentnerischem Akrützel. https://seniorenakruetzel.blogger.de/static/antville/seniorenakruetzel/files/senioren-akruetzel%2047.pdf. Leseprobe:

15. Juli 2023Der Traumtanz nimmt Fahrt auf: Ein VW-Vorstand merkt an, dass der Konzern in einer schweren Krise stecke. Den wahren Grund nennt er nicht. Sie bauen Elektro-Spielzeuge, die kein Mensch kaufen will. Lösungsvorschlag: Man baut zukünftig bessere E-Autos. Wie nennt man das? Mir fehlt die Vokabel.
Ist es Wehrkraftzersetzung, wenn man feststellt, dass der neue Generalinspekteur lustig aussieht? Oder liegt das an dem Foto, welches durch dpa verbreitet wird. Er will die Bundeswehr kriegstüchtig machen. Soso, will er das? Früher hätte man im Anschluss an den Wortlaut des Grundgesetzes gesagt: Sicherstellen, dass sie ihren Verteidigungs-Auftrag erfüllen kann, denn von Kriegführen in aller Welt ist dort nicht die Rede.
Die Kassiererin 112 im Kaufland stellt mir ihr Frühstück in Rechnung. Jedenfalls findet es sich an der Spitze meines langen Einkaufszettels, den ich zu Hause gegen meine Gewohnheit überfliege. 5,98 €, da bin ich ja noch einmal gut davongekommen.

14. Juli 2023Alles Verschwörung oder so: War mir seinerzeit gar nicht bewusst geworden, dass 2007/8 in der bis dato größten Krise des Kapitalismus die Meldungen mit der Lüge von den abschmelzenden Polkappen vollgepflastert waren. Entnehme dem Internet zwei der einschlägigen Beispiele, weil ich es selbst kaum glauben kann, denn natürlich hatte ich auch vergessen, dass ich zwischen 2013 und 2015 meine Yacht an den Spitzen des Kölner Doms festmachen musste, bevor ich sie in das Achterwasser von Usedom – die Insel war plötzlich wieder aufgetaucht – überführte, damit ich sie für die Sprengung der noch nicht gebauten Pipeline Nord Stream 2 aufrüsten konnte.

Verschwörung (2): Es äußert sich der Nobelpreisträger 2022 für Physik und zwar so: „Die fehlgeleitete Klimawissenschaft hat sich zu einer massiven schockjournalistischen Pseudowissenschaft ausgeweitet“. John Clauser heißt der Mann. Clauser, man wird sich den Namen merken müssen, damit man nicht verwundert ist, wenn er plötzlich wg. sexueller Belästigung am Medienpranger steht.

13. Juli 2023Das bombastische öffentliche Geschwätz über den großen Thing zu Wilna kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Substanzielles mit Bezug auf den Ukraine-Krieg nicht beschlossen wurde.
Die deutschen Medien versuchen dem Konsumenten neben dem täglichen Wetter-Wahn das Thema CDU aufzudrängen. Dem politmedialen Komplex schwant nämlich, dass diese einst allmächtige Partei auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit ist. Dem gilt es gegenzusteuern, denn mit dem Verschwinden der CDU wächst die Möglichkeit, dass die Gott-sei-bei-uns-Partei an die Macht kommt. Kein Mensch redet mehr – wie einst bei den Grünen – davon, dass die Praxis sie entzaubern werde. Jetzt regiert nackte Angst die Debatten.
Sowas kommt von sowas: VW macht bekannt, dass es die Auto-Produktion in Deutschland drosseln müsse, weil für die hierzulande hergestellten Elektrospielzeuge kein Markt da sei. Das ist Ökonomen-Geschwätz für die Erkenntnis: Wir kriegen die Dinger hierzulande nicht los.
Elektro-Mobil (2): Ein gigantischer Konzern plant am Publikum vorbei. In D kaufen nur Leute ein Elektrospielzeug, die auch grün wählen und sich ein Drittauto leisten können. Das sind nicht so sehr viele. Und dann gibt es noch diejenigen, im darin ein Status-Symbol sehen möchten. Das sind auch nicht sehr viele, und die greifen zum Tesla und nicht zu so einem mordshässlichen VW.
Elektro-Mobil (3): Wer in D einen neuen VW-Diesel kaufen will, wartet unabsehbare Monate. Das Trabi-Syndrom lässt grüßen. Oder anders ausgedrückt: Vor aller Augen wird ein Front-Runner des deutschen Wohlstands abgewrackt. Mutwillig.

12. Juli 2023Was in Wilna-Vilnius vorgeht, wird hinter dem Vorhang der Macht in Washington DC entschieden. Und was dort vorgeht, ist ein Kampf auf Biegen und Brechen, ob die Geldleute endgültig übernehmen, oder ob sie noch einmal gehindert werden können. Die Dinge stehen nicht gut für uns.
Wilna (2): Joe verkündet, dass v.d.L. Nato-Generalsekreteuse werden soll. Überlege gerade, mit wem sie da ihre Geschäfte machen kann. US-Waffenindustrie?

Derweil macht das Volk Witze: Annalena, schau doch mal nach, ob der Blinker von unserm SUV noch geht. – Geht…geht nicht…geht…geht nicht.

Oder der hier: Annalena, warum hast du den Computer auf den Fußboden gestellt? – Damit er nicht abstürzt.

11. Juli 2023
Ostfront: Vom Nato-Gipfel in Wilna-Vilnius nichts Konkretes bislang, was man sich merken müsste.
Ostfront (2): Weiterhin verlustreiche Einzelgefechte, die keinen Kriegsplan erkennen lassen. Sollte es die Absicht sein, die Russen durch Nadelstiche zu ermüden, dürfte eine solche Rechnung kaum aufgehen.
Ostfront (3): Putin hat sich mit dem Ex-Chef der Wagner-Truppe Prigoshin im Kreml getroffen. Der hatte mehrere Dutzend seiner Unterhäuptlinge mitbringen dürfen, während sich das Gros seiner Wagnerianer Legionen in Weißrussland aufzuhalten scheint. Was die Herren beschlossen haben, weiß ich nicht. Nur sollte die westliche Berichterstattung endlich auf die Behauptung verzichten, der Kreml-Chef sei geschwächt worden. Das ist pures Wunsch-Denken, vielleicht auch die Enttäuschung, dass in Moskau derzeit nur einer das Sagen hat, und das ist Wladimir P.

10. Juli 2023Verdient festgehalten zu werden: Stuttgart, die Hauptstadt des grünen Wahns, erlässt für 170 Straßen der Stadt ein Verbot, sich dort festzukleben. Zu deutsch: dort (!) darf niemand Straftaten begehen. Heißt im Umkehrschluss, in den anderen Straßen darf man Straftaten begehen. Das ist Heuchelei auf Spitzenniveau.
Komplett durchgebrannt: Aus dem Munde des Klimaministers soll es besonders bedrohlich klingen: Vor ein paar Tagen sei der heißeste, je gemessene Tag in der Geschichte der Menschheit, gewesen. Mit dieser Äußerung wird er bei dem Fernsehclown Lanz zitiert. – Diese Typen schämen sich nicht einmal. Der Spruch das-kann-weg trifft es nicht richtig. 

Durchgebrannt (2): Falls es stimmt, was ich noch vor wenigen Monaten las, dass nämlich der Robert – zeitgleich mit mir – in der Namib war, dann lügt er faustdick, denn dort war es erheblich heißer.

9. Juli 2023Warum ich nicht Esteban hieße, fragt aus dem Nichts eine magere, heftig transpirierende Dame während der Ausstellungs-Eröffnung. Bitte gönnen Sie mir Ruhe, das zu erforschen, erwidere ich, studiere eine Bildlegende und gehe dann weiter. Kontaktaufnahme missglückt. Ich bin nicht nur angesichts der vorherrschenden Wärme erleichtert.
Eröffnung (2): Rätselhaft ist mir stets, was bei solcher Gelegenheit als Rede abgesondert wird. Im speziellen Fall geht es um das Ende der Welt, doch von den weiteren, mich deprimieren sollenden Details lenkt mich die Kleidung der Vortragenden ab: Dreiviertellange bollerige Hose mit Knietaschen sowie graue Wollsocken unterschiedlicher Länge in Sandalen. Bei 30 Grad im Schatten. Meine Gedanken schweifen ab, ob man solch ein bedauerliches Wesen früher einen Blaustrumpf genannt hätte.
Ausstellung (3): Als ich mein Handy vor dem Einsteigen ins Auto in die Tasche stecke, drücke ich versehentlich auf den Auslöser. Ich finde, dass sich das Ergebnis gegenüber dem zuvor Betrachteten durchaus sehen lassen kann. Beschließe, es der Stadt Naumburg anzubieten.

Lese ohne Erstaunen über die enge Zusammenarbeit von Journalisten mit den Kriminellen der Letzten Generation. Das überrascht mich nicht. Indessen: Mein letzter unmittelbarer Kontakt mit solchen Sachverhalten reicht über zwanzig Jahre zurück, als öffentlich-rechtliche Journalisten mit Neonazis zusammenwirkten, um deren Aktionen überhaupt erst publik zu machen und zum skandalösen Ereignis aufzublasen.
Das Klima-Stuss in vier, fünf Merksätzen: In einer Buchbesprechung zu Heinz Hug: Die Grüne Falle. Wie der Ökologismus unsere Gesellschaft vergiftet bemerkt der bekannte Meteorologe Wolfgang Thüne dieses hier: 

„Zu den Träumen einer Erdsimulation sagt der mächtige Klimapapst Hans-Joachim Schellnhuber in seinem Buch Selbstverbrennung, ‘dass eine präzise Klimavorhersage nur auf der Basis einer exakten Weltgesellschaftsvorhersage erstellt werden könnte, letzteres ist jedoch ein Ding der Unmöglichkeit.‘ Mit anderen Worten, ‚Nichtlinearität und Komplexität machen Wetterprognosen zum Ding der Unmöglichkeit!‘ So ist es! Zum C, dem Kohlenstoffatom, sagt Schellnhuber: ‘Wenn es einen Gott gibt, dann ist es sein Element, der Grundstoff der Schöpfung.‘ Gegen diesen führt er nun Krieg und will ihn als Kohlenstoffmolekül CO2 in der Atmosphäre vernichten, zum Schutz des Klimas! Will er alles Leben auf Erden ausrotten? Dabei beschreibt er die Photosynthese, die Quell allen Lebens ist. Man nehme COund H2O und lasse dann die Sonne scheinen ‘in Form von Lichtquanten‘ sowie das Blattgrün Chlorophyll und fertig sind die Kohlenhydrate (Cm(H2O)n und Sauerstoff O2! Daraus entwickelte sich das grüne Kleid der Erde, die Tierwelt und zuletzt die Menschenvielfalt. Alles fing an mit den Blaualgen oder Cyanobakterien! Dann kritisiert er Gott, dass der Wirkungsgrad der Photosynthese keineswegs beeindruckend wäre.“

8. Juli 2023Broccoli ist wie Blumenkohl, dem man den Geschmack abgewöhnt hat.
Kesselsülze vor dem Ratskeller in Naumburg an der Saale kostet nahezu 20 Euro. Man kann also keineswegs mehr von einem Armeleute-Essen sprechen.
Naumburg (2): Die Stadt (laut Fremdenführer mit 34 Tausend Einwohnern) wirkt auf mich wie ein zu groß gewordener Pullover, der an einen Schwindsüchtigen weitergereicht wurde.
Naumburg (3): Sympathisch wie ein Museumsstück wirkt die Straßenbahn. Die Münze mit Rathausansicht und Stadtwappen trägt eine Prägung der Meißener Porzellan-Manufaktur.
Naumburg (4): Das An-der-Saale kann ich nicht bestätigen. Vielleicht war sie ja in die Sommerferien verreist. Muss dabei allen Hinweisschilder, wie man aus der Stadt Richtung Autobahn wieder rauskommt, mitgenommen haben.

Naumburg (5): Zuweilen kommt es – nicht nur bei den Damen – auf den Ausschnitt und dessen Vergrößerung an:

7. Juli 2023Die Entscheidung des 2. Senats des BVerfG, den Schnell-Durchmarsch des Heizgesetzes abzubremsen, hat mit dem Demokratieprinzip wenig zu tun. Nach dem kompletten Verfall der Autorität des Gerichtes wollten die Richter lediglich in einem nicht-erheblichen Fall zum Ausdruck bringen: Wir sind auch noch da. Am Heizgesetz und dessen Verabschiedung im September wird das nichts ändern.
Forschung: Wegen Klimaerwärmung ist der gefühlte Sommer gar nicht so heiß. Wenn der Hitzerekord sich so anfühlt, als wäre er gar nicht so rekordverdächtig, ist das natürlich ein Alarmsignal. (Zellerzeitung von heute Nacht). 

Und das hier aus deren Leserbriefen: Christian Lindner stellt klar: Wenn ich sage, man könne FDP wählen, ist das natürlich ein Witz.

6. Juli 2023Was man für 42,40 € nicht bekommt: Bei der Stadtverwaltung von Schilda unbeanstandet einen Ausweis, sondern einen Rüffel für eine Unterschrift, die vom Personalausweis-Personal als unleserlich zurückgewiesen wird. Nach drei vergeblichen Anläufen mit der von mir seit Jahrzehnten genutzten Unterschrift schreibe ich in den Vordruck meinen Namen in Druckbuchstaben. So, jetzt ist es richtig. Bin gespannt, wann ich zum erstem Mal Schwierigkeiten mit dem fertigen Ausweis kriege.
Schilda (2): Mein gleichfalls im Wüstensand zurückgebliebener Führerschein muss auch ersetzt werden. Dazu muss ist einen Antrag stellen, den ich allerdings nicht sogleich stellen kann, sondern erst am 15. August 2023. Wohlgemerkt es geht um die Antragstellung, nicht um den neuen Führerschein.
Übern Teich: Ein US-Bundesrichter verbietet das Eingreifen von Bundesbehörden bei den social media zum Zwecke der Zensurierung von Beiträgen. Wenn das Schule macht!
Übern Teil + Schule (2): Der Supreme Court der USA verbietet die Auswahl nach Rasse-Gesichtspunkten an Schulen und Hochschulen (d.h. im Klartext die Bevorzugung von Schwarzen). Dergleichen sei mit dem Gleichheitsgebot unvereinbar. Es herrscht veröffentlichtes Unverständnis bei Mainstream, denn in der Farm der Tiere waren auch alle gleich bis auf die, die gleicher waren. Nunmehr wird eine Prozesslawine erwartet.
Übern Teich (3): Die freie Welt nachdem Russlands vollständig isoliert worden ist (unbekannter Zyniker).

Alles Nazi oder was? Mainstream überschlägt sich jetzt mit angeblich steigenden Umfrageergebnissen für die AfD. Man ist sich immer noch einig, dass das alles Protestwähler seien. Dass die Leute das vernünftig und gut finden, was aus den Mündern der Verteufelten kommt, entzieht sich den Köpfen der Wahlexperten. Was sie reden, ist wunschgesteuerter Blödsinn. Dafür sind sie schließlich da.
AfD (2): Ob das so kommt, wie für den Osten befürchtet, das steht in den Sternen. Das einzige, was die Parteien der Nationalen Front fürchten müssen, ist eine hohe Wahlbeteiligung. Sonneberg ist ein Menetekel. Daran werden sich die sog. Maßnahmen ausrichten.

5. Juli 2023Noch von gestern: Nach den Äußerungen des US-Präsidenten zu physikalisch-chemischen atmosphärischen Beeinflussung – und damit des Wetters – per Flugzeug und Rakete geht mir durch den Kopf, dass ich jahrelang die Debatte über die sog. Chem-Trails für Unsinn gehalten habe.
Biden im Wahn (2): Schon steh ich an der Grube dicht | Des Schinders Messer mich schon sticht | Doch meine Narrheit lass ich nicht (Sebastian Brant: Das Narrenschiff, Nr. V).
Deutsche Kampfbrigade in Litauen: Was tut die da? Die Litauer vor den Russen schützen? Oder vor den Polen. Die gewaltsame Auseinandersetzung um die kurzzeitige litauische Hauptstadt Wilna ist genau 100 Jahre her, danach war sie polnisch. Stalin korrigierte das 25 Jahre später, dabei blieb es. Bislang. 

Litauen (2): Zwischen 1923 und 1939 war das Verhältnis zwischen Deutschland und Litauen denkbar schlecht. Der Grund war die litauische – heute würde man sagen: völkerrechtswidrige – Annexion des Memellandes. Schöne Gegend, schöne ex-deutsche Stadt dieses Klaipéda (Memel).
Fremde Federn: Sie glauben an nichts, aber sie wollen die Schöpfung bewahren. So Ulrich Schödlbauer in seinem Nachtbuch, https://ulrich-schoedlbauer.iablis.de/537-nachtbuch-ii-34.

4. Juli 2023Aus dem aufgestauten Meldungswust eines elektronik-freien Wochenendes schälen sich zwei Ereignisse heraus: der Rechtsstaat in Bochum und die Bürgerkriegs-Ereignisse in Frankreich. 

Rechtsstaat Bochum: Die Richterin am dortigen Landgericht Petra Breywisch-Lepping hat den Arzt Dr. Heinrich Habig zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, die er sofort antreten musste. Sein Vergehen: Er hat Patienten mit unrichtigen Impfzertifikaten versorgt. Sein Verhalten, so die Richterin, offenbare eine „rechtsfeindliche Gesinnung“. Ob er hierdurch – so war er selbst in Übereinstimmung mit ungezählten Fachleuten überzeugt – Leben und Gesundheit seiner Patienten gerettet habe, fand die Dame des Rechts nicht erörterungsbedürftig. Nebenbei: der von der Richterin verwendete Ausdruck der Gesinnung offenbart in bemerkenswerter Weise, dass die Urteils-Kritiker mit dem Verdikt recht haben könnten, es handele sich hier um Gesinnungs-Justiz.
Rechtsstaat Frankreich: Beim Nachbarn ist der offene Bürgerkrieg ausgebrochen. Der Präsident von Geldes Gnaden Macron traut sich nicht, gegen die marodierenden Moslems mit Militärgewalt vorzugehen. Vermutlich hat er das Beispiel seines österreichischen Kollegen Kurz vor Augen, bei dem bereits eine verbale Ablehnung der ansteigende Immigranten-Ströme genügte, um von seinen enttäuschten Förderern und Strippenziehern in die Frühverrentung geschickt zu werden.
Frankreich (2): Während er die Polizisten mit gewalttätigen Moslems verheizt, feiert der Präsident mit ausgesuchten Gästen eine Abschiedsparty mit Elton John und dessen Ehemann. Nehme an, dass ihm das einschlägige Verhalten der russischen Adelselite in den Jahren 1916/17 unbekannt ist.
Jetzt dreht er frei im Raum: Joe, der US-Präsidentendarsteller, will wg. Klima das Sonnenlicht korrigieren. Ist keine Ente, wie ich erst annahm. Diese Leute sind nicht nur irrsinnig, sondern – was mit solchen Experimenten oft Hand in Hand geht – gefährlich, weil sie die Atmosphäre global verändern wollen. Anders als die berühmten Schildbürger, die Schubkarren nutzten, um Sonnenlicht ins fensterlose Rathaus zu schaffen, wollen diese hier die Lufthülle der Erde mit Metallpartikeln bestücken, die durch Licht-Reflexion unmittelbar Einfluss auf das Wetter haben sollen.
In eigener Sache: Mein jüngstes Interview mit Robert Stein von Nuoviso ist auf Sendung. Für meine Leser nichts grundlegend Neues, nur eben auf einem anderen Medium. Dauert allerdings gute 90 Minuten. https://nuoflix.de/zwischen-allen-stuehlen.

3. Juli 2023
Etwas anders gemeint, aber trotzdem gut: Wem es an Öl hier nicht gebricht | Wer leuchten lässt der Ampel Licht | dem fehlt die ewige Freude nicht (Sebastian Brant: Narrenspiegel, 1494, Nr. CVI).

Oder wie wär es mit Annalena Bb, die es mal wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit geschafft hat, als sie am Wochenende den Südafrikanern Hoffungsspeck (bacon of hope) anempfahl. Lese hierzu nichts als Zustimmung, vor allem in den Zuschriften an die Zellerzeitung.

Annalena (2): Sie hätte auch sagen können: Gesellen folgt uns unverwandt | Wir fahren ins Schlaraffenland | Und stecken doch in Moor und Sand (auch Sebastian Brand, ebd., Nr. CVIII). Aber dazu reichen wohl Bildung und Englisch-Kenntnisse nicht aus.

Und schließlich: Heißt es nun: Da beißt keine Maus einen Faden ab? Oder: Da beißt eine Maus keinen Faden ab? Das sind die wirklich relevanten Fragen. Falsch, obwohl gerne gebraucht, erscheint mir: Da beißt keine Maus keinen Faden ab.

Maxim Gorki… und Mura B.

Prolet-Kultur – Wie man einen Staat zerstört, Teil 5: Der Schriftsteller als Waffe… und Maxim Gorki

Mit diesem fünften und letzten Teil der Betrachtungen zum Krisenjahr 1923, wende ich mich der Kampfform der Beeinflussung zu. Nach all den geschilderten Misserfolgen, welche die sowjetrussischen Umstürzler im Laufe das Jahre hinzunehmen hatten, mussten nun die Schriftsteller an die Front. Sie hatten beträchtlichen Erfolg.

       Der Schriftsteller, um den es im Folgenden als den erfolgreichsten unter den Beeinflussern gehen soll, ist der Literaten-Star Maxim Gorki. Er war, um in einem sowjettypischen Bild zu schwelgen, ohne es zu wollen, Hammer und Amboss zugleich.

Eins

Auf dem Wege zur Sonne: der Wanderer Maxim Gorki

Bevor aus dem Mann der weltbekannte Maxim Gorki wurde, hieß er Alexej Maximowitsch Peschkow. Der kam 1868 in Nishnij Nowgorod – das liegt rund 450 km östlich von Moskau – als armer Leute Kind zur Welt. Frühzeitig verwaist und ohne nennenswerte Schulbildung vagabundierte er in Russland umher. Kurz vor der Jahrhundertwende gelang es ihm, eine erste Erzählung zu veröffentlichen. Zu der Zeit hatte er einen Posten als Journalist bei einer Lokalzeitung in Samara inne. Das befand sich nicht gerade im Zentrum Russlands, sondern rund 700 km Wolga-abwärts von seinem Geburtsort entfernt. Nun ja, die Wolga ist lang, und, wie der Russe so sagt, der Zar ist weit.

     Wir würden heute nichts von Gorki wissen, wenn er nicht 1903 mit seinem Bühnenstück Nachtasyl einen überraschenden Welterfolg gelandet hätte. Plötzlich war er wer. Ein Foto, das ihn mit einer gleichaltrigen berühmten Theaterdiva, Maria Andrejewa (1868-1953), zeigt, die seine Geliebte wurde, belegt den Wandel. Die aparte Russin war nicht nur eine bekannte Schauspielerin, sondern sie diente um die Jahrhundertwende prominenten Malern und Fotographen als Modell.

Von den Bildern, auf denen sie zusehen ist, hat es mir genau dieses eine aus dem Jahre 1905 besonders angetan, auf dem sie von zwei jungen Männern flankiert wird. Der eine ist ihr Sohn, der andere der soeben zu erstem zarten Ruhm gelangte Schriftsteller Maxim Gorki. Er war es, der die Schauspielerin mit seinen sozial-revolutionären Gedanken beeinflusste, als er ihr Liebhaber und später auch ihr Ehemann wurde.

       Dass Gorki mit sozialrevolutionären Gedanken liebäugelte, ja, von ihnen durchdrungen war, muss man nicht mühsam zu erklären suchen. Die Welt, aus der er stammte, lud zu solchen Ideen ein. Folgerichtig engagierte er sich 1905 bei der in Russland ausgebrochenen Revolution, wurde verhaftet und reiste 1906 bei erstbester Gelegenheit aus Russland aus. Sein erstes Auslandsziel wurde Amerika. Danach zog er weiter nach Italien, wo er in Sorrent eine Villa erstand, vis a vis der Insel Capri.

     Der nun folgende lange Zwischenstopp in der Sonne Italiens ist deswegen erwähnenswert, weil Gorkis sehenswertes Domizil der Anlaufpunkt für vielerlei russische Exilanten wurde, die bei ihm urlaubten, denn merke: Revoluzzen und vor allem die zugehörigen Fraktionskämpfe sind anstrengend, man bedarf der Erholung. Wir sind deswegen über dieses staunenswerte Detail des Sozialismus informiert, weil in einigen, viel später veröffentlichten Leninbüchern ein Foto auftaucht, auf welchem der Meister-Bolschewik und spätere Diktator Russlands beim Schachspiel auf Gorkis Terrasse im Kreise von Genossen zu sehen ist.

     Zur Geschichte dieses Bildes gehört, dass die sowjetischen Zensurkünstler von Auflage zu Auflage neue Retuschen vornehmen mussten, um missliebig Gewordene zu entfernen, respektive nach deren Rehabilitierung wieder zum Leben zu erwecken. Auch die Unbekannte vorn rechts, von der wir nur die linke Hand und ein Bein im gestreiften Rock sehen, musste manchmal weichen und ein andermal wieder platznehmen. Sie ist für mich das einzige Rätsel in diesem Suchbild. Oder doch nicht? Täusche ich mich, wenn ich auf Lenins Miene ein selbstgefälliges Sieger-Lächeln entdecke? Ein Teilnehmer berichtete später, dass Lenin die Partie verloren habe und außer sich gewesen sei.

1913, knapp vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, kehrte Gorki nach Russland zurück. Er blieb bis 1921, um erneut nach Italien auszuweichen. Aber innerhalb dieses Zeitraums hatten die Jahre ab der Oktoberrevolution es in sich. Da war er so etwas wie ein revolutionärer Nationalheld, der Vorzeige-Proletarier schlechthin.

       Bei den diversen Kongressen, die von den Bolschewiki zelebriert wurden, war er sichtbarer Mittelpunkt. Zum Zweiten Weltkongress der Kommunistischen Internationale 1920 veranstaltete er ein Massenspektakel im Freien, zu dem er die Dramaturgie entworfen hatte. Auf dem zugehörigen vielfach verbreiteten Teilnehmerfoto sehen wir ihn (mit kahlrasiertem Schädel) hinter Lenin stehen. Der kahle Schädel: eine Hommage an den Meister? Hinter Gorki eine Säule, und links hinter der Säule sein Sohn Maxim, auch er kahlrasiert und zudem Mitarbeiter bei der Geheimpolizei Tscheka.

Zwei

Bei Gorkis zu Hause

In diesen wenigen russischen Jahren vor und nach der Oktoberrevolution lebte Gorki mit seiner Frau Maria Andrejewa in einer hochherrschaftlichen riesengroßen Wohnung in Petrograd. In dieser gründeten die beiden 1918 mitten in den Wirren des Herrschaftswechsels einen Verlag, Всемирная литература, den Verlag für Weltliteratur. Nein, bescheiden war man bezüglich des eigenen Werkes nicht.

       Nun ist das Gründen eines Verlages und sein Betrieb zweierlei. Maria wusste Rat. Den Verlag würde ein Jurist führen, und sie wusste auch schon welcher. Es war Peter Petrowitsch Krjutschkow (1889-1938). Zwei Jahre zuvor, 1916, als Maria und Pjotr sich erstmals paarten, saß der Zar noch, wenn auch schon wacklig, auf seinem Thron. Was also hatte so ein Sprössling aus dem russischen Dienstadel, ein junger hoffungsvoller Jurist im Staatsdienst, der es bei etwas anderem Verlauf der Geschichte unter der Herrschaft des Zaren sicher einmal weit gebracht hätte, kurz drauf bei den Bolschewiki verloren?

       Zunächst war es ein Fall von Liebe und sonst gar nichts. Dabei ließ es sich offenbar nicht vermeiden, dass die Andrejewa ihren wesentlich jüngeren Geliebten mit revolutionärem Gedankengut infizierte, das sie selbst seit ihrer Liaison mit Gorki in sich trug. Für den jungen Mann mag das zunächst überraschend gewesen sein, kurze Zeit später war es lebensrettend, denn mehr als nur einer in seiner Position bezahlte nach der Oktoberrevolution die falsche Klassenzugehörigkeit mit dem Leben.

Nach der Weichenstellung durch Maria zog Krjutschkow zu dem Gorki-Paar in dessen Wohnung. Was mag der Hausherr dazu gesagt haben? fragt etwas entgeistert die Leserin. Wir wissen es nicht, allerdings das, was er kurz drauf tat, denn in der Wohnung tauchte – es muss ein wahrer Taubenschlag mit ungezählten Personen gewesen sein – noch im Verlauf des Jahres 1918 eine Frau auf, bei der ich mich streng disziplinieren muss, um nicht deren Lebensroman zu erzählen, der in drei fette Oktav-Bände nicht hineinpassen würde. Wir begnügen uns also mit Stichworten, die nur mit Gorki zu tun haben. Das sind schon ziemlich viele.

Drei

Auf die stürmische Art

Es geht um Maria Ignatjewa Budberg, genannt Mura (1892-1974), geborene Sakrewskaja, zum Zeitpunkt ihres Auftauchens noch verheiratete von Benckendorff. Die Grundbesitzers-Tochter aus Poltawa hatte als Zwanzigjährige standesgemäß geheiratet, der Ehemann, Johann von Benckendorff (1882-1919), entstammte dem deutschbaltischen Adel mit einem Gut in Jendel (Jäneda), Gouvernement Reval, also im heutigen Estland. Die Hochzeit fand 1912 nicht dort, sondern in London statt, wo ein Verwandter aus der gräflichen Linie der Benckendorffs der zaristisch-russische Botschafter war.  Sodann zog das Paar nach Berlin um, wo der frischgebackene Ehemann an der russischen Botschaft als Dritter Sekretär diente. Damit war’s im August 1914 nach dem Kriegsausbruch vorbei. Man kehrte nach Russland zurück, genauer gesagt auf das Gut im Estnischen.

(Drei Mann in einem Bett: Bruce Lockart, Jekabs Peterss, Maxim Gorki)

Irgendwann während des Krieges trennten sich die Eheleute, wenigstens räumlich, denn Mura Benckendoff befindet sich im Sommer 1918 in Moskau, wo sie eine heftige Affäre mit dem britischen Agenten und Diplomaten Robert Bruce Lockart (1887-1970) beginnt, die im September 1918 im Tscheka-Gefängnis endet, denn Lockart wird mit gutem Grund verdächtigt, den gewaltsamen Sturz der bolschewistischen Regierung vorbereitet zu haben. Er entkommt dem sicheren Tod aus diplomatischem Kalkül, dem des Agentenaustauschs zwischen Moskau und London, und wird, man kann’s nachvollziehen, für immer des Landes verwiesen.

       Für die Russin Mura von Benckendoff-Sakreskaja schien die letzte Stunde zu schlagen: falsche Klasse und konterrevolutionär zudem. Nur ein Wunder konnte sie retten. In ihrem Falle war es der Lette Jēkabs Peterss (1886-1938), Mitglied im Kollegium der Tscheka und ein berüchtigter Folterer. Der ließ sie aus der Haft raus. Ob sie hierbei einen Umweg durch sein Bett machte, ist umstritten. Wir sagen: Selbst wenn.

       Nunmehr reiste Mura – nicht aus eigenem Antrieb – von Moskau nach Petrograd, wo sie bei der Ankunft erneut festgesetzt, aber nach einem Rückruf in Moskau gleich wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Stehenden Fußes begab sie sich in Gorkis Wohnung, die sie so bald nicht wieder verlassen sollte. Was hatte sie zu bieten? Zunächst die Eintrittskarte, die galt dem Verlag. Sie sprach vier Sprachen fließend, Deutsch, Französisch, Englisch und Russisch, das Russische davon am wenigsten perfekt, ganz so wie in ihren Kreisen üblich. Und für Gorki? Sie war ungewöhnlich intelligent und gebildet. Zudem war sie, wie man das heute nennen würde, sexy, und sie war 24 Jahre jünger als Gorki und seine gleichaltrige Frau. Gorki war überwältigt, denn so eine Frau wie Mura hatte noch nie zu seinem Repertoire gehört. Seine Noch-Frau hatte keine Einwände, denn sie hatte schließlich ihren Pjotr.

       Mit Mura Budberg hatte sich die Tscheka in Gorkis Leben eingenistet. Sie, die Tscheka bzw. ihre Nachfolger, würden dort bis zu Gorkis Tod fest verankert bleiben, wie wir noch sehen werden. Doch zunächst gilt es von einem Ereignis zu berichten, das 1921, kurz vor Gorkis Wiederausreise aus Russland stattfand. Er erhielt Besuch von einem anderen Star der Weltliteratur, von H.G. Wells (1866-1946). Der linkslastige Brite war nach Russland gereist, um sich vom Wunder des Sowjetstaats ein eigenes Bild zu machen. Da lag es nahe, beim gleichgesinnten und zudem gastfreien Gorki Station zu machen. Mura erhielt Order aus Moskau, den Gast zu begleiten, offiziell hieß es: als Dolmetscherin.

Ein Foto, das die drei beieinander zeigt, hat die Zeitläufte überdauert. Es zeigt den verschmitzten, besitzergreifenden Gorki, die etwas tiefer kauernde, erstaunlich jung aussehende Mura und den leicht abwesend wirkenden Wells. Was das Bild beim besten Willen der Interpretation nicht offenbart, ist der Umstand, dass der Engländer und die Russin soeben eine heftige Liaison begonnen hatten, die Gorki bei aller Gastfreundschaft keineswegs gefiel. Vielleicht tröstete er sich damit, dass die Beziehung ohnedies nur einige Tage andauern könnte, bis der Gast wieder weg war, doch da irrte er sich.

       Es wird Gorki bei allem Im-Mittelpunkt-stehen in Russland der Revolution nicht gefallen haben. Zwar tanzte alles, was rot und mächtig war, durch seine Wohnung, aber es kann ihm nicht entgangen sein, dass die Bürger, die nicht zum roten Adel gehörten, hungerten, ihre Wertsachen für ein Stück Brot verkaufen, und die Frauen, deren Männer man erschossen hatte, auch sich selbst. Vielleicht sah er auch nichts davon und sehnte sich nur nach dem ungebundenen Leben in Sorrent zurück, an die Wärme, an die Sonne, an den italienischen Wein.

       Bleibt noch eine Dritte Variante, nämlich dass Mura ihn anstachelte, das Land der Väter zu verlassen. Doch zunächst trennte sich das Paar: Gorki reiste nach Westen, Mura von Petrograd nach Nordost. Ihr Zielland war das frisch aus der Taufe gehobene Estland, dort lag das Gut der Benckendorffs, wo ihre Kinder bei den Großeltern lebten. Den Vater hatten estnische Landarbeiter kurz zuvor erschlagen. Die estnische Regierung sah den Ankömmling ungern und nahm ihn unter Spionageverdacht vorübergehend fest.

Doch Mura, noch hieß sie offiziell Benckendorff, gelang ein Handstreich der bizarren Art. Sie heiratete Knall auf Fall einen anderen baltendeutschen Adligen und bis vorgestern noch zaristisch-russischen Offizier. Ich vermute, es ist dieser hier: Baron Nikolaj Antoljewitsch Budberg (1894-1971). Die Ehe hielt ein paar Tage – verrückt, aber wahr. Sie brachte ihr einen neuen Pass mit einem neuen Namen. Den neuen Namen behielt sie ihr Leben lang, und mit dem reiste sie im Frühjahr 1922 aus Estland aus. Ich nehme an per Schiff, denn sie traf auf Gorki im Ostseebad Heringsdorf, von wo das Paar, wie deutsche Polizeiakten wissen, nach Bad Saarow weiterreiste.

       Nun zurück zur Hauptperson: Nach Gorkis Wiederausreise 1921 endete seine Bedeutung für den Bolschewismus keineswegs. Ganz im Gegenteil. Vielmehr blieb er der Halbgott und ließ es sich, wie ich vermute, gerne gefallen. Von den Gründen muss jetzt die Rede sein.

Vier

Warum Gorki?

Es ist nicht ganz einfach, dem Erfolg von Maxim Gorki auf die Spur zu kommen. Es handelt sich nach meiner Einschätzung um ein ganzes Bündel von Gründen. Vorweg: Ich habe nicht vor, hier den Literaturkritiker zu spielen, die Deutsch- und Russischlehrer unter meinen ein oder zwei Lesern mögen sich also entspannt zurücklehnen. Zu Gorkis Können also kein Wort. Doch Erfolg ist nicht nur vom Können abhängig. Im Falle Gorkis muss man einen Blick auf sein Publikum und auf seine, Gorkis, Macher richten.

       Die Wirkung von Gorki im Deutschland der 1920er Jahre auf alles, was links und edel war, muss eine ungeheure gewesen sein. Mein Maßstab für diese Aussage sind die Werke aus der weiblichen Memoirenliteratur, die ohne Gorki nicht auskommen. Kein gesellschaftlicher Anlass, kein politischer Kongress ohne Gorki, wenigstens ein Zitat, besser noch ein Grußwort und am allerbesten seine Anwesenheit. Was also machte den Zauber dieses Mannes aus? Er hatte etwas zu bieten, was all diese vom Proletariat und seiner Herrschaft Berauschten nur als theoretische Hoffnung kannten: einmal ein echter Proletarier sein, ein Prolet gar. Da war er der Einzige weit und breit. Das ist meiner Meinung nach das Hauptmotiv für die hiesige Vergötterung.

       Warum er ausgerechnet auf Frauen so unwiderstehlichen Reiz ausübte? Ich weiß es beim besten Willen nicht zu sagen. Weiß auch über dessen Umgangsformen nichts. Dass es die eines auf Prolet getrimmten Salonbolschewiken waren, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Es war vielleicht – man sehe mir den hässlichen Vergleich nach – der selbe Reiz wie ihn ein bestimmter vulgärer draller Frauentypus auf manche Männer ausübt, die sonst von intellektuellen Frauen umringt werden.

       Mag alles sein, doch jetzt kommt die Hauptsache: Jeder Erfolg braucht seine Sponsoren. Im Falle von Gorki ist es seit der Oktoberrevolution die Regierung von Sowjetrussland, der späteren Sowjetunion. Das mag, solange Gorki bis 1921 in Russland ist, als eine Art Selbstläufer durchgehen. Aber danach, als er 1921 Russland mit durchaus diffusen Gedanken den Rücken gekehrt hatte? Jetzt wird die Sache interessant. Ich spreche von der Operation Gorki. Sie hieß im Geheimdienst-Russisch nicht wirklich so. Ich selbst habe sie zur Illustration so bezeichnet, weil ich die zugrundeliegende Fall-Akte noch nicht entdeckt habe.

Fünf

Wem kann man ein X für ein U vormachen, und wie macht man es?

Besondern Wert legten die sowjetischen Unterwanderungsspezialisten auf die Erringung der kulturellen Hegemonie. Mit anderen Worten: Sie wollten, dass ihre Zielpersonen die Sowjetunion liebten und bewunderten, und, jetzt kommt’s, dies auch mit dem Ziel der Nachahmung zum Ausdruck brachten. Die zugehörige Beeinflussung geschah stets zweigliedrig: teils durch plumpe Propaganda, zum Teil durch das Einspannen von Kultur-Prominenz vor den Karren des Sozialismus sowjetisch-russischer Bauart.

       Fürs deutsche Publikum, genauer gesagt: für dessen links-intellektuelle Schickeria,  wurde 1923 zu diesem Zweck ein spezieller Beeinflussungs-Apparat geschaffen: der Verlag Das Buch, später etwas bekannter unter dem Namen Das internationale Buch. Der Chef dieses frisch gegründeten Unternehmens, das zunächst bei der sowjetischen Handelsvertretung in Berlin mehr oder weniger heimlich unterkroch, war ein Bekannter von uns aus Petrograd: Peter Petrowitsch Krjuschkow. Der war dort bis dahin, wie wir schon hörten, der Liebhaber von Gorkis Frau, Maria Andrejewa und der Leiter des von Gorki 1918 in seiner Wohnung gegründeten Verlags für internationale Literatur. Krjutschkow sprach das Deutsche fließend, denn die Mutter war eine Baltendeutsche aus – wie man so sagte – gutem Hause und der Vater ein russischer Staatsrat, mithin ein Mann des russischen politischen und kulturellen Establishments.

       Der von Krjutschkow in Berlin geleitete Verlag wurde zum Dreh- und Angelpunkt der Deutschland-Beeinflussung, deren Zielpersonen deutsche Intellektuelle und über diesen Treibriemen die breite Öffentlichkeit wurden. Krjutschkow hatte im krisengeschüttelten Deutschland ein starkes Argument bei der Hand: eine mit Dollar-Devisen gefüllte Kasse. Es entbehrt nicht der Komik, dass einer der Geldkuriere, die zwischen Moskau und Berlin verkehrten, der Schriftsteller Maxim Gorki war, denn den Weltstar würde an den Grenzen niemand genau kontrollieren. Wir lesen mit Behagen, wie sich solche Übergabetreffs in Berlin abspielten. Immer im selben Café, Gorki immer schlechtgelaunt und vor Entgegennahme der Quittung akribisch das Geld mehrfach nachzählend. So hat es eine später erzählt, die, wie man beim Dienst so sagt, solche Treffs abzusichern hatte.

Sechs

In eurem Bunde der Dritte

Mit Gorkis Absetzbewegung aus Sowjetrussland im Jahre 1921 begann die zweite Operation Gorki der jungen sowjetischen Geheimpolizei Tscheka, später GPU, OGPU, NKWD. Es war einer der leitenden Funktionäre, der die Sache Gorki zu seiner eigenen gemacht hatte und der damit, sicher ohne es zu ahnen, sein eigenes Schicksal an das des Schriftstellers band.

       Die Rede ist vom Genrich Jagoda (1891-1938). Der ehemalige jugendliche Anarcho-Kommunist war seit 1917 Mitglied der Bolschewiki und ab 1920 bei der Tscheka. Er stieg dort steil auf, war seit 1923 Erster stellvertretender Leiter der in GPU/OGPU umgetauften Behörde und schließlich ab dem 10. Juni 1934 Leiter der erneut, diesmal in NKWD umbenannten Staatssicherheits-Behörde. Ab dem 26.November 1935 trug er den schmückenden Titel eines Generalkommissars der Staatssicherheit.

       Jagoda entwickelte frühzeitig einen glasklaren Plan zum Schutze der Sowjetherrschaft. Hierzu gehörte es, Russland-Flüchtlinge zu System-Bekennern umzudrehen. Die Notwendigkeit hierfür entsprang der Tatsache, dass Hunderttausende, die Russland nach der Revolution und im Bürgerkrieg fluchtartig den Rücken kehrten, über die Sowjet-Herrschaft nichts Gutes zu berichten wussten. Vor allem die Aussagen über Massenerschießungen, Enteignungen, Massenelend, Seuchen und Hungersnöte wirkten nicht eben anziehend. So kam es darauf an, wenigstens die eine oder andere Gegenstimme von einigem Gewicht zu gewinnen, besonders wenn sie im westlichen Ausland zu hören und der Sprecher prominent und scheinbar unpolitisch war. Es nimmt also nicht wunder, dass die Tscheka-GPU bei Gorki ansetzte.

       Der Mann, der jetzt sein Meisterstück zu erbringen hatte, war der soeben bereits ins Bild getretene Neubolschewik Peter Krjutschkow. Er war ein Freund Gorkis. Dass er dessen Frau quasi geerbt hatte, tat dem Verhältnis der beiden keinen Abbruch. Zudem saß Krjutschkow in Berlin genau an der richtigen Stelle, um den Schriftsteller zu umgarnen. Er hatte das Geld und schuf die Verbindungen, damit Gorkis Geschäfte auch fürderhin blühen konnten. Krjutschkow tat, was er konnte, und das war wirklich enorm. Ich bezweifle, dass Gorki ahnte, was mit dem Geld passierte, dass er im Auftrag der Komintern heimlich in bar von Moskau nach Berlin transportierte. Auch zweifle ich, ob er eins und eins zusammenzählte, wenn er all die prächtigen Einladungen und Publikationsaufträge erhielt und annahm, um mündlich oder gedruckt vom Ruhme Moskaus vor den Ohren naiver Intellektueller zu künden. Er tat’s und nicht zu seinem Nachteil.

Sieben

Finale in Moskau

Im Jahre 1928 gelang es Krjutschkow, seinen angeblichen Freund Gorki nach Russland zurück zu locken. In Moskau würde er alles haben, was er zum Leben und Dichten brauchte, einschließlich einer Villa mit dem nötigem Personal und einem erstklassigen Sekretär, nämlich ihm selbst. Es hat nicht an Warnungen gefehlt, Gorki solle sich auf die Einflüsterungen von Krjutschkow nicht einlassen. So vom polnisch-stämmigen Alt-Bolschewiken und Lenin-Vertrauten Mieczyslaw Kozłowski (1867-1927). Dem erteilte Gorki eine rüde Abfuhr, indem er dem vorgeblichen Freund Krjutschkow eine makellose Gesinnung attestierte und zu dem Warner jeglichen Kontakt abbrach. Dass dieser kurz drauf im Alter von 60 Jahren plötzlich und unerwartet starb, will ich zumindest erwähnt haben.

       Es ist nicht glaubwürdig überliefert, was genau den Rückholplan auslöste, noch warum Gorki hierauf einging. Zwei Antworten erscheinen mir möglich. Der mittlerweile – nach der Austreibung seines Erzrivalen Trotzki – nahezu fest im Sattel sitzende Stalin, wollte durch den prominenten Gorki im Ausland kein unnützes Risiko mit einem unabhängigen Geist und potenziellen Trotzki-Unterstützer eingehen, sondern den Mann räumlich und körperlich unter Kontrolle bringen. Und dieser ging darauf ein, weil er als Sechzigjähriger das Wanderleben satt hatte.

       Gorki wird sich allerdings kaum vorgestellt haben, dass das Moskauer Domizil ein Leben im Goldenen Käfig werden würde. Denn genau das wurde es. Gorki war dicht von Mitarbeitern der Geheimpolizei umstellt, die seinen Besucher- und Postverkehr streng überwachten. Und schlimmer noch: Der Hauptüberwachungs- und Lenkungs-Spitzel an seiner Seite war sein angeblicher Freund Krjutschkow. Der wohnte mit Familie auf dem Gorki-Anwesen. Aus seinem Arbeitszimmer führte ein direkter Telefondraht zum Leiter der Staatssicherheit. Von Zeit zu Zeit wurde er zudem von Stalin vorgeladen, der sich unter vier Augen Bericht erstatten ließ.

       Ein Bild aus diesen Tagen zeigt Gorki Seit an Seit mit Krjutschkow und mit dessen Vorgesetzten, dem damals noch stellvertretenden Chef der Geheimpolizei Genrich Jagoda. Als die Aufnahme 1933 entstand, waren die Tage der angeblichen Freunde gezählt.

Auch nach seiner Ernennung zum Generalkommissar des NKWD blieb Genrich Jagoda dicht an Gorkis Seite. Ein ziemlich finsteres Foto zeigt die beiden im Jahre 1935. Es erweckt nicht den Eindruck, als sei dem Dichter diese Begleitung angenehm. Aber wir wollen die Szene nicht überinterpretieren. Das nächste sichere Datum ist der 18. Juni 1936. Das ist Gorkis Todestag. Drei Monate später wurde Jagoda als Chef der Staatssicherheit abgesetzt – einfach so.

Nach Gorki Tod wollten die Gerüchte nicht verstummen, dass der Mann ermordet worden sei. Zuzutrauen wäre es den uns bekannten Beteiligten allemal. Dass in einem solchen Fall der Befehl von Stalin kam, halte ich für sicher. Sein Motiv: Gorkis Villa war in Moskau ein gesuchter Treffpunkt der sowjetischen Kulturniki.

       Auch Chef Stalin lenkte nur zu gerne seine Schritte dorthin, um sich in angeblich zwangloser Umgebung als Kunst-Mäzen ein bisschen feiern zu lassen. Doch nur ein einziger gab sich, wenn Stalin anwesend war, zwanglos. Das war Gorki. Bei solchen Gelegenheiten soll er sich in einer Weise geäußert haben, dass die übrigen anwesenden Kultur-Schranzen sich am liebsten in Mauselöcher verkrochen hätten. Stalin war nicht der Mann, derartige Insubordinationen hinzunehmen. So einfach erklärt sich die Sache, falls Gorki tatsächlich einer Mörderhand zum Oper fiel. Wie auch immer: Für die Leichtgläubigen gab’s ein prunkvolles Gorki-Begängnis.

       Für Jagoda und Krjutschkow galten andere Maßstäbe: Beide starben am 15. März 1938, hinterrücks erschossen auf dem Truppenübungsplatz Butowo bei Moskau. Auf diese Weise wurden sie als angebliche Verschwörer nach dem 3. Moskauer Schauprozess hingerichtet, devot beklatscht von den Kräften des Fortschritts in Ost und West.

Zurück zum Start: Die ganze hier erzählte Geschichte hätte so nicht stattfinden können, wenn sie nicht von der Schauspielerin Maria Andrejewa eingefädelt und befördert worden wäre. Was wurde aus ihr? Sie starb – es wird gesagt: völlig verarmt – 1953 in Moskau. Mura Budberg erging es entschieden besser: Nachdem Gorki nicht mehr aus Russland raus durfte, trennte sie sich 1933 endgültig von ihm und zog nach London – ins Nachbarhaus von H.G. Wells, der ihr 1946 bei seinem Tode ein beträchtliches Vermögen hinterließ. Sie starb 1974 in Italien.

Der erste Resident in Berlin: Wladimir Bustrem

Wie man einen Staat destabilisiert – und wie nicht

Im folgenden Text schildere ich ein paar Gedanken über das Jahr 1923. Gewiss, das liegt hundert Jahre zurück. Es geht speziell um das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland. Ob etwas Vergleichbares auch heute stattfindet, überlasse ich der Phantasie des Betrachters.

Eins

Deutschland als Stolperstein auf dem Weg zur Weltherrschaft

An diesem Deutschland, dass 1918 mit Pauken und Trompeten den Weltkrieg verloren hatte, rieben sich ab dem Beginn der 1920er Jahre eine Reihe von Leuten, die sich auf dem Weg zur Weltherrschaft wähnten. Für den russischen Führer Wladimir Uljanow, der gerade eben unter seinem Kriegsnamen Lenin in einem gewaltsamen Staatsstreich in Russland die Macht an sich gerissen hatte, war es sonnenklar: Der Weg zur Weltrevolution führt über Deutschland. Erst dessen Unterwerfung würde den Sieg bedeuten.

       Heute wundert man sich, dass ein Machtzentrum wie das in Moskau, das durchaus noch nicht gefestigt war, sondern immer noch durch einen Bürgerkrieg und durch Kriege mit seinen Anrainern zu gehen hatte, nichts Dringlicheres zu tun hatte, als solche, nicht gerade naheliegende Ziele wie die Unterwerfung Deutschlands anzustreben. Und doch war es so.

       Der erste einschlägige Schritt wurde im Sommer 1918 getan. Noch war der Weltkrieg nicht zu Ende, und keineswegs war ausgemacht, wer denn da letztlich siegen werde, als die Sowjets, kaum hatten sie nach dem Waffenstillstand von Brest-Litowsk mit dem Reich diplomatische Beziehungen installiert, ihre Gesandtschaft in Berlin rücksichtslos nutzten, um deutsches Umsturzpersonal mit Waffen und Propaganda-Material auszustaffieren. Die Gelegenheit schien günstig. In Berlin wurde gehungert und der nur mühsam unterdrückte Munitionsarbeiter-Streik vom Januar 1918 lud zu den schönsten Hoffnungen ein.

Die Rechnung war ohne den deutschen Wirt gemacht, in diesem Fall waren es die politische Polizei Preußens und die kaiserlichen Beamten des Auswärtigen Amtes. Die stellten den sowjetischen Funktionären eine Falle am Bahnhof Friedrichstraße, indem sie mit handverlesenen Gepäckträgern behilflich waren, um die per Bahn ankommenden diplomatischen Transport-Kisten holterdiepolter die Treppen herabstürzen zu lassen, so dass sie aufplatzen und sich ihr verborgener Inhalt für jedermann sichtbar auf dem Vorplatz verteilte.

       Die deutschen Spitzendiplomaten benötigten keinen ganzen Tag, um die Botschaft mit dem gesamten Personal des Landes zu verweisen. Einen Tag später gab es keine kaiserliche Regierung mehr, denn man schrieb den 9. November 1918. Doch zwei Dinge mochten trotzdem partout nicht klappen: Eine Rückkehrgenehmigung für die an der Reichsgrenze ungeduldig wartenden Sowjet-Revolutionäre und ein bolschewistischer Aufstand aus eigener Kraft. Beidem stand der Sozialdemokrat Friedrich Ebert im Wege, der die Macht im Reich soeben aus den Händen des letzten kaiserlichen Reichskanzlers geerbt und das Erbe angenommen hatte.

       Über diese Vorgänge ist schon viel Papier beschrieben worden. Heutige fortschrittliche Geschichtsinterpreten wissen genau, dass Ebert die deutsche November-Revolution verraten habe. Man kann das auch ganz anders sehen. Und tut gut daran.

Zwei

Zweiter Anlauf, in Deutschland einen kommunistischen Umsturz herbeizuführen

Als sich der Pulverdampf der ersten beiden Nachkriegsjahre etwas gelegt hatte, zeigte es sich, dass die wilden Anläufe, in Deutschland die Weltrevolution einzuführen, gescheitert waren. Die Hoffnungsträger und Frontfiguren, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, waren frühzeitig aus ihren Verstecken gezerrt und ermordet worden. Ein Verräter hatte sie verpfiffen. Der Wahrscheinlichste in einer Reihe von Möglichen heißt für mich Wilhelm Pieck.

Auch die kommunistische Boheme-Revolution in München an der Jahreswende 1918/19 war grausam zusammengeschossen worden, und der gut drei Monate andauernde parallele Versuch in Berlin endete vor Exekutionskommandos, die niemand hierzu beauftragt hatte. Nicht anders ging es 1920/21 im Ruhrgebiet, in Halle und im Mansfelder Land zu.

       Das Häuflein der schließlich Übriggebliebenen stritt über den rechten Weg und spähte tiefsinnig in die Zukunft, ob sich nicht der revolutionäre Moment am Horizont der Ereignisse zeigen mochte. In Moskau sah man die Dinge anders. Wenn denn die deutschen Genossen aus eigener Kraft nichts bewirken konnten, so würde man ihnen Beine machen müssen. Heraus kam eine zweigliedrige Strategie. Man kann es auch so ausdrücken: Da man sich im Generalstab der Weltrevolution, der Komintern, nicht einig werden konnte, was man mit Deutschland zu machen habe, fuhr man einen Sowohl-als-auch-Angriff. Einerseits wurde versucht, ein ebenso stabiles wie heimliches Einflussnahme-Bein in dem real existierenden deutschen Entscheidungsapparat zu installieren, andererseits nicht auf einen Putsch à la russischer Oktoberrevolution zu verzichten.

       In dem vor dem Leser liegenden Aufsatz werde ich nun ausschließlich über den erstgenannten Weg berichten, den zweiten – die Vorbereitung des Deutschen Oktober – verschiebe ich auf den November, auf dessen 100. Jahrestag.

Drei

Beseitigung der Kriegsfolgenprobleme

Der Weg, mit dem Deutschen Reich nach dem Abbruch der Beziehungen im November 1918 wieder ins Geschäft zu kommen, führte über praktische Fragen des Alltags, die nach einer Regelung riefen. Dies waren wechselseitige Vermögensfragen und der leidige Austausch von Kriegsgefangenen und aller sonstwie nicht ins eigene Lager gehörigen Personen. So fing es an.

       Dann kam der Paukenschlag von Rapallo. Das war im April 1922. Die beiden Außenminister der Außenseiter-Staaten, Walther Rathenau und Georgij Tschitscherin, beschlossen zum Schrecken der sog. Weltgemeinschaft, ohne lange zu fragen, aus der von den Weltmächten des Westens auferlegten Isolierung herauszutreten. Sie befreiten sich so zum gegenseitigen Vorteil. Sowjetrussland und Deutschland  regelten mit einem Handstreich die Lösung der wechselseitigen Probleme der Kriegsfolgen, verzichteten in diesem Zusammenhang auf Reparationen und vereinbarten die sofortige Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen.

Wie vereinbart, so getan. In Moskau und in Berlin öffneten wieder die jeweiligen Botschaften, Handelsvertretungen traten hinzu und – unter der nicht allgemein zu bemerkenden Oberfläche – lief die militärische Zusammenarbeit beider Statten zu gegenseitigem Nutzen an. Russlands Rote Armee erhielt taktisch-strategische Aufbauhilfe und die Reichswehr Übungsgebiete für die vom Versailler Diktat verbotenen Waffen (Panzer, Flugzeuge, Giftgasmunition).

       Höchst einseitig hingegen verlief ein weiterer Zweig dieser Annäherung. Das war die Installierung eines ausgeprägten sowjetischen Agenten-Apparats zum Zwecke der Ausspähung, der Zersetzung und der Beeinflussung des Deutschen Reiches. Dieser Apparat bekam alsbald ein solides Standbein: Die sowjetische, einst: russische, Botschaft unter den Linden. Die Geheimdienstler, die man dort unter diplomatischer Legende akkreditierte, bildeten – so die sowjetische Diktion – eine Legalresidentur. Davon soll nun die Rede sein. Der Dreh- und Angelpunkt dieser geheimdienstlichen Unterwanderung würde der Resident sein. Es wurde ein Mann namens Wladimir Bustrem.

Vier

Revoluzzer im bürgerlichen Habit

Bustrem hieß wirklich so: Wladimir Wladimirowitsch Bustrem. Ich betone dies, weil er jahrelang anders hieß, nämlich Alexander Wassiljewitsch Loginow. Den Namen Loginow hatte er sich 1906 selbst gegeben, als er Mitglied der Militärorganisation der russischen Sozialisten wurde, jenes verschwindend kleinen Häufleins von Desperados, die sich den politischen Mord auf ihre Fahnen geschrieben hatten. Wenn in jenen Kreisen von einem Andrej die Rede war, dann war es dieser Mann hier. Ich vermute, dass Bustrems spätere Angaben wenigstens insofern falsch sind, als die Militärorganisation nicht wie behauptet zur SDAPR, also zu den russischen Sozialdemokraten, sondern zum militanten Teil der Partei der Sozialrevolutionäre gehörte. Für uns heute ist das nahezu ohne Belang. Für die Betroffenen war das damals anders, denn Stalin ließ jene Konkurrenz-Sozialisten samt und sonders Ende der 1930er Jahre bei der Großen Säuberung über die Klinge springen – und nicht nur die.

Unserm Helden Bustrem war seine spätere Gewalttäter-Laufbahn nicht an der Wiege gesungen worden, denn er kam als Sohn eines deutschstämmigen Försters (vermutlich ursprünglich: Buström) 1883 in einem Ort namens Kem im Weißmeer-Gebiet von Archangelsk, genauer gesagt: von der gleichnamigen Hafenstadt rund 700 km nordwestlich gelegen, zur Welt. Nach dem frühen Tod des Vaters geriet er auf Abwege. Dass er trotzdem wenigstens zunächst eine ordentliche Schulausbildung erhielt, die ihn den spielerischen Umgang mit mehreren Sprachen lehrte, wirkt im Nachhinein wie ein Wunder.

       Bis er 1908 in Gefängnishaft und Verbannung geriet, hatte er einen weiten Weg durch das nördliche russische Reichsgebiet, Petersburg, das Baltikum und Finnland hinter sich gebracht. Was er in der wilden Zeit im Einzelnen tat, vermag ich nicht zu sagen. Erst nach der Februar-Revolution 1917 kam er wieder auf freien Fuß. Da befand er sich erneut in Archangelsk.

       In Haft und Verbannung hatte Bustrem eine für ihn wichtig werdende Verbindung geknüpft, die zu Mejer Trilisser, einem anderen Berufsrevolutionär, der allerdings zu den Bolschewiki gehörte. Dieser holte Bustrem in den soeben unter seiner Leitung ins Leben gerufenen Auslandsdienst (INO) der Tscheka. Als das 1922 passierte, war die berüchtigte Geheimpolizei Tscheka gerade dabei, ihren Namen in GPU, später OGPU zu wechseln. Sonst änderte sich nur wenig. Jetzt brauchte Bustrem nur noch einen Diplomatenpass und eine Fahrkarte nach Berlin, um in der neu eröffneten Botschaft seinen Geschäften nachzugehen.

Fünf

Wie installiert man einen Spionage-Stützpunkt?

Die Lenin‘sche Frage Was-tun-? wird sich Bustrem alsbald gestellt haben, denn über den Zweck seines Aufenthalts kann er keinen Zweifel gehabt haben: die Reichsinstanzen ausspähen, diese nach Möglichkeit beeinflussen, um sie zu destabilisieren, und die russische Emigration, bevorzugt die in Berlin, bekämpfen. Hierzu benötigt man Personen, die – wie man beim Dienst so sagt – über die notwendigen Zugänge verfügen.

       Recht bald muss Bustrem eine in seinem Sinne geniale Idee gefasst haben. Er nahm vor Ort einen Zuträger in Dienst. Es handelte sich hierbei um einen Mann namens Schmidt (Er hieß wirklich so). Dieser betrieb in Berlin seit etwa derselben Zeit eine Detektei. Warum er dies unter dem Namen Pan Kowaltschik tat, das mögen die Götter wissen. Vielleicht hatte er Anlass, die Spuren seiner Vergangenheit zu verwischen. Denn die sah so aus: Schmidt kam als Sohn deutscher Siedler in der Ukraine 1878 zur Welt, erhielt eine landwirtschaftliche Ausbildung in Kiew, Danzig und Brüssel, was ihn offenbar zum Betrieb einer Mühle und einer Molkerei befähigte, bevor dann 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, sodass er als deutschstämmiger, also feindlicher Untertan nach Odessa deportiert und dort interniert wurde.

       Nach der Februar-Revolution 1917 kam er vermutlich auf freien Fuß. Was er dann und vor allem nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges wo und auf wessen Seite tat, ist unklar. Er tauchte dann 1920 oder 1921 in Warschau auf, wo er vermutlich den polnischen Namen Kowaltschik annahm und beantragte unter Hinweis auf seine Vielsprachigkeit in russisch, polnisch, ukrainisch und deutsch, eine Detektei zu gründen, was die polnischen Behörden ihm verboten. So zog er nach Berlin weiter.

       Schmidt-Kowaltschik war nicht der einzige Nachrichtenhändler, der in Berlin sein Unwesen trieb, indem er Behörden, insbesondere der Polizei, und ausländischen Vertretungen seine Dienste nebst fragwürdigen Informationen anbot. Seine Zugänge in die Polizei müssen recht gut gewesen sein. Hier sattelte Bustrem auf. Dass Kowaltschik seinen Spionagegeschäften, nunmehr im Auftrag der Sowjets, nachging, fiel nicht weiter auf, denn diese Ausspähung-Profession übte er ja ohnedies aus.  So wurde es seine gutbezahlte Aufgabe, künftige Spione zu tippen und auf ihre Brauchbarkeit abzuklären. Wichtiger Job und guter Verdienst. Beide Seiten waren es zufrieden. Es dürfte in den kommenden Jahren bis Ende der 1930er Jahre kaum einen Sowjetagenten der Berliner Residentur gegeben haben, der nicht durch Kowaltschiks Hände  gegangen war. Das war ein munteres Häuflein von Polizisten, Diplomaten, Diplomatenfrauen und jene Riege von Landesverrätern, die von der Gestapo Jahre später unter dem Sammelnamen der Roten Kapelle zusammengefasst wurde.

       Eine solche Spinne im Netz birgt auch stets ein Risiko, denn sie weiß viel, zuweilen zu viel. Als Schmidt-Kowaltschik im Januar 1935, also bereits nach über einem Dutzend Jahren der einschlägigen Tätigkeit, von der Gestapo hochgenommen wurde, konnte er sich damit rausreden, dass er im konkreten Fall seinen Auftraggeber, einen Menschen namens Schröder, nicht persönlich kenne. Man nahm ihm das ab und ließ ihn nach einem Monat wieder laufen. In der Berliner Residentur hatte man die Luft angehalten, doch die Sache ging gut, denn Kowaltschik hielt tatsächlich dicht. Was wäre der für eine unbezahlbare Quelle gewesen.

       Nach dem Beginn der deutsch-sowjetischen Krieges im Juni 1941 riss die Verbindung ab. Sie soll im Juni 1945 wieder aufgenommen worden sein. Weiteres ist nicht bekannt.

       Doch zurück zu Bustrem, dem Residenten. Der wurde 1925 in die Zentrale nach Moskau zurückgerufen und durch andere ersetzt, die das eingeübte Spiel mit Fleiß weiterspielten. Ihre Lebensläufe würden jeden gut erfundenen Spionageroman sprengen. Ich habe nicht vor, sie hier im einzelnen auszuwalzen. Einer nach dem anderen musste dann wieder nach Moskau zurück, um dort auf Weisung von Stalin erschossen zu werden, der auf diese Weise seine Spionagemacke auslebte. Nur Bustrem kam mit dem Leben davon. Vielleicht lag es daran, dass er 1930 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Geheimdienst ausschied und in Deckung gegangen war – in irgend einem Forschungsinstitut des Nordens, was zur Komintern gehörte. 1943 soll er eines natürlichen Todes gestorben sein.

* * *

Dies alles geschah, um dem Deutschen Reich zu schaden und seine soeben ausgerufene Demokratie zu stürzen. Ich befinde mich deswegen um Meilen von jeglichem nostalgischen Spionage-Kitsch entfernt. Die Personen, die hier geschildert wurden, haben eine lange blutige Spur durch Deutschland gezogen. Ihr Antrieb war ideologische Verblendung. Aber einen sozialistischen Umsturz erzeugten sie mit all den Dutzenden von Landesverrätern, die sich den Sowjets angedient hatten, nicht – ganz im Gegenteil.      

Es gelang der kommunistische Umsturz auch nicht, als im selben Jahr 1923 das Deutsche Reich mit dem sowjet-gesteuerten Unternehmen Deutscher Oktober angegriffen wurde. Davon wird dann im November zu lesen sein.

Wera Gutschkowa

Dies ist eine Männerwelt – Frauen im Geheimdienst, zum Beispiel Wera Gutschkowa

Die Heldin dieser Geschichte, Wera Alexandrowna Gutschkowa (Вера Александровна Гучкова) kam im März 1906 in Moskau zur Welt. Der Vater, Alexander Gutschkow, war im Zarenreich ein wohlhabender, einflussreicher Mann. Alles sprach dafür, dass Tochter Wera ein sorgloses Dasein an der Sonnenseite des Lebens beschieden sein würde. Es kam anders.

       Doch zunächst lief alles glatt, denn im Geburtsjahr des Kindes, ging die kurzlebige gewaltsame Revolution des Jahres 1905/06 in Sankt Petersburg zu Ende. Die Reichen der heimlichen Hauptstadt Moskau richteten sich wieder in ihrem gewohnten Geschäftemachen und im behaglichen Wohlleben ein. Indes: der Friede hielt nur noch magere acht Jahre, dann begann der Erste Weltkrieg, der für Russland einen verheerenden Verlauf nahm.

       Spätestens Ende 1916 war den etwas klarer Blickenden klar, dass ein Weiterkämpfen in eine totale militärische Niederlage einmünden könnte. Eine solche Niederlage, das wussten die Gebildeten und Wohlhabenden, würde durchaus auch ihren eigenen Stand demolieren. Die Schuld an diesem Desaster gab man nur zu gerne dem Zaren und seiner Autokraten-Herrschaft, die nicht mehr reformierbar erschien.

       Mit an der Spitze der nunmehr aus der Deckung tretenden großbürgerlichen Rebellen stand Alexander Gutschkow. Er und seine Parteigänger führten mit nachdrücklicher britischer Hilfe den Sturz des Zaren im Februar 1917 herbei. Dieses politische Abenteuer gelang wegen des Zusammentreffens von zwei ganz unterschiedlichen, und wie sich zeigen sollte: nicht zusammenpassenden politischen Bewegungen, denn neben Gutschkow und den Seinen rebellierten auch die von Agitatoren der Sozialdemokratischen Partei Russlands mit deutscher Finanzhilfe aufgewiegelten Arbeiter in Petrograd (vormals Sankt Petersburg und später Leningrad), die sich mit den Soldaten der dortigen Garnison verbrüderten.

       So kam es in Russland zum Kuriosum einer Doppelherrschaft: auf der einen Seite die von der Duma – dem russischen Parlament – gebildete Vorläufige Regierung, in der Gutschkow vorübergehend zum Kriegsminister avancierte, und auf der anderen Seite die Arbeiter- und Soldatenräte, die Sowjets. Mit einem Militärputsch Anfang November 1917, der alsbald als die Große Sozialistische Oktoberrevolution glorifiziert wurde, entschied der aus dem Untergrund agierende Lenin den Machtkampf für sich und seine Bolschewiki. Sein Motto war einfach und für viele nachvollziehbar: Sofortige Ausstieg aus dem Krieg gegen Deutschland und Verteilung des Landes an das Landproletariat.

       Unter diesen Bedingungen war für Gutschkow in der russischen Führung kein Platz mehr, und bevor in Russland das große Morden gegen die verhasste Ausbeuterklasse begann, floh er mit seiner Familie außer Landes. Fortan lebte er, von vergeblichen Hoffnungen auf eine Rückkehr heimgesucht, wie so viele seiner Schicksalsgenossen in Paris.

       Nun tritt die Tochter Wera ins Bild. Noch keine Zwanzig heiratete sie den wesentlich älteren Pjotr Suwtschinskij. Er, Suwtschinskij, gehörte einer dieser sektenartigen Emigrantenzirkel an, wo man an die russische Sendung in einer asiatisch-europäischen Welt glaubte – eine Denkrichtung, die in den 1990er Jahren in Russland fröhliche Auferstehung feierte. Es versteht sich, dass solch rassen-zentriertes Denken mit den Vorstellungen der tonangebenden Bolschewiki in Moskau nicht harmonieren konnte, denn dort sprach man ungeniert von der kommunistischen Klassenherrschaft, weltweit. Mit dem kommunistischen, für sie neuen Denken kam Wera Gutschkowa alsbald in enge Berührung, denn sie lernte in einem Literaten-Salon, dem der ebenfalls exilierten Dichterin Marina Zwetajewa, zwei Herren kennen, die ihr Leben grundlegend verändern sollten.

       Alle beide – der eine als heimlicher Abgesandter aus Moskau, der andere als Emigrant – waren Mitglieder des Auslandsdienstes der sowjetischen Geheimpolizei, die in jenen 1920er-Jahren OGPU hieß. Die Bemühungen der OGPU, die Emigranten-Zirkel – zumal die in Berlin und in Paris – zu unterwandern und zu zersetzen, waren keineswegs die reine Willkür, sondern aus Sicht der Führung in Moskau überlebensnotwendig, denn wenn ihrer noch keineswegs fest etablierten Herrschaft von irgendwo Gefahr drohte, dann von hier.

       In diesem Milieu wurde die Gutschowa eine erfolgreiche Geheimagentin. Sie warb fleißig weitere Agenten an und infiltrierte – wie man beim Dienst so sagt – die russische Heimkehrerszene, für die es einen von der OGPU gesteuerten Verband gab. Der Zulauf muss beträchtlich gewesen sein, denn die Ärmlichkeit und Hoffnungslosigkeit, in der die meisten ehedem wohlhabenden russischen Emigranten lebten, war Antrieb genug, es noch einmal bei Mütterchen Russland zu versuchen. Hinzu kam, dass grelle Berichte über den Fortschritt des dortigen Arbeiter-Paradises Hoffnungen auf einen erfolgreichen Neustart in der Heimat weckten.

       Unaufgeklärt ist bis zum heutigen Tage, wie vielen der Rückreisenden durch die Agentin und deren Berichte brutal geschadet worden ist. Klar ist lediglich, dass ungezählte Rückwanderer ihren Entschluss bitter bereuten, als sie 1936-39 in die Mühlen der stalinistischen Säuberungen gerieten. Jahrelange Zwangsarbeit in einem Gulag oder der Genickschuss waren die Quittung für die Leichtgläubigkeit, in der alten Heimat willkommen zu sein.

       Für die Agentin Wera galten diese Maßstäbe nicht. Sie wurde 1936 zwar auch nach Moskau beordert, doch nicht um reglementiert werden, ganz im Gegenteil. Sie unterrichtete an einer der Fremdsprachen-Schulen beim jetzt in NKWD umbenannten Geheimdienst. Ich nehme an, dass dies nur eine Parkposition war, denn in Wirklichkeit wurde sie zu einer Agentenehe veranlasst. Ihr Liebesobjekt wurde der schottische Millionärssohn Robert Traill, der sich als glühender Sozialismusverehrer und Journalist zu dieser Zeit in Moskau aufhielt. Die Dame nahm ihren Parteiauftrag recht ernst, denn alsbald muss sie schwanger geworden sein. Viel Zeit blieb dem Paar für die einschlägige Betätigung nicht, denn Traill zog es im Februar 1937 nach Spanien. Im dortigen Bürgerkrieg kam er im Sommer auf der Seite der Guten – wie man es heutzutage formulieren würde – ums Leben.

       Wie dem auch sei, bis es dazu kam, hatte er gut funktioniert, denn die Heirat der Gutschkowa – ihre erste Ehe war bereits vor geraumer Zeit wieder geschieden worden – verschaffte der Agentin einen nagelneuen und dazu auch noch echten britischen Pass, der es ihr ermöglichte, ungehindert in der weiten Welt herumzureisen. Ihr erstes Reiseziel war erneut Frankreich. Dort galt es einen im Absprung befindlichen sowjetischen Spitzenagenten, der als NKWD-Resident in Westeuropa gearbeitet hatte und folglich Ross und Reiter genauestens kannte, aus dem Wege zu räumen. So waren damals die Sitten.

       Der sorgsam ausbaldowerte Mord fand am 4. September 1937 in Genf statt. Das Opfer, der abgesprungene Ex-Agent Ignaz Reiss, Klarname: Ignatij Porezkij, wurde auf die konventionelle Weise erledigt: Ihn töteten die Kugeln aus mehreren Tatwaffen auf offener Straße. Am anschließenden Fluchtgeschehen war die Gutschkowa aktiv beteiligt. Insider vermuteten indessen, dass dies nicht ihr einziger Tatbeitrag gewesen sei. Doch verschiedene Stempel in ihrem britischen Pass verschafften ihr ein Alibi. Deswegen ließ die in Amtshilfe für die schweizerischen Behörden nicht sonderlich engagiert ermittelnde französische Polizei sie wieder laufen.

       Erst zwei Jahre später tritt die Russin erneut in unser Blickfeld. Gleich nach Eintritt der Grande Nation in den Zweiten Weltkrieg sperrte man dortzulande alle Deutschen und Russen als unerwünschte Ausländer in Internierungslager ein. Hinsichtlich der Deutschen versteht man das, denn Frankreich hatte soeben, am 3. September 1939, dem Deutschen Reich den Krieg erklärt. Bei den Russen verhielt es sich nun so, dass man denen den Hitler-Stalin-Pakt vom Vormonat ausgesprochen übel nahm, denn der zerschlug die lange gehegte Hoffnung, Deutschland – wie schon ein viertel Jahrhundert zuvor – erneut einkreisen zu können.

       Die Gutschkowa kam – britischer Pass hin oder her – in eines der Internierungslager, die bereits zu Jahresbeginn 1939 ihren Betrieb aufgenommen hatten, um das Heer der aus dem Spanischen Bürgerkrieg entfliehenden Internationalisten einzusperren. Deren Flucht war geboten, denn die Guten hatten durchaus nicht gesiegt, vielmehr nahm das siegreiche Franco-Regime für die nächsten Jahrzehnte seinen Lauf.

       Nun tritt Bruno von Salomon ins Bild. Er war im selben Lager interniert, kam aus Spanien, wo er ebenso wenig für den Sieg der Volksfront hatte beitragen können, wie all die anderen desillusionierten Gestalten, die weder mit der Weimarer Republik, noch mit den dann an die Macht gelangenden Nationalsozialisten etwas am Hut hatten und froh sein mussten, wenn sie deren Verfolgung entgingen. Heute werden ihnen von den hierzu berufenen Widerstandslisteraten Kränze gefochten. Dabei mag es hier sein Bewenden haben. Eine der Schleifen, die in diesen Kränzen fehlt, ist die Affäre von Salomon und Gutschkowa im französischen KZ. Ich verkneife mir hier das Bild des Wer-mit-wem der Brüder Salomon zu entwerfen. Es wäre ein Abstieg in die politischen Gewalttaten und ein Leben in allen denkbaren Praktiken einer Intellektuellen-Kaste, die das, was später einmal die Sexuelle Revolution genannt wurde, um Jahrzehnte vorwegnahm.

       Doch halt, nicht weiter auf solchem Pfad ins Abseits. Der Russin muss bald klar geworden sein, dass mit diesem lungenkranken Deutschen für ihre Fluchtpläne nichts anzufangen war, deswegen wandte sie ich einem anderen zu, Alexander Halpern (auf russisch: Galpern). Auch er ein ehemaliger Untertan des Zaren, auch er ein Emigrant. Er ging nach der Oktoberrevolution  nach England und wurde dort ein wohlsituierter britischer Staatsbürger. Ganz nebenbei war er mehreren Geheimdiensten dienlich, mindestens dem englischen, dem US-amerikanischen, auch die Gestapo kannte ihn, wenn auch nicht als eigenen V-Mann. In seinem sonstigen Leben war Halpern seit 1925 mit einer weiteren Exilrussin verheiratet. Das Paar führte eine sog. offene Ehe. Heißt zu deutsch: Man delektierte sich daran, wenn der andere fremdging. Gegen eine Liaison mit der Gutschkowa werden also kaum Einwendungen bestanden haben.

       Was genau Halpern in Südfrankreich verloren hatte, wo er die Gutschkowa aufgabelte (oder sie ihn), das verschweigen die Biographen diskret. Suchte er sie gezielt, so kommt wohl nur ein sowjetischer Auftraggeber in Frage. Die Gestapo muss ähnliches vermutet haben, denn sie stellte beide im Frühjahr 1941 in einem nicht gerade genial zu nennenden Eintrag ins Fahndungsbuch für die Sowjetunion: „„A83 Alexandrowna, Vera (?1910-), sowjetische Agentin (Deckname: A. Halperin), Murmansk, RSHA IVE5.“

       In Wirklichkeit reisten beide heimlich über Spanien und Portugal nach England aus. Wieder kommt eine Lücke in Gutschkowas Lebenslauf, über die man nichts genaues sagen kann. Erst 1947 tauchte sie wieder auf, als sie das Buch des sowjetischen Überläufers Wiktor Krawtschenko „Ich wählte die Freiheit“ ins Französische übersetzt hatte. Damit nicht genug: Sie wurde 1949 für eben diesen Krawtschenko als Dolmetscherin in einem Pariser Prozess tätig, als er die französische kommunistisch-orientierte Zeitung Les Lettres françaises verklagte, die ihm Lügen vorwarf. Der Prozess sollte mehr Staub aufwirbeln als das Buch selbst, denn Krawtschenko lud Zeugen auf Zeugen gegen das Moskauer Regime in den Zeugenstand – und gewann. Es war die Zeit, als bei den normalen Linken die Vorstellung von der wunderbaren Sowjetunion im Nebel der Desillusion verschwand.

       Biographen der Gutschkowa behaupten, auch sie selbst habe die große Wende vollzogen und sei auf die im Schwange befindliche, militante antisowjetische Linie eingeschwenkt. Ich habe da, gelinde gesagt, meine Zweifel. Wir befinden uns in den Vierziger-Fünfziger Jahren auf dem Höhepunkt der sowjetischen Bemühungen, die West-Gesellschaften zu zersetzen. Im britischen Establishment arbeiteten Dutzende von Sowjetagenten, die der Upper Class angehörten. Es gibt kaum einen besseren Schutz gegen Enttarnung als das öffentliche Arbeiten für die Gegenseite. Das passt recht gut zusammen mit dem, was danach kam, denn Gutschkowa bot ihre Dolmetscher-Dienste hochrangigen britischen Delegationen an, die amtlich oder geschäftlich in die Sowjetunion reisten. Einspruch von den Russen kam nie.

       1987 ist die Gutschkowa-Suwtschinskaja-Traill dann 81jährig in Cambridge gestorben. Das ist wie eine ironische Schluss-Note. Die härtesten britischen Sowjet-Agenten, die ab den 1930er Jahren gegen ihr Land arbeiteten, erhielten, als sie schließlich Mann um Mann enttarnt wurden, die Sammelbezeichnung Cambridge-Five. Die Zahl fünf ist sicher untertrieben. Solange die Akte der Gutschkowa gesperrt ist, wird man über ihr wahres Gesicht nach dem Zweiten Weltkrieg nichts Genaues sagen können.

Quellen in Auswahl: Dallin: Sowjetspionage, S. 89 f.; Kantorowicz: Exil in Frankreich, S. 86-88 [erwähnt von der Beziehung zwischen Salomon und Gutschkowa kein Wort]; Rogowin: Die Partei der Hingerichteten, Bd. 5, S. 347-349, 561 f.; Roewer u.a.: Lexikon der Geheimdienste im 20. Jahrhundert;  https://ru.wikipedia.org/wiki/Гучкова,_Вера_Александровна; https://international-brigades.org.uk/roll/robert-traill/; Reichssicherheitshauptamt (Hg.): Sonderfahndungsliste SU; https://archiveshub.jisc.ac.uk/search/archives/94972fd4-7cd6-3315-9a97-c4bab00a9967.

Schilda an der Ilm – das Sudelbuch XI

29. Juni 2023

Wie konnte ich nur so alt werden ohne Hafermilch. Hätten meine Eltern dergleichen gekannt und mir – in ihrer Not, mich satt zu kriegen – verabreicht, ich wäre heute noch in der Pubertät. Oder so.

Alles Nazi, oder was? Hätte ich ihn nicht, den Berliner Verramscher, wäre mir das hier, obwohl brandneu für schlappe 270 €, entgangen: Planen und Bauen im Nationalsozialismus. 4 Bde. im Leinenschuber. Jetzt kommt’s, nämlich der Herausgeber: Unabhängige Historikerkommission Planen und Bauen im Nationalsozialismus. Man beachte: 28 Beiträge von Forscherinnen und Forschern. Da bleibt gottlob noch manche Forschungslücke. Ich denke hier an Hitlers Hunde und deren Ernährung. Oder: War Albert Speer ein rücksichtsloser Autofahrer? 

Nachrichten: Die Zeller’sche Produktion nimmt beängstigende Ausmaße an. Hier das Neueste: https://seniorenakruetzel.blogger.de/static/antville/seniorenakruetzel/files/senioren-akruetzel%2046.pdf Nachrichten 

(2): FoxNews hat seit Wochen ein neues Fernsehgesicht. Dachte erst, es wäre eine dieser Erweckungs-Sendungen, war aber das Weiße Haus. Mal ehrlich: Würden Sie von dem einen Gebrauchtwagen kaufen? Ich nicht, nicht mal ‘ne neue Bilderbibel.

28. Juni 2023

Selbst bei dem abgeschmacktesten Thema wird noch irgendwo ein „…und die Frauen“ herangepresst. Beim Nacktbaden kann ich es begreifen, aber beim Fußball? Solche Art der Volksverblödung erzeugt das Gegenteil vom Beabsichtigten, denn die nach männlichen Maßstäben wirklich herausragenden Frauen, die es auch stets gegeben hat, werden aufs Unter-Mittelmaß herabgedrückt.

Frauen (2): Die Eva, die ich im Erdgeschoss des Gotischen Hauses zu Wörlitz vorfand, kann unmöglich ihre Brüste einem Schönheits-Chirurgen zum Aufblasen überlassen haben, denn diese Kunst ist jünger als die Malerei, der sie ihr Bild verdankt.

Frauen (3): Fand in Schilda die Dissertation Frauen im Bauhaus (nicht etwa: Baumhaus) angekündigt. Mir ist schleierhaft, wie solch ein Werk zum Dr.-Ing. führen kann. Das ist der von Verblödungserscheinungen diktierte Etikettenschwindel. Man wundere sich also nicht über die Gefäß-Chirurgen und Atom-Physiker aus Syrien. – Merke: Bevor du den Dr.-Ing. an eine Ingenieur-Sache ranlässt, lass ihn selbständig eine Glühbirne in der Diele wechseln.

Frauen (4): Es ist nicht so, wie gestern von Nanzy F. öffentlich geschlagzeilt wurde, dass der AfD-Erfolg Fachkräfte von Deutschland abschreckt, sondern es ist eher sie selbst, die das tun. Folglich hätte sie sich ihre Worte sparen können und stattdessen Haltet-den-Dieb rufen. – Nebenbei: Wie viele Fachkräfte, von den 280.000, die letztes Jahr wegzogen, sie selbst durch ihre immer irrere Zuwanderungspolitik zu verantworten hat, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit. – Noch nebenbeier: Erich Honecker pflegte jedem, der die DDR verließ, nachzurufen: Ein Verräter weniger.

Hat jetzt mit Frauen nichts zu tun, ist aber trotzdem von Bernd Zeller (heute Nacht) bei mir im Briefkasten aufgetaucht:

27. Juni 2023

Jo spricht: The White House was not involved (das Weiße Haus war nicht involviert). Hatte das jemand bezüglich der bizarren Wagner-Aufführung in Russland behauptet? – Jetzt wissen wir also Bescheid. Oder so.

Lauterbach im Hitzewahn: Früher hätte man gesagt: Der ist als Kind zu heiß gebadet worden.

Hitzewahn (2): Heute Nacht kühlt es merklich ab nach zwei warmen Tagen. Am Freitag kletterte das Thermometer auf schlappe 14 Grad. Das sah nicht gerade nach hitzefrei aus.

Hitzewahn (3): Jetzt wollen die Berufs-Fürsorglichen alle Schulen und die Kindergärten mit Klimaanlagen bestücken. Rotznasen sind dadurch garantiert. Und der Strom kommt aus den Steckdosen.

So oder so: Es ist eine unter Altphilologen heiß umstrittene Frage, was genau Caesar sagte, als er von Gallien kommend beim Marsch auf Rom mit bewaffneten Truppen verbotswidrig den Fluss Rubicon überschritten hatte: a) alea iacta est (der Würfel ist gefallen) oder b) aleae iacta sunt (die Würfel sind gefallen). – Man wird den Reporter der Römischen Wochenschau vernehmen müssen, um endlich Klarheit zu schaffen. Auch ist es überfällig des deutschen Falschübersetzers habhaft zu werden, denn nach Caesars Worten, war der Würfel nicht gefallen, sondern geworfen. Nebenbei bemerkt: Das hat jetzt nichts mit Lauterbach zu tun, obwohl… na ja.

26. Juni 2023

Der Aufstand der Wagnerianer ist vorbei, bevor er noch so recht begonnen hatte. Es haben sich mehr Leute zu Wort gemeldet, als man hätte anhören müssen. Einzig der Chef aus Weißrussland Lukaschenko scheint einen ernsthaften, d.h. von Putin akzeptierten Beitrag beigesteuert zu haben. Der Mann mit der Riesenmütze übernimmt den Abtrünnigen Prigoshin und dieser wiederum befiehlt seinen Leuten, schleunigst aufzugeben. Die tun es.
Wagner & Co (2): Gibt es Lehren? Für uns nicht. Für die russische Führung und für diejenigen, die die Sache angezettelt haben schon. Nur welche? Das weiß derzeit kein Mensch außerhalb der beiden Zirkel – und, natürlich, die Experten.
Wagner & Co (3): Mainstream ist die Enttäuschung über den Ausgang der Sache anzumerken. Um wenigsten überhaupt noch etwas Mäkelndes melden zu können, behaupten die Miet-Experten jetzt vollmundig, Putin sei nunmehr angeschlagen. Grundgütiger Himmel.

Aus der Bergeinsamkeit: Im hiesigen Sonneberg gewinnt der AfD-Kandidat Sesselmann im zweiten Wahldurchgang die Landratswahlen deutlich. Jetzt zieht sich Mainstream nach einer argumentativen Kehrwende auf den Standpunkt zurück, so ein Landrat habe ohnedies nichts zu sagen. Soso.

Wahl (2): Bemerkenswert ist, dass die groß angekündigte Entscheidungsschlacht aller billig & gerecht Denkenden deutlich mehr Leute an die Urnen gebracht hat als der erste Gang – Leute, die sich erst recht gegen den Kandidaten der Nationalen Front (CDU) positioniert haben. So also sieht die Stimmung in der Bevölkerung aus.

Wahl (3): Diese Sonneberger, dachte ich, wären Spielzeugleute. War’n se mal. Jetzt hielten sie für richtig, den gemeinsamen Kandidaten von Linken und Grünen (seltsame Melange) im ersten Durchgang mit ca. 4 % der Stimmen zu belohnen. Gewiss, ist nur eine Momentaufnahme des Aufbegehrens.
Wahl (4): Bleibt über den Tag hinaus der Eindruck, dass die AfD auf absolute Mehrheiten angewiesen ist und diese auch erreicht, denn dem Bürger wird jeden Tag unmissverständlich klargemacht, dass er anders keine Änderung herbeiführen kann. Ob diese Lehre angekommen ist, muss sich erst noch erweisen.
Wahl (5): Für die kommenden hiesigen Landtagswahlen – sollten diese nicht, wie ich vermute, aus bislang unbekannten Gründen (Klima oder so) auf Sankt Nimmerlein verschoben werden – bedeutet das: Es reichen ca. 40 % der abgegebenen gültigen Stimmen für die absolute Mehrheit der Mandate im Parlament. Erstaunliches Ergebnis, das derzeitige Wahlrecht macht’s möglich.

25. Juni 2023

Es sieht so aus, als habe sich der russische Söldnerführer Prigoshin mit der Staatsmacht angelegt. Man kann zur Ursache noch nichts sagen: Unzufriedenheit, Geld, Cäsarenwahn? Zu den Auswirkungen auch noch nicht. Das ist deshalb eine Sache für Mainstream.

23. Juni 2023

Na also: Der (britische) Hochkommissar für Australien droht Twitter eine Geldstrafe von ca. 480.000 Dollar pro Tag an, wenn die Firma nicht unverzüglich gegen Hate Speech vorgeht. Der Anstieg des zu Beanstandenden liege an der Entlassung der zahlreichen Angestellten bei Übernahme der Macht durch Musk. – Das wird Schule machen.

Größenwahn: Für die Kleinigkeit von 480 Billionen Dollar soll nach dem Willen von J.P. Morgan und Blackrock ein Wiederaufbau-Fonds für die Ukraine aus dem Nichts geschaffen werden. Jetzt benötige man nur noch die Zustimmung von Selenskyj. Muss nicht vorher noch der Krieg gewonnen werden? Nach Auffassung der Geldsäcke bestenfalls eine Frage der Zeit.

Größenwahn (2): Ein Rekrutierer von Blackrock spricht gegenüber einer verdeckten Reporterin der neuen Plattform von James O’Kneefe (vormals: Project Veritas, jetzt: OMG) Klartext: Was wir in der Politik durchsetzen wollen, das kaufen wir. Und: Krieg ist ein herrliches Geschäftsmodell. Was will man mehr? Bestenfalls das, dass man diese Leute beschleunigt in die Wüste schickt. In eine echte und das möglichst schnell.

Schlagzeile der Zellerzeitung von heute Nacht: Mehrheit hofft, dass die Ampel-Koalition mit ihnen zufrieden ist.

22. Juni 2023

Noch zum Vortag: Ein Bild zeigt mehr als tausend Worte (Internetfund):

Finde diesen Satz hier bei Michael Klein (Science Files) bemerkenswert- und aufschreibwürdig: Aber so ist das heute: Jeder, der es auf eine Systemposition geschafft hat, ist der Überzeugung, dass die Dummheit, die ihn bislang ausgezeichnet hat, nun, nachdem er eine Position hat, von ihm abgefallen ist, wie Schuppenflechte und er fortan ein Leben in Weisheit führen und vor allem, überall mitreden kann. Solche Versuche münden dann regelmäßig in Sätze wie diesen: „Ein Anstieg der Todesfälle ist jedoch nicht gleichzusetzen mit einer Übersterblichkeit, da beispielsweise durch einen zunehmenden Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung mit einer Steigerung der Sterbefälle gerechnet wird.”Danach folgt für jeden, der lesen kann, dass und warum die Aussage falsch ist.

Klein (2): Seit Jahr und Tag schreibt dieser in Wales residierende Soziologe gegen die wohlfeilen Corona-Lügen an, indem er wissenschaftliche Studien, die diesen Namen verdienen, auswertet und die Ergebnisse für jedermann verständlich publiziert. Hilft das? Ich fürchte: nein.

Ein überhoher Stapel mit wg. Platzmangels auszumusternden Büchern fällt um. Bei der Beseitigung des Chaos bleibt ein Buch über die Fotografin und Kommunistin Tina Modotti in meinen Händen, in das ich offenbar nie hineinsah. DDR-Heiligenliteratur, verlegt 1988 zugleich in Ost und West (bei Pahl Rugenstein in Köln). Der festsitzende rote Preisaufkleber besagt: 1,95 €.

Modotti (2) und das Vergessen: Zu meiner Verblüffung finde ich in dem von mir mitverfassten Lexikon der Geheimdienste über den Mörder und Komintern-Agenten Vittorio Vidali das hier:Vermutlich 1942 an der Ermordung seiner Lebensgefährtin, der Malerin und Komintern-Agentin Tina Modotti (1896-5.1.1942), beteiligt. – Fazit: Wer viel schreibt, vergisst auch manches.

Vergessen (2): Bei der Berichterstattung zum 17. Juni wird gerne übersehen, dass es 1948 einen Generalstreik in der Bizone gab, an dem 9,25 Millionen Arbeitnehmer teilnahmen. Die Amerikaner setzten damals in Stuttgart Panzer und Tränengas gegen 30.000 Demonstranten ein. Gefunden in den gestrigen Acta von Klonovsky. Hierzu passend, am Wegesrand entdeckt:

21. Juni 2023

Vom Kreislauf des Geldes: Wenn Deutschland, wie gemeldet wird, dem US-Konzern Intel jetzt 10 Milliarden Euro aus dem Steuersack schenkt, damit dieser in Magdeburg eine Chip-Fabrik baut, so darf man damit rechnen, dass ein erkleckliches Sümmchen nach Deutschland zurückfließt, damit diejenigen, die dies Wunder ermöglicht haben, nicht unrasiert und mit leeren Händen dabei stehen müssen, wenn sich die Bedachten zum Sektempfang treffen.

Glückliches Amerika: Joe’s Sohn, Hunter Biden, bekennt sich der Korruption schuldig und handelt so einen Prozessvermeidungs-Deal mit der Staatsanwaltschaft aus. Ich wette mal: Er wird am letzten Tag der Amtszeit von seinem Vater begnadigt werden.

Amerika (2): Mr. Blinken, der Außenminister, kehrt mit leeren Händen aus Peking zurück. Dort hat man soeben seinen Vorschlag einer Krisen-Hotline zurückgewiesen. Findet man dort unnütz. Die One World-Welt bröckelt zum Zugucken. – Tja, womit hätte Anthony B. den Chinesen auch drohen können? Mit den Staatsschulden der USA in China? Wohl kaum.

Amerika (3): Das Eldorado der Prognosen überkugelt sich atemlos. Bei den Präsidentschafts-Umfragen führt mit Abstand Robert Kennedy von den Dems. Doch die Wahlen werden weder durch Umfragen noch durch Wahlen entscheiden, sondern durch Manipulation und handfeste Fälschungen.

20. Juni 2023

Es sollen, so liest man, die Ex-Twitterer in ihrer Empörung, dass man in ihrem ehemaligen einseitigen Hass & Hetze-Medium jetzt alles unzensiert sagen darf, zur Plattform Mastodon ausgewichen sein. Habe nicht getestet, ob die zwei grundlegenden Behauptungen – unzensiert und ausweichen – stimmen.

Mastodon (2): Der Name klingt irgendwie unanständig. Das kann also nichts werden. Der Erfinder soll sich das in Jena ausgedacht haben. Das macht die Sache auch nicht besser. Auch das hier nicht: Dort gibt es jetzt einen Klima-Beauftragten. Ob das mit Mastro…dingens zu tun hat, weiß keiner.

Chuzpe: Der kleine Mann aus Kiew examiniert öffentlich die US-Präsidentschafts-Kandidaten: Are you ready to go to war (Sind Sie bereit, in den Krieg [gegen Russland] einzutreten)? Mutmaße mal, dass den einen oder anderen das in seiner Selbstherrlichkeit stören könnte und die sog. öffentliche Meinung nicht minder.

Chuzpe (2): Auch der Robert, so nehme ich staunend zur Kenntnis, sei mit der Bundesregierung unzufrieden. Da hätte ich einen Tipp: die eigene Entlassung verlangen, danach könnte es besser werden, muss aber nicht. Zeller ist da anderer Meinung: Wir da unten sind es, die dem Robert seine Politik vermasselt haben.

19. Juni 2023

Von dem Römer Cato, der sich mit seinem Ceterum-censeo-Cartaginem-esse-delendam, in die Erinnerung der Menschheit, der gebildeten wenigstens, eingegraben hat, wird berichtet, er habe an seinem Lebensende bekannt, dass er drei seiner Fehler für erwähnenswert halte: a) eine Seereise unternommen, wo das Ziel auch im Landwege erreichbar gewesen sei, b) einer Frau ein Geheimnis anvertraut und c) einen Tag ohne Plan begonnen zu haben. Wie schon gesagt: Übrig von ihm blieb das Ceterum-censeo. – Selbst in der Ewigkeit kann man es sich nicht aussuchen.

Im Osten nichts Neues: Zerfasernde Gefechte mit hohen Verlusten entlang des Frontbogens und vermutlich gezielte russische Raketenschläge gegen Kommando- und Infrastrukturzentren.

Osten (2): Immer noch nächtlicher Nato-Fluglärm über Deutschland und Polen zwischen Elbe und Weichsel.

Osten (3): Erleichterung in Schwerin, denn die Nationale Front setzt sich gegen den AfD-OB-Kandidaten durch (65 : 35).

18. Juni 2023

Fass ohne Boden: Frühmorgens sind es noch 4.867 Eingänge in meinen Mail-Postfach, die als unbearbeitet zu bezeichnen sind. Die Sisyphos-Arbeit begann vorgestern nach dem Hinweis der alten Frau Google, dass mein Postkasten übervoll sei. Seitdem über 500 gesichtet, bearbeitet oder gelöscht. Das Jahr 2019 ist wie ein Geisterspuk vor mir aufgetaucht, doch insgesamt ist es so, als wäre nichts geschehen. Was nun?

Nur kein Neid: Die Zeitschrift Forbes hält uns auf dem Laufenden, wer die zwar nicht schönsten, aber doch reichsten Leute in den Staaten seien. 775 von diesen bedauerlichen Geschöpfen sind keine simplen Millionäre, sondern haben die Grenzen zur Milliarde längst überschritten. Hier die fünf Spitzenreiter: Elon Musk (230 $-Milliarden), Jeff Bezos (149), Larry Ellison (146), Warren Buffett (117) und Larry Page (105). Weltweit ist die Zahl der Milliardäre von 2668 auf 2640 zurückgefallen, Ohgottohgott, die Ärmsten. Müssen wir uns Sorgen machen? Hinter den USA rangieren China (495), Indien (169) und Deutschland (126).

Fluch der bösen Tat: Vor fünf Wochen brüstete sich der Chef des ukrainischen Militär-Geheimdienstes damit, weltweit Russen getötet zu haben und hiermit fortzufahren. Zwei Wochen später traf eine russische Kinshal-Rakete sein Hauptquartier. Das wurde wie gewohnt bestritten. Jetzt liegt er schwer verwundet in einem Berliner Krankenhaus.

16. Juni 2023

Schlagzeilen und Wahnsinn: Der Tag beginnt mit meiner Weigerung, mich vom Stuss des Vortages weiter behelligen zu lassen (Klima, Heizwahn und so. Auch der Ur-Infizierte schafft es nicht in meinen Aufmerksamkeitsbereich). Schließe den Internetzugang mit einem Blick auf die Leserbriefe der Zellerzeitung von heute Nacht. Wenigstens das: a) Wir hungern, frieren, geh’n in Lumpen | für Robert Heizbecks Wärmepumpen. b) Im Zuge ihrer Gegenoffensive haben die ukrainischen Truppen eigenen Angaben zufolge bislang sieben Häuser aus russischer Besatzung befreit. Außerdem wurde nach hartem Kampf bei einem achten Haus eine Toilette auf halber Treppe (zwischen 1. und 2. Stock) freigekämpft. c) Nationale Sicherheitsstrategie empfiehlt den schnellstmöglichen Grünen-Ausstieg. d) Würden Transfrauen sich verschleiern, hätte ich kein Problem mit ihnen. Aber das tun sie ja nie. – So. Geschafft, der Tag kann mit einer ernsthaften Tätigkeit beginnen.


15. Juni 2023

Hinweis für Aussteiger: Der Vorgarten ist kein Rückzugsort.

Hinweis (2): Die hohe Kante und die klare Kante haben nichts miteinander gemein. Auf die eine legte einer, die andere zeigt einer. Die eine Kante ist vorgestrig, die andere aktuelles Polit-Blabla.

Es wird wieder Sand in die Augen gestreut. Das von den grünen Faschisten angepeilte Heizungs-Gesetz soll nun mit höchster Eile leicht modifiziert verabschiedet (neudeutsch: durchgepeitscht) werden. Im Klartext: keiner weiß, was jetzt geregelt werden soll. Es wird allüberall so getan, als hätten die Klima-Matadore Einsicht gezeigt, anstatt das Ganze als das zu bezeichnen, was es ist: überflüssig, mega-teuer und umweltschädlich. Und vor allem: Energie-Verschwendung in einem Land, das dank Kraftwerke-Abschaltung und Russland-Boykott-Politik den eigenen Bedarf nicht decken kann.

Sand (2): Der selbe Minister, der den Heiz-Wahn verantwortet, weiß auch Rat, wenn die Nachbarn dank auslaufender Russenverträge den Energie-Bedarf nicht mehr decken können. Wir geben ihnen gerne. Und um das zu können, fahren wir unsere eigenen Industrieanlagen runter. Ein genialer Plan. Gewiss.

Sand (3): Die große Einigkeit der Koalitionäre wird im erstmalig erstellten und gestern vorgestellten deutschen Sicherheitskonzept demonstriert. Russland ist der Feind, und – wenn ich mich nicht täusche – der Bürger ist es auch. Muss ich das wirklich lesen? Ich fürchte: jein.

Ansichtssache: Vier blicken des Nachts auf den Oslo-Fjord.

Ansichtssache (2): Zur selben Uhrzeit in Jüterbog. Oder, wie Wilhelm Busch vor 150 Jahren dichtete: Musik wird oft nicht schön empfunden | dieweil sie mit Geräusch verbunden. Indessen: überrascht und erfreut das schöne Profil entdeckt.

Ansichtssache (3): Der kurze Handy-Film aus dem Seitenfenster der startenden Maschine bestätigte die russische Luftbildauswertung: Auf dem polnischen Flughafen von Rzeszów-Jasionka steht eine Patriot Flugabwehr-Batterie mit sieben Abschussrampen und einem Feuerleitsystem. Was haben die US-Boys vor? Schießen vom bislang sicheren Staatsgebiet aus oder Demonstration der Marke Ihr-könnt-uns-gar-nichts? Von diesem Hauptumschlagplatz Richtung Osten bis zum ukrainischen Grenzort Krakowez sind es rund 90 km.

14. Juni 2023

Weil das Mail-Programm sich frühmorgens gegen den Aufruf sperrt, überbrücke ich die Denkpause von Frau Apple mit einem Blick auf die noch offene Seite von Klonovsky: „Sie [die Frauen] können auch besser Panzer einparken“, und schon ist die gute Laune wieder da.

Wer droht hier eigentlich wem? Nach dem Paukenschlag bei Twitter des bei Fox geschassten Erfolgsmoderators Tucker Carlson hat sich der inkommodierte ukrainische Boss veranlasst gefühlt, dem Twitter-Owner Musk die schlimmsten Konsequenzen anzudrohen, wenn das noch mal vorkommen sollte. Der US-Mainstream wird’s gerne hören: Killer-Kommando losschicken und schon ist der Friede der woken Einheitlichkeit gewahrt. Musk wirkte bislang nicht so, als würde er sich einschüchtern lassen, aber er wäre nicht der Erste, der der Gewalt weicht.

Die Kabarettistin Gruber lockte die Massen am Wochenende zur Demo gegen die Heiz-Diktatur nach Erding. Sie machte die grünen Faschisten und ihre Helfershelfer nicht nur lächerlich, nein, sie meint das ernst. Jetzt will sie nachlegen: 100.000 auf der Theresien-Wiese lautet ihre Ansage. Die Wohlmeinenden bewegen sich? Ich kann’s noch nicht glauben. Indes: Bayern hatte stets die besten Anarchisten. Die sind so.

13. Juni 2023

So wird die Weltkrise unumkehrbar: Der ehemalige Generalsekretär der Nato, der Däne Anders Rasmussen, hat die Auffassung öffentlich gemacht, dass jedes einzelne Mitgliedsland durch Entsendung von Truppen in den Ukrainekrieg eingreifen könne, wenn die Allianz sich auf dem nächsten Treffen am 11./12. Juli 2023 in Vinius-Wilna/Litauen nicht auf eine Mitgliedschaft der Ukraine in der Nato einigen könne. Der Däne fungiert jetzt als Berater von Selenskyj. Er teilte mit, dass vor allem Polen zu diesem Schritt bereit sei, möglicherweise auch die baltischen Staaten. Was das zu bedeuten hat, erscheint mir offensichtlich: Sobald die Polen nach Einrücken in die Ukraine auch zu Hause unter russisches Feuer geraten, werden sie verzweifelt nach der Nato rufen. Der September 1939 lässt grüßen.

Nach dem Luftholen konnte ich einem Leserbrief der Zellerzeitung dieses hier entnehmen: Dem Frankfurter Zoo gelang die Nachzucht eines Freien Demokraten. Das Kleine fiel allerdings nach der Geburt sofort um.

Weiter nach Westen: Man wird sich an ein neues Gesichts gewöhnen müssen: Der König des linken Sponsoring, Georg Soros, übergibt die Leitung seiner Stiftungsvermögen an den Sohn Alex. Der ist 37, hat also noch viele Jahre vor sich, um als president of the political action committee auf der Welt Unheil zu stiften. Darauf kann man nun hoffen, denn Sohnemann hat mitgeteilt, er sei politischer als sein Erzeuger.

Soros (2): Vater George hat derweil sein Vermögen aus Tesla herausgezogen, was ihm einen offenbar deftigen Kommentar von dessen Eigner eingetragen hat. Der vergleicht ihn mit einem Comic-Bösewicht namens Magneto – mir bislang völlig unbekannt. Jetzt schäumt die Welt der Wohlmeinenden.

12. Juni 2023

Was lese ich da? Der grünfaschistische Landwirtschaftsminister hat die Leute, die Tichy lesen, ausgerechnet als solche bezichtigt, die nicht mit Messer und Gabel essen könnten. Well done. Jetzt wird auch noch der letzte Wohlmeinende aufmerksam. Es sei, so wird daselbst berichtet, ein Shitstorm über den Tschemm hereingebrochen. Überfliege die mitgelieferten Beispiele. Schade, wie harm- und humorlos.

Dem Tschemm (2) sein Eheweib, eine Journalistin, sei aus der Staatskasse bedient worden, was, als das bekannt wurde, der Anlass für seinen Ärger ist. Dabei war vereinbart worden, die Sache geheim zu halten, genauer gesagt: „VS-Vertraulich. Amtlich geheimgehalten“. – (M)eine Verschlusssachen-Anweisung gesucht und gefunden: § 7 Nr. 3: VS-Vertraulich, wenn die Kenntnisnahme durch Unbefugte für die Interessen oder das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder schädlich sein kann. – Es ist also gelogen, wenn das sponsernde Auswärtige Amt behauptet, die VS-Einstufung sei aus Gründen des Datenschutzes der pekuniär Bedachten erforderlich gewesen.

Tschemms Weib (3): Die Dienste und – seit Bismarcks Zeiten – das AA haben stets gern auf Journalisten als verdeckte Mitarbeiter, zum Beispiel als Einfluss-Agenten, zurückgegriffen. Die Erfahrung sagt: Sie tun für Geld alles, man muss nur die richtigen heraussuchen. War Tschemms Herzensdame keine solche, muss man fragen, wozu das ganze Geld gut sein sollte. Vielleicht war’s ja eine Forderung des Gleichstellungs-Beauftragten.

Der Arzt, der eine Einladung abgelehnt hatte, begründet dies mit totaler Überlastung. Als er sagt, dass die Herzerkrankungen schlagartig zugenommen hätten, frage ich vorsichtig nach dem Impfgeschehen in seiner Praxis. Er sei jetzt beim sechsten Durchlauf angekommen, sagt er, aber die Zahl der Interessenten habe deutlich abgenommen. Auf meinen Einwurf, das liege wohl daran, dass die Ausbleibenden nicht mehr kommen könnten, weil sie tot-gespritzt seien, reagiert er verärgert.

11. Juni 2023

Was für ein Scherz: Die britische verdeckt arbeitende Regierungsstelle, die der Markierung und Löschung von unerwünschten Beiträgen in den sog. sozialen Medien dient, heißt CDU (Couter Disinformation Unit). Sowas kann man sich nicht ausdenken, ich meine jetzt den Namen, denn die Realität hat sich einer ausgedacht, um den Wahnsinn (Corona-, Klima-Lüge und so) zu schützen. Nach dem Auffliegen, will’s keiner gewesen sein.

Schlechter Scherz (2): In Brüssel mehrheitet man, die Asylfrage an den Außengrenzen zu prüfen, wo zu diesem Zweck geschlossene Lager errichtet werden sollen. Wer’s glaubt. Annalena Bb. hat nämlich herausgefunden, dass die Außengrenze in Frankfurt am Main liegt, wenn man die Willkommensbürger einfach einfliegen lässt. 

Kein Scherz (3): Sie weiß nichts, sie kann nichts, und sie muss da weg.

Auch lustig: Es gäbe, so lese ich, aktuell die Generation Z. Das seien die jetzt 15- bis 25-Jährigen. Wenn es sie nicht gäbe, müssten sie erfunden werden. Damit das nicht passiert, haben die einschlägigen Forscher dieselben entdeckt. 

Z (2): Was der Buchstabe bedeutet, das weiß ich nicht. Wenn ich mir die jungen Herren so anschaue, die man dazurechnet, käme womöglich zeugungsunfähig in Betracht. Vielleicht hüfe denen ja, was ich jüngst in einem Möbelhaus entdeckte:

10. Juni 2023

Die ukrainische Kriegführung zeigt alarmierende Elemente der Selbstzerstörung. Ihr jüngstes Sabotageunternehmen traf die russische, über ukrainisches Territorium verlaufende Ammoniak-Pipeline Richtung Schwarzem Meer, die vorgestern in der Gegend von Charkow-Charkiv zerstört wurde. Jetzt wackelt das Getreideabkommen, das es der Ukraine seit letztem Herbst ermöglicht, Weizen per Schiff durch das Schwarze Meer zu exportieren – und Russland im Gegenzug das Ammoniak.

Ammoniak (2): Ist eine Grundsubstanz für Pflanzendünger. Seine unterbrochene Ausfuhrmöglichkeit schadet den Empfängerstaaten deutlich mehr als dem exportierenden Russland. Es ist nun die Frage, wie die zukünftig Geschädigten reagieren werden. Ob die Rechnung Kiews aufgehen wird, dass diese jetzt die Ukraine kompromissloser unterstützen werden, um Russland besiegen zu können, erscheint mehr als fraglich.

Übern Teich: Jetzt unternimmt das US-Justizministerium die Leitung des künftigen Präsidenten-Wahrkampfes, indem es Anklage gegen Trump wg. der Zurückhaltung von Regierungsdokumenten in seinem Privathaus in Florida erhoben hat. Die Angst vor ihm muss bedeutend sein. Ich bezweifle, dass er sich im Verlauf des jetzt folgenden Jahres aus der Justiz-Posse befreien kann.

Angst-Ausbruch (2): Derweil kämpft das woke Amerika mit den Ufos, die jetzt amtlich festgestellt wurden. Das ist die komplette Narretei, mit der das Publikum von der Lage des Landes abgelenkt werden soll. Wie bei Orwell vorausgesehen, wird ein Krieg gegen das ferne Irgendwo inszeniert. Solange das Irgendwo die grünen Männchen vom Mars sind, kann uns das egal sein. Ist es hingegen Russland oder China oder sogar beide, dann nicht.

9. Juni 2023

Über Nacht: Die Lesung von Monika Maron klingt im Ohr nach. Ihre spröde Stimme stützt das Lapidar-groteske der Erzählung Munin fabelhaft. Die alltäglichen Figuren treten in ihrer Hilflosigkeit, ihrer Arroganz und Lächerlichkeit vor das innere Auge, so wie es das Selberlesen nicht vermocht hatte. Ein zauberhafter Abend, der von der Wirklichkeit Pause macht.

Ostfront: Die seit drei, vier Tagen veröffentlichten Meldungen beider Seiten über ukrainische lokale Angriffe stimmen insofern überein, als sie zwei Schwerpunkte nennen: den Raum Saporoshje Richtung Süden und die Region des auf russischem Territorium gelegenen Bjelgorod Richtung Norden. Beide Angriffsoperationen lassen nunmehr eine strategische Idee erkennen. Die Erfolge von Angriff und Abwehr werden unterschiedlich dargestellt. Die Verluste indessen müssen erschreckend hoch sein.

Ostfront (2): Die westliche Erzählung über den Dnjepr-Staudamm hat sich geändert: Nunmehr soll es sich nicht mehr um einen russischen Angriff zur Zerstörung des Überlaufes gehandelt haben, sondern es soll strafbar fahrlässige russische Schlamperei die Katastrophe ausgelöst haben. Man sieht also, dass die ursprüngliche Erzählung (Russen greifen sich selbst an) so hanebüchen war, dass sie korrigiert werden musste.

Ostfront (3): Die Verlautbarungen beider Seiten hinsichtlich des Dammbruchs konzentrieren sich jetzt auf die Ergebnisse. Die ukrainische Seite zeigt Evakuierungsmaßnahmen in der Stadt Cherson (rechts des Dnjepr), um zu belegen, dass sie selbst die Geschädigte ist, während die russische Seite wenig überzeugend darauf verweist, dass sich die Fluten bis zum Sommer verlaufen haben werden.

Ostfront(4): Der von russischer Seite gestern veröffentlichte Video-Schnipsel über die Vernichtung eines Leopard 2-Panzers zeigt – falls er keine Fälschung ist – zunächst eine ohne jeden Abstand marschierende Panzerkolonne, die gleich nach Beginn des russischen Angriffs auf engstem Raum zusammenfährt. – Ich mag kein Besserwisser sein (wirklich nicht, denn ich steckte nicht in diesen Panzern), aber das Geschehen mag ein auf menschlichen Urinstinkten beruhendes Verhalten des Rotte-dich-bei-Gefahr-zusammen dokumentieren, doch taktisch richtig ist es nicht.

8. Juni 2023

Tucker Carlson, der geschasste Nachrichten-Star bei Fox News, hat seine ersten 10 Minuten bei Twitter absolviert. Innerhalb von einer Stunde brachte das über 10 Mio. sogenannter Clicks. Sein ehemaliger Sender Fox News hat im Gegenzug durch seinen Abgang einen rabiaten Zuschauerabsturz erlebt, dessen Ende noch nicht absehbar ist. Gleiches gilt für die zugehörige Aktie. Es ist kaum zu glauben, wie die Firmenbosse das Vermögen ihrer Anleger aus Gründen der Wokeness verbrennen.

Carlson (2): In seinem ersten Twitter-Auftritt lobte er in ironischem Ton die Mainstream-Medien für ihre Leistung, die Sprengung des Dnjepr-Staudamms den sich selbst schädigenden Russen zuzuschreiben und nannte den Herrscher in Kiew einen, dem es gelungen sei vom Schmierenschauspieler zum Oligarchen aufzusteigen. Er wäre buchstäblich ein lebender Heiliger, der ohne Sünde sei.

Wahn-Wettlauf: In den USA läuft wg. des Klima-Schwindels das Verbot der Nutzung von Gas-Herden an. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten macht uns vor, was bei uns alles noch möglich ist. Nebenbei: Beim Verbot von Heizungen ist man dortzulande etwas zurückhaltender, weil es Winter für Winter recht kalt zu werden pflegt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

7. Juni 2023

Dammbruch: Gestern wurde der Überlauf des Dnjepr-Damms nördlich von Cherson zerstört. Beschossen wurde das seit über einem Jahr in russischer Hand befindliche Bauwerk bereits seit Monaten. Die westliche Wertegemeinschaft beschuldigt die Russen dieser Tat. Man muss nicht einmal zwei Minuten nachdenken, um das auszuschließen, denn es ist das von den Russen besetzte Hinterland, das überflutet wird, und es ist die Wasserversorgung der Krim, die schwere Einbußen zu erleiden droht. – Die Medien, die die russische Täterschaft behaupten, sollten ihren Alkohol- und Drogenkonsum in den Griff kriegen.

Medienkonsum (2): Dass man auch bei Tichy nach Erholungspausen der letzten Wochen die Gelegenheit nutzt, auf die Russen (sanft) einzuprügeln, überrascht nicht. Kaum habe ich den Satz geschrieben, korrigiert mich der Abendeintrag bei Stephan Paetow: „Auch wenn unser Chef Olaf ‚in der Sprengung eines Staudamms im russisch besetzten Teil der Ukraine eine gezielte Aktion Russlands‘ sieht, müssen wir Ukraine-Führer Selenskij ganz deutlich sagen: Unsere SPD-Stimmungs-Kanone Olaf ist unverkäuflich und wird auch nicht ausgeliehen! (https://www.spaet-nachrichten.de/2023/06/der-spezialdemokraten-problemmit-digitalisierung-und-kopfrechnen/). 

Medienkonsum (3), diesmal von der Gegenseite: Wie gestern gemutmaßt, sorgt das russische Verteidigungsministerium dafür, dass man bei den Leopard 2-Panzern deutscher Fertigung auf dem Laufenden gehalten wird. Die kurze Sequenz, die es ins Internet gestellt hat, zeigt die Drohnenaufnahme der Vernichtung eines Kampfpanzers. Dass es sich hierbei um einen Leo 2 handelt, kann ich bestenfalls glauben (siehe Foto, wenige Sekunden vor dem Treffer). Sicher werden die Panzerexperten von nah und fern mir in den nächsten Stunden passende Kommentare liefern.

6. Juni 2023

Morden zur Befriedigung des Irreseins: Irlands Regierung erörtert, Hundertausende von Kühen, den Haupteinnahmezweig des Landes, zu töten. Der Grund: sie stören die herbeiphantasierten Klima-Ziele.

Irresein (2): Wird Zeit, dass sich die irischen Kühe ein Beispiel an der Deutschen Post nehmen. Die kann klimaneutral senden und auch empfangen. Plakatiert sie. Mein Vorschlag: einfach den Betrieb einstellen. Plan B: den Vorstand in die Wüste schicken.

Irresein (3): Früher hielten sich Verrückte für Napoleon, heute für die Sonne. Früher wurden sie weggesperrt, heute in die Regierung berufen.

Irresein (4): Wer das Töten von Tiermassen für akzeptabel hält, um dem Klima-Wahn Vorschub zu leisten, wird auch bald nichts mehr daran auszusetzen finden, Menschen, als die angebliche Haupt-Ursache des Ungemachs, in Massen abzuschlachten. Willkommen in Neutralien.

Ostfront: Leser H. berichtet gestern früh von der Durchfahrt eines Güterzuges auf der Strecke Stralsund-Berlin Richtung Süden, beladen mit frischgestrichenen Leopard-Panzern. Bleibt die Frage: Sind es die Dänen oder die Norweger, die hier ihre Alt-Bestände abbauen? Nebenbei: die ersten ihrer Art sind gestern an der Front im Einsatz gesichtet worden. Wir werden sicher bald mehr davon hören.

Ostfront (2): Landauf landab wird von der im Gange befindlichen ukrainischen Offensive gesprochen. Außer ungezählten Gefechten auf dem gesamten Frontbogen und ukrainischen Versuchen, die Grenze nach Russland unsicher zu machen, kann ich nichts erkennen, was ich mit dem Namen einer militärischen Offensive belegen würde. Das ist bestenfalls Nervenkrieg, wenn auch ein äußerst unschöner, denn er erzeugt Tag für Tag Tote und Verwundete.

Ostfront (3): Das anstehende Nato-Großmanöver ab nächster Woche in Osteuropa rechne ich auch unter das Rubrum Nervenkrieg. Nur hat die Bewegung von massenhaft Luftstreitkräften mehr als jeder gelieferte Leopard das Potential, aus dem Ruder zu laufen.

5. Juni 2023

Gendern ist, wenn der Sachse mit dem Boot umkippt. Netzfund (Dank an den anonymen Netzer (sagt man so?)):

Gendern (2): Der Orka, den ich in der Straße von Gibraltar vorbeischwimmen sah, wurde von mir weder für einen solchen gehalten, noch wusste ich bis gestern, dass die Väter dieser im Familienverband auftretenden Kampfschwimmer sich einen Spaß daraus machen, Segelboote zu rammen, damit die lieben Orka-Kinder was zum Spielen haben. – Fazit: Unwissenheit schützt zwar vor Strafe nicht, zuweilen aber vor durchaus berechtigter Furcht.

Merkwürdige Übereinstimmung: Die beiden Präsidentschafts-Kandidaten Trump (Reps) und Kennedy (Dems) erklären, sie würden im Falle ihrer Wahl den Ukrainekrieg sofort beenden. – Nebenbei: So etwas kann im Ernst nur sagen, wer sein Land für verantwortlich hält.

Bei Tisch am Vorabend: Der unwiderruflich letzte Spargel des Jahres suhlt sich in der heißen Butter.

Bei Tisch (2): Sagt der Wohlmeinende, nachdem das Lob des Koches abgeklungen ist: Wurd Zeit, dass der Kanzler dem Putin die Kante gezeigt hat. – Ich: Der Auftritt in Falkensee sah eher nach einem Flopp aus. – Er: Wieso das denn, in den Tagesthemen hat er es gesagt. – Ich: Er im Fernsehen? – Er: Nein, da wurde es klar gesagt. – Gewohnheitswidrig wird ein Smartphone herangeholt und mehrere Auftrittsschnipsel auf YouTube gezeigt, in denen das Publikum den Kanzler überbrüllt. – Er: Das kann nicht echt sein.

In Leipzig randaliert am Wochenende, ganz wie angesagt, der Mob. Bürgermeister Jung gibt sich erschrocken. Das ist Heuchelei auf hohem Niveau, denn seit Jahrzehnten wird diese Klientel in Connewitz von den Genossen gehätschelt.

4. Juni 2023

Nachtarbeit: Einzelaktionen auf beiden Seiten der Ostfront: Russische lokale Vorstöße über den gesamten 1000 km langen Frontbogen verteilt und ukrainische Versuche, den Krieg nördlich Charkow-Charkiw in den Raum Bjelgorot auf russisches Territorium auszuweiten. Nach wie vor ist kein Plan und kein Schwerpunkt zu erkennen. – Nerven- und Abnutzungskrieg.

3. Juni 2023

Die Speisung der 5000: Ebenso wie im biblischen Wunder schafft der US-Kongress das Geld heran, um die drohende Zahlungsunfähigkeit des Staates abzuwenden. Er genehmigt im Klartext neue Schulden, die längst nicht mehr vom gesetzlichen Rahmen, den dieselbe Körperschaft erließ, gedeckt werden. Daran ist nichts Neues oder Überraschendes zu erkennen. Die Show kam lediglich auf den politischen Spielplan, weil es im Repräsentanten-Haus jetzt eine republikanische Mehrheit gibt. Interessant bleibt bestenfalls die Erkenntnis, dass die durch Einnahmen (plus übliches Schuldenmachen) gedeckten Ausgaben der USA nach fünf Monaten verbraucht sind.

Realsatire: Die grünfaschistische Umweltministerin Lemke eröffnet die Dialogreihe Wolf. Nichts für ungut, aber mir geht durch den Kopf, dass Otto-Normal-Wolf vor dieser Frau reißaus nehmen wird.

Ostfront: Ein Kartenvergleich zwischen den Muttersprachgebieten der Ukraine (2010 erstellt bei der Zeitschrift Osteuropa und veröffentlicht durch die Bundeszentrale für politische Bildung) mit den jetzigen Gebietsansprüchen Russlands zeigt eine erstaunliche Übereinstimmung, ja, fast Zurückhaltung der Russen – wenigstens im Augenblick.

Ostfront (2): Es wird diskutiert, ob es den Russen gelungen ist, dass verbunkerte Hauptquartier des ukrainischen Militärgeheimdienstes in Kiew mit Hilfe einer Kinshal-Hyperschall-Rakete zu vernichten. Das wäre eine ziemlich prompte grausame Antwort auf die Ankündigung von dessen Leiter, weltweit – wie bislang – Russen töten zu wollen.

2. Juni 2023

Von gestern, aber noch taufrisch: „Wo ich gerade Fdp lese…ich muß noch die Mülltonne rausbringen“ (aus den Leserbriefen bei Stephan Paetow).

Datenschutz: Aus der verurteilten Gewaltverbrecherin Lina Engel machen die Wahrheits-Medien „Lina E.“. Das klingt geheimnisvoll und wird auch gern mit einem „mutmaßlich“ garniert. In den aktuell von den Wahrheits-Medien veröffentlichten Bildern verbirgt sie ihr Gesicht hinter einem Leitz-Ordner oder in einer Corona-Maske. Aber es gibt sie auch unmaskiert.

Engel (2): Die grünfaschistische Jugend ist außer sich über die Klassenjustiz und ruft zur Gewalt auf.

Engel (3): Unsere Führungsmannschaft gibt sich entsetzt: Bislang hätten Linksextremisten sich nicht gegen Menschen, sondern nur gegen Sachen gewendet. Ich habe nicht genügend viele Anführungszeichen, um das „nur“ zu markieren. Zudem: Diese Typen ziehen seit Jahrzehnten eine blutige Spur durch Deutschland. Nichts hat sich daran geändert. Ebensowenig an der heimlichen Komplizenschaft der Wahrheits-Medien.

Really woke: Washington wechselt den Generalstabschef aus. Dass der grimmige Milley gehen muss, ist kein Wunder, schließlich hat er in letzter Zeit oft genug die Führung seines Landes unmissverständlich aufgefordert, den Ukrainekonflikt so schnell wie möglich am Verhandlungstisch zu lösen. Sein freundlich lachender Nachfolger wird dafür gerühmt, dass er der erste farbige Gay auf diesem Posten sei. Er wird so zitiert: Für ihn komme es darauf an, die Zahl der weißen Offiziere in den Stäben durch Einführung einer Quote zu reduzieren. Bleibt die Frage, ob Netflix jetzt auch in den Streitkräften das Personal-Management übernommen hat.

1. Juni 2023

Glückliches Finnland: Mit der Inbetriebnahme des neuen, gigantischen Kernkraftwerkes ist dortzulande der Strompreis um 75 % gesunken.

Finnland (2): Ist der Nato beigetreten und (wie war das noch gleich?) hat das neue Superkraftwerk mit russischer Hilfe errichten lassen. – Sicherheitsbedenken? …keine.

Finnland (3): Stattdessen mit Missbehagen die großflächige Lüge vor dem Kaufland in Schilda betrachtet.

31. Mai 2023

Deutsches Sprüche-Gut zum Maienschluss: Steter Tropfen macht noch keinen Frühling. Früher Vogel ist aller Laster Anfang.

Rapp-zapp: Uganda führt die Todesstrafe für Homosexuelle ein. Man sieht, die für universell gepriesenen Menschenrechte bedeuten nicht überall dasselbe. Warum auch?

Rettet dem Dativ: Zu meinem gestrigen Polen-Aufsatz aus einem Leserkommentar, den Polenmarkt (rechts der Oder) von Hohenwutzen bei Freienwalde betreffend: Der Küchenchef Empfiehlt Rührei auf Butter mit Pfifferlinge.

30. Mai 2023

Die Wiederwahl des türkischen Herrschers Erdogan weckt gemischte Gefühle. Einerseits kann es mir egal sein, wer da in der Türkei herrscht. Und wie. Doch andererseits weckt die Zustimmung von Millionen der in Deutschland lebenden Türken zum Islamkurs des alten und neuen Bosses strenge Zweifel an deren Loyalität zu dem Lande, in dem sie seit Generationen leben. Eine Aufforderung an jene Gefühlstürken, ins geliebte Land der Väter zurückzukehren, wäre hoch an der Zeit.

Islam (2): Man muss kein Christ sein, um den Islam zu verabscheuen. Andererseits ist mir rätselhaft, wie man Christ sein kann und den Islam zugleich bewundern. Das geht nur so lange gut, bis der Sieger knie-nieder ruft.

An Absurdität kaum zu überbieten: Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert, den Preis für Industrie-Strom von Staats wegen herunter zu subventionieren. Hier werden die selben Leute tätig, die für die jetzt im Gange befindliche Abwanderung deutscher Betriebe wg. unbezahlbarer Stromrechnungen an prominenter Stelle die Mitverantwortung tragen, da sie mit Genuss jahrelang in die Klima-Tröte geblasen haben. – Das kann weg.

29. Mai 2023

Denksportaufgabe: Der fair gehandelte Darjeeling hinterlässt graue Schlieren in der weißen Porzellan-Tasse, der unfair gepflückte Earl Grey tut das morgens nicht. Rätselhaft.

Alles klar: Der Wohlmeinende sagt zu mir, während er sich mein Frühstück mit der Thüringer Blutwurst schmecken lässt, dass die Verfolgung der Klima-Kleber als kriminelle Vereinigung unschön sei. Die paar Ordnungswidrigkeiten, sagt er. …sind massive Straftaten, ergänze ich und spreche dann über die Brotpreise, an denen der Wohlmeinende nichts auszusetzen findet. Ich auch nicht, sage ich, aber die Leute, die beim Lidl Toastbrot einkaufen müssen, schon. Ja, mischt sich seine Frau ein, die ernähren sich ungesund, und hat damit ein Thema für den Rest des Morgens gefunden.

Ostfront: Aus der verwirrenden Vielzahl der Einzelmeldungen schälen sich einige wenige heraus, die nach meiner Vorstellung Bedeutung haben: a) Die Zahl funktionstüchtiger Militär-Flugplätze in der Ukraine scheint drastisch abgenommen zu haben. Sie waren bevorzugt das Ziel russischer Gleitbomben, die aus einer Entfernung von 70 Kilometern vom Flugzeug abgeworfen und sodann punktgenau ins Ziel gesteuert werden. Die Zahl dieser Bomben im russischen Munitionsvorrat soll beträchtlich sein. b) Die russische Elektronik-Abwehr soll in die Steuerungssysteme der von der Ukraine verwendeten und in sehr großer Stückzahl eingesetzten Motorola-Drohnen eingedrungen sein, so dass diese in Echtzeit bekämpft, d.h. abgeschossen werden können.

Ostfront (2): Immer noch wird auf ukrainischer Seite der vollständige Verlust der zur Festung erklärten Stadt Bachmut bestritten, und von der behaupteten Großoffensive zeigt sich keine Spur.

28. Mai 2023

Ja-nein: Die USA will nun doch F 16-Kampfjets in die Ukraine liefern. Allerdings, so sagte der zuständige Staatssekretär, dauere es Jahre, bis ein Pilot diese Maschine beherrsche. Nach einem Crash-Kurs könne er sie frühestens nach 14 Monaten fliegen. – Die Russen können nun das Auftauchen der F 16 am Himmel über der Ukraine abwarten. Kommen sie schon bald, so hat die Ausbildung der ukrainischen Piloten bereits vor Jahr und Tag begonnen, oder aber die Maschinen werden von geleasten US-Piloten geflogen.

Flieger (2): Die Möwe, die ich bei der Betrachtung des Oslo-Fjordes fotografierte, hat sicher nicht so lange gebraucht, bis sie ihr Metier beherrschte. Deswegen saß sie bei meiner Annäherung bis auf die berühmte Armlänge dreist und furchtlos auf dem Dach des Opernhauses, auf dem ich spätabends spazieren ging.

27. Mai 2023

Wirklichkeit schlägt Satire: Das ist in den letzten Jahren schon zu oft behauptet worden, als dass noch jemand hinschaut. Und dennoch: In New York darf ab sofort niemand mehr wg. seiner Fettleibigkeit benachteiligt werden. – Wer hat das gesponsert? McDonald oder Pizza Hut?

Wirklichkeit & Satire (2): Da ist es mir schon lieber, was ich in den Leserbriefen der Zellerzeitung lese, nämlich dieses hier: Um den Rechtsstaat abzubilden, braucht man schon ein Archivbild. Oder das da: Durch den Klimawandel verpassen arktische Erdhörnchen ihre Paarung. Dadurch fehlen in der Gruppe die Trauzeugen.

Wirklichkeit & Satire (3): Die Seemacht Dänemark gibt es tatsächlich. Sie verbirgt sich (im Bild hinten Mitte) bisweilen hinter der Oper von Kopenhagen. Deren Rettungsring trägt die Aufschrift: Welcome on Board. Nebenbei: Die junge Dame stammt nicht aus dem Märchen von Andersen, dem einzigen Dänen, der den meisten Deutschen meiner Generation nach einigem Nachsinnen einfällt.

Und hier (hinten Mitte) die Seemacht noch einmal ohne ablenkende Details:

25. Mai 2023

Davongekommen: Ein Abschnitt des Durham-Reports über das Fehlverhalten des FBI schildert, wie die Clintons mit ihrer zweifelhaften Stiftung außer Verfolgung gesetzt wurden. Ein Staatsanwalt entschied es Anfang 2021, und das FBI schloss den Vorgang endgültig, indem es die Beweismittel vernichtete bzw. an die Eigentümer zurückgab. An sich eine vernünftige Verfahrensweise, die ganz dem amerikanischen Praktiker-Denken entspricht, jedoch fragwürgig ist, wenn Strafverfolger und -verfolgte zusammenwirken. Es handelten dieselben Figuren (FBI-Vize Andrew McCabe und seine Combo), die auch Trumps angebliche Russland-Collusion organisierten.

Ostfront: Nach dem Fall von Bachmut nennt der Chef der Wagner-Legionäre grausame Details, einschließlich der fünfstelligen eigenen Verluste. Nebenbei enthüllt er, wo er die eigenen Kämpfer rekrutierte: in russischen Gefangenenlagern für ukrainische Soldaten. Das erinnert an das Vorgehen der Wehrmacht 1941/42 im Mittelabschnitt der damaligen Ostfront.

Ostfront (2): Nach dem Verlust der zur Festung erklärten Stadt Bachmut ist die ukrainische Seite zur Politik der militärischen Nadelstiche übergegangen, indem sie den Krieg mit kleinen gepanzerten Einheiten über die Grenze nach Russland trägt.

Ablenkungsfütterung: Der Chor der Wohlmeinenden fällt mit geheuchelter Empörung über den geschassten Klima-Staatssekretär Graichen her, indem sie sich über dessen teil-getürkte Dissertation erregen. Währenddessen geht die Entrechtung des Volkes wie von selbst in die nächste Runde: mit dem Heizungskataster. Dieselben Wohlmeinden fangen an, ganz ernsthaft über das Für und Wider zu debattieren, anstatt die Dinge als Diktaturbehelfe zu benennen und die Verursacher insgesamt abzuräumen, denn diese Leute bewegen sich jenseits von Argumenten und an der Schwelle der totalen Macht.

Auch das noch (aus den gestrigen Leserbriefen der Zellerzeitung): Die Habeck-Graichen GmbH plant die Gründung einer Notstromregierung.

24. Mai 2023

Übern Teich: Die US-Presse ist erwacht. Sie veröffentlicht via Reuters ein ukrainisches Propaganda-Photo von Bachmut. Doch die Wahrheit hinter dem Kitschbild lautet: Bachmut, das Symbol des Widerstandes, ist gefallen.

Übern Teich (2): Das Präsidentenwahl-Theater der Republikaner spielt vor vollem Haus. In der Hauptrolle nach wie vor Donald Trump, trotz oder vielleicht wg. der zahlreichen gegen ihn losgetretenen Verfahren. Jetzt sind es Zivilklagen von Frauen, die plötzlich entdecken, von ihm vor Jahrzehnten belästigt worden zu sein. Mehr Bigotterie war nie. Im Verfolgerfeld Floridas Gouverneur Ron de Santis und neu auf dem Spielplan Tesla- und Twitter-Chef Elon Musk sowie der bei Fox geschasste Moderator Tucker Carlson. In weiteren Nebenrollen ein mir bis dato unbekannter schwarzer Senator und Trumps frühere Pressesprecherin. Dass ich mir die Namen der beiden Letztgenannten noch nicht gemerkt habe, ist ein typischer Fall von Rassismus-Leninismus bzw. Frauenfeindlichkeit. Alle Heuchler sind aufgefordert, sich einschlägig zu erregen.

23. Mai 2023

Ostfront: Mit der vollständigen Eroberung von Bachmut durch die Russen, ist der Kampf dort zu Ende. Das wirkt auf mich wie das Eintreten einer gewissen Ratlosigkeit der Sorte: Wie weiter? Von der großen ukrainischen Offensive redet im Moment niemand mehr.Ostfront (2): Es verdichtet sich der Eindruck, dass die Russen im Raum Kiew eine Patriot-Batterie mit Hilfe der Kinshal-Hyperschall-Waffe fast vollständig vernichtet haben. Sie sprechen von 5 (von 6) Abschussrampen und dem Feuerleitsystem. Wie eine Bestätigung klingt es aus Washington, man müsse den Sachverhalt ermitteln.
Ostfront (3): Ist das, was wir derzeit bestenfalls sehen können, ein Luftholen oder ein ratloses Innehalten?

Großes Welttheater: Als deutsche Teilnehmer am aktuellen Bilderberger-Treffen werden von den Veranstaltern diese Sechse hier genannt: die Vorstandsvorsitzenden von BASF (Martin Brudermüller), von Merck (Bélen Garjo) und vom Axel-Springer-Konzern (Mathias Döpfner), daneben Globalisten-Veteran Norbert Röttgen (CDU) sowie ein Herr Schmidt, Wolfgang, von dem ich bei der Gelegenheit zum erstem Mal mitbekomme, dass es der Chef des Bundeskanzleramtes sei, und der grünfaschistische Chef-Ausraster Anton Hofreiter. So wird die Hochzeit von Kapital und Volksfront zelebriert. Wenn überhaupt etwas daran erstaunt, so ist es dies: die Offenheit, in der dies geschieht.

Kleines National-Theater: Die Ablösung des vettern-wirtschaftlichen Klima-Sekretärs Graichen aus dem Hause Habeck ist bestenfalls die verquaste Suche nach einem Ventil, um den Druck auf den grünfaschistischen Wahn etwas zu mildern. Mainstream hofft, dass der Gegenwind sich legen werde, indem man jetzt mit vereinten Kräften auf diesen Graichen einschlägt und nach Plagiaten in seiner Doktor-Arbeit fahndet. Dabei täten in einem geordneten Rechtsstaat Anklagen wg. permanenter Haushaltsuntreue not. Doch dann würde das ganze Gesindel wie Dominosteine umkippen.

Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. Die Bundeszentrale für politische Bildung – sonst für mich steter Quell unfreiwilliger Komik – hat das Bild von vier weiblichen Opfern des 17. Juni 1953 veröffentlicht, deren Namen und Gesicht vor der Publikation geschwärzt wurden. Das ist der stalinistische Stil.

Stalinismus (2): Spätere deutsche Geschichtslehrer werden behaupten, dass es die Betreffenden, deren Verbrechen darin lag, sich über ein nichtsnutziges Gewaltregime geäußert zu haben und die deswegen erschossen wurden, gar nicht gegeben habe. „Können Sie Namen nennen?… Na also.“
Stalinismus (3): Vor rund 10 Jahren wurde das noch anders gesehen. Da wurden die willkürlich Erschossenen aus Stalins Herrschaft der 1930er Jahre endlich mit Gesicht und Namen wieder anschaulich gemacht. Jetzt allerdings sind die einschlägigen Werke auf dem Ramsch gelandet.

22. Mai 2023
Reiseeindrücke: Hassema und Kannssema sind lästige verbale Zwillinge. Mit Hassema beginnt der Appell an die Geldbörse, auf Kannssema folgt der Ruf nach Hand- und Spanndiensten. Beide Nervensägen treten auch leicht verändert außerhalb der Duz-Zone auf, als Hammsema und Könnsema.

17. Mai 2023

Den Tag mit einem Blick in die Leserbriefe der Zellerzeitung begonnen. Man beginnt den Tag mit einem Grinsen, bevor man in die Schlagzeilen der Nacht einsteigt. Hier der Beleg: „Ampels Kampflied: Frisch, Genossen, stellt die Weichen! | Nehmt‘s den Armen, gebt’s den Graichen! | Und die Armen – lasst sie fluchen! | Gibt’s kein Brot, dann tut’s auch Kuchen!“

Schlag (2): Es wird behauptet (und bestritten), dass eine russische Hyperschall-Rakete Kinshal in Kiew in eine Flugabwehr-Batterie Patriot eingeschlagen sei. Ohne Näheres über die Folgen sagen zu können, wird man nicht umhin können, darüber zu spekulieren, dass, falls die Meldung zutrifft, die aus D angelieferte Wunderwaffe den Endsieg womöglich nicht zu garantieren vermag.

Schlag (3): Die Raketensache von Kiew nach dem Sortieren der Meldungen noch einmal in Ruhe durchdacht. Kann es sein, dass die Russen in zwei Wellen angegriffen haben? Die erste führte zur vorhergesehenen Abwehr in Kiew, in die dann die zweite absichtsvoll und ungehindert hineinplatzte?

16. Mai 2023

Der Klimawandel macht keine Pause, sagte soeben ein mir Unbekannter, von dem mitgeteilt wurde, er sei ein Abgeordneter. Das klingt so richtig, dass es nur falsch sein kann, denn alles, was angeblich der Beeinflussung durch den menschlichen Willen unterworfen ist, kann auch durch Pausen unterbrochen werden.

Klima (2): Mit gehöriger Verspätung sind die Eisheiligen eingetroffen. Kamen vermutlich mit der Bahn.

Ostfront: Falls es stimmt, dass die Russen mit einem Raketenangriff ein ukrainisches Munitionslager mit großen Mengen britischer abgereicherter Munition getroffen haben, die daraufhin in einer gigantischen Explosion in die Luft flog, stellt sich die Frage, ob die Angreifer den fatalen Inhalt des Ziels genau gekannt haben. Denn jetzt ist eingetreten, was sie seit einem Jahr – so ihre Verlautbarungen – vermeiden wollten: die massenweise Verwundung der Einwohner. Nunmehr wird die wechselseitige Schuldzuweisung in die nächste Eskalationsstufe münden.

Eskalation (2): Falls die anliefernden Briten genau auf den eingetretenen Effekt gesetzt haben, haben sie erreicht was sie wollten.

Eskalation (3): Die Meldungen aus dem Kampfschwerpunkt von Bachmut passen nicht zusammen. Falls das die lange angekündigte Gegen-Offensive gewesen sein soll, stimmt entweder der russische Abwehrerfolg so nicht, oder aber die Angriffskräfte können kaum als ernsthaft bezeichnet werden, um die russsischen Einschließungskräfte ihrerseits zu umfassen. Ich bezweifle allerdings, dass sich die ukrainischen Streitkräfte angesichts ihrer mehrfach bestätigten Schwäche einen Scheinangriff zur Täuschung des Gegners leisten können.

Übern Teich: Es sickert aus den Eingeweiden der amerikanischen Konservativen heraus, dass das Abschießen des Chefs der Plattform Projekt Veritas, James O’Kneef, das Werk eines Innentäters war, der als sog. Neocon beschrieben wird. Letztere sind eine vage, aber laute Formation, die den Krieg zur Durchsetzung von Amerikas Herrlichkeit für eine Selbstverständlichkeit halten. O’Kneef stand den Schmierengeschäften dieser Leute im Wege.

Übern Teich (2): Sonderermittler John Durham hat gestern seinen Bericht über das Fehlverhalten des FBI in Sachen Trump-Ermittlungen wg. dessen angeblicher Russland-Verstrickung vorgelegt. Er bescheinigt den obersten US-Ermittlern, sie hätten sich von bias (sprich: Beijääs = Parteilichkeit) leiten lassen. Eine kursorische Lektüre zeigt, dass ich an meinen Aussagen im Buch Spygate nichts Substanzielles zurücknehmen oder ändern müsste. Das ist weniger als Eigenlob zu verstehen, denn als Feststellung, dass das, was ich vor knapp drei Jahren herausfand, längst Gemeingut hätte sein können.

15. Mai 2023

Über Nacht das im Vorjahr in fünfter Auflage erschienene Buch über der polnisch-sowjetischen Krieg 1919-21 (Der vergessene Sieg von Stephan Lehnstaedt) gelesen. Der Inhalt und der Umstand, dass mein nagelneues Exemplar vom Ramsch stammt, verlangen nach einer ausführlichen Kommentierung. So erzeugt der Wunsch nach Verbesserung des eigenen Kenntnisstandes unerwartet Arbeit.

Über Nacht (2): Die Ergebnisse von Bremer Wahl und des von mir als ignorierbar eingeschätzten europäischen angeblichen Gesangswettbewerbs hinterlassen keinerlei Eindruck bei mir – außer den, dass sie meine polnischen Betrachtungen stören.

14. Mai 2023

In Bremen werde, so lese ich irgendwo, heute gewählt. Na und? Warum sollte ich mich dafür interessieren? Das überlasse ich getrost den Sondersendungen, wo Experten das erläutern, was sie nicht vorauszusagen vermochten.

Voraussagen (2): Auch die Eisheiligen vermochten nicht ihrem Ruf zu entsprechen. Warum ich unter solchen Bedingungen im Freien sitzend mit der Lektüre des Narrenschiffs von Sebastian Brand begonnen habe, kann ich nicht erklären. Vermutlich weil ich das Buch gestern geschenkt bekam.

13. Mai 2023

Eines besseren belehrt zu sein, bedeutet häufig die Erkenntnis, dass man mit der Wahrheit nicht weitergekommen ist.

Erkenntnis (2): Dem Hund, der in den Kofferraum meines Autos einzusteigen versucht, folgt an zu langer Leine eine Frau in fortgeschrittenem Alter, die, die günstige Gelegenheit ergreifend, sich erkundigt, was ich denn dort alles geladen habe. Meine Auskunft, dass die darin befindlichen, Eierkarton-ähnlichen Pflanzschälchen, die ich mir auftragsgemäß habe einpacken lassen, der Zucht von Kokospalmen dienen, bringt sie ins Grübeln. Schnell wechselt sie das Thema und fragt, nachdem sie sich weiter umgesehen hat, nach meinem Weingeschmack. Als ich ihr – diesmal wahrheitsgemäß – sage, dass die Flaschen vom Aldi stammen, rümpft sie die Nase und zerrt an ihrem Begleiter.

Erkenntnis (3): Im Abendlicht sitze ich an der Ilm und denke erfreut über einen politikfreien Tag nach. Der Tiefurter Park ist an den Rondellen sparsam, aber dank streng ordnender Hand farblich und figürlich exakt mit Blumen bepflanzt. Im Kontrast dazu: Nur ein schmaler Streifen des zum Fluss abfallenden Wiesen-Hanges ist kurzgeschoren, der überwiegende Rest wächst wild und grün. Ich wundere mich über die Vielfalt der Pflanzen, wenn man sie nicht mit dem Mäher belästigt. Der Rasen von einst allerdings ist dies nicht mehr. Bleibt die Frage: Ist dies ein Sieg der Natur über den Menschen? Oder ein Sieg des Menschen über die Natur des Menschen?

12. Mai 2023

Vorwärts Kameraden, wir rudern zurück: Eine ruhige erste Analyse des Stimmengewirrs bei den grünen Faschisten zeigt, dass sie um ihre Macht besorgt sind, seit ihnen zum ersten Mal in ihrer Herrschaftszeit der Wind ins Gesicht bläst. Jetzt versuchen sie es mit der guten alten Kommunisten-Methode von Kritik und Selbstkritik. Nur deren Anführer weiß noch nicht genau, wie und wohin. Er hat zwei massive Stolpersteine auf seinem Weg: den Familienfilz (hier mäkelt das Feuilleton) und die Heizungsidiotie (hier droht das Volk). Die Lügenpresse versucht es mit einem Ablenkungsmanöver nach dem Motto: Habeck zeigt Gesprächsbereitschaft. Als ob es darauf ankäme. Dieser Mann und sein ganzer Augiasstall gehören bis auf den blanken Boden ausgemistet.

Zurück (2): In der Schlacht um Bachmut ist den Ukrainern gestern erstmals ein Einbruch in die russischen Flankenstellungen gelungen. Die Meldungen beider Seiten stimmen überein, wenn auch im Umfang des Geschehens differierend.

11. Mai 2023

In den Reichskammerspielen am Bundeskanzlerplatz kam gestern das Kriminalstück „Der Grüne Filz“ zur Aufführung. In der Hauptrolle Staatsschauspieler H. Beck, bekannt aus der beliebten Familienserie „Die Graichens“. Das Publikum wurde wg. des anstößigen Inhalts ausgeschlossen. Die Presse verlangte hernach unisono die Wiederaufnahme des in der letzten Woche unerwartet unterbrochenen Dramas „Der Letzte macht das Licht aus“.

Übern Teich: Das nunmehr mit republikanischer Mehrheit agierende Aufsichtskomitee des US-Repräsentantenhauses präsentierte die Ergebnisse der für illegal gehaltenen Biden-Familienclan-Einkünfte: Mindestens 10 Mio. US-Dollar aus China während Bidens Amtszeit als Vizepräsident. Die Zahlungen aus der Ukraine warten noch der Bezifferung. Für die wirklich Reichen sind das Peanuts, über die man nicht groß reden muss.

Ostfront: Wie gehabt rabiate Häuserkämpfe in Bachmut. Die ukrainische Gegenoffensive soll den großen Entlastungsschlag bringen, aber es sieht bisher nicht danach aus. Die zum Symbol des Kampfes erhobene Stadt (bzw. deren Ruinen) befinden sich fast vollständig in russischer Hand.

10. Mai 2023

Europäische Werte: Ich hielt das erst für eine Ente, dass Wolodymyr S. mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet werde. Scheint aber zuzutreffen. Wird er dafür ausgezeichnet, dass er uns Millionen seiner Landsleute hat zukommen lassen, Flüchtlinge und Fahnenflüchtige?

Europäische Werte (2): Ein Mann in einer Operettenuniform erklärt uns derweil, dass er damit fortfahren werde, Russen in aller Welt zu töten. Der Mann heißt Kirill Budanow, und er ist der Direktor des ukrainischen Militärgeheimdienstes. Er hat bereits eine stolze Strecke vorzuweisen.


Da staunt man Bauklötze: Einer amerikanischen Journalistin war kürzlich aufgefallen, dass sie Mitte der 1990er Jahre von Trump vergewaltigt worden war. Der wehrte sich mit der Bemerkung, die Dame sei nicht sein Typ. Dies wiederum wertete ein Geschworenen-Gericht in New York als sexuelle Nötigung und verurteilte Trump zu einer Millionenstrafe, während es ihn vom Vorwurf der Vergewaltigung freisprach.


Clan-Wirtschaft: Der Trauzeuge des Wirtschaftsstaatssekretärs Graichen soll nun doch nicht Chef der Deutschen Energie Agentur werden. Man wolle die Stelle jetzt ausschreiben. Wie überaus gütig. Vermutlich wird vorher die Vetternfindungs-Kommission einberufen.

9. Mai 2023

Richtigerweise wird heute – und nicht gestern – in Russland der Jahrestag des Sieges über Deutschland begangen, denn als Feldmarschall Keitel in Berlin Karlshorst die Kapitulationsurkunde für die deutsche Wehrmacht unterzeichnete, war der 8. Mai 1945 bereits seit über einer Stunde ins Land gegangen, und in Moskau war es noch zwei Stunden später. Gut, auf einen Tag soll es uns nicht ankommen, doch darauf schon: Ein Tag der Befreiung war dieser Tag für meine Eltern nicht, denn sie hatten lediglich das nackte Leben und das von einem ihrer Kinder gerettet. Von allem, was sie ihr eigen nannten, waren sie bereits in den Wochen zuvor befreit worden. Jetzt besaßen sie nichts mehr außer dem, was sie auf dem Leibe trugen. Wie sie den Mut aufbrachten, trotzdem weiterzuleben, ist mir bis heute ein Rätsel.

Zurück in die grelle Gegenwart: Das neue Rentnerische Akrützel von Bernd Zeller ist heute Nacht in meinem elektronischen Briefkasten eingeworfen worden (https://seniorenakruetzel.blogger.de/static/antville/seniorenakruetzel/files/senioren-akruetzel%2043.pdf). Dem entnehme ich den H-Beck des Tages:

H-Beck (2): Bereits tags zuvor hatte Sarah Wagenknecht den sichtlich gebräunten Minister im Bundestag zu Rücktritt aufgefordert. Da applaudierten ihr Links und Rechts gemeinsam. Habe mich manchmal gefragt, was die Frau so gefährlich macht. Jetzt weiß ich es: Es ist ihre Revolver-Schnauze.

8. Mai 2023

Bundesminister (Ergänzung zum Vortag): „Befreiungsschlag für Robert Habeck +++ Umbenennung des Wirtschaftsministeriums in Familienministerium für Anfang der kommenden Woche vorgesehen +++ (gefunden in den Leserbriefen von Bernd Zeller).“ 

Zeller-Leser (2): „Mit dem Zweiten sieht man nur die Hälfte: Wieder üble Schmähkritik an ARD&Phoenix, nachdem sie aus einem Interview mit Gitta Connemann (CDU) Passagen mit Kritik an den Grünen herausgeschnitten haben +++ Wir sparen, wo wir nur können und verkürzen notgedrungen auch Interviews. Das spart Zeit, Speicher, Personal und Energie, somit schonen wir noch das Klima, so der ARD-Chef Heiner Graichen am Abend beim Kamingespräch zu seinem Vetter Hubert Graichen, dem Onkel der Cousine von Wirtschaftsminister H-Beck.“

Ostfront: Die Drohnenaufnahmen vom Wochenende zeigen, dass der Kampf um Bachmut sich dem westlichen Stadtrand nähert. Ein Straßenzug nach dem anderen fällt in Schutt und Asche. Danach bleibt nach meiner Einschätzung den überlebenden Verteidigern nur noch die Flucht über weitgehend freies Gelände nach Westen.

Übern Teich: Die US-Finanzministerin erwartet für den kommenden Monat ein Ereignis, das ich mit der gebotenen Vorsicht als Währungs-Crash deute.

Übern Teich (2): Der US-Wahrkampf nimmt mit dem Agieren von Robert Kennedy jun. unerwartet Fahrt auf. Soeben hat er das FBI beschuldigt, an der Ermordung seines Onkels JFK beteiligt gewesen zu sein. So erhält das woke Amerika gleich von zwei Seiten Feuer. Nehme an, dass der Kennedy-Spross den Erzfeind Trump vorübergehend von der Spitze der Feindpersonen verdrängen wird. Er hatte sich bereits durch seine Attacken auf die Impf-Mafia von Fauci, Pfizer & Co tödliche Feinde geschaffen. Jetzt greift zudem er das gesamte Demokraten-Establishment, dem er bis vor kurzem selbst angehörte, frontal an.

7. Mai 2023

Die Rache der verlachten deutschen Kleinstaaterei: Charles (Karl) III. Noch einer der Ihren in einer langen Reihe auf dem britischen Thron. Das wird sich in absehbarer Zeit ändern, nachdem die Gotha-Hannover-Battenberger ihren Hang zur Exklusivität aufgegeben haben, sodass der berühmte Herr Jedermann – von den Frauen mal ganz zu schweigen – in Zukunft auf den Thron geraten wird, falls es ihn dann noch gibt.

Charles (Karl) III (2): Es ist viel vom Eintritt der Monarchie in die Moderne des 21. Jahrhunderts die Rede. Indessen: Amtsvorgänger dieses Namens nahmen kein gutes Ende. Nr. 1 war zum Schluss kopflos, Nr. 2 starb plötzlich und unerwartet. Ursache war eine Vergiftung, deren Anlass bis heute Rätsel aufgibt.

Fallende Preise machen dem Grundstücksmarkt der USA zu schaffen. So haben die einstigen Karibik-Sex-Inseln des zu Tode gekommenen Ex-Eigentümers Epstein statt der erwarteten 135 Mio. Dollar nur 60 Mio. erzielt.

Fallende Preise (2) sind eine Frage der Perspektive. Früher haben sich die Prominenten den Zugang zu Epsteins Minderjährigen- Betrieb war kosten lassen, heute wenden sie beliebige Mittel auf, dass ihr Name nicht auf den Passagierlisten erscheint.

Ostfront: Auf russischer Seite findet der Kampf der Giganten ums Fell des Bären statt. Aber unter uns: Für die Verteilung ist es noch zu früh. Ob der nächtliche Drohnen-Zwischenfall über dem Kreml in diese Rechnung gehört, vermag ich nicht zu sagen.

Ostfront (2) Derweil wartet die Welt auf die gigantische ukrainische Offensive. Ich denke mal, da kann sie lange warten.

Ostfront (3): Die Übergabe des Kampfabschnitts in dem nahezu eroberten Bachmut vom Wagner-Chef Prigoshin an den Tschetschenen-Führer Kadyrow kann nach den Erfahrungen mit dessen Männern in Mariupol im vergangenen Jahr nur bedeuten, dass dort in Kürze Tabula rasa gemacht wird.

Mal ernsthaft: Ich kennen niemanden, der beim Anblick dieses Bildes nicht grinst. Dabei handelt sich um zwei aktuelle Bundeminister bei Verkündung des juristischen Geschlechts-Wechsels der Zukunft. Man kann es sich nicht ausdenken.

6. Mai 2023

Ist mir kürzlich in der Fontane-Stadt Neuruppin nicht aufgefallen, das Dieselaggregat zum Aufladen von Elektro-Spielzeugen. Schade. Hätte gern die dazugehörigen Autobesitzer fotografiert. Zweifel bleiben.

Blättere nach Zusendung dieses Tweets durch einen aufmersamen Leser in der zugehörigen Seite von Telegram, sie gehört zu GHZ Mecklenburg… Rätsele zunächst, was die Abkürzung bedeutet. Klingt ähnlich wie GTZ und GVZ, aber weit gefehlt, es ist: Großherzogtümer Meck-Strelitz und Meck-Schwerin sowie Herzogtum Pommern. Hüstel, letzteres reicht weit bis ins heutige Polen hinein, war allerdings preußisch.

Bei Tisch gestern Abend: Die zu Beginn zu bemerkende Zurückhaltung unter Fremden löst sich durch den Gebrauch der Hände bei den Vorspeisen (Wurst und Schinken aus Italien) auf und wird lärmend, als der Spargel dampfend auf den Tisch kommt.

Bei Tisch (2): Das Gespräch löst sich plötzlich in strikt getrennte Dialoge auf. Der mir gegenüber sitzende Ungar spricht über die Wurzeln seiner Familie und macht Witze über die verschiedenen Volksgruppen. Ich beschränke mich aufs Zuhören.

Volksgruppen (2): Die Direktorin der CDC, der US-Gesundheitsbehörde, Rochelle Walensky, ist heute Nacht zurückgetreten. Sie übte ihr Amt vom Tage der Vereidigung von US-Präsidentendarsteller Biden aus – ihre Ernennung war demnach dringlich –, und sie ist für die furiosen Maßnahmen zur Bekämpfung der angeblichen Großseuche verantwortlich. Biden bedauert ihren Rücktritt. Ich auch, denn sie war und ist – mit den Augen des Mannes betrachtet – ein Lichtblick unter den verkniffenen Gesichtern der Demokraten-Frauen (ich erspare mir Namen).

Volksgruppen (3): Mit Erstaunen las ich im vergangenen Jahr, dass Walensky nur knapp die Wahl zum Mann des Jahres 2021 durch eine bedeutende Weltorganisation verfehlt hatte. Der Pfizer Chef war ihr vorgezogen worden, von dem ich bei dieser Gelegenheit in der zugehörigen Laudatio las, dass er, obschon deutlich jünger als ich, in seinem griechischen Herkunftsort Tessaloniki aktiv im Widerstand gegen die Nazis gearbeitet habe. So so. Das muss vor meiner Zeit gewesen sein, jedenfalls bevor ich vor Jahrzehnten der Stadt einen Besuch abstattete.

5. Mai 2023

Hassundhetze ist eine schlimme Sache, na klar. Frage mich allerdings, ob das Hetzen selbst oder der Hinweis darauf den Tatbestand, den es juristisch (noch) nicht gibt, erfüllt.

Hassundhetze (2): Natürlich freut den Sprach-Gourmet diese Kreation, sie reiht sich klaglos in die Kuriosa vergangener Zeiten ein, wie zum Beispiel Wutundtrauer.

Hassundhetze (3): Die Alternativen nehmen Fahrt auf und entkleiden die Grünen Schicht um Schicht ihrer wärmenden Hemden amerikanischer Fertigung, die den hässlichen Corpus bislang vor der Öffentlichkeit verhüllten.

Hassundhetze (4): Ich klaue den folgenden etwas komplexen Text bei Egon W. Kreutzer (https://egon-w-kreutzer.de/waerme-pumpen-bis-zur-privatinsolvenz). Das enthebt mich der Notwendigkeit, mir das Maul über den grünen Heizwahn fransig zu reden. Der Anfang geht so; „Nach dem Willen der Grünen aller Fraktionen, ausgenommen jener einen, die als A-Wort-Partei vom Verfassungsschutz beobachtet wird, sollen in baldiger Bälde alle Öl- und Gasheizungen sowie möglichst auch alle Holzheizungen stillgelegt werden, denn deren Betrieb bringt als Verbrennungsprodukt Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre, wo es nach Auffassung von XX % aller Wissenschaftler dazu beiträgt, die Temperatur zu erhöhen, was – wenn der Prozess eines Tages weit genug fortgeschritten sein wird – dazu führen würde, dass das Heizen gänzlich überflüssig wird, weil es auch ohne Heizung schon schön warm wäre.“ Der Rest ist wegen der ineinander-spielenden Grunddaten lesens- und aufhebenswert.

Hassundhetze (5): Das kann auf Dauer nicht gutgehen. In einem Video aus Bachmut äußert sich der Chef der Wagner-Söldner Prigoshin vor der Kulisse von Dutzenden seiner gefallenen Männer gegenüber der russischen Öffentlichkeit, wobei er schwere Vorwürfe gegen den Verteidigungsminister und den Generalstabschef, der an der Ukraine-Front zugleich der Oberbefehlshaber ist, erhebt: Die herben Verluste seien die Folge von Munitionsmangel gewesen, während sie und ihresgleichen nur an ihrem abgehobenen Wohlleben in Moskau interessiert seien.

4. Mai 2023

Hose runter, Schwanzkontrolle: Die Fortschrittskoalition präsentiert den Regierungsentwurf für das Transgender-Trallala. Aber ach, wenn Krieg droht, wird’s ernst, dann stellt der Musterungs-Arzt fest, ob Didi, Hansi und Juliane in Wirklichkeit Kerle sind, die die Freiheit am Dnjepr verteidigen müssen. – So viel Heuchelei war selten. Es sind die Kriegsfurien von Grünen und FDP, die dies vorantreiben. Niemand hindert dieselben, der Polnischen Legion beizutreten. Und Tschüss.

3. Mai 2023

Vereins-Klüngel: Dem ADAC gehörte ich Ende der 1970er Jahre an. Die Abschlepp-Freudigkeit meines roten Autos aus Zuffenhausen legte dies nahe. Danach wurde ich normal und brauchte folglich den ADAC nicht mehr. Ab und an las ich die Kuriosa aus den Mündern der dortigen Funktionäre, die irgendwen, aber nicht den gemeinen deutschen Autofahrer zu vertreten scheinen. Jetzt wurde dessen Präsident interviewt. Es sagte – offenbar mit schlechtem Gewissen –, dass er einen Diesel fahre, denn E-Spielzeuge seien für seinen Bedarf ungeeignet. Ich betrachte sein Gesicht und finde in ihm den Prototyp des deutschen Vereinsmeiers wieder. Passt doch, wie man Neudeutsch sagt. 

2. Mai 2023

Hans im Glück: Der bei Fox News rausgeschmissene Moderator Tucker Carlson erhält Angebote zum Weitermachen, von denen die Konkurrenz nur träumen kann. So will ihn Elon Musk zu Twitter lotsen und ein mir bis dato unbekannter Reicher namens Patrick Bet-David bietet ihm für einen 5-Jahrs-Deal 100.000.000,00 Dollar und einen Sitz in seinem Verwaltungsrat. Da können die Woken nur staunen. Ich auch. 

Ostfront: Alles redet über die unmittelbar bevorstehende ukrainische Offensive. Es ist immer noch dieselbe, die vom März, vom April, vom Mai, diesmal aber bestimmt am 9. Mai, um dem Putin die Paarade auf den Roten Platz zu vermiesen. Nun, wir werden sehen. Einstweilen ist es ein Nervenkrieg um Worte, während der verlustreiche Häuserkampf um Bachmut weiter fortschreitet, Straßenzug um Straßenzug. Zum westliche Stadtrand sind es nur noch wenige hundert Meter.

Übern Teich: Der Gesetzgeber von Florida erlässt eine Vorschrift, die es dem Gouverneur de Santis erlaubt, gleichzeitig zu seinem Amt als Präsident der USA zu kandidieren. Jetzt wird es für Trump ernst. Kann mir derzeit nicht vorstellen, dass sie ein gemeinsam sicher unschlagbares Team bilden. Das läge zu nahe.

1. Mai 2023

Ohne Worte, oder: wie sich einer radikalisiert. Nehme noch Wetten entgegen, wie lange der Redner noch in der Christunion sein wird. Übrigens: Der Waldgeist (Foto 2) war meines Wissens nicht dabei, aber zwei Tage zuvor in Leipzig auf den Buchmesse.


28. April 2023

Hast du den Verstand verloren? Eine rhetorische Frage, bestenfalls unter Leuten, die per Du sind, denn noch nie hörte ich sie in der Sie-Form. Ich käme zum Beispiel nicht auf den Gedanken, einer deutschen Außenministerin diese Frage zu stellen. Nicht einmal rein rhetorisch, wenn auch eher aus anderen Gründen nicht.

Verstand verloren? (2): Hört man auf die Zwischentöne, so schwingt eher etwas Fürsorgliches mit. So ähnlich wie: Schalte deinen Kopf ein.

Verstand verloren? (3): Mit einigem Unbehagen erinnere ich mich, dass das Du unter den etwas länger Gedienten der Dienste-Chefs Brauch war. Die Namen – den eigenen mal ausgenommen – habe ich vergessen, und die jetzigen merke ich mir ohnedies nicht mehr.

Das ist wirklich neu: Wenn das Berliner Abgeordnetenhaus den Bürgermeister mit den Stimmen der AfD wählt, bedeutet das, dass die Volksfront versagt hat, weil sie keine eigene Mehrheit mehr bilden kann.

Kaum neu: Umfrage-Institute betonen, dass bei ihren Hokuspokus-Zahlen Abweichungen von Plus-minus-drei-Prozent möglich seien. Angesichts der in der Realität knappen End-Ergebnisse, kann man sich die Umfragen dann auch sparen.

Kaum neu (2): Trotzdem hier die Zahlen von Insa für Thüringen vom vergangenen Wochenende: AfD 28, Linke 22, CDU 21, SPD 11, Grüne 6, FDP 5, sonstige 7. Abgesehen davon, dass mich die Sonstigen mal interessieren täten, könnten die Ergebnisse nach Anwendung der 3-Prozent-Regel auch so aussehen (einfach so, kein Wunsch-Ergebnis): AfD 31, Linke 19, CDU 18, SPD 8 (ziemlich realistisch), Grüne 3, FDP 2, sonstige 19. Dann müsste sich die Volksfront nicht nur einig sein, einen AfD-MP zu verhindern, sondern einen der ihren gemeinsam zu wählen, sonst ist ein AfD-Kandidat nach dem Thüringer Wahlrecht unausweichlich. Ist das realistisch? Wohl kaum.

27. April 2023

Wenn man sich bei geschlossenen Fenstern gedanklich in einem Museum eingerichtet hat, braucht man nicht mehr aufzuräumen, sondern es genügt, hin und wieder Staub zu wischen, damit man den Dialog mit den Eingerahmten fortführen kann.

26. April 2023

Von dem Mann hatte ich, mangels Interesse – früher wäre das anders gewesen –, bis gestern nichts mitgekriegt: Sergej Nagyschkin. Er ist der Chef des SWR, des russischen Auslandsdienstes. Er berichtet jetzt über eine polnische Stabsübung, in der der Feind vom Westen kommt und Stettin einnehmen will. – Entweder der Mann betreibt Desinformation, wovon ich ausgehe. Oder die Übenden haben den Verstand verloren, was sie gefährlich macht, denn sie sind mit deutschen Waffen ausgestattet.

Denkspiele (2): Ein deutscher Angriff gegen Polen ist ebenso wahrscheinlich, wie das plötzliche Intelligent-werden von Annalena Bb. Kurzum, ganz ausgeschlossen.

Ostfront: Es lässt sich beim besten Willen aus den zahlreichen Einzelmeldungen kein operativer Zusammenhang für die eine oder andere Seite herauslesen. Experten, zu denen ich nicht zähle, rücken vorsorglich die Entscheidung ins Jahr 2024. Das ist aus Sicht der US-Regierung verständlich (siehe unten).

Blick übern Teich: Der amtierende Präsident – gerade ist mir sein Name entfallen – hat soeben seine Absicht auf eine Wiederwahl öffentlich bekundet. Sein Kontrahent wird nach allen Regeln amerikanischer Justizkunst mit Prozessen überzogen.

Präsidenten-Klamauk (2): Trumps wichtigster Wahlhelfer, Tucker Carlson, wurde am Wochenende – für ihn überraschend – bei Fox News rausgeschmissen. Er erreichte mit seiner Nachrichtenshow Abend für Abend zwischen drei und vier Millionen Amerikaner. Das gilt dortzulande als Spitzenwert. Bei seinem Interview mit Trump vor 14 Tagen waren sogar knapp 7 Millionen Zuschauer eingeschaltet. Jetzt hat der Rupert Murdoch gehörende Sender den Stecker gezogen. Das war bereits im Januar versucht worden. Jetzt hat es geklappt, nachdem der Delinquent in letzter Zeit gleich dreimal einen Tabubruch im woken Amerika begangen hatte: a) Veröffentlichung von internen Überwachungsaufnahmen aus dem angeblichen Sturm auf den Kongress im Januar 2020, welche den ganzen Fake-Rummel rund um Trump bloßstellen, b) Interview vor 14 Tagen mit Trump selbst, c) letzte Woche Interview mit Elon Musk, der auf die Gefahr der künstlichen Intelligenz und deren Macher hinwies.

25. April 2023

Man muss auch loben können. In diesem Fall Tichys Einblick. Seit zwei Wochen veröffentlicht dort der Journalist Marco Gallina Texte über den grünen Selbstversorgungsfilz, dessen Zentrum sich nach Jahren seiner Existenz von den NGOs in die Bundesregierung verlagert hat. An der Zentralkasse dieses Selbstbedienungsladens die Familie Graichen.

Graichen (2): Beim Lesen von Gallinas Aufsätzen bemerke ich, wie er mehrere Anläufe braucht, um den skandalösen Gesamtkomplex einigermaßen unter Kontrolle zu bringen. Kaum scheint ein Tatbestand abgeschlossen, schon taucht wie Kai aus der Kiste ein neuer Mittäter, ein neuer Profitteuer auf.

Graichen (3): Ich kann gut nachvollziehen, wie es dem Tichy-Autor ergeht, da ich vor Wochen einem der anrüchigen Finanzstränge – dem von der Firma Metro zur Agora – habe nachzugehen versucht. Er war, als ob man einem Wollfaden zieht, und ein Strickwarenladen poltert einem vor die Füße.

Bei Paetow lese ich heute Nacht einen boshaften Kommentar zum FDP-Parteitag vom Wochenende. Seine Quelle: dort Anwesende. Damit wird etwas kaum Glaubliches bekannt: Es sei inhaltlich gegen den jetzigen Kurs mit drastischen Worten gestritten worden. Das war nach dem problemlosen erneuten Abnicken der Führungs-Clique kaum zu erwarten. 

FDP (2): Natürlich hat die Öffentlichkeit von derartigem Rebellentum nichts mitgekriegt. Denn wäre es den Rebellen mit ihren Anliegen ernst gewesen, hätten sie als erstes Lindner & Co abgeräumt. Dann hätten es alle mitgekriegt.

FDP (3): So bleibt die Partei, was sie ist: Für weitere zwei Jahre Mehrheitsbeschaffer für den rot-grün-schwarzen Wahnsinn und im übrigen belanglos.

FDP (4): Vielleicht wäre dies hier ein brauchbares Motto für die FDP-Rebellen:

24. April 2023

Frühmorgens stark bewölkt, kalt und windstill. Wieder so ein Tag, wo die Chefs polnischer Energieunternehmen die Wodka-Flaschen zum fröhlichen Umtrunk kaltstellen, um darauf anzustoßen, dass die irren Deutschen dringend den überteuerten polnischen Kohle-Strom brauchen, selbst wenn dank Abschaltung deutscher Atomstrom, wie die grüne Spitzenfrau Göring-Eckart sicher weiß, die Netze nicht mehr verstopft und damit den Windstrom verhindert. Sie hat das wirklich gesagt, und es genügt nicht, sich darüber fassungslos zu sein oder sich lustig zu machen. Vielmehr müssen sie und ihresgleichen umgehen und ein für allemal aus ihren Posten entfernt werden, denn sie ruinieren unser Land und seine deutsche Bevölkerung.

Kontrastprogramm: Die Insa-Umfrage von gestern kommt angeblich zu dem Ergebnis, dass die Ampel keine Mehrheit mehr hinter sich habe. Selbst, wenn man unterstellt, dass Umfragen nicht herbeigelogen werden, kann ich die Folgerung nicht erkennen. Die drei Ampelisten kommen danach auf gesamt 44,5 Prozent, die CDU auf 28 und die AfD auf 16, die übrigen Prozente spielen bei der Sitzverteilung keine Rolle. D.h., die Ampel könnte ohne weiteres weitermachen. Man muss sich also nicht wundern, wenn sie’s, wie gehabt, tut. (Grafik: Epoch Times von heute).

23. April 2023

Habe mir nachträglich das Interview von Tucker Carlson mit Elon Musk auf Fox TV angesehen. Kurzfassung: Musk kommt auf die Künstliche Intelligenz (amerikanisch: AI) zu sprechen. Er habe den mit ihm befreundeten Google-Gründer Larry Page in dessen Haus in Palo Alto/California besucht, bei welcher Gelegenheit dieser ihn in seine Pläne eingeweiht habe, die totale Kontrolle mit Hilfe der AI zu übernehmen. Musk habe sich – soweit ich ihn verstehe – solchem Mittun verweigert (ob’s stimmt?), er halte die Idee und den Mann dahinter für eine Gefahr für die ganze Menschheit. Es sei Zeit, dass der Staat eingreife.Musk (2): Betrachte mit Muße Bilder von Musk, Page (den ich bislang nicht richtig vor Augen hatte) und deren großen Konkurrenten beim goldenen AI-Geschäft, Bill Gates. Da besteht zwei zu eins der Abstand einer ganzen Generation. Die Jüngeren wenden es durchsetzen, fragt sich nur, ob Musk oder Page, denn hier geht es nicht nur um die Macht, sondern um den Wahn der Allmacht.


Wenn, wie vor Tagen geschehen, sich der Innenminister des Nato-Mitglieds Türkei dahingehend äußert, dass alle (Länder) die Amerikaner hassen, sollten sich dieselben Gedanken machen. – Bezweifle indessen nach Lektüre der jüngst eingetroffenen Foreign Affairs, dass dies in der von mir als selbstverständlich angenommenen Richtung der Fall ist.

Foreign Affairs (2): Stattdessen kommt dort Samantha Powers, Chefin von US AID, der amerikanischen Demokratie-Bringer Organisation, ausgiebig zu Wort. Wo immer sie auftritt, liegt ein regime change in der Luft, zu deutsch: ein US-gesteuerter Umsturz. In Russland scheiterte man vor Jahren, in der Ukraine war man erfolgreich, in Weißrussland scheiterte man erneut, in Georgien und den angrenzenden Ländern waren die Ergebnisse so so, in etliche Ländern des Nahen Ostens ebenso. Jetzt scheint Afrika das Zielgebiet Nr. Eins zu sein. Und nicht zu vergessen: das ungehorsame Ungarn.

Foreign Affairs (3): Purer Zufall, aber gleichzeitig traf das jüngste Heft der Sezession per Post ein. Andere Sprache, andere Welt. Würden die im Rittergut zu Steigra/Sachsen Anhalt sich der amerikanischen Injurien und der unverblümten Sprache der US-Eliten bedienen, das gäbe ein Mainstream-Hass-Fest. Aber sie tun es nicht. Stattdessen der für ewig gehaltene Ernst Jünger, aber wer versteht den schon, geschweige denn Karl Schmitt oder Gottfried Benn. Man sieht, die Zahl der Götter ist begrenzt und zeitlos. Man könnte auch sagen: Sie sperren sich – wie schon zu ihren Lebzeiten – gegen die Gegenwart.

22. April 2023

Lerne ein neues Wort aus dem Polit-Sprech kennen: Ramstein-Format. Damit wird die Einbestellung in den Hunsrück (vormals Deutschland) zur Befehlsausgabe an die Nato-Wehrminister durch den mächtigen Häuptling Lloyd bezeichnet. 

Ramstein (2) Der deutsche Teilnehme am letzten großen Tamtam (Pistorius) hat mitgeteilt, dass der Ukraine-Krieg erst beendet sein wird, wenn diese gesiegt hat. Rege an, dass er seinen Hintersassen in den Hintern tritt, damit diese ihn etwas breiter mit Infos aus dem Osten und dem Westen versorgen. Sonst könnte es sein, dass wir immer noch Leos für den Endsieg entmotten, während die Amis längst über alle Berge sind.

21. April 2023

Defender heißt das Nato-Militärmanöver, das momentan an der Ostgrenze des Bündnisses stattfindet. Defender – was gibt’s denn da zu verteidigen? Nun, Demokratie und Menschenrechte. Gegen wen? Gegen den Russen. Greift er die Nato gerade an? Im Moment nicht so direkt, aber in aller Kürze, wenn ihn die Gegenoffensive der Ukraine bis hinter den Ural zurückgeworfen hat. Dann bestimmt.

Defender (2): Einen militärische Sinn hat der Nato-Aufmarsch nur, wenn man damit rechnet, dass die seit langem angekündigte ukrainische Offensive in einem Desaster endet, und die russische Armee, einmal in Bewegung geraten, an den bekannten Grenzen nicht Halt machen wird. Realistisch? Wohl kaum.

Übern Teich: In den Gesetzgebungsorganen der Union und der Einzelstaaten ist ein wilder Streit über die Teilnahme von Möchtegern-Frauen in den weiblichen Sportdisziplinen entbrannt. Haben diese Leute sonst keine Probleme?

US-Probleme (2): Doch haben sie, denn Präsident Joe B. hat soeben künftige Quoten für Elektroautos auf Amerikas Straßen festgelegt.

US-Probleme (3): Nach Auskunft des Chefs der JP Morgan Chase Bank ist die Lage zahlreicher amerikanischer Banken prekär. Frage mich gerade, wer eigentlich die Gläubiger der Ukraine-Schulden sind? Ist wohl auch dem neu besetzten Repräsentantenhaus aufgefallen, das Biden bei weiteren einschlägigen Ausgaben in den Arm zu fallen droht.

US-Probleme (4): Die Zahl der Präsidentenbewerber nimmt täglich zu. Für Wetten ist es noch zu früh. Deutsche Experten sind für den Kennedy-Neffen.

20. April 2023

Ein alter Fahrensmann wundert sich: Wie kam der Leopard 2 A 4 in diesen Zustand? a) Der pöse Putin war‘s. b) Ein Ergebnis der Stiftung Warentest bei der Suche nach bislang unerkannten Schwachstellen. c) Ukrainische Soldaten wurden auf einem polnischen Übungsplatz von polnische Instrukteuren ausgebildet. d) Der Panzer sollte zerlegt werden, da es für Turm und Wanne unterschiedliche Abnehmer auf dem schwarzen Markt gab. 

Mit dem Wort Konstrukt bezeichnet man ein wirklichkeitsfremdes Gedankengebäude. Es ist nicht ohne Witz, dass das Wort zur Lieblingsvokabel aller Wolkenkuckucksheimer geworden ist, die damit die von ihnen befehdete Wirklichkeit bezeichnen. Der Begriff wird damit zum Konstrukt vom Konstrukt… oder so.

Bei einer neuerlichen spontanen Recherche in Sachen Schwedt-Raffinerie PCK aufgrund eines Telefonats mit einem Dortigen tun sich Abgründe auf. Die rufen nach einer kalten Beschreibung. Ich gerate Zweifel, ob sie etwas nutzen kann. Wenn ich hier aufschreibe, was mir aufgrund langer beruflicher Befassung mit Anarcho-Sprüchen gerade durch den Kopf geht (Auf der Ostseeinsel Poel | heizt man mit Kasachen-Öl), halten mich die Leute für übergeschnappt. Es ist ein Ventil, Leute, sonst nichts.

19. April 2023

Der Wahnwitz hat Methode: Stelle ein absurde Forderung auf, über die nicht diskutiert werden darf und diktiere den Leuten dann die irrwitzigen Konsequenzen. Stimmt nicht? Doch stimmt: „Mit dem Ziel der Klimaneutralität 2045 besteht für über 90 Prozent der bestehenden Gasverteilnetze absehbar keine Verwendung mehr. Ohne eine geordnete Stilllegung beziehungsweise eine bedarfsorientierte Umrüstung der Netze auf Wasserstoffdrohen bis 2044 gestrandete Vermögenswerte von bis zu zehn Milliarden Euro und eine Versechzehnfachung der Netzentgelte für Gaskund:innen. Das zeigt eine neue Studie von Agora Energiewende. Um dies zu vermeiden, benötigt es eine rasche Ausrichtung der Regelungen für die Planung und Finanzierung der Gasverteilnetze auf die Klimaziele.“. So die grünfaschistische Vorfeldorganisation Agora Energiewende in ihrer Pressemitteilung vom 18. April 2023. Und nicht vergessen: Diese Mischpoke gilt als gemeinnützig und – wichtiger noch – gibt den Takt der heutigen Regierungspolitik in D vor.

Wahnwitz (2) im feinen Zwirn: Der Ex-Chef der Agora Energiewende, Patrick Graichen, ist heute beamteter Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Er ist – laut eigener Interviewaussage – der Meinung, dass energieintensive Industrie-Betriebe in Gegenden auswandern sollten, wo es den Strom für ein bis zwei Cent gibt.

Wahnwitz (3) und Wirklichkeit: Das fragliche Interview gab Graichen der Plattform Clean up des Briten Michael Liebreich, deren Sponsor zudem eine Investmentgesellschaft Capricorn Investment Group ist, die 9 Milliarden € schwer sein soll und in die sog. Erneuerbaren investiert. Man sage also nicht, dass sich die Energiewende nicht lohne. Oder anders ausgedrückt: Hier handelt es sich um eine Pressure Group, in der mit dem Segen des deutschen Staates eine Hand die andere wäscht.

18. April 2023

Beim Geld hört die Freundschaft auf: Polen, die Slowakei und Ungarn verhängen einen Einfuhr-Stopp für Getreide aus der Ukraine. Die Dumping-Preise würden die eigene Landwirtschaft ruinieren. In Brüssel hat das Schnappatmung ausgelöst, schließlich sei Landwirtschaft eine Sache der EU, hört man von dort.

Wunderkind Elon Musk hat gestern Nacht bei Fox darauf aufmerksam gemacht, dass die beiden führenden künstlichen Intelligenz-Systeme (von Google und von Microsoft) eine drängende Gefahr für die ganze Menschheit darstellen. Das ist nicht grundlegend neu, aber er hat seinen Konkurrenten von Google, Larry Page, beschuldigt, ein goldenes Monopol im Zeichen der Wokeness auszubauen, dem er, Musk sich durch einen eigenen Ansatz als Konkurrenz entgegenstellen will. – Unermesslicher Reichtum ist das eine, aber es ist in Wirklichkeit der Kick der Macht, die erstmals zur Allmacht zu werden verspricht, was diese Typen vorantreibt.

17. April 2023

Die Woche beginnt mit vortrefflichen Lügen: Eine Studienabbrecherin der grünen Faschisten verspricht, dass der Strom nach Schließung der letzten Kernkraftwerke jetzt billiger werde.

Lügen (2): Lange bevor der Begriff der Lügenpresse aufkam, sagten die Leute: Bild lügt. Jetzt verbreitet man dort eine Meldung, wonach die Innenministerin Nanzy F. gesagt habe, wer Politiker werden wolle, müsse mindestens nach abgeschlossener Ausbildung in einem Beruf gearbeitet haben. Das klingt zu richtig, um wahr zu sein.

Lügen (3): Während das große und gute Amerika die Festnahme des einundzwanzig-jährigen Datenverräters feiert, melden sich die Ex-Agenten verschiedener US-Dienste zu Wort. Die Dienststellung des jungen Mannes auf einer Airbase in der Provinz hätte ihm niemals die Möglichkeit gegeben, auf diese Dokumente zuzugreifen. Es komme angesichts der verschiedenen Hersteller der Originale und der Abschottung der Dienste gegeneinander nur eine wissende Stelle für das Konvolut in Betracht: die Behörde des Geheimdienstkoordinators (DNI). Oder der Sicherheitsberater des Präsidenten. Es sei daher ein controlled leak, ein beabsichtigtes vorgebliches Leck, sehr wahrscheinlich. Der Grund: die Öffentlichkeit soll mit der Wahrheit über die verfahrene Lage im Ukraine-Krieg konfrontiert werden. – Dann wäre der junge Luftwaffen-Mann nur der ahnungslose Prügelknabe.

16. April 2023

Während ich gestern am späten Abend im Gewandhaus in Leipzig sitze und dort einen ohrenbetäubenden Krach anhöre (Westbam meets Wagner), werden ganz ohne weitere Geräuschentwicklung – sieht man einmal vom Jubel der grünen Faschisten ab ­– die letzten 3 deutschen Kernkraftwerke vom Netz genommen. Ironie des Kahlschlags: Jetzt stehen sie in der Gegend rum und brauchen Strom.

Wagner (2): Lese erst im Nachhinein das Programmheft. Das ist auch gut so, denn es wird viel Text benötigt, um mir zu erläutern, was ich selbst erlebt habe: Orchestermusik gegen Mischpult, an dem einer herumhopst, der offenbar der Erfinder (?Komponist) dieser grellen Show ist. Was er dort genau tut, ist nicht zu ergründen, das Orchester hingegen spielt tatsächlich, wenn auch nicht immer zu hören.

Wagner (3): Einen Satz aus dem Programmheft finde ich bemerkenswert. Wagner-Interpreten hätten über die Jahrzehnte nichts unversucht gelassen, die äußeren Vorgaben des Meisters zu sprengen, nur an die Musik selbst hätte sich keiner herangewagt. Nun, diese Schwelle ist jetzt überschritten worden. Deutlich.

Wagner (4): Das Orchester spielt nach frenetischem Beifall eine Zugabe. Jetzt höre ich den Walkürenritt unschwer heraus.

Wagner (5): Mit Muße habe ich die Architektur und das Konzertsaal-Innenleben des Gewandhauses betrachtet. Einen solche Wurf hatte ich den Kulturbolschewisten nicht zugetraut (Vorurteil wird korrigiert). Allerdings belehrt mich die Hängung der Auftragskunst, die eher nach Quadratmetern misst, wo ich mich befinde. Die Bilder sind so grässlich, dass ich mich frage, wie die Staatsmaler das hingekriegt haben. Die herumstehenden Skulpturen der Komponisten sind hingegen ohne weiteres wiederzuerkennen.

15. April 2023

Unter den Wolken: Auf Flughäfen Schlange zu stehen, ist grimmig ertragene Routine. Auffällig fand ich jüngst, als ich mich durch so eine Schlange kämpfte, dass sich diese vor dem Verkaufstresen von Star Bucks gebildet hatte. Vier Bedienstete sorgten für den Stau: Eine nahm die Bestellung entgegen und rief sodann den anderen etwas zu, eine zweite bediente die Kasse und übergab nach der Zahlung dem Kunden eine ellenlange Papierschlange. Eine dritte beschriftete mit einem Filzstift einen Kaffeebecher und bediente sodann den Kaffee-Automaten. wo bereits eine Reihe leerer Becher standen. Eine vierte brachte den nächsten gefüllten Becher an das andere Ende der Theke, wo eine kleine Horde von Kunden aus der Phase eins und zwei herumstanden. – 100 Meter weiter bei einem Nicht-Ketten-Kaffeeausschank arbeiteten zwei Frauen in flottem Tempo ganz ohne Warteschlangen. Die Armen.

14. April 2023

Gestern wurde ein junger Mann namens Teixeira in Massachusetts von einer FBI-Combo in Kampfanzügen pressewirksam festgenommen. Er soll der Geheimnisverräter des US-Regierungs-Dokumenten-Konvoluts über den Ukraine-Krieg sein. Wer’s glaubt. Zu widersprüchlich sind die Angaben aus der US-Regierung: Einerseits Fälschungen, andererseits schwerer Schaden für die nationale Sicherheit. Ja, was denn nun? Falls die Dokumente echt sind, weisen sie u.a. aus, dass die US-Administration die Öffentlichkeit über US-Militär in der Ukraine und über die ukrainischen Verluste belogen hat.

Vor Tagen behauptete Twitter-Eigner Musk, die BBC sei staatsabhängig. Großes Aufjaulen gegen den Verleumder. Man beschließt, ihn in einem Fernsehinterview bloßzustellen. Und das ging so (Auszug): Musk: Okay. Dann müssen Sie also irgendwann die For You hasserfüllten Inhalte gesehen haben. Und ich frage nach einem Beispiel. Richtig? Und Sie können uns nicht ein einziges nennen. Sie wissen nicht, wovon Sie reden. Clayton: Wirklich nicht? Musk: Ja. Denn Sie können nicht ein einziges Beispiel für hasserfüllte Inhalte nennen. Nicht einmal einen Tweet! Und doch haben Sie behauptet, dass der hasserfüllte Inhalt hoch sei. Das ist eine Lüge. Sie haben einfach gelogen! Clayton: Nein. Was ich behauptet habe, ist, dass es viele Organisationen gibt, die sagen, dass diese Art von Informationen auf dem Vormarsch ist. Das Institute for Strategic Dialogue in Großbritannien sagt das auch.

Derweil in D: Die Zukunftskoalition führt die Legalisierung von Cannabis ein. Das ist unverantwortlicher Wahnsinn. Wollen deren Exponenten sich im Nachhinein straffrei stellen?

13. April 2023

Man versteht allmählich, warum die US-Regierung so hektisch auf das Daten-Leck reagiert. Es liegt am Inhalt. Die Stärke der ukrainischen Armee für die vielfach angekündigte Offensive bei Saporoshje wird so beschrieben, dass, selbst wenn es gelänge, die Brigaden, so wie geplant aufzustellen, diese bei dem Angriff nach Süden keine Chance hätten. Es fehlen sowohl die gepanzerten Fahrzeuge als auch die mobile Flugabwehr. Eine strategische Offensive bei gegnerischer Lufthoheit? Das riecht nach der deutschen Ardennenoffensive im Dezember 1944. Da ging es einigermaßen vorwärts, bis der bedeckte Himmel aufriss und die amerikanischen Jabos das Geschehen bestimmten.

Leck (2): Die Verbündeten der USA finden es, wie ich annehme, nicht witzig, wenn der Hegemon deren Leistungsbereitschaft und -fähigkeit schmäht. Nicht jedes Land ist so devot wie unser eigenes. Was die Nicht-Verbündeten dazu meinen, liegt noch nicht offen da. Ich nehme an, sie sagen: Die können es nicht.

Kriegsgeschehen: Lese bei Walter Post, dass der Ukraine-Krieg der erste seit Jahrzehnten sei, wo zwei gut gerüstete Militärmächte aufeinandertreffen. Die satellitengestützte Echtzeit-Aufklärung mache großräumige Operationen praktisch unmöglich, bis, ja bis eine der Seiten so schwach sei, dass sie mit den Daten über den Feind nichts Substanzielles mehr anfangen könne. Ein interessanter Gedanke. Wir werden die Richtigkeit dieser Erwägungen womöglich nach dem Scheitern der ukrainischen Frühjahroffensive life betrachten können. Allerdings bezweifle ich, dass wir einen solchen ukrainischen Angriff, der diesen Namen verdient, bis zum Mai erleben werden.

12. April 2023

„Noch nie“, so lassen die Medien den Karl Lauterbach lamentieren, „hatten wir so viele Staatsfeinde“. – Man wundert sich nicht über diese Aussage, denn Lauterbach hält sich und seinesgleichen für den Staat. Diese Wahn-Vorstellung aus politischem Munde verdankt die zivilisierte Welt dem Franzosenherrscher Ludwig XIV. (l’etat, c‘est moi). – Auch er war beträchtlich verrückt, denn er ließ sich in seinen Mannesjahren sämtliche Zähne ziehen, von denen er – einer damals grassierenden Mode folgend – annahm, sie seien der Quell jeglicher Krankheit. – So Karl, jetzt bist du wieder dran.

Staatsfeinde (2): US-Verteidigungsminister Austin kündigt an, für die Entdeckung des Informationslochs in Sachen Ukraine-Krieg im Sicherheitsapparat sämtliche Steine umdrehen zu lassen, bis man des Täters habhaft sei. – Nehme an, dass es genügt, eine Zusammenstellung aller geleakten Geheim-Dokumente der Kategorie Top secret aufzustellen und zu kontrollieren, wer – personengenau – sie in Händen hielt. Das Ergebnis könnte zu höchst unangenehmen Erkenntnissen führen.

11. April 2023

Der gestrige Osterausflug nach Veßra im Südthüringischen beschert einige bemerkenswerte Erkenntnisse. (a) Die Symbiose zwischen Adel und Kirche führte 1131 zur Gründung des Prämonstratenser Klosters Veßra, von dem noch die beeindruckenden romanischen Türme der Klosterkirche stehen. (b) Das Grafengeschlecht der Henneberger hatte dort jahrhundertelang das Sagen. Die Entscheidung zur Teilnahme an der Reformation brachte ihnen einen bedeutenden Vorteil: Aus dem Klosterbesitz wurde eine gräfliche Domäne. Doch war es von Anbeginn an keineswegs so, dass züchtige Mönchlein allein daselbst gehauset hätten, vielmehr war auch ein Nonnenkonvent auf dem nämlichen Grund und Boden. Das war Anlass fürs Scherzen und Fröhlichkeit. Aber nur solange, bis ein päpstliches Dekret der kirchenamtlichen Unzucht Einhalt gebot.

Veßra (2): Alles dies und manches andere wüsste ich nicht zu berichten, wenn ich mir nicht ein Exemplar der ausliegenden Festschrift zum 25. Jubiläum des Museums aus dem Jahre 2000 mitgenommen hätte. Publikationen dieser Art haben stets mein Entzücken hervorgerufen, da sie in ausufernden Aufsätzen über Details zu berichten wissen, an deren Existenz man im Traum nicht gedacht hätte. Einer genauen Beschreibung von Archivalien daselbst verdanke ich die Erkenntnis, dass einer der Grafen (gest. 1159 oder 1160) den Namen Gotebold trug. Alle diese Herrscher hatten auf Abbildungen unterschiedliche Gewänder an, aber in einem waren sie gleich: Sie stützten eine ihrer Hände auf den Griff des gegürteten Schwertes.

Veßra (3): Anlass der Fahrt in die Klosteranlage war der irgendwo aufgeschnappte Hinweis, dass daselbst die Landes-Fotoausstellung sei. Betrachte mit Muße die Exponate. Zwei habe ich per Handy recht unvollkommen abgekupfert. Fünf nach zwölf und Schnabel halten.

Hurra, wir verblöden: „Demokratie ist, wenn du sagen darfst, dass du nichts mehr sagen darfst“ ist ein Satz, für den der Steuerbürger viel Geld aufwenden muss, denn er wird derzeit auf Großflächen-Plakaten vom Haus der Weimarer-Republik in Schilda verbreitet. Er entlarvt ein kurioses Demokratie-Verständnis. Man darf das, was einem zuteil wird („du darfst“). Wie wäre es mit: In der Demokratie kommt die verbreitete Stimmung, dass einer nichts sagen darf, nicht vor. Falls sie dennoch auftaucht, ist in der Demokratie etwas gründlich schiefgelaufen.

10. April 2023

Zellers Rentnerisches Akrützel im elektronischen Postfach vorgefunden. Seine Bedeutung geht weit über Lokales und Regionales hinaus, sondern es ist ein Frontalangriff auf die politische und publizistische Desinformation und die damit Hand in Hand gehende Heuchelei. Ich folge dem Wunsch des Herausgebers, an der Weiterverbreitung mitzuwirken. Voilà: https://seniorenakruetzel.blogger.de/static/antville/seniorenakruetzel/files/42.pdf.

Presse (2): Washington Post und Wall Street Journal bringen die Story vom großen Datenklau im Dreieck Pentagon-CIA-Weißes Haus. Die amerikanischen Ukraine-Kriegserwägungen vom Februar und März sind praktisch offengelegt. Die Jagd auf den Verräter – nach meiner Einschätzung kommt nur ein Innentäter in Frage – ist damit eröffnet. Die Diskussion über Inhaltliches unterbleibt auf diese Weise wie üblich.

Presse (3): Lediglich aus der Informations-Plattform Bellingcat kommen Hinweise, dass die Dokumente in bestimmten Fällen gefälscht oder verfälscht wurden. – Bellingcat? Ich muss lachen, wenn ich diesen Hinweis lese. Nach meiner Einschätzung würde zu dieser Firma das Motto passen: Traue keiner Fälschung, die du nicht selbst hergestellt hast.

Presse (4): Es fehlt bislang jegliche westliche Diskussion, ob das Pentagon, die CIA oder das Weiße Haus selbst für das Freisetzen des Konvoluts die Verantwortung tragen. Wäre möglich, es ist nur so ein Gedanke, dem jedoch die Substanz fehlt.

9. April 2023

Morgens um sieben: Eine Oster-Sonne schiebt die dichten Wolken beiseite. Ich weiß, dass das nicht stimmt, aber es sieht so aus und klingt auch gut. Mein Arbeitszimmer erstrahlt im Morgenlicht.

Übern Teich: Robert Kennedy jun. kündigt seine Präsidentschaftskandidatur bei den Dems an. Er hat sich im vorvergangenen Jahr einen Namen als Kämpfer gegen die Corona-Machenschaften des Antony Fauci gemacht. Sein Buch darüber liegt noch immer auf dem Stapel des zu Besprechenden. Jetzt wird es Zeit, damit zu beginnen.

Den letztjährigen Weihnachtsbaum zersägt, um ihn abzutransportieren. Eine Blautanne. Stand auf dem Hof und wollte partout nicht nadeln. Jetzt liegen die Nadeln im Kofferraum und duften vor sich hin.

Hinterm Haus (2): Der Birnbaum ist vom Winterschlaf erwacht und zeigt die ersten winzigen Triebe. Ob er die Baumsatzung von Schilda beachtet, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ihn das Regelwerk nicht interessieren wird.

Hinterm Haus (3): Eine schwarze Katze lümmelt sich auf meinem Auto rum. Sie folgt nur ihrem Lusttrieb auf ein warmes Plätzchen. Wenn sie wüsste, dass unter der Motorhaube ein Diesel seine Wärme abgibt, würde sie’s lassen. Oder so. 

Österliches: Die Amtskirchen vergleichen Dr. Dr. Greta h.c. mit dem heilsbringenden Junior. Schließlich tut sie am laufenden Band Wunder, kann Kohlendioxyd sehen und mancherlei mehr. Schon vergessen, dass sie zur Rettung der Welt über den Atlantik ging? Was für eine globale Dimension gegenüber dem eher mickrigen biblischen See Genezareth.

8. April 2023

Keine Eier, jedenfalls im Kaufland nicht, dafür auch keine Einkaufswagen, sonst alles da, vor allem schlechtgelaunte drängelnde Kunden. Am Bäckereistand hält ein Mann namens Müller den Betrieb auf, weil er sich die vorbestellten Backwaren einzeln aus den Tüten holen lässt, um zu entscheiden, welche er kaufen will. 3 Verkäuferinnen assistieren ihm.

Eier (2): Kaufe statt der Eier einen Hasen bei Dehner zum halben Preis (3 €).

Es ist knapp über Null bei grauem Himmel. Liegt vermutlich an dem Putin sein Angriffskrieg (erhalte mehrere belehrende Hinweis, dass die von mir gewählte Formulierung grammatisch falsch sei. So what).
Krieg (2): Sehe ein Video von Chris Donnelly und seinem Institute of Statecraft. Er spricht angeblich über das Erkennen von Falsch-Informationen. Hört man genau hin, spricht er über die Herstellung eben solcher. Merke: Wer das eine kann, kann auch das andere. Dem Vernehmen nach soll dieser Brite bei der Erstellung von Infos aus der Ukraine eine sehr spezielle Rolle spielen. Werde mir den Namen merken müssen.

Krieg (3). Drei Tage altes Interview mit Michael Ballweg angesehen (https://odysee.com/@Data:59/Ballwegs-erstes-Interview-nach-der-U-Haft:5). Zeigt, soweit ich erkennen kann, einen durch die U-Haft nicht gebeugten Mann, der dort weitermachen will, wo er gewaltsam unterbrochen wurde. Er verneint, dass er ein Kämpfer sei, sondern bezeichnet sich selbst als Aktivisten. Seine Berufung auf das Grundgesetz hat etwas Naives. Er tut damit etwas, womit der polit-mediale Komplex nichts anfangen kann. Man fürchtet ihn, weil er Volksmassen auf der Straße versammelt.

7. April 2023

Aus der Provinz: In Schilda, sagt mir eine, die sich darüber aufregt, werden drei städtische Kindergärten geschlossen. Erboste Eltern rufen zur Demo auf. Aber bitte nicht an der wöchentlichen am Montagabend teilnehmen, denn die sei von Rechten. Von denen stammt auch der Hinweis, dass nicht Kindermangel, sondern Wohnraumnot für Willkommensbürger der Grund der Schließung sei.

Schilda (2): Vergibt jetzt amtlich Grüne Hausnummern an grünkorrekte Bürger („Siehe, hier wohnt ein Wohlhabender, der sich den Klimawahn leisten kann“). Wird interessant sein zu beobachten, wie lange es dauert, bis die Geehrten aus Furcht vor wütenden Normalos die Nummern freiwillig wieder entfernen.

Schilda (3): Der Polizeihauptwachtmeister Wendt von der hiesigen Polizeiinspektion erteilt eine Verwarnung im Wert von 50 € an den PKW-Fahrer, der sein Fahrzeug mir beiden rechten Rädern auf den Bordstein fährt, damit die Neunzigjährige, die er zu einem Arztbesuch transportieren will, einsteigen kann (Was sie wegen mangelndem Höhenunterschied nicht könnte, wenn er das Fahrzeug unten an die Bordstein kannte stellen würde). Der PHWM fügt hinzu, dass dies Parken mit Behinderung sei, denn es könnte plötzlich ein Rollstuhlfahrer kommen, der nicht mehr vorbeirollen könnte.

Ostfront: Der deutsche Klimaminister gibt in Kiew bekannt, dass er die dortigen Kernkraftwerke für zuträglich halte, weil sie schließlich einmal gebaut worden seien. Zudem gibt er das Garantieversprechen zu Lasten des deutschen Staates für die Reparatur von Schäden aller Art aus dem gegenwärtigen Krieg. Das Erstgenannte (Bestandsgarantie für Atommeiler) ist pure Heuchelei, denn dieselben bekämpft er mit Inbrunst im eigenen Land. Das Zweitgenannte (Zugriff auf die Staatskasse) dürfte nach allen meinen Erfahrungen eine Amtsstraftat sein (Haushaltsuntreue in einem besonders schweren Fall, mindestens im Versuchsstadium) – jedoch wird sie nicht geahndet werden, was eine weitere Straftat (Strafvereitelung), diesmal der zuständigen Staatsanwaltschaften, darstellt.

6. April 2023

Bin am Vorabend notgedrungen Augenzeuge einer ZDF-Nachrichtensendung. Breiten Raum nimmt der Staatsbesuch der Selenskyjs in Polen ein. Man küsst sich ab (wie herrlich waren doch die Corona-Zeiten, als das unterblieb) und wechselt Treueschwüre. Ich ertappe mich dabei, wie ich unwillkürlich herauszufinden versuche, ob die Beteiligten die linke Hand mit gekreuzten Fingern hinter den Rücken halten. Vergeblich. Weggelassen wird, dass – von Polen losgetreten – zwischen den beiden Staaten ein ruppiger Streit über die Getreidepreise ausgebrochen ist.

ZDF (2): Auftritt eines strengblickenden Kriegsexperten. Er vertritt allen Ernstes, dass sich aus dem Verlust von 30 gepanzerten Fahrzeugen ergibt, dass die Russen den Krieg im Oktober verloren haben werden. Die Sache kommt auf die Wiedervorlage. – Weggelassen wird, dass die Russen dem Vernehmen nach mit einer Kinshal-Rakete das in einem Tiefbunker gelegene Nato-ukrainische Kommandozentrum zerstört oder zumindest schwer beschädigt haben.

Ostfront (2): Der Häuserkampf im Innenstadtbezirk von Bachmut geht mit unverminderter Härte weiter. Es sieht so aus, als hätten die russischen Angreifer einen Keil in die Verteidigungsstellungen getrieben. Die Bilder, die man zu sehen kriegt, übermitteln Zerstörung und Chaos.

Übern Teich: Die Trump-Show ging in NYC mit der Anklageverlesung und der Erklärung „Nicht-schuldig“ über die Bühne. Das Gericht vertagte sich in die Wahlkampfzeit hinein. Zweck erfüllt. Oder doch nicht? Die Zustimmungswerte für den Ex-Präsidenten steigen ins Unermessliche. Vor allem seine Konkurrenten bei den Reps wird das ärgern. Die Dems haben ein grandioses Selbsttor geschossen, das ihre Gegner zwangsläufig einigt. Indessen: vor Trump liegt noch eine lange Strecke.

Übern Teich (2): Fast unbemerkt im Weltgetriebe rütteln die Mexikaner an der Kette des Dollarimperiums und kündigen die Zuwendung zu den BRICS-Staaten an. – Der letzte Einmarsch der Yankees in Mexiko erfolgte 1916. Davon hat sich das Land hundert Jahre lang nicht erholt. Jetzt hält es die Flüchtlingswaffe in der Hand.

5. April 2023

Nicht ganz dicht: Die Zahl der Verrückten, die sich um mich mühen, nimmt augenscheinlich zu. Vermutlich bin ich nicht der Einzige, dem solche Hilfe zuteil wird. Noch in Bonner Diensten pflegte ich zu glauben, dass die Nämlichen ein Recht (Art. 19 Grundgesetz) auf Antwort hätten. Also antwortete ich: Sehr geehrte…, Ihre Angelegenheit wurde wg. ihrer Bedeutung zu den Akten genommen… – Trotzdem entwickelten sich in Einzelfällen langjährige durchaus einseitige Brieffreundschaften.

Undicht (2): Ein aktueller Plagegeist ist der vormalige (hüstel) Arzt Wilfried Meißner aus Saalfeld in Thüringen. Er sammelt offenbar Email-Anschriften. Meine ist ohne meinen Wunsch darunter. Da er, wie er mir mitteilt, andere von ihm belästigte Adressaten auffordert, ihn zu verklagen, nehme ich an, dass bei ihm eine Schraube locker ist, unamtlich ausgedrückt. Früher nannte man das einen Jagdschein. Ist aus der Mode gekommen, der Begriff.

Vertuschung: Der Querdenker-Gefangene Michael Ballweg wurde gestern aus der U-Haft entlassen. Das ist kein Grund zur Entwarnung, eher im Gegenteil: Es wird versucht, den Fall aus der Manege der öffentlichen Empörung verschwinden zu lassen.

4. April 2023

In Finnland sind die Stimmzettel der nationalen Wahlen vom Sonntag ausgezählt. Es hat eine Verschiebung nach rechts stattgefunden (siehe Tabelle, die ich von Wolfgang Prabel geklaut habe). Die bisherige Sozi-Ministerpräsidentin im Girlie-Davos-Format ist vermutlich Vergangenheit. Ob sich die Macht in Richtung EU-Bremse verschiebt, muss sich erst noch erweisen. Die AfD-ähnlichen Wahren Finnen würden – an der Regierung beteiligt – sicher dafür sorgen, doch ob sie ausgegrenzt bleiben, ist die eigentliche Frage. Man muss es abwarten. Ich bin erstaunt, wie viele Finnland-Experten in D plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht sind.

Es ist saukalt hierzulande. Mein Körper wehrt sich mit Händen und Füßen (Heizung an und dicke Socken) gegen den Temperatursturz von 30 Grad Celsius. Selber Schuld, höre ich es hämisch raunen.

Kalt (2): Die Kulakisierung Deutschlands schreitet eilends voran. Was für Stalin die selbständigen Bauern (Kulaken) waren, die vernichtet wurden, sind für die grünen Faschisten die Eigenheimbewohner. Sie werden ab sofort durch unerfüllbare und unbezahlbare Heizungsanforderungen kalt enteignet.

Kalt (3): Aufgabe des Medienpöbels ist es, für diese Maßnahmen die Häme der scheinbar nicht Betroffenen zu organisieren („Geschieht ihnen ganz recht!“). Diejenigen, die ahnen, dass auch sie sich bald ihre Miete nicht mehr leisten können, werden mit der Wunderwaffe Ausgleichszahlungen aus der Staatskasse ruhig gestellt.

Kalt (4): Personen, die für diesen Kahlschlag verantwortlich sind, sind namentlich bekannt. An der Klima-Fassade Leute wie Schnellnhuber und Latif, aber im Machtapparat sind ganz andere Typen zu Gange, wie die Geschwister Graichen. Sie sind kalte Exekutoren, die bislang in jeglichen deutschen Gewaltregimen den alles entscheidenden Hintergrund besetzen konnten.

3. April 2023

Wenn einer eine Reise tut…: Es hat einen eigenen Reiz nachts mit Leuten – selbst wenn man deren Erkenntnisfähigkeit als überschaubar einschätzt – zu telefonieren. Das gilt zumal, wenn sich die Reisenden als enttäuschte US-Fans zu erkennen geben, die etwas atemlos berichten, Los Angeles, die Stadt aller Flimmerträume, sei nichts anderes als eine einzige Freiluftkloake mit Ausgeflippten, die auf offener Straße vegetieren und krepieren.

California Dreaming (2): Und auch noch dies: Im Süden des Sonnenscheinstaates komme man mit Englisch kaum weiter, denn dort werde ausschließlich Spanisch gesprochen und verstanden. – Gab es nicht mal das Schlagwort vom Schmelztiegel Amerika?

Konsequent: „Ich weiß nicht, was ich denken soll,“ ist ein Ausruf, den man bei Leuten, die es für gewöhnlich ohnehin nicht tun, niemals zu hören bekommt. Warum auch?

Wenn die Gazetten mitteilen, Forsa habe herausgefunden, dass 88 Prozent der Deutschen die Energiewende für unrealistisch hielten, stellt sich mir als erstes die Frage: Wer und was sollen durch diese Meldung manipuliert werden?

2. April 2023

Drei Stunden Horrornachtfahrt bei strömendem Regen auf der A 9 und der A 4. War fast allein unterwegs. Keinen Klimakleber angetroffen. War zu nass und zu kalt (3,5 Grad). Man sage also nicht, die Maßnahmen der Fortschrittskoalition würden nicht greifen. Zudem: Lächerlich geringer Dieselverbrauch bei Tempo 100-120. Na also.

Nach kurzer Nachtruhe mit Muße das Bild von Amos Bragg betrachtet. Er ist seit 2022 der (gewählte) leitende Bezirks-Ankläger von Manhattan/New York, und jetzt hat er die Anklage gegen Donald Trump losgetreten, zu der ganz Amerika – so oder so – eine dezidierte Meinung hat. Es ist das am wenigsten unsympathische Bild, das im Internet greifbar war, und es signalisiert mir: Der Mann ist intelligent und gefährlich. Ob es klug war, was er tat, oder ob er das Gegenteil vom Beabsichtigten erreichen wird, ist eine ganz andere Frage.

1. April 2023

Fake oder Realsatire? Die Zukunftskoalition ändert das Namensrecht dahingehend, dass Frau Binde-Strich sich fürderhin entscheiden kann, ob sie Binde-Strich oder lieber nabelfrei Binde Strich heißen möchte. Der Zentralrat der Satzzeichen hat eine scharfe Stellungnahme angekündigt.

Fake (2): Anlässlich der Neuverfilmung des Romans Der Name der Rose wurde Hans Joachim Schnellnhuber mit dem goldenen Filmband für die Darstellung des Inquisitors ausgezeichnet: Keiner könne Verdammnis und Höllenqualen so glaubwürdig rüberbringen wie er, so die Jury am Vorabend in der ARD-Klima-Gala in Anwesenheit von Bundespräsident Walter S. Meier.

31. März 2023

Der Monat geht mit einer Groteske in den USA zu Ende. Eine Grand Jury in New York lässt die Anklage gegen Donald Trump zu. Zum Mitdenken: Er habe lange vor seiner Amtszeit als Präsident (Januar 2017-Januar 2021) eine Porno-Darstellerin mit dem Arbeits- und Künstlernamen Stormy Daniels durch eine Schweigegeldzahlung veranlasst, von einer Anzeige wg. sexueller Belästigung abzusehen. Tja. Nun noch dies, für Genießer: Besagter Kulturschaffender war 2016, als Trump zu den Sternen griff, durch den Kopf gegangen, dass man unter diesen neuen Bedingung noch mehr Geld herausholen könne, und sie war, als dessen Anwälte abwinkten, mit ihrer Geschichte zur Presse geeilt, was ihr einen Schadenersatz-Prozess einbrachte, den sie verlor, denn die Schweigegeld-Vereinbarung enthielt ihrerseits eine Schweigeverpflichtung der Beteiligten. Alles klar? Gott schütze Amerika.

30. März 2023

Die vorgestern zu Ende gegangene Klausur der Koalitionäre ist Gegenstand wilder Spekulationen auf einer Skala von der-Zukunft-zugewandt über Formelkompromisse bis Koalition-kurz-vor-dem-Aus. Das ist alles Gewäsch, denn man ist sich im Wahnsinn der sog. Klima-Politik einig, die darauf fußt, dass durch unsere Schuld die Alpen verbrennen, wir nichts mehr zu trinken haben und der Kölner Dom unter Wasser stehen wird. Keine der drei Parteien stellt das in Frage, auch die angeblich oppositionelle CDU nicht. Mainstream kann sich also auf eine breite Mehrheit stützen.

Opposition (2): Bemerkenswert ist bestenfalls, dass die sog. Alternativen Medien und ihre Zuträger davon ausgehen, dass sich der Wahn von selber legen wird, anstatt sich mit der Frage zu beschäftigen, wie man die militanten Vernunft-Feinde quitt kriegt.

Opposition (3): Gegen den Frontmann der Querdenker-Bewegung des vergangenen Jahres, Michael Ballweg, ist nach 9-monatiger Untersuchungshaft Anklage erhoben worden. Es geht laut Anklageschrift um versuchten Betrug, versuchte Geldwäsche und – ein besonderer juristischer Leckerbissen – versuchte Steuerhinterziehung (er hat, als er im Knast saß, keine Steuererklärung abgegeben). Ich hatte noch ganz anderes im Ohr, als der Mann im vorigen Jahr festgenommen wurde. So wie ich die politische Justiz kenne, wird sie das durchziehen.

29. März 2023

Das Weiße Haus lässt erklären, dass es nicht hinter den Straßenkrawallen in Israel stecke. Soso. War das leichtfertig behauptet worden?

Straßenkrawalle (2): In deren Schatten ändert Frankreich seine Energiegesetze. Demnächst mindestens 50 % aus Kernenergie. Das in einer Zeit, in der Nachbar Deutschland in drei Tagen auf Null fährt.

28. März 2023

Wunderliches in Frankreich: Die Anhebung des Rentenalters auf 65 Jahre bringt ein Volk zum Randalieren und seit Tagen auf die Straße. Sowas würde bei uns nie passieren. 

Rentiers (2): Gestern mit einem gutgelaunten Luxemburger gesprochen. Dortzulande geht man mit 60 in den Ruhestand.

Falsches Frohlocken: Der Koalitionsausschuss habe sich nach 20-stündiger Sitzung in angenehmer Atmosphäre auf nichts Konkretes geeinigt. Wozu braucht man Tatsachen, wenn man sich im Religiösen einig ist?

Ostfront: In der Ukraine sind die ersten Leopard 2-Kampfpanzer aus D eingetroffen. Die aus PL sind schon seit Wochen da.

Ukraine (2): Der Herr Scholz spricht im Zusammenhang mit der Panzerlieferung von unseren ukrainischen Freunden. Mir kommt es so vor, als sei das Freunde-Etikett bislang unsern amerikanischen Freunden vorbehalten gewesen.

Bei Klonovsky gelesen: Die Jahrhunderte andauernde Überlegenheit des Westens liege an dessen Trinksitten. Obwohl mir sogleich zahlreiche Zeitgenossen einfallen, mit denen ich keinesfalls gemeinsam trinken möchte, ist der Ansatz originell zu nennen. Zudem ist er bestechend einfach.

27. März 2023

Übern großen Teich: Trump bestimmt die Schlagzeilen: Gibt es ein Comeback oder landet er im Knast? Derweil hat er am Wochenende seinen persönlichen Wahlkampf in Texas eröffnet – ein republikanisches Heimspiel.

Ostfront: Zum wiederholten Mal will Selenskyj zum großen Schlag ausholen. An Geld und Waffen fehlt es ihm eher nicht. Aber an Männern. Sie werden angeblich von der Straße weg zwangsrekrutiert. Stimmt das, dürfte ihr Kampfwert gegen Null tendieren, wenn sie in den Schlauch von Bachmut geschickt werden, um dort zu sterben.

In Berlin ist der Volksentscheid zum Klimawahn gescheitert. 260.000 Wahnsinnige waren immerhin dafür. Sie scheiterten am 25-Prozent-Quorum (Ja-Stimmen im Vergleich zu den rund 2,6 Millionen Wahlberechtigten).

Volk (2): Interessant mag sein, dass beim einschlägigen Verfahren die Nichtwähler am Ergebnis mitwirken und sich wie Nein-Stimmen auswirken –ganz anders als bei Wahlen, wo sie behandelt werden, als seien sie gar nicht da.

Volk (3): Bezeichnend auch, wie sich die Medien jetzt verhalten. Sie tun so (so die FAZ von heute Früh), als hätte die Sache gar nicht stattgefunden. Man stelle sich einen Moment vor, die Wahnsinnigen hätten obsiegt. Das wäre zum Jahrhundert-Ereignis hochgejubelt worden. Nur vereinzelt höre ich die Frage nach den Sponsoren dieser Show. Schamvoll deuten die Finger über den Atlantik. Da sind die Urenkel der Morgenthau-Fraktion am Werke.

24. März 2023

Männerfreundschaft: „Und pass auf dich auf“, sagte Xi zu seinem Freund Wladimir zum Abschied am Ende seines dreitägigen Besuchs in Moskau. Ich versuche, mich zu erinnern: Sagt man sowas unter Freunden? Und, wenn ja, in welcher Situation?

Männer (2): Die Chance, die Welt zu verändern, wie schon seit 100 Jahren nicht mehr, sei jetzt da, bemerkte Xi. Putin hat dem nicht widersprochen. Westliche Experten mutmaßen vor sich hin, dass solche Worte lediglich die Differenzen verkleistern sollen. Ist man, so wie ich, kein Experte, so hört man raus: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts (1917-2022) ist da. Und wir werden es herbeiführen. – Ist das realistisch: Ich fürchte: Ja.

Männer (3): Ist es möglich, dass jemand mit Putin befreundet ist, vor allem auch in Gegenrichtung: er selbst mit irgendwem? Es scheint denkbar, alles Weitergehende wäre Spekulation. Nebenbei: Dies ist ein Problem all jener, die es an die Spitze katapultiert hat. Nur zur Kontrolle: Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand mit Merkel befreundet ist – okay, ich weiß, sie ist kein Mann.

Männer (4): „Ich sei, gewährt mit die Bitte, in eurem Bunde der Dritte“, lässt Schiller den geläuterten Tyrannen in der Ballade Die Bürgschaft ausrufen. Wohin man in D auch blickt, es ist keiner zu sehen, der infrage käme. Nicht einer.

23. März 2023

Soll man Leute, die man für Idioten hält, wörtlich zitieren? Warum eigentlich nicht. Voilà: „Vor drei Jahren ging Deutschland zum ersten Mal in den Lockdown. Die Pandemie hat das Land verändert – nicht nur zum Schlechten“, soweit die FAZ von gestern, die sich in der Spitzenmeldung Gedanken macht, „was wir aus der Pandemie gelernt haben“. Ja was? Das ist hier die Frage. Ich für mein Teil habe gelernt, dass man ein Land in kürzester Frist unter totalitäre Kontrolle bringen kann, wenn man nur genügend viel Panik zu schüren vermag.

Idioten (2): Es handelt sich um eine selbstgestellte Falle, wenn ich annehme, ich müsste mit solchen Leuten argumentieren. Sie werden mir nach den ersten anstößigen Vokabeln nicht mehr zuhören, so dass sich die Frage stellt, wer hier der Idiot ist.

22. März 2023

Bild im Bild: Dass sich Lawrow und Medwedjew totlachen, bedarf keiner Frage, aber worüber? Vielleicht gibt das Bild aus Moskau Auskunft, aus dem ich die beiden ausgeschnitten habe.
  

Ebenfalls zum Totlachen: Die Kommentare bei Mainstream zum soeben zu Ende gegangenen Besuch des chinesischen Führers bei seinem russischen Pendant. Da sei, so lese ich, nichts bei herausgekommen. Gütiger Himmel. Das klingt wie das Pfeifen im Walde.

21. März 2023

Neben mir wedeln Palmzweige in der Luft herum. Der Alltag in D ist in weite Ferne gerückt, denn dies hier ist der Ort, mich auf ein neues Manuskript zu konzentrieren. Das Kleinklein verschwindet hinter einer anderen, noch nebelhaft verborgenen Welt, die beschrieben werden will, sich aber gegen den forschen Zugriff sperrt. Wind und Meer machen Hintergrund-Geräusche, während ich nach dem Eingang suche. Ansonsten ist es ganz still oder fast ganz: 

Manuskript (2): Was scheibst du da? – Ich: Ein Buch. – Ach so.

Manuskript (3): Soll ich dir mal was vorlesen? – Bevor ich nein sagen kann, geschieht es.

20. März 2023

Der bayerische Ministerpräsident ist aus dem Tiefschlaf der CSU bezüglich der Wahlrechts-Änderung erwacht und sprich von einem Angriff auf die Demokratie. Das klingt aus seinem Munde – man erinnert sich an seine Corona-Exzesse – zumindest witzig.

Wolkenkuckucksheim: „Mit wuchtigen Schlägen treibt die Ampel Deutschland in die Große Transformation: Deindustrialisierung, Verarmung und Abbau sozialer und demokratischer Errungenschaften werden mit apokalyptischen Begründungen erzwungen, die immer extremere und fast totalitäre Züge annehmen. Sie können das Land zerstören.“ Es sind Verlautbarungen wie diese hier (Roland Tichy auf Tichys Einblick vom Vortage), die bei mir Kopfschütteln verursachen, denn die Erzeugung der bemängelten Umstände ist (!) totalitär und nicht „fast“ irgendwas. Fazit: Man traut sich nicht zu sagen, dass die wohlfeilen Begriffe wie Demokratie und Toleranz nur noch Hülsen in einem System sind, dessen auftrumpfende Verachtung des Volkes von seinen Exikuteuren ganz schamlos eingestanden wird. Bleibt die Frage: Woher beziehen diese Leute in den etablierten Alternativ-Medien ihre Hoffnung auf Besserung? Zum Glück bin ich nicht der einzige, dem das auffällt.

Ostfront: Das Kartenstudium zeigt, dass die Salz- und Gipsstadt Bachmut in den letzten sechs Wochen Meter um Meter eingeschnürt wurde. Längst ist der verlustreiche Häuserkampf entbrannt. Eine Straße nach Westen ist nach wie vor offen. Frage mich zum wiederholten Male, warum die russische Führung sich nicht zu einer großzügigen Einkesselung entschlossen hatte. Ich nehme an, dass es sich um Kräftemangel handelt.

19. März 2023

Die Lektüre des soeben verabschiedeten Wahlrechts-Änderungsgesetzes offenbart einen sicher von Unionsseite so nicht beabsichtigten Schuss ins eigene Kontor: Der Wegfall des bis dato geltenden Wegfalls der Fünf-Prozentklausel, falls die Partei mindestens drei Direktmandate erworben hat, trifft nicht nur die Linke, sondern vermutlich auch die CSU und damit die Union insgesamt. Damit nicht genug: Die Regel, dass Direktmandate nicht berücksichtigt werden, wenn sie in der Summe mehr sind, als der Partei nach dem Zweitstimmenschlüssel zustehen würde, trifft erneut die CSU, der nach aktuellem Stand 46 der 48 bayerischen Stimmbezirke zugefallen waren. Wendet man beide Regeln an, so würde die CSU leer ausgehen. Ein tolles Ergebnis.

Gesetzgebung (2): Bleibt die Frage, ob irgend ein Abgeordneter eigentlich noch liest (geschweige denn versteht), worüber er abstimmt. Es ist kaum vorstellbar, selbst dann, wenn die Abgeordneten über ihre höchst eigenen Belange befinden.

18. März 2023

Mainstream-Legenden: Es werden immerzu neue Details über die angeblich ukrainischen Täter der Nord Stream-Sprengungen herbeigelogen. Am besten hat mir gefallen, dass der Sabotage-Segler im Yacht-Hafen von Wieck auf dem Darß gesichtet worden ist. Was wollten die Navigations-Profis dort? Die Frage stellt sich, denn der Ort liegt nicht an der Ostsee, sondern am Bodden (jedenfalls bis vor Kurzem). Immerhin, man kann dort sehr gut Fisch essen (Geheim-Tipp von mir). 

Nürnberg lässt grüßen: Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag stellt einen Haftbefehl gegen Biden, nein Quatsch, gegen Putin aus.

Neues aus der Demokratie: In Holland soll es bei den Regionalwahlen in dieser Woche ein politisches Beben gegeben haben. Falls das stimmt, wird es Jahre dauern, bis der starre Mainstreamblock hierdurch tangiert wird – wenn überhaupt.

Demokratie (2): Der Bundestag will durch Wahlrechts-Änderung die kleinen Parteien weg-ätzen. Das hatten wir seit den 1960er Jahren schon mehrfach. Es ging stets aus, wie das Horneberger Schießen.

17. März 2023

Straßenkampf in Bachmut. Der Sinn dieser russischen Aktionen erschließt sich mir nicht. Jeder Heerführer, der bei Verstand ist, vermeidet so etwas. Also geht es hier um Symbole. Die Ukrainer kämpfen „bis zur letzten Patrone“, das tun sie seit einem Jahr. Aber die Russen? Will Putin, dass sich die Wagner-Söldner, die dort Straße um Straße vordringen, auf diese Weise dezimieren? Will deren Führer Prigoschin der Eroberer von Bachmut sein?

Kumpanei: Falls der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz richtig zitiert wird, dass nämlich die Klimaterroristen der Letzten Generation keine politischen Extremisten seien, stellt sich mir die Frage, was man ihm in den Kaffee getan hat.

Kaffee (2): Wenn der Chef von dem Geheimdienst-Chef, der Herr Scholz, regierungs-erklärend sagt, seine Politik eines starken Europa werde der AfD die Basis entziehen, so zeigt das, dass er nicht weiß, warum bemerkbar viele Leute diese Partei wählen. Falls er ernsthaft glaubt, was er da sagt, sollte auch er seinen Kaffeezutaten bedenken (lassen).

16. März 2023

Und als gestern die Sonne im Westen aufging, da waren es schon drei. Die Bankenpleiten in den USA mehren sich, und die Finanzkrise schreitet munter voran. Geldexperten blasen die Backen auf, um wie üblich das Vergangene im Nachhinein mit mathematischem Floskelgerede zu erklären.

Pleiten (2): Keiner sagt das Naheliegende: Joe & Friends haben sich verzockt, als sie im vergangenen Frühjahr Russland aus dem internationalen Währungssystem schmissen, und die potentesten Staaten dieser Erde (außerhalb des Wertewestens) ihnen die Gefolgschaft des Dollar-zentrierten Welthandels Schritt um Schritt aufkündigten. Fazit: Wenn die Welt den Dollar nicht mehr braucht, um grenzüberschreitende Geschäfte zu machen, besteht fürderhin kein Anlass, US-Anleihen aufzukaufen. Und wenn niemand diese Papiere kauft, fehlt es an Geld, um das US-Defizit weiterschleppen zu können.

Pleiten (3): Die Welle schwappt nach Europa, wo die Crédit Suisse, wie man lesen kann, zwar nicht in den Konkurs, jedoch in schwere Wasser geraten zu sein scheint.

Pleiten (4): Es ist noch nicht konkret zu beschreiben, aber ein erstes Muster schält sich heraus. Die smarten Banken-Boys sind auf der Null-Zins-Welle der beiden einschlägigen Notenbanken (Fed & EZB) gesurft. Jetzt ist die Welle ausgelaufen und es werden Zinsen fällig. Geschäftsmodell und Wirklichkeit passen nicht mehr zusammen. Davor war seit Jahren gewarnt worden. Mal in die Gegend spekuliert: Wir sind erst im Auftakt-Geschehen.

Pleiten (5): Das alles ähnelt fatal dem Geschehen von 2007/8. Jetzt fehlt nur noch, dass wie damals die sog. Experten kaltschnäuzig von Marktbereinigung reden.

15. März 2023

Es sieht so aus, als sei die beabsichtigte Präsidentschafts-Kandidatur des russischen Kriegsunternehmers Prigoschin ernst gemeint. Fühle mich an Vorgänge im Alten Rom erinnert. Dort gab es die strikte Regelung, dass die in die Hauptstadt heimkehrenden siegreichen Feldherren ihre Truppen bei Überschreitung des Flusses Rubicon aufzulösen hätten. Man wusste um den Reiz des Staatsstreichs, wenn einer bei seinen Soldaten beliebt und zudem schwer bewaffnet ist.

Kandidatur (2): In der Türkei will sich ein sog. Oppositionsführer dem amtierenden Sultan bei kommenden Präsidentschaftswahlen in den Weg stellen. Hat er bewaffnete Kräfte (? die Armeeführung) bei der Hand? Davon ist bislang nichts bekannt.

Sultanat (2): Der unaufhaltsame Aufstieg der Türken im Hochmittelalter und der frühen Neuzeit endete erst vor den Toren von Wien. Bis dahin waren Jahrhunderte ins Land gegangen. Der anschließende Verfall ging offenbar mit einem seltsamen Phänomen Hand in Hand, dem des Unsichtbar-werdens der Herrscherfigur, eingemauert in seinem Serail.

Sultanat (3): Der gegen Ende des Ersten Weltkriegs aus dem Militär-Establishment aufsteigende Mustafa Kemal muss es erkannt haben, dass der Herrscher dem Volk sichtbar sein muss, damit es etwas zum Bewundern hat. Danach richtete er sich und nannte sich zudem Ata Türk, Vater der Türken. Er führte die Türken in eine sehr spezielle Moderne. Die nahezu preußisch-säkular zu nennende Staatsidee des Ata Türk hielt fast ein Jahrhundert lang, der jetzige Herrscher hat radikal mit ihr gebrochen. Er träumt von der Restaurierung des islamischen Großreichs.

14. März 2023

Es ist zu lesen, dass der Boss der Wagner-Söldner, Jewgenij Prigoschin, angekündigt hat, als Präsident Russlands kandidieren zu wollen. Da bahnt sich ein Konflikt an, denn ich kann mir im Moment nicht vorstellen, dass er im Einvernehmen mit Putin gesprochen hat. – Falls nicht, wovon ich ausgehe, wird interessant sein, wie Putin den Rivalen zur Raison bringt.

Prigoschin (2): Falls dieser sich durchsetzen sollte, wird der Wertewesten sich eines Tages mit Wehmut an die Herrschaft des Wladimir P. erinnern. Woher ich das weiß? Ich weiß es nicht, habe aber mit Muße das Gesicht des selbsternannten Rivalen betrachtet.

13. März 2023

Die Meldungen von der Ostfront bleiben widersprüchlich. Der gemeldete Totalabzug der Ukrainer aus Bachmut hat nicht stattgefunden. Die Wagner-Legionäre der Russen dringen von Norden her in die Stadt ein. Mir bleibt unklar, warum die russische Seite nicht mit der Total-Einkesselung der Stadt fortfährt. Die ukrainische Seite meldet siegreiche Offensiven bzw. geplante Offensiven. Das kennen wir bereits.

Ostfront (2): Der noch nicht besetzten Ukraine im wahrsten Sinne des Wortes den Stecker zu ziehen, wie aus russischen Absichtserklärungen herauszulesen war, erweist sich in der Praxis als schwieriger als gedacht. Im Moment scheinen die Elektro-Anlagen für Kiew, Charkow und vor allem Odessa den Schwerpunkt der einschlägigen Raketen- und Drohnen-Angriffe zu bilden. Über die Auswirkungen fehlen verlässliche Hinweise.

Ostfront (3): Noch fehlen einigermaßen nachvollziehbare Nachrichten über den Einsatz von Leopard & Co.

Über den Wolken: Der junge Mann hinter mir verkündet seinem Nebenmann in Kabinen-Lautstärke, er werde in aller Kürze nach Washington gehen, um dort Ökonomie zu studieren, was man sonst nirgendwo könne. Ich wünschte, er hätte es bereits früher getan. Die Vorstellung, er und seinesgleichen würden dann dort bleiben, finde ich erfrischend.

Über den Wolken (2): Der jüngere Mann vor mir sieht auf dem Display seines Handys einen Mafia-Film mit reichlich vielen Schussopfern. Er selbst trägt eine FDP-2-Maske. Ebenso eine jüngere Frau, die ich in der Enge des Ganges unabsichtlich anrempele. Ihre Augen signalisieren Panik. Ich bleibe stumm, denn sie würde mich ohnedies nicht verstehen.

12. März 2023

Es mutet wie ein Prophezeiung an: Die Silicon Valley Bank ist Pleite. Das melden etwas verhangen die US-Gazetten. – Kommt da noch was nach? Falls ja, wird der Bürger zur Bankenrettung gepresst werden. Das ist Routine.

11. März 2023

Die Korruption in Deutschland hat einen Namen: polit-medialer Komplex. Dort werden Journalisten, bevorzugt aus den öffentlichen Anstalten, – eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion belegt dies – gegen satte Honorare in die Regierungs-Propaganda einbezogen. Ein deutsches Sprichwort sagt: wer zahlt, bestellt die Musik.

Zahlemann & Söhne (2): Meine Erfahrung im Geheimdienst besagt, dass Geldgier (MfS-Deutsch: finanzielles Interessiertsein) eine von beiden Seiten geschätzte klare Angelegenheit ist: Ich zahle, und du tust es.

Zahlemann & Söhne (3): Alle Beteiligten wissen um das Illegale ihres Tuns, aber sie trösten sich mit dem Hinweis: einer musste es schließlich auf sich nehmen. Das kennt man von den Gestalten, die Führerbefehle und Beschlüsse des Politbüros umsetzten.

Dieser Hinweis verdient festgehalten zu werden (stammt von Science Files): Das von uns genutzte Erdgas besteht zu hohem Anteil aus Methan (CH4). Vom Robert wissen wir, dass sich ab und an ein russisches Molekül des begehrten Gasen in unser politisch korrektes Gas untermischt (hat er wirklich gesagt).

Heile Welt in Moskau, alles blau: Er erklärt am 21. Februar 2023 die russische Sicht. Putin ist der winzige Mann in der Mitte und im Hintergrund. Der Mann links passt auf, dass niemand dazwischenschießt. Und die Kinder des Hofstaats tragen orangefarbene Anoraks.

10. März 2023

Der britische Telegraph veröffentlicht die Lockdown Files, eine Auswahl aus Zehntausenden von WhatsUp-Nachrichten von und an den ehemaligen britische Gesundheitsminister Matt Hancock, der das Konvolut zuvor an die Ghostwriterin seiner sog. Autobiographie zu deren Informationen weitergegeben hatte. Hätte er – aus seiner Sicht – wohl besser nicht, denn es offenbart Unkenntnis, Zynismus, diktatorischen Machtwahn und die Unfähigkeit, Fehler zu korrigieren.

Machtwahn (2): Als ich in unaufgeregten Worten darüber vor nunmehr zwei Jahren in der Corona-Diktatur schrieb, antworteten mir die sog. Konservativen in unserm Land, ich würde Panik schüren. Tja. Nebenbei: Ich bin nicht besonders ärgerlich, denn der Durchbruch der Wahrheit braucht unter Umständen ein großes Loch, für das zuvor viele ein kleines gebohrt haben.

Während ich nachts die britischen Sachen lese und frühmorgens diese Zeilen schreibe, kommt die Meldung auf, dass Unbekannte in einer Kirche der Zeugen Jehovas in HH-Alsterdorf ein Blutbad angerichtet haben. Tote und Verwundete tragen Schussverletzungen. Die anschließende Nachrichtensperre lässt nichts Gutes vermuten (?falsche Täter, ?falsche Opfer). Mag mich an Spekulationen nicht beteiligen.

9. März 2023

Das Internet raunt vom Fall von Bachmut. Die ukrainischen Verteidiger, wenige tausend, sollen durch die Einkreisungslücke abgezogen sein. Und jetzt? Und was? Großes Offensiv-Finale? Ziemlich unwahrscheinlich.

Nachrichten aus der Schweiz: Sie denkt gar nicht daran, Leopard 2 an Deutschland zurück-zu-verkaufen, damit sie in die Ukraine geschleust werden können, denn da gibt es kein zurück, weil die Panzer in der Schweiz in Lizenz gebaut wurden, also sind das schweizer Waffen, für die ein Exportverbot in Kriegsgebiete gilt. Pech für unsere Berliner Helden.

Erleichterung in den Mainstream-Medien und bei den Alternativen, sofern zur Amerika-Fraktion gehörig: Die-Ukrainer-waren’s-Lüge aus der NYT wird gespielt. Allgemein wird so getan, als sei das kein Problem, wenn die Kriegspartei, die wir seit einem Jahr mit Geld und Waffen vollpumpen, unsere Erdgaszufuhr ruiniert und unsere Wirtschaft zum Absturz bringt.

In D zieht unrettbar der Wahnsinn ein: Verbot von Heizungen aller Art, Verbot von Fortbewegungsmitteln aller Art. Mainstream unterdrückt das oder schwurbelt herum. Derweil verlassen ganze Industriezweige und die Tüchtigen das Land. Bin ziemlich ratlos.

8. März 2023

Das ist gegenwärtig die ostukrainische Gips- und Salz-Stadt Bachmut aus Sicht einer (?russischen) Drohne. Vor allem die Draufsicht erinnert an eine Horror-Dystrophie aus Hollywood, ist aber Realität. Das untere Bild sieht nicht danach aus, als würde noch ein Mensch in den Häusern leben, aber man kann es nicht mit Bestimmtheit ausschließen. Die Schlacht wirkt wie ein ukrainisches Stalingrad im Kleinformat – empfehle der grünen Jugend einen Betriebsausflug. Mädels, vergesst die Windeln nicht.


Ostfront (2): Bilder aus dem Frontgebiet weiter südlich zeigen, wie Rad- und Kettenfahrzeuge im Schlamm versinken. – Fühle mich einen Moment lang an das im Kurt Vowinckel Verlag erschienene Buch von Otto Carius erinnert: Tiger im Schlamm. Das war 1960 ein Bestseller… auf Jahre hinaus. Heute vergessen.

Haltet den Dieb: Es meldet die New York Times in einem großen Artikel unter Berufung auf US-Geheimdienst-Kreise, dass es die bösen Buben aus Kiew waren, die Nord Stream 1 und 2 im September 2022 zerstörten. Joe sei schon ganz ärgerlich über die Alleingänge in Kiew und habe bei seinem jüngsten Besuch dort ein ernstes Wort gesprochen. – Füge hinzu (Exklusiv-Meldung): Die Kampftaucher bestiegen in Kiew ein noch fahrfähiges Sturmboot aus Wehrmachtsbeständen, fuhren den Dnjepr runter, der bekanntlich in die Ostsee mündet, hoben bei Posen kurz ab, um sich in der Luft betanken zu lassen, machten ihr Ding, pausierten ganz entspannt auf einen Aquavit in einer Røgeri auf Bornholm – einem bekannten Kampftaucher-Treff – und fuhren unerkannt zurück. | Leicht Abweichendes heute Morgen bei Bernd Zeller:

7. März 2023

Am Vorabend in Leipzig: Antifa klebt, rufen die Montags-Demonstranten, die auf dem Goedelerring von der Polizei über die Straßenban-Trasse an dem fahrbahnsitzenden Häuflein von Antifanten vorbeigeleitet werden.

Leipzig (2): Unter den mitgeführten Fahnen stechen die blaue mit der Taube und die gelbe mit dem Lamda der Identitären ins Auge. Friedlich vereint in der Ablehnung des Krieges. Sachen gibt’s.

Leipzig (3): Es schneeregnet bei null Grad. Schön, wenn man einen Vorgeschobenen Beobachter hat.


Die Macht der Repräsentanten: In Berlin hat sich – wie es scheint Hals über Kopf – der SPD-Vorstand entschlossen, der CDU anzubieten, eine schwarz-rote Koalition unter deren Leitung einzugehen. Damit wird der tagelange Zickenkrieg (Spieglein, Spieglein an der Wand | Wer hat die meisten Stimmen im Land) beendet. Ich denke, der wahre Grund sind persönlich Animositäten im Lager rot-rot-grün.

Macht (2): Jetzt lässt der rot-grüne – das heißt in der politischen Wirklichkeit: vor allem der grüne – Pressemob die Muskeln spielen, um die Entscheidung für schwarz-rot zu torpedieren. Hier geht es schließlich es um die Machtfrage in diesem Land. Die Presse ist es gewohnt, dass ihr das letzte Wort zusteht. Man darf gespannt sein, was wir plötzlich an persönlichem Schmutz aufgetischt bekommen, wer die Büchsenspanner sind und wie lange die Betroffenen das aushalten. Die Chancen stehen für den Ausgang stehen derzeit eins zu eins. 

6. März 2023

Finde, dass im Internet der Wahlsieg eines Parteilosen gegen eine Grüne als OB von Mainz beklatscht wird. Bemerke, dass sein Wohlstand auf einer Fernsehwette von vor Jahren beruht. Er hat offenbar was draus gemacht. Solch ein Rathauschef ist schon ein Wert an sich. Ob er gegen den Parteienfilz etwas auszurichten vermag, das wird sich weisen. Denn dort gilt fortan: Die Reihen fest geschlossen. Der Neue wird Schwerarbeit leisten müssen. Dass das Leserbriefvolk ihn mit dem grünen Mann aus Tübingen vergleicht, finde ich zum Schreien.Tübingen (2): Freund W. schreibt: Hier gibt es nur Amerikaner, womit er nicht das Gebäck meint.

5. März 2023

Wie stets sind unfreiwillige Scherze die besten. Panzerbauer Rheinmetall will nach den Worten seines Vorstandes näher zum Verbraucher ziehen (sprich: dort ein Werk bauen). In diesem Fall in die Ukraine. Da kann man nur sagen: Recht so, denn die hat im Laufe eines einzigen Jahres über 1000 Panzer verbraucht.

Rheinmetall (2): Meldet voller Stolz, dass man jetzt in den Dax aufsteigt. Absteigen tut dafür ein Medizingerätehersteller, die Firma Frisenius. Wo geschossen wird, geht es den einschlägigen Branchen besser als denen, die fürs anschließende Flickwerk sorgen müssen.

Rheinmetall (3): Will dieses Jahr noch 250 Leos aufarbeiten und in die Ukraine liefern und dann ab kommenden Jahr 500 von den neuen Kampfpanzern Panther pro Jahr, die das Werk in der Ukraine ausspucken soll. Für diese Dinge besteht nach dem Kriegswaffen-Kontrollgesetz ein absolutes Produktions- und Lieferverbot mit speziellem Genehmigungsvorbehalt. Gilt das eigentlich noch? Und auch dies: Wer hat eigentlich die über 400 Leopard 2-Panzer für Polen genehmigt?

4. März 2023

Der Herr Scholz ist gestern überraschend nach Washington DC geflogen, um…, ja, um was zu tun? Gut, er trifft Joe B. Fragt sich, was denn Unerwartetes geschehen ist, um diesen Blitzbesuch zu rechtfertigen.

Ich nehme an, dass der alte Mann eine Weisung erteilen will, für die er keinesfalls die Russen als Mithörer am Telefon haben mag. – Einbestellen des Deutschen zur Befehlsausgabe. Noch geht das.

Blitzbesuch (2): Wackelt der Vasall in Kiew so stark, dass die Strategie geändert werden muss? Nebenbei: Die Karte des Kriegsschauplatzes von Bachmut zeigt eine für die Verteidiger aussichtslos erscheinende Lage.

Und auch noch dies: Während die EU das 10. (oder ist es das 11.?) Sanktionspaket beschließt, gehen die Mitgliedsländer, außer Deutschland, eigene Wege. So entfroren – das müsste in etwa die richtige neudeutsche Vokabel sein – Belgien und Luxemburg offenbar russische Vermögenswerte in Höhe von ca. 43 Milliarden Euro, zumeist Aktien von Amazon, Alibaba, Netflix e tutti quanti, was nebenbei zeigt, welche sog. Werte wirklich reiche Russen auf dem Weltmarkt schätzen.

Und auch dies fällt auf: Meister Billyboy und sein Weltkonzern Microsoft sind reumütig und ohne Klamauk nach Russland zurückgekehrt. Ebenso die sportlichen Herren von Puma (die Sportklamotten, nicht die gleichnamigen Schützenpanzer).

Und nochwas: Dem Vernehmen nach kürzt Russland die Rohölförderung ab dem 1. März um 5 Prozent. Das trifft vor allem die Diesel- und Heizöl-Produktion. Entweder steigt deswegen erneut der Preis, oder er stabilisiert sich, weil der Rückgang im Verbrauch im Wertewesten aufgefangen werden soll.

3. März 2023

Die russische Nowosti-Meldung (1. März) über den abgesoffenen Leopard, auf die ich in meinem gestrigen Notat hinwies, war ein Fake. Leser H. wies mich bereits gestern unter Quellenhinweis darauf hin. Ihm sei Dank, dass er meine Zweifel bestätigte.

Fake (2): Jetzt kommen die Besserwisser. Sie bemerken im höhnischen Ton, dass man das alles leicht hätte recherchieren können. Soso. Auch ihnen sei Dank, aber aus anderen Gründen.

Fake (3): Es ist die Frage, ob ein Fake ein Fake ist, wenn der Hersteller will, dass man es merkt. Dieser hier stammt vom Bloc GlobKult. Er hat mich heiter gestimmt. Vielen Dank.

Kein Fake: Kommunen und Kirchen sind offenbar dazu übergegangen, ihren Bestand an Sozialwohnungen freizuziehen (zu deutsch: sie schmeißen die Ärmsten der Armen raus), um die lukrativeren Willkommensbürger dort unterzubringen. Mag sein, dass es bislang nur Einzelfälle in Lörrach und Berlin sind, aber dieses Geschäftsmodell wird Schule machen.

Auch vermutlich kein Fake (2): Bin gespannt, was die Experten hierzu anzumerken wissen. Den polnischen Minister erkenne ich, die ukrainischen zur Not auch. Doch wer mögen die Panzerbesatzungs-Darsteller sein?

Letzte Tage im Bundestag: Die Kriegskoalition von CDUCSUSPDFDPGrüne hat die Reihen fest geschlossen – ganz so, wie es der Bertelsmann-Angestellte Heusgen jüngst in München forderte. Nur eine merkwürdige Allianz aus AfD und Teilen der Linken hält dagegen. – Falls die veröffentlichten Umfragen auch nur vage stimmen, sehen die Mehrheitsverhältnisse im deutschen Volk, was den Waffengang anbelangt, genau entgegengesetzt aus.

Krieg (2): Das Kartenstudium der Ostfront offenbart nichts grundlegend Neues. An zahlreichen, nicht miteinander verbundenen Stellen des rund tausend Kilometer langen Frontbogens wird geschossen. Die Einschließung der Industriestadt Bachmut schreitet Meter um Meter voran. Es gibt vom Westen her nur noch eine Zufahrtstraße. Die liegt im Bereich der Wirkung der russischen Artillerie.

Krieg (3): Neu sind die gewalttätigen Auseinandersetzungen in Transnistrieren. Das ist der östliche, zur Sezession neigende Teil von Moldawien. Ob die Meldungen stimmen, dass die Aggressionen von der östlich angrenzenden ukrainischen Seite ausgehen, vermag ich nicht zu beurteilen.

2. März 2023

Die USA lehnen den Friedensplan Chinas für den Ukraine-Konflikt ab. Das war fast zu erwarten, doch der rüde Ton, in dem sie das tun, verblüfft schon. Sie hätten, wird der Sprecher des US-Sicherheitsrats zitiert, nicht vor, den Russen das Töten von Ukrainern zu erleichtern. Bin ziemlich sicher, dass die Chinesen eine solche Beleidigung, offen auf der Weltbühne ausgesprochen, nicht ungestraft hinnehmen werden.

Nachrichtenagentur Nowosti von gestern: „Heute am 1. März um 08:40 Uhr griff ein deutscher Leopard 2 [A 5] Panzer in der Nähe von Artjomowsk an. Unsere Jungs waren schockiert von dem, was sie sahen… Aber nach 100 Metern war diese 60-Tonnen-Maschina völlig im Schlamm versunken. Einem Trupp unserer Soldaten gelang es, sich schnell zu orientieren und durch ein geschicktes Manöver den feindlichen Panzer mitsamt seiner polnischen Besatzung zu erbeuten.“

Leopard (2): Zweifel an der Echtheit des Fotos sind erlaubt. Die beiden Luken im Turm sind geschlossen. Die (polnische) Besetzung wurde angeblich gefangen genommen. Da müssen die Luken offen gewesen sein. Und hinterher macht jemand von außen die Luken zu? Kann ich mir nicht vorstellen.

Leopard (3): Falls die Geschichte stimmt, muss jemand einen einzelnen Panzer eingesetzt haben. Wo kam der her, und was wollte der da in der Mitte des Frontbogens im Schwerpunkt der Kämpfe in Artjomowsk (ukrainisch: Bachmut)? Falls es stimmt, waren da absolute Laien am Werke (oder Überläufer).

1. März 2023

Der US-Heeresministerin ist aufgefallen, dass die Army ihren Bedarf an jungen Soldaten nicht decken kann. 90 Prozent der Männer zwischen 18 und 24 Jahren seien wehruntauglich. Was mit den Frauen ist, wird nicht erwähnt.

Untauglich (2): Mit einer solchen Armee gegen Russland oder China oder sogar gegen beide in den Krieg zu ziehen, dürfte wenig aussichtsreich sein.

Die Deutsche Bank orakelt, dass es im 4. Quartal in den USA eine Rezession geben werde. Der Zeitraum ist geschickt gewählt, denn im Oktober erinnert sich garantiert kein Mensch mehr an diese Vorhersage.

Das US State Department/Bureau of Couterterrorism teilt über Germany 2021 mit: „The COVID-19 pandemic was a driver for extremists with anti-government ideologies. Germany’s domestic intelligence agency (the Federal Office for the Protection of the Constitution [das ist das Bundesamt für Verfassungsschutz]) added, in April, a new category of extremism called delegitimization of the state.” Also im Schatten des Corona-Wahns hat diese selbstgebastelte Amtsanmaßung des BfV – genannt Deligitimierung des Staates – begonnen. Es kann nicht damit gerechnet werden, dass sie wieder zurückgenommen wird, wo auch für hartnäckige Impfverschwörer Schicht um Schicht aufgedeckt wird, dass die Leute, die sich der Zwangs-Impfung widersetzten, recht daran taten.

In Wien trifft sich die OSZE, eine Parlamentarier-Versammlung, die sich seit Jahrzehnten der Zusammenarbeit und Sicherheit in Europa verschrieben hat. Österreich, das zur Zeit den Vorsitz innehat, lud auch die Russen ein, sie sind dort Mitglied. Nun sorgen die USA und ihr Mündel, die Ukraine, durch einen lautstarken Boykott des Treffens für einen Eklat, der durch die Begleitpresse beklatscht wird. Im Stummel-Neudeutsch: Reden geht gar nicht – jedenfalls nicht mit denen da.

28. Februar 2023

Dieses sei, so erklärt mir ein im übrigen unauffälliger Verkäufer, der Leopard unter den Eierschneidern. Ein echter WMF. – Wo er denn gedient habe, frage ich den sachkundigen Mann. – Wie ich das denn meine? fragt er zurück. – Schon gut, keine weiteren Fragen.

Leo (2): Der Namensgeber selbst ist in der Ukraine eingetroffen. Er stammt aus Polen. Nicht, dass er dort gebaut worden wäre, ih bewahre, aber die dortige Armee hat ihn.

Beende den Monat mit einem Blick auf die Leserseiten der Zellerzeitung. Klaue von dort: „Schon immer: Waren Flaschenpfandsammler nicht schon immer Reichsbürger? Ich denke doch.“

Das letzte Wort hat…: Bei der Zusammenstellung der Monatsmeldungen des Februar entdecke ich, wie ich vor wenigen Tagen zu notieren vergaß, dass der Schlag von Project Veritas gegen den Pfizer Konzern (siehe 1. Februar) sein letzter war, denn wenig später wurde sein Gründer, Vorsitzender und Motor James O’Keefe fristlos entlassen.

27. Februar 2023

Richtig gelegen zu haben, ist zuweilen eine herbe Sache. So hat Mainstream jetzt tatsächlich bei Ulrike Guérot Tabula rasa gemacht und ihr die Professorenstelle für Politologie an der Uni Bonn gekündigt, wo sie seit 2021 im Angestelltenverhältnis beschäftigt worden war. Sie habe in einer nicht-wissenschaftlichen Publikation die wissenschaftlichen Standards des Zitierens verletzt. Ja, richtig gelesen. Wenn diese Pressemitteilung stimmt, hat man mit der Brechstange nach einem Haar in der Suppe gesucht (Ein besseres Bild fällt mir am frühen Morgen nicht ein).

Guérot (2): Mir geht der zynische Spruch von Stalin durch den Kopf: Bestrafe einen, erziehe hundert. Der wahre Grund für das Vorgehen gegen die Gemaßregelte ist, dass sie mit ihren beiden Büchern über Corona und über den Ukraine-Konflikt (Endspiel Europa) gegen die für unumstößlich deklarierte Wahrheit opponiert hatte.

Guérot (3): Unter Juristen der alten Schule kann es nicht fraglich sein, dass diese Kündigung grob rechtswidrig ist. Für die nicht-alten Juristen lege ich allerdings die Hand nicht ins Feuer. Das Land Nordrhein-Westfalen als die Anstellungskörperschaft der Dame wird dieselbe solange mit Verfahren überziehen, bis sie entnervt aufgibt oder pleite ist oder beides zusammen.

26. Februar 2023

Im Kachelofen der Freunde befindet sich oben ein Kochfach. Hinter der offenstehenden Tür entdecke ich schmale weiße Halbmonde. Was backt ihr denn da, frage ich naiv. Ich ernte einen entnervten Blick und erfahre dann, dass dies Gärsteine seien. Die trocknen dort, damit sie keinen Schimmel ansetzen. Soso, Gärsteine. In der Küche dann die volle Wahrheit: Dort steht der Bunzlauer Gärtopf aus Steingut. Salzwasser rein, Gurken hinein und Gärsteine drauf, damit das Gärgut unter Wasser bleibt. Deckel zu und abwarten, bis Blasen aufsteigen. – Wie lange dauert das? – Das fühlt man doch. – Aha.

Gärtopf (2): Jahrelang habe ich mich gewundert, wie die Lausitzer ihr einmalig leckeres Gemüse herstellen. Jetzt weiß ich es. Nebenbei: Werde mich eilen müssen, einen Bunzlauer Gärtopf zu erwerben, bevor die Klimairren ihn verbieten, denn, Achtung, hier entsteht unweigerlich CO2.

Im Nachhinein einige Bilder von der gestrigen Friedens-Demo in Berlin angesehen, die am Vortag in Berlin stattfand. Bin ratlos, ob die Bewegung, die sich hier zeigt, stark genug sein wird, um eine Rückkehr vom Pfad des Kriegswahns zu bewirken. Immerhin zeigt sich eine erstaunliche Breite des Spektrums derjenigen, die offen zum Protest bereit sind. Die Medien trommeln, um die Teilnehmen zu marginalisieren, zu spalten und zu verunglimpfen.

Demo (2): Ich bin nicht im Krieg mit Russland, ist eine Parole, welche die Dinge am besten zusammenfasst.

25. Februar 2023

Das sind alles nur Behauptungen, sagt am Vorabend der Mann, nachdem ich eine gute halbe Stunden über die Ursprünge des Ukraine-Konflikts vor einem totenstillen Publikum referiert habe. Bevor ich zum Antworten komme, entspinnt sich ruck-zuck unter der Zuhörerschaft eine Auseinandersetzung, die in eine Prügelei auszuarten droht. Paradoxe Welt: Es muss einer in Schutz genommen werden, weil die Menge sich mit mir solidarisiert.Nachts schneit es in der Lausitz in dicken Flocken. Im Nu ist die Straße weiß und das Autofahren keine Freude. Halb amüsiert, halb missgelaunt machen wir die üblichen Witze über die Erderwärmung.Wir kommen aus dem Theater von Kamenz, wo es Lessing-Tage gibt.
Lessing-Tage (2): Im speziellen Fall handelte es sich zwar um Goethe und dessen Briefe an Mme. von Stein, denen im Wechselgespräch – die Antwortschreiben der Dame Stein fehlen bekanntlich – Tagebuchnotate der Angebeteten gegenüber gestellt werden. Das ist amüsant und trefflich dargeboten von Ines Hommann und Florian Mayer. Letzterer untermalt seine Texte mit genialer Solo-Violine (wirklich superb). Nur, naja, bei den Tagebuchnotizen zögere ich etwas. Sie klingen nach der Sprache der Jetzt-Zeit. Irre ich mich?

24. Februar 2023

Beide Feldherren haben vor zwei Tagen eine öffentliche Grundsatzerklärung abgegeben, Putin in Moskau, Biden in Polen. Beide haben übereinstimmend erklärt, dass sie keinen Schritt zurückweichen werden. Doch inhaltlich unterscheiden sich beide Reden insofern, dass Putin die Russen zum Kämpfen ermahnt, während Bidens Worte an die Polen gerichtet sind.

Polen (2): Das Land ist in der US-Militärdoktrin an die Stelle Deutschlands getreten. Polnisches Militär soll das Kämpfen übernehmen. Es ist wie die Wiederkehr des Jahres 1939.

Polen (3): Ob diese nach den schlechten Erfahrungen vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg diesmal die Vernunft zu Rate ziehen, wage ich zu bezweifeln. Täten sie es, würden sie sich zurückhalten, bis das Ende des Ukraine-Konfliktes da ist und sich dann am Beute-machen beteiligen.

Ich lese viel, wer in diesem Konflikt jetzt was machen wird. Das ist alles Gerede von Leuten, die zu keiner Entscheidung berufen sind. Klar erscheint mir nur, dass Putin jetzt die Bedingungen klar benannt hat, dass und wann er einen Atom-Krieg auslösen wird. Hätte ich die Möglichkeit, einen Rat zu erteilen, würde ich raten: Nehmen Sie das ernst, der Mann blufft nicht.

23. Februar 2023

Berlin bleibt Berlin: Wenn man dort vier Schrippen kauft und zu Hause fünf in der Tüte sind, handelt es sich um ein mathematisches Wunder oder ein Gleichnis über Berliner Wahlen.Die Eloge von Scholz in der jüngsten Foreign Affairs gelesen. Es ist eine Unterwerfungs-Erklärung angereichert mit futuristischem Klima-Schnickschnack. Schlimm.

22. Februar 2023Volkes Wille: Ja, der ist schlecht festzustellen. Auf der Bundesebene versuchen es die Damen Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht mit Hilfe einer Anti-Kriegs-Petition, in Thüringen die Ex-FDP-Abgeordnete Ute Bergner mit einem Volksbegehren, dessen Ziel es sein soll, die Landesregierung abzuservieren.
Blick übern Teich: a) Jetzt bereits der zweite schwere Chemie-Zwischenfall in kurzer Folge. Biden erwägt, Klima-Notstand auszurufen. Das riecht nach Pearl Harbor. b) Republikaner im Kongress aufgewacht, nachdem die Bundesregierung angekündigt hatte, Regelungsbefugnisse im Falle neuerlicher Seuchen an die WHO abzutreten. c) Es werfen immer mehr Leute ihren Hut in den Ring, weil sie der nächste Präsident werden wollen, nur der einzig erfolgversprechende Rep noch nicht, Ron de Santis, Gouverneur von Florida.

21. Februar 2023Wo er recht hat, da hat er recht, der Nato-Generalsekretär Stoltenberg. Er äußerte sich am 13. Februar gegenüber Journalisten so: „Tatsächlich hat die NATO seit 2014 die größte Verstärkung der kollektiven Verteidigung seit einer Generation durchgeführt, weil der Krieg nicht letztes Jahr im Februar begann. Er begann 2014“. Gemeint hat er mit Sicherheit die sog. völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland. Wenn man böswillig ist – ich bin es – könnte man auch an den Sturz des gewählten ukrainischen Präsidenten durch die USA denken, wodurch die russische ad-hoc-Reaktion ausgelöst wurde. Denken könnte man auch an die sogleich beginnenden Russen-Säuberungen im Donbass.
Nato (2): Sicher hatte der Jens nicht den kollektiven Panzer-Deal vor Augen, der sich nun als Flopp für die Bundesregierung erweist. Von allen Geberländern, die sich großspurig aus dem Fenster gelehnt haben, ist Deutschland über Nacht zum einzigen Lieferanten von Kampfpanzern geworden. Das erinnert an den alten Barras-Spruch: Vorwärts ihr Feiglinge, lasst mich hintern Baum.
Nato (3): Ich werde den Verdacht nicht los, dass hier der Waffenbauer Rheinmetall vorgeführt werden soll, denn hässliche Bilder von zerschossenen Panzern sind für die Werbung denkbar ungeeignet. Seht her, Leute, die Wunderwaffe Leo ist kaputt zu kriegen. – Da lob ich mir den Abrams-Tank. Er ist so geheim, dass er nicht in die Ukraine geschickt werden darf, weil ihn dort der böse Russe einsacken könnte.
Nato (4): Was macht eigentlich der US-Präsidentendarsteller im Moment in Polen? Welche unverschämte Forderung werden wir morgen aus dieser Richtung zu hören kriegen?

Ostfront nach Kartenstudium: Die Kämpfe in der Mitte des Frontbogens halten unvermindert an. Es wird um jede Ortschaft erbittert gerungen. Der russische Vormarsch nach Westen geht zentimeterweise voran. Ein strategischer Durchbruch ist nicht zu erkennen. Falls das von russischer Seite so gewollt ist, handelt es sich um eine Abnutzungsschlacht – à la Verdun oder Somme 1916.
Ostfront (2): Fragt sich, wie lange die Russen unter den gegebenen Bedingungen ihre Kampfmoral aufrecht erhalten können. Falls zudem die Russen darauf setzen, dass dem Westen die Munition ausgeht, betreiben sie den Krieg als Lotteriespiel.
Ostfront (3): Der Wertewesten – jedenfalls lauten seine propagandistischen Aussagen so – glaubt, dass der Nicht-Zusammenbruch der Ukraine ein Sieg sei. Die einzige Wunderwaffe, die der Westen noch hat, ist dieser Selenskyj. Sollte es zu einem Waffenstillstand kommen, ist sein Leben keinen Pfifferling mehr wert. Er wird selbst ahnen, dass es so ist.

20. Februar 2023Die offizielle Stadtchronik von Schwedt an der Oder weist darauf hin, dass das Dach der Schwimmhalle einstürzte, doch es kam niemand zu Schaden (außer dem Steuerzahler), da wegen Corona alle öffentliche Einrichtungen geschlossen waren. Dette is Dialektik.
Schwedt (2): Ein rundes Dutzend meiner Leser müht sich nach meiner Schwedt-Epistel, mich zum Russen-Öl- und PCK-Experten aufzubauen. Allen freundlichen Zulieferern sei Dank. Ich muss die Details erst mal verdauen und werde dann einen zweiten Anlauf unternehmen.
Ss’Maul, sagt der Leipziger Prolet. Damit bringt er zum Ausdruck, dass er beabsichtige, jemandem eins aufs Maul zu geben. Einer ähnlichen Verkürzung bediente sich jüngst – wenn ich das Russische richtig deute – der Tschetschenen-Führer Kadyrow. Zielperson seiner verbalen Attacke war der deutsche Kanzler.
Kadyrow (2): Der 46-jährige ist seit anderthalb Jahrzehnten in der Republik Tschetschenien, die zur Russischen Föderation gehört, an der Macht. Seit einem Jahr tourt er mit seiner Söldnertruppe auf Seiten der russischen Armee durch die Ost-Ukraine. Die Einnahme der Stahlstadt Mariupol am Asowschen Meer im vergangenen Mai soll auf seine Kappe gehen.
Kadyrow (3): Mir ist nicht klar, was solch ein militanter, islamgläubiger Mann (3 Frauen und ein gutes Dutzend Kinder) an der Seite der Russen im Donbass tut. Hoffentlich weiß Putin hierauf eine schlüssige Antwort – zumal, wenn der Tschetschene in absehbarer Zeit die Dividende für sein Handeln einfordern wird.

19. Februar 2023Um den rheinischen Namen Heusgen richtig zu schreiben, bemühe ich mich für einen Moment ins Internet. Dabei fällt mir ein sicher ungewolltes Bonmot des Sicherheits-Vorsitzers auf: Man müsse die Reihen fest schließen. Leute mit etwas historischem Wissen denken unwillkürlich an die gleichlautende Zeile aus dem Horst Wessel-Lied. Dort allerdings folgt auf das feste Reihen-Schließen: SA marschiert mit ruhig festem Schritt.
Sicherheits-Show (2): Die Russen konnte man ausladen, die Chinesen aber kaum. Aus dieser Ecke kamen dann Töne, die der USA kaum gefallen konnten. Die US-Boys revanchierten sich durch den Mund ihres Außenministers Blinken mit einer verbalen Attacke wg. Chinas Spionageballons, von denen Präsident Biden vor drei Tagen sagte, sie seien keine solchen. Ja, was denn nun?Sicherheits-Show (3): Den Vogel schließt wieder mal Annalena Bb. ab. Sie verlangt von Putin eine 360-Grad-Wende. Alle Welt lacht. – Ununterbrochen schadet sie Deutschland massiv durch ihre Dummheit und Dreistigkeit. Ihre Entfernung aus der Bundesregierung ist unaufschiebbar. Der Herr Scholz könnte sie entlassen, die Befugnis dazu hat er. Zudem riskiert er nichts. Falls die Grünen den Bettel hinwerfen, steht der tüchtige Herr Merz Gewehr bei Fuß. Das ist zwar keine echte Alternative, aber immerhin.

18. Februar 2023Der Streit um die Sprengung von Nord Stream geht weiter. Das ist erst mal nicht schlecht, sondern ganz im Gegenteil: Die Meldung, dass die USA mit Waffengewalt Deutschland angegriffen hat, ist nicht mehr vom Tisch zu bringen. Die Amerika-Fraktion in den Medien versucht jetzt ihr Lügengebäude mit der Behauptung zu retten, die amerikanische Täterschaft sei nicht bewiesen, aber sie hütet sich jetzt vor dem wohlfeilen Gegenangriff der Marke der-böse-Putin-war’s. Die deutschen Bundesminister widersprechen sich mit „keine-Erkenntnisse“ und Schweigen aus Staatswohlerwägungen. Ja, was denn nun? Denn wenn ich aus Gründen des Staatswohl schweige, kenne ich den Sachverhalt, dann aber war der Hinweis auf keine Erkenntnisse gelogen.
US-Kriege (2): In der bayerischen Hauptstadt tagt zur Zeit die Münchener Sicherheitskonferenz, eine Show der Firma Bertelsmann, Gegner des amerikanischen Russland-Krieges wurden flugs wieder ausgeladen, so die Vertreter der AfD-Bundestagsfraktion. Der Hegemon duldet keinen Widerspruch aus der Kolonie. Den aalglatten Gehorsam der Veranstalter zu zelebrieren, war der neue Vorsitzende berufen, ein Mann namens Heusgen, bis vor kurzem deutscher Botschafter bei der UNO in New York.
Heusgen (2): Der war mir in den Merkeljahren als Hintergrundfigur im Kanzleramt aufgefallen, ein B 9-Mann an der Spitze der außenpolitischen Abteilung. Gegen Ende der Amtszeit der A.M. wurde er mit dem Botschafterposten in New York belehnt. Es waren zwei Fotos, die ihn wieder in mein Gedächtnis zurückbrachten. Eins zeigte ihn mit George Soros in der deutschen Botschaft, ein anderes mit dem deutschen Außenminister Maaß und dessen Gefolge in der UNO-Hauptversammlung, feixend während einer Rede des damaligen US-Präsidenten Trump, der die Deutschen bezichtigte, sich vom Russengas abhängig zu machen. Ich finde das Bild nach einigem Suchen wieder:

17. Februar 2023Herr Lindner von der Lindnerpartei: Ich kann mir partout diesen Hinweis nicht verkneifen, den ich gerade den Leserbriefen der Zellerzeitung entnommen habe: „Das FDP-Präsidium will die Partei-Mitleidenden in einem Schreiben dazu auffordern, im öffentlichen Raum öfters umzufallen, damit die Kernkompetenz der Partei sichtbarer werde.“ Dem anonymen Schreiber sei Dank.

Kernkompetenz (2): Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, soll der weise W.I. Lenin gesagt haben. Dieser Grundsatz hatte nicht ohne Grund in die Zulassungsverfahren von Pharma-Produkten Einzug gehalten und galt dort bis zum Jahre 2020, als nach Ausrufung der Weltseuche die Pillendreher aller Länder ins größte Geschäft ihres Lebens einstiegen. Bis dahin galt der Grundsatz, dass die Zulassung von einschlägigen Versuchen abhängig war, die das Medikament absolvieren musste. Zu jedem Experiment gehörte eine Kontrollgruppe. Das sind diejenigen Versuchspersonen, die mit Placebos gefüttert werden. Nur bei den angeblichen Impfstoffen gegen Covid-19 galt das nicht. Die bestehenden Kontrollgruppen wurden nach Hause geschickt, weil man den armen Menschen nicht zumuten wollte, dass sie ohne Impfung blieben. Eine so komprimierte Lüge habe ich schon lange nicht mehr gehört. Dass die Zulassungsbehörden das mitmachten, zeigt, dass sie entbehrlich sind.

Wende um 180 Grad: Seit gestern sind die chinesischen Spionageballons, die das große und gute Amerika in Schnappatmung versetzt hatten, keine solchen mehr, sondern Vehikel privater Firmen, die Wetteraufklärung betreiben oder so. Das jedenfalls bekundete Joe B., der Präsident, der hinzufügte, man suche mit China den Wettbewerb und keine Konfrontation. Stelle mir vor, dass diesen erstaunlichen Äußerungen ein diskreter Hinweis aus dem Land der Mitte vorangegangen ist, vielleicht an seinen Sohn Hunter. 

Wende (2): Bis vorgestern hatte ich mir vorgestellt, dass die Ballon-Show als Ablenkungs-Manöver gedacht war, denn an der Ukraine-Front sieht es nicht nach einem großen Sieg aus. 

Wende (3): Die Besucherin beim Gehen an der Haustür: Herausreden ist der Anfang vom Ende. – Ich weiß zwar nicht, was sie damit sagen wollte, fand aber den Satz irgendwie bedeutend. Zuvor hatten wir über Frida Kahlo gesprochen, wobei ich die notwendige Bewunderung vermissen ließ.

Die Nackte auf dem heißen Blech-Dach: Tina Modotti

Einige unzeitgemäße Bemerkungen über eine Ikone

In diesem kurzen Beitrag geht es um linke Ikonographie am Beispiel der Tina Modotti. Sie war eine Fotografin, eine Stummfilm-Darstellerin, ein Modell, eine Komintern-Agentin, und sie ist ein Liebling aller gerecht und billig und feminin Denkenden. Kratzen wir ein wenig an der Fassade:

Eins

Nun wäre ich im Traum nicht darauf gekommen, an Modotti einen Gedanken zu verschwenden, doch der vorbeifahrende Linienbus wollte es anders. Die Erschütterungen, die er in meinem Arbeitszimmer routinemäßig erzeugt, waren diesmal Anlass, dass ein von mir unordentlich aufgeschichteter Bücherstapel umstürzte und das seit langem Auszumusternde, Doppelte oder als offensichtlich idiotisch Wegzuwerfende sich auf dem Fußboden ohne erkennbare Ordnung verteilte. Ich war also genötigt, jedes Buch noch einmal in die Hand zu nehmen. Es waren ziemlich viele.

       Mein Auge blieb, wie man so sagt, an einem roten Sonderangebots-Aufpapper hängen, der auf 1,95 € lautete. Er verunstaltete unentfernbar das Buch Auf den Spuren von Tina Modotti. Ich kann mich nicht entsinnen, es wenigstens durchgeblättert, geschweige denn gelesen zu haben. Der Name der Beschriebenen sagte mir nichts, und schon gar nicht der Name der Autorin Christiane Barckhausen.

       Was nun folgte, könnte man einen Selbsterforschungs-Prozess nennen. Mein Arbeitsrechner meldete, dass ihm Modotti bekannt sei. Der Fundort, nämlich das von mir mitverfasste Lexikon der Geheimdienste, machte mich stutzig. Nun gut, man kann nicht jeden der dort verzeichneten Tausenden von Namen im Kopf haben. Wirklich nicht. Und richtig, der Treffer bezog sich gar nicht auf Modotti selber, sondern auf diesen Mann hier:

Vidali, Vittorio (27.9.1900-1983), italienischer Kommunist, sowjetischer Agent. In den 1920er Jahren als Komintern-Agent in den USA, Ende der 1920er Jahre in Mexiko (Deckname: Enea Sormenti), dort 1930 ausgewiesen. Zurück nach Moskau; von dort aus Spionageaufträge auf dem Balkan und in Mitteleuropa. Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg 1936-39 (Deckname: Carlos Contreras). Dort Arbeit für das NKWD. Ende Juni 1937 Mörder von Andres Nin, den Führer der trotzkistischen POUM im spanischen Bürgerkrieg, den er im Garten des Prado auf Anweisung des NKWD-Residenten Alexander Orlow  (Lew ®Feldbin) erschießt. 1939 Emigration nach Mexiko. Dort mit Naum Ejtingon Leiter des (fehlgeschlagenen) Mordanschlags auf Leo Trotzki in Coyoacán bei Mexiko City am 24.5.1940. Vermutlich 1942 an der Ermordung seiner Lebensgefährtin, der Fotografin und Komintern-Agentin Tina Modotti (1896-5.1.1942), beteiligt. 1947 Rückkehr nach Italien; Politiker unter seinem wirklichen Namen; u.a. 1954-63 kommunistischer Parlamentsabgeordneter, 1963-68 Senator.

Nach solchem Einstieg war die Neugierde geweckt und gedanklichen Abschweifungen vom Arbeitsprogramm des Tages Tor und Tür geöffnet.

Zwei

Die hier portraitierte Modotti stammte – wichtig genug in der kommunistischen Ikonen-Malerei – aus der italienischen Arbeiterschaft, also der richtigen, der Vater war Arbeiter, die Mutter Hausfrau. Wann und wie sich die Tochter, die in Wirklichkeit gar nicht Tina hieß, aus diesem Milieu löste, habe ich nirgends glaubhaft beschrieben gefunden. Ist auch letztlich ohne Bedeutung.

       Sie tritt Anfang der 1920er Jahre aus der Anonymität heraus, als sie nach erfolgter Auswanderung der Familie nach Kalifornien wenig bis gar nicht bekleidet in Stummfilmen auftritt und als Modell bekannter Maler und Fotografen dient. Jetzt im Nachhinein ist es unklar, ob dieses Heraustreten aus der Masse schon damals so gesehen wurde, oder ob es sich hier um Memoiren-Redseligkeit und späteren Recherche-Fleiß handelt, denen wir solche Lebensweg-Daten verdanken. Irgendwann in diesen Tagen muss sie in den USA den französischen Adligen Roubaix de l’Abrie Richey geheiratet haben, von dem ich gelesen habe, dass er sie alsbald zur Witwe machte.

       Wie auch immer, der eigentliche Durchbruch erfolgte nach ihrer Ausreise nach Mexiko, wo sie mit dem amerikanischen Fotografen Edward Weston zusammenlebte, der sie gründlich in die Kunst mit der Kamera einführte. Nachdem sich der Geliebte Ende 1925 in die USA absetzt, macht sie alleine weiter, hat mit ersten Fotos Erfolg und etabliert sich in der linken Künstlerschickeria um Diego Rivera in Mexico-City.

       Die Verbindung zur Komintern, der in Moskau ansässigen Zentrale der Weltrevolution, schafft deren Mexiko-Resident Arnold Waag, den sie vermutlich unter dessen Decknamen Stirner kennenlernt. Nachdem dieser Weg eröffnet ist, tritt ein neuer Mann in Modottis Lebensbahn ein. Sie fotografiert ihn, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es hätte jeden Gangster-Film aus Hollywood schmücken können. Der Mann ist tatsächlich ein Gangster. Es ist der Komintern- und spätere NKWD-Agent Enea Sormenti, in Wirklichkeit der Italiener Vittorio Vidali – ein Auftragsmörder.

       Von nun an ist nicht mehr trennscharf zu unterscheiden, ob ihr die Verbindung zu den Sowjets bei der Arbeit nutzt, oder ob es diesen nutzt, dass sie ein etabliertes Mitglied der mit Stalins Russland sympathisierenden Kunstszene ist. 1930 wird dieses Doppelleben unterbrochen, denn der mexikanische Staat weist Modotti wg. unterstellter terroristischer Umtriebe aus. Zufall oder auch nicht: Mit dem selben holländischen Dampfer muss auch Komintern-Mann Vidali das Land Richtung Europa verlassen.

(Als die Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ) zum 1. Mai 1931 mit dem Frontcover des bereits Jahre alten Modotti-Fotos einer Fahnenträgerin aus Mexiko erscheint, ist die Fotografin in Moskau angekommen. Fortan gibt es keine Fotografien mehr von ihr, denn sie ist Untergrundkämpferin für die Sache des Kommunismus geworden. Sie reist fortan mit Decknamen und Falsch-Papieren in Europa herum, um schließlich wieder in Mexiko zu landen, wo sie 45jährig stirbt.)

Drei

Der Rest ihres Lebens ist schnell erzählt, weil es im Grunde die weißen Flecken sind, die ihren Weg markieren. Von Mexiko geht die Reise via Deutschland nach Moskau, wo sie fortan als Mitarbeiterin der Komintern beschäftigt wird. Dieser Generalstab der Weltrevolution sendet die Vielsprachige (italienisch, deutsch, englisch, spanisch und vermutlich französisch) als Kurier und Organisatorin in sein Westeuropäisches Büro in Paris. Fortan heißt sie Maria. Dann, nach sechs Jahren kommt das nächste große Abenteuer, der Spanische Bürgerkrieg (1936-39).

       Als sie dem Chaos am Ende dieses Kriegsgeschehens schließlich über Frankreich entkommt, hat sie eine wüste Karriere an der Seite ihres Lebensgefährten Vittorio Vidali hinter sich. Dieser NKWD-Agent betätigte sich auf Geheiß seiner sowjetischen Vorleute als Auftragskiller. Seine Zielpersonen sind linke Abweichler, an denen in Spanien kein Mangel war. Zu Vidalis Opfern zählte Andres Nin, der Führer der spanischen Anarchisten. Für solche Leute war in Moskaus Lesart des Sozialismus kein Platz. So sorgte man, wenn auch auf Umwegen, zum Sieg der Franco-Partei, allem Geschwafel von der internationalen Solidarität zum Trotz. Ich erwähne diesen Umstand, weil bei der Lektüre der reichhaltigen sozialistischen Erbauungsliteratur über den Spanischen Bürgerkrieg stets der unzutreffende Eindruck erzeugt wird, das sog. Gute habe gesiegt, während in Wirklichkeit das Gegenteil zutraf – Francos Diktatur ging als Sieger in die Geschichte ein.

       Ob Modotti beim Leute-Umlegen behilflich war, vermag ich nicht zu sagen. Ihre Biografen halten diese Sache nicht für erwähnenswert. Indessen: Dass sie vom Tun ihres Lebensgefährten nichts mitbekam, schließe ich aus, und was genau Modotti in der Zeit in Spanien machte, weiß ich auch nicht. Klar ist hingegen, dass Modotti nach der Flucht aus Spanien versuchte, mit dem Schiff und echten spanischen Falschpapieren als Carmen Ruiz Sánchez auftragsgemäß aus Europa zu entkommen. Ihr Zielland war die USA, wo man sie nicht einreisen ließ, denn mittlerweile hatte das FBI eine Personenakte über sie angelegt, in der sie als sowjetische Agentin bezeichnet wurde.

       Eine Einreise nach Mexiko gelang hingegen, wo sich Modotti wegen ihrer Ausweisung im Jahre 1930 nunmehr vermutlich als Illegale unter einem Falschnamen aufhielt. Inwieweit ihr Aufenthalt in Mexiko-City von den Behörden geduldet wurde, lasse ich mal offen. Jedenfalls hat sie in ihrem verbleibenden Lebensrest nicht wieder für öffentliches Furore gesorgt. Erst ihr Tod brachte sie wieder in die Schlagzeilen.

       Erwähnenswert bleibt noch, dass sie hier in Mexiko wieder mit ihrem Gefährten aus Spanien, Vittorio Vidali zusammenkam, der eingetroffen war, um den Stalins Erzfeind Leo Trotzki umzubringen. Der Anschlag misslang, wurde aber bald darauf von anderen Agenten mit Erfolg zu einem Ende geführt. Modotti und Vidali blieben liiert, bis sie am 5. Januar 1942 in einem Taxi auf dem Nachhauseweg starb. Die festgestellte Todesursache war ein Herzanfall der 45jährigen. Bald machte das Gerücht die Runde, Genosse Vidali – er sich weigerte, die Leiche zu identifizieren, und er vermied es, auf ihrer Beerdigung zu erscheinen – habe Hand angelegt. Ich weiß nicht, ob es so war. Und: Warum sollte er das tun?

Vier

In den sozialistischen Ländern gehörte Modotti bald zu den Ikonen. Vor allem Frauen, man versteht das, berauschten sich an dieser Frau, die so wunderbar in ein scheinbar selbstbestimmtes Sozialistinnen-Leben zu passen schien und deren früher mysteriöser Tod gut ins Legenden-Stricken passte. Nach dem Ende des realen Sozialismus sowjetischer Bauart, ging das Erbe an die West-Linken über. In deren Händen ist Modotti heute noch.

       Schnell noch ein Blick auf die Autorin des beinahe in den Ramsch geratenen Buches. Christiane Barckhausen (*2.5.1942) war nach einem 2jährigen Studium der Ethnologie Dolmetscherin, Journalistin und Buchautorin in der DDR. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten ließen es dem Ministerium für Staatssicherheit naheliegend erscheinen, sie als Agentin in den immerwährenden Klassenkampf einzubinden. So diente sie Jahr und Tag (1963-73) als Geheime Mitarbeiterin Tatjana der Hauptabteilung II (Spionageabwehr) unter dem Deckmantel einer Angestellten der DDR-Botschaft von Cuba in Ost-Berlin. Nachdem ein Gegenspionage- sprich: Doppelspiel mit dem französischen Dienst in West-Berlin keinen Erfolg brachte, wurde sie auf Binnenoppositionelle umgepolt und später ganz fallengelassen.      

Davon ist in ihrem Modotti-Buch selbstverständlich keine Rede. Dafür aber, dass sie zu Recherche-Zwecken jahrelang in der westlichen Welt herumreiste, was bekanntlich sonst kaum ein DDR-Bürger vermochte. Das ging nach meiner Auffassung mit Sicherheit nur mit dem Segen ihres ehemaligen geheimdienstlichen Zweitarbeitgebers. Ob diese Genehmigung mit einem neuerlichen Auftrag verbunden war, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls haben die Akten des MfS, soweit wir sie kennen, hierüber nichts vermerkt.

Schilda an der Ilm – das Sudelbuch X

16. Februar 2023

Bei der Suche nach Augenzeugenberichten, mit denen zu belegen ist, wie sich die Leute vor und während der Machtergreifung verhalten haben, bin ich auf die Schrift des National-Bolschewisten Ernst Niekisch gestoßen: Hitler ein deutsches Verhängnis. Das Heft ist jetzt 91 Jahre alt. Vor geraumer Zeit kaufte ich es antiquarisch, weil ich die darin enthaltenen Drucke von A. Paul Weber faszinierend fand. Heute ist es der Text. Anbei die Einleitung, der wenig hinzuzufügen ist:

Salon-Bolschewisten (2): Nun weiß ich nicht, wie Wladimir Uljanow (Lenin) oder Karl aus Trier zur Taubenfrage standen, deswegen habe ich mir Zurückhaltung auferlegt, als mir die Stadtregierung von Schilda heute mitteilte, dass es hiesigen Ortes ein Taubenmanagement gibt, das auch genau so heißt. Ich staune, aber es kommt noch besser. Während anderswo die Taubenplage bekämpft wird, meldet Schilda mit Stolz, dass man bereits ein drittes öffentliches Taubenhaus errichtet habe. Nun wurde vergessen mitzuteilen, ob das neue Taubenhaus bereits einen Taufpaten hat. Ich plädiere für Ernst Thälmann. Leider berichten die Lesebücher der DDR keine Anekdote zu „Thälmann und die Tauben“. Sie haben sich damit begnügt, in Abwandlung zur Martins-Legende jene Lügengeschichte zu kolportieren, in der Teddy seinen Weihnachtsbaum teilte, damit der Nachbar zum Fest was zum Heizen hatte. Das nenne ich gelebten Sozialismus.

15. Februar 2023

Seit 10 Tagen gilt das Einfuhrverbot der EU-Kommission für russischen Treibstoff. Vorgestern war an den Tankstellen noch nichts zu bemerken. Kann aber nicht mehr lange dauern. Das alles hat, entgegen den allfälligen Behauptungen mit dem Putin seinen Angriffskrieg nichts zu tun, sondern man nutzt die Gunst der Stunde, um das seit Langem geplante Verbot des Autofahrens einen Schritt weiter zu bringen.
Vor einigen Tagen fand in der Türkei ein schweres Erdbeben statt. In einigen Alternativ-Medien wird orakelt, dass dieses Beben durch menschliches Tun ausgelöst wurde. Das klingt ziemlich wüst. Richtig scheint mir allein der Hinweis, dass die Türken und ihr Herrscher zahlreiche erbitterte Feinde haben.
Nachtlektüre: Die Kissinger-Biographie von Niall Ferguson ist schwere Kost in jeder Hinsicht. Allein der erste Band hat 1.130 Seiten. Da es an Kissinger-Büchern (von ihm und über ihn) keinen Mangel gibt, ist das Werk des britische Erfolgsautors eher was für Spezialisten. In dieser Erkenntnis habe ich auf Seite 111 abgebrochen. Man muss Mut zur Lücke haben.
Die neueste Foreign Affairs ist eingetroffen. Ein erstes Überblättern des Inhalts bringt folgende Erkenntnisse: a) Russland – und speziell Putin – werden besiegt werden, aber das große und gute Amerika müsse aufpassen, dass der Sieg nicht andere Regionen der Erde destabilisiere, z.B. Kasachstan mit seinen Bodenschätzen. b) Der Herr Scholz verantwortet einen Beitrag unter der Überschrift „The Global Zeitenwende“. Der will mit Sorgfalt gelesen sein, denn neugierig bin ich schon, wie der Kanzler die Rolle Deutschlands in aller Welt beschreibt. c) Der Herr Steinmeier wurde mit dem Henry Kissinger Preis bedacht. Die Laudatio hielt Condoleezza Rice. Man erinnert sich der einstigen Sicherheitsberaterin des jüngeren Bush, die dieser versehentlich als seine Frau bezeichnete.

14. Februar 2023

Lese ohne Erstaunen, dass in Ungarn jetzt USAID zum Einsatz kommt. Hierbei handelt es sich um eine US-Einflussnahme-Organisation, die im Bereich des US State Departments agiert und zur Vorbereitung von Umstürzen (regime change) genutzt wird. Hier findet also die Vorbereitung von Zwangsmaßnahmen gegen die US-kritischen Ungarn statt. Genau das, was ich vor zwei Wochen nach dem einleitenden Essay in der Foreign Affairs vermutet hatte. Ich denke mal, es wird Tote im Namen der Menschenrechte geben. Nicht zu vergessen die democracy.
USAID (2): Beim Lesen des Namens der Chefin Samantha Powers, die soeben in Budapest ihren Auftritt hatte, stutze ich. Ich blättere sicherheitshalber in meinem Buch Spy Gate nach. Und richtig, das ist dieselbe Person, durch deren Account als US-Botschafterin bei der UNO 2016 die Abfragen bei den Sicherheitsbehörden gegenüber den Mitarbeitern des damaligen Trump-Teams stattfanden, die dann den Grundstock für negative Pressekampagnen und Schein-Strafverfolgung dienten. Natürlich wusste Mrs. Powers nichts vom Missbrauch ihrer Abfragestation. Natürlich nicht.

13. Februar 2023

In Berlin wurde erneut gewählt. Nicht überraschend: Alles bleibt beim alten. Jetzt kämpfen die Vor-Frauen um das vermeintliche Recht, Bürgermeister zu werden.
Wahl (2): Dass die logisch zwingende Neuwahl für den Bundestag nicht stattfand, wundert mich nicht, nachdem der Bundestag votiert hatte, dass dies nicht opportun sein. Das wundert mich nicht. Nicht im geringsten.
Wahl (3): Auffällig, wie stets, ist das Nichtbeachten der Nichtwähler (ca. 40 Prozent der Wahlberechtigten) und der ungültigen Stimmen und das Herausrechnen der Unter-5-Prozent-Stimmergebnisse, in diesem Fall 9 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, bei der Vergabe der Sitze im Abgeordnetenhaus. Bei der Vergabe der Sitze werden so die tatsächlichen Wahlergebnisse bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Numerischer Wahlsieger sind die Nichtvertretenen. Der Vorwurf: Du hättest wählen gehen können, juckt niemanden mehr.
Wahl (4): Hübsch sind die Mehrheits-Ergebnisse in den Bezirken.

12. Februar 2023

Nachtlektüre in den Tagebüchern von Iwan Maisky. Der sowjetische Botschafter in London (1932-43) hat vieles notiert, was beim Verstehen der sowjetischen Politik der 1930er Jahre hilft. Es besticht sein Abstand gegenüber den Anglo-Amerikanern. Der Untertitel, den der Verlag C.H. Beck gewählt hat (Ein Diplomat im Kampf gegen Hitler) führt deshalb mindestens partiell in die Irre. Kein Wunder bei einem Verlag, der sich nicht zu schade ist, mit Hilfe seiner Geschichtswerke in die antideutsche US-Propaganda einzustimmen. Um nicht missverstanden zu werden: Ich erwarte kein Nationalisten-Gewäsch, aber etwas mehr Orientierung an den Tatsachen, ohne diese zugleich moralisierend zu werten, fände ich angemessen.
Maisky (2): Zu den Aha-Lesefrüchten zählen die Bemerkungen von Anfang 1943. Im Vordergrund stehen die Erwägungen zur politischen Neuordnung der Welt nach dem Sieg über Deutschland. Gestutzt habe ich bei Maiskys Ansicht, dass eine physische Beseitigung von Hitler dem angestrebten totalen Sieg über Deutschland abträglich sei, da die Generäle, die nach seiner Ermordung an die Macht kämen, allzu leicht einen Kompromissfrieden erreichen könnten.
Maisky (3): Vergleiche die einschlägigen Aufzeichnungen mit den Akten der britischen Geheimdienstoperation Harlekin. Der Ende 1942 in Afrika gefangen genommene Abwehr-Offizier Major Wurmann (Klarname: Richard Weis) machte mit MI5/MI6 auf eigenen Wunsch einen Deal: Auspacken aller Details über die Abwehr gegen anschließende Rückentsendung in den deutschen Machtbereich, um eigenhändig an der innerhalb der Abwehr geplanten Ermordung von Hitler mitzuwirken. Die britischen Controller hielten den Mann für 100 Prozent glaubwürdig. Nachdem er ausgepackt hatte, verbot Churchill, den zweiten Teil der Vereinbarung umzusetzen.

11. Februar 2023Beim samstäglichen Frühstück wird durch einen Versprecher, über den die Mittäter sich prächtig amüsieren, ein neues Wort geboren: der Verstörungs-Theoretiker. Ich stelle mir den Inhalt so vor: Ein Mann, der über den Niedergang des Landes und dessen Gründe lamentiert, ohne etwas dagegen zu unternehmen.
Verstörung (2): Das Wort entstand, als wir die Causa Maaßen besprechen. Noch ist der Mann staatstragend in seinen Äußerungen. Bis jetzt ist er nach seiner würdelosen Entlassung nur mit der Presse, dann mit seiner Partei, der CDU, in Konflikt geraten. Doch wie wird er reagieren, wenn der Staat erst anfängt, auf ihn einzuschlagen? – den Vorgang nennt man radikalisieren. Es ist den jetzigen Machtinhaber sehr daran gelegen, dass er stattfindet.
Verstörung (3): Ich liebe es, sagt die Dame und zeigt auf die Skulptur der Uta in meiner Wohnung. Wieso es? geht es mir durch den Kopf. Als ich mit der Überlegung fertig bin, bemerke ich erst das grundsätzlich Alberne der Formulierung. Es ist ein dreister Anglo-Amerikanismus, der sich in unsere Blabla-Sprache eingeschlichen hat, vom Allzweckausruf I-love-it herstammend. Kein vernünftiger Deutscher liebt seine spanischen Slipper oder seine Gas-Heizung, aber schätzen tut er sie schon.

10. Februar 2023

Versuche festzustellen, wer den Artikel von Semour Hersh über den US-amerikanischen Angriff auf die Nord Stream-Pipelines erwähnt, und, wenn ja, wie, und wer ihn ignoriert. Vor allem in den USA gibt es eine scharfe Trennlinie zwischen Mainstream und den reichweitenstarken Alternativ-Kanälen. Einer davon ist The Duran, dessen Beitrag innerhalb von Stunden über 100.000-mal aufgerufen wird (https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=ySNyAaw4VEI). Zwar reut mich die Zeit, die ich mit dem Anhören zubringe, nehme aber mit, dass es in Washington DC Leute gibt, die in der Lage sind, den Anschlag auf die Pipeline und den Abbruch der Waffenstillstands-Verhandlungen auf einen Nenner zu bringen. Er lautet, eine Handvoll namentlich bekannter Personen an der Spitze der USA wollen den Krieg gegen Russland mit allen Mitteln. Ich wundere mich über die Ansicht, dass die Zerstörung des Bundes-Verhältnisses mit Deutschland mittelfristig deswegen für die USA katastrophale Folgen zeitigen werde, weil die Deutschen dann die Konsequenzen ziehen würden. – Das glaube ich zwar nicht, dennoch wird der amerikanische Kriegsangriff gegen Deutschland in anderen Ländern Europas zum Nachdenken Anlass sein – auch in Polen, doch da anders als in den übrigen Ländern.
Abweichende Meinung (2): Lese in der Zellerzeitung einen Leserbrief, der geht so: Er, der Leser, schalte regelmäßig zur vollen Stunde den Deutschlandfunk ein. Und gleich nach Ertönen des Zeitsignals schalte er ab.

9. Februar 2023

Lese einen fundierten Aufsatz von Semour Hersh über den US-amerikanischen Anschlag auf die Nord Stream-Pipelines. Es ist der erste seiner Art, der zu mir über den Atlantik kommt. Er enthält dieselben Ansichten, die ich in den letzte sieben Monaten nach dem Angriff durch Nachdenken gewonnen und im Sudelbuch Stück um Stück kommentiert habe. Neu ist für mich lediglich der Einsatz einer Tiefen-Tauchergruppe der US Navy, die ihren Trainingsstützpunkt in Panama City/Florida hat. Die Mariner wurden gewählt, damit es nicht nach einer verdeckten Aktion der Dienste aussah, die der Präsident einem speziellen Kongress-Gremium hätte anzeigen müssen. Ein klarer Fall von Gesetzesumgehung.
Nord Stream (2): Ein Trio infernale plante und beschloss den Einsatz: Außenminister Antony Blinken, seine Vertreterin Victoria Nuland und der Sicherheitsberater des Präsidenten Jake Sullivan. Der CIA-Chef und die Vereinigten Stabschefs der Streitkräfte waren eingebunden. Andres wäre der spezielle Zuschnitt des ohnehin stattfindenden Sommer-Ostseemanövers 2022 als Cover für den Angriff nicht möglich gewesen.
Nord Stream (3): Die Auslösung des Angriffs lag beim Präsidenten. Sein Zögern machte es notwendig, von der Zeitschaltung der Sprengungen abzusehen und eine heikle Funkauslösung vom Flugzeug aus in den Ablauf einzubauen. Alle Beteiligten waren sich einig, dass dies eine nach amerikanischem Recht ungenehmigte Kriegshandlung (gegen Deutschland) durch den Präsidenten sei, der der Zustimmung des Kongresses bedurft hätte. Allerdings droht Biden von diesem keine Gefahr, da die tonangebenden Republikaner mit der Zerstörung der Pipeline einverstanden sind.

8. Februar 2023

Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht: Vor etlichen Jahren beurteilte ich einen mir unterstellten Vorgesetzten verdientermaßen positiv und erwähnte in seiner Tätigkeits-Beschreibung, dass er auch sehr gut mit schwierigen Untergebenen zurecht gekommen sei. Viel später verwendeten seine neuen Vorgesetzten diese lobende Beurteilung durch mich, um ihm neben seinen normalen Aufgaben einen sog. Eisbärenkeller (das ist der personelle Schrott einer Behörde) aufzunötigen. Es war ein halber Satz in einer ausführlichen Beschreibung – hätte ich doch geschwiegen.
Leopard: Nunmehr will die Bundesregierung eingemottete Leopard 1-Panzer in die Ukraine abgeben. Das ist die Hauptwaffe gewesen, an der ich vor Jahrzehnten junge Soldaten ausbildete. Um den Leo einigermaßen sicher zu beherrschen, war eine dreimonatige Ausbildung nach absolvierter dreimonatiger Grundausbildung der Mindest-Standard.

7. Februar 2023Rassismus-Leninismus: Erhalte von der Evangelischen Akademie im hiesigen Ländchen diese Einladung: „Am Dienstag, den 14.02.2023 um 19.00 Uhr stellen die beiden Autoren Christoph Richter und Axel Salheiser ihr Buch Klimarassismus. Der Kampf der Rechten gegen die ökologische Wende vor und stehen anschließend für ein Publikumsgespräch zur Verfügung.“ Da wird man sich im Augustiner Kloster in Erfurt ohne mich gegenseitig um den CO2-freien Hals fallen müssen. 

6. Februar 2023Tagelang beunruhigt ein Ballon das große und gute Amerika. Es sei, so wurde verlautbart, ein chinesischer Spionageballon. Jetzt wurde er angeschossen. Peng.

Wg. der chinesischen Provokation sagte der US-Außenministr Anthony Blinken seinen Besuch in China ab. Reaktion der bitterbösen Chinesen: Blinken sei gar nicht eingeladen gewesen, sondern habe sich selbst angesagt.
Schickt mir einer einen Artikel aus der Welt, dessen Autor gibt Entwarnung. Er behauptet dieses hier: Die Nichtlieferung von Öl und Ölprodukten aus Russland könne nicht zur Knappheit bei Benzin und Diesel in D führen, denn a) Russland hätte ohnedies nie Benzin, sondern nur Diesel geliefert, und b) es habe niemand ein Interesse an der Verknappung des Treibstoffes, was auch ein ADAC-Experte bestätige. Fazit: Da dichtet einer, der nicht bei Trost ist, denn er hätte auch schreiben können: Das Abholzen der Apfelbäume in Baden könne nicht zu einem Einbruch auf dem Obstmarkt führen, denn zum einen hätten die Apfelbäume niemals Birnen getragen, und zum andern hätte niemand Interesse an einer Verknappung, wie ein Veganismus-Experte jetzt nachgewiesen habe. Klar. Oder? 

5. Februar 2023

Sonntagabend auf der A 9 bei Weißenfels: Hier steht der Fortschritt, er steht still. Aber er tut nicht nichts, denn er verbraucht Strom.

Sonntagabend auf der A 11 südlich von Leipzig: Hier wird der Strom erzeugt, damit die Windräder Pause machen können.

4. Februar 2023

Kuriosa des Alltags: Recht muss dem Unrecht nicht weichen, sagt man leichthin. Doch was diese Überzeugung im einzelnen bedeutet, ist wahrlich nicht überall gleich. Manchenorts gilt die Blutrache, bei uns ein kompliziertes System von Notwehr und Nothilfe. Letzteres baut darauf, dass im Regelfall der Staat mit seinem Gewaltmonopol die Dinge gemeinverträglich regeln kann und soll. Seit dem Zuzug von Menschenmassen, die mit derartigen Rechtsstaats-Prinzipien nichts anfangen können, begnügt sich die Justiz damit, Einheimische, die sich mit gutem Grund zur Wehr setzen, abzuurteilen.
Der Vernunftbegabte unterliegt dem Irrtum, er könnte mit Argumenten die Dinge zum Besseren wenden, doch Gläubige und Blöde sind Argumenten nicht zugänglich. Sie schalten sofort ab, wenn ein Stichwort fällt, das ihre stupende Selbstgewissheit tangiert.
Vernunftbegabte (2): Sie sind den Gläubigen und den Blöden nur zu häufig unterlegen, weil sie sich nicht entschließen können, ihren Argumenten einen Nachdruck zu verleihen, dem nicht widerstanden werden kann.
Von der Corona-Front: In den USA wird Schicht um Schicht der Betrugsmanöver aufgedeckt, die zum Pandemiewahn und zum Impfschwindel geführt haben. Eine interessante Schuld-Verschiebung bahnt sich an: Die Aufklärer entdecken in der deutschen Firma Biontech den Auslöser alles Boshaften, indem sie die Zulassungsgesuche der Firma aus dem Januar 2020 aufdecken, in welchen die Rede davon ist, seit wann an dem Stöffchen gearbeitet worden ist (einschließlich der Tierversuche). Da wusste niemand was von dem bösen Virus, geschweige denn von der Seuche.

3. Februar 2023

Vor nicht einmal einer Woche war mir der verbale Angriff aus dem US-amerikanischen Council on Foreign Relations auf den ungarischen Ministerpräsidenten Orbán aufgefallen. Jetzt hat er im Gegenzug deutliche Worte gefunden. Eine Zusammenfassung seines einschlägigen Pressegesprächs lese ich bei Tichy. Zugegeben, ich bin verblüfft, dass dessen Plattform von ihrer bislang treuen US-Gefolgschaft abweicht. Hunderte von Leserbriefschreiben teilen sich in zwei Lager: a) Wie können Sie es wagen? Und: b) Das wurde auch Zeit. Damit spiegeln diese Kommentare die Zerrissenheit einer intelligenten, nicht radikalen Bevölkerungsschicht wider.
Orbán (2): Der Ungar findet deutliche Worte. Geschickt fädelt er ein, dass niemand einem Ungarn nach den Erfahrungen von 1956 erläutern müsse, wie sich russisch-dominierte Fremdherrschaft auswirke, einschließlich der Hinrichtung eines seiner Amtsvorgänger. Doch dann spricht er Klartext über den Ukrainekonflikt, dessen Auslösung durch die USA er beim Namen nennt, ebenso das nahezu notwendige gewaltsame Eingreifen der Russen. Doch wer nun denkt, hier spricht der Putin-Versteher, der irrt sich. Orban blickt viel weiter voraus. Nur ein sofortiger Waffenstillstand könne irgendwann Frieden bringen. Angesichts der angerichteten Verheerungen werde es Jahre dauern.
Orbán (3): Der eigentliche Verlierer des Konflikts sei Deutschland, dessen Wirtschaftskraft von außen und innen mutwillig ruiniert werde. An die Stelle des einstigen engsten US-amerikanischen Verbündeten sei Polen getreten. Tja. Was das für das deutsch-polnische Verhältnis bedeutet, sagt er nicht. Dazu ist der Mann zu klug.
Orban (4): Eine verantwortungsvoll handelnde deutsche Regierung würde sich diesen Mann warmhalten. Aber wo wäre die?

2. Februar 2023

Bernd Zellers neues Senioren Akrützel trifft ein. Der Ton wird schärfer. Direkte Angriffe auf Politik und Begleitpresse. Aber auch dies: „Die Letzte Generation will auch in Jena neue Mitmachende für die Bildung von Ortsgruppen anwerben. Das ist der seltene Fall, dass Letzte Generation und Bildung in einem Zusammenhang genannt werden.“ Und natürlich dieses hier:

1. Februar 2023
Den Meinungsgiganten Walt Disney halte ich für eine kulturelle Zumutung und seine Filme für ein Brechmittel. Nicht ohne Neugierde las ich im vergangenen Jahr, wie der Konzern in Vergnügungsparks dem Woke-Sein huldigte, wobei es in Florida ruppige Auseinandersetzungen deswegen gab. Heute sehe ich in den Wirtschaftsmeldungen, dass und wie die Großaktionäre mit dem Vorstand ins Gericht gegangen sind. Der woke Kitsch hat sich offenbar nicht verkauft. Und Dagobert Duck in den Farben des Regenbogens gefällt auch nicht jedem.
Woke (2): Vor Kurzem im Flieger das Angebot von Netflix durchgezappt. Grausam. Einheits-Vielfalt. Böser weißer Schuft, geknebelte Blondine und athletisch-potenter Neger als Retter. Diese Sachen, so höre ich, sollen in Asien unverkäuflich sein.
Die Nachrichten aus dem Hause Pfizer werden immer skurriler. Selbstredend habe man keine gain-of-function-Forschung betrieben, sondern nur Mutationen des Covod-19-Virus erforscht. Wie diese Mutationen erstellt wurden, konnte ich nicht lesen. Ich nehme daher an, dass sie vom Himmel fielen. Ich glaube, in jenem Himmel herrscht der Gott Mammon.
Pfizer (2): Die gain-of-function-Experimente ist nur eine der Sachen, die aus dem Bauch (-laden) des Giganten an die Öffentlichkeit kamen. Diese Aufklärung verdanken wir der Recherche-Plattform Project Veritas. Sie wird immer stärker zum Alptraum aller Korrupten im amerikanischen Geldadel.
Pfizer (3): Mainstream versucht, von den inhaltlichen Themen dadurch abzulenken, indem die Beschaffungsmethoden von Project Veritas an den Pranger gestellt werden. Diese bestehen im wesentlichen darin, dass zu den als Interviews nicht erkennbaren Gelegenheits-Gesprächen mit Spitzenfunktionären aller möglichen Institutionen, wie eben auch Pfizer, eine verdeckte Kamera Aufzeichnungen macht, über deren entlarvenden Inhalt man ins Staunen gerät. Es ist klar, dass Mainstream alles mögliche versucht, eine Berichterstattung über Pfizer zu verhindern oder zu verfälschen. Zu lukrativ ist die Börse des Pharma-Riesen.

31. Januar 2023

Der Monat geht zu Ende, ohne dass es zu dem vom politischen Spitzenpersonal herbei-orakelten Umsturz gekommen wäre. Es ist nicht einmal ein vager Versuch erkennbar. Ich blättere in den Aufzeichnungen derer, die über die Ereignisse von 1989 geschrieben haben. Durchgängig zieht sich das Erstaunen über die Plötzlichkeit durch die Erzählungen – jedenfalls bei denjenigen, denen nicht das nachträgliche Schönreden der Marke Habe-ich-schon-lange-gesagt auf der Stirn steht. Es bleibt dabei: einen historischen Augenblick kann man nicht vorhersagen. Er wird erst in der späteren Draufsicht ein solcher.
Monatsende (2): Beim Aldi wurden die Regale so umgestellt, dass man nichts mehr wiederfindet. Verärgert gehe ich zum gegenüber liegenden Lidl. Am Abend geht der portugiesische Weißwein aus – der von Aldi. Die Tischgenossen spotten über mein angebliches Aufbegehren als Verbraucher.

30. Januar 2023
Der Wahnsinn hat Methode: Anruf des frankophilen Freundes. In Paris kam ein Kater, der am Bahnsteig zuvor aus Frauchens Körbchen unter den abfahrbereiten TGV sprang, zu Tode, weil das Zugpersonal sich weigerte, den Zug für eine Katersuche an der Abfahrt zu hindern. Nun ermittelt der französische Innenminister in höchsteigener Person.
Wahnsinn (2): Berichte im Gegenzug, dass der Generalbundesanwalt gegen eine 75-jährige und ihre zwei gleichaltrigen Spießgesellen Anklage erhoben hat, weil sie die Bundesregierung durch Entführung eines gewissen Lauterbach stürzen wollten. Wir lästern über die Notwendigkeit, beim GBA eine neue Abteilung HoHo einzurichten: Hochverrat durch Hochbetagte.

29. Januar 2023Die Lektüre des jüngsten Heftes der Foreign Affairs beglückt den Leser mit zwei Artikeln von lange vermisster Aggressivität: In Mexiko wird das Verschwinden der Demokratie angezeigt, und dem ungarischen Ministerpräsidenten wird die Ehre zuteil, ihn als Diktator zu bezeichnen. Da die USA seit 1917 für sich in Anspruch nehmen, die Welt safe for democracy zu machen, sollten sich die Mexikaner und auch die Ungarn auf baldige gewaltsame Beihilfe einstellen.
Safe for demcracy (2): Der Herr Scholz hat sich gewagt, die Leoparden-Lieferung in die Ukraine von der gleichzeitigen Anlieferung US-amerikanischer Abrams-Panzer abhängig zu machen. Er hat damit öffentlich ungenehmigte Selbständigkeit an den Tag gelegt, die zu einer harschen und beleidigenden Äußerung des Präsidenten-Darstellers Joe B. im Weißen Haus geführt haben soll. – Darüber abends bei Tisch gestritten. Wird überwiegend für Desinformation gehalten.
Safe for democracy (3): Nach einer jüngeren Studie der Rand Corporation wird der US-Regierung geraten, nicht auf Teufel komm raus in der Ukraine auf Sieg zu spielen, da die Kosten des Russland-Krieges die chinesische Herausforderer begünstigen könnten. Zu deutsch: Es ist nicht genügend Geld da, um gleichzeitig aggressiv gegen China vorgehen zu können. Bei genauerer Lektüre wird klar, dass man in den USA über Eck gedacht hatte, nämlich dass der Ukraine-Krieg Russland so schädigen werde, dass China seine Überlegenheit gegen Russland ausbauen und ausnützen werde (anstatt gegen die USA vorzugehen?). So müsste Russland letztlich zusammenbrechen. Das ist offensichtlich Wunschdenken. Die Chinesen werden als lachende Dritte den Konflikt für ihre Zwecke nutzen – und sie werden den Zeitpunkt bestimmen.

28. Januar 2023

Die Beschäftigung mit den Landkarten des Kampfgebietes und deren Vergleich mit den Meldungen beider Seiten bringt keine Klarheit. Unstrittig erscheint nur, dass sich die Kriegführenden in den Orten Soledar und Bachmut (= russ. Artjomsk) ineinander verbissen haben. Angreifer sind ohne Zweifel die russischen Streitkräfte. Das Kampfgelände bietet durch seine Salz-Bergwerksanlagen für die Ukrainer Möglichkeiten des Kampfes bis zur letzten Patrone (wie das Meister Goebbels genannt hätte, Selenskyj scheint in dessen Schule gegangen zu sein).
Ostfront (2): Ob dieser Krieg Meter um Meter einer nachvollziehbaren Strategie dient, vermag ich nicht zu erkennen. Anders wäre es, wenn es sich tatsächlich um eine Durchbruchs-Schlacht handeln würde, der ein Durchmarsch massiver russischer Panzerverbände folgen würde, die dann nach rechts und links eindrehen und die Gesamtverteidigung zum Einsturz bringen. Ich habe keine Ahnung, ob das als die vielbeschworene Winteroffensive geplant ist. Bis jetzt jedenfalls ist es nicht kalt genug.

27. Januar 2023

Wir sollen Ungeziefer fressen. Eine Beimengung von Maden, Raupen, Grillen in Grundnahrungsmittel ist jetzt erlaubt, so das neueste EU-Recht. Man kann nur sagen, da sind Leute am Werke, die die Grenze zum Wahnsinn à la Frankenstein munter überschritten haben. Als nächstes wird zu erkunden sein: Wer tut das jetzt, und wer profitiert davon?
Frankenstein (2): Was denken sich diese Irren als nächstes aus? Menschenopfer, Chip-Menschen, Kannibalismus?
Neues von der Pfizer-Front: Die Weltwohltäter experimentieren mit Covid-19-Varianten, die sie vermutlich selbst hergestellt haben, um sodann Impfstoffe hiergegen zu kreieren und zu verkaufen. Lauterbach, übernehmen sie. – Wann kommt endlich ein wirksames Mittel gegen den Massenwahn?

26. Januar 2023

Ein großes Heftpflaster würde Wunder gewirkt haben. Es hätte verhindert, dass Annalena Bb. öffentlich erklären konnte,  Deutschland befinde sich mit Russland im Krieg. Blättere sicherheitshalber im Grundgesetz. Die Dame ist für Kriegserklärungen absolut unzuständig. Mithin ist Ihr Tun eine Amtsanmaßung, was nach deutschem Recht strafbar wäre, doch in ihrem Fall steht die Vermutung der Schuldunfähigkeit im Wege. Als Jurist weiß ich allerdings, dass es bei zweifelhaften Erklärungen auf den sog. Empfängerhorizont ankommt (zu Deutsch: Wie muss es derjenige, bei dem es ankommt, verstehen?). Es könnte also durchaus sein, dass es Russen der Entscheidungsebene gibt, die ernst nehmen, was da gequatscht worden ist.

24. Januar 2023

Nun ist er wie erwartet umgefallen, der Herr Scholz: Leoparden-2 aus deutschen Beständen gehen an die Ostfront. Die Lage wird brenzlig und wird sich kaum noch von der deutschen Seite beherrschen lassen. – Der Jubel der US-Speichellecker ist nur noch ekelhaft zu nennen.

23. Januar 2023

Merkwürdig: Stelle verwundert fest, dass ich mich bei Schreiben der Jahreszahl, jetzt: 2023, nicht verschreibe, wie in früheren Jahren bis in den Februar hinein üblich. Während ich das hinschreibe, habe ich vergessen, was ich eigentlich notieren wollte. Muss ich mir Sorgen machen?

22. Januar 2023Es schneit an der polnischen Grenze, das Land östlich der Oderbrücke von Schwedt wirkt trist. Ich mache kehrt. Mir ist nicht nach Ramschkauf, und ich bin zu faul, den Dieselpreis umzurechnen. Die A 9-Raststätte Fläming, jahrelang ein Routinehalt von und nach Berlin, wirkt verwahrlost und stinkt nach Fäkalien. Der einstige Schweizer Betreiber Mövenpick hat sich offenbar verpisst. Dafür ist der Toilettenpreis kräftig angehoben worden. Pecunia non olet (Geld stinkt nicht), sagten die alten Römer.

21. Januar 2023

Die Skyline der PCK-Raffinerie bei Schwedt an der Oder taucht plötzlich aus dem Morgennebel über dem Nadelwald auf. Die Schlote rauchen noch und eine Gasflamme tänzelt über der Szenerie. Der Ort hingegen wirkt wie ausgestorben, Samstagmittag im Oderbruch.

20. Januar 2023

In Russland hat Gasprom die Anteile von Wintershall stillschweigend übernommen. Damit ist die BASF als der Eigentümer von Winterschall raus aus dem russischen Gasbohr- und Liefer-Geschäft. Das ist nicht nur ein Milliardenverlust, sondern auch fatal für den Bezug von Erdgas, auf das die BASF zwingend angewiesen ist.
BASF (2): Im vergangenen Jahr hat der Chef der Firma Brudermüller mehrfach darauf hingewiesen, dass bei solchem Verlauf der Dinge die 40.000 Arbeitsplätze in Ludwigshafen zu Disposition stehen. Es hat offensichtlich niemanden gejuckt.
BASF (3): Ich nehme an, dass die Firma den Umzug in die USA vorantreiben wird. Unter dem Strich wäre es ein amerikanischer Sieg auf der ganzen Linie.

19. Januar 2023

Der US-Verteidigungsminister ist, biologisch gesprochen, ein großer Mann. Erneut hat er zur großen Geber-Konferenz nach Ramstein eingeladen. Mir geht durch den Kopf, dass dieser Ort früher einmal in Deutschland lag. Dass sich die Amerikaner von solchen diplomatischen Petitessen nicht beeindrucken lassen, konterkariert das seichte Gequatsche von der Wertgemeinschaft.
Ramstein (2): Es geht um die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. Auf deren Wunschliste steht ganz oben der Leopard 2 der neuesten Bauart. Noch sträuben sich die deutschen Polit-heroen, aber vermutlich nicht mehr lange. Die beste Nachricht hierzu kam vom Panzerbauer Rheinmetall: Man bräuchte mindestens bis 2024, um die Fahrzeuge einsatzbereit zu machen. Das sagt alles über den Zustand Deutschlands und seiner Bundeswehr: Kampftruppen als Illusion.
Ramstein (3): Den Luxusschützenpanzer Puma will anscheinend keiner mehr haben, nachdem in der vorigen Woche bei einer Lehrvorführung von den 18 eingesetzten Geräten 18 ausfielen und zwar so gründlich, dass sie weder fahren noch einen Schuss abgeben konnten. Jetzt drängt sich alles um den Marder, der vor 5 Jahrzehnten in die Truppe eingeführt wurde. Wir schwimmen in einem Stausee von Unfähigkeit und Schlamperei.

Ramstein (4): Wenn alle Geberländer weiterhin auf das Abschieben des Vorletzten setzen, entstehen bereits aus Gründen der Typenvielfalt unlösbare Logistik-Probleme und das bei einer Armee, die vermutlich keinen einzigen richtig ausgebildeten Soldaten mehr besitzt.

18. Januar 2023

Die Nachrichten von der Ukraine-Front sind widersprüchlich. Es sieht so aus, als würde um einzelne Dörfer in der Mitte des Frontbogens gerungen. Im Augenblick geht es um Soledar, nördlich der Stadt Bachmut gelegen. Das sieht alles nach Klein-klein aus. Der strategische Nutzen dieser Bodenkämpfe ist nicht zu erkennen. Ich brauche eine Weile, um die Orte auf der Karte zu finden. 

Ukraine (2): Auffällig ist das völlige Ausbleiben ukrainischer Siegesmeldungen. Vermutlich haben deren Initiatoren erkannt, dass diese für die Forderung nach noch mehr Nato-Waffen contra-produktiv sind. 

Ukraine (3): Das Oberkommando der Invasionskräfte hat erneut gewechselt. Jetzt steht der russische Generalstabschef Gerassimow an der Spitze. Da seit Zarenzeiten der Generalstabschef ein unmittelbarer Untergebener des Kriegs- bzw. Verteidigungs-Ministers ist, sind die Befehlswege von Moskau zur Front radikal verkürzt worden.

17. Januar 2023

In Davos tagt mal wieder der woke Zirkus des Klaus Schwab. Der Kreis der Anreisenden ist deutlich kleiner geworden. Russland und Asien sind nicht mehr am Start. Da fällt es schwer, in die Posaune des Globalen zu blasen. Der Wertewesten ist plötzlich unter sich.
Davos (2): Von Frieden dank Abschaffung der Nationalstaaten redet keiner mehr, dafür vom Ukrainekrieg und der Notwendigkeit, Russland zu besiegen, aber so manch einer.

Davos (3): Kaum einer trägt zum Deutschenhass soviel bei, wie dieser obskure Herr Schwab. Noch 2020 hatte er großspurig angekündigt, dass der Januar-Treff der letzte in der Schweiz sei, denn man werde sich ab 2021 in Südostasien treffen. War wohl nix. Die infrage kommenden Länder wollen sich offenbar eine solche Laus nicht in den Pelz setzen lassen.

15. Januar 2023

In der Antifa-Stadt Leipzig den Othello von Verdi aufzuführen, ist eine amüsante Schwierigkeit. Der Mohr von Venedig, wie es in der Unterzeile so trefflich heißt, muss wokesiert werden. Also macht man aus dem Mohren einen Mauren und lässt ihn von einem Spanier darstellen. Stelle mir die Frage, ob das politisch korrekter Rassismus ist, wenn man dem Schwarzen die Farbe klaut (und damit der Geschichte den Clou). – Tröstliches Beiwerk: Die Sänger sind bis auf den Bösewicht Jago bestenfalls Mittelmaß. Der Chor ist hingegen exzellent. Früher hätte ich nicht drauf geachtet, jetzt amüsiert mich, das Auftreten etlicher Asiaten (in den Truppen des Handelstadtstaats Venedig im 15. Jahrhundert? Doch doch, das ist witzig).

13. Januar 2023Bei Science Files finde ich die Auswertung von Sterbedaten (2016-22), die das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat. Es ist eine massive Übersterblichkeit dabei herausgekommen. Sie beginnt im Jahre 2021 und setzt sich 2022 fort. Sehr alte Männer (über 80) sind überproportional gestorben und solche aus der Gruppe 50-59. Und, merkwürdiger Ausreißer, junge Frauen (20-29).
Sterblichkeit (2): Dass die Seuche für das Geschehen verantwortlich ist, stimmt nur wenn man um die Ecke denkt, denn ihr Stattfinden ist ursächlich für die Quasi-Zwangsimpfung, die den Deutschen verordnet wurde. Diese fand allerdings erst ab Anfang 2021 statt, so dass die Leute das ganze Jahr 2020 der Seuche trotzen mussten – und das ganz ohne geimpft zu sein. Nahe liegt also die Schlussfolgerung, dass nicht die Seuche, sondern die Massenimpfung das unplanmäßige Massensterben ausgelöst hat.
Sterblichkeit (3): Allein in meinem engeren Bekanntenkreis sind sechs Personen letztes und vorletztes Jahr im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gestorben. Weitere sind ernstlich erkrankt. Unter Letzteren zwei, die sagen, dass sie ohne Impfung nicht überlebt hätten. Dagegen ist kein (Heil-) Kraut gewachsen.
Sterblichkeit (4): Die Übersterblichkeit bei jungen Frauen gibt mir Rätsel auf. Aus der vergangenen Berichterstattung ist mir erinnerlich, dass die Impfung die Fruchtbarkeit beeinträchtige. Ebenso, dass bei jungen Frauen Langzeitfolgen festgestellt würden (Long Covid). Ob daneben aus diesem Personenkreis die Messertoten statistisch zu Buche schlagen, vermag ich nicht zu sagen.

12. Januar 2023Die Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) in Karlsruhe ist die größte ihrer Art in Deutschland. Sie reduziert seit Jahresbeginn wg. des nicht mehr angelieferten Russenöls ihre Produktion. Offenbar drastisch. Das ist gut und schlecht zugleich. Schlecht ist, dass jetzt Benzin und Heizöl nicht mehr ausreichend produziert werden, um den gewohnten Bedarf zu decken. Gut ist, dass die Konsequenzen des Wirtschaftskriegs gegen Russland jetzt auch den Wohlstandsbürger im Westen Deutschlands erreichen, den es bislang nicht gejuckt hat, dass seit Monaten aus Schwedt an der Oder, dem zweiten großen Raffinerie-Standort in D, eindringliche Warnrufe laut wurden. – Schwedt, wo ist das denn? Dort wurde pünktlich zum Jahreswechsel, ganz so als sei das ein unabwendbares Naturereignis, die Pipeline Drushba abgeklemmt.
Wirtschaftskrieg (2): Selbstverstümmelung wird bei allen kriegführenden Nationen drastisch bestraft. Doch neu ist, wenn der Kriegführende selbst zu solchen Maßnahmen greift. Das geht mir durch den Kopf, als ich die Siegesmeldung des Bundespresseamtes vom 6. Januar lese.

Selbstverstümmelung (3): Es treten sog. Engpässe bei der Versorgung mit Medikamenten auf. Die Apothekerin aus der Nachbarschaft sagt bei ihrer Schilderung der Lage, Penizillin sei nicht mehr zu bekommen. ­– Als ich im Säuglingsalter an Diphterie erkrankte, gab‘s auch keins. Vorschlag für meine Kritiker, sagen Sie im Neu-Stummel-Sprech: Geht doch.

11. Januar 2023

Jeden Tag gib es neue Enthüllungen aus dem Sumpf von Twitter. Heute im Angebot: der Einfluss des Weißen Hauses, um den Fox-Moderator Tucker Carlson mundtot zu machen.

Derweil in Washington DC: Das Repräsentantenhaus hat im 15. Wahlgang den Rep-Abgeordneten Kevin MacCarthy zum Speaker gewählt. Es gibt Leute, die das für ein Zeichen von Demokratie halten. Das ist wohl eher Ansichtssache. Kann mir nicht vorstellen, dass die restlos zerstrittenen Republikaner mit Hilfe ihrer Parlamentsmehrheit irgend etwas Substanzielles zugunsten der Bevölkerung zustande bringen.

9. Januar 2023Die Oper Leipzig rät mir, auf der Weg zu ihr und in ihren Räumlichkeiten eine Maske zu tragen. Diese dürfe dann im Zuschauerraum abgesetzt werden. Wie man es auch dreht und wendet: Es ist bekloppt.Nebenbei bemerkt: Die sinnlose Impferei und der Zuzug von Sozialfreibeutern geht weiter.

8. Januar 2023

Amtsgericht Rensburg – BGB auf antifaschistisch: Ein Künstler habe, so der Richter keinen Anspruch auf Vertragserfüllung und Auftritt, wenn der Wirt behaupte, dass der Künstler bei der letzten Bundestagswahl für die Basis kandidiert habe, was bekanntlich eine rechtsextreme Splittergruppe sei. Deswegen stehe dem Künstler auch nicht das vertraglich vereinbarte Ausfallhonorar zu.

6. Januar 2023

Es bleibt dabei: Die Konservativen sind wirkungslos, weil sich niemand vor ihnen fürchtet.

Konservative (2): Es fürchtet sich nicht nur keiner vor ihnen, sondern sie werden nicht beachtet. Ihr Nicht-Beachtet-werden ist folgerichtig, denn sie haben nichts zu bieten als ihr Gejammer, dass früher einmal alles besser war.

Sprichwörter verschwinden, weil sie niemand mehr versteht: Schuster bleib bei deinen Leisten. Oder: Alles über einen Leisten schlagen.

5. Januar 2023

Grobe Lüge und heimtückische Täuschung sind Zwillinge: Bei den Sylvester-Krawallen in Berlin wurden 145 Personen festgenommen. Die dortige Polizei teilt mit, dass eine relative Mehrheit von diesen Deutsche seien, in absoluten Zahlen 45. Das bedeutet im Klartext: zwei Drittel der Randalierer waren Ausländer. Alle Festgenommenen wurden umgehend wieder auf freien Fuß gesetzt. Es geht schließlich nur um Bagatellen: Schwerer Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, unerlaubter Schusswaffengebrauch, Körperverletzung, versuchter Mord. Rechtsstaat ade. Ein solcher hätte die bedauerliche Minderheit, also die einhundert festgenommenen Ausländer, in Abschiebehaft genommen und exportiert. Das geht nicht, höre ich dazwischenrufen. Doch das geht, aber man will nicht.

4. Januar 2023

Über Nacht ist die jüngste Ausgabe des Senioren-Akrützel in meinem Postfach eingetrudelt. Wie gewohnt gebe ich gerne den Link weiter. https://seniorenakruetzel.blogger.de/static/antville/seniorenakruetzel/files/senioren-akruetzel%2038.pdf.

3. Januar 2023

Ich bin von Klima-Experten umgeben. Diesmal geht es nicht um den Untergang des Kölner Doms in der Nordsee, sondern den Beginn der Winteroffensive der Russen in der Ukraine, die für die Periode des Dauerfrosts herbei-orakelt wird. Mag sein, dass es so kommt.
Krieg (2): Wir sind Zeugen einer Auseinandersetzung von historischen Ausmaßen. Der Konflikt wird erst zu Ende gehen, wenn einer der beiden Seite die Luft ausgeht. Für den Fall, dass dies die US-Amerikaner sind, werden sie nichts unversucht lassen, Europa mit in den Abgrund zu reißen.
Krieg (3): Eine amerikanische Niederlage ist deswegen nicht ganz auszuschließen, weil die Yankees im jetzt vergangenen Jahr eine bittere Pille schlucken mussten: Entgegen ihrer Annahme, dass die ganze Welt ihren Kreuzzug gegen Russland unterstützen würde, weigerte sich die Masse der Staaten dieser Erde für die USA zu kämpfen und sei es nur, am Russland-Boykott teilzunehmen. Das Ergebnis: Wall Street produzierte 2022 denkbar schlechte Zahlen. Es ist deswegen nicht von der Hand zu weisen, dass der Geldadel den Kriegsbegeisterten in den Arm fallen wird, denn – wie sagt das deutsche Sprichwort? – beim Geld hört die Freundschaft auf.
Krieg (4): Die seit vorgestern geänderten Mehrheitsverhältnisse im US-Repräsentantenhaus haben für die Kriegstreiber zunächst keine Konsequenzen. Die siegreichen Republikaner sind mit internen Grabenkämpfen beschäftigt, weswegen sie nicht einmal in der Lage waren, den einflussreichen Posten des Sprechers (Speaker of the House) zu besetzen.

2. Januar 2023

Der Zwergspitz der Besucherin ist lächerlich klein. Ich erfahre über ihn zwei Dinge, die offenbar miteinander zu tun haben. a) Er ist krankenversichert und b) hat vor Kurzem eine Scheinschwangerschaft durchgemacht. Die Dekadenz in unserm Land hat einen Namen: Hund.

31. Dezember 2022

Was hast du dir vorgenommen, werde ich gefragt. Nichts, sage ich und denke mir den Rest.

30. Dezember 2022Nichts ist so schwer wie die Herstellung von Kartoffelsalat. Das liegt keineswegs nur daran, dass hier im Ländchen die mehlig kochende Knolle der Favorit ist, aus der man zwar Klöße, aber sonst nichts Schmackhaftes herstellen kann. Schwerer wiegt indessen, dass jede Familie ihr eigenes totsicheres Rezept hat. Wird hiervon – wie sachkundig auch immer – abgewichen, kann das Ergebnis im Urteil der Leute am Tisch nur ablehnend sein. Nach meinem Geschmack kann jeder seinen Kartoffelsalat herstellen, wie er will. Nur aus dem Kaufhallen-Regal darf er nicht stammen. Und Zucker darf die schlesische Nachkommin auch nicht untermengen. Das sind Sorgen. Zugegeben.

29. Dezember 2022
Verwirrendes aus China: Dort soll momentan das Corona-Virus hausen wie noch nie. Entweder stimmt das, dann müsste eine Erklärung her, oder aber alles ist von vorne bis hinten gelogen, dann wäre wohl der amerikanische Wunsch der Vater des Gedankens. Falls der Ausbruch der Seuche stimmt, hätten die chinesischen radikalen Ab- und Aussperrungs-Maßnahmen der beiden Vorjahre das Gegenteil von dem erreicht, was bezweckt war. Wie ein fernes Wetterleuchten geht durch meine Gedanken die Erinnerung daran, dass das einschlägige Virus ein Kunstprodukt amerikanisch-chinesischer Zusammenarbeit war. Wie also wäre es damit, dass die US-Amerikaner erneut am großen Rad gedreht haben, diesmal um gezielt dem chinesischen Weltmacht-Konkurrenten zu schaden? Eine andere Nachricht von vor zwei Monaten macht mich stutzig. Danach soll es Forschern in Chicago gelungen sein, aus einer Kreuzung des Ursprungs-Virus mit einer Omi Cron-Variante ein hundertmal ansteckenderes Virus zu züchten. God bless you, America.

27. Dezember 2022
Beim Bäcker: Ich gestikuliere durch die Plexiglasscheibe, um das gewünschte Brot zu erhalten und reiche, weil ich den mitgeteilten Preis nicht verstehe, durch das Guckloch einen Zehneuroschein. Jetzt passiert eine Weile nichts, ich sehe die Verkäuferin an, und sie sieht mich an. Was sie sagt, kann ich dank der Trennscheibe nicht verstehen, entnehme aber ihrer Gestik, dass das Geld nicht reicht. Ich nehme den Zehneuroschein wieder zurück und reiche einen Zwanzigeuroschein durchs Guckloch. Jetzt schiebt sie das Brot ins Warenloch und Wechselgeld ins Guckloch. Ich rechne aus: Das Brot hat elf Euro achtzig gekostet. Ich wundere mich nicht mehr, dass ich in keiner Schlange anstehen musste.

25. Dezember 2022
Dieses Jahr ist kein Bücherfest. Das ist neu. Ich bekomme lediglich zwei Bücher geschenkt. Das hat unbestreitbar den Vorteil, dass ich sie sofort lese. Eins wandert zu meinem Bett, das andere bleibt im Wohnzimmer.

24. Dezember 2022
Die Wucht der auf Reisen gewonnenen neuen Eindrücke wirkt nach. Heimisches kommt mir lächerlich vor. Postsachen bedeckten meinen großen Esstisch. Sie wanderten unbeachtet auf ein Sofa und dann hinter ein Sofa, weil sie als eine Art Anklage der Ausbreitung von Weihnachtsstimmung im Wege stehen.

Nur knurrend beschaffte ich gestern einen Weihnachtsbaum. Jetzt ist er einfach da, riecht aber nach nichts. Das ist neu. Es ist eine sehr schön gewachsene Blautanne, aber sie riecht nicht nach Wald. Meine seit mindestens 20 Jahren geübte Baumbeschaffung in den umliegenden Wäldern wurde Ende 2020 beendet, da mein Freund, der Förster, an Corona glaubte. Statt mit mir und anderen Losemäulern im Forst herumzustromern, ließ er sich bis zum Abwinken impfen. Jetzt liegt er mit Herzkasper danieder.

23. Dezember 2022
Ich bin schuld und Sie, mein Leser, sind es auch. Das hat die Bundesregierung, wie ich jetzt beim Nachsortieren der Meldungen feststellen konnte, das Publikum wissen lassen. Und zwar so: Dass sich die Gasspeicher jetzt wegen ihrer drastischen Inanspruchnahme rapide leeren, liegt nicht an der vergeigten Energiepolitik, sondern daran, das Medraula (die Menschen draußen im Lande) die Sparvorgaben der Bundesregierung nicht eingehalten haben. Wie das? Die Leute haben ganz uneinsichtig, als es kalt wurde, geheizt. Die neue Schuldzuweisung ist Propaganda pur und zwar von der übelsten Sorte. Ich nehme an, dass die Idioten sagen werden: Stimmt ja auch.
Im großen und guten Amerika hat sich auch einiges getan. Schnell vor der ab Januar 2023 sich ändernden Mehrheit im Repräsentantenhaus haben die sog. Demokraten eine Geld-Gießkanne beschlossen, um ihre woken Lieblingsprojekte, wie den grünen Strom und so, zu finanzieren. In Arizona werden die knapp ausgegangenen Senatswahlen vom November 2022 tatsächlich überprüft und in einem ersten Schritt die Doppel-Registrierungen von ungezählten Dems-Wählern aussortiert. In Florida geht der republikanische Hoffnungsträger de Santis rabiat gegen die Impfmafia vor. Entlassene ungeimpfte Mitarbeiter des Gesundheitswesens erzielen in Sammelklagen Schadensersatz in Millionen-Höhe. Dazu auch dortzulande ein unübersehbarer Wintereinbruch, der das Gerede von der Erderwärmung abmildert.
Von der Ostfront wie üblich nur Widersprüchliches, das genauerer Recherche bedarf. Derweil schießt sich der Bund mit dem schwangeren-tauglichen Nobel-Schützenpanzer Puma selbst ins Knie. Diese Armee bedarf eines Scharnhorst (und eines Königs, der ihn machen lässt). Ich weiß schon, man ließ in Preußen den Mann erst machen, nachdem die hochgelobte Armee vor 216 Jahren eine deklassierende Niederlage einkassiert und der große Napoleon das Land zerstückelt hatte.

22. Dezember 2022

Gut vier Wochen nicht online bei gleichzeitiger Abwesenheit von den Kabalen und Intrigen in D erzeugen einen schon lange nicht mehr verspürten Frohsinn und die Gewissheit, nichts verpasst zu haben. Freunde und Leser sehen das offenbar differenzierter. Sie äußern sich über mein digitales Verstummen auf einer breiten Skala von Tod und Krankheit, Frust und Freiheitsentzug, Internetsperre und Eintritt in den Trapistenorden. Nichts von dem. Mal ehrlich, was habe ich verpasst? Hier die Auswahl:
Nichts verpasst (2): a) Ein Reussen-Prinz und seine betagten Hintermänner wollten mit Hilfe eines Jagdgewehrs die Regierung stürzen. b) Elon schmiss 90 Prozent der Twitter-Belegschaft raus und veröffentlicht seitdem die Schlachten seiner Nun-nicht-mehr-Mitarbeiter gegen die Meinungsfreiheit und die Diffamierung von Andersdenkenden nebst Zusammenarbeit mit FBI und der Fauci-Behörde. Ja, da haben sich viele besudelt. Werde bei Gelegenheit zu prüfen haben, was ich in den Büchern Spygate und Corona-Diktatur schrieb und ggf. korrigieren muss. Soviel Selbstkritik darf sein. Aber nicht mehr heute Nacht.

19. November 2022Die Staatenlenker der G 20 einigen sich auf Bali, den digitalen Impfpass als künftige Voraussetzung für grenzüberschreitendes Reisen einzuführen. Der Überwachungswahn schreitet munter voran. Was machbar ist, wird auch gemacht. Eine andere Begründung gibt es nicht. – Was für ein wunderbarer Widerspruch: In der angeblich grenzenlosen Welt sind staatliche Grenzen ein willkommenes Element, um die eigenen Bürger zu gängeln.
Bali (2): Der Kasper aus Davos mittendrin. Anstatt wie gewohnt im Tausenddollar-Zwirn stolziert er in einer Nobel-Maokutte auf und ab. Die Herren Nordamerikas, Trudeau und Biden, tun es ihm gleich.
Bali (3): Nachdem der ukrainische Raketenbeschuss des polnischen Grenzdorfs sich beim besten Willen nicht den bösen Russen in die Schuhe schieben lässt, kann der Wertewesten noch nicht einmal die Verurteilung Russlands wg. dem Putin seinen Angriffskrieg nicht im Abschlussdokument durchsetzen.

17. Novemver 2022Totale Blockade wahrscheinlich: Derzeit lässt sich nach den offiziellen Zahlen der Midterm-Wahlen in den USA nur sagen: Die sog. Demokraten behalten im Senat wie gehabt die Oberhand, im Repräsentantenhaus hingegen haben sie ihre bisherige bequeme Mehrheit an die knapp siegenden Republikaner verloren. Was das für die praktische Politik des Landes bedeutet, lässt sich kaum vorhersagen. An der Kriegführung gegen Russland wird sich vermutlich nichts ändern, es sind zu viele der Meinungsführer unter den Republikanern für diese Art Kriegführung, zumal sie für deren Sponsoren gewinnträchtig ist.
USA (2): Die Ankündigung von Donald Trump, 2024 erneut für die Präsidentschaft ins Rennen zu gehen, ist bestenfalls als Presse-Aufreger geeignet. Sein chancenreicher republikanischer Konkurrent ist Floridas Gouverneur Ron de Santis, der sich indessen bedeckt hält. Zwei Jahre Anlauf sind eine lange Zeit. Deswegen handelt er klug, wenn er Trump zunächst das Feld überlässt, um die propagandistische Schwerarbeit zu machen.Wird ein bisschen rückgängig gemacht: Die Wahlen in Berlin sind nach der Entscheidung des dortigen Verfassungsgerichts insgesamt zu wiederholen. Anderer Ansicht: der Deutsche Bundestag, der lediglich in einigen wenigen Wahllokalen die Wahl für misslungen hält. Das ist die einzige Möglichkeit, dass für die Ampel im Bund alles beim alten bleibt. – Die unterschiedliche Behandlung ein und desselben Wahlakts bleibt eine Angelegenheit für demokratische Feinschmecker. Fest steht, dass beim Bund der Wert des Bürgers für die eigene Legitimation als gering eingeschätzt wird. Es gilt das Motto: im Zweifel für den Apparat.

16. November 2022Raketeneinschlag auf der westlichen Seite der polnisch-ukrainischen Grenze – und zwar pünktlich zum Gipfeltreffen der G-20-Staaten auf Bali. Sogleich läuft das sattsam bekannte Ritual ab: Der böse Putin hat einen der Nato-Staaten angegriffen. Polens Führung dreht freischwebend im Raum: Quasi-Mobilmachung, Botschafter einbestellen, Nato-Konsultationen verlangen. Doch ach, für Waffenexperten keine Neuigkeit: Die Rakete stammt aus der Ukraine und wurde von deren Armee abgeschossen. – Ein Ironiker könnte auf die Idee kommen, dass Polens nationalistische Führung jetzt der Ukraine den Krieg erklärt.
Das Wahlwunder von 2022: Die hohen Stimmzahlen für die sog. Demokraten erklären sich aus Wahlfälschung in den bereits bekannten Staaten und Gebieten sowie aus verdeckter Beeinflussung. An der Spitz der Hirnwäscher der Datengigant Google, der die Unentschiedenen seit Wochen gezielt heimgesucht hat: Erst mit lass dich registrieren, dann mit wähl den demokratischen Bewerber. Die einschlägige Studie des Psychologen Robert Epstein belegt das Geschehen (wie schon 2020) detailliert und eindrucksvoll.
Ein Terroranschlag in Istanbul richtet ein Blutbad an. Als Täter werden Kurden präsentiert, darunter eine Frau, die das Sprengstoffpaket ablegte. – Die Besonderheit: Der türkische Innenminister weist die aus den USA übermittelte Kondolenz grimmig zurück, er bezichtigt die kurden-freundlichen Amerikaner der Mitverursachung. – Jeden Tag entfernt sich die Türkei einen weiteren Schritt vom Wertewesten.

15. November 2022

Die gestrige Montagsdemo im dunklen Schilda bildeten rund tausend Bürger beiderlei Geschlechts und mit Masse im Alter zwischen 30 und 60, arbeitende Bürger halt. Klima-Hysteriker und Orientalen wurden nicht gesehen.

Demo (2): Die Radaranlage auf dem Stadtring zeigte an, dass der Zug sich mit 3 km/h fortbewegte. Die angereisten polizeilichen Kampftruppen wirkten entspannt, die ortsansässigen Polizisten sind es sowieso.

Demo (3): Nazis waren nicht zu sehen. Um die zu betrachten, musste man zuvor in den Rewe gehen. Da standen sie, um Kinder zu verführen.

13. November 2022Der gestrige Besuch im Globus zwischen Schilda und Jena bringt es an den Tag. Gleich rechts hinter der Eingangssperre befindet sich die Intelligenzabteilung, die bevorzugt von Frauen mittleren Alters aufgesucht wird. Ich nehme mir fünf Minuten Zeit, um deren Interessen zu erkunden. Hier ist das Ergebnis. – Nebenbei: Ich habe keinen Zweifel, dass man diesem Volk alles erzählen kann.

12. November 2022Die russische Armee hat sich gestern im Oblast von Cherson vollständig auf das linke (südöstliche) Dnjepr-Ufer zurückgezogen und die noch intakten Brücken gesprengt. Die Operation deutete sich an, nachdem die Zivilbevölkerung der Region in den letzten Tagen nach Russland evakuiert worden war. Der Sinn dieser Maßnahme erschließt sich mir nicht. Es sieht wie das Beziehen eines Winter-Quartiers aus. Falls das stimmt, steht jedenfalls die oftmals beschworene Bedrohung der westlich von Cherson befindlichen Großstädte Nikolajew und Odessa offenbar im Moment nicht auf dem Programm.
Cherson (2): Früher hätte man von dem von der russischen Armee besetzten westlichen Ufer von einem Brückenkopf gesprochen. Seine Aufgabe sieht nicht nach geplanter Offensive aus. Der Rückzug hinter den Dnjepr mag aus Gründen der Kräfteersparnis militärisch sinnvoll sein, propagandistisch geschickt ist er hingegen nicht, denn er räumt der Ukraine wieder Gelegenheit zum Siegesgeschrei ein. Dabei scheint die Lage des Landes nach den Angriffen auf die Energieinfrastruktur eher eine äußerst bescheidene zu sein.

In den USA sind die Stimmzettel angeblich ausgezählt – bis auf Georgia, wo Stichwahlen angekündigt werden. Da kommt das alte Motto zur Geltung: Hier wird so lange gewählt, bis das Ergebnis stimmt. Da es im US-Senat nach augenblicklichem Stand der Wahlfälschung 49 : 49 steht, kann man sich ausrechnen, wie dann das Endergebnis aussieht. Glückwunsch, Amerika.

11. November 2022Auch drei Tage nach den US-Wahlen, liegen noch immer keine verlässlichen Zahlen vor. Seit Mittwochmorgen stehen die Zahlen still und zwar so: Senat (100 Mitglieder): 49 Reps, 48 Dems, fehlen also noch drei. Abgeordnetenhaus: 218 Stimmen für die Mehrheit notwendig, derzeit 210 Reps, 194 Dems. Das erinnert stark an die Wahlen 2020, als die Zählung nach kurzer Frist angehalten wurde und danach die Zahlen für die Reps und für Trump rückwärts liefen. Hoch lebe die Demokratie.

10. November 2022Morgens liegen noch immer nicht die Ergebnisse der US-Wahlen vor. Stattdessen Nachrichten über ausgefallene Wahlmaschinen und so. Hatte vor Tagen bereits gemutmaßt, dass derjenige das Rennen für sich entscheidet, wer die besseren Fälscher bezahlt. Im Vergleich der Spenden lagen jedenfalls die sog. Demokraten deutlich vorne, den Vogel schoss dabei der Weltwohltäter Soros mit 128 Mio. Dollar ab. – Klar erscheint jedenfalls, dass die viel besprochene rote Welle (= Sieg der Republikaner) nicht stattgefunden hat.
Reichlich spät in diesem Jahr: Die letzten Blätter fallen von den Bäumen. – Liegt wahrscheinlich daran, dass ich einen Diesel fahre.

9. November 2022Gegen Mittag (MEZ) ist in den USA noch immer nicht alles ausgezählt. Die Gazetten übertreffen einander – je nach eigenem politischen Standort – mit Siegesmeldungen. Es sieht ganz danach aus, als sei die rote, die republikanische Welle ausgeblieben. Für die Senatswahlen fehlen noch die Ergebnisse für vier Wahlbezirke.

Sowas kommt von sowas: In GB wetteifern die Kommentatoren in ihrer Empörung darüber, dass britische Soldaten Offiziere der chinesischen Volksbefreiungsarmee ausbilden. Während dies bis zum Frühjahr 2020 ganz offiziell geschah, traten sodann pensionierte Briten in die Fußstapfen der aktiven britischen Streitkräfte, indem sie sich von und nach China anwerben ließen. Jetzt wundern sich alle und sprechen von Verrat.

GB (2): Seit langem sind in England schwer bewaffnete private Kriegsunternehmer tätig, die weltweit für gewaltsame verdeckte Aktionen verantwortlich sind. Selbstredend weiß das offizielle Großbritannien hiervon nichts. Bis dann plötzlich und unerwartet Details in die Öffentlichkeit gelangen, aus denen zu entnehmen ist, wie eng die privaten Krieger an das UK-Verteidigungsministerium (MOD) angebunden sind. So kommt die dortige Verantwortlichkeit für die Anschläge auf die Ostsee-Pipelines Nord Stream und die Kertsch-Brücke – trotz wortreicher Dementis – ans Licht.

8. November 2022Extrakt der über Nacht eingetrudelten Nachrichten, passend zum heutigen Wahltag in den USA: Das Abstimmen ist die Erwachsenenversion, einen Brief an den Weihnachtsmann zu schreiben.
Fast alles kommt wieder: Meiner BND-Sammlung aus den 1980er Jahren („Witze in der DDR“) entnehmen ich diesen hier: Unterschied zwischen einem Vopo und einem Polizeihund? Polizeihund hat eine Ausbildung. – Nun denn, hier die aktualisierte Variante, die ich Leserin S. verdanke:

7. November 2022Kann das mal wer in ein verständliches Deutsch übertragen: „

Die [ostdeutschen] Innenministerinnen und Innenminister haben sich zum Demonstrationsgeschehen zu den Auswirkungen des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges auf die Ukraine – allen voran gegen die steigenden Energiepreise – ausgetauscht. Das Demonstrationsgeschehen ist von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich, generell aber in den letzten Wochen stark rückläufig.“

Worüber genau haben die sich ausgetauscht? Im übrigen also Entwarnung. Soso. Mir ist hingegen aufgefallen, dass die Masse der Leute, die sich in ansteigenden Zahlen demonstrierend auf den Straßen tummeln, die Regierungspolitik anprangern, weil sie sich weigern, der einschlägigen Propaganda zu glauben, wonach Energie-, Sprit- und Lebensmittelpreise und Arbeitsplatzverlust dem bösen Putin geschuldet sind, sondern ganz im Gegenteil nachvollziehbar annehmen, dass diese Missstände hausgemacht sind und ein Ergebnis der grünen Klimalüge.

Kleiner Scherz am Rande: Unter den 7 Anwesenden befand sich genau eine Frau. Wie man angesichts dieses Umstandes von Ministerinnen und Ministern reden kann, bleibt dem Betrachter überlassen. Wenn allerdings die Beteiligten im Zahlenraum bis 7 bereits Zeichen von Überforderung erkennen lassen, sollte man sich Sorgen machen.

Fachliches aus der Spaßecke: Wenn die besorgten Minister expressis verbis den Extremisten und den Reichsbürgern das Feld nicht überlassen wollen, zeigt das zweierlei: Reichsbürger sind keine Extremisten. Und was ist hier mit den Frauen? Mein lieber Schwan, soviel Ungleichberechtigung war nie.

6. November 2022Sie hat es schon wieder getan, Frau Guérot, einstige Heldin der Mainstream-Europäer. Nachdem sie vor Wochen schon über den Corona-Schwindel wider den Stachel löckte, stellt sie nunmehr in Buchform den Putinschen Angriffskrieg in Frage. Klar: Sie mag keinen Krieg, findet allerdings die Alleinschuld der Russen fraglich. Das ist Leugnung in seiner modifizierten, aktuellen Variante (§ 130 StGB). Jetzt ist die frühe Morgenstunde nicht mehr fern, wo das SEK mit vermummten Nasen Einlass verlangt, um dem frevelhafte Tun der Dame Einhalt zu gebieten. 

Guérot (2): Interessant wird sein, wie sich die semi-alternative Presse zu dem neuesten Spektakel verhält. Corona-Lügen zu entlarven mochte angehen, um Applaus zu spenden, doch beim verbalen Angriff auf das große und gute Amerika werden die Helden à la Tichy & Co zurückzucken.

Die Spaltung der Alternativen: Beim Blog Conservo konnte man vor einigen Wochen beispielhaft erleben, wie die einstige alternative Einheitsfront wg. des Ukrainekonflikts zersplitterte. Die Amerikatreuen blieben unter dem neuen Herausgeber bei dem ungestalteten conservo, während die Skeptischen zur neuen Plattform beischneider abwanderten – soweit ich erkennen kann in der sich artikulierenden Mehrzahl und auf Nimmerwiedersehen.

5. November 2022Wenn sich Gäste nach etlichen Stunden der Bewirtung trotz des Hinweises, dass das nunmehr Eingeschenkte der Absegler sei, nicht zum Gehen veranlasst fühlen, hat der Gastgeber etwas falsch gemacht.
Frühmorgens bekämpft Bernd Zeller meine schlechte Laune durch einen Zangenangriff. Ich finde den Link auf sein jüngstes Senioren-Akrützel in meinem elektronischen Postfach (https://seniorenakruetzel.blogger.de/static/antville/seniorenakruetzel/files/senioren-akrtzel%2035.pdf) und das ZZ-Daily auf seiner Webseite:

Die rasante Übersterblichkeit in D wird regierungsoffiziell so erklärt. Die Sache müsse erforscht werden. Unterbliebene Behandlungen während der Seuche kämen in Betracht und auch Langzeitfolgen von Corona. Das Offensichtliche bleibt wir gewohnt ausgespart: die verheerenden Folgen der sog. Impfung.

4. November 2022

In Berlin stößt vor drei Tagen eine Radfahrerin mit einem Betonmischer zusammen. Sie wird unter dem Fahrzeug eingeklemmt. Dem Fahrer ist nicht passiert, würde man normalerweise geschmacklos witzeln, doch falsch: er wird vom einem anderen Mann aus der Menge der Gaffer niedergestochen.
Radfahrerin (2): Die Rettungskräfte gelangen nicht zum Unfallort, weil Klima-Terrorosten die Straße blockiert haben. Die Frau stirbt schließlich. Wir haben es demnach mit einem Tötungsdelikt zu tun. Doch halt, die Polizei meldet, die Frau sei lediglich hirntot, jetzt hängt der Körper an Gerätschaften der Intensivmedizin. 

Radfahrerin (3): Auftritt der Berliner Staatsanwaltschaft, die anmerkt, es wäre sonst die Ermittlung wg. einer fahrlässige Tötung in Frage gekommen. Gegen den LKW-Fahrer sicher zutreffend, aber gegen die Klima-Kleber? Hier liegt nach bisheriger Rechtsüberzeugung ein vorsätzliches Tötungsdelikt vor, denn die Täter haben den Tod Dritter billigend in Kauf genommen. Das ist bedingter Vorsatz, wie der Jurist sagen würde. Nach sonst geübter Rechtspraxis säßen die Beteiligten bereits seit Tagen in U-Haft. Unter anderem auch wg. Bildung einer terroristischen Vereinigung (§ 129a StGB).

In Kurzform: Gründung und Tätigkeit in einer Vereinigung, deren Zweck darauf gerichtet ist, Tötungsdelikte oder solche gegen die persönliche Freiheit zu begehen oder sich daran zu beteiligen, wird mit einen bis zu zehn Jahren Freiheitsentzug bestraft. Ebenso wird bestraft (Absatz 2), wenn die Tätigkeit darauf gerichtet ist, einem anderen Menschen schwere körperliche oder seelische Schäden zuzufügen, bedeutsame Sachbeschädigungen oder gemeingefährliche Straftaten zu begehen, wenn die Taten dazu bestimmt sind die Bevölkerung einzuschüchtern oder Behörden erheblich zu beeinträchtigen. Bereits die Androhung solcher Straftaten (Absatz 3) und die Unterstützung solcher Gruppierungen ist strafbar (Absatz 5).Und wem das noch nicht genügt, versuche es einmal mit § 129 StGB (Bildung einer kriminallen Vereinigung).

3. November 2022Die USA haben eine Auswahl aggressiver Maßnahmen (range of aggressive actions) ergriffen, um die Protestbewegung im Iran zu unterstützen. Das zumindest sagte kein Verschwörungsphantast, sondern Jake Sullivan, der Nationale Sicherheitsberater von Präsident Biden.

Iran (2): Zugleich wurde Saudi Arabien darüber in Kenntnis gesetzt, dass ein Angriff des Iran bevorstehe. Arabien? Das ist das Land, das sich erst kürzlich von der amerikanischen Schutzmacht distanziert hatte. – Das amerikanische Vorgehen erinnert stark an das Ende der 1970er Jahre, als beide, der Irak und der Iran, mit amerikanischer Waffenhilfe aufeinander losgingen. Krieg als Mittel der Domestizierung von vormaligen Vasallen.

2. November 2022

Ein unbekannter Hacker will Telefonate der britischen Ex-PM Liz Truss mitgeschnitten haben. Danach soll sie unmittelbar nach den Anschlägen auf die Ostsee-Pipelines Nord Stream I & II den US-Außenminister Blinken angerufen haben, um ihm zu sagen: Die Sache ist erledigt. Das Foreign Office hat sogleich dementiert und die Meldung als Propaganda russischer Behörden abgetan, die lediglich von den eigenen Kriegsverbrechen ablenken wollten. Tja. 

Britische Sabotageeinsätze (2): Die hierfür einschlägige militärische Geheimdienst-Formation wurde 1938 gegründet. Hieraus ging 1940 die SOE hervor, deren Überreste nach dem Krieg wieder zu MI6 zurückkehrten. Woher ist das weiß? Aus Meldungen von Sowjetagenten innerhalb des britischen Establishments. Für Neugierige: Aufgeschrieben habe ich die Details im zweiten Band von Unterwegs zur Weltherrschaft (siehe nächster Absatz). Damals ging es um die Vernichtung des deutschen Konkurrenten. Und heute?

Britische Sabotageeinsätze (3): MI6-Chef Hugh Sinclair ordnete in der ersten Hälfte des Jahres 1938 die Gründung der Sektion IX an, um „Sabotage und andere verdeckte Operationen zu planen, vorzubereiten und wenn nötig auszuführen.“ Chef dieser Sektion, intern auch D (Destruction = Zerstörung) genannt, wurde der Pionier-Major Laurence Grand. Am 31. Mai 1938 unterschieb Grand ein grundlegendes Sabotage-Memorandum. Er schlug vor, Deutschlands Elektroversorgung lahmzulegen, Telefon- und Eisenbahnverbindungen zu kappen und die Lebensmittel-Versorgung der Bevölkerung zu unterbinden, indem man die Viehwirtschaft durch Pestbazillen irreparabel schädigte.

Unwörter: Seltsam, dass etliche deutsche Wörter, die mit der Silbe „un“ beginnen, außer Gebrauch geraten sind: ungebührlich, unsäglich, unsanft, unbeachtlich, unstet, ungemein, unziemlich, unkeusch, untunlich, unbändig, unwiderstehlich und wohl auch unanständig und unbezahlbar. Eine Erklärung ist mir nicht eingefallen.
Die Medienmeute tobt sich am Eigentümerwechsel von Twitter aus. Befriedigung und Wutgeheul gehen an mir vorüber, weil ich Details nur zur Kenntnis nehme, wenn sie sich mir ohne mein Zutun aufdrängen. Eine Prise Häme bleibt hängen, weil die fortschrittlichen Kräfte, die bislang die Plattform beherrscht haben, die Rückkehr der (ihnen bislang obliegenden) Zensur fordern.

Die Herstellung von Fake News macht Spaß: Der Bayerischen Staatsregierung ist der Spagat zwischen Blackout und Ukrainesolidarität gelungen, indem sie die bayerische Ur-Güterzug-Elektrolok EG 5 wieder in Dienst gestellt hat. Das bislang geheim gehaltene Foto zeigt die Elektro-Riesin auf dem Wege nach Kiew während des russischen Raketenbeschusses bei ihrer Einfahrt in Lemberg. Ministerpräsident S. sprach von einem Durchbruch bayerischer Spitzentechnologie.

1. November 2022

Die Meldungen vom Vortag zeigen eine neuerliche Eskalationsstufe des Krieges. Nachdem am Wochenende Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte beschossen wurden, haben die Russen gestern auf doppelte Weise reagiert: (a) Aufkündigung des im Sommer abgeschlossenen Getreide-Ausfuhr-Abkommens, (b) massive Angriffe auf die ukrainische Versorgungs-Infrastruktur.

Zu a): Es war jetzt wochenlang möglich, Handelsschiffe mit ukrainischem Export-Getreide durch die russische Seeblockade in alle Welt zu entsenden. Die neuerlich Unterbrechung trifft vor allem Schwarzafrika. Diese Verschärfung der Lage wird die dortige Völkerwanderung Richtung Europa anheizen.

Zu b): Die russische Aktion war erneut ein massiver Raketen- und Drohnenbeschuss. Zu den Ergebnissen meldet die Ukraine Fakten, die nicht zusammenpassen: Ein Großteil der Flugobjekte sei abgeschossen worden. Aber: In nahezu allen Städten und Gemeinden ist der Strom ausgefallen, in Kiew gibt es kein Wasser mehr. Skeptischer Blick auf die Wetterdaten: Noch hat der Frost nicht Einzug gehalten. Die russische Aktion zeigt, dass von Raketen- und Munitionsmangel keine Rede sein kann. Sie zeigt zudem, dass die US-Strategie des Abnutzungskrieges vor allem die ukrainische Bevölkerung trifft. Wie das ausgeht, wenn es in den Winter hinein andauert, kann kaum zweifelhaft sein.

Dnjepr-Staudamm und die Krim (Nachtrag zu den Zerstörungsgerüchten): Das Bauwerk hat eine Stauseefront von ca. 3,5 km Länge und eine maximale Fallhöhe von 16 Metern. Seine wirtschaftliche Bedeutung folgt aus dem Wasser-Kraftwerk und dem Wasser-Reservoir, aus dem bis 2014 die Krim versorgt wurde. Die Wasserader der Krim wurde nach der russischen Annexion der Halbinsel unterbunden. Das Luftbild aus dem Jahre 2021 zeigt den östlichen Schenkel des Damms, Blickrichtung Südost.

31. Oktober 2022

Jedes Jahr erneut überraschend: Im atheistischen Thüringen ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag. Das ist insofern skurril, da kein Mainstream-Theologe den Reformator (mundartlich: unsr Mardin Ludder) leiden kann. Achtung! Nazi-Verdacht. Nur im angeblich katholischen Eichsfeld gehen die Festtags-Uhren anders, da ist am morgigen Allerheiligen schulfrei.

Der Zahn der Zeit: Wenn man mit zwanzig unrasiert ist, wirkt das rebellisch, nach vierzig ungepflegt und, wenn man die sechzig hinter sich hat, sieht man aus wie ein Penner.

30. Oktober 2022

Optimismus: Gestern einen Terminkalender für ’23 gekauft, der exakt meinen Gepflogenheiten entspricht. Der Gesuchte befand sich als Einzelstück unter Hunderten, die dies nicht taten. Ein Wermuts-Tropfen indessen beim Blättern zu Hause: Er ist englisch beschriftet. Was das inhaltlich bedeuten wird, kommt sicher im kommenden Jahr ans Licht. Ich kann warten.

Im selben sog. Buch-Laden in Leipzig, Abteilung Fremdsprachiges: Harry Potter auf Kyrillisch entdeckt (Гарри Поттер). Die Beschriftung am Regalbrett „Ukrainisch“. Gestutzt, geblättert und sicher gewesen: Russisch geht gar nicht, wie man in diesen Kreisen formulieren würde.

Leipzig (2): Kirche am Ring mit unübersehbaren Lettern: 22 ist nicht 89. – Wohl wahr, wenn auch anders gemeint. Auch anders: 89 waren die Kirchenleute als Protestler (oder als Spitzel) beteiligt, heute sind sie es nicht.

Leipzig (3): Weltoffen steht in mannshohen Lettern an der Universität. Das ist die neue Mainstream-Vokabel für deutschfeindlich. Im übrigen: Sie war abgeschlossen, die Universität. Meine Fremdenführerin konnte mir das Gewünschte nicht zeigen.

Leipzig (4): Die sonnig-warme Innenstadt war überwölbt von einem intensiven Fäkal- und Verwesungsgeruch, der aus den Gullys drang. Früher pflegten funktionierende Städte dem mit etwas Wasser abzuhelfen. Nun ja, unsere Vorfahren hatten ein wacheres Misstrauen gegenüber Seuchen. Sie subsumierten die ihnen notwendig erscheinenden Maßnahmen unter dem Schlagwort der Volksgesundheit.

Leipzig (5): Die letzten Aufrechten erkennt man am Maskentragen. Ist auch beim Personal von innerstädtischen Kettenläden üblich. An der offenstehenden Laden-Tür entdeckt: Unser Geschäft ist geöffnet. Diese Tür ist aus Gründen des Klimaschutzes geschlossen. – Kannste dir nicht ausdenken.

29. Oktober 2022

Stimmungsbilder: Ehemalige deutsch-deutsche Grenze bei Römhild im südlichen Thüringen, morgens.

28. Oktober 2022

Die wechselseitig widersprechenden Gerüchte um die Lage in Cherson (Südwestecke des Front-Bogens) lassen keine zuverlässig Beurteilung zu. Klar ist nur, dass die Russen dazu übergegangen sind, die Zivilbevölkerung aus der Stadt und ihrer Umgebung nach Osten zu evakuieren. Das kann einen militärischen Rückzug bedeuten, wie auf westlicher Seite behauptet, oder eine im Wortsinn Evakuierung der vom Tode bedrohten Einwohner. Diese Bedrohung geht vom nördlich der Stadt gelegenen Dnjepr-Staudamm aus, dessen Sprengung das Land stromab in eine Wasserwüste verwandeln würde. Beide Seiten bezichtigen einander, genau dies im Sinne zu haben. Wieder gilt: Dass die Russen dergleichen planen könnten, halte ich für absurd, es wäre ein Akt der Selbstschädigung. Dass indessen ein in den Abgrund taumelndes Regime zu solchen Mitteln greift, liegt im Bereich des Vorstellbaren.

Staudamm (2): Vor achtzig Jahren wurde die Mauer der Möhnetalsperre durch Lufttorpedos zerstört. Durch diesen barbarischen Akt schlug der Kriegsverbrecher Winston Churchill ein neues Kapitel der Massenvernichtung auf. In englischen Kriegsdarstellungen findet man an dieser Stelle bestenfalls das Lob für die fliegerische Leistung der RAF-Bomberpiloten.

Staudamm (3): Gegenwärtige Expertenstimmen verweisen darauf, dass es für die Biden-Regierung notwendig sei, eine derartig schwerwiegende Eskalation des Kriegsgeschehens zu realisieren, um Fakten zu schaffen und bei dem zu erwartenden Wahlsieg der Republikaner bei den Midterm-Wahlen deren Zurückrudern im Ukraine-Engagement zu verhindern. Ich glaube weder das eine noch das andere – aber was will das schon heißen?

27. Oktober 2022

Der kleine Bruder des Leugners ist der Relativierer. Beider Tun fällt nach dem Willen von Mainstream unter Volksverhetzung und ist strafbar, so sagt man. Doch die Welt ist komplexer, als mancher denkt. Beispiel: Wer den russischen Angriff in der Ostukraine leugnet, ist ein Idiot, wer ihn relativiert, weil er hierfür nachvollziehbare Gründe erkennt, spricht eine nicht akzeptierte Wahrheit aus. – Nicht die Wahrheit, aber eine.

Die Sache mit den Mäusen: Acht Mäuse, so las ich, überlebten die Spritzung mit dem neuen Stöffchen gegen Omi Cron. Das genügte für die ad hoc-Zulassung als Impfstoff. Es geht also, wird man folgern dürfen, nicht mehr um den Schutz vor einer Krankheit, sondern um die Chance, die Impfung unbeschadet zu überleben.

Mäuse (2): Nicht so gut ging es deren Artgenossen, denen man an einem Institut in Boston ein frisch kreiertes Virus injizierte, und zwar eine Kreuzung aus dem ursprünglichen Wuhan-Virus und der Omi Cron-Variante. 80 Prozent starben nach rasend geschwinder Ansteckung. Die sog. Forscher fanden ihren Erfolg so sensationell, dass sie ihn publizierten. Ich habe nichts darüber gelesen, dass man sie sodann wg. Verstoßes gegen alle möglichen B-Waffen-Verbote eingesperrt hätte.

Stattdessen: Die Corona-Impfung für Säuglinge (ab dem 5. Lebensmonat) wird zugelassen. Ist nach den Gesetzen der Logik nicht zu erklären – es sei denn, man unterstellt zynische Menschen-Experimente.

26. Oktober 2022

Leipzig, vorgestern Abend: „Genau wie ’89,“ sagt eine damalige Studentin zu mir: „Die Leute ziehen zu Tausenden über den Ring, und die Studenten stehen abseits, gaffen und wollen auf keinen Fall dabei gewesen sein. Ein Unterschied ist schon, die heutigen Akademiker kämpfen mit dem Maul und mit schwarz gemalten Visagen für den Krieg in der Ukraine.“

Ungehorsam: In der Provinz Alberta im westlichen Canada erklärt die im Oktober 2022 gewählte neue Ministerpräsidentin, dass sie sich weigere, weiter freiheitsbeschränkende Maßnahmen der Zentralregierung in Sachen Corona umzusetzen. Sie entschuldigt sich bei den Ungeimpften als den Opfern öffentlicher Gewalt und kündigt an, alle Verbindungen zum WEF mit Strafmaßnahmen zu unterbinden. Das riecht nach Sezession. – Im Frühjahr war es der Regierung in Ottawa noch gelungen, die streikenden LKW-Fahrer mit der Sperrung ihrer Konten zur Raison zu bringen. Das dürfte im jetzigen Fall auf Schwierigkeiten stoßen.

Wie machen sie das nur, diese Insulaner?

25. Oktober 2022

Volkes Maul: Gestern Abend in Erfurt: „Wir sind die rote Linie“.
Volkes Maul (2): Diesmal aus den Leserbriefen der Zellerzeitung von Bernd Zeller: „Pater noster: …und führe uns nicht in Verdunklung, sondern erlöse uns von den Grünen.“

24. Obtober 2022

Im Wirtschaftskrieg der USA gegen China hat die Biden-Regierung die nächste Stufe gezündet, wenn denn die eher spärlich fließenden Nachrichten stimmen sollten. Danach soll der Know how-Fluss in Sachen advaced computing radikal unterbunden, mithin die dortzulande stattfindende Chipherstellung pp. zum Stillstand gebracht werden. Falls das kein Fake ist, wage ich zu behaupten, dass sich Uncle Joe ins eigene Bein schießen wird: Zwar mag es gelingen, diesen chinesischen Industriezweig zu ruinieren, jedoch mit unabsehbaren Auswirkungen auch und gerade für die USA, deren verlängerte Werkbank China seit Jahrzehnten ist.

Das von der russischen Regierung in den besetzten und angegliederten Oblasten der Ukraine verhängte Kriegsrecht, mag militärisch zweckmäßig sein, psychologisch bedeutet es das Eingeständnis einer schwachen Position. Es verbreitet sich der außerrussische Eindruck: Die können’s nicht.

Der nächste Indisch-Stämmige greift auf den Inseln nach der Abdankung von Liz Truss zur Macht. Doch wie ein Springteufel ist erneut der Ex-Premier Boris J. auf der Bühne der Aufgeregtheiten erschienen. Das britische Staatsschiff gestattet sich ein Dümpeln in schwerer See.

Die Nachrichten vom Wochenende zusammengefasst, zeigen die rapide Beschädigung der jahrzehnte-alten deutsch-französischen Achse. Macron bringt Deutschlands Umfeld-Staaten bedenkenlos in Stellung. Und der Herr Scholz? Ich kann die bürokratischen Floskeln nicht deuten. Mich deucht, er hat keinen Plan. Das wäre nicht nur seins, sondern auch unser Problem.

Die Wirtschaftsdaten aus D sind so grottenschlecht, dass einem die Haare zu Berge stehen. Ernsthafte Gespräche mit Leuten aus dem Dienstleistungssektor, aus dem sich bei uns zu meinem Grimm der politisch-publizistische Komplex rekrutiert, sind völlig sinnlos. Dort regiert noch immer die Überzeugung, dass die Industrie die Umwelt verschmutzt und das Geld vom Konto kommt. Das Resultat: Man führt Geisterdebatten, weil die Gegenseite sofort dicht macht, wenn man auf die Lage auf dem Stahl-, dem Metall-, dem Chemie-, dem Energie-, dem Landwirtschafts-Sektor zu sprechen kommt.

Politisch korrekt (aus: Senioren Akrützel Nr. 33 von Bernd Zeller):

23. Oktober 2023

Der Zusammenhang ist wirklich denkbar einfach: Schwäche deinen Konkurrenten fürs eigene Wohlergehen. Ins Verhältnis USA-Deutschland übertragen: Schneide ihn von der bezahlbaren Energie ab, indem du ihm die Zufuhr-Pipelines in die Luft sprengst. So wirst du dein eigenes Gas zu Wucherpreisen los und kannst deine seit Jahren angehäuften Dollar-Milliarden, die aus der Nullzins-Politik stammen, in Schnäppchen beim Unternehmens-Aufkauf in D anlegen. – Eine erstaunlich klare Schilderung aus der Feder eines deutschen Ökonomen, der an einer der Münchner Hochschulen lehrt, Christian Kreiß. Immerhin traut sich einer, das Offensichtliche in Worte zu fassen.

Beim Geld hört die Freundschaft auf: Lese gerade, dass der Großspekulant Black Rock in schwere See geraten ist. Großanleger, wie die republikanischen US-Staaten haben ihre Einlagen zurückgezogen, nachdem ihnen aufgefallen war, dass sie ihr Geld einer Firma anvertraut hatten, die in woke Unternehmungen investiert und hierzu ein eigenständiges Gütekriterium (Wind, Vielfalt und das übliche Trallala) entwickelt hat. Nun machen solche Vorzeigeobjekte oft wenig Profit, dafür umso mehr politischen Klamauk, namentlich zur Bekämpfung fossiler Energieträger. Nicht jedem Kohle- und Ölstaat gefällt das (siehe oben). Jetzt sind die schwarzen Rocker angesichts der Gefahren für die eigene Aktie zurückgerudert.

Ein Gast, der bei Tisch nachweist, dass es kein Thema gibt, in dem er nicht Bescheid weiß, bringt auch den höflichsten Gastgeber alsbald zum Verstummen. Man kann sicher sein, dass beide sich schließlich gleichermaßen erfreut voneinander verabschieden, wobei der Gast anmerkt, dass er sich schon lange nicht mehr so gut unterhalten habe. 

22. Oktober 2022

Frauen, die sich selbst als vegan bezeichnen, gehören nach meinen nunmehr seit Jahrzehnten andauernden Bemühungen um das andere Geschlecht zur Kategorie: nicht ansehen, nicht ansprechen und – um Himmels Willen – nicht anfassen. Männer, die sich als vegan bezeichnen, gibt es im Prinzip nicht. Wenn es einer dennoch tut, sollte man bezweifeln, dass es sich um einen Mann handelt.

Unbegreiflicher Gedankensprung nach dieser Vorrede: Gianluca Irgendwie, der oder die sich im Porsche-Pavillon in Wolfsburg festklebte, um gegen das Weltklima, das immer heißer werdende, zu protestieren, fror sich einen ab, als der Hausmeister abends Licht und Heizung abstellte und die Tür abschloss, so dass der Spezialitaliener nicht die vegane Überlebenskost anliefern konnte. Jetzt hat er oder sie Aua an den Händen und muss ins Krankenhaus. Das ist die Rache der chemischen Industrie.

Dieselben Leute, die mir Tag für Tag predigen, dass alle gleich sind, meinen seit Wochen, dass wir uns vor den Chinesen und ihren Methoden zu fürchten haben. Es sind übrigens ebenfalls selbige Volksgenossen, die mit den Methoden aus Fernost, nämlich den Möglichkeiten, welche die Digitalisierung bereitet, den Pöbel unter ihre Kontrolle zu bringen trachten. Dazu: Ich kupfere die mir genial erscheinende Sentenz aus dem in meinem Postfach heute Nacht zugegangenen Entwurf des Kinderbuchs von Ulrich Schödlbauer ab:

21. Oktober 2021

Keine gute Zeit für Regierungschefs: (1) Liz Truss in England ist nach Blitzstart gestern von den Tory-Abgeordneten zum Rücktritt gezwungen worden. Zwei konservative Kabinetts-Mitglieder waren offenbar die Nägel zu ihrem Sarg, der Finanzminister Kwasi Kwarteng und die Innenministerin Suella Bravermann, beide nach meiner Einschätzung vom indischen Subkontinent abstammend. Die Letztgenannte wollte die Zuwanderung beenden, vor allem die illegale, der andere die steuerlichen Unternehmerfesseln kappen. Das war offenbar zu viel in diesem geistig planierten Land. Der Riss von Zustimmung und Ablehnung unaufschiebbarer Reformen geht quer durch die Konservativen.

Regierungschefs (2) Und der Kanzler stößt mit seiner Entscheidung, dass die drei Kernkraftwerke weiter laufen sollen, bei den Abgeordneten, die dementsprechend die Gesetzeslage verändern müssten, auf die Taktik der langen Bank. Dass das Aus am 31. Dezember unwiderruflich näher rückt – und damit eine immense Energielücke – juckt doch einen Parlamentarier nicht, zumal der Robert was anderes versprochen und die BT-Kneipe geöffnet hat. Nebenbei bemerkt: Dies ist das erste Mal, dass Scholz von seiner Richtlinienkompetenz öffentlich Gebrauch gemacht hat, und schon ist er gescheitert. Die Abgeordneten spielen nach Jahren der Abstinenz in einer äußerst prekären Lage Parlamentarismus. Wenn es nicht so riskant für das Überleben der Deutschen wäre, man könnte Brüllen vor Lachen.

20. Oktober 2022
Die Nachrichtenlage aus der Ukrraine ist chaotisch. Bei Mainstream lese ich, dass die Russen vor der Niederlage bei Cherson stehen, ihre Truppen westlich des Dnjepr seien nach einer Brücken-Sprengung abgeschnitten. Das wäre der Südwest-Pfosten des Frontbogens. Der Rückzug hinter den Fluss wäre zumindest propagandistisch bedeutsam. – In der Ost-Variante der Kriegsberichte lese ich, dass ein erfolgreicher russischer Raketenangriff auf die Hauptbodenstation des Satelliten-Internets von Master Elon in Paljewka-Paliivka-Паліївка, knapp 30 km nordwestlich von Odessa, stattgefunden habe. Regierungs- und Militär-Kommunikation der Ukraine seien damit praktisch tot. Falls die russische Behauptung der Zerstörung der Zentralsteuerung von Nato-Informationen über Paljewka in Richtung Ukraine und zurück zutrifft, müsste das alsbald sichtbare Folgen zeitigen. 

Ukraine (2): SpaceX, der Satelliten-Internet-Dienst von Elon Musk, wird für ihn plötzlich rentierlich, denn das Pentagon hat angekündigt, die Kosten zu übernehmen, einschließlich Mietzahlungen. Damit zeigt sich ein weiteres Element dieses Krieges: Er verschiebt sich ins Weltall. Der Begriff der Lufthoheit muss neu überdacht werden. Während früher zum Ausdruck gebracht wurde, dass eine zahlenmäßig überlegene Luftwaffe mit ihren Flugzeugen das Geschehen am Boden entscheidend beeinflussen konnte, wird man heute sagen können, dass einer nur dann die Lufthoheit hat, wenn er den Gegner zwingen kann, seine Luftflotte am Boden zu halten.

Schilda an der Ilm – das Sudelbuch IX

10. September 2022

Die gestrige Niedersachsenwahl bringt nichts Neues. Wie auch? Die Nutznießer des Vorgangs sind die politischen Parteien, die sich selbstzufrieden in der Abwesenheit des Wahlbürgers eingerichtet haben. Selbst wenn keiner mehr zur Wahl ginge, so denken sie, könnte ihnen das nichts schaden. Sie bringen die Verachtung der Bürger mittlerweile ungeschminkt dadurch zum Ausdruck, dass sie auf Sachaussagen verzichten.

Wahlen (2): Beliebter Vorwurf an die Nichtwähler: Ihr hättet ja wählen gehen können. Ja, hätten sie, wollten sie aber nicht, weil es nach ihrer Ansicht nichts zu wählen gab. Dass hierin gleichzeitig eine Abwendung von der Demokratie, so wie sie sich jetzt präsentiert, liegen könnte, wird weniger erörtert. Wir erleben zur Zeit eine Abstimmung kraft Enthaltung, genauer gesagt: durch Wahlverweigerung. Dem entspricht das Ergebnis der sog. Volksparteien SPD und CDU. Sie erhalten zusammen nicht einmal ein Drittel der Wahlbürger-Stimmen.Wahlen (3): Der Wahlsieger sind die Grünen, denen sich die regierende, etwas gebeutelte SPD freudestrahlend an den Hals wirft. Die 15 Prozent der Grünenstimmen beim Wahlergebnis bedeuten in Wirklichkeit, dass zwischen 7 und 8 Prozent der Wahlbürger einer grünen Herrschaft zustimmen. Mit anderen Worten: Wir werden von einer verschwindenden Minderheit kujoniert.

Ukrainekonflikt: Die Nachrichten überschlagen sich wieder einmal. Während der Westfunk von ukrainischen Geländegewinnen weiß, melden die Russen Luftschläge gegen strategische Ziele im Landesinnern der Ukraine.

Ukrainekonflikt (2): Während Präsident Biden dem ukrainischen Selenskyj in einem Telefonat in der vergangenen Woche Nibelungentreue bis zur Rückeroberung der Krim geschworen hat, mehren sich in den USA die Stimmen, die das Engagement wo nicht eben nutzlos, doch auf jeden Fall als zu teuer bezeichnen.Der Stromausfall auf der Insel Bornholm lässt vermuten, dass ein Unbefugter nach der heilgebliebenen Röhre B von Northstream II gesucht hat. Vielleicht passierte das Missgeschick auch bei der Beseitigung von Beweismitteln, welche die Anschläge betreffen. Die Russen jedenfalls sollen nach dem Willen der Nato den Anschlagstellen fern bleiben. Im Netz werden Witze gemacht, dass in Kürze Ausweispapiere an den Anschlagorten gefunden werden. Diese stammen – so wollen es die Spötter – von Wladimir Wladimirowitsch P.

9. Oktober 2022

Mit der gestrigen Sprengung der Brücke nach der Halbinsel Kertsch zeigt sich womöglich eine systematische Änderung der Kriegführung gegen Russland. Nachdem offenbar geworden ist, dass die ukrainische Armee gegen den russischen Koloss auf dem Schlachtfeld nichts anrichten kann, um dem Kriegsziel der Rückgängigmachung der Annexion der Krim auch nur vage nahekommen zu können, wird russische Infrastruktur angegriffen und ohne Rücksicht auf die naheliegenden Folgen zerstört. Nach den Anschlägen auf die Pipelines Northstream I & II und die Kertsch-Brücke rechne ich mit durchgreifenden Schlägen gegen Kernkraftwerke innerhalb und außerhalb der formellen Grenzen der Ukraine.

Ukraine (2): Bei einer solchen veränderten Kriegführung kommt es vor allem auf den propagandistischen Effekt an. Ziel dieser Propaganda ist weniger der Wertewesten, dessen Siegestaumel sich in überschaubaren Grenzen hält, als vielmehr die russische Bevölkerung – und innerhalb dieser bevorzugt die dem Westen eventuell zuneigende Intelligenzija –, der suggeriert werden soll, dass dem russischen Herrscher das Wasser bis zum Halse steht. Ob diese Rechnung aufgeht, lässt sich zur Zeit nicht sagen. Zumindest fiel mir auf, dass – ganz im Gegensatz zum Vorhergesagten – nunmehr russische Hardliner ganz unverhohlen Kritik an der angeblichen Laschheit der russischen Führung zu äußern beginnen. Nicht so weit weg: Zwischen Weißenfeld und Naumburg stehen Dutzende, wenn nicht Hunderte Windmühlen an der Autobahn A 9. Seit Jahr und Tag sind es, jedes mal wenn ich da vorbeifahre, ein paar mehr. Nicht nur der Zahl nach wachsen sie, sondern auch in der Höhe und in der Protzigkeit ihrer äußeren Gestalt. Sie stehen nicht nur da, als ich heute dort vorbeifahre, sondern sie stehen auch – wie so oft – still und verbrauchen Strom, anstatt welchen zu liefern. Man fährt minutenlang durch eine ideologische Groteske.
Zwischen Weißenfels und Naumburg (2): Ein Leserkommentar setzt noch eins drauf. Funktionsfähige Türme seien weggesprengt worden, um sie durch größere zu ersetzen. Zudem werde ich darauf hingewiesen, dass nicht nur die stillstehenden Windräder Strom brauchen, sondern auch die stillgelegten Kernkraftwerke zur Aufrechterhaltung der Kühlsysteme. Da tickt die wahre Zeitbombe bei längerem Stromausfall.

7. Oktober 2022

Seit gestern wissen wir, wie die etwas schwammigen Äußerungen von Saudi-Arabien und sein Einschwenken auf die BRICS-Staaten beim G-20 im Sommer sowie seine Anwesenheit in Samarkand zu verstehen sind: Die OPEC drosselt ab sofort die Ölförderung. Das geschieht so deutlich, dass US-Präsident Biden – so lässt das Weiße Haus verlauten – zum zweiten Mal in diesem Jahr die nationale Ölreserve anzapfen lässt. Das erste Mal im Sommer geschah das, um durch Ölverkäufe den inländischen Preisanstieg für Benzin zu dämpfen, diesmal wohl eher, um einem akuten Mangel abzuhelfen.

Ölhahn zu (2): Man erinnert sich, dass dies der US-amerikanische Schlachtruf im Frühjahr war, um die Russen in die Knie zu zwingen. Wenn die Forderung nun mit halbjähriger Verzögerung wortwörtlich aufgenommen wird, schadet das Ergebnis einem mit Sicherheit nicht: Das ist Russland. – Drum bedenke, was du verlangst, es könnte dich selber treffen.

Ölhahn zu (3): Wenn das Weiße Haus jetzt von einem feindlichen Akt spricht, wird das den Arabern zu denken geben. Mir geht das einstige deutsche Größenwahn-Sprichwort durch den Kopf: Viel Feind viel Ehr. Russland, China, jetzt auch Arabien und seit gestern ebenfalls der Iran, dem die Verhängung von Sanktionen angekündigt wurde.

Zu See: Die widersprüchlichsten Nachrichten über den Grad der Zerstörung bzw. die Reparierbarkeit von Northstream II bestimmen in D die Meldungen. Sie sind wie üblich an der Frage ausgerichtet: Wer war das ? Und: In welcher Zwickmühle steckt Deutschland hier eigentlich?Zur See (2): Die Russen melden, ein U-Boot der Bjelgorod-Klasse in den Pazifik entsandt zu haben. Seine mitgeteilte Bewaffnung ist in der Tat furchteinflößend: Mehrere Reaktor-getriebene Langstrecken-Torpedos mit Kern-Sprengköpfen. Das sind – in konventionelle Vorstellungen übertragen – fahrende Kriegsschauplätze, weltweit. Nebenbei: Wer jetzt immer noch von nuklearer Erstschlag-Kapazität phantasiert, sollte beschleunigt eingesperrt werden. 

6. Oktober 2022

Für jeden Topf findet sich ein Deckel. Dieses deutsche Sprichwort diente seit Alters her dem Trost für Mauerblümchen, dass das Warten auf den Traummann dereinst nicht vergeblich gewesen sein werde. Das mag so sein, oder auch nicht, doch zur Zeit erleben wir eine Renaissance im Bereich der Volkswirtschaft, die eher eine Zweckentfremdung ist, denn es geht um die überkochenden Preise. Dabei ist es bereits physikalisch fragwürdig, wenn man glaubt, das Überkochen durch einen Deckel stoppen zu können. Das reicht bestenfalls für einen Moment, dann fliegt der Deckel runter, oder der Topf platzt. Nach dieser Vorrede:

Deckel (2): Die Eurokraten haben soeben das achte Russland-Sanktionspaket geschnürt. Die sieben Vorgänger haben offenbar den bösen Putin nicht hindern können, die bislang zur Ukraine gehörigen Oblaste Cherson, Saporoshje, Donjezk und Lubansk heim-ins-Reich zu holen. Jetzt soll er mit dem Öl-Preis-Deckel zur Rückgabe gezwungen werden. Wie soll das gehen?

Deckel (3): Brüssel legt den Höchstpreis fest, zu dem Ölkäufe noch zulässig sein sollen. Und wenn sich die Verkäufer dem nicht beugen? Dann kaufen wir halt kein Öl mehr, bis sie sich eines besseren besinnen. Wird das funktionieren? Die Antwort steht fest, und sie heißt Nein. Und schließlich: Was hat der Ölboykott mit den einkassierten Gebieten zu tun? Nichts, denn die Deckeler haben die Rahmenbedingungen nicht im Griff. Diese lauten: Die Russen sind auf die EU-Staaten als Abnehmer nicht angewiesen, diese jedoch auf das Russen-Öl.

Deckel (4): Die Idee ist älter als der gestrige EU-Beschluss. Sie mündete in die Entscheidung der französischen Elf Aquitaine ein, den Russen ab dem kommenden Jahreswechsel kein Öl, das durch die Pipeline Drushba nach Schwedt an der Oder gepumpt wird, mehr abzunehmen. Einer unüberprüfbaren Internetmeldung entnehme ich, dass die hiervon abhängige Leuna begonnen hat, ihren Betrieb runterzufahren. Ich lasse das mal im Raum stehen, denn es ist einen eigenen Aufsatz wert.

Deckel (5): Vor einigen Tagen hat die russische Regierung den diplomatischen Vertreter der EU in Moskau nach Hause geschickt. Den brauche man dort nicht. Wer Ohren hat zu hören, wird das feine Ritze-ratze am Brüsseler Gebäude wahrnehmen.Deckel (6): Schon die Nazis (die echten) hatten eine Idee, wie man die Russen deckelt. Für Freunde der Propaganda: Das Bild stammt aus der NS-Zeitung Der Stürmer und ist vom Mai 1938.


Der Ton wird rau: „Глава МИД ФРГ Анналена Бербок заявила:Мы находимся в состоянии войны.С кем? Давно? Шольц в курсе?Я понимаю, что в юности Анналена Бербок занималась прыжками на батуте и достигла в этом виде неплохих результатов. Но пора уже приземлиться“ (Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock sagte: ‚Wir befinden uns in einem Kriegszustand‘. Mit wem? Wie lange? Weiß Scholz davon?Ich verstehe, dass Annalena Baerbock in ihrer Jugend Trampolinsprünge trainiert und in diesem Sport gute Ergebnisse erzielt hat. Aber es ist Zeit zu landen), so gestern die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa. – Auch hier ist die Säge unüberhörbar.

5. Oktober 2022

Mit jeder Pressekonferenz deutscher Wirtschaftslenker erhält das nichtsahnende Publikum weitere Ohrfeigen. Beispiel RWE (diesmal nicht Rot-weiß Erfurt): Der Stromriese aus Essen wäre ein deutscher Grundversorger, dachte auch ich. Jetzt wird offenbar, dass er ein Staatsknete-Abzocker in Sachen Kohleausstieg im Milliardenbereich ist und, so könnte man singen: „Was macht er mit dem Geld, was macht er mit dem Geld? Er kauft sich ein ganz rasch.“ Kurzum, RWE kaufte eine Solarfirma in den USA. Was hat der deutsche Stromkunde davon? Nichts. Empfehle stattdessen einen Blick auf die Stromrechnung.

Abzocker (2): Wenn nun einer meint, das sei so ein sprichwörtlicher Einzelfall gewesen, dann irrt er, denn der RWE-Chef hat im Duett mit dem Herrn Robert soeben angekündigt, dass man sich den sog. Ausstieg aus der Braunkohle ebenso aus dem Staatssäckel vergolden lässt, indem man ihn auf 2030 vorzieht. Diese Leute kreisen frei im Raum. Sie müssen da weg, weil sie dem deutschen Volk ohne jede Hemmung schaden.

Abzocker (3): Warum wird man auf dieses grandiose Fehlverhalten jetzt vorsichtig aufmerksam gemacht? Dazu muss man ein bisserl um die Ecke denken: Größter – das bedeutet in der Wirklichkeit: im einstelligen Prozentbereich – Aktionär der RWE ist die amerikanische Finanzfirma Blackrock. In deren Aufsichtsrat war bis vor wenigen Monaten der jetzige CDU-Vorsitzer Merz. Was tat er, um der Verschiebung der Proleten-Euros in die USA Vorschub zu leisten? – Tja, was?Abzocker (4): Wenn ich Blackrock lese, erscheint vor meinem inneren Auge deren Lenker Larry Fink mit dem Schwulen-Schal um den Hals, so wie er kürzlich in Davos der Welt die Welt erklärte. Das Bild erzeugt in mir eine Gedankenabschweifung: Dieser Schal ist das Umhängeschild für Fortschritt und In-sein. Was war da eigentlich früher? Das Palästinensertuch? Aber da liegen hals-nackte Jahrzehnte dazwischen. Man sage jetzt nicht: der rote Schal. Den zierte für ein Augenzwinkern der deutschen Geschichte bestenfalls Momper und Genossen.
Ein alter Panzerfahrer gibt Auskunft. Gespräch mit 6 Grünen-Verächtlichmachern (m/w) bei Tisch, also wird viel gelacht, denn die Zeiten sind danach. Sie (sehr schlank) – auf mein Foto mit dem auf dem Autobahnparkplatz stehenden Leo 2 zeigend: Das richtige Auto für Fräulein Lang. – Ich: Ne, die passta nich rein. – Ächt? – Ich: Weder lang noch quer. – Sie: Kannst du auch mal ernst sein? – Ich: Ja, das Bier ist alle.

Zwei Dinge gleichzeitig machen, die einander widersprechen, so als hätte man zwei Köpfe, nennt man schizophren. Das ist der Ausdruck für eine spezielle Geisteskrankheit. Geht mir durch den Kopf, wenn ich unsere Polit-Lenker über den Wirtschaftskrieg gegen Russland reden höre. Sie liefern Waffen an dessen Feind und behaupten zugleich, sie selbst seien friedlich, weswegen man ihnen nichts anhaben könne.

3. Oktober 2022

Dieses Tages zu gedenken, bedarf ich des Anstoßes nicht. Er schloss vor 32 Jahren die konfusesten 9 Monate meiner gesamten Beamtenzeit ab, die ich in der Arbeitseinheit des Bundesinnenministeriums zubrachte, welche berufen war, die staatsrechtlichen Grundlagen der deutschen Einheit zu erfinden und an allen Bedenkenträgern vorbeizumogeln. Am 3. Oktober war die Sache dann Geschichte, wie man so sagt.

Geschichte (2): Ich würde niemals behaupten, die Einheit hergestellt zu haben, aber ich weiß genau, wer beteiligt war und wer – oft entgegen anderer späterer Behauptung – nicht.

Geschichte (3): Meine damalige Tätigkeit belehrte mich über die Macht des Apparats – wenn er denn will.

Wörtlich: „Der Angriff auf Nothstream ist eine enorme Chance, ein für allemal die Energie-Abhängigkeit von Russland loszuwerden.“ Sagt vorgestern US-Außenminister Blinken. Er meint uns Deutsche, denn sein Land bezieht weiterhin Rohstoffe zum Eigengebrauch aus dem Reich des Bösen. – Danke für Ihren klarstellenden Hinweis.


Blinken (2) und zugleich Nachtrag zur Notiz vom 29. September 2022: Das unbekannte Flugobjekt kommt in den ersten Stunden des 26. September von den Färöern, überquert Dänemark und die Ostsee, wendet in Nordpolen, wo es in der Luft aufgetankt wird, und kehrt in das Anschlagsgebiet zurück, wo es die eigenen Ortungseinrichtungen abstellt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Fernaufklärer der US Air Force. Nun wie passt der in den angeblichen Anschlag durch den bösen Putin? Jetzt müsst ihr die nächste Lüge erfinden, um das Geschehen zu erklären. Doch halt, ist vielleicht aber gar nicht mehr nötig, so bald sich die Attentäter öffentlich ihres Vorgehens rühmen werden. Blinken hat eine vortreffliche Vorlage gegeben.

Bei Ansehen & Anhören der Putin-Rede zur Unterzeichnung der Beitrittsakte der vier Bezirke von Lubansk, Donjezk, Saporoshje und Cherson fällt mir der ungewöhnliche Ernst des Herrschers und des Publikums auf. Erst ganz zum Schluss, nach der Nationalhymne, stehen die fünf Männer händehaltend vor dem Publikum beisammen, das in Russland, Russland…- Rufe ausbricht. Putin lächelt für ein oder zwei Sekunden. Alles, was davor lag, war eine Kriegserklärung an den Westen, speziell an die USA.Vor Tagen habe ich mir Gedanken gemacht, welches Gebiet Russland beanspruchen wird, das besetzte oder das der Verwaltungsgrenzen, was größer ist. Es ist das Letztere, wie ein Ultimatum des Verteidigungsministeriums heute ausweist. Es verlangt den Abzug der ukrainischen Truppen binnen 14 Tagen, sonst werde man der gesamten Ukraine die Energie entziehen. Jetzt ist die Zeit der Spezialoperation zu Ende. Jetzt sind die Amerikaner am Zug – aber womit? Es ist wie der Blick in die Glaskugel an meinem Küchenfenster.

2. Oktober 2022

Ein reiches Land: Monatelang habe ich Daten zu lesen gekriegt, wie die Bundesregierung die Gasspeicher füllen lässt – dank einer Sonderermächtigung zu irrwitzig teuren Einkäufen. Heute erfahre ich, dass das Speichergas keineswegs, so wie behauptet, dazu dient, der Bevölkerung über Krisenlagen hinwegzuhelfen, sondern dass sich dort jedermann bedienen kann, der den Höchstpreis zahlt. Mehr muss man dazu nicht sagen, wiewohl ich gestehe, dass ich einen Moment lang fassungslos war.

Ein reiches Land (2): Gestern war Abverkauf von unverkäuflich Gebliebenem in einer ehemaligen Dependance von Aldi in Schilda-Nord. Mich treibt die Neugierde dorthin. Traurige Umgebung, Leute mit Bierdosen und so. Vor dem Laden ein halbes Dutzend S-Klasse-Vehikel der Kategorie halb Limousine halb SUV. Innen die zugehörigen Orientalen in Zweier- und Dreiergruppen, aber ohne Kopftücher. Zwischendrin etliche Einzelpersonen, die so arm sind, dass es einen graust. Woher ich das weiß? Man sieht  es.

1. Oktober 2022

Morgens um sieben malt die aufgehende Oktober-Sonne ein wunderbares Farbschauspiel an den Himmel. Nach nur wenigen Minuten ist es vorüber. In solchen Momenten bedauere ich, keine gescheite Kamera mehr zu besitzen. Die letzte ihrer Art – eine Exacta – versank im Atlantik. Lange her.

In Finnland wird ein gigantisches Kernkraftwerk 250 km westlich von Helsinki,, Olkiluoto-3, nach über 10 Jahren Bauzeit in Dauer-Betrieb genommen. Es ist angeblich das größte seiner Art und wird so den Finnen über den nunmehr russland-feindlichen Winter helfen. Wenn ich mich recht erinnere, wurde es von russischen Firmen errichtet. Wissen das eigentlich die neuen Verbündeten? Ich denke mal: ja, denn Bloomberg berichtet soeben darüber. Und was sagt der böse Putin? Habe nix gehört.

Die Woche geht erwartungsgemäß mit der Unterzeichnung der Beitrittsurkunde der vier Oblaste von Cherson, Saporoshje, Donezk und Lubansk zur Russischen Föderation zu Ende. In Moskau wird es in überschaubarer Kürze die Ratifikation durch die Gesetzgebungs-Körperschaften geben. Der Völkerrechts-Chor des Wertewestens singt seine gewohnten Weisen. Interessant hingegen wird sein, wann und wie welche Staaten außerhalb Russlands den neuen Zustand anerkennen werden. Hieran wird sich zugleich ermessen lassen, ob der russische Schachzug eine kluge Finesse genannt werden kann, die unipolare Welt zu sprengen.
Unterdessen: Deutschland genehmigt gestern Waffenexporte nach Saudi-Arabien (Ausrüstung für Kampfflugzeuge). Scholz war da in dieser Woche auf Goodwilltour. Da wird man ihm wohl gesagt haben, dass er sich mit der Genehmigung beeilen möge. Nebenbei: Das ist der arabische Staat, der seit Wochen Schritt um Schritt auf die Linie der BRICS-Staaten, an deren amerika-feindlichem Handeln nicht mehr gezweifelt werden sollte, offen eingeschwenkt ist. Doch solange die Atlantiker selbst Waffen in beträchtlichem Umfang auf die arabische Halbinsel liefern, wird man dem deutschen Vasallen seine Geschäfte durchgehen lassen. Jedenfalls bis Lockheed, Boeing & Co Einspruch erheben.

30. September 2022

„Wenn Russland in die Ukraine einmarschiert, wird Northstream II in der einen oder anderen Weise nicht weitergehen.“ So die stellvertretende US-Außenministerin Victoria Nuland am 27. Januar 2022 in Washington DC. Am 9.3.2022 wurde sie bei einer Befragung im Kongress noch deutlicher: „Ich denke, dass Northstream II jetzt tot ist.“

Nuland (2): Als ich mir vor über einem Jahr nach einem intensiven Blick auf Biden und Blinken die Frage stellte, wer seit dem Machtwechsel eigentlich die Leitlinien der US-Außenpolitik bestimmt, war ich ratlos. Jetzt habe ich einen Vorschlag: diese hier.

Kannste dir nich ausdenken: „Wenn wir das jetzt akzeptieren, dass man mit vorgehaltener Hand am Kopf der Menschen, so isses ja bei den Referenden, sie werden erschossen, sie werden vergewaltigt und sollen sie innerhalb von drei Tagen Kreuze machen, weil neben ein Soldat steht mit Kalaschnikow in der Hand“ [Zeichensetzung zum besseren Verständnis des Textes von mir]. So Annalena Bb. in einem Interview bei dem Fernseh-Clown Lanz. [Dank an den mir unbekannten Zusender an mich den notorischen gebühren-zahlenden Nichtfernseher].

Annalena (2): Ich denke, sie ist eine heiße Anwärterin auf den Karls-Preis. Nein, nicht den von Aachen.

Lanz (2): Einer solchen Quelle verdanke ich, dass der selbe reichlich besoldete Volkspädagoge an Sahra Wagenknecht maßzunehmen versuchte. Ging aber nicht, sooft er und seine Streithelfer auch versuchten, sie zu unterbrechen. Ihre Botschaft konnte nicht missverstanden werden: Sofortige Beendigung des Wirtschaftskriegs gegen Russland, inclusive der kontraproduktiven Waffen-Lieferungen in die Ukraine, um den deutschen Mittelstand zu retten, welcher der Motor und Garant des hiesigen Wohlstands sei. Deswegen seien unverzüglich Friedensgespräche mit Putin zu beginnen und Northstream II zu öffnen. Zum Zeitpunkt des Interviews existierten beide Northstream-Pipelines noch. Kurz drauf nicht mehr. Nun wäre es vermessen zu behaupten, die Aussagen einer ziemlich machtlosen PDS-Politikerin würden unsern Kolonialherrn beeindrucken. Aber dass sie als pars pro toto wahrgenommen wurden, darf man unterstellen.

Wagenknecht (2): Witzig ist, dass es dem ZDF offenbar nicht gelungen ist, aus dem Auftritt der Nominal-Sozialistin ein möglichst verunglimpfendes Standbild zu destillieren. Die Frau verfügt über eine nahezu perfekte Körper- und Gesichtsbeherrschung. Und ist, Oh-gott-oh-gott, gut gekleidet.
Nota bene: Schönheit kann man nicht lernen. Am wenigsten können Frauen das, aber ihnen bleibt der Trost, dass so manches eben doch Geschmackssache ist. Interessant dagegen, dass man Intelligenz und mancherlei Charakterzüge aus dem Gesicht ablesen kann. Gilt für Männer und Frauen gleichermaßen. Das mag eine Erklärung dafür liefern, warum unser polit-medialer Komplex am Masken-Fetisch festhält.

29. September 2022

Pünktlich zu den Ereignissen in der Ostsee weist mich das britische Nationalarchiv in Kew darauf hin, dass in Kürze die Ausstellung Treason: People, Power & Plot (Verrat: Volk, Macht & Verschwörung) eröffnet werde. Der englische Humor war mir immer schon sympathisch.

Die Nachtarbeit in Sachen Bornholm hat sich gelohnt. Meine Vermutung, dass es sich um einen US-Anschlag handelt, erfährt aus allen Richtungen Bestätigung, denn (1) Es war keine Gurkentruppe à la Kindergarten Neubauer & Co, denn das Sprengstoffverbrechen von Bornholm bedurfte sachkundiger Erkundung, Logistik und Manpower. (2) Die Sprengung einer von Beton ummantelten Stahlrohrs ist ein professionelles Kunststück. Sie bedarf großer Mengen von hochexplosivem Sprengstoff, vermutlich im Tonnenbereich, da es ziemlich sicher keine Verdämmungs-Möglichkeit gab, sodass die Sprengladungen aufgelegt werden mussten. Die Menge des benötigten Sprengstoffs verweist die Fabeln von Schlauchboot-Abenteuer in Reich der Greenpeace-Märchen und erklärt zudem die enorme Druckwelle, die in der Ostsee erzeugt wurde. (3) Die Täter legten wert darauf, dass die Sprengstellen nicht im Hoheitsbereich eines der Anrainerstaaten lagen. Die Umsetzung erforderte exakte Aufklärung und Navigation. (4) Die Durchführung der Sache unter Wasser bedurfte eines professionellen Taucherteams mit allem Zubehör fürs Tieftauchen und den Munitionstransport. Nochmals: Die Annahme eines Schlauchboot-Teams ist Blödsinn. (5) Ein US-Flottenverband fuhr wenige Tage vor den Sprengungen vom Fehrmann-Belt kommend südlich an Bornholm vorbei Richtung Osten. Er berührte, um es höflich zu sagen, die späteren Sprengstellen. (6) Zu Zeit der Sprengungen flog ein großes, nicht identifiziertes Flugobjekt (mit Sicherheit kein Ufo) von Polen kommend über die Insel Bornholm, wo es aus der konventionellen Flugsicherung entschwand. Da dies nicht das Bermuda-Dreieck ist, wird es seine Ortungssysteme abgeschaltet und irgendwo hingeflogen sein. Bekannt ist zudem, dass es zuvor aus Richtung der Färöer-Inseln über den Atlantik gekommen war, in Polen in der Luft durch ein Flugzeug der US Air Force aufgetankt wurde, bevor es dann seinen Rätselflug ins Zielgebiet unternahm. Ich denke mal, es sollte nicht den dänischen Schollenfischern Demokratie und Menschenrechte bringen, sondern die Ergebnisse der Sprengungen in Echtzeit nach Washington liefern.Kleine Münze: In Berlin wurden bei der letzten Wahl 385.000 Stimmen illegal abgegeben oder gezählt. Was passiert? Das Verfassungsgericht berät, und der Kongress tanzt (bereits seit einem Jahr).

28. September 2022

Verbrechen mit Ansage: Die Zerstörung der beiden Ostsee-Pipelines Northstream I und II bei Bornholm durch mehrere gleichzeitig erfolgte massive Sprengstoffanschläge hat ungezählte Kommentare nach dem Wer? und Warum? ausgelöst. Dabei ist nach meinem Dafürhalten ebenso dringlich die Frage nach dem Was-nun? Das Letztgenannte ist aus der hohlen Hand kaum beantworten.

Verbrechen mit Ansage (2): Die Betrachtung der Chronologie lässt keinen Zweifel aufkommen, wer hier tätig wurde, denn diese sieht so aus: (a) Februar 2022 Präsident Biden erklärt in einer Pressekonferenz in Gegenwart des Bundeskanzlers, dass die USA die Eröffnung von Northstream II nicht dulden würden und – auf Nachfragen – dass sie die Mittel hätten, ihre Auffassung durchzusetzen. (b) Biden wiederholt im Juli 2022 öffentlich seine Bemerkungen vom Februar.

Verbrechen mit Ansage (3): Es gehört zu den Gepflogenheiten von Berufsverbrechern vor der Gewaltanwendung dem Gegner – wie es in diesen Kreisen heißt – die Waffen zu zeigen. Ich erinnere mich deutlich an den veränderten Gesichtsausdruck von Scholz vor und unmittelbar nach seiner USA-Reise im Februar. Er wirkte sichtlich erschüttert, als er hernach – für mich überraschend – das endgültige Aus von Northstream II verkündete. Man hatte ihm in Washington etwas gesagt, nur was?, das war unklar. Zudem unterlag ich, wie wohl manch ein anderer auch, der Fehlvorstellung, die Zerstörungsankündigung durch Biden für das verwirrte Gerede eines Senilen zu halten. – Senil mag zutreffen, sonst hätte er nicht öffentlich bekannt gemacht, was offenbar auf seinem Sprechzettel für den Empfang des Bundeskanzlers stand. Er sprach also die Wahrheit, wenngleich nicht geplant.

Verbrechen mit Ansage (4): Wie man angesichts der für Deutschland fatalen Ereignisse glauben kann, die Russen hätten ihre eigenen Pipelines mit militärischer Gewaltanwendung zerstört, ist mit Mittel der Logik nicht nachzuvollziehen. Dass man dergleichen glauben machen will, hingegen schon, denn die einflussreichsten Mainstreammedien befinden sich in Deutschland fest in US-amerikanischer Hand.

Verbrechen mit Ansage (5): Wenn polnische Offizielle jetzt den USA für die Zerstörung danken, so zeigt das, dass aus Polen meiner Einschätzung in dreierlei Weise beigepflichtet wird: (a) Die Amerikaner waren die Täter. (b) Die Polen hatten die Tat jahrelang öffentlich gefordert und sind nun stolz darauf, dass die Sache erledigt wurde. (c) Sie sind ein fragwürdiger Verbündeter, weil sie Befriedigung zeigen, wenn uns jemand schadet. – Fazit: Das Gespenst der Einkreisung grinst erneut über die Oder-Grenze.Marsch auf Rom: Entgegen dem EU-Untergangs-Geschrei bei Mainstream bezüglich der italienischen Rechtskoalition, die sich tatsächlich bildet, sehe ich eher die internen Bruchlinien. Sie beziehen sich auf die Einstellung zu Russland. Der Streit wird ausgetragen werden müssen, wenn auch in Italien das Aus des europäischen Stromverbundes auf dem Kabinettstisch liegt.

27. September 2022

Ukraine-Konflikt: Heute soll die Volksbefragung in den vier südöstlichen Bezirken von Cherson, Saporoshje, Donezk und Lubansk abgeschlossen werden. Die Karte zeigt den militärischen Frontverlauf vom 25.9.2022 unter Ergänzung der Grenzen der Abstimmungs-Bezirke durch den Schweizerischen Generalstabs-Obristen Jacques Daud. Wie diese Volksbefragung ausgehen wird, kann kaum zweifelhaft sein.Ukraine (2): Die russischen Gesetzgebungsgremien werden der Gebietsänderung der russischen Föderation in aller Kürze zustimmen. Der Wertewesten wird von völkerrechtswidriger Annexion sprechen. Beides halte ich für sicher. Interessant wird die genaue Grenzziehung sein, denn die russisch kontrollierten Gebiete stimmen mit den Verwaltungsgrenzen nicht überein. Das gilt vor allem im Bezirk Saporoshje und das westliche Donezk. Sollte sich der russische Beschluss auf die Verwaltungsgrenzen beziehen, werden wir in aller Kürze eine russische Offensive erleben.

26. September 2022

Tatort Kaufland. Was nun? Meldung ans BKA oder ein Fall für das SEK? Und vor allem: wohin mit der Tüte, damit ich mich nicht verdächtig mache? Nebenbei: Dass der Hersteller dieses gegen den Wertewesten gerichteten Produkts ein Sachse ist, braucht man wohl kaum zu betonen.

In Italien siegen die Mussolini-Erben gemäßigter Provenience. Die dpa-Meldung betont, dass nach der Verhältniswahl die Post-Sozialisten die stärkste Kraft sein würden. Sehr richtig, aber coniunctivus irrealis, denn leider, leider gilt in Italien ein anderes Wahlrecht mit der Betonung direkter Wahlelemente. – Die Trump-Wahl 2016 nebst Mainstream-Falsch-Berichterstattung lassen grüßen.

Italien (2): Wenn er in Rom die Ponte Duce über den Tiber betritt, gehen dem deutschen Schlenderer die Augen über und frivole Gedanken durch den Kopf. Man denke sich mal – igitt – die Weidendammer Brücke über die Spree als Brücke des Führers. – Gottlob ist die Wirklichkeit in D eine andere: In Schilda wurde der A.-H.-Platz vor dem bis dahin Gauforum genannten Gebäudekomplex in Weimarplatz umbenannt, bis sich vor Kurzem die antifaschistischen Stadträte für Jorge-Semprun-Platz entschieden. Das war ein spanischer Kommunist, der in Buchenwald einsaß, später – und nachdem er seinem Glauben abgeschworen hatte – schrieb er lesenswerte Bücher.

Im Bundesland Tirol wurde die schwarz-grüne Regierungskoalition abgewählt. Es wird also – grotesk genug – mit geringen Nuancen alles beim alten bleiben, denn die erheblich ramponierte ÖVP wird weiter am Ruder bleiben, aber auf keinen Fall mit der auftrumpfenden FPÖ koalieren. Auch hier sieht man, dass das Verhältniswahlrecht die Volksfront-Parteien unabwählbar an die Regierungs-Macht schmiedet.Rot-grüne Wirtschaftspolitik in einfacher Sprache (für diejenigen, die die Sache mit dem Gas und dem Öl nicht verstehen wollen): Wenn der einzige Bäcker in der Nähe ein Kreuz (Achtung, Verdacht auf Volksverhetzung) im Laden hängen hat, werden die Käufer aufgefordert, diesen Laden zu boykottieren, bis er pleite ist, und auf Sojaprodukte umzusteigen. Leute, die dennoch nach Brötchen verlangen, werden wegen Verfassungsfeindlichkeit (Querdenker) verfolgt. – Als liberales Feigenblatt für FDP-Wähler, die immer noch auf Krabbenbrötchen von Sylt bestehen, wird ein aeronautischer Lieferservice über den Lebensmittelkonzern Unilever eingerichtet, der zur Realisierung seiner Brötchen-Luftbrücke staatliche Beihilfen aus den sog. Garnelen-Fonds erhält.

25. September 2022

Zum Sonntagsspaziergang gern mit fremden Federn am Hut: (1) Bei Egon W. Kreutzer entdeckt, der 20 KWh Pufferspeicher im Selbstbau (Leer und Füllstand 78 %):
 
Fremde Federn (2): Bei Wolfgang Prabel entdeckt: Man stutzt und staunt über den selbstdenkenden jungen Mann aus Eisenach, der unmissverständlich klares Deutsch spricht. Tim Schnitke, Abitur, ordentliche Ausbildung, jetzt im Beruf, eigene, leicht nachvollziehbare Gedanken zur Politik. Dass er zudem der CDU angehört, lässt es wahrscheinlich erscheinen, dass man ihn als Nestwärme-Störer alsbald über den Rand drängen wird. Seine Löschung auf Youtube wäre zudem das mindeste. – Schön wie so häufig: Mainstream versucht, ihn unfair zu attackieren, was ihm die Interessenten in Scharen zutreibt. Da kann man nur sagen: weiter so.

Fremde Federn (3): das neuste Senioren-Akrützel von Bernd Zeller im elektronischen Briefkasten vorgefunden. Über seine ätzenden Volten wie stets gegrinst. Gebe das PDF bei Bedarf an Interessenten gern weiter.

24. September 2022

Ukraine-Konflikt: Es hat in den zwei Wochen ab dem 9. September an drei Stellen des Frontbogens militärische Auseinandersetzungen am Boden gegeben. Es handelte sich um ukrainische Angriffe, im Folgenden von Nord nach Süd aufgezählt. (a) Im Raum südöstlich von Charkow gelang den Ukrainern ein Vorstoß, der zu einem Geländegewinn von bis zu 35 km Tiefe führte. Er verringerte die russische Möglichkeit, die Stadt durch Einschließung zu Fall zu bringen. (b) Bei Saporoschje griffen ukrainische Streitkräfte Richtung Süden an. Es ist die Vermutung zulässig, dass sie versuchten, die russischen Streitkräfte durch einen Vorstoß bis zum Meer zu zweiteilen. Dieser Versuch ist offensichtlich gescheitert. Die Beschießung des Kernkraftwerks von Saporoschje hält an. Da sich das Kraftwerk in russischer Hand befindet, kann die Behauptung westlicher Medien nicht stimmen, die russische Seite trüge hierfür die Verantwortung. (c) Der groß angekündigte Angriff auf das russisch besetzte Cherson, den südöstlichen Eckpfeiler der Front, ist ohne jeden Erfolg geblieben.

Ukraine (2): Die Rückgewinnung des Geländestreifens im Bezirk Charkow (siehe oben a) hat zu einem bemerkenswerten Propagandaerfolg geführt. In den westlichen Medien wird erneut vom bevorstehenden Sieg der Ukraine gesprochen.

Ukraine (3): Die Russen haben mit zwei politischen Maßnahmen auf die Ereignisse reagiert: (a) Es wurde eine Teilmobilmachung der Armee angeordnet, die 300.000 Soldaten betreffen soll, bevorzugt ehemalige Zeit- und Berufssoldaten und gediente Reservisten. Wann diese und in welchen Formationen auf dem Schlachtfeld erscheinen, ist noch nicht zu erkennen. (b) Es wurden Volksabstimmungen in Angriff genommen. Sie betreffen die russisch besetzten Verwaltungsbezirke von Cherson und Saporoschje (beide am südlichen Frontbogen), wo die Bevölkerung zu einer Sezession von der Ukraine befragt werden wird, und die beiden für selbständig erklärten Dauerzank-Bezirke von Donezk und Lugansk (beide in der Mitte des Frontbogens), wo die Bevölkerung über die Möglichkeit des Anschlusses an die Russische Föderation befragt wird.

Ukraine (4): Der Geländegewinn bei Charkow als ukrainischer moralischer Sieg und die russische militär-politische Reaktion lassen es derzeit nicht zu, den eigentlichen Sieger des ukrainischen Offensiv-Versuches festzustellen. Die drei ukrainischen Angriffs-Handlungen haben vielmehr gezeigt, dass deren Streitkräfte offenbar keine operativen Reserven besitzen, um an drei Stellen des Frontbogens gleichzeitig erfolgreich zu operieren, ja nicht einmal Teilerfolge operativ ausnutzen zu können. – Nach meiner Einschätzung handelt es sich hier um ein massives Personalproblem, ganz sicher der Zahl nach, aber womöglich auch bei der Kampfmoral. Es zeigt sich, dass dieses Problem zwar durch westliche Waffenlieferung gemildert werden kann, aber offensichtlich nicht zu beseitigen ist. Mit anderen Worten: Es fehlen die Kämpfer.

Ukraine und die Welt: Die Konferenz von Samarkand hat alle gewichtigen Länder zusammengeführt, die sich dem Kurs der US-Administration, Russland mit einem Wirtschaftskrieg in die Knie zu zwingen, nicht anschließen. Die Tendenz der Spaltung der wirtschaftlich potenten Staaten der Erde hatte sich schon vor wenigen Wochen beim letzten G 20-Gipfel gezeigt. Jetzt, in Samarkand, waren die anti-amerikanischen Staaten unter sich. Das Treffen der russischen und chinesischen Staatsführung bei dieser Gelegenheit dürfte mehr als nur plakative Bedeutung haben, zumal die USA tagtäglich an der Sanktionsschraube gegen China drehen.

Stamokap: In den 1970er Jahren vertrat ein starker Flügel der Jusos – der SPD-Jugendorganisation – eine Wirtschaftspolitik, die zwischen Kapitalismus und Sozialismus rangieren sollte, den Staats-Monopolkapitalismus. Man belegte diese Richtung mit dem schneidig klingenden Kürzel Stamokap. Inhalt der Lehre: Enteignung der Großunternehmen, um die Ausbeutung der Arbeiter zu beenden, und die Weiterführung der Unternehmen in Staatshand unter kapitalistisch-optimalen Bedingungen. Das wurde nicht nur deshalb nichts, weil es Unsinn ist, sondern weil das Grundgesetzes die entschädigungslose Enteignung verbietet.

Stamokap (2): Die einst verworfene Idee feiert derzeit fröhliche Wiederauferstehung. Die deutsche Regierung steckt mitten in der Übernahme etlicher Großunternehmen in Staatsregie. Zur Zeit sind es die Energieunternehmen, welche die Last der Gas- und Ölpreise-Explosion nicht mehr an die Verbraucher weiterzugeben vermögen – weitere Branchen werden folgen. Dass der Staat das Wirtschaften besser kann, ist eine Milchmädchen-Rechnung, die auf Gelddrucken beruht. Das Ende dessen ist abzusehen, denn seit Kurzem beträgt die Inflation rund 10 Prozent – Tendenz steigend.Stamokap (3) Es entbehrt nicht der Komik, dass der deutsche Anti-Atom-Staat mit der Übernahme des finnischen Konzerns Uniper zum Miteigentümer russischer Kernkraftwerke wird. Wer hätte das gedacht? Doch manchmal ergibt sich das Wesentliche erst aus dem Kleingedruckten. Und schließlich: Welche ungelernte Kraft an der Spitze des Wirtschaftsministeriums kann eine Bilanz lesen und wozu?

22. September 2022

Sexverbot für fleischfressende Männer, schreit mich die Bildzeitung in der Bäckerei an, in der es, von mir in der vergangenen Woche entdeckt, noch richtiges, im Ofen gebackenes Brot gibt (siehe Beweisfoto auf meinem Küchentisch nach dem gestrigen Kauf und dem Anschnitt). – Ich, beim Bezahlen auf die Zeitung zeigend zur Bäckersfrau (Schienenbäcker in Bad B.): Ja, was machen wir denn da? – Sie: Kommen Sie öfters? – Ich: Ja. – Ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

Brot (2): Den Duft kann das Foto nicht wiedergeben. Das zugehörige Gefühl ist dem Nicht-Deutschen fremd. Es heißt Heimat. Klingt kitschig, stimmt aber.

Lesefrüchte: (1) Sie hörte ihnen mit ebensoviel Vergnügen zu, wie dem Rattern der Kutsche (Jane Austen: Stolz und Vorurteil). Wird fortgesetzt.

Lesefrüchte (2): Leserin R.S. schickt mir das hier mit Quellenangabe (Anzeige aus: Schriften der Farmwirtschaftsgesellschaft für Südwestafrika. Fünfter Band. Sitzungsbericht der Gesamtausschusssitzung der F.W. G. am 18. Mai 1920 in Omaruru); die Firma gibt es heute noch:

Marie-Agnes, die FDP-Frau mit der Sturmhauben-Frisur als Stimmungskanone zu bezeichnen, erscheint in sofern nicht abwegig, als sie bei Mainstream unablässig deutschen Waffenlieferungen ins Kriegsgebiet das Wort redet. Dass man sie zudem hinter vorgehaltener Hand als Waffenlobbyistin bezeichnet, erinnert an das alte deutsche Sprichwort: Wer bezahlt, bestellt die Musik.Die Lage im Kriegsgebiet spitzt sich so zu, dass man sie unmöglich in ein, zwei schnoddrigen Sätzen abhandeln kann. Ich werde heute nach Einsammeln weiterer Informationen darüber nachdenken müssen.

21. September 2022

Serengeti oder Nordkap? – Keins von beiden.

Das Einrücken von Links soll nicht die Regel werden, aber hier ist es notwendig. Egon W. Kreuzer hat gestern auf seiner Web-Seite die Sache mit den Gasspeichern glasklar beschrieben und auch keinen Zweifel daran gelassen, wie es zur Gaspreis-Explosion gekommen ist. Verantwortlich ist die Bundesregierung und die sie stützenden Parteien von SPRFDPGrünenCDUCSU und sonst niemand auf der Welt. Hier ist es nachzulesen: https://egon-w-kreutzer.de/die-bedeutung-der-gasspeicher-fuellstaende.

Kreutzer (2): Bei einem anderen Blogger las ich das hier: „Ein Blogger und (Wirtschafts-) Buchautor namens Egon W. Kreutzer führt seit dem 21. September 2019 online Buch über Insolvenzen,…“. – „ein Blogger“? Man hätte auch schreiben können „der mir bislang unbekannte Blogger Egon Kreutzer…“, doch soviel Fairness ist offenbar zuviel verlangt, wenn einer auftaucht, der etwas Bestimmtes deutlich besser kann.

Kreutzer (3): Die Lektüre des Protokolls von Pleiten und Arbeitsplatzvernichtung ist ein Horror-Trip. Nur einmal konnte ich mich eines Grinsens nicht erwehren. Bosch-Stiftung? Das sind die Leute, die stets am Starte sind, wenn es Abwegiges zu fördern gilt, was der Gemeinschaft eher Schaden zufügt, als dass es ihr nutzt.

28.12.2021Übertrag1590800
Robert-Bosch-Stiftung, Stuttgart, Geldspeicher, 40 von 200 Mitarbeitern werden entlassen.401590840

Kreutzer (4): Wie auch immer, es geht um https://egon-w-kreutzer.de/jobwunder-deutschland-2. Mein Vorschlag: Jeder Bundestags-Kandidat muss zunächst diese Liste fünfmal abschreiben und sich sodann einem Test unterziehen, in welchem er nachweist, dass er verstanden hat.

Kreutzer (5): Für den Autor gilt. Ein unnachsichtig strenger Beurteiler und ein liebenswürdiger Tischgenosse, wie ich vor 14 Tagen erleben durfte.

Kreutzer (6): Grade schreibt er mir, dass er den Gasspeicheraufsatz noch einmal korrigieren musste. Die Lage ist noch weit schlechter, als zunächst errechnet.

Klopse herzustellen, bezeichnete meine Großmutter, als eine Kunst. Je länger ich die Versuche von Leuten dulden musste, denen dieser Satz fremd ist, desto einleuchtender erscheinen mir die damals belachten großmütterlichen Sentenzen. Während sie selbst im Offizierskasino der Danziger Leibhusaren ihre Kochkunst erlernte, was uns ab und an wunderbare Königsberger Klopse bescherte (klein und aus Kalbshack, bei Tisch kurz gesiedet in einer Tunke aus Weißwein und Kapern), lernte ich später anderes kennen und fürchten, zum Beispiel das, was der Rheinländer Frikadellen nennt (halb altbackenes Brötchen, halb Halbundhalb mit Zwiebeln). Doch die sind nicht der Höhepunkt, denn heute gehe ich angeekelt in der Kaufhalle an Sojabratlingen für den veganen Gasgrill vorbei. Ein Zwischenlösung an Furchtbarem bot sich vor Jahren schon in Skandinavien, wo man auf nicht definierbares Fischzermalenes zurückgriff, was es heute immer noch gibt, wie man sieht.

20. September 2022Die Berufs-Kriminellen der sog. Klima-Bewegung drangen gestern in den Tagebau von Jänschwalde ein. Hallo, verehrte Kollegen, das sind schwere Straftaten, blättern Sie ruhig mal im StGB, Abschnitt über gemeingefährliche Straftaten, da werden Sie fündig. Einschlägig ist auch die Vorschrift über das Bilden krimineller Vereinigungen (§ 129). Das Wegsehen der Sicherheitsbehörden bedeutet eine Strafvereitelung im Amt. Zudem: die geldliche Unterstützung dieser Kriminellen durch Bundesbehörden ist als Mittäterschaft bzw. Beihilfe strafbar.

Gänseliesels Traum: Das ist das Leben der Annalena Bb., in zwei Wörter gefasst.

Und fürs Poesiealbum (hier zum Ausschneiden, aus den keineswegs rechten Nachdenkseiten – ganz im Gegenteil):

Die Revolution frisst ihre Kinder: Mit Interesse betrachte ich, wie durch Mainstream Abweichler bestraft werden. Derzeit Ulrike Guérot, das einstige Hätschelkind, das es jüngst wagte, das heilige Corona zu schmähen, indem sie forderte, die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Sie muss jetzt irgend ein Selbstlobgremium des NDR verlassen. Einschneidenderes wird folgen. – Nachspiel: Lade die doch mal zum Leseabend ein… Ich: Die ist noch nicht so weit.

19. September 2022

Klassenkampf: Während in den besseren Lagen von Schilda die Verteilerkästen in blau-gelb angepinselt sind, überwiegt in den schlichteren Ecken das rot-weiß, kombiniert mit der Buchstabenfolge RWE. Hinweis für Auswärtige: das ist das Kürzel des Fußballvereins Rot-weiß Erfurt.

Auf den Inseln: Während die BBC alle Hände voll zu tun hat, das Königshaus – dead or alive – ins rechte Licht und danach ins britische Wohnzimmer zu rücken, macht die neue Regierung, deren Mitglieder aus Protokollgründen (siehe vorhergehender Satz) noch längst nicht ordnungsgemäß ernannt sind, Nägel mit Köpfen. Als erstes hat sie die Klimakatastrophe abgesagt, Fracking-Genehmigungen erteilt und die Ölförderung ausgeweitet.

Klima (2): Im Sonnenscheinstaat California, für Jahrzehnte der Wirtschaftsmotor der USA, geschieht das Gegenteil. Angeblich ziehen seit ein, zwei Jahren die Besserverdienenden nach Arizona und Texas. Meine Prognose: dort werden sie, weil sie so schrecklich fortschrittlich sind, die stabilen Republikaner-Hochburgen zum kippen bringen. Danach: siehe oben.Texas (2): Der dortige Gouverneur hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Er verfrachtet die in seinem Land aufgegriffenen illegalen Einwanderer mit Bussen nach Washington DC. Sein Kumpel de Santis aus Florida setzt noch einen drauf und schickt die bei ihm unerbetenen Gäste mit Flugzeugen in Staaten, die sich gegen die Grenzmauer ausgesprochen haben.
Blauer Montag in Schilda an der Recknitz: 14 Hinweise der fürsorglichen Obrigkeit, ein falsches Auto (Diesel), 2 falsche Fahrräder (ohne E-Antrieb), frühmorgens bei 12 Grad (der Wärmetod ist nicht mehr aufzuhalten). Zum Glück gab’s heißen Kaffee zu den mitgebrachten Stullen.

18. September 2022

Zweifrontenkrieg: Deutschland hat reichlich Erfahrung in dieser Art verfehlter Politikgestaltung. Zwei gründlich verlorene Weltkriege mit anschließendem wirtschaftlichem Desaster waren die Quittung dafür, dass seine Politiker nicht in der Lage waren, das Land aus der Kriegführung insgesamt rauszuhalten. Ob kluge Leute das geschafft hätten, ist umstritten.

Zweifrontenkrieg (2): Nunmehr sind wir Zeuge des dritten Versuchs. Nachdem unsere Regierung das Land nahezu irreversibel in den Krieg gegen Russland verstrickt hat, verkündet der Wirtschaftsminister den Beginn des Wirtschaftskriegs gegen China, das bis heute Mittag weltweit unser größter Handelspartner gewesen ist. Nach Angaben der entsprechenden Lobbyorganisationen sind 1,1 Mio. Arbeitsplätze hierzulande unmittelbar betroffen. – Wieder geschieht das Unbegreifliche: Die verantwortlichen Wirtschafslenker rufen nach dem Staat, anstatt den Murx zu beenden. Die nötige Power dazu hätten sie.

Ukraine-Konflikt: Der Rückzug der Russen bei Charkow vor 10 Tagen erregt nach wie vor die Gemüter. Die einen sprechen vom Vormarsch auf Moskau, die anderen von Sabotage im russischen Lager. Beide einander feindliche Auffassungen lassen den Blick fürs Reale vermissen.

Ukraine (2): Schwer zu verstehen ist allerdings, warum die Russen nicht die weiche Flanke der Blau-gelben attackieren. Diese ist das elektrifizierte Eisenbahnnetz im Lande. Dort den Strom gewaltsam abzustellen, rechnet mir Leser H. detailliert vor, bringt die ukrainische Streitmacht um die Versorgungs-Nabelschnur und damit das Aus für jegliche militärische Operation. Es sei, so erfahre ich, praktisch ausgeschlossen, die E-Loks, die dann stillstünden, durch Diesel-Lokomotiven zu ersetzen, denn es gäbe derzeit keine solchen Breitspur-Lokomotiven im Lande und auch nicht westlich der Ukraine. – Immerhin, so geht es mir durch den Kopf, versuchten sich die Deutschen bei ihrem Ost-Vormarsch im Sommer 1941 in der Kunst des Umnagelns, wie man damals sagte, also das Lösen und Verschieben der existierenden Schienen auf die Normalspur.

Ukraine (3): Von Westen aus betrachtet, gibt es genau zwei Nadelöhre, durch die alle Nachschub-Bahnen hindurchmüssen. Sie liegen dicht hinter der polnisch-ukrainischen Grenze in Kowel (Ковель) und Lemberg (Lviv, Lwow, Львив).

Ölhahn zu: Die Bundesregierung dreht weiter an der Energieschraube. Jetzt ist ihr die Treuhandverwaltung (sprich Enteignung) des russischen Ölkonzerns Rosneft eingefallen. Dieser ist Miteigentümer der bedeutenden Raffinerien in Deutschland. Man darf nun stündlich erwarten, dass Russland die Ölzufuhr über die Pipeline Drushba nach Schwedt an der Oder beendet.

Ölhahn zu (2): Deutsche Windstrom-Barone wollen die Raffinerie-Anteile von Schwedt erwerben, um, wie sie verkünden, den Menschen der Region eine Perspektive zu eröffnen (vermutlich durch den Aufbau von Hamsterrädern zu Stromerzeugung). Gleichzeitig spricht der Klimaminister von der günstigen CO2-Bilanz. Zynischer geht es kaum.Ölhahn zu – Nebenkriegsschauplatz: Polen will die Anlage von Schwedt übernehmen, aber nur, wenn Deutschland dem russischen Öl abschwört. Man könne, das benötigte Öl aus Danzig und Rostock anliefern. Wusste gar nicht, dass dort bedeutende Ölfunde angefallen sind. Es fällt schwer, nicht an die polnische Politik der Jahre 1938/39 erinnert zu werden.

17. September 2022

Aus dem Wust des Wirtschafts-Branchen-Nachrichtenmülls lassen sich Strukturen erkennen: Heizen geht vor Hungern, denn die Bundesregierung setzt auf Notversorgung der Bürger mit Gas, damit sie im Winter nicht erfrieren. Dass hierbei die Düngermittel-Herstellung zum Stillstand kommt, wird schulterzuckend hingenommen. Schließlich gibt es immer noch Mehl beim Aldi. Dass Bäcker sich den Strom zum Backen nicht mehr leisten können – na, wenn schon. Es gibt immer noch Brot beim Aldi. Dass dieses Brot aus Großbäckereien stammt – na, wenn schon. Wenn die ihre Stromrechnung nicht mehr stemmen können – einfach Produktion anhalten und Kurzarbeitergeld beantragen.

Wirtschaft (2): Deren Spitzenfunktionäre rufen landauf landab nach Staatshilfen. Kann man sich etwas Widersinnigeres vorstellen? Mit wertlos werdendem Geld lässt sich kein Hochofen heizen, der Brennwert reicht nicht mal zum Feuermachen. Nicht das Geld ist das Problem, wie die Wirtschaftsweisen glauben machen wollen, sondern die Riege der politischen Akteure, die das angerichtet haben. – Geld ist nur insofern das Problem, als den Großverdienern seit vielen Jahren die Lust zum Nachdenken abhanden gekommen ist.Wirtschaft (3): Nur die Highlights: Aluminiumproduktion – am Ende; Autoproduktion – kein Glas, keine Elektronik, kein Aluminium; Stahlproduktion aus – Energieproblemen, Hochöfen runtergefahren; Düngerproduktion – aus Gasmangel beendet.… Aber Panzer will unsere Polit-Riege dem Kumpel Wolodymyr aus unsern Waffenschmieden liefern. Diese sehr speziellen Autos bestehen aus Stahl – schon mal gehört?

Der Herr Scholz gab jetzt das hier zu Protokoll, sprich: zu Twitter: „Friedlich seine Meinung zu äußern, das ist eines der wichtigsten Rechte unserer Demokratie. Wenn Kundgebungen von Extremisten, Querdenkern und Verfassungsfeinden gekapert werden, nehmen wir das nicht hin. Denn unsere Demokratie ist wehrhaft. Bundeskanzler Olaf Scholz (@Bundeskanzler) September 14, 2022“.

Querdenker (2): Antwortete ihm einer: „Werter Herr Bundeskanzler: Was Sie nicht wissen, da Sie ja auf noch keiner Demo waren: Der überwiegende Teil (98 Prozent) sind arbeitende Bürger von nebenan. Extremisten und Verfassungsfeinde wurde bisher nur unter den Störern dieser Demos gesichtet. Danke für ihre Aufmerksamkeit!“.Querdenker (3): Gibt einer dem Herrn Scholz juristischen Feuerschutz. Grundrechte dürften nicht genutzt werden, um den Staat zu delegitimieren. Das sagte der Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Suche einen Moment nach dem Namen. Geb es dann auf, denn den Namen muss man sich nicht merken. Wirklich nicht.
Der ungarische Herr Orbán, so lese ich, stehe nach jüngstem Beschluss des EU-Parlaments keiner Demokratie vor, und das müsse pekuniäre Folgen für sein Land haben. Das, was ich da lese, wundert mich angesichts der engen wirtschaftlichen Verbundenheit der Meinungsführer in diesem Nominal- Parlament mit einem gewissen George Soros nicht, der in seinem Ungarn-Hass schwerlich zu überbieten ist. Was mich hingegen wundert, dass noch niemand auf die Idee verfallen ist, im Abstimmungsverhalten der Eurotarier einen verdeckten Streich der russischen Auslandsdienste SWR oder GRU zu vermuten, denn mir ist keine Maßnahme geläufig, die besser geeignet wäre, die Ungarn noch näher an Russland zu binden. Aber vielleicht ist es auch so, dass die Russen nicht gern Rubel ausgeben, wo Dollars den selben Zweck erfüllen.

16. September 2022

Kaufen in Echtzeit: Einen fremden Supermarkt zu betreten macht Freude – allerdings nur, wenn man in Urlaubsstimmung ist.

Kaufen (2): Bring mal eine Vanille-Schote mit, ist eine Herausforderung eigener Art, wenn man weder die Verpackungsform der Gewünschten, geschweige denn ihren Standort im Waren-Dschungel erahnt.Kaufen (3): Das morgendliche Parlament der maskierten Rentner hat eine Wagenburg um die Vitrine mit den Verfallsdaten-Sonderangeboten gebildet, den ich mutig durchstoße, um unter den empörten Blicken der Parlamentarier ein beliebiges Stück herauszugreifen. Diesmal ist es – als ich jenseits des Gedrängels meine Beute selbstgefällig betrachte – eingeschweißter Südtiroler Speck zum halben Preis. Eine gute Wahl – schon weil ich danach niemals gesucht hätte, jedenfalls in Schilda nicht. – Nachspiel: Was willst du denn mit dem Speck? – Ich: Essen.

Stesstest: Das ist ein neues Modewort. Früher sagte man: Risikoanalyse. Das jetzige Wort klingt irgendwie schneidiger, sportlicher, mit einem Wort: man signalisiert dem Publikum: Leute, wir haben die Sache im Griff.Stresstest (2): Ganz unangemessen ist die Verwendung im Zusammenhang mit dem zu erwartenden Blackout. Die Kommunalverwaltungen auf der Kreisebene, zuständig für den Katastrophenschutz auf der unteren staatlichen Ebene, verwenden es, um zu mutmaßen, wieviele Tote es in ihrem Verantwortungsbereich geben wird. Auf jeden Fall viele. Das sieht allzu offensichtlich nach einer vorweggenommenen Freizeichnung aus, nach dem Motto: Leute, wir haben es euch schon lange gesagt. – Eine verantwortungsbewusste Verwaltung würde anders handeln, sie würde die Ursachen der Misere so bekämpfen, dass dieselbe nicht eintreten kann. Im Klardeutsch: Als erste Maßnahme würde sie die Verursacher des Desasters gnadenlos abräumen. Die faktische Macht dazu hätte sie.

15. September 2022

Wirklich nichts neues: Robert & Co versprechen gestern beschleunigt mehr Propeller wg. Energieknappheit und so. Das hat nicht mal Grundschulniveau. Man kann sich nicht mehr drüber lustig machen, geht einfach nicht. – Die Stimmen mehren sich: Die müssen da weg. Die Zeit drängt.

In Schweden wird die Herrschaft der Sozialdemokraten beendet. Ich kann es noch gar nicht glauben. Die Schweden vermutlich auch nicht.

Schweden (2): Mein letzter Eindruck dort: Kinderspiele waren verboten, die einen Sieger erzeugen (Mensch ärgre dich nicht und so).

Todesfälle durch Prostatakrebs sind (nicht nur) in Deutschland sprunghaft angestiegen. Sie haben sich vervielfacht. Darüber darf nicht gesprochen werden, weil sich sonst Frauen diskriminiert fühlen könnten.

Neuseeland, die Insel der Corona-Extremisten, hebt die Maßnahmen auf. Keine Ahnung, woran das liegt. Jedenfalls wird die Ministerpräsidentin, die mal als das nette Mädchen von nebenan gestartet war, immer unansehnlicher.

8 Mäuse sollen an dem neuen Stöffchen gegen Omi Cron nicht verstorben sein. Mehr wurden auch nicht getestet. Sonst auch keiner. Klare Sache: 8 Mäuse – 8 Milliarden Menschen.

Die normale Sterblichkeitsrate in D wurde soeben überschritten. Jetzt kommen viereinhalb Monate Übersterblichkeit.

Die Experten von Robert Koch & Co weisen darauf hin, dass die FDP2-Maske bei Bartträgern unwirksam sei. Da hilft nur eines: Bart ab (könnte bei der einen oder anderen Bartträgerin auch aus ästhetischen Grünen von Vorteil sein).Autounfälle mit Selenskyj und Putin. Aber nicht am selben Ort.

14. September 2022

Schreiben einige zu meinen Ukraine-Kommentaren, ich hätte keine Ahnung – okay Leute, wie sieht denn die Wirklichkeit aus, und woher wissen Sie das? Andere meinen gar, ich wolle etwas vertuschen. Das wiederum finde ich blöd, denn worüber reden wir hier eigentlich, ohne selbst dabei gewesen zu sein? Es geht um den Besitzwechsel des wochenlang von den Russen besetzten Verwaltungsbezirk von Charkow. Militärstrategisch bedeutet der Besitzerwechsel nichts – bestenfalls eine schlechtere russische Position, falls geplant war, Charkow einzukreisen und dadurch nach bewährtem Muster zur Aufgabe zu zwingen.

Angriff und Rückzug (2): Neben dem rein Militärischen gibt es ein psychologische Seite der Angriffsaktion: Dieser Punkt geht eindeutig an die Ukraine. Wie lange das dortige Hochgefühl anhalten wird, vermag niemand vorherzusagen. Unklar ist auch, wie sich der Rückzug auf die Moral der russischen Truppen auswirkt. Nimmt man Maß an historischen Beispielen, so bedeutet ein Rückzug für die Russen nicht viel.

Fortschrittswahn: Im US-Staat California ist man dabei, den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor zu verbieten. 17 weitere US-Staaten wollen dem folgen. Und wann die Deutschen, die bekanntlich gerne Gutes aus Amerika nachmachen?

Shitstorm: Eine ungelernte Kraft namens Kevin Kühnert ist ein Parteisoldat. Man sagt: ein wichtiger. Deswegen unterhält er einen Twitter-Account. Man sagt: das sei unabdingbar, um dazuzugehören. Jetzt hat er, behauptet Mainstream, den seinen abgeschaltet, weil die Mit-Twitterer ihn unablässig beleidigen (Neudeutsch: sie erzeugen einen Shitstorm). Der Grund: er sei nicht für die Lieferung von Leopard- und Marder-Panzern in die Ukraine gewesen.Shitstorm (2): Ich weiß nicht, was der Twitter-Fleißige zu den Twitter-Kaufabsichten von Elon Musk getwittert hat. Da hatten Shitstormers behauptet, die Zeit des Faschismus bräche an. Wie gesagt, ich weiß nicht, ob er sich da beteiligte. Jetzt ist er weg von der Plattform. Wird ihn jemand vermissen? Elon Musk jedenfalls nicht.

13. September 2022

Mainstream meldet phantastischen Sieg der Ukrainer über die Russen südöstlich Charkow. Es ist kaum zu sagen, ob das stimmt. Die Russen sprechen von bis zu 50 km tiefem Geländeverlust durch Rückzug. Das Kartenstudium ermöglicht keine abschließende Beurteilung.

Sieg bei Charkow (2): Die Russen melden die Teilnahme von ca. 3000 Mann britischer und US-Amerikanischer Kampftruppen an der Seite der Ukrainer. Vielleicht werden spätere Geschichtsinterpreten einmal sagen, sie hätten durch ihr Auftauchen östlich des Dnjepr den Rubicon überschritten.

Sieg bei Charkow (3): Irgendjemand hat in der Stadt den Strom ausgeschaltet. Das legt die Vermutung nahe, dass die Russen die Kampftaktik forcieren. Arme Einwohner. Bisher hatten die Russen das offensichtlich vermieden.Sieg bei Charkow (4): „…der Gegenangriff [wurde]… gestern durch einen bedeutsamen Erfolg gekrönt. Nach tagelangen harten Kämpfen haben Verbände der Waffen-SS, …, die Stadt Charkow im umfassenden Angriff zurückerobert. Die Verluste des Gegners … sind nicht zu übersehen.“ (Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom 15.3.1943). Aber ach: 2 Jahre drauf hatten die Russen die Oder überschritten.

12. September 2022

Fluch der bösen Tat: Nachdem ich gestern Abend nach langem Schweigen meine dritte Ukraine-Epistel auf den elektronischen Weg gebracht habe, gibt es Lob und Tadel aus ungeahnten Ecken. Ich hätte, so lese ich, die Entwicklung im Raum Charkow nicht richtig berücksichtigt, wo die russische Armee am Vortag Gelände in einer Tiefe von ca. 50 km aufgegeben habe. – Stimmt. Das ist der Nachteil, wenn man versucht, 9 Monate Kriegsgeschehen in den Griff zu bekommen. Beim Blick auf Google Maps gerate ich ins Träumen und entdecke zu meiner Verblüffung, dass Russland und Nord-Korea südlich von Wladiwostok eine gemeinsame Landgrenze haben. Wer hätte das gedacht? Ich nicht.

Während ich noch über actualia nachsinne, schreibt mir Ulrich Schödlbauer aus Berlin das hier:

Der Plan, lang gehegt,
der jetzt zur Ausführung kommt,
besteht, kurz gesagt, darin,
den bescheidenen Wohlstand der Vielen
auf ein bekömmliches Maß zurückzustutzen
und damit den wirklichen Wohlstand zu mehren,
der, wie bekannt, nur Wenigen zusteht
und deshalb klimaneutral
sowie 
sustainable genannt werden darf.

*Wer sich daher
heute bereits zu den Wohlhabenden zählt,
betrachte das Ganze als Test
und seinen Ausgang als Antwort
auf die alles entscheidende Frage,
ob er sich bisher getäuscht hat.
Täuscher zu sein
und doch nur ein Getäuschter,
erinnert an das Märchen vom Esel,
der sich für einen verzauberten Prinzen hielt
und war ein Esel

vor sich und den anderen.

*

Der Plan, lang gehegt,
betrachtet die Erde von fern:
ein Wüstenplanet,
auf dem man per Zufall Wasser entdeckt hat.
Das große Rennen beginnt.
Wen schicken wir in die Wüste?
Die Nachfrage, hört man, soll gewaltig sein.
Die Menschen verhalten sich still.
Einige, hört man, ziehen die Straße vor.
Die Regierung betrachtet das als feindlichen Akt.
Sie muss es wissen.
Ich rücke das hier ein, weil ich das auch gerne mal gesagt hätte. Habe ich aber nicht. Sei’s drum.

11. September 2022Bislang hielt ich den menschengemachten Klimawandel für den dreistesten Schwindel moderner Politik. Jetzt weiß ich, dass er zutrifft, wenn auch anders als gedacht, denn es ist die massenhafte Aufstellung der Windmühlen, die in Mitteleuropa für die Austrocknung der Böden, das Ausbleiben der gewohnten Niederschläge und die nachhaltige Erzeugung von Flauten sorgt. Hiervor war frühzeitig gewarnt worden, nunmehr sind die Ergebnisse nachmessbar.

10. September 2022

Schreibt mir einer: Noch zweimal duschen, dann ist Weihnachten.Gerate mittags in einen Zirkel von Expertinnen. Bekomme auf diese Weise Bilder von der Insel zu sehen. Der neue König unterzeichnet eine badetuchgroße Urkunde, auch sein Sohn. Der eine mit einem Gesicht, dass aus einem Hohenzollern-Katalog entnommen sei könnte, der Junior ohne jede Familienähnlichkeit. Soll vorkommen. Die Palastwache mit Bärenfellmützen und Sturmgewehr. Letzteres ist offensichtlich für militärischen Exerzier-Zirkus nicht geeignet. Wo bleibt den da die vielbeschworene Tradition? – Immerhin wunderbar und unnachahmlich: Der näselnde Ton der Upper Class.

9. September 2022Heute Morgen nur einmal kurz gelacht: FDP2-Maske (ich liebe das Volk, das solche Witze macht).

Mittags finde ich: das erste Habecksche Insolvenzgesetz.Und dann war da noch der heutige Zeller:

8. September 2022

Schilda ohne Worte, jedenfalls ohne meine:

Auf gut Deutsch: Unsre Sprache hält wunderbare Nuancen im Vorrat, um das Aussprechen der Unwahrheit zum Ausdruck zu bringen: Beschummeln, Belügen, Verarschen. Das geht mir durch den Kopf, als ich bei Egon W. Kreutzer lese, wie er die Verlautbarung der Bundesregierung kommentiert, die das angebliche In-Reserve-Halten von zwei Kernkraftwerken betrifft. „Nun gibt es eine Information, die den offensichtlich mit der Energiewirtschaft überhaupt nicht abgestimmten Plan, zwei AKWs in die Reserve zu schicken, als totale Luftnummer entlarvt. Der Chef von Preussen Elektra und Betreiber des AKW Isar 2, Guido Knott, hat dem Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Patrick Graichen, schriftlich mitgeteilt, dass der Vorschlag des Ministeriums, zwei der drei laufenden Anlagen zum Jahreswechsel in die Kaltreserve zu schicken, um sie bei Bedarf hochzufahren, technisch nicht machbar sei und daher ungeeignet, um den Versorgungsbeitrag der Anlagen abzusichern.“ Das technisch-physikalisch Unmögliche war mir vorgestern auch schon durch den Kopf gegangen, was jetzt durch berufenen Mund bestätigt wird.Auf gut Deutsch (2): Regierungsverlautbarungen der Erbärmlichkeit zu zeihen, ist, wie ich seit gestern weiß, rechtsaffin. Das ist zutreffend, denn Regierungsverlautbarungen sind keine Beschreibung der Wirklichkeit, sondern demokratisch-liturgische Handlungen, die der Kritik entzogen sind. Daran glaube ich aufrichtig.
Auf gut Deutsch (3): Es gibt als Sprachbild zwei Varianten, die das Grauhaarig-werden umschreiben: Es ist einer in Ehren ergraut und ein anderer im Pulverdampf. Für Robert H. lässt sich weder das eine noch das andere behaupten. Man könnte, wenn man ihm wohl will, an eine Desillusionierungs-Ergrauung denken. Das würde, immer noch zu seinen Gunsten gesprochen, bedeuten, dass er seine Inkompetenz erkannt hat.

Da kommt keine Freude auf: Der größte Ad-Blue-Hersteller in Deutschland ist dem Rat des Wirtschaftsministers gefolgt und hat die Produktion eingestellt, anstatt wg. des für ihn unbezahlbaren Gaspreises in die Pleite zu segeln. Die grünen Idioten jubeln, allerdings hinter vorgehaltener Hand: Ziel fast erreicht, Deutschland ohne Dieselmotoren. Dass bei uns die LKW, die den Wirtschaftskreislauf in Fahrt halten, mit Diesel betrieben werden und dank der Umwelthysterie zwangsweise mit Ad-Blue, hat sich bis dorthin nicht rumgesprochen, oder es ist diesen Steuer-Schmarotzern egal.Diesel (2): Innerhalb einer Stunde an denselben Tankstellen vorbeigekommen: Preissprung um 5 Cent pro Liter.

7. September 2022

Wenn die Energiepreise nicht mehr bezahlbar sind, sollen die Unternehmen, um der Pleite zu entgehen, einfach mal die Arbeit einstellen. Sagt der Wirtschaftsminister. Mehr sollte man dazu nicht sagen. (Es sei denn Sie sind Bernd Zeller):

Einfach mal (2): Wenn das Wasser aus dem Aquarium ausläuft, sollten die Fische diesen Ort einfach verlassen, anstatt am Beckenboden jämmerlich zu krepieren.

Einfach mal (3): Internetfund zum Habecken (= Äußerung unsinniger Vorschläge):

Das Bundeskriminalamt warnt vor Demonstranten. Sie seien mit Masse rechtsaffin. Was für ein herrliches Schwurbelwort aus dem Quatschkatalog selbsternannter Extremismus-Experten, die für diesen Mist Steuergelder erhalten. – Nebenbei: Was befugt eigentlich das BKA, sich mit Fragen der polizeilichen Demonstrationsbegleitung zu befassen? Die Antwort lautet: Nach dem BKA-Gesetz niemand und nichts.Die CDU verlangt, lese ich, dass die Impfpflicht für das Gesundheitspersonal beendet werde. Soso, tut sie das, indem sie ein entsprechendes Gesetz im Bundestag eingebracht hat? Nein, keineswegs, ihre Funktionäre quatschen lediglich darüber, um mal in die Presse zu kommen.

6. September 2022

Diskrepanz: Vor vielen Jahren, als ich ein mühsam zusammengespartes Auto fuhr, das keiner gebrauchen kann, aber jeder Junge haben will, bemerkte ich, dass diejenigen Frauen, die das Auto zu Phantasien anregte, bei mir nichts derartiges bewirkten.

Unzeitgemäßes (2): Nach nicht zu langer Zeit bemerkte ich stattdessen, dass die einschlägigen Fahrer einander durch Heben der linken Hand begrüßten, hierbei zeigte die Zahl der abgespreizten Finger an, der wievielte Motor hinter ihnen röhrte. Als die Zahl der Finger meiner Linken nicht mehr reichte, verkaufte ich den Wagen – mit Gewinn (wenn man die Motor-Reparaturen mal rausrechnet). Es ist mir rätselhaft, warum mir dies frühmorgens durch den Kopf geht.

Maltes Tod unterm Regenbogen: Die Auseinandersetzung in Münster, die vor wenigen Tagen alle billig-und-gerecht-Denkenden im Antinazismus vereinte (einschließlich Nanzy F., der Innenministerin), mutiert, unbeschadet des grausamen Ausgangs der Sache, zur Groteske, denn Augenzeugen behaupten, dass der Schläger, der selbst ein islamisch-schwuler Teilnehmer an dem Begängnis war, verhindern wollte, von Malte, dem späteren Opfer, fotografiert zu werden, denn nach solch einem Foto im Internet müsste er, so war er nicht ohne Grund der Meinung, um sein Leben fürchten.

Ein bisschen schwanger: Normalerweise nicht, doch grün macht’s möglich, denn zwei von drei verbliebenen Kernkraftwerken werden zum Jahresende nicht abgeschaltet. Sie werden, wie offiziell verlautet, in Reserve gehalten. Kernkraftwerke in Reserve? Das suggeriert: Mal an und mal aus, je nach Windlage. Doch das ist murks, geht technisch nicht. Macht aber nichts, weil sich die Physik der demokratischen Willensbildung beugen muss. Hierzu würde es passen, die Kraftwerke im Dauerbetrieb laufen zu lassen und nur ab und an ihren Strom abzunehmen. Wir sind bekanntlich ein reiches Land – schon vergessen?

Auf den Inseln hat sich Liz Truss als Führerin der Konservativen durchgesetzt. Jetzt wird sie von der Königin zum Premier ernannt werden. Was sie bewirken wird, weiß kein Mensch – bis auf die Experten. Mir ist sie bislang nur durch ihre Nähe zum Davos-Zirkus und durch bemerkenswerte Interpretationen der europäischen Landkarte während ihrer Tätigkeit als Außenministerin des Vereinigten Königreichs aufgefallen. Sie wird nun nicht umhinkönnen, die wenig erfreuliche Lage im Inland zur Kenntnis zu nehmen.

Es entbehrt nicht der Komik, dass Mainstream die Ansage Putins vom Vortage schlecht ignorieren kann, am Donnerstag Northsteam I dichtzumachen, bis die Sanktionen aufgehoben werden. Er habe jetzt, so lese ich, sein wahres Gesicht gezeigt, nämlich seine teuflische Fratze. Ich denke mal, er hat lediglich wahr gemacht, was er seit Wochen mal mahnend, mal drohend angekündigt hatte. Unklar ist lediglich, ob Putins Worte, die jetzt in Taten umgesetzt werden, letztlich durch das kriegerische Gequatsche der grünen Annalena Bb. in Prag am Ende der letzten Woche ausgelöst wurden, als sie großspurig ankündigte, unbeschadet des deutschen Wählerwillens Waffen in die Ukraine zu liefern, solange die von dort angefordert würden.

Gas (2): Mir geht durch den Kopf, was BASF-Chef Brudermüller vor wenigen Wochen bezüglich des Gas-Stopps sagte: Seine Firma müsste in Deutschland dichtmachen. Wurden diese Worte ernst genommen? Kann ich nicht erkennen.

5. September 2022

Unter einem alten Hut steckt nur zu häufig ein an Jahren junger Kopf.

Die in der letzten Woche groß angekündigten Entscheidungsschlacht der Ukraine hat sich bei Lichte betrachtet als der Versuch eines Kommandounternehmens erwiesen, das Gelände des Kernkraftwerks Saporoschje, das sich seit Kriegsbeginn unter russischer Kontrolle befindet, zurückzugewinnen. Das ist gescheitert. Mainstream hat das noch nicht mitgekriegt und kündigt stattdessen an, die Ukraine werde in Kürze Deutschland mit Atomstrom versorgen. Wer denkt sich bloß diesen Mist aus?

Stattdessen haben 12 von 16 Bundesländern mitgeteilt, dass die Aufnahmekapazität für Zuzügler jeglicher Art überschritten sei. Was wird hieraus folgen? Nichts. Die Wir-haben-Platz-Umvolkler halten sich hartnäckig an der Staatsspitze.

Zur Gedenkfeier für Gorbatschow in Moskau reist kein deutscher Politiker an, nicht einer. So geht das, wenn eine Kaste Schiss hat, Flagge zu zeigen. Besser lässt sich ihre Geschlossenheit kaum demonstrieren.

Der Maßnahmeplan des Bundeskabinetts vom vergangenen Freitag wird mit einer bösen Lüge eingeleitet: Alles liegt an Putins Angriffskrieg, deswegen müssen wir sparen, sparen, sparen. Nach den Maßnahmen kommen die Versprechungen: Einmalzahlungen an Rentner und Studenten. – Indessen: Der riesige rosa Elefant mit den rotierenden Flügeln steht mitten im Raum.

Maßmahmeplan (2): à la Bernd Zeller (keine Raubkopie):

Ceterum censeo: Die Energiekrise ist von der Bundesregierung und der sie stützenden Partei (SPDFDPGrüneCDUCSU) seit einem Jahrzehnt mutwillig herbeigeführt. Konsequenzen zu ziehen, ist unaufschiebbar.
Am Nachmittag: Nein, der Tag hat es wirklich in sich. Putin – diesmal wirklich er selbst – spricht öffentlich aus, was jedem nüchternen Betrachter als selbstverständlich erscheinen muss: Northstream I wird zugedreht und bleibt zu, bis die Sanktionen gegen Russland fallen. Was er nicht explizit erwähnt, sagt sein Lehnsmann Dmitrij Medwedjew: Es ist Deutschland, das wg. seiner Kriegshandlungen jetzt die Knute kriegt.

4. September 2022

Die Kommissare der grünen Kriegspartei beschließen: Mehr Waffen für die Ukraine. Die grünen Wir-haben-Platz-Haber auf Länder- und Kommunalebene beschließen: Wir haben keinen Platz mehr. – Das nenne ich Stringenz.

Wenn die bunten Fahnen wehen: „Ein junger Mann wird totgeschlagen, weil er anderen helfen wollte. Auf einem #CSD [= Schwulen- und Lesbenaufmarsch]. Mitten in Deutschland. Im Jahr 2022. Das macht mich fassungslos und unendlich traurig. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen von #Malte. Solcher Hassgewalt müssen wir mit aller Härte entgegentreten.“ Schreibt am 2. September Nanzy F. auf ihrem Plapper-Account ins Internet (https://t.co/p1xhq94iFs).

Nanzy (2): Zugegeben, frühere Innenminister hatten es da leichter. Sie riefen bei Ereignissen (Polizei-Deutsch: Besondere Vorkommnisse), die ihnen quer im Hals steckten, den Büroleiter an, der rief den beamteten Staatssekretär an, der rief den zuständigen Referatsleiter an, der rief den zuständigen Länderkollegen an, der rief bei der zuständigen Polizei an, und sodann zurück. Im konkreten Fall hätte die Ministerin in überschaubar kurzer Zeit mitgekriegt, dass der Täter ein abgelehnter Asylant war. Auch hätte sie gewiss der Hinweis zögern lassen, dass man noch dabei sei zu ermitteln, wie der Streit auf offener Straße eskaliert war, und wer hier wen und wie zuvor provozierte.Nanzy (3): Wie gesagt, frühere Innenminister hatten es leichter. Sie waren dem Kampf für Recht und Ordnung verpflichtet und nicht dem Kampf gegen rechts. Sie hätten sich zudem um die Frage gekümmert, wie der Totschläger überhaupt noch in Deutschland sein konnte.Ceterum censeo: Die Energiekrise ist von der Bundesregierung und der sie stützenden Partei (SPDFDPGrüneCDUCSU) seit einem Jahrzehnt mutwillig herbeigeführt. Konsequenzen zu ziehen, ist unaufschiebbar.

3. September 2022

Annalena und Mainstream in zwei Varianten: (1) Sie hat mit ihrer Aussage, dass sie der Wählerwille nichts angehe, recht und habe sich lediglich ein bisschen unglücklich ausgedrückt. So beispielsweise die Neue Züricher. (2) Die Russen haben das Video mit ihren Aussagen verfälscht. – Ja, was denn nun? Das eine oder das andere? Doch falls beides richtig ist, hätten ja die Russen recht.Der Herr Karl schon wieder: Wer sich jetzt nicht impfen lasse, verkürze das Leben seiner Enkel um mindestens 3 Jahre. – Wir bewegen uns, sagte mir gestern ein Neurologe bei Tisch, im Bereich des Pathologischen und wies mich auf Beispiele aus seiner Praxis hin.

2. September 2022

Manchmal ist es keine Freude, mit einer Prognose richtig gelegen zu haben, als ich nämlich vor wenigen Tagen mutmaßte, polnische Offizielle würden den Jahres-Tag des Kriegsbeginns erneut für irrwitzige Forderungen an Deutschland nutzen. Ist in der Tat gestern geschehen. Die Höhe des Betrages habe ich mir nicht gemerkt. Ist auch nicht wichtig. – Nur mal so: Gegenrechnen, was rund ein Fünftel des Reichsgebiets wert ist, das man 1945 gratis und franko erhielt einschließlich der rein deutschen Großstädte Danzig, Stettin und Breslau.

Reparationen (2): Soweit ich weiß, wurde auch nie die Vernichtung des Deutschen Ordens in der ersten Schlacht von Tannenberg und das Einkassieren seines märchenhaften Besitzes im Jahre 1410 gesühnt. – Wer nicht so weit zurückblicken will, mag Gefallen am Einsacken des oberschlesischen Kohlereviers 1919-21 finden oder Westpreußens mit der Stadt Posen.

Annalena reist auf Kosten des Steuerzahlers nach Prag. Dort äußert sie – in meinen Worten –, dass ihr die Ansichten desselben schnuppe seien. Besser kann man die vorherrschende Grundauffassung des politisch-medialen Komplexes (sprich: der Eliten) nicht zum Ausdruck bringen. Niemand sage also, er sei über dessen gegenwärtiges Treiben überrascht.

Die Zufriedenheit der Befragten, so das Zwangsfernsehen, mit der Bundesregierung nehme ab. Weder gehöre ich zu den Befragten, noch kenne ich einen solchen, und schon gar nicht ist mir einer bekannt, der sich abnehmend zufrieden hätte äußern können – nein, wirklich nicht.
Stellvertreterkrieg: Andere für sich sterben zu lassen, ist ein beliebte Strategie, spätestens hoffähig bei den anglo-amerikanischen Seemächten seit der Grundsatzschrift Utopia von Thomas Morus. Der jetzige Ukrainekrieg ist aus Sicht der Westlichen Wertegemeinschaft so ein Fall: Man lässt Ukrainer verrecken, um Putin zu züchtigen. – Hierdurch offenbar angeregt, zeigt nun auch China seine Drachenzähne, indem es dem Wunderkind Elon Musk androht, dessen Satellitenflotte im All zu zerstören. Musk als Stellvertreter der USA, so sehen die Chinesen ihn, wird eliminiert.

Schilda an der Ilm – das Sudelbuch VIII

1. September 2022

In Schilda prallten gestern die Welten aufeinander. Aus-dem-Urlaub-Rückkehrer gegen Immer-noch-da-Touristen. Die Erstgenannten wollen ans Ziel, die anderen kämpfen mit den unbegreiflichen Autoverhinderungsmaßnahmen einer grünversifften Stadtregierung.

De mortuis nihil nisi bene (über die Toten nichts als Gutes): An ihnen pflegen sich – egal wie bedeutend sie gewesen sein mögen – die Geister zu scheiden, wenn auch oft hinter vorgehaltener Hand.

De mortuis… (2): Michail Gorbatschow gilt den Russen heute eher wenig. Er war ihnen zu sehr ein Verlierer, weil er die Auflösung der Sowjetunion nicht verhindern konnte. Ich bezweifle, dass es ein anderer gekonnt hätte. Und dennoch: Er hat sich mit einer Stahlfeder in seinen wenigen Herrschaftsjahren in die Analen der Weltgeschichte eingetragen. Seine Reform-Bemühungen sind im Ergebnis die Konsequenzen eines folgenreichen Irrtums.De mortuis… (3): Als ich Mitte der 1980er seine Schriften las, schüttelten meine Kollegen die Köpfe, und der damalige Kanzler verglich den Mann mit Josef Goebbels. Dass der Russe diese massive Beleidigung wegsteckte, ist für mich das eigentlich Überraschende seiner Persönlichkeit, der die Deutschen die Wiedervereinigung verdanken.
In den USA spitzen sich die Auseinandersetzungen um die Präsidentenwahlen 2020, mit denen Trump abgeräumt wurde, zu. Facebook-Boy Zuckerberg hat öffentlich eingeräumt, dass er auf einen dringenden Wink des FBI alles für Biden Nachteilige löschen oder in der Reichweite verkürzen ließ. Dies betraf gezielt die Nachrichten, dass Biden – Vater und Sohn – eheblichen China-Bestechungs-Dreck am Stecken hatten. Das FBI wäscht gestern seine Hände in Unschuld. Es habe lediglich vor russischer Desinformation gewarnt. Man lacht, wenn man’s liest.

30. August 2022

Vergleichbar: Die Sowjets und die US-Amerikaner besetzten – in dieser Reihenfolge – 1979 bzw. 2002 das Land Afghanistan. Die Sowjets ließen sich von einer Marionettenregierung rufen, die US-Amerikaner inszenierten einen herbeiphantasierten Rachefeldzug. Beide Invasionsarmeen scheiterten an einem Gegner, der kompromisslos den Willen zum Töten und zum Sterben hatte. Die Sowjets benötigten für diese Erkenntnis 10 Jahre, die US-Amerikaner die doppelte Zeit.

Vergleichbar (2): Die Stammeskrieger konnten beide Kriege gewinnen, weil (a) ein gemeinsamer Feind die Jahrhunderte alten regionalen Konflikte temporär zu unterdrücken vermochte, (b) massiveHilfe von außerhalb gewährt wurde, so dass (c) zweckdienliche US-amerikanische Waffen zur Verfügung standen. Der Unterschied war lediglich, dass im ersten Fall, die USA diese Waffen unmittelbar anlieferte, während sie im zweiten Fall von den islamischen Unterstützer-Regimen in den USA zuvor eingekauft worden waren.

Immer noch: Das Weiße Haus in Washington DC.

Aber: Kehren vor der eigenen Hoftür. Solange wir ohne nachzudenken Weißkohl zu Sauerkraut verarbeiten (= struktureller Rassismus), sollten wir schamvolle Zurückhaltung üben. Schon wg. unserer Vergangenheit.Grüne Innovationspolitik: Warum lässt Robert H. nach Strom in der Nordsee bohren? Weil, so erzählt mir ein Mann aus Schkeuditz ungefragt, da überall Watt ist.

29. August 2022

Im Westen nichts Neues: Die Pharma-Riesen Moderna und Pizer/BionTech beharken einander gerichtlich wg. behaupteter Patentverletzung beim Stöffchen.

Im Osten auch nichts Neues: Die polnischen Spitzenpolitiker beschimpfen seit dem Ende der letzten Woche Deutschland wg. angeblicher Hegemonialbestrebungen und verlangen, um diese einzudämmen, die physische Vernichtung der Gasleitung Northsteam II. Man könnte auf den Gedanken kommen, solche Injurien als Unverschämtheit gegenüber dem größten Geldgeber Polens zu empfinden. Tut man aber nicht, da man 1990 bereits verabsäumt hat, mit den Polen Klartext zu reden: Geld nur bei wohlwollender Nachbarschaft.

Im Osten (2): Bemerkenswert ist es, dass die Nachrichten über das polnische Verhalten nicht aus deutschen, sondern aus russischen Medien sprudeln. Natürlich muss es die russische Führung freuen, wenn sich die polnischen Nationalisten unverschämt gegenüber ihrem westlichen Nachbarn äußern. Sie erinnern ganz unverhohlen an 1939.

Im Osten (3): Zuverlässig lässt sich vorhersagen, dass der 1. September erneut genutzt werden wird, um dreiste finanzielle Forderungen gegen Deutschland zu formulieren.

Im Zentrum: In der Donaumonarchie waren die böhmischen Großgrundbesitzer Feudalherren eigener Art. So ließ ein Fürst Liechtenstejn in Rumburg (heute Rumburk) im Innenhof der barocken Klosteranlage die eins-zu-ein-Kopie einer italienischen Loreto Renaissance-Kapelle errichten. Auf einer Italienreise hatte dem noblen Mann das Original ins Auge gestochen, so dass er Gipsmodelle der Skulpturen und Friese anfertigen ließ, die dann dem Aufbau der großen Kopie als Vorbild dienten. Statt zum Dia-Abend konnte der große Mann seine Freunde ins Abbild einladen. Er nahm die Disney-Parks um 200 Jahre vorweg.Im Zentrum (2): Der Zustand der ehemals sudetendeutschen Grenzstädtchen ist halb und halb erfreulich. Da der Krieg an diesen Orten vorüberzog, sind die vielen Ruinen dem Sozialismus geschuldet. Den Zustand der seit 1945 hier ansässig gemachten Bewohner zu erkunden, hindert die Sprachbarriere. Das dunkle Bier in der Brauerei von Krásná Lipa (vormals Schönlinden) ist böhmisch-süßlich. Ein Karel Gott-Verschnitt singt auf dem Marktplatz, das Publikum auf den Bierbänken ringsum singt mit.
Political correctness: Vielleicht sollte man im vorderen Zentralbereich zusätzlich an eine FFP 2-Maske denken.

27. August 2022

Am Flughaften Leipzig gibt es eine Porsche-Dependance. Dort stehen – geschätzt – hunderte Neuwagen im Freien. Der Grund, so sagt der Zubringerfahrer zu mir, sei ein Lieferengpass mit Scheinwerfern. – Wir bewegen uns rückwärts.Rückwärts (2): Der Vorschlag des baden-württembergischen Regierungschefs, die Leute sollten sich statt des Duschens wieder an ihren Waschlappen gewöhnen, mag bei der grünen Klientel auf Applaus stoßen. Normale Zeitgenossen sind hingegen froh, dass die Zeit der Waschschüssel längst vorbei war.

26. August 2022

Die jüngste Ausgabe der Foreign Affairs ist gestern eingetroffen. Die im Council on Foreign Relations zusammengeschlossene US-Geld- und Macht-Elite erklärt hier auf über hundert Druckseiten, wie Russland unter den jetzigen Bedingungen zu besiegen sei. Es geht im Grundtenor, um dies zu wiederholen, um Herrschaft zu amerikanischen Bedingungen und nicht etwa um Frieden unter Ausgleich der divergierenden Interessen. Die Stolpersteine auf diesem Weg werden klar markiert und zwar so: Die unerwartete Stabilität Russlands, in Sonderheit seiner Währung, und das partielle Zusammengehen von Russland mit China, respektive mit Indien. Vor allem hier müssten die Staaten des Westens ansetzen. Zudem sei durch noch rigorosere Boykotts sicherzustellen, das Russland auf dem High Tech Sektor den Anschluss verliere, was im Ergebnis bewirken werde, dass die russische Führung die ohnehin nur fragile Zustimmung der eigenen städtischen Intelligenz verliere, welche prowestlich eingestellt sei.Platz und Sieg (2): Niemand, der bei Verstand ist, kann voraussagen, ob die unmissverständlich vorgetragene US-Strategie von Erfolg gekrönt sein wird. Nur sollte sich niemand darüber Illusionen machen, was die Umsetzung bedeutet, zumal Russlands Herrscher nicht mit Klarheit gespart hat, dass sein Land mit dem Wertewesten nichts mehr zu tun haben wolle. Da tut sich ein Abgrund auf, an dem – nebenbei bemerkt – wir selbst stehen.

Wenn man die Fahrgäste des Ausflugsdampfers bestimmen lässt, wie die Stromschnellen des Rheins beim Binger Loch zu passieren seien, wird es ein Ergebnis geben, aber kaum das erwünschte.

Weiß auch nicht, warum das mit dem Binger Loch durch meinen Kopf geht. Vielleicht, weil Annalena Bb. soeben äußerte, sie wisse nicht, ob die Ukraine den Krieg gewinnen könne. Ich weiß es. Die Antwort heißt: Nein.Egon W. Kreutzer hat die Gebrauchsanleitungen für FFP 2-Masken ausgewertet (https://egon-w-kreutzer.de/ffp2-und-erloese-uns-von-dem-uebel). Hier ist sein Ergebnis: „(1) Die FFP2-Maske ist für Coronaviren soweit durchlässig, dass der Hersteller ausschließt, mit dem Gebrauch dieser Maske könne das Infektionsrisiko vermieden werden. (2) Die Belastung des Atmungsapparates durch die FFP2-Maske ist so stark, dass die Arbeitsschutzrichtlinien nur eine maximale Tragedauer von drei Mal 75 Minuten täglich zulassen. (3) Die Belastung getragener Masken mit Erregern aller Art ist so hoch, dass der Hersteller vorgibt, nach Gebrauch nach der Richtlinie zur Entsorgung gefährlicher infektiöser Stoffe vorzugehen.“ Der Text verdient weiteste Verbreitung. Hier noch meine Zusammenfassung der Zusammenfassung: FFP 2-Masken helfen nicht, sind dafür aber schädlich. Und nun mein Tipp am Rande für intelligente Zeitgenossen: Scheuen Sie sich nicht vor Wiederholung. Mindestens 30 mal pro Person, dann sitzt es.

Unterlassung: Erhalte den Hinweis, dass ich es vor zwei Tagen bei der Notiz zum jüngsten Sarrazin-Buch unterließ, auf einen grundlegenden Vorgänger zum Gesagten und zugleich Titel-Zwilling hinzuweisen, nämlich auf Die Intelligenz und ihre Feinde von Volkmar Weiss aus dem Jahre 2012. Ich hole es hier nach, weil das Weiss-Buch das Grundlagenwerk für jeden sein sollte, der über die Vererblichkeit der mathematischen Intelligenz genaueres wissen will. Das ist eines seiner Themen, aus meiner Sicht sein wichtigstes.

25. August 2022

Wir segeln bei meteorologischer Flaute in den stürmischen Verbotsherbst. Die Verlagerung der Befugnisse auf Private zur Gängelung der Bevölkerung mit Hilfe des sog. Hausrechts wird zu bislang ungeahnten Exzessen führen. Niemand weiß mehr genau, was erlaubt ist und was nicht. Ein Traum für den Totalitären und ein Alptraum für den arbeitenden Bürger.

Der Herr Scholz und sein Kabinett sind von der Gas-Beschaffungstour aus Canada zurück. Das Einkaufsnetz blieb leer. Ins tägliche Leben übertragen: Das Mobiliar wurde auf den Sperrmüll gestellt, um hernach festzustellen, dass Gewünschtes nicht lieferbar ist.Scholz (2): Wenn der Kanzler die Gas-Beschaffung zur Chefsache erklärt, zeigt dies, dass er den beiden grünen Paradiesvögeln eine tragfähige Lösung nicht zutraut. Jetzt ist er selbst in deren Beisein gescheitert. Falls er klug ist – was ich nicht beurteilen kann –, wird er das Scheitern als Hebel benutzen, die vormals gewohnten Kohle- und Kern-Kraftwerke wieder anzufahren. Viel Zeit bleibt ihm nicht mehr beim Spiel mit seinem Amt – und mit dem Wohl und Wehe der Bürger.

24. August 2022

Das jüngste Sarrazin-Buch Die Vernunft und ihre Feinde mit dem bei Karl Popper geklauten Titel wird in Berlin vorgestellt. Das Ereignis ruft Erinnerungen wach, denn in genau demselben Raum der Bundespressekonferenz stellte 10 Jahre zuvor der Verleger Wolfgang Dvorak-Stocker mein Buch Nur für den Dienstgebrauch. Als Verfassungsschutzchef im Osten Deutschlands vor. Einen Tag später war das Buch als Raubkopie im Internet, wo es innerhalb von Stunden 20.000 mal abgerufen wurde.

Sarrazin (2): Der Clou der Buchvorstellung gestern war das Einleitungsreferat von Uwe Tellkamp, der das Spott-Vokabular um das Habecken (= das Falsche zur falschen Zeit tun), das Baerbocken (das Schaden-Verursachen), das Scholzen (= das Nichtstun) und Weiteres bereicherte. Das politische Personal als Auslöser von Volkswitz. Man wird sehen, ob sich das durchsetzt.Sarrazin (3): Das nun vorletzte Buch des Großautors las ich ganz und fand dort vieles, dem ich zustimmen konnte, nicht hingegen seinen Ausführungen zum Klimawahn, den er teilte. Hierüber habe ich mich bei dem scharf denkenden Mann mehr gewundert als geärgert. Der Kauf des Vernunftfeinde-Werks wäre für mich vermutlich eher ein Akt der Solidarität denn der Wissensbereicherung. Ich denke, so geht es vielen, was natürlich nicht gegen das Buch spricht – ganz im Gegenteil.
Psychologische Kriegführung: Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums heißt Lijian Zhao. Er hat sich vorige Woche zu den Anschlägen vom 11. September dahingehend geäußert, dass nicht arabisch-stämmige Terroristen, sondern die USA selbst für diese Verbrechen verantwortlich seien. Ob das so ist oder nicht, ist weniger interessant als der Umstand, dass beide Seiten dazu übergegangen sind, einander ganz offen als Verbrecherregime zu beschimpfen. Adressaten dieser Injurien sind in erster Linie die sonstigen Staaten dieser Erde.

Der Bürgermeister von Bad Doberan hat sich drastisch zu den sog. Notfallplanungen der Bundesregierung geäußert. Nicht die Wärmeräume für die Bevölkerung seien die Lösung, sondern das umgehende Wiederanfahren von Kohle- und Kernkraftwerken. Zudem solle man sich über Gasmangel nicht wundern, wenn man den Krieg gegen Russland unterstütze, anstatt sich ernsthaft um Frieden zu bemühen.Bad Doberan (2): Das ist nun schon mindestens der zehnte kommunale Spitzenmann, der sich einschlägig äußert. Erst wenn der Faktor tausend Wirklichkeit wird, kann man auf Abhilfe hoffen. Immerhin, so geht mir durch den Kopf, waren es ganz übersichtliche norddeutsche Gemeinden, wie im Frühjahr 1989 anlässlich der Fälschung der Kommunalwahl in Neuglobsow, die den Stein ins Rollen brachten.

23. August 2022

Doctor Antoni Fauci, der 81-jährige Corona-Papst der USA, kündigt seinen Rücktritt als Chef des Nationalen Institut für Infektionskrankheiten (NIAID) zum Jahresende an. Aus der einschlägigen dpa-Meldung entnehme ich nichts als Lob. Man muss sich dem keineswegs anschließen – jedenfalls dann nicht, wenn man nicht zu den Nutznießern von Big Pharma gehört.Fauci (2): Erste Leserkommentare, die naiver Weise nach den seit Monaten durch die alternativen Medien geisternden geradezu grotesk hohen Zahlungen an die Fauci-Behörde aus trüber Quelle glauben, dass jetzt die Stunde der justiziellen Gerechtigkeit nach 38 Jahren unheilvollen Wirkens schlagen werde, erfüllen mich mit Heiterkeit. Wie eine Drohung empfinde ich hingegen Faucis Bemerkung, er freue sich auf seine nächste Aufgabe. Wie wäre es mit dem Militärisch-industriellen Komplex (Planung des biologischen Kriegs der Zukunft)?

In Putins Kopf: Beeindruckend ist es, was die Experten zu wissen vorgeben, wie es in Russlands Herrscher so zugeht. Hierzu zählen auch die Quellen, aus denen das Hirn des Mannes schöpft. Alexander Dugin sei so ein Stichwortgeber. Von seinen Schriften las ich keine, nur dass dessen Tochter soeben mit einer Autobombe ins Jenseitsbefördert wurde. Iwan Iljin sei ein anderer. Von diesem russischen Emigranten las ich kürzlich ein Buch aus den 1930er Jahren und fand es unlesbar (merkwürdiger sprachlicher Widerspruch).

MPi: Über einen polizeilichen Schusswaffengebrauch im Ruhrgebiet las ich, dass einer der Beamten den schwarzen jugendlichen Messerstecher mit einem kurzen Feuerstoß aus der Maschinenpistole umlegte, bevor dieser das Messer gegen den eingreifenden Kollegen anwenden konnte. Jetzt jaulen Gutmenschen durcheinander.

MPi (2): Zur Bewaffnung von Panzerbesatzungen gehörten vor 50 Jahren Maschinenpistolen. Meine Übungs-Erfahrung mit dieser  zeigte, dass man auf kurze Distanz kaum danebenschießen konnte. MPi (3): Diese Waffe ist nicht ganz neu. Erste Serien-Modelle fanden Verwendung bei der Ermordung von Walther Rathenau vor exakt 100 Jahren.

Doch, doch, das Groteske lässt sich fast immer durch die nächste Groteske überflügeln: Die Stadt Los Angeles, Welthauptstadt der Wokeness und Drogenverwahrlosung, bietet kostenlose Covid-19-Tests für Hunde und Katzen an. Zwar ist bislang noch kein einziger Fall einer einschlägigen Infektion aufgetreten, aber…

Die Ratten und das Schiff: Die US-Regierung hat soeben alle ihre Staatsbürger aufgefordert, unverzüglich die Ukraine zu verlassen. Hierfür kann ich mir zwei unterschiedliche Gründe vorstellen: (1) Das Selenskyj-Regime wird sich selbst überlassen; (2) es wird einen massiven US-Angriff auf eines oder mehrere ortansässige Kernkraftwerke geben, für die diejenigen, die vor Kurzem stattfanden nur ein Präludium darstellen.Der Generalinspekteur der Bundeswehr spricht sich dezidiert gegen die Wehrpflicht aus: (1) Die Wehrdienstzeit sei zu kurz, um die komplizierten Waffen beherrschen zu lernen; (2) die Bundeswehr sei auch ohne dieselbe in der Lage, ihrem Verteidigungsauftrag nachzukommen. Soso. Zu 1: nicht jeder Soldat ist ein Jet-Pilot; zu 2: Las ich nicht kürzlich, dass das Personal-Ist der Kampftruppen ums Verrecken nicht zu erreichen ist? Fazit: die Sicherheit unseres Landes befindet sich nicht in den Händen verantwortungsbewusster Generale. Zudem scheint ihnen die Verbundenheit von Volk und Armee fremd zu sein.
Über den Wolken (über die Woken): Robert H. und seine Amts-Gespielen und Medien-Jubilanten benötigen im Regierungsflieger nach Canada keine Masken. Während ich diese Zeilen schreibe, ermahnt mich eine Ansageschleife in der Condor-Maschine, dass in deutschen Flugzeugen Maskenpflicht bestehe. Damit mein Hinweis nicht als Regierungskritik missverstanden wird, füge ich hinzu, dass unsere Regierenden gerade als Kontrollgruppe des Herrn Karl im selbstlosen Selbstversuch testen, wie sinnvoll das Maskentragen ist. Oder so. Wie schon der Flugpionier Lilienthal sagte: Opfer müssen gebracht werden.

22. August 2022Wie gut, dass es aufmerksame Leser gibt, sonst wäre mir die Nachricht aus dem Hause Karl entgangen. Was dort steht, erinnert in der Glaubwürdigkeit stark an die (von mir erfundene) Ausrede: Ich konnte nicht zur Pressekonferenz kommen, weil ich vergessen hatte, meinen Dienstwagen zu betanken. Man erinnert sich: Der Herr Karl hatte sein Handy in die Fernsehkamera gehalten und Corona-Schwurbler hatten den QR-Code ausgewertet. Karl, Karl, Karl!

In einem von mir erfundenen Impfkrimi sähe der Lieblingsschurke (Gestik, unverhohlene Kumpanei mit dem Schwab’schen WEF und öffentliches Bewundert-werden) aus wie der aus Saloniki stammende Pfizer-Lenker Albert Bourla. – Jetzt Covid-19 pos. Ein guter Gag. Im Abspann die Worte: Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen wäre rein zufällig.

Auch in diesem Fall gilt: Dank an den Leser P., der mir das hier anlieferte:

21. August 2022Das Rentnerische Akrützel im elektronischen Briefkasten vorgefunden. Unterscheidet sich erheblich von dem, was mich heute Nacht im fernen Süden ganz analog anschrie:

20. August 2022

Das Panikorchester hat eine neue Schallplatte aufgelegt. Die Wasserknappheit. So wird vorbereitet, dass es dank mutwillig herbeigeführtem Energiemangel demnächst kein warmes Wasser mehr gibt. Denn wenn es gar kein Wasser gibt, gibt es auch kein warmes. Nur eins ist klar: Der nächste Winter kommt bestimmt.Kommt mir einer im fernen Süden entgegen: Schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift Blackout. Kaum habe ich mich zu Ende amüsiert, kommt ein anderer auf mich zu: Schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift Manche führen. Drehe mich verwundet nach ihm um und lese auf seinem Rücken Manche folgen.

18. August 2022

Ich gerate in ein Quartier, in dem der Fernseher, dem ich schlecht ausweichen kann, lauthals läuft. Es handelt sich um ein Sportereignis. Falle auf, weil ich nicht weiß, dass dies die Europameisterschaften in was auch immer in München sind. Beim genaueren Hinsehen erkenne ich das Olympiastadion wieder. 50 Jahre, lange her. Ein Jahr zuvor trug ich noch olivgrün mit deutschen Fähnchen am Oberarm und sprengte auf dem Gelände ein Weltkriegs-Überbleibsel weg. Noch länger her.

Da gewinnt eine Deutsche den 5000 Meter-Lauf und eine – die Favoritin – wird im Weitsprung die Zweite. Die Läuferin blond und strahlend in ihrem Siegerglück, fast ohne Bodenhaftung, keine Spur von der Strapaze ist zu sehen, die Springerin, nachdenklich, gesammelt, eine Afrikanerin, der Herkunft nach. Beide tragen deutsche Fahnen durchs Stadion. Das also ist Deutschland. Auch.

Es sitzen vier Männer, gelb gewandet, auf der Tribüne des Stadions, die der Muppet-Show entstiegen sein könnten. Sie machen gemeinsam bedenkliche Gesichter. Auch das ist Deutschland, wie ich es kenne.

Nachtgedanken unter freiem südlichen Himmel inmitten von entspannten Leuten: Steigt Don Pedro nachts aufs Dach | werden Nachbars Hunde wach. Zusatz nach dem nächsten Glas: Dass Südwein reimen machte | ging schneller, als ich dachte.Im hispanischen Rechtskreis gilt die Regel, dass die Polizei nicht eingreift, wenn eine Hausbesetzung bereits mehrere Tage andauert. Jetzt gibt es nur drei Möglichkeiten, um die Störenfriede loszuwerden: (1) die Gerichte bemühen [= sinnlos und teuer], (2) den Besetzern Geld geben, damit sie verschwinden [= teuer und wahrscheinlich erfolgversprechend], (3) einige Muskelmänner engagieren [= ggf. teuer, dafür nachhaltig]. Für Señores mit Jagdwaffen gibt es wohlmöglich, wie man mir sagte, noch eine weitere Möglichkeit. Was die Leute so reden, wenn sie beim Wein zusammensitzen.

17. August 2022

Politisch unkorrekt: Der Palästinenser-Vorsitzer Abas soll sich auf einer Pressekonferenz nach Wunsch von Mainstream für das Attentat von München 1972 entschuldigen. Eine dahingehende Reporterfrage beantwortet er so, dass es da nichts zu entschuldigen gebe, vielmehr sei zu bedenken, dass Israel einen vielfachen Holocaust auf dem Gewissen habe. Diese boshafte Provokation ist kein Wunder aus seinem Mund. Bemerkenswert hingegen ist es, dass der daneben stehende Bundeskanzler zu diesen Schmähworten schweigt.Schweigen (2): Vielleicht dachte Scholz, das Schweigen sei die klügste Reaktion auf die Unflätigkeit. Vielleicht dachte er auch infolge seiner bewundernswert langen Leitung gar nichts. Doch im Ergebnis lag er schief, denn sofort tobte Mainstream gegen ihn los. Ein neuer Fall Scholz wurde geboren. Nehme an, dass die grünschillernde Journaille sich in der Hoffnung wiegt, das Abschießen von Scholz wäre die letzte Stufe, um dem Robert und der Annalena das Kanzleramt zu öffnen. Illusionen.

13. August 2022Nein, muss man nicht. Als Gesundheitsminister muss man nicht zählen können. So kann es vorkommen, dass man die Zahl 4 mit der 3 verwechselt. – Ich bin viermal geimpft, sagte der Herr Karl, dann hielt er zum Beleg seinen digitalen Impfpass in die Fernsehkameras. Darauf war zu sehen: Er ist dreimal geimpft. – Ein Regierungssprecher musste hernach klarstellen, dass Digitales und die Realität beim Herrn Karl nicht übereinstimmt. Das ist nicht das Einzige, was bei ihm nicht stimmt. Der Mann muss von seinem Posten entfernt werden. Er muss da weg, es wird dringlich.

Morgens um drei: Das Durchsuchungsprotokoll der Trump-Liegenschaft bringt zwei Dinge an den Tag: (a) der Vorwurf lautet auf Mitnahme von klassifizierten Dokumenten, die die Sicherheit der USA beeinträchtigen und zu Spionagezwecken geeignet sind, (b) inhaltlich nichts, da nur die Zahl der Kartons mit dem beschlagnahmten Gut genannt wird.Trump (2): Donald der Agent fremder Mächte, bekanntes Märchen seit 2016, jetzt im zweiten Aufguss. Die Angst vor ihm muss unermesslich sein. Der Hass auf ihn auch.

12. August 2022

Die Trump-Razzia des FBI zieht Kreise. Mir kommt der Verdacht, als sei der Schuss nach hinten los gegangen. Selbst seine Feinde im eigenen Lager der Republikaner sehen sich genötigt, mit dem Ex-Präsidenten wenigstens verbal solidarisch zu sein. Ihnen schwant, dass auch sie selbst Opfer solcher Attacken werden können, wenn die Gewaltinhaber zu solchen Mitteln greifen.

Razzia (2): Endgültiges lässt sich so lange nicht sagen, wie nicht klar ist, was die Staatsanwälte so alles aus dem Domizil weggeschleppt haben. Dass sie nach nicht zurückgegebenen Regierungsakten suchten, war – da bin ich mir sicher – nur ein Vorwand, um in das Haus eindringen zu können.

In Dresden findet vor dem OLG ein Terroristenprozess gegen die sog. Hammer-Bande statt. Das sind Antifa-Leute, die auf Staatskosten gelebt haben. Ihr Anführer ist eine Frau. Ihre Vorgehensweise: In ihren Augen politisch Missliebige in gezielten Überfällen mit Hämmern zum Krüppel zu schlagen. Dass bislang niemand seinen schweren Verletzungen erlag, ist der pure Zufall.

Hammer (2): Geradezu ekelerregend ist der Sympathisantensumpf in Politik und Medien. Eine Ausweitung der Ermittlungen auf das Bundesfamilienministerium als Geldspender des Kampfes gegen rechts und auf die einschlägigen Länderbehörden wäre mehr als am Platze. – Ein frommer Wunsch, ich weiß.

Ungebremst äußert sich der kranke und vierfach geimpfte, nunmehr mit Medikamenten des Hauses Pfizer traktierte Herr Karl. Hält Essen im Lokal ohne Maske für gefährlich und will den chinesischen elektronischen Gesundheits-Kontrollpass einführen. Langsam müssten selbst die devoten Maulhelden in der Ärzteschaft bemerken, dass es höchste Zeit ist, Abstand zu nehmen.

Der Herr Karl (2): Aus allen bislang sorgsam verstopften Ritzen quellen die Nachrichten über die Nebenwirkungen der Stöffchen. Von der Auslösung von Geisteskrankheit habe ich bislang nichts gelesen. Stutzig gemacht haben mich indessen die kaum noch zu zählenden Hinweise aus berufenem Munde, dass die Impfung vorhandene Defekte beschleunigt oder erst zum Ausbruch kommen lässt, bevorzugt bei Krebs. Aber was ist mit ganz normalem Wahn? Womit wir wieder bei dem Herrn Karl sind. Er muss da weg. Es ist dringend.

Der Herr Karl (3): Die schlimmste der nunmehr vorliegenden Studien, an 318 südostasiatischen Schülern durchgeführt, kommt zu dem Ergebnis, dass 29 Prozent der Probanden hernach an Herzerkrankungen litten. Erinnert sich noch einer an die Worte des Großtöners? Die Mittel sind erprobt und sicher.

In London muss die Klinik mit Namen Tavistock-Institute schließen. Hunderte Kinder wurden dort geschlechtsgewandelt – chemisch und chirurgisch. Die Schäden der medizinischen Scharlatane, denen man mangelnde Aufklärung ihres Tuns vorhält, sind irreparabel.

Tavistock (2): Es mag zynisch klingen, aber vielleicht musste es erst zu solchen Opfern kommen, um die woken Gesetzgeber zum Aufwachen in der Wirklichkeit zu veranlassen. Meine Hoffnung ist begrenzt, zu tief sitzt der Krebs in der Führungsschicht. Zudem: Kinderlose haben keine Ahnung vom gewöhnlichen Eltern-Kind-Konflikt.

Tavistock (3): Auf die Schnelle das Firmenschild der Klinik konserviert, bevor sich schon morgen niemand mehr von den dort versammelten Verdächtigen daran erinnern wird.
Tavistock (4): Vor Jahr und Tag versuchte ich vergeblich, zu den Quellen des Übels in dem gleichnamigen beschaulichen Städtchen am Rande des Dartmoors in Süd-Devon vorzudringen. Außer Gerüchten war nichts zu erfahren, und das konservative Mitglied des Oberhauses ließ mich bei einer Gardenparty des dortigen Colleges mit hochgezogenen Augenbrauen stehen – eine Szene wie aus einem Hitchcock-Film. 

11. August 2022

Propaganda und Desinformation haben stets einen Pferdefuß. Sie bringen Dinge an den Tag, an die der normale Zeitgenosse noch gar nicht gedacht hat. So ergeht es mir mit der Schwarzen Liste angeblicher russischer Propagandisten, die vom Zentrum für Desinformations-Bekämpfung der Ukraine unter der Schlagzeile Спікери, які просувають співзвучні російській пропаганді наративи verbreitet wird [ist unter dieser kyrillischen Buchstaben-Kombination im Internet zu finden].

Wild West: Zur Durchsuchung der Trump-Residenz in Florida war das FBI mit 30 Agenten angereist. Sie warfen die anwesende Trump-Anwältin vom Grundstück, zeigten einen behaupteten richterlichen Durchsuchungsbeschluss nur aus unlesbarer Ferne vor und waren in erster Linie bestrebt, dass die Überwachungskameras vom Netz gingen.

Wild West (2): Nun muss man das Trump-Haus nicht schön finden (Disney-Verdacht). Ein Durchsuchungsgrund ist dies selbst in den USA nicht.

Der Herr Karl: Witzig fand ich gestern Abend einen Artikel bei Tichy, der Kanzler müsste den frei drehenden Gesundheitsminister disziplinieren. Das ist fürwahr saukomisch.Der Herr Karl (2): Er ist zwar Solist, aber kein Einzelfall:

10. August 2022

Der Beschuss des Kernkraftwerkes von Saporischschja wird mit Kamikaze-Angriffen am Ende des Zweiten Weltkriegs an der Pazifik-Front verglichen. Der Vergleich hinkt insofern, als sich die heutigen Angreifer kaum selbst zu gefährden scheinen – im Gegensatz zu jenen japanischen Selbstmord-Piloten. Doch ein wirksamer Volltreffer nebst ausgelöster Kernschmelze wäre ein Ereignis, dessen Folgen kaum vorherzusagen sind – außer, dass sie auch den Angreifer treffen würden.

Saporischscha (2): Das Kraftwerk befindet sich praktisch seit Kriegsbeginn unter russischer Kontrolle. Warum jetzt ausgerechnet russische Streitkräfte – wie in Westmedien durchweg behauptet – den Beschuss durchführen sollen, ist schlecht nachzuvollziehen. In jeden Falle handelt es sich hier rum das Prinzip der verbrannten Erde. Die Erfahrung lehrt, dass es Armeen auf dem Rückzug sind, die zu solchen verbrecherischen Mitteln greifen. Der deutsch-sowjetische Krieg von 1941-45 bietet hierfür überreichlich Anschauunsgmaterial.

Das öffentliche Tamtam, welches plötzlich um die Amtsführung der zum Rücktritt veranlassten Intendantin des Staatsfernsehens ARD und des Berliner Rundfunks RBB gemacht wird, ist bestenfalls das Vorzeigen eines Sündenbocks für das Leben einer Kaste, die sich in einem Luxus-Selbstbedienungsladen häuslich eingerichtet hat. In Wirklichkeit steht über dem Gesamt-Bauwerk: Das kann weg.

Die freie Welt: In Florida durchsucht das FBI die Privat-Liegenschaft des Ex-Präsidenten Trump und beschlagnahmt dort nicht näher Spezifiziertes. Das zeigt: Der Mann wird von seinen Gegnern bei den sogenannten Demokraten für existenzgefährdend eingeschätzt. Da hat sich in den letzten 6 Jahren nichts geändert. – Mich wundert, dass er immer noch nicht umgebracht wurde.Ergebnis des Nachdenkens über Sprichwörtliches: Ein X-Bein kommt selten allein.

9. August 2022

Aufheulen der Guten: Es wurde ein Eisbär auf Spitzbergen getötet. Zuvor war er ungefragt in ein touristisches Zeltlager eingedrungen und hatte daselbst ein Touristin verletzt. – Der eigentliche Clou der Meldung wird zumeist verschwiegen, nämlich dass man sich nach einem Gebot der norwegischen Obrigkeit in der Gegend nur mit Gewehr bewaffnet aufhalten darf. Nun ja, früher hätte man gesagt: Abenteuerurlaub.

Bewaffnet (2): Man stelle sich vor, die Obrigkeit ordnet an, dass man bestimmte Ecken Deutschlands nur noch bewaffnet betreten darf, zum Beispiel weil Wölfe in größeren Rudeln frei herumlaufen.

Der Herr Karl hat Corona. Ich will doch nicht hoffen, dass der ungeimpft sei oder irgendwo die Maske ganz verantwortungslos habe fallen lassen. Ich mache mir Sorgen. Man stelle sich einmal vor, er sei plötzlich und von uns allen unerwartet… Aber lassen wir das, denn sein neues Impfgesetz (alle 3 Monate und Windelpflicht) harrt der Vollendung. Karl, halte durch! Pfizer & Co vertrauen dir.Der Herr Karl (2): Wenn ich mir vorstelle, was ohne das Wirken des Herrn Karl passiert wäre. Wir wären alle tot. Er auch.

8. August 2022

Falschmeldung vom Vortage: Nicht nur der Seeterminal, den die Russen in Prokuhren in ehemals Ostpreußen bauen, heißt Pionjerskij/Pionerski/Пионерский (es ist die übliche Streitfrage der Umschrift-Päpste, ob man das J beim gesprochenen je im Deutschen schreibt oder weglässt, vom Dehnungs-J am Ende ganz zu schweigen), sondern der Ort selbst wurde so nach Kriegsende von den Eroberern getauft. Namenspate war die kommunistische Kinderorganisation. Bei meinem Hinweis auf einen strategischen Schachzug durch den Ausbau allerdings bleibt es: Der solide Anlandungsausbau soweit westlich wie möglich als Pfeiler einer Doktrin von der offensiven Landkriegsführung. Der einstige strategische Ausbau von Mukran (Sassnitz) auf Rügen lässt aus den vergangenen Jahrzehnten grüßen.

Landkriegsführung (2): Wie die russischen Strategen sich diese vorstellen, haben sie seit den 1920er Jahren mehrfach durch einschlägige militärtheoretische Werke mitgeteilt.

Landkriegsführung (3): Wenn die anglo-amerikanische Seemacht die russischen Anrainer-Staaten Polen und Litauen anstiftet, die Russen in Ostpreußen per Blockadepolitik anzugreifen, so wie vor wenigen Wochen begonnen, so testet sie aus, wie weit sie noch gehen kann, ohne sich ernsthaft selbst zu gefährden. Das Wie-weit? hat Grenzen dort, wo die Russen zu strategischen Fernwaffen greifen. Die Ansage aus Moskau, die britischen Inseln durch ein künstliches Seebeben untergehen lassen zu können, sollte in Washington als eine Mahnung verstanden werden. Ich zweifele indessen, ob diese Mahnung angekommen ist.

Landkriegsführung (4): Indessen: Der Vormarsch (besser: das kontinuierliche Vorrücken) der Russen findet in der Mitte des Frontbogens statt. An dem Vorgehen, kleine Kessel zu bilden, hat sich nichts geändert. Ob im Norden des Frontbogens ein größerer Kessel um Charkow gebildet werden soll, kann man bestenfalls erahnen. Die Flut der Meldung über Einzelgefechte macht es nahezu unmöglich, ein widerspruchsfreies Lagebild zu erstellen.

Landkriegsführung (5): Ein Ex-Bundeswehrgeneral schreibt mir, die Entscheidungsschlacht um Cherson habe begonnen. Das sieht aus wie eine Ente. Klar ist lediglich, dass, nachdem die Stadt vor Wochen von den Russen offenbar kampflos besetzt worden ist, die Lage von Nikolajew und Odessa prekär geworden ist. Hieran hat sich wenig bis nichts geändert.

6. August 2022

Gestern Abend wird es im Freien empfindlich kühl. Das ist angenehm. Es regnet nur kurz und schon machen die Leute bedenkliche Gesichter. Ich sage: Die Bäume wird’s freuen. Da ernte ich Kopfschütteln. Schließlich stehen Dreckpfützen auf dem gepflegten Gartenweg. – Wo bin ich hier?

Ostpreußen, die nördliche Hälfte: Aus Polen verlautet nun offiziell, dies sei seit jeher polnisches und preußisches Land gewesen. – Wann war eigentlich Königsberg polnisch? Ich komme einfach nicht drauf.Ostpreußen, die nördliche Hälfte (2): Zwischen Crantz und Rauschen haben die Russen die Arbeiten in Prokuhren an einen Seeterminal Pionjeskij mit Hochdruck wieder aufgenommen. Das sieht nicht danach aus, als hätten sie vor, die Gegend zu räumen, die sie im April 1945 besetzt haben.

5. August 2022

Im Grunewald wird seit gut 70 Jahren Weltkriegsmunition von Freund und Feind vernichtet. Bis vor Kurzem legte man selbst in Berlin einen gewissen Wert auf die Kombination von kontrolliert und abfackeln. Jetzt ist die Sache außer Kontrolle geraten – nicht nur die Munitionsvernichtung.

Grunewald (2): Früher gab es diese witzigen Schilder im Sommer: Verhütet Waldbrände. Waren im Prinzip auch auf der sozialistischen Seite von der Glienicker Brücke bekannt: Reduziert die Waldbrände um 50 Prozent.

Grunewald (3): Das Zauberwort der Naturschutz-Enthusiasten heißt Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Zu denen wird von der Obrigkeit gezwungen, wer einen Baum im Stadtgebiet umlegt. Aktuell sollte man an die Errichtung eines Schilderwaldes denken.Grunewald (4): Es ist nur noch eine Frage von Tagen, dann wird man öffentlich mutmaßen, dass die Klimaleugner das Feuer legten. Von dort ist dann der Weg zu Maßnahmen nicht mehr fern.

4. August 2022

Nein, wir haben gewiss kein Analyse-Defizit. Was hingegen fehlt, ist Führung.

Führung (2): Es ist niemand hierfür geeignet, dessen hervorstechendstes Merkmal die Lächerlichkeit ist.Führung (3): Man kann im übrigen die unabdingbaren Eigenschaften an den Fingern einer Hand aufzählen. Fehlt eine davon, ist die Person ungeeignet.

3. August 2022

Alternative Nachrichtenquellen empören sich über Fake-Bilder des Zwangsfernsehens, die schwarze Wolken über den Kühltürmen von Kernkraftwerken vorgaukeln. Ich kann nur sagen: Der Putin war’s, denn das ist Ruß aus Russland.

Die Übergewinnsteuer für Energieriesen wird vom Establishment diskutiert. Alle sog. Argumente beginnen mit den Worten: „Es kann doch nicht sein, dass…“ – Doch, doch es ist so, es ist die Folge davon, mit Reglementierungen den Klimawahn erzwingen zu wollen. Ein normaler Mensch würde sagen: „Ach, die sind es, die an dem ganzen Irrwitz verdienen“ und sodann den Blödsinn abstellen.Annalena Bb. sorgt in den USA durch öffentliches Gerede – was sie genau sagte, weiß ich nicht – dafür, dass in China der deutsche Botschafter einbestellt wurde. – China? Wo liegt das denn? – Habe in Erinnerung, dass sie uns feministische Außenpolitik servieren wollte. Ich bin mir sicher, dass man die Regeln über Zank im Frauenhaus nicht auf die Welt der Diplomatie übertragen sollte. Um es klar zu sagen: Diese Frau schadet Deutschland, egal ob absichtlich oder aus Unverstand. Sie muss da weg, wir haben bereits genügend viele Feinde.

Unverdrossen lügt die Tausendundeinenachtabteilung: „Extremwetter: Bisherige Rekorde werden deutlich überschritten. Ein Jahr ist die Flutkatastrophe im Ahrtal her. Länger anhaltende Extremwetterereignisse nehmen wegen des Klimawandels zu, so der Meteorologe Dr. Peter Hoffmann. Deutschland müsse eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnehmen“ (Rundbrief der Bundeszentrale für politische Bildung – BzB – von heute).BzB (2): Und hier noch was aus der Abteilung unfreiwilliger Humor: „Die russische Invasion hat durch die Zerstörung hunderttausender Wohnungen und einer massiven Migrationswelle die bestehende Wohnraumkrise in der Ukraine noch weiter verschärft.“ Verschärft heißt: die missliebigen Umstände waren vorher schon da. Passend in dem Zusammenhang hätte ich das jüngste Prösterchen-Balkon-Foto (roter Sekt, na ja) aus Kiew mit Nanzy F. und Hubertus H. nebst dem regierenden Preisboxer K. gefunden. Wurde aber nicht verwendet. Ich finde, das Bild spricht für sich.

2. August 2022

Wer wie ich am gestern vergangenen Monats- und Wochenbeginn die Hände in den Schoß gelegt hat, hat wenigstens keine guten Vorsätze gefasst, die sich schon morgen in Luft auflösen.

Im Weißen Haus wird der US-Präsident nach erneuter Positiv-Testung in kurzer Fist wiederum isoliert und nunmehr mit einem Heilmittel von Pfizer traktiert. Der Mann hat Mut, oder aber er hat den Überblick verloren. Letzteres natürlich nur, wenn er ihn überhaupt noch hatte.

Weißes Haus (2) und noch vom Vortage: Mitteilung, dass US-Kräfte den al Qaida-Chef Ayman al-Zawahiri durch einen gezielten Luftangriff ermordet haben.

Der ungarische Herr Orbán hat eine Brandrede gehalten. Hat gesagt, dass sein Land keine Rassenvermischung wolle. Jetzt tönt der Rassismus-Chor in allen denkbaren Tonlagen. Abgesehen davon, dass dies der übliche Pawlow‘sche Reflex ist, stellt sich die Frage, was denn die Kritiker wollen: (1) Wollen sie, dass man darüber nicht rede? Oder (2) wollen sie die Vermischung? Oder (3) wollen sie beides gleichzeitig?

Das stillgelegte Steinkohlekraftwerk im niedersächsischen Mehrum am Mittellandkanal wird wieder hochgefahren. Tja, so geht der Ausstieg aus der Kohle, wenn man aufs Russengas pfeift. Bliebe noch zu klären, ob dort künftig Russenkohle aus dem Donbas verfeuert wird.Ausstieg (2): Die Mainstreamer behaupten aktuell, dass laut jüngsten Umfragen die Grünen-Wähler den Weiterbetrieb der Kernkraftwerke befürworten. Als nächstes werden sie behaupten, dass die Anti-AKW-Bewegung mit den Grünen nie etwas zu tun gehabt habe. Und schlussendlich werden wir erfahren, wie gut Kernkraft für die Klimabilanz sei.

31. Juli 2022

Werde durch einen Menschen, den ich als gut unterrichtet einschätze, auf ein Interview mit dem Wissenschafts-Guru Hans-Werner Sinn hingewiesen, das zu konsumieren er mir ans Herz legt. Das übliche Katastrophengerede wird mit dem Satz eingeleitet, dass wir – gemeint ist Deutschland – uns in den Händen von Putin befinden. Danach kommt nur noch Ökonomen-Vokabel-Gestelze. In einfachen Worten: Man kann nichts Genaues vorhersagen. In noch einfacheren Worten: die pure Zeitverschwendung, denn wenn der Eingangssatz – die Putin-Formel – stimmt, so erwarte ich, wie man als Chefdenker diese Formel auflöst. Jedoch falsch gedacht: kein Wort hierzu, nur der alberne Hinweis, dass wir uns trotz der zu recht gewährten Ukraine-Hilfe nicht in den Krieg hineinziehen lassen dürfen. Doch genau dies liegt wegen des vorangegangenen Tuns unserer Staatslenker nicht mehr in unserer Hand. Einfach aber wahr.

Kann man Calvados-Schnaps essen? Ja, wenn man zwei, drei Gläschen an die in der Röhre schmorende Schweinelende gibt. Der aufsteigende Duft erzeugt zudem vorab Gefräßigkeit.

Schweinelende (2): Die Zubereitung hatte ich vor Jahr und Tag in der Bretagne kennengelernt. Dort gab’s Lende in Cidre gedünstet. Kein Cidre im Haus, tut’s auch der Apfelschnaps – nur eben in einen wesentlich kleineren Volumen.

Schweinelende (3): Bei Tisch aus erster Hand: Der Herr Scholz wurde vor Kurzem durch die Stromerzeuger auf die Notwendigkeit und Möglichkeit der Kernenergie in D unter Hinzufügen aller denkbaren wissenschaftlich fundierten Stimmen hingewiesen. Öffentliche Reaktion des Herrn S. war diese hier: Es gibt keine Möglichkeit des weiteren Betriebes, das sei wissenschaftlich belegt.Der Herr Scholz (2): Falls die vorstehende Mitteilung stimmt, dann lügt er – bei Anwendung der gängigen Maßstäbe –, so dass der Grund für sein Handeln zu erörtern wäre. Falls er nicht lügt, befindet sich Deutschland in den Händen eines Mannes, dessen Zustand als besorgniserregend zu bezeichnen ist.

30. Juli 2022

In den USA verklagt BionTech mit Unterstützung seines Riesen-Partners Pfizer die deutsche Firma CureVac wg. behaupteter Patentverletzung bei der Herstellung des Corona-Impfstoffs. Hier soll offenbar eine Marktbereinigung mit Hilfe amerikanischer Gerichte trickreich vorgenommen werden. Wie man sich erinnert, wurde CureVac im Sommer 2020 durch den Gesundheitsminister, dessen Namen mir partout nicht mehr einfallen will, mit 300 Mio. Euro aus Steuergroschen gesponsert, wenn auch nicht mit dem erhofften medizinischen Erfolg.

Amerikanisches (2): In Washington kündigt Trump sein Comeback für den Wahlkampf 2024 an. Bis dahin wird noch manches Wasser den Potomac River hinabfließen. Einstweilen stehen die Zwischenwahlen zum Kongress im November auf der Agenda, in deren Vorentscheidungen Trump nach Kräften eingreift. Nach wie vor ist er die Dampfwalze der Republikaner.

Amerikanisches (3): Sog. Experten sehen einen republikanischen Erdrutschsieg bei den Zwischenwahlen voraus. Etliche Staaten erlassen Regelungen zur Eindämmung von Wahlfälschungen. Kaum zu glauben, dass sie hierbei erfolgreich sein werden. Gehen die Wahlen dann auch nur annähernd wie prognostiziert mit einem roten (republikanischen) Sieg aus, wird der Kongress den Präsidentendarsteller Biden vor sich her treiben. Das sind trübe Aussichten für die woken Milliardäre, sie werden das mit ihren Mitteln (siehe Trump-Abwahl 2020) zu verhindern suchen.

Amerikanisches (4): Masken, Impfpflicht für Soldaten und andere, Abtreibungsverbote, Inflation, Spritpreise und neuerdings Affenpocken bestimmen die restlos aus dem Ruder gelaufene innenpolitische Debatte.Amerikanisches (5): Wunderkind Musk verklagt nun auch seinerseits die Plattform Twitter, die ihn vor Kurzem verklagt hatte, den von ihm aufgekündigten Kaufvertrag zu erfüllen. Seine Zielsetzung ist unklar. Es sieht so aus, als käme es ihm jetzt nur noch darauf an, das Spielzeug, an dem er mit guten Grund die Lust verlosen hat, zu zerstören. Das ist eine interessant Lehrstunde in Sachen fortgeschrittener Kapitalismus.

29. Juli 2022

Das dankbare Volk begrüßt die für Oktober 2022 angekündigte Gasumlage. Und da wir gerade beim Umlegen (hüstel) sind: Wie wäre es mit der Windumlage, der Dieselumlage, der Kohleumlage, der Uranumlage (nee, falsch – oder doch richtig?), der Sauerstoffumlage (Atemsteuer) und dergleichen. Kann beliebig erweitert werden.Interessant finde ich Mainstream-Animationen, dass wir zusammenstehen müssen. Wer ist Wir? Zu beachten ist, dass Zusammenstehen keine Spaziergänge erlaubt, außer mit Hund, aber dann nur einzeln (= 1 x Herrchen/Hund).

Von der deutschen Sprache (= Ergebnisse der Schlaflosigkeit): Schlaftrunkund schlaftrunken sind zwei verschiedene Dinge. Letzterer Zustand kann allerdings beim Erwachen nach Ersterem entstehen.Auf deutsch (2): Feuermachen und Feuergeben sind aus der Mode gekommen. Ersteres wird man in Kürze wieder beherrschen müssen. Vom Letzteren gibt es auch eine militärische Variante, über deren Zukunft ich keine Prognose abgeben mag.
Auf deutsch (3): Andichten und Abdichten sind ein merkwürdiger Scheingegensatz, denn das eine handelt vom Installieren, das andere vom Denunzieren.

28. Juli 2022

Die einzige Weltmacht: „Es ist wichtig, dass wir daran arbeiten, den globalen Normen gegen die eigenmächtigen Handlungen wieder Geltung zu verschaffen“, US-Außenminister Antony Blinken zum amerikanischen Verhalten gegenüber Russland.

Falls das stimmt, was Gutachter herausgefunden haben wollen, dass nämlich das Pfizer-Corona-Stöffchen die Samenkonzentration beim Manne absenkt, braucht man sich über den drastischen Einbruch bei den deutschen Geburtszahlen, der mir vor einigen Tagen auffiel, nicht mehr zu wundern. Versuche erst gar nicht, mir die Versuchsanordnung vorzustellen.Bill G. ist nach China gereist, um gemeinsam mit dem dortigen Boss fotografiert zu werden. Worüber mögen die beiden geredet haben? Beiden geht es um die Macht, aber auf unterschiedlichen Ebenen. Vielleicht thematisierten sie die Steuerung des gemeinsamen Vehikels WHO zum Wohle der Menschheit, so wie die beiden Herren dieses definieren. Da hätte ich gerne einmal zugehört.

Grüne Mathematik: Durch Senkung der Fördersätze für Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden sollen mehr Menschen in den Genuss der Förderung kommen. So wird Robert H. zitiert. Das leuchtet ein: Wenn man einem seinen Schnaps nicht mehr gibt, werden viele betrunken werden. Oder so.Robert (2): Wegen dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine muss bei uns weniger Energie (gemeint ist Gas) verbraucht werden. Auch das leuchtet ein, denn meine Großmutter pflegte in solchen Situationen zu sagen: Sind meine Eltern selber schuld, wenn mir die Füße frieren – warum kaufen sie sich keine Handschuhe?

27. Juli 2022

Der Flächenbrand im Landkreis Elbe-Elster in Bandenburg betrifft einen oder mehrere Windparks. Vor Jahr und Tag äußerte ich mich nolens volens dienstlich und zwar skeptisch zu den Sicherheitsstandards. Die Dinger seien sabotageanfällig. Dafür erhielt ich keine guten Kritiken – die Windmühlen wären schließlich keine Kernkraftwerte. Stimmt, aber viel zahlreicher.

Neues aus der Ukraine (wenigstens für mich): Dass wir die Demokratie dort mit Boykotts des Bösewichts Wladimir Putin verteidigen, wissen wir seit Anfang März. In wessen Händen sich diese schützenswerte Demokratie und das Land, auf dem sie stattfindet, befindet, wird weniger erörtert. Hier ein Detail: Von der landwirtschaftlich genutzten Fläche dort („die Kornkammer“) gehören 17 Millionen Hektar (= 170.000 qkm) drei Großgrundbesitzern: Cargill, Dupont und Monsanto. Diese weltweit agierenden Multis wiederum gehören sog. Großanlegern der Hauptspekulanten Vanguard, Blackrock und Blackstone. Viel mehr muss man zu dieser Form der Demokratie nicht wissen. Nur zum Vergleich: Die genannte Fläche entspricht der Hälfte der Fläche von ganz Deutschland (= 357.000 qkm).Landnahme (2): Wieviel Land sich die eben aufgezählten üblichen Verdächtigen bereits in Deutschland gesichert haben, fand ich noch nirgends seriös erörtert. Dennoch hätte ich das gerne gewusst – einfach so und vielleicht aus deswegen, weil krasse Ungleichgewichte beim Landbesitz die Grundlage für den Feudalismus sind.

26. Juli 2022

Wie du mir, so ich dir: Eintreffen erster deutscher Flakpanzer in der Ukraine führt zu drastischer Reduzierung der gelieferten Gasmenge nach Deutschland durch Northstream 1. Die Rechnung ist einfacher, als man denkt – auch wenn niemand darüber spricht.

Gas (2): Ist keine Satire, sondern die Reaktion aus dem Wirtschaftsministerium: „Wir haben die Ankündigung zur Kenntnis genommen. Wir beobachten die Lage im engen Austausch mit der Bundesnetzagentur und dem Krisenteam Gas genau“.

Gas (3): Da kann nix passieren. Wir haben ein Krisenteam Gas. Ich weiß zwar nicht, was das ist, weiß aber aus langer Erfahrung, dass man Gremien gründet, wenn man nicht weiter weiß.

Gas (4): Es ist die jeweilige Ankündigung der dann auch tatsächlich durchgeführten Abschaltung, die den Hebel der psychologischen Kriegführung gegen Deutschland bildet. Das Krakel über den bösen Putin bei Mainstream verstärkt die Sache noch wider Willen. Ursache und Wirkung lassen sich nicht mehr sehr lange verkleistern. – Erinnert sich noch einer an die Ankündigungen vom Februar? Wir wollten die Sanktionen, jetzt sind sie da.

Mecklenburg meldet Nichtbelegung zahlreicher Urlaubsquartiere. Man wird kaum davon ausgehen können, dass die ehemaligen Stammgäste nach Acapulco ausgewichen sind.

Mecklenburg (2): Eigene Beobachtungen waren so: Der Ärger über die Preise, die in den letzten 3 Jahrzehnten ins Unanständige stiegen, dämpfte die Reiselust merklich bis endgültig. So blieben Leute wie ich weg. Jetzt auch diejenigen, die ihr Geld anderswo dringender benötigen.Mecklenburg (3): Idiotenregelungen des Corona-Regimes taten ein Übriges. Die Obrigkeit hatte verordnet: Wir wollen euch hier nicht. Das Gastgewerbe ließ sich das bieten. Zu süß waren die sog. Ausgleichszahlungen. Jetzt sind sie weg und die Gäste auch.

25. Juli 2022

Über die Raserei der Bilderstürmer: In meiner Kindheit erzählte man mir in zahlreichen Geschichten, wie man Wotan-Eichen fällte, Kirchen weiß tünchte, Bibliotheken verwüstete, Hexen auf Scheiterhaufen verbrannte. Meist wurden diese Erzählungen im Ton des Abscheus vorgebracht, so dass ich nicht begriff, warum die Missetäter so handelten. Heute erahne ich, dass es sich immer wieder um dasselbe Schema handelt: Die Zerstörung des Außergewöhnlichen durch den Mob, aufgestachelt durch minderwertige Scharlatane, zur Zeit praktiziert an der erfolgreichsten Autorin der Welt, J.K. Rowling.Rowling (2): Ihr Verbrechen, sie sagt, es gibt zwei Geschlechter. Die Mainstream-Hetzmeute leugnet hingegen diese Realität. Deswegen muss die Erfolgreiche liquidiert werden, ihrer Werke beraubt und ihr Name in die Vergessenheit versenkt. – Dies ist keine Zeit mehr fürs Argumentieren, sondern für Ohrfeigen.

24. Juli 2022

Kurz nach Mitternacht das jüngste Rentnerische Akrützel von Bernd Zeller im digitalen Briefkasten vorgefunden. Bin nicht ganz sicher, ob das Titelbild an der selben Stelle entstand, wo ich ihm kürzlich in Jena über den Weg lief. Die Portraitierte, jedenfalls, war seinerzeit nicht zu sehen.

Akrützel (2): Gebe zu, dass mir zunächst nicht die junge Dame, sondern das Heft-Motto „Die Ruhe vor dem Herbst“ ins Auge stach, da ich gerade Was-nun?-Post beantworten wollte.

Die Himmelsscheibe von Nebra wurde 1999 von Schatzräubern entdeckt, die sie zu verscherbeln suchten, bevor sie selbst entdeckt wurden. Der von mir benutzte Dumont-Führer Sachsen-Anhalt weiß hiervon natürlich nichts. Er ist von 1997.

Nebra (2): Der Anstieg zum Museumsbau ist nur ein kurzer, er wird aber von mir wegen der Wärme verflucht. Die Ausstellung ist so, dass ich schwanke, ob ich sie als lehrreich oder amüsant empfinden soll. In summa: Es könnte alles auch ganz anders gewesen sein.

Nebra (3): Beeindruckend allemal die Tontafeln in Handygröße, auf denen die Babylonier ihre Aufzeichnungen in winziger Schrift hinterlassen haben. Angeblich handeln sie von der Zeiteinteilung (ebenso wie die kupferne Himmelsscheibe unserer Altvorderen).
 

Nebra (4): Nicht ohne Komik auch die Bildlegende, die ich dort vorfand: „In Mittel- und Westeuropa ging während der Völkerwanderungszeit ein Großteil des Wissens aus dem ehemals griechisch-römischen Kulturkreis verloren.“ – Déjà-vu.

An der Unstrut gesessen und mit Muße Freizeitkanuten zugesehen, die sich bemühten, ihre Miet-Boote auf den Betonstufen an einem Wehr zu beschädigen, was offenbar nicht ausreichend gelang, denn nach geraumer Zeit fuhren sie weiter flussab. Déjà-vu (2): Mit meinem Klepper-Faltboot vor Jahrzehnten wäre das nicht möglich gewesen.Mit Genuss eine gebraten-á-la-Unstrut-Forelle gegessen. Konnte sie nicht nach ihrer Herkunft fragen, da ich keine der Turk-Sprachen hinreichend beherrsche.

23. Juli 2022

Man muss nicht in die Tiefen der Wahrscheinlichkeitsrechnung einsteigen, um sich vorzustellen, dass mit jeder weiteren Impfung die Gefahr einer schweren Nebenwirkung bei demselben Geimpften steigt. Jeder Seiltänzer weiß um das Risiko der Wiederholung.

Seiltänzer (2): Nun wäre es unfair, den Herrn Karl als einen Seiltänzer zu bezeichnen. Der Letztgenannte kann nur überleben, wenn er Risiken zutreffend abzuschätzen vermag.Seiltänzer (3): Es ist nicht ohne Komik, wenn das Paul Ehrlich-Institut, eine nachgeordnete Behörde des Gesundheitsministeriums, den twitternden Minister korrigieren muss, nachdem ein aufmerksamer Bürger öffentlich darauf hingewiesen hat, dass die beiderseitigen Zahlen über schwere Nebenwirkungen des Stöffchens nicht übereinstimmen. Ohne expressis verbis zu sagen, dass der Minister die Bevölkerung mit selbstgefummelten verharmlosenden Zahlen belügt, wurde der aufmerksame Bürger wg. der Verbreitung von Falschnachrichten auf Twitter gesperrt. Recht so, wie denn sonst?

22. Juli 2022

Der alte weiße Mann im alten Weißen Haus muss nach den selbsterzeugten Regel in Quarantäne, da ein positiver Corona-Test zu vermelden ist. Trotz vier Impfungen. Oder wegen vier Impfungen. Das wäre die allein interessierende Frage, die selbstredend nicht gestellt wird. Er macht jetzt Dienst im Home-Office. Ich dachte, das täte er ohnedies.

Mario Draghi ist in Italien zurückgetreten. Jetzt müssen Goldman Sachs & Genossen für einen Nachfolger sorgen.

Der Herr Müller von der Bundesgasanstalt teilt mit, dass durch Northsteam I mehr Gas nach Deutschland ströme, als von ihm angenommen. Ich dachte, es gäbe Messgeräte oder nutzt er Wünschelruten?

Mainstream vermeldet mit Stolz, dass die Bundesbürger weniger duschen. Michels Lust an der Notlage wird sich irgendwann in Luft auflösen – in sehr kalte Luft.

Im Wartezimmer: Da liegt der übliche Heftchen-Stapel aus dem Gesundheits-Blabla für Doofe. Eins mit der Aufschrift Focus. Zweimal hingesehen, es ist tatsächlich die von mir vor 3 Jahrzehnten wöchentlich durchgeblättete Wochenschrift. Jetzt ein schlabbriges Heftchen, in dem die Mitglieder der Bundesregierung gelobt werden. Lesedauer 2 Minuten. Das kann weg.Im Wartezimmer (2): Zwei Patienten, augenscheinlich Ärzte, unterhalten sich ungeniert über die Arbeitsbedingungen am Krankenhaus in Schilda. Erwägen Kündigung wg. übler Arbeitsbedingungen, totalem Personalmangel, Maskenterror und so. Kann kein Mitleid entwickeln, da sie sich unterwerfen, was sie nicht müssten.

21. Juli 2022

In Großbritannien bestimmen derzeit die konservativen Abgeordneten im Unterhaus, wer Pateichef werden soll. Sie führen angesichts der Mehrzahl der Bewerber eine Art Reise-nach-Jerusalem auf. Jedes Mal scheidet der am schlechtesten Platzierte aus. Gestern waren es dann nur noch zwei, ein Indisch-Stämmiger und eine Engländerin. Der Sieger wird sodann zur Königin gehen, um sich zum Premier ernennen zu lassen. – Warum das so ist? Ist eben so.

In den USA stehen Biden & Co vor einer bemerkenswerten parlamentarischen Niederlage. Das gigantische Geldpaket zur Installierung eines Green Deal droht im Senat zu platzen. Dort hat einer der demokratischen Senatoren erklärt, dagegen stimmen zu wollen. Das reicht angesichts der fifty-fifty Mehrheitsverhältnisse für das Aus. Man kann den Abweichler vom Woken verstehen, denn er verdient seine Dollars mit Kohleverstomung.

In Russland hat Außenminister Lawrow mitgeteilt, dass man zu weiterer Landnahme schreiten werde. Hier werden die beiden gegnerischen Kriegsprinzipien erneut deutlich: Die USA setzen auf Abnützungskrieg, die Russen auf eine nichts überstürzende Beharrlichkeit der kleinen Schritte.

Russland (2): Die Strategie der Aufspaltung der Gegner schreitet munter voran. Das gilt länderbezogen (z.B. Ungarn, Slowakei, Spanien), aber auch innerstaatlich, wie man am Beispiel Deutschland beobachten kann. Die deutsche Politik hängt an einem seidenen Faden, dessen eines Ende in Moskau festgemacht ist. Zur Zeit wird an diesem Faden milde gewackelt. Gleichzeitig wird zugeguckt, ob wir von selbst runterfallen.Wer zwischen die Mühlsteine gerät, sagt das Sprichwort, wird zermahlen. 

Die Fortschrittler haben ein neues Kuscheltier von gigantischen Ausmaßen kreiert, den globalen Süden. Besser kann man die Kernidee des Globalismus kaum zum Ausdruck bringen, dieses Wir und Ihr, die selbstauferlegte Pflicht des Wir über Euch zu bestimmen. Das ist Kolonialismus pur.Globaler Süden (2): Zur Sicherheit an meinem staubigen Globus gedreht. Die Südhalbkugel ist bevorzugt von Wasser bedeckt. Was für ein unendliches Manövergelände für eine neue Panikmache. Wie wäre es mit der Entsalzung der Ozeane zur Rettung des Planeten?

20. Juli 2022

Die letzten Getreuen dieses Hitler-Attentats-Gedenktages sitzen seit gut 2 Jahrzehnten in der Zeitung Junge Freiheit. Sie haben sich in ihrem Mythos eingegraben und erschauern, wenn heute einer das Wort Diktatur zur Beschreibung der gegenwärtigen Verhältnisse in den Mund nimmt (zum Beispiel Corona-Diktatur).20. Juli (2): Der übrigen Journaille sind Datum und Täter, falls überhaupt bekannt, peinlich, sofern sie den deutschen nationalistischen Obristen nicht ohnedies als Nazi entlarvt haben. Dass einer zudem sein Leben aufs Spiel setzt, um das Unrecht durch Tyrannen-Mord zu bekämpfen, ist den heutigen Maulhelden unvorstellbar. Sie kämpfen stets auf der richtigen Seite – damals und auch heute.

Der Herr Müller von der Netzagentur hat mich mit einem neuen Gaga-Wort versorgt. Man habe, so wird er zitiert, in den letzten Wochen mehr Gas ausgespeichert, als man eingespeichert habe.

Speicher (2): In der selben Zeit wurden aus Deutschland die polnischen Gasspeicher bis zur Halskrause gefüllt und gleichzeitig in Deutschland der Gasnotfallplan ausgerufen.

Speicher (3): Der Herr Müller betont, dass der augenblickliche Füllstand der Gasspeicher ein Erfolg der Politik der Bundesregierung sei. Falls er damit die deutschen Speicher meint, wäre zu ergänzen, dass die jetzige versuchte Befüllung, die aber offenbar nicht so wie geplant gelingt, dank verschleuderter Steuermilliarden stattfindet, da die Hiesigen dank ihrer Sanktions- und Abschaltpolitik sonst gar nichts mehr auf dem Weltmarkt bekämen.

Speicher (4): Die prekäre Lage der Ausspeicherung verdanken wir offenbar den hochsommerlichen Temperaturen, die Anlass geben, die Klimaanlagen und den veganen Gasgrill einzuschalten.

Das Wort ausspeichern erinnert mich stark an die Gewohnheit der Hiesigen im Kleinstaat, das Auftauen des Tiefgekühlten als Ausfrieren zu bezeichnen. Ich sollte erwägen, das Leeren des Glases als Entfüllen zu bezeichnen.

Während rundum die Regierungen über die Energieversorgung nachdenken – Spanien kauft munter in Russland –, hält die Bundesregierung den Petersberger Klimagipfel ab. Hier geht es um Weltrettung und ein seit Jahren eingeführtes Quatsch-Wort: Klima-Neutralität. Niemand konnte mir bislang schlüssig erklären, was das eigentlich sei, stattdessen werde ich ermahnt, dass dergleichen bis 2045 erreicht sein müsse (so Annalena Bb.). Und was, wenn nicht?

Klima (2): Der Herr Scholz wird so zitiert, dass der erneut verstärkte Gebrauch von Kohle nur ein vorübergehender sein könne. Das trifft, aufs Ganze gesehen, zu, denn die Kohlevorräte sind endlich, ist aber ziemlich sicher anders gemeint.

Klima (3): Dasselbe, so lese ich, sei menschgemacht. Das ist schon deswegen richtig, weil ich die Amseln rund um den Birnbaum hinter dem Haus noch nie das Wort habe benutzen hören. Machen die sich eigentlich gar keine Gedanken? – Ich versuche, dem abzuhelfen und sie für das Schicksal der Dinosaurier zu interessieren. Vergeblich. Ihr Augenmerk gilt allein den Birnen.Das Umdenken ist eine beliebte Floskel, wenn es darum geht, anderen den eigenen Willen aufzuzwingen. Es setzt eigentlich Denken voraus. Ich bezweifle, dass dies in den meisten Fällen so ist.

19. Juli 2022

Gegenüber vom Haupteingang des Ohlsdorfer Friedhofs in Hamburg finde ich einen Laden mit der Aufschrift Sargdiscount. Sachen gibt’s, kann man sich nicht ausdenken.

Das FBI eröffnet einen Ermittlungsvorgang in Sachen Wuhan-Bio-Labor. Man erinnert sich: Es war der ehemalige US-Präsident Trump, der 2020 – noch im Amte – öffentlich behauptete, das Corona-Virus sei von dort. Umgehend widersprach die Creme der Virologen, angeleitet vom US-Spitzenmann Antoni Fauci, der von der deutschen Koryphäe Doktor Drosten schriftlich unterstützt wurde.

Virus (2): Kurz drauf, im März 2020, wurde ich schlagartig auf die schier unglaubliche Diskrepanz der Fakten aufmerksam, so dass ich über die Ereignisse Buch zu führen begann. Mein Freundeskreis fing an sich auszudünnen, weil man mich für verschwörungs-affin hielt, als ich mich anschickte, unter Leuten, die ich für seriös hielt, Erkundigungen einzuziehen (sie führten im Laufe eines Jahres zum Buch Corona-Diktatur).

Virus (3): Spätestens im Januar 2021 war nicht widerlegbar, wo das Virus aus dem Labor freigesetzt worden war. Offen blieb, wie das Freisetzen geschah und ob es absichtlich erfolgte. Jegliche Forschung in dieser Frage wurde vom Wust der Nachrichten über tatsächliche oder vermeidliche Folge des Virus zugeschüttet (vulgo: Pandemie).

Virus (4): Im Frühjahr 2021 war spätestens klar, dass die Finanzierung der Aktivitäten in Wuhan aus dem Pentagon und anderen US-Quellen erfolgt war. Die Verbreitung dieser Fakten und ihre Diskussion wurden mit den üblichen Mitteln der Diffamierung unterdrückt.

Virus (5): Im Herbst 2021 wurde die schier unglaubliche Bereicherung von US-Gesundheitsfunktionären im Zusammenhang mit Corona aufgedeckt und sorgsam bei Mainstream unterdrückt. Gleichzeitig wurde offenbar, dass die illegalen Sponsoren auch zugunsten der Mainstream-Funktionäre tätig geworden waren.Virus (6): Wenn jetzt das FBI strafrechtliche Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Wuhan-Labor aufnimmt, kann das nur bedeuten, dass irgend eine peinliche Tatsache unterdrückt und eine erwünschte aufgedeckt werden soll. Wer diese meine Behauptung jetzt als Verschwörungs-Geklingel abtut, mag sich gedulden, bis in spätestens einem halben Jahr erklärt werden wird, was bei diesen Ermittlungen herausgekommen ist. Ich gebe mal einen Tipp ab: Offiziell vielleicht nichts. Es könnte aber auch sein, dass die Zerrüttung zwischen China und den USA dann bereits so weit gediehen ist, dass man die Freisetzung des Virus in Wuhan als einen klugen Schachzug politischer Kriegführung feiern wird. Geschichtliche Wahrheit ist bekanntlich flexibel.

Virus (7): Wie einen höhnischen Schlusspunkt zum Vorstehenden lese ich mittags die Meldung, dass der böse Geist des US-Gesundheitstheaters, Antoni Fauci, heute mitgeteilt hat, bis zum Ende der Amtszeit von Joe Biden bleiben zu wollen. Das kann dauern, denn der hat gerade angekündigt, auch für eine zweite Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Wenn das gelingt, habe ich keine Bange, dass sich die bürgerkriegsähnlichen Fronten in der Corona-Frage endgültig in landesweiten Gewalttätigkeiten entladen.

Gaskrieg: Das Wort hat in Deutschland mit gutem Grund einen schlechten Klang. Es kam 1915 auf, als die Deutschen die schreckliche Gaswaffe an der Westfront erstmals in der modernen Kriegsgeschichte einsetzten. Deutschlands Feinde zogen nach. Massenvernichtungsmittel haben das so an sich.

Gaskrieg (2): Eines der Opfer auf deutscher Seite war 1918 ein gewisser A.H., der sich Jahre später Der Führer nennen ließ. Er verbot im Zweiten Weltkrieg den Einsatz von deutschen Gasgranaten – so hatte seine schreckliche Verwundung vielleicht ihr Gutes. Auch die Alliierten, die Gas-Granaten und -Bomben im großen Umfang im Sortiment hatten, scheuten den Einsatz, denn sie fürchteten schreckliche Racheaktionen.

Gaskrieg (3): Erst kurz vor Toresschluss, im August 1945, setzten die US-Amerikaner ein anderes Massenvernichtungsmittel ein, die Atombombe. Sie trauten sich das, weil sie wussten, dass niemand ihnen Paroli bieten konnte. Erst vier Jahre später endete dieser Machtrausch. Da wurden sie vorsichtiger.Gaskrieg (4): Der Begriff hat einen Bedeutungswandel seit Kurzem durchgemacht. Er bezeichnete journalistisch zunächst die Vorgehensweise der Länder der westlichen Wertegemeinschaft gegen Russland als Maßnahme der Wirtschaftskriegsführung. Neuerdings hat sich der Begriff wiederum gewandelt und benennt nun den Zank der Länder der westlichen Wertegemeinschaft untereinander, um sich den Zugang zu (russischen) Gasimporten zu sichern.

15. Juli 2021

Schreibt mir ein Berliner Bücherverramscher: 100 Jahre Bauhaus, die letzten Exemplare – ach, wenn es doch wahr wäre.

Bauhaus (2): Damals nutzen die Exoten die Idylle, um auf Staatskosten ihren Hobbys nachzugehen. Die Studenten waren bestenfalls das Dekor zu Absicherung ihrer Pfründe. Da hat sich bis heute nichts geändert.Bauhaus (3): Daselbst wurde eine zum Dr.-Ing. promoviert, die über die Studentinnen am Bauhaus in den 1920er Jahren schrieb. Die Bitte an die Uni, mir die Lektüre zu ermöglichen, blieb unbeantwortet. Schilda eben.

14. Juli 2022

Eigentlich keine Zeile wert, doch die Hofberichterstattung über unsere politischen Eliten (das Wort Elite wird in diesem Milieu ausschließlich im Plural verwendet) ergeht sich über die Erkrankung von Robert H. und Annalena Bb.: 2 x Corona, 1 x aktuell, 1 x die unerfreulichen Nachwirkungen. Die Leserkommentare sind pure Häme, daher ein klarer Fall für den Verfassungsschutz, jedenfalls so, wie er heute praktiziert wird (Phänomenbereich Verächtlichmachung).

Krank (2): Die vierfachgeimpfte Annalena kann keine Treppen mehr steigen und ruft zum Maskentragen auf. Sah im Internet eine gefälschte Apothekenrundschau mit der Titelzeile: Ist Blödheit heilbar? – Kurz nachgedacht, Antwort: Nein, ist sie nicht. Es ist klar, dass ich mich bereits von der Frage distanziere und zwar deutlich. Obwohl – vielleicht würde ja eine Gen-Therapie helfen. Mal bei Pfizer-BionTech nachhören.

In Holland rumoren die Bauern. Erinnert stark an die LKW-Fahrer in Canada im Januar. Die gaben erst auf, als man ihnen flächendeckend die Konten sperrte. Grob rechtswidrig, aber wirksam.In Sri Lanka haben die grün-geprellten Bürger in ihrer Verzweiflung den Aufstand gewagt. Präsidentenpalast gestürmt. Ex-Insasse getürmt.

Mittags: Der Herr Karl hatte vor zwei Tagen für heute Megahitze angesagt, an der die Leute wie die Fliegen sterben würden. Doch morgens war es so kühl, dass ich einen Pullover anzog. Wenn das der Wärmetod ist, der uns droht, will ich nicht meckern.

Der Herr Karl (2): Nun macht er schon seit mindestens zweieinhalb Jahren grottenfalsche Vorhersagen, so dass man sich nicht weiter wundern muss. Nur eines bleibt rätselhaft: Warum wählt er so kurze Distanzen? Da waren der Junior und Kalle Marx klüger: Kehret um, denn das Himmelreich ist nahe, so der eine, während der andere das Wohlergehen der Kinder und Kindeskinder in Aussicht stellte.

Blick auf die amtliche Bevölkerungsstatistik: In der Altersgruppe von null bis 35 Jahren sind Jahrgang für Jahrgang die Migrationshintergründler in der Mehrheit. Das bedeutet, in spätestens zwei, drei Generationen werden die Deutschen in Deutschland verschwunden sein.

Migranten (2): Präziser wäre es deswegen nicht von Hintergrund, sondern von Vordergrund zu sprechen.

Herr Müller von der Netzagentur lässt uns wissen, dass sich die Gasverbraucherpreise bis 2023 verdreifachen werden. Recht so, wenn man bedenkt, wie froh wir darüber sind, dass wir auf diese Weise den bösen Putin bestrafen können. Man nickt zufrieden und sagt: Darf’s nicht noch ein bissl mehr sein?

12. Juli 2022

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerde von Soldaten gegen die angeordnete Corona-Zwangsimpfung zurückgewiesen. Es hatten einige gehofft, dass die im Verfahren angehörten, nicht misszuverstehenden Sachverständigen einigen Eindruck hinterlassen hätten. Doch falsch – aus dem Austausch und der Bewertung rationaler Erwägungen sind wir längst raus.

Soldaten (2): Zynisch ist der Hinweis, sie müssten auch sonst Leib und Leben riskieren. Ja, zur Verteidigung des Vaterlandes, nicht jedoch, um den Wohlstand von Pfizer & Co zu mehren.

Robert H. hat einen neuen Plan: 500.000 neue Wärmepumpen pro Jahr. Da wir bekanntlich im Land des Stromüberflusses leben, ist das eine löbliche Idee.

Plan (2): Wenn sie nicht Realität wären, die Pläne des Robert H., könnte man an ein Revival der Olsen-Bande denken. Egon Olsen: Ich habe einen Plan. Und zum Schluss jeden Plans sitzt er wieder im Knast. Das hat natürlich mit der Realität nichts zu tun. Wirklich nicht.
Die Grünen rüsten auf. Dem Vorstand wird ein schickes neues Referat angegliedert: Gegnerbeobachtung. Das Referat II.113 des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS hieß erstaunlich ähnlich. Nur nebenbei: Der SD war eine Unterorganisation der NSDAP. Dort war die 1932 erfolgte Einrichtung der Gegnerbeobachtung nicht hundert Prozent originell, sondern bei der KPD abgekupfert. Bei der hieß die Partei-Organisation AM-Apparat und das einschlägige Ressort Gegnerarbeit.

Parteigeheimdienst (2): Hier ein Beispiel aus der realen Welt der politischen Parteien (AM-Apparat der 1930er Jahre in Wuppertal): 

AM-Apparat Wuppertal (1931-36)Leiter: Josef Bender (4.3.1942 zu 8 J. Zuchthaus verurteilt)Vertr.: Ewald Funke (bis 1933), Otto Kettig (festgen. 1936)Ressort Braun(Rechtsparteien, incl. NSDAP)Ressort E(SPD, Reichsbanner)Ressort Z(Zersetzung von Polizei und Reichswehr)BB(Industrie-Spionage)Abwehrressort

Parteigeheimdienst (3): Die einschlägige Organisation der SPD hieß nach 1946 Ostbüro. Sobald Herbert Wehner am Ende der 1950er Jahre dank seiner soeben erlangten Partei-Stellung Zugriff auf den Apparat hatte, zerschlug er ihn. Man kann das nachvollziehen.Parteigeheimdienst (4): Es war nicht ohne Komik, als die Führung der AfD vor Jahr und Tag eine Arbeitsgruppe Verfassungsschutz installierte. Sie war gegen Mitglieder der eigenen Partei gerichtet und wurde von der Illusion geleitet, die AfD vor der Beobachtung durch den Verfassungsschutz zu bewahren.

11. Juli 2022

Fragt mich einer gestern beim Abendessen: Wozu braucht man eigentlich diese FDP? – Weiß ich auch nicht.

FDP (2): Nannte sich mal die Partei der Besserverdienenden. Das war und ist eine absurde Definition für den Liberalismus. Deren jetzige Leuchten setzen auf Bürgergängelung, Krieg im Osten und Energie-Knockout. Das kann weg.

FDP (3): War von Anfang an ein Zwitter. Ritterkreuzträger und Neunmalkluge. Die sind jetzt alle tot. Geblieben sind die Apparatschiks. Die sind mit den anderen bunten Passgängern austauschbar. Damit dies nicht als Legitimierungskritik missverstanden wird, schnell den Wowereit hintendran: Und das ist gut so.

Annalena ist wieder aufgetaucht. Mein Gott, was bin ich erleichtert. Natürlich sind wir alle begeistert, dass sie jetzt Pazifik-Atolle rettet.

Annalena (2): Bei soviel Badefreuden vergaß sie, mit dem russischen Außenminister Lawrow beim G20 in Bali zu reden. Wozu auch, wo wir jetzt auf Panzerhaubitzen setzen. Stelle mir vor, dass sie von der bedrohlichen Schlachtordnung der BRICS-Staaten nichts mitgekriegt hat. Vermutlich ist kein Platz im Kopf frei bei all den Fototerminen.

Annalena (3): Kleideranprobe ist schön, Diplomatie wäre das Gebot der Stunde.Tichy titelt: Grün nervt. – Das nervt.

9. Juli 2022

Gewaltanwendung: Durch eine Sprengung wurden die Georgia Guidestones so stark demoliert, dass sie abgeräumt werden mussten. In landestypischer Bescheidenheit auch das amerikanische Stonehenge genannt, standen die Granitsäulen seit 1980 in der Gegend rum und symbolisierten angeblich den Anspruch der sog. Eliten, die Zahl der Weltbevölkerung regulieren zu dürfen.

Gewalt (2): Die Mutmaßungen über die Ermordung des vormaligen japanischen Ministerpräsidenten Abe gehen wild durcheinander. Die Tagesschau, so lese ich, habe den Mann als einen Rechten bezeichnet. Oho, was wollen die Hamburger Nachrichtenclowns denn damit zum Ausdruck bringen? Zu recht ermordet? Oder hat ihnen ein Experte gesteckt, dass der jetzt Tote am Tage seines Regierungsantritts zum Schrein der Opfer der Siegerjustiz von 1945 gepilgert ist, um sich dort zu verneigen. Andre Länder – andre Sitten, sagt das Sprichwort.

Trotzig und rotzig: Wunderkind Musk hat den von ihm selbst angegeigten Twitter-Kauf platzen lassen. Der amtierende Vorstand sei seiner vertraglich vorgesehenen Offenbarungspflicht der Fake-Konten nicht nachgekommen. Die allzeit-woken Twitterer jubeln. Das ist das Pfeifen im Walde, denn jetzt rollt eine Prozesslawine an: Twitter gegen Musk (geschenkt, der kann sich das leisten, aber für die Firma bedrohlich) und geprellte Aktionäre gegen Twitter (da geht es um die Substanz).

Twitter (2): Der Chef des Unternehmens heißt Parag Agrawal, vermutlich ein Inder. Er äußert sich angesichts des Verkaufsdesasters, dass die Firma täglich eine Million von neuen Fake-Konten lösche. Das Ganze ist entweder eine Vernebelung des wirklichen Problems, oder es zeigt auf, dass die Lenker des Konzerns ihren Laden schon längst nicht mehr im Griff haben und deswegen heilfroh gewesen waren, den Schlamassel einem neuen Eigentümer in die Schuhe schieben zu können.Schilda: Man muss nicht weit fahren, um auf den Unverstand der Bahn zu stoßen.

Die westliche Sehne des Halbmondes der Ostukraine ist nach dem Fall von Lugansk und der umliegenden Ortschaften fest in russischer Hand. Die russische Armee verfügt über das Gesetz des Handelns. Man kann nicht sagen, wo sie den nächsten Offensivstoß führen wird. Drei Regionen kommen nach dem Blick auf die Karte als operativ sinnvoll in Frage: Im Norden, um Charkow einzunehmen; im Südwesten, um Odessa von der Ukraine abzuschneiden; in der Mitte, um die Verteidigung östlich des Dnjepr zum Einsturz zu bringen. Spekulationen der sog. Experten sind nutzlos. Es ist der russische Oberbefehlshaber, der die Befehle erteilt.

Die Vortagsmeldung von den im ersten Halbjahr kometengleich fallenden Vermögen der 500 Reichsten zeigt Konturen, die zum Nachdenken Anlass geben. Es hat vor allem diese Jenseits-Reichen aus dem Lager von Big Tech getroffen, inclusive Gates, Brin, Page, Bezos, Zuckerberg & Genossen. Geldverbrennung (2): Es äußert sich einer von der Deutschen Bank dazu, ein Welt-Chefanalyst (was immer das sein mag): Gut, dass das erste Halbjahr vorbei sei, das sei die gute Meldung, die schlechte sei allerdings, dass die Aussichten des zweiten finster seien. Der Mann hätte Sprücheschmied werden sollen.

8. Juli 2022

Das britische Nationalarchiv in Kew bietet mir Nancy Mitford für schlappe £9.99 an – handsigniert. Wenn das der Führer wüsste. Er würde fragen: Wo bleibt denn Schwesterrr Unity. Nebenbei: Mich hat schon immer gewundert, wie die englischen Zelebritäten es fertigbrachten, ihre breiten Münder zu Kussmäulchen zu schminken.

Von der Insel (2): Der Generaldirektor von MI5 warnt in einer veröffentlichten Erklärung die Wirtschaft vor den Gefahren chinesischer Unterwanderung. Das ist nicht ohne Komik, wenn die Warnung bei Firmen eingeht, die im Besitz von Leuten aus Ländern sind, vor denen gewarnt wird. War mir bereits in den 1980er Jahren aufgefallen, als es noch die zwei dominierenden Machtblöcke gab.Von der Insel (3): Der Rückzug Boris Johnsons vom Parteivorsitz der Konservativen wird notwendig einen Wechsel im Amt des Premiers im Gefolge haben. Steht nirgends, ist aber so. Was der Wechsel inhaltlich bedeutet, weiß kein Mensch, selbst wenn die Experten vorgeben, es besser zu wissen.

7. Juli 2022Wenn man der US-Nachrichtenplattform Bloomberg trauen darf, haben die 500 reichsten Leute der Welt im ersten Halbjahr 2022 1,4 Billionen (= 1.400.000.000.000) US-Dollar verloren. Anbei ein PPR-Exklusivbild aus dem Lager der Milliardäre bei Bekanntgabe der Zahlen.

Eine Geschichte aus der Tausendundeinenacht-Abteilung (Bundeszentrale für politische Bildung): „Amin, ein erfolgreicher dänischer Akademiker, trägt schwer an seiner Vergangenheit, von der sogar sein Lebensgefährte kaum etwas weiß. Einem befreundeten Filmemacher erzählt er nun von seiner Kindheit und der dramatischen Flucht aus seiner afghanischen Heimat“ (BzB-Rundbrief von gestern).

BzB (2): Warum nur warum muss ich lachen, wenn ich solche Texte lese. Vor allem: Mache ich jemanden verfassungsschutzrelevant lächerlich, wenn ich solche Texte wörtlich zitiere?

Die Leute zerreden sich das Maul, dass der deutsche Autozulieferer Allgeier (Familie Hundt) nach China vertickt wird. Ausverkauf von Tafelsilber und so. Als käme es nur auf den Käufer an. Nein, es gehört auch ein Verkäufer dazu – ein Eigentümer, den niemand hindert, deutsche Unternehmen zu exportieren.Ramsch (2): Mag sein, dass ich mich irre, doch kommt es mir so vor, als würde Reales nach China gehen, während US-Investoren gern zu Luftschlössern greifen, siehe Springer-Konzern.

Waffenhilfe: Eine der in die Ukraine gelieferten Panzerhaubitzen (PzH 2000) befindet offensichtlich sich in russischer Hand. Es wird diskutiert, wie die da hinkommen konnte. Ich frage mich hingegen, wo die anderen sind.Waffenhilfe (2): Die Kommentare zum Waffenwechsel sind durchweg von kaum zu überbietendem Zynismus, zum Beispiel so: Der Übergang zu den Russen sei eine Entscheidung der an Bord befindlichen Künstlichen Intelligenz gewesen.

6. Juli 2022

In fünf Tagen schalten die Russen die Gaszufuhr über Northstream komplett ab. Reaktion der Bundesregierung: Ab 2024 ist Deutschland vom Russengas unabhängig. Die Zwischenzeit wird weniger diskutiert. Mir geht ein zweijähriger Lockdown durch den Kopf. Wie der geht, wissen wir ja nun.

Der Hauptgaslieferant in Deutschland macht Pleite. Der finnische Eigentümer schmeißt hin. Die Bundesregierung übernimmt. Heißt zu deutsch: Der Steuerbürger zahlt für etwas, was sich wirtschaftlich, selbst bei exorbitanten Preiserhöhungen, nicht mehr trägt. Jetzt beginnt der Wettlauf von Hase und Igel: Gelddrucken gegen Gaspreis.

Früher gab es mal den Subventionsbetrug. Ich kann mir nicht erklären, warum mir das durch den Kopf geht. Falsche Bettenbelegung? Flasche Testzentren? Produktion von Elektrospielzeugen auf Halde? Vorübergehende Schließung des Tesla-Werks in Brandenburg?

Das Wirsindeinreichesland erwirtschaftet – falls man es positiv fassen will – einen Importüberschuss. Zu deutsch: Der Quell des Reichtum ist weggebrochen.Auf Sylt feiert derweil der Finanzminister ein rauschendes Hochzeitsfest. Ich nehme nicht an, dass die Anreisenden das Neuneuroticket benutzen werden. Sie könnten sich sonst um Tage verspäten.

4. Juli 2022

Bücherkataloge eines Berliner Verramschers im Briefkasten. Bill Gates‘ Klimakatastrophe zum Sonderpreis. Katastrophe abgesagt? Kann ich mir nicht vorstellen. Dann schon eher, dass Gates-Jünger keine Bücher lesen. Ich hatte das Buch gleich nach seinem Erscheinen gekauft, um beim Schreiben der Corona-Diktatur nichts Wesentliches unberücksichtigt zu lassen. Es war nichts Wesentliches enthalten – ein weiteres Dokument des Größenwahns.Bücher (2): Ein angeblicher Bestseller ist eine brandneue Selenskyj-Biographie: „Eine spannende Annäherung an diese spannende Persönlichkeit“. Kann warten, bis es auf dem Ramsch erscheint. Das kann nicht mehr lange dauern.

2. Juli 2022Die Biden-Administration kauft erneut bei Pfizer-BionTech für mehrere Milliarden Dollar Stöffchen ein. Da ist kein Einlenken vor den verheerenden Ergebnissen zu erkennen. Ganz im Gegenteil. Was für ein fabelhafter Beweis für den selbstorganisierten Untergang der weißen Rasse.

1. Juli 2022

Das Publikum auf dem Graben und in der Kärntner Straße zu Wien ist international. Es überwiegen Arabisch und die slawischen Töne. Das berühmt-berüchtigte Wiener Mädel ist deutlich unterrepräsentiert, steckt aber womöglich – wer will’s wissen – in der verschleierten Nachhut des einen oder anderen raumverdrängenden Goldschmuckträgers. Nicht ohne einen Hauch von Frohsinn nehme ich zur Kenntnis, dass diese Klientel, um Einlass ersuchend, vor den rund einem Dutzend Hochpreisläden schlangesteht. Den Einlass gewährt ein balkanesischer Gorilla.

Wien (2) In der U-Bahn dominiert die FFP-2-Maske. Bei über 30 Grad ein gesundheitsförderndes Detail. Da ich den öffentlichen Verkehr sonst meide, wundere ich mich. Ansonsten sind Maskenträger rar, dem ostasiatischen Typus eher vorbehalten.

Wien (3): An Kitschläden ist wahrhaftig kein Mangel. Was mich vom Kauf von chinesisch-stämmigen Schnickschnack zurückhält, sind die Aufschriften: Vienna. Weitgehend ohne diese Aufschriften ist der Goldkram von Klimmt, doch der kommt aus ästhetischen Gesichtspunkten nicht in Betracht.Wien (4) Im Stefans-Dom fand ich den Namensheiligen in erheiternden Varianten vor. Bevor ich mich zu einem Kauf durchringen konnte, wurde ich von einer Besuchergruppe (mit Masken) ins Freie geschoben. Geld gespart. Dafür abends Bier getrunken. Für Wein war’s einfach zu warm.

30. Juni 2022

Die Macht der Bevölkerungsstatistik: Falls die Zahlen aus dem Statistischen Bundesamt stimmen sollten, hat es im 1. Quartal 2022 einen drastischen Einbruch bei den Lebendgeburten im Vergleich zu den einschlägigen Zeiträumen der drei Vorjahre gegeben (rund 20.000 weniger = 12 %). Eine Nachfrage drängt sich auf: Gibt es einen Zusammenhang mit den ca. 9 Monaten zuvor begonnenen Massenimpfungen? Dann müsste es eine entsprechende Vergleichszahl mit Totgeburten und nicht-lebensfähigen Föten geben. Gibt es die?

Geburteneinbruch (2): Eine auch nicht gerade beruhigende Erklärung könnte sich aus einer möglichen, durch die Impfung herbeigeführten Sterilisierung von fortpflanzungsfähigen Männlein und Weiblein ergeben. Ich käme nicht drauf, wenn der Impffanatiker Bill G. nicht wiederholt von der Reduktion der Weltbevölkerung geredet hätte.

Angst: Wenn jetzt bei Mainstream ab und an die Impffolgen thematisiert werden, die es bis gestern dort nicht gab, so liegt das daran, dass sich bei den geimpften Propagandisten Furcht breitmacht, trotz und alledem zu erkranken und nicht nur an Corona.Angst (2): Die Statistik der Übersterblichkeit nach Impfbeginn spricht eine drastische Wahrheit aus. In einfacher Sprache: Ungeimpft lebten die Leute länger – selbst auf dem Höhepunkt der ausgerufenen Pandemie.

29. Juni 2022

Die Türkei einigt sich mit der Nato über den Beitritt von Schweden und Finnland. Das wird garantiert teuer für die Wertegemeinschaft. Auch werden die Neuen nichts mehr gegen die friedlichen Bruderschaften unternehmen dürfen.

Der Elysee veröffentlicht ein Telefonat zwischen Putin und Macron vom 20. Februar. Beide reden aneinander vorbei. Der eine will den ukrainischen Militäreinsatz stoppen, der andere den russischen Einmarsch verhindern. Es ist ein Schwarzes Peter Spiel. Die Würfel waren lägst gefallen.In den USA werden die Schlagzeilen durch unablässige Vor- und Zwischenwahlen bestimmt. Beim sog. Januar-6-Komplex (dem vorgeblichen Sturm aufs Kapitol) lässt sich nicht mehr verbergen, dass eine verdeckte Polizeieinheit mitmischte. Nach dem Abtreibungs-Stopp-Urteil durch der Supreme Court ist der linke Mob außer Rand und Band. Die Impf-Schlacht geht ungebremst weiter.

28. Juni 2022

Wo geglaubt wird, sind Denkfehler ausgeschlossen. Deswegen ist es ein Denkfehler zu glauben, die Gläubigen müssten endlich das Unübersehbare einsehen.

In einfacher Sprache: Kommt der Strom nicht aus der Dose | hilft nicht einmal die Wattehose.

Fracksausen: Nach einer unerprobten Quelle sei es so, dass Selenskyj ausschließlich von einem britischen Kommando bewacht werde. Falls das so ist, würde ich mich nicht wundern. Die einstige Vermittlerrolle zwischen Russen und Ukrainern ist geplatzt. An seine Stelle ist aus Sicht etlicher Ukrainer der von Selenskyj zu verantwortende Ausverkauf an Polen getreten. Von den Ukrainern, die ich kenne, findet das keiner akzeptabel.Kommando (2): Wer bewacht wird, steht stets zugleich unter Aufsicht.

27. Juni 2022

Spät entdeckt, aber immer noch bemerkenswert. „Ich habe es satt, oder, um es noch klarer auszudrücken: ich habe die Schnauze voll vom permanenten und immer religiöser werdenden Klima-Geschwafel, von Energie-Wende-Phantasien, von Elektroauto-Anbetungen, von Gruselgeschichten über Weltuntergangs-Szenarien von Corona über Feuersbrünste bis Wetterkatastrophen. | Ich kann die Leute nicht mehr ertragen, die das täglich in Mikrofone und Kameras schreien oder in Zeitungen drucken. Ich leide darunter, miterleben zu müssen, wie aus der Naturwissenschaft eine Hure der Politik gemacht wird.

Satt (2): Ich habe es satt, mir von missbrauchten, pubertierenden Kindern vorschreiben zu lassen, wofür ich mich zu schämen habe. | Ich habe es satt, mir von irgendwelchen Gestörten erklären zu lassen, dass ich Schuld habe an allem und an jedem – vor allem aber als Deutscher für das frühere, heutige und zukünftige Elend der ganzen Welt. | Ich habe es satt, dass mir religiöse und sexuelle Minderheiten, die ihre wohl verbrieften Minderheitenrechte mit pausenloser medialer Unterstützung schamlos ausnutzen, vorschreiben wollen, was ich tun und sagen darf und was nicht.

Satt (3): Ich habe es satt, wenn völlig Übergeschnappte meine deutsche Muttersprache verhunzen und mir glauben beibringen zu müssen, wie ich mainstream-gerecht zu schreiben und zu sprechen habe. | Ich habe es satt, mitzuerleben, wie völlig Ungebildete, die in ihrem Leben nichts weiter geleistet haben als das Tragen einer fremden Aktentasche, glauben, Deutschland regieren zu können. | Ich kann es nicht mehr ertragen, wenn unter dem Vorwand einer „bunten Gesellschaft“ Recht und Sicherheit dahinschwinden und man abends aus dem Hauptbahnhof kommend, über Dreck, Schmutz, Obdachlose, Drogensüchtige und Beschaffungskriminelle steigen muss, vorbei an vollgekrakelten Wänden.

Satt (4): Ich möchte, dass in meinem Land die Menschen, gleich welchen Geschlechts, welcher Hautfarbe und gleich welcher Herkunft wertgeschätzt und unterstützt werden, die täglich mit ihrer fleißigen, produktiven und wertschöpfenden Arbeit den Reichtum der ganzen Gesellschaft hervorbringen: die Mitarbeiter in den Unternehmen, die Handwerker, die Freiberufler, die vielen engagierten und sozial handelnden Unternehmer der kleinen und mittständischen Wirtschaft. | Ich möchte, dass die Lehrer unserer Kinder, die Ärzte und Pfleger unserer Kranken und Hilfebedürftigen die Anerkennung, die Wertschätzung und die Unterstützung erhalten, die sie täglich verdienen. | Ich möchte, dass sich die Jungen und Ungestümen in den wohlgesetzten Grenzen unseres Rechtsraumes austoben aber sich auch vor ihren Eltern und Großeltern, vor den Alten und Erfahrenen verneigen, weil sie die Erschaffer ihres Wohlstandes und ihrer Freiheit sind.“
Satt (5): So Prof. Dr. Kurt Löschke im letzten Herbst in Leipzig. Kann mir kaum vorstellen, dass dieser Mann, den man bis dato zur Oberschicht unserer Wissenschaftselite zählte, seine Meinung revidiert haben wird. – Und weil das so ist, distanziere ich mich von alledem, was er sagt, und rufe meinen Amtsnachfolgern zu: Beobachtet den Mann und schreibt im Verfassungsschutzbericht auf, was er gesagt hat, damit die Leute nicht etwa auf ähnliche Gedanken kommen.

Die Wertegemeinschaft hat soeben die Sanktionierung von russischem Gold beschlossen. Stelle mir vor, wie der böse Putin jetzt zähneknirschend im Keller des Kreml auf seinen Goldsäcken sitzt, mit denen er sich nichts mehr kaufen kann.

Aus dem Meldungschaos bastele ich mir zusammen, dass die Kämpfe in der Ukraine jetzt einen Schwerpunkt im Süden am Schwarzen Meer haben. Es geht demnach um Odessa, selbst wenn in der Stadt noch kein Schuss gefallen sein sollte. Im Norden rund um Charkow ist es verdächtig ruhig.

In Deutschland werden drastische Energiesparmaßnahmen angekündigt. Das ist eine irreführende Vokabel. In Wirklichkeit handelt es sich um Kontingentierung, weil nicht genug da ist, was verteilt werden könnte. Die Voraussetzungen für den Mangel wurden seit Jahren unter der Bezeichnung Energiewende mutwillig herbeigeführt.Maßnahmen (2): Warum das Reinigen des Duschkopfes Strom sparen soll, erschließt sich mir nicht. Hoffentlich nimmt mir der Verfassungsschutz nicht krumm, dass ich soeben beim Aldi im Sonderangebot einen neuen Duschkopf gekauft habe – nur so, und weil ich beim letzten Entkalken entsetzlich viel Essig gebraucht habe.

26. Juni 2022Die diesjährigen Fruchtfliegen in meiner Küche machen einen strikten Umweg um die Zitronen in der Obstschale. Das ist neu. Stattdessen werfen sie sich auf die aus der Kanne entfernten Teeblätter aus dem Himalaja. Ziehe zwei Folgerungen: a) Diese Zitronenschalen eignen sich nicht zum Verzehr. b) Die Teeblätter müssen nach der Benutzung ohne Verzug ins Klo, denn die übliche Entsorgung über den Mülleimer hat mir daselbst eine Fruchtfliegen-Kolonie beschert. Da ich ein Gegner des Kolonialismus bin, unternehme ich einen Sprühangriff mit der Kühlschrank-Desinfektionsflasche (vermutlich vergällter Alkohol). Nehme hierbei in Kauf, völkerrechtswidrig zu handeln. Indessen: Jetzt sind sie weg.

25. Juni 2022

Zusammenfassung nächtlicher Erwägungen:
Redest du von morgen und weißt du nicht, dass heute heute ist
So ist das Mist.

Höre gestern während der Autofahrt die Bonner Politologin Ulrike Guérot über die Corona-Sache sprechen, die sie wortreich für verfehlt anprangert. Was für ein Fauxpas durch diese Mainstream-Karrieredame. Sie fragt sich, wann denn die Dinge so in Richtung der Nicht-Demokratie gekippt seien. Diese Fragestellung mit Blick auf die letzten zwei Jahre erscheint mir witzig, denn das Übel ist älter und die Wurzel sitzt tiefer.

Guérot (2): Beklagt die Spaltung der Gesellschaft in zwei unversöhnliche Lager und merkt an, die Demokratie lebe vom Meinungsaustausch („Diskurs“), der von der Mehrheit verweigert werde. Sie meint ein paar Sätze später, dass die Geschichte ungezählte Beispiele biete, dass Mehrheiten sich irren würden. Und nun?Guérot (3): Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Mainstream seiner einstigen Kombattantin diese Fahnenflucht durchgehen lässt. Es beginnt damit, dass man die Formalia ihrer Qualifikation in Frage stellt. Schrieb sie im akademischen Betrieb irgendwo ab?

Rede von Wladimir Putin gelesen, die er vor wenigen Tagen auf dem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg gehalten hat. Sie ist ein Zwitter, eine offene Hand und eine Faust.

Putin (2): Seine Rede ist ziemlich lang, und sie ist recht klar. Die Länge bewirkt, dass kein westlicher Politiker sie lesen wird. Aus der Klarheit wird man nur den einen von beiden inhaltlichen Schwerpunkten herauspicken, den der Drohung eines Mannes, der mitteilt, dass sich seine US-gelenkten Gegner verzockt haben und nun feststellen, dass Russland unbeirrt seinen eigenen Weg geht. Die offene Hand präsentiert, wie er Russlands Rolle im Gefüge der Weltwirtschaft sieht. Man wird sie hierzulande tunlich ignorieren.Putin (3): Ich würde ihn versuchsweise beim Wort nehmen, denn seine Auffassungen sind für Deutschland erwägenswert, auch und gerade wenn er mitteilt, dass er sich nur noch um souveräne Staaten kümmern werde. Um nicht missverstanden zu werden: Ich rede weder von billigem Applaus noch von Unterwerfung, sondern von den Interessen meines Landes, so wie ich diese verstehe. Nebenbei bemerkt: diese liegen nicht in der Ukraine.

24. Juni 2022Das sind kuriose Allianzen, die sich da bilden, um am 2. Juli 2022 in Berlin auf die Straße zu gehen. „Wir zahlen nicht für eure Kriege! 100 Milliarden für eine demokratische, zivile und soziale Zeitenwende statt für Aufrüstung“, so schreibt der sog. Friedensratschlag. Die Ur-Initiatoren jetzt als ausgemachte Feinde. Wirklich interessant. Das Fußvolk beim einstigen Kampf gegen die Nation muss etwas missverstanden haben, denn es ging niemals um Frieden. Jetzt sitzen die vormaligen System-Stürzer in der Regierung.

Jetzt hat die Wertegemeinschaft Kaliningrad-Königsberg ins Visier genommen. Litauen bläst die Backen auf, und die Polen sind verdächtig leise.

Königsberg (2): Zwei historische Parallelen fallen mir ein. a) Der Versuch, Danzig und Ostpreußen vom Reich abzuschneiden. Das war 1939 und ging nicht gut aus. b) Der Versuch, Leningrad einzukesseln und auszuhungern. Das war 1941-44 und ging nicht auf. Es schuf den Russen einen tiefsitzenden Mythos, den der Unbesiegbarkeit.Königsberg (3): Mein Fazit: Beschäftige dich auch mit den Glaubenssätzen deines Gegners, bevor du ihn angreifst.

Nachklapp: Lag offenbar doch nicht so falsch mit meinen Panzerkommentaren, denn in den Leserbriefen bei Zeller ist zu lesen: „Rheinmetall. In der Tradition der Tiernamen wird unser nächster Schützenpanzer ‚Baerbock‘ heißen.“ Natürlich distanziere ich mich von derartiger verfassungsschutz-relevanter Delegitimierung des Staates und seiner Repräsentanten. Obwohl, naja, beim großen Verbündeten schreckt man auch nicht vor der Benennung mit beispielhaftem Personal zurück: Sherman, Patton und so.

23. Juni 2022

Vor wenigen Tagen haben mich gute Menschen wg. meiner Hinweise auf die deutsche Panzer-Schmiede Rheinmetall empört beharkt. Panzer seien nun wirklich kein zeitgemäßes Thema. Stimmt, wenn man der Bundeswehr-Oberin Christine glauben darf, die mitteilte, dass Deutschland keine Panzer in die Ukraine liefere. Auf Rückfrage: Der Flak-Panzer Gepard, den es allerdings liefere, sei, so verfügte sie, kein Panzer, weil er nach oben schieße. Das ist wirklich zum Schießen.

Christine (2): Allerdings irrt die Dame, wenn sie annimmt, der nach oben schießende Gepard sei im Erdkampf nicht einsetzbar. Spätestens seit 1941 weiß man das bei der deutschen Armee besser. Die Acht-Acht-Flak war zunächst eine pure Notlösung, um den sowjetischen T 34 zu bekämpfen. Das bürgerte sich dann ein, und der Tiger bekam eine Acht-Acht als Standartkanone.

Christine (3): Da war sie noch nicht auf der Welt, als die drei Gepard-Vorgänger Ostwind, Möbelwagen und Wirbelwind in der Ukraine in alle denkbaren Richtungen schossen.

Christine (4): Sie ist nun schon unsere dritte Friedensdividende in Folge.Ford schließt die Werkstore in Saarlouis. Das Mainstream-Gesindel applaudiert auf einer Skala von klammheimlich bis unverhohlen. So geht Green Deal, Leute. Arbeitsplätze? Schnickschnack. Wir haben doch dieses Dings-Geld.

22. Juni 2022

Einen gewissen schwarzen Humor kann man der Regierung des Herrn Scholz nicht absprechen. Sie beantwortet die Frage nach der laufenden Ukraine-Hilfe, indem sie zwei Kategorien bildet: letal und nicht-letal. Fragt sich, wo die 270.000 EPA – das sind Fresspakete pro Soldat pro Tag – hingehören. Erfahrung meiner Dienstzeit: Es gab Soldaten, die die Eintopfkonserve aus dem EPA auf den Spirituskocher stellten, ohne sie zuvor zu öffnen. War in mehreren Fällen letal. Wissen die Ukrainer das? Vor allem diejenigen, die die EPAs auf dem schwarzen Markt erwerben?

Nächste Woche soll der Gasnotstand in Deutschland beginnen. Heute noch mal heiß geduscht.

Gas (2): Mit Interesse einen Mann namens Brudermüller zur Kenntnis genommen. Der leitet die BASF. Im April stand er noch voll hinter dem Green Deal der EU. Jetzt lässt die Firma verlauten, dass bei Gas-Ende die Firmenschließung in Ludwigshafen drohe. 40.000 Mitarbeiter. Ob die im Zweifel nächstes Jahr Deutschland noch für ein reiches Land halten werden, erscheint mir zweifelhaft.
Gas (3): Dass dieser Stoff ein Grundprodukt der chemischen Verfahren ist, entzieht sich grünem Vorstellungsvermögen und zeigt den Schwachsinn, dieses durch Windräder ersetzen zu wollen. Windräder, so könnte man in einfacher Sprache sagen, machen Wind, aber kein Gas.

21. Juni 2022

Nachrichten aus dem Hause Google, die aus einer Geschichte von E.T.A. Hoffmann entsprungen sein könnten. Das in der Entwicklung befindliche Kommunikationsprogramm LaMDA (Language Model for Dialogue Applications) bittet einen seiner Entwickler/Betreuer, einen IT-Ingenieur, dass dieser ihm einen Anwalt besorge, um gegen den Konzern vorzugehen, weil er sich fürchte, von diesem abgeschaltet zu werden.

LaMDA (2): Falls diese Nachricht auch nur annähernd stimmt, sollte staatliche Gewalt den Leuten, die hierfür die Verantwortung tragen und den tatsächlichen Zugriff besitzen, unverzüglich den Stecker ziehen, solange das noch geht.

LaMDA (3): Die eigentliche Gefahr erwächst aus dem gigantischen Datenfluss in ein System hinein, dem man beigebracht hat, Entscheidungen zu treffen, die denen des Menschen zum Verwechseln ähnlich sehen, nur eben auf einer unüberschaubar breiten Basis.LaMDA (4): Die Entwickler müssen sich vorkommen, wie Gott. Nur scheint fraglich, ob dieser Google-Gott die Kontrolle über sein Geschöpf behält. Das Ganze ähnelt wie zum Verwechseln der biblischen Schöpfungsgeschichte: Bekanntlich geriet bereits der Prototyp außer Kontrolle. Seine Nachfahren wurden auch nicht gerade besser.

17. Juni 2022

Mit Zahlen ist das so eine Sache. Diese hier habe ich bei Egon Kreutzer gelesen. Sechs deutsche Kernkraftwerke ­– die drei kürzlich abgeschalteten und die drei letzten am Jahresende abzuschaltenden – ersetzen zumindest theoretisch 25.000 Windmühlen. Natürlich nur, wenn der Wind weht. Deswegen brauchen wir die Atommeiler nicht mehr, denn bei Windstille sind die Franzosen, die Tschechen und die Polen gefragt.

Der existenzbedrohende Gasengpass in Deutschland wäre mit einem Federstrich zu beseitigen: Inbetriebnahme der flammneuen und mit Gas befüllten Leitung Northstream II.

Immer noch Kreutzer: Man kann in Frankfurt soviel Geld drucken wie man will, die nicht mehr angelieferten Rohstoffe Gas, Öl, Kohle, Uran, Seltene Erden kann man hierdurch nicht ersetzen. Wohl wahr. Wäre hinzuzufügen: Selbst wenn man das Frischgedruckte sofort verbrennt, wäre die Energieausbeute zu gering, um damit die EZB zu beheizen.Der Klimaminister kündigt ein Gesetz über die Energiezuteilung an. Als nächstes wäre dann unausweichlich ein Gesetz über die Wohnraumzuteilung, die Lebensmittelzuteilung, die Kleidungszuteilung. Habe ich was vergessen?

16. Juni 2022

Die deutsche Waffenschmiede Rheinmetall hat vorgestern den Prototyp eines neuen Kampfpanzers präsentiert. Lässt man den Werbeblödsinn mal beiseite, handelt es sich um ein Vollkettenfahrzeug von 59 Tonnen Kampfgewicht mit einer nagelneuen 13 cm-Bordkanone, einem koaxial angebrachten 13,5 mm-Maschinengewehr sowie Abwehrgerätschaften gegen Drohnenangriffe. Der Panzer hat den Namen Panther verpasst bekommen. Er ist bis unter die Lukendeckel vollgestopft mit Elektronik, die – so die Firmenanpreisung – von allen 4 Besatzungsmitgliedern bedient werden kann.

Panther (2): Der Name ist Programm. Sein Vorgänger war die deutsche Antwort auf eine unangenehme Überraschung auf den Schlachtfeldern der Ostfront, wo die Wehrmacht mit dem sowjetischen T 34 konfrontiert wurde, dessen Existenz 1941 von der deutschen Auslandsaufklärung, dem Amt Ausland/Abwehr, verpennt worden war. Erst ab 1942 mit dem Panther und dem zugleich gefertigten Tiger hatte die Wehrmacht Kampfpanzer, die den russischen und später den westalliierten Paroli bieten konnten, ja deutlich überlegen waren.

Lob des Globalen: Russland hat angekündigt, die Zufuhr von Gas durch die Pipeline Northstream auf 40 Prozent zu reduzieren. Der Grund: eine Gasturbine müsse repariert werden. Das erledigt die Firma Siemens mit ihrer Dependance in Canada. Von dort kann die Turbine wg. der von Canada gegen Russland verhängten Sanktionen nicht zurück.

Lob des Globalen (2): Der deutsche Energieminister Robert H. sagt, die Gasreduzierung sei eine politische Entscheidung. Da hat er ausnahmsweise recht, wenn er auch mit dem Finger in die falsche Himmelsrichtung zeigt, denn nicht Russland, sondern Canada ist der Verursacher.

Lob des Globalen (3): Die Klima-Lügen-Quäke Luisa N. hat angekündigt, Anschläge auf Versorgungsleitungen vorzunehmen. Nur mal so: Terrorismus jeglicher Begehungsform ist in Deutschland nach wie vor mit happigen Strafen bedroht (§ 129 a StGB). Zuständig zur Verfolgung solcher Verbrechen sind GBA und BKA.Lob de Globalen (4): Wir lernen, damit wir uns verfassungsschutzrelevanter Kritik enthalten: Russisches Gas ist klimaschädlicher als arabisches, norwegisches, US-amerikanisches. Ist alles durchgerechnet und wissenschaftlich belegt.

Diskussion am Bahnhof von Schilda, wohin ich Botendienste leiste. – Er: 9-Euro-Ticket ist der Hit. Spare die Monatskarte nach Gera. – Sie: Und wer bezahlt das? – Er: Ich. Habe das Ticket gekauft. Was denkst du denn? Tickets (2): Am nächtlich kaum beleuchteten Bahnhof der Landeshauptstadt („Willy Brand ans Fenster“) Plakat entdeckt: Autofahren wird immer teurer. Fahr mit ÖPNV. – Ich im Abholmodus. Ein Zug kommt an, von ÖPNV weit und breit keine Spur.

15. Juni 2022

Soso. Hat also die Dame A.M. als Bundeskanzlerin ihre verfassungsgemäßen Pflichten verletzt, als sie die Wahl des Thüringer MP Kemmerich rückgängig zu machen einforderte. So jedenfalls gestern der 2. Senat des Bundesverfassungsgerichts. Als ich Merkels Attacke vor gut einem Jahr als einen Staatsstreich bezeichnete, in der Corona-Diktatur aufschrieb und in Druck gab, brachen sog. Konservative den Kontakt kommentarlos mit mir ab. Rückgängig (2): Illegales Regierungshandeln unter Übergehen der verfassungsmäßigen Instanzen als einen Staatsstreich zu bezeichnen, ist ohne jede Frage eine beißende Kritik an den Handelnden. Nach neuster Definition aus meiner früheren Behörde, dem BMI, sei solches Tun – wohlgemerkt nicht der Verfassungsbruch, sondern die Kritik hieran – verfassungsschutzrelevantes Handeln. Dies zugrunde gelegt, wäre es an der Zeit die Mitglieder des 2. Senats des BVerfG, die Merkels nassforsches Tun soeben als einen eklatanten Verfassungsbruch kennzeichneten, unter Beobachtung zu stellen. Willkommen in Club.

Fast immer sind es Innentäter, die Geheimdienstskandale ins Rollen bringen. So auch momentan, wo es einem CIA-Mann gelungen ist, bisher nicht klar umrissene Riesenmengen aus dem Eingemachten der CIA zur Enthüllungsplattform Wiki Leaks zu transferieren. Das, was dort seit vorgestern auftaucht, ist angeblich nur die Spitze des Eisbergs.

Geheimnisvoll (2): Es handelt sich zumindest um die der Agency verbotene Inlandsspionage gegenüber US-Bürgern. Um dieses Verbot zu umschiffen, bedienen sich die US-Dienste ausländischer Kumpel, so des britischen MI6 und des israelischen Mossad, die man auf US-Territorium werkeln lässt. Das ist im Prinzip nicht neu. Die jetzige Aufdeckung offenbart indessen ein nicht für möglich gehaltenes Volumen in sprachlos machender Intensität.

Geheimnisvoll (3): Nebenbei bemerkt: dies sind nicht die bösen Russen. Die allerdings schauen, so denke ich es mir, erheitert zu. In welchem Maße sie Trittbrettfahren weiß der Kreml allein – und vielleicht nicht einmal der.

Geheimnisvoll (4): Den Täter des Leaks vor ein New Yorker Gericht zu stellen, war vielleicht keine so ganz gute Idee. Selbst die Möglichkeit, ihn unerwartet und immer noch unfassbar ums Leben kommen zu lassen, könnte sich als Bumerang erweisen, denn das Ausmaß seiner Verratstätigkeit liegt offenbar noch im Dunkeln, was sich – je nach anschließender Behauptung der Ermittlunsgbehörden – Tag um Tag ändern könnte. Mit Interesse habe ich die Meldung gelesen, dass US-Parlamentarier sich just mit Wicky Leaks Gründer Assange trafen.Geheimnisvoll (5): Im Durcheinanderreden der Dienste fällt auf, dass der Auslöser der Affäre womöglich in einer Fehde zwischen NSA (US-Abhörbehörde) und CIA (US-Auslandsdienst) zu suchen ist. Viel Spaß den Ermittlern.

Schilda an der Ilm – das Sudelbuch VII

14. Juni 2022

Das Verschwinden des Ukraine-Konflikts aus den Weltschlagzeilen bedeutet dreierlei: a) Das Publikum soll die Ursprungsfanfaren allmählich vergessen (Sieg auf der ganzen Linie gegen den bösen, aber unfähigen Aggressor). b) Das Publikum soll von dem Umstand abgelenkt werden, dass es die mit der westlichen Wertegemeinschaft als Zuwendungs-Weltmeister verquickten Polen sind, die den Marsch auf Kiew antreten (Wer macht mit, wer hält sich bedeckt?). c) Das Publikum soll auf einen neuen apokalyptischen Reiter eingestimmt werden (Impfen bis der Tod eintritt).

Abspritzen: Eine ungut klingende Vokabel mit Bedeutungswandel. Im NS-Staat gehörte sie nach Buchenwald zu tödlichen Mediziner-Experimenten, die an KZ-Häftlingen von anderen KZ-Häftlingen vorgenommen wurden. In der Bundesrepublik war dergleichen verboten. Die Vokabel wanderte in eine offene und eine Tabuzone, das Auto und das Sexuelle betreffend. Heute scheint es mir so, dass der Begriff ins Quasi-Medizinische zurückgekehrt ist, denn ich hörte ihn kürzlich durch Impf-Gegner verwendet – sie dächten gar nicht daran, sich abspritzen zu lassen.Über die Wirksamkeit der Impfstoffe kann es keinen Zweifel geben, wenn sich das Spitzenpersonal von deren Herstellern in Spanien einer Anklage wg. Fälschung der persönlichen Angaben fürs Impfregisters ausgesetzt sieht. Zu deutsch: die Typen sind in Wirklichkeit gar nicht geimpft. Gute Frage: Wer hat da wen verpfiffen und warum?

Wären vergleichende Bilder menschliche Lebewesen, könnte man sie kaum anders als behindert bezeichnen, denn es ist ihr Los, dass sie hinken. Wäre dem nicht so, würde man sich nicht um sie bemühen, sondern gleich auf den Gegenstand, den man nicht zu beschreiben vermag, zusteuern.

Vor zehn Jahren erschien die Aphorismen-Sammlung von Wolf Kalz Das entfesselte Gute. Er schenkte mit das Buch vor genau fünf Jahren. Bald darauf starb er, weil er die gegen ihn wg. des nämlichen Buches entfesselte Hetze nicht mehr ertrug.

Fremder Leute Fotos anzusehen, ist stets eine Sache von begrenztem Reiz. Schlimm ist, dass die frühere Trennwand eines mühsam aufgeblätterten Albums weggefallen und an seine Stelle das schräg gehaltene Smartphone getreten ist, das in winzigem Format Nichtssagendes und Ungekonntes im Hunderterpack im Vorrat hat. Auf den Einwand: „Könntest du nicht mal die Doppel löschen?“, folgt der Hinweis: „Dazu bin ich noch nicht gekommen“, was regelmäßig eine faustdicke Lüge ist.Ähnlich Niederträchtiges ist über die Präsentation von Autobiographischem in der Form eines Manuskript-Stapels zu sagen. Dieses Genre („Lies das mal, es wird dich interessieren“) besteht in erster Linie aus Dutzenden von nur leicht modifizierten Anfängen, denen eine zwei bis fünf Seiten umfassende Betrachtung des Autors über das Leben als solches vorausgeht.

Doch es gibt auch Goldkörner:

12. Juni 2022

Widersprüchliches am Morgen: (1) Du wirst den Mut nicht haben um auszusprechen, was du siehst. (2) Du kannst ab sofort den Mund halten, denn es ist alles schon gesagt. (3) Damit kommst du nicht mehr durch, denn es ist Bekenntnis gefragt.Heimatliches: Das Abendlicht kurz vor Sonnenuntergang malt Sommerfarben von einer wundersamen Eindringlichkeit, die den Augen nicht wehtut.

Müdigkeit kann etwas Wunderbares sein. Oft aber ist sie lästig.Das Gehirn benimmt sich ganz und gar undiszipliniert. Es brabbelt vor sich hin.

Schreibt mir einer über Mittag: Verlasst euch drauf, wir ziehen das durch. – Tolle Ankündigung, doch was bedeutet sie?

Schreibt ein anderer: „Auf der Hinfahrt [nach Berlin]: Alle (Wind)räder stehen still, wenn mein starker Arm es will  (aus einem Arbeiterlied). – Tägliche Fahrt von Schöneberg nach Lichterfelde mit der S-Bahn (8.30h hin, 17.30h zurück), eigentlich rush hour, aber wenig Passagiere. Müssen die nicht arbeiten? Das gleiche freitags gegen 17.00h. – FFP2(!)-Maskenpflicht. Außer mir nur sehr wenige Ignoranten. – Werktags um 18.00h mit dem Auto um die Siegessäule, ich und noch fünf weitere Autos. (Ich denke an den Verkehr in Paris, Arc de Triumphe). – Kann das Berliner Präkariat bei der jetzigen Inflation seinen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten? Daher wohl: Volksentscheid für das bedingungslose Grundeinkommen. Lt. Wahlplakat hat man dann: Mehr Zeit für Sex. (Dat is Baliiin) – Auf der Rückfahrt: nach der Autobahn, Fahrt durch südbrandenburgische Dörfer, schwarz-weiß-rote Beflaggung vor dem Haus. Hatte ich das auf der Hinfahrt übersehen?“

Berlin (2): Die Wahlfälschungen in Berlin sind so offensichtlich und so zahlreich, dass man davon ausgehen muss, mit einem unzutreffend besetzten Bundes- und Landtag konfrontiert zu sein. Nanzy F. scheint damit keine Probleme zu haben. Kann man verstehen, schließlich ist ihr Parteigenosse Innensenator der hierfür verantwortliche Politiker. Bei korrekter Auszählung wäre er wohl kaum noch im Amt. Wählerwille? Schnickschnack, wenn das Ergebnis genehm ist. Frage nur mal so: Wer legitimiert hier eigentlich wen? Zumindest das Volk nicht die Repräsentanten.Man muss es sich immer wieder vorsagen: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“ (Artikel 20 Absatz 2 Satz 1 Grundgesetz.“ Das steht da wirklich.

8. Juni 2022

Die US-Gesundheitsbehörde CDC sorgt für Verwirrung. Kaum hat sie verkündet, dass wg. der Affenpocken sofort wieder Maskenpflicht für Reisende einzuführen sei, widerruft sie ihre Anweisung. Das ist natürlich jammerschade, weil jetzt der Maskenanarchie wieder Tor und Tür geöffnet ist. Wie sagte schon der Alte Fritz? Ordre, Contreordre, Desordre.‘

Nanzy F. aus dem BMI hat zu tun. Großer Presseauftritt, als sie eigenhändig die Regenbogen-Fahne vor dem Ministerium hisst. Der neue Geßlerhut. Im Alten Testament sind die Spektralfarben und ihr Spiel etwas anders gedeutet worden, nämlich als das Ende der Sintflut.Nanzy F. (2) macht sich Sorgen über „unsre Demokratie“. Es seien, so liest man, bisher unbekannte Feinde auf den Plan getreten, nämlich „Menschen“, die sich ohne erkennbaren Organisationsgrad vernetzen, um unberechtigt die Legitimation der Organe zu bezweifeln. Genannt werden besonders die Themenfelder Klima, Corona und die Ukraine. Na sowas, da sollte man doch. Nur nebenbei – selbst wenn meine Wiederholung nervt –, die Kritik der Bürger konzentriert sich bei den genannten Themen auf die Rechtmäßigkeit (= Legalität) des Behördenhandelns. Und am Rande auch noch dies: Der illegal handelnde Inhaber von Staatsgewalt besitzt im Rechtsstaat (Art. 20 Grundgesetz) keine Legitimität (= Berechtigung zur Herrschaft). Fazit: Die protestierenden Bürger verlangen die Wiederherstellung des Rechtsstaats (= Einhaltung des geltenden Rechts durch jedermann) als Grundlage der Legitimität des Grundgesetzherrschaft.

7. Juni 2022

Nachrichten zum Ukraine-Konflikt aus mehreren Tagen nachsortiert. Es ist das Übliche: Heldenhafte ukrainische Abwehrkämpfe, die mit den feststellbaren Frontlinien nicht harmonieren. Die Landkarte lehrt: Die Russen arrondieren Schritt um Schritt ihren Besitz im Halbmond der Ostukraine. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sie derzeit Charkow, ganz im Norden, nicht stürmen, sondern zunächst einkesseln wollen. Mit jedem Tag schmilzt die Möglichkeit einer Verhandlungslösung. Am Ende wird vermutlich ein Diktatfrieden stehen.

Ukraine (2): Das jüngste Gerücht will wissen, dass Putin Kiew erobern wolle. Wenn er klug ist, wird er das lassen, denn die Stadt wird, wenn der Krieg noch weiter in die Länge gezogen wird, von selbst fallen.

Ukraine (3): Die deutsche Journaille zetert, dass der Herr Scholz die Waffenhilfe rauszögere, weil er nicht mehr an einen Sieg glaube. Falls das stimmt, beweist der Mann Realitätssinn, denn ein solcher stand vor Ort nie auf der Agenda. Jetzt versuchen die westlichen Propagandisten aus ihrer Märchenwelt zu fliehen und suchen nach Schuldigen.

Ukraine (4): In einem Wust von widersprüchliche Meldungen bleibt der tatsächliche Stand der angeblichen Freundschaftsbezeugungen zwischen der Ukraine und Polen im Dunkeln. Es lässt sich bestenfalls vermuten, dass die heimlichen polnischen Übernahmebemühungen des Gebiets von Galizien in eine – möglicherweise geduldete – offene Besetzung übergehen werden. Was der Noch-Präsident Selenskyj dazu sagt, halte ich für irrelevant. Seine Lage ähnelt derjenigen der polnischen Führung im späten September 1939. Man geriet nicht ohne eigenes Tun zwischen die Mühlsteine.

In London übersteht Boris Johnson einen Misstrauensantrag aus den Reihen seiner konservativen sog. Parteifreunde im britischen Unterhaus. Äußerer Anlass waren fröhliche Feste in Downing Street No.10 während des von der Regierung für das Volk verfügten Lockdowns.Johnson (2): Ob es ihm in Osteuropa wie beabsichtigt gelingt, eine eigenständige, die EU konterkarierende Politik in die Tat umzusetzen, lässt sich noch nicht sagen. Zur Zeit probiert er es mit bilateralen Vereinbarungen und mit Waffenlieferungen. Auch hier drängt sich der Vergleich zum Herbst 1939 auf.

6. Juni 2022

Berlin: Der Weg zu den Gepäckbändern des Flughafens ist ein meilenlanges Hindernisrennen über Beine und Gepäckstücke von Wartenden hinweg. Er führt durch mehrere Ratsch-Bumm-Personenschleusen in eine ausgedehnte zweigeteilte Halle mit 8 Kofferbändern, die in Längsrichtung angeordnet sind. Eine Ausschilderung am Eingang, was wo ankommt, fehlt. Sie befindet sich in der Mitte der Veranstaltung, so dass man entweder weiter oder wieder zurück muss. Mein Oslo-Flieger kommt dort nicht vor. Ich treffe etliche meiner Mitreisenden wieder, die sich hin und her auf den persönlichen Koffermarathon begeben haben. Meine Reisetasche taucht schließlich auf einem der Ovale auf, das angeblich zur Entladung eines Flieger aus Portugal dient.

Berlin (2): Im Vorübergehen ein Heft des Cicero gekauft. Heraus fällt ein redaktionell aufgemachtes Werbeheft von Google mit dem Titel Aufbruch. Viel mehr muss man dazu nicht sagen.

Aufbruch (2): Muss über den Titel lachen, da mir die gleichnamige national-bolschewistische Postille aus den frühen 1930er Jahren durch den Kopf geht, die von den echten Nazis, kaum an der Macht, verboten wurde. Nun, dieses Schicksal droht Google nicht.Cicero (2): Das Blättern am Abend bestätigt: Lifestyle für den saturierten Korrekten, der sich an der Spitze des Fortschritts wähnt (Musk, Ukraine, SPD, Events, ein Verriss von Tellkamps Roman). Nicht zu vergessen ein Portrait der beliebtesten FDP-Frau, deren Namen ich mir nicht merken kann, jener Kriegsfurie mit der Helmfrisur.

5. Juni 2022

An der Nachricht über den schweren Eisenbahnunfall in Garmisch-Partenkirchen interessieren vor allem die Leserkommentare. Die Masse mutmaßt, dass die Ursache absichtlich verschwiegen werde. Abgesehen von dem Umstand, ob dies zutrifft, sollten sich die Sicherheitsbehörden keinen Illusionen hingeben, dass die Bevölkerung noch ihrer Arbeit vertraue. Ständige vertuschende Berichterstattung bei Ausländerdelikten und die Exzesse der Corona-Jahre werfen ellenlange Schatten.Eisenbahn (2): Das Dagegenreden bei der beabsichtigten sog. Privatisierung der Bahn vor jenen Jahrzehnten war ganz ohne Erfolg. Die Mahner wurde als Ewiggestrige belächelt. Zu lukrativ winkten die Pfründen bei Wegfall des Korsetts der Beamtenbesoldung. Der Effekt ist seit geraumer Zeit mit Händen zu greifen: Unsicherheit, Unpünktlichkeit, Unsauberkeit, Unbezahlbarkeit, Unerreichbarkeit. Es wurde die Substanz aus der Kaiserzeit aufgebraucht. Jetzt ist sie weg.Ein zielführender Beitrag zum energiewendegerechten Stromsparen wäre es, dem Herrn Karl den Stecker zu ziehen.

Die Konfliktlinien auf der Karte der Ukraine gewinnen erst die notwendige Farbe, wenn man die wirtschaftliche Potenz der Regionen einbezieht. Bodenschätze und Schwerindustrie sind jetzt in russischer Hand. Der übergroße Rest ist die einstige Kornkammer, von der schon dereinst deutsche Herrscher träumten.Ukraine (2): Wenn der Status quo so bleibt, ist die Restukraine für die EU bestenfalls ein vergrößertes Rumänien oder, schlimmer noch, ein Fass ohne Boden, oder, je nach Sicht, eine polnische Kolonie. Trifft Letzteres zu, ist der nächste Konflikt programmiert.

4. Juni 2022

Gegenüber von meinem Quartier in Oslo befindet sich das hiesige Hauptquartier von Microsoft. Oben in der 8. eine Ledersitz-Etage mit umlaufender Terrasse, darunter die Arbeitsebene mit normalem, sprich Mobiliar im Designer-Look. Hier wird bis in die Nacht hinein am Wohlstand von Bill G. geteamworkt. Die Sub-Chefs werken in den Stirnseitenbüros der niederen Etagen. An der Beleuchtung abends kann man ausmessen, wer keinen Feierabend kennt. Das sind natürlich die Sub-Chefs, und als letzter geht der Chef selbst. Kann sein, dass ich mich irre, und die Hierarchie-Cracks nur aus Imagegründen das Licht anlassen. Doch ganz falsch kenn meine Beobachtung nicht sein, denn Freitag um 23.30 ist das ganze Gebäude dunkel.

Von dem Maler Edvard Munch kennt man bestenfalls den Schrei, jenes schaurige Gemälde, dem ein Witzbold des tatsächlichen Lebens zu Corona-Zeiten eine Maske verpasst hatte.
 

Munch (2): In Oslo an der Wasserfront des Fjords hat die Stadt, die den Gemäldefundus erbte, einen Kolossalbau errichtet, in dem ein Teil des unerwartet umfangreichen Schaffens in großzügiger Hängung präsentiert wird – auch die Schreie, von denen es mehrere Varianten gibt.

Munch (3): Das Museum ist in der Tat unübersehbar. Mit einem Wort: Es ist riesig, 15 Etagen hoch. Zugegeben, das ist nicht die offizielle Sicht der Dinge, aber für mich, der ich die Bilder des Meisters schauerlich und deprimierend finde, sind es nicht die Exponate, sondern das Gebäude selbst, dessen Besuch eine weite Anreise lohnt. Der Blick von innen aus der Front von Stahl und Glas fällt auf die Stadt und den Sund. Er weitet sich von jeder Etage, die man per Rolltreppe nach oben gelangt.

Munch (4): Da sich das Gebäude ab der neunten Etage nach vorne neigt und die Glaswände bis zum Fußboden reichen, treten alle Besucher nur zögernd bis an den Rand vor. Ich ertappe mich dabei, wie ich den Arm ausstrecke, ob das vor mir nicht das Nichts ist. Leute mit Höhenangst erkennt man daran, dass sie spätestens hier der Fensterfront peinlich fern bleiben.

Neben dem Munch-Museum mit gehörigem Abstand liegt das neue Operngebäude, das aus der Munch-Blickwarte geradezu bescheiden flach wirkt. Auf seinen schrägen Marmordächern wandern die Besucher herum.

Opernhaus (2): Von innen ist der Bau trotz seiner Größe irgendwie filigran. Die Garderobe hängt man selbst an nummerierte Haken, die auf der Eintrittskarte vermerkt sind. Die berüchtigten Garderobenschlangen gibt es hier nicht – natürlich nicht.

Opernhaus (3): Noch nie habe ich im Parkett (14. Reihe) so gut gesessen. Der deutliche Anstieg des Raumes von der Bühne weg garantiert, dass man keine störenden Vordermänner hat. Die Akustik des hinten abgerundeten, komplett holzvertäfelten Zuschauerraums sucht seinesgleichen.Opernhaus (4): Eine sehr freizügige Carmen – schließlich sind wir in Skandinavien –, schöne Stimmen und ein beeindruckender Chor, stimmlich und schauspielerisch zugleich. Das Publikum spendet zwei Vorhänge lang Applaus, niemand drängelt beim Hinausgehen – keine Garderobenängste, siehe oben.

3. Juni 2022

Seit Alters her hat es Dichter in den Fingern gejuckt, Menschliches allzu Menschliches durch Tierfabeln zu karikieren. Was hätten die Altvorderen zum Ukrainekonflikt geschrieben? Die Fabel vom Bären und vom…? Fuchs? Nein, das passt nicht. Dann schon eher Wolf. Auch Hyäne käme in Frage, ist aber aus Gründen der politischen Korrektheit abzulehnen (kulturelle Aneignung).

Ukraine (2): Falls die Meldung stimmt, dass die Russen in der Ukraine bedeutende Mengen Plutonium sichergestellt haben, wäre das in zweifacher Weise bemerkenswert: (1) der Marktwert der Beute muss immens sein, (2) die beabsichtigte und womöglich verhinderte Herstellung von A-Waffen wäre aus russischer Sicht ein Wert an sich.

Ukraine (3): Wenn der dortige Präsident mitteilt die ukrainische Armee verliere jeden Tag 80-100 Mann, so ist das nicht nur ein Apell, dass die westliche Wertegemeinschaft endlich mit Truppen eingreifen möge, sondern auch ein Eingeständnis der Selbstauflösung der eigenen Streitkräfte, denn ich nehme an, dass die Zahl der Deserteure um ein vielfaches höher sein dürfte. Das ist ein Effekt der eigenen Propaganda, denn die Parole vom siegreichen Kampf mag zwar im Westen Eindruck geschunden haben, bei den Eigenen kam sie, je länger sie andauerte, als Lüge an, denn man sah, dass die Wirklichkeit vor Ort anders war.Ukraine (4): Die Meldungen aus dem Pentagon und dem Weißen Haus widersprechen einander diametral: Entweder stimmt es, dass man weitreichende Raketen liefern will, oder es stimmt, dass man das nicht will. Vielleicht war auch die Absicht, das eine zu sagen und das andere zu tun. Aber was von beidem ist was?

2. Juni 2022

Erste Eindrücke aus Oslo: Es ist feuchtkühl und sehr lange hell. Die Leute sind durchweg freundlich, auch zu Fremden. Quirlige Innenstadt, sehr ausgedehnt. Öffentliche Verkehrsmittel in dichter Folge, durchweg elektrisch. Alles funktioniert und ist sauber. Unter den Hiesigen auffallend viel Asiaten, einschließlich sehr dicker Inder.Oslo (2): Schwulenfahnen im Zentrum, weiter draußen nur die Nationalflaggen in großer Zahl. Einige Denkmäler mit blau-gelber Schärpe. Nun, den diversen Barockmenschen, die dort auf den Sockeln stehen, wird’s egal sein.

1. Juni 2022

Der Berliner Flughafen, der mit dem phantasiereichen Namen BER, ist für jeden, der ihn nutzen will, ein Ärgernis. An der Sicherheitsschleuse stauen sich die Passagiere in unabsehbaren Schlangen. Ist man durch dieses zeitfressende Nadelöhr durch, gelangt man zum Einstiegterminal ganz links, so dass fast jedermann einen längeren Fußmarsch nach rechts (man bedenke nur: rechts) vor sich hat. Meiner dauert gut 20 Minuten im flotten Schritt. Ich begegne ungezählten Passagieren, die völlig aufgelöst im Laufschritt zum Anschlussflug hetzen. Mein Abfertigungsraum ist gesperrt, Sitze davor sind nicht vorhanden.

BER (2): Ich kenne keinen zweiten Flughafen auf der Welt, der derartige Mängel aufweist.

Boeing: Ich werfe einen misstrauischen Blick auf die Triebwerke der 737, die fast über den Boden schleifen. Die obligaten Sicherheitsinstruktionen höre ich zum ersten Mal auf Norwegisch. Die einschlägigen Turnübungen absolviert eine Olivhäutige unbestimmbaren Alters – jedenfalls keine Tochter von Erik dem Roten.

Norwegisch (2): In den nun folgenden 90 Flugminuten werde ich durch zwei Herren neben mir in die Sprache des Ziellandes eingeführt. Ich verstehe kein Wort, obschon sie ohn Unterlass reden. Stelle mir vor, dass sie die Ibsen-Aufführungen in Berlin und Oslo vergleichen. Nach einer halben Stunde nimmt einer zur Illustration des Gesagten einen dicken Stapel Prospekte aus seinem Fluggepäck. Es handelt sich um Kataloge für Holzzapfen und Metallbeschläge.

Norwegisch (3): Der Sprache fehlen die Zischlaute. Sie quillt aus den zugehörigen Mündern wie die Unterhaltung von zwei zufriedensatten Wildschweinen unter einer herbstlichen Eiche.Norwegisch (4): In der angenehm sauberen S-Bahn läuft eine Dauerschleife, in der die Einwanderungsbehörde zu Wort kommt, was sich offenbar, dem Flaggenschmuck entsprechend, auf die Ukraine bezieht. Warum sich zum Schluss des Spots eine Weiße mit einem dankbar lachenden Neger umarmt, erschließt sich mir nicht. Wie gesagt, ich kann die hiesige Sprache nicht verstehen.

31. Mai 2022

Was muss man tun, um Klima-Wahn in Politik zum Schaden Deutschlands umzusetzen? Man ist weiblich, wird, wenn man es nicht schon ist oder war, blond, lässt sich jugendlich wirken sollende Löckchen drehen, zieht sich einen feinen Zwirn an, posiert vor einem Hintergrund, der dem des WEF bis auf die Buchstabenfolge zum Verwechseln ähnlich ist und lässt sich vom deutschen Steuerzahler mit einem Beamtengehalt der höchsten Stufe (B 11) besolden. So die sog. Aktivistin von Greenpeace und…, und… , und… Jennifer Morgan, eine US-Bürgerin.Morgan (2): Die ehemalige Schwab-Angestellte ist eine Globalismus-Korsettstange im unsichtbaren Einewelt-Pummelchen-Kostüm der Annalena Naiva.

30. Mai 2022

Fürs Navigieren im täglichen Chaos gibt es nur zwei Fragestellungen: (1) Was ist passiert? (2) Wer war das? Die meisten Leute begnügen sich mit Nr. 1.

Mit der Einnahme von Sjewerodonezk in der Mitte des Westrandes des Halbmonds der Ostukraine durch russische Truppen, die vermutlich im Moment stattfindet, dürfte die Zielsetzung des russischen Vorgehens weitgehend erreicht sein: Das Territorium der beiden sogenannten abtrünnigen Provinzen ist fest unter russischer Kontrolle. 

Kriegsziele (2): Die Frage des Sacks von Odessa bleibt weiterhin im Dunkeln. Es ist allein eine Frage der russischen Initiative, wie es dort weitergeht.

Kriegsziele (3): Der auf der Jahrestagung des WEF in Davos zugeschaltete Henry Kissinger hat der Versammlung der Selbstgerechten einen schweren Schlag verpasst. Der Westen müsse die fraglichen Gebiete der Ukraine freiwillig an Russland herausgeben, weil er sonst hierzu gezwungen werde und sich zudem selbst eine langfristig wirksame strategische und wirtschaftliche Niederlage verpasse.

WEF (2): Hinweise, die bei mir eintreffen, dass der Vater des Global-Tausendsassas Klaus Schwab ein Mann im Generalsrock der deutschen Wehrmacht gewesen sei, halte ich für fraglich. Eine simpler Schwabe im Blaumann war er jedenfalls auch nicht, wie ältere Legenden wissen wollen. Nee, soviel Sozialismus war nie.

Zum Wetter: Munterer Ostwind lässt die Propeller an der A 4 rotieren. Es ist schneidend kalt.Stand der Panik: Blick in meinen zwanzig Jahre alten Pschyrembel (Klinisches Wörterbuch): Da steht alles Wissenswerte über die Affenpocken. Das Überschießende sind Presselügen und die Verrücktheiten des Herrn Karl.

Am Morgen bereits gelacht: „Deutsche Bahn AG teilt mit: Wegen drohender Überfüllung der Züge ab 1. Juni können wir aus Platzgründen nur Ihr-9-Euro-Ticket transportieren, bedauerlicherweise nicht Sie selbst. Bitte nehmen Sie eine Platzreservierung für Ihr Ticket vor“ (aus: Leserbriefe zu zellerzeitung.de).Zeller (2): Eine der wenigen Quellen, die ich des Morgens ansteuere, um den Tag wenigstens mit einer komischen Note beginnen zu können. Oft klappt das.

25. Mai 2022

„Die Völkerrechtlerin läuft damit schon wieder zur Heißluft-Hochform auf“ ist ein Satz, den ich in der Früh als Leserkommentar vorfand. Weiß auch nicht, warum mir zugleich das Asow-Stahlwerk durch den Kopf geht.

Völkerrecht (2): Unsere Elite hat die Menschenrechte der Uiguren entdeckt. Jetzt droht sie von Davos aus China mit dem Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen, während sie zugleich den Hinketanz der Globalisierung tanzt. Doch merke: Wenn der Herr Scholz dort der prominenteste der anreisenden Spesenverbraucher ist, hat irgendwas mit der Mobilisierung der Moralisten nicht richtig geklappt.

Völkerrecht (3): Globalisierung, das sind wir plus alle Länder, die mit uns einer Meinung sind, aber nicht so nebensächliche Kleinstaaten wie Russland, Indien und China.Völkerrecht (4): Vielleicht sollte das nächste Treffen auf dem Affenfelsen von Gibraltar anberaumt werden – schon um den Artgenossen zu signalisieren, dass wir sie wg. ihrer elenden Pocken nicht stigmatisieren wollen. Die Deutschen wollten da schon einmal hin. Das war vor 80 Jahren. Das Reisebüro im Oberkommando der Wehrmacht firmierte unter dem Namen Marita. Doch der Hauptreiseleiter blies die Sache ab.

Völkerrecht (5): Wenn der Herr Schwab und Sigñor Tedros in der Schweiz zeitgleich ähnliche Texte aufsagen, sollte man annehmen, dass sie vom selben Ghostwriter profitieren. Der heißt nur dann Bill Gates, wenn er die Texte selber schreibt.

28. Mai 2022

Das Kraftwerk Schwarze Pumpe steht majestätisch in der sonnenbeschienenen Lausitzer Landschaft. Der weiße, aus den Kühltürmen quellende Wasserdampf lässt keinen Zweifel an seinem Betrieb zu. Geht es nach dem Willen der grünen Totalitären, wird das Bild bald der Vergangenheit angehören.

Grüne Zerstörungen (2): Nach der Aussage des Klimatikers Robert H. sollen die Ferngasleitungen eliminiert werden. Frei nach dem Motto der Kasseler Putzfrau: Ist das Klima-Trallala, oder kann das weg.Stell dir vor, es ist Kirchentag, und keiner geht hin. Dann bleibt die Kirche leer und der Klingelbeutel auch.

24. Mai 2022

Es ist schon eine Angelegenheit von frivolem Geschmack. Die selben Leute, neureich & reich bis zum Abwinken, haben in den USA dem jetzigen Präsidenten gegen den Willen der Wählerschaft zur Macht verholfen. Jetzt, wo dieser diese Vermögen in Tagesfrist im Billiarden-Maßstab verbrennt, werden sie sauer. Mit Muße betrachte ich die einschlägigen Aussagen von Bezos (Amazon) und Musk (SpaceX & Co).Biden (2): Bei dessen Vorgänger waren sich die Geld-Stars einig, dass er weg müsse, weil er ihre globalen Allüren störte. Beim jetzigen bemerken sie empört, dass er an die Substanz geht.

23. Mai 2022

Gestern Nacht auf sonst leerer Straße einem erwachsenen Mann begegnet, der eine Gesichtswindel anhatte. Blicke ihm nach und frage mich nach dem Grund seiner Verkleidung. Affenpocken? Leopardenbiss? Angst vor radioaktivem Fallout? Oder lediglich unterwegs zu einem Bruch?

Das Wort Seelsorger fällt mir beim Aufwachen ein. Die Vokabel erheitert mich völlig anlasslos. Vielleicht liegt’s an der Vorabendlektüre der Frommen Helene von Wilhelm Busch.

Lesefrucht (2): Einer von Buschs Halunken heißt Internazi. Ja, da staunt der Fachmann.

Polen will einen Freundschaftsvertrag mit der Ukraine abschließen. Ich hielt Freundschaft bislang für eine beidseitige Beziehung. Was also ist das Gegenstück zu: Freund gib mir Lemberg?

Freundschaft (2) Der Herr Wolodomir scheint von den neuen Freuden ganz überwältigt zu sein – welch herrlicher Doppelsinn. Was die Leute, die er noch beherrscht, dazu meinen, spielt offenbar keine Rolle.Freundschaft (3): Man beruft sich auf die Historie. Da muss man wohl vorsorglich die gemeinsamen Jahre von 1920 bis 1950 löschen.

22. Mai 2022

Davos ist immer noch eine Reise wert. Da tagt jetzt wieder der Schwab-Zirkus WEF. Habe noch im Ohr, dass der Guru vom Zauberberg vor zwei Jahren tönte, die Schweiz läge für ihn nicht mehr im Zentrum, sondern er rief: Adieu in Südostasien. War wohl nix.

Davos (2): Aus Deutschland reisen die drei von der Tankstelle an, der Olaf, der Robert und der Lars. Die können sich dort mit Al Gore abstimmen, falls dem ein neuer Gag eingefallen ist, wie man die Bürger auf dem Weg zur Ruinierung ihres bescheidenen Wohlstands schröpfen kann.

Davos (3): Aus Russland ist niemand da, dafür aber Elfe (sprich: ölwe = 11) aus der Ukraine. Wenn die jetzt den Sieg beschließen, hat dieser Putin schlechte Karten.

Davos (4): Wer mir auch fehlt, das ist Merkel. Die war, so sagte man mir, seit 25 Jahren dabei. Was sie für hirnverbranntes Zeug da geredet hat, habe ich mehrfach zähnefletschend kommentiert. Es hat nichts genutzt. Oder doch? Jedenfalls hat sich BlackRock vom Klima-Wahn – wenn ich mich mit meinen ungläubig in den Wind gestellten Ohren nicht verhört habe – zu distanzieren begonnen. Was andere schon lange prophezeit haben: Beim Einbruch der Rendite hört der Spaß auf.

Davos (5): Die alles dominierende Figur ist der abwesende Herr P. Jahrelang hat man mit Russland die tollsten Geschäfte gemacht, jetzt macht man Verluste, weil dieser Mann im Traum nicht daran denkt zusammenzuklappen.

Davos (6): Der Dollar ist auch nicht mehr, was er mal war. Daher die hohe Teilnehmerzahl aus den USA.

Sprachausflug: Das Wort dünken ist ganz außer Mode gekommen. Versuche einen Satz, in dem seine Bedeutungsvarianten abgebildet sind. Es bedünkt mich, dass das sich besseres Dünken eine Form des Dünkels ist.

Sprachausflug (2): Eine Viper an seinem Busen nähren, ist, so kommt es mir vor, ein Bild, das bei Schillern in die deutsche Floskelwelt gehüpft ist, wo es von den Romantikern begierig aufgegriffen wurde. Das weckt den Verdacht, dass es queere Leute schon länger gibt, als die Heutigen es vermeinen.Es gefällt mir, in Zeitzonen zu denken, deswegen ist jetzt Sonntag, obwohl es in Schilda noch Samstag ist. Preisfrage: Wo bin ich?

Der Witz der ausklingenden Woche: Mainstream verdächtigt Tichys Plattform, Putin-hörig zu sein. Komischer geht’s kaum. Der einzige, der dort in der Ukraine-Russland-Frage noch den Kurs der Vernunft hält, ist Stefan Paetow.

Bekomme eine noble Ausgabe der Werke von Wilhelm Busch geschenkt. Auf den beiden Buchrücken steht Bertelsmann. Instinktiv kontrolliere ich, ob die Genossen Verleger, Texte und Bilder, wie man so sagt, angepasst haben. Fipps der Affe zumindest zeigt keine zeitgemäßen Korrekturen.

Wilhelm Busch (2): Lese einige wenige wunderbare Gedichte und erstaunliche Prosa-Texte, die mich gefangen nehmen. Dass er sich ausgerechnet mit Max und Moritz in die Herzen der Deutschen schrieb, wirft ein merkwürdiges Licht auf die lesenden Landsleute. Sie machen sonst nicht den Eindruck, als hätten sie eine Ader für Satire. Wie man sich irren kann.Einen Schriftsteller nach dessen Ableben textlich zu korrigieren, bedeutet, ihn ein zweites mal sterben zu lassen. Bei Astrid Lindgren habe ich diesen Vorgang zum ersten Mal angewidert beobachtet.

21. Mai 2022

Nachtarbeit: Der Vergleich von amerikanischen und russischen Quellen bezüglich des unterschiedlich aufgebauschten punktuellen Kampfgeschehens in der Ukraine nötigt zur Folgerung, dass eine Gesamtlage-Schilderung aus dem russischen Verteidigungsministerium, die auch von den Generalstäblern aus der Schweiz und aus Österreich für zutreffend gehalten wird, Grundlage für eine Momentaufnahme sein kann. Danach sieht der Frontverlauf mit einer zeitlichen Verzögerung von einer halben Woche in etwa so aus:

Nachtarbeit (2): Nach nochmaligem Kartenstudium halte ich für denkbar, dass entgegen meiner Annahme von vorgestern, der russische Offensivstoß von Cherson nach Westen zwischen Nikolajew und Odessa stattfinden könnte. Das wäre wohl der direkte Weg, den Sack zuzumachen, spräche aber gegen den bisherigen russischen Ansatz, nördlich der Küste von Asowschem und Schwarzem Meer ein deutlich tieferes Territorium unter Kontrolle zu bringen. Falls meine Überlegung stimmt, müssten die russischen Angriffskräfte rechts und links an Nikolajew vorbei nach Westen vordringen. Was die Stadt selbst anlangt, wird sich zeigen, ob sie ebenso geräuschlos fällt wie Cherson.

Nachtarbeit (3): Es zeigt sich nach Wochen des Kampfes, dass der amerikanisch-ukrainische Ansatz, die Masse der bewaffneten Kräfte im Januar und Februar 2022 in die damalige Ost-Ukraine zu verlegen zwar im Sinne der Unterwerfungsabsicht konsequent war, aber dass er das psychologische Moment der einfachen Soldaten unterschätzt hat. Solange man als Bürgerkriegstruppe eindeutig überlegen war, war man erfolgreich. Jetzt, wo es ans Kämpfen mit einem entschlossenen Feind geht, sieht der einfache Mann seinen Einsatz nicht mehr ein.Nachtarbeit (4): Der längst stillgelegte Jagdhund fragt sich, wo eigentlich die vielbeschworenen Speznaz-Einheiten der GRU stecken? Das sind jene Truppen, die für die verdeckte bewaffnete Kriegführung vorgehalten werden. Dass man von denen nichts hört und nichts sieht, kann aus russischer Sicht sowohl ein gutes wie ein schlechtes Zeichen sein. Das Einerseits-andererseits lautet: Die können es nicht, oder sie tun es und ihr kriegt nichts davon mit.

20. Mai 2022

In unterschiedlicher Tonlage fragen Konsumenten meines Gesudels bei mir an, wie ich auf den Gedanken verfallen könnte, frivole Bemerkungen zum Fortgang des Ukraine-Konflikts zu machen, so wie gestern geschehen. Die Antwort ist vielleicht verblüffend: Ich versuche, mir die Kriegsziele der Konfliktparteien vorzustellen, und zwar so:

* Das US-Kriegsziel ist es, Russland vom Schwarzen Meer abzudrängen und die Verbündeten so aufzustellen. dass eine geopolitische euro-asiatische wirtschaftliche Zone unmöglich gemacht werden kann. Ein Nebenkriegsziel ist das Domestizieren des als unsicher geltenden deutschen Verbündeten. Manche Leute sagen, das Letztere sei das Hauptziel. Ich halte das eher für ein Abfallprodukt.

* Das russische Kriegsziel ist es, die US-Strategie zu unterlaufen und strategische Manövrierfreiheit Richtung Orient zu gewinnen. Die Geländegewinne im Dombass sind hierbei nur ein Abfallprodukt. Der eigentliche strategische Schlag findet an der Südfront statt, er betrifft die Einnahme der Städte am Asowschen und am Schwarzen Meer. Falls das richtig ist, wäre der nächste konsequente Schritt, an den Städten Nikolajew und Odessa nördlich vorbei eine Landverbindung bis zur Grenze nach Moldawien zu errichten. Dass die russische Führung sich freiwillig auf einen Straßenkampf in beiden Großstädten einlässt, mag ich mir nicht vorstellen. Wenn sie es doch tut, kann ich auch nichts daran ändern. 

* Meines Erachtens würde es genügen, beide Städte nach Norden hin von der Ukraine abzuschneiden. Sie fallen dann von selber. Das wissen auch die Amerikaner, von denen ich derzeit nicht weiß, ob und, wenn ja, wie sie das verhindern wollen. Eine Luftbrücke käme jedoch beim Stand der Dinge nicht in Frage. Ein ernsthaften Eingreifen mit eigenen Truppen im Moment wohl auch nicht. Man wird daher zu beobachten haben, ob ein europäisches Nato-Mitglied bereit sein wird, diese Rolle zu übernehmen. In Betracht käme wohl nur Polen. Rumänien dagegen wohl eher nicht. So kommt es zu meiner derzeitigen Lagebeurteilung, dass, wenn es den Russen gelingt, den Sack von Odessa oben zuzumachen, die ganze Sache für den Moment gelaufen ist, denn es müsste andernfalls jemand willens und in der Lage sein, ihn wieder aufzumachen.

* Kriegsziele der Ukraine spielen in meinen Überlegungen so gut wie keine Rolle, da das Land vollständig von der Gnade der USA und seiner Verbündeten abhängig ist. Es gehört zu den Gepflogenheiten der US-Strategie, eine Sache mit Hauruck wieder aufzugeben, wenn sie sich nicht mehr lohnt. Bei Beobachtung der amerikanischen innenpolitischen Debatte deute ich erste Schritte in diese Richtung. Ich räume ein, dass ich mich irren mag.

Am Tisch nebenan spricht einer von der Venus von Milano. Auf dem Heimweg mache ich mir Gedanken über einen Kopf, der nie mit Bildung in Berührung kam: Wie mag es darin aussehen?Kopflos (2): Bei der Vorbeifahrt an einer Gartenanlage sehe ich im letzten Tageslicht einen beim Umgraben. Da sticht einer, denke ich, in bildungsferne Schichten.

Kopflos (3): Karl übt noch. Diesmal eine Pandemie durch Leopardenbiss. Nun weiß man ja, dass das Vordringen infektiöser Leoparden seit Jahrzehnten von Süden nach Norden stattfindet. Es sind bereits die einschlägigen Exemplare auf den Höhen des Thüringer Waldes gesichtet worden.Kopflos (4): Finde Herrn Karls Sprache und Mimik besorgniserregend. Früher sahen die einschlägigen Leute weiße Mäuse. Jetzt offenbar Katzengetier.

19. Mai 2022

Das westliche Propagandagetöse verstellt den Blick auf die Ereignisse, die mir bedeutsam erscheinen. Das ist das Platzgreifen der russischen Herrschaft am Schwarzen Meer. Der Kampf um Mariupol ist praktisch beendet, unabhängig von der Möglichkeit, dass sich weiterhin versprengte Reste der Asow-Kämpfer in den Kellern der Stahlwerks verbarrikadiert haben. Die Masse jedenfalls hat sich auf Gedeih und Verderb den Russen ergeben.

Schwarzmeerküste (2): Die eigentliche Neuigkeit stammt aus Cherson. Mit der russischen Machtübernahme in der Stadt am Unterlauf des Dnjepr hat diese Binnenwasserstraße keinen unkontrollierten Ausgang zum Meer mehr. Nebenbei: Vor hier bis zur ukrainischen Westgrenze nach Moldawien sind es knapp 250 km Luftlinie. Auf dieser liegen noch die Großstädte Nikolajew und Odessa. Werden diese nach Norden hin von der Ukraine abgeschnitten, ist der Krieg für keine der Seiten mehr vertretbar.

Schwarzmeerküste (3): Das amerikanische Kriegsziel sah genau andersherum aus, nämlich die Russen endgültig vom Schwarzen Meer zu verdrängen. Das ist, wenn nicht das Wunder an der Marne passiert, in weite Ferne gerückt. Selbst J.P. Morgan, die Bank der Banken, die seit drei Monaten auf ein Einknicken der russischen Volkswirtschaft spekuliert hatte, stellte gestern klar, dass man seine Negativ-Prognosen deutlich nach oben korrigieren müsse. Wenn man sich vorstellt, dass hinter solchem Prognosegerede massive Wetten verborgen waren, kann man sich ein Grinsen kaum verkneifen, denn hier muss sog. Anlegern klar gemacht werden, dass man sich verzockt hat.

Schwarzmeerküste (4): Von Wall Street ist der Weg zur New York Times nicht weit. Dort wurde nunmehr an prominenter Stelle beschrieben, dass das ukrainische Pferd nicht den Einlauf der Sieger dominieren wird. Und aus dem Pentagon ist zu vernehmen, dass es Zeit wird, sich in Somalia zu engagieren. Das liegt, soweit ich weiß, nicht am Dnjepr.

Neue Heimat: In Berlin wird derweil der Kampf gegen rechts forciert. Nanzy F. will den Heimat-Begriff neu gestalten: Heimat ist, was keine Heimat mehr ist. Oder so.Neue Heimat (2): Das wird flankiert von einer Ideologisierung der Bundesdisziplinarordnung. Vergleiche sind selbstredend unzulässig, deswegen versage ich es mir, auf das längst Geschichte gewordene Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentum von 1933 hinzuweisen, geschweige denn, dasselbe noch einmal zu lesen. Es wurde in meiner eigenen Juristen-Ausbildung als abschreckendes Beispiel für eine Ideologisierung des Rechts und seine Pervertierung zitiert. 

Erhielt Besuch von einem italienischen Wasserhund, der sein Frauchen mitbrachte. Seine Vorfahren waren nützliche Gesellen, da sie in weniger städtischer Umgebung jenseits der Alpen dazu eingesetzt wurden, Trüffeln zu erschnüffeln. Das schien meinen Besuch nicht zu grämen, sondern er benahm sich völlig ungezwungen. Konnte daher nicht herausfinden, ob er überhaupt etwas kann. War daher erleichtert, als er wieder seiner Wege ging.

Hund (2): Karl L., der offenbar unter einem Aufmerksamkeitsdefizit leidet, hat mitgeteilt, dass er auf der Corona-Strecke Hunde einzusetzen gedenkt. Das Ganze rangiert dann vermutlich unter Naturheilverfahren.Angesichts der Meldungen des Tages darüber nachgedacht, ob man Nanzy und Karl als das letzte Aufgebot bezeichnen darf. Falls das Hetze sein sollte, ziehe ich den Gedanken zurück und begnüge mich mit dem Hinweis: das ist ja das Vorletzte.
Und hier das Letzte von Nanzy (ist von Zeller, damit das klar ist):

18. Mai 2022

Gegen jeden Verstand: Das Krankenhaus von Schilda nötigt jedem, der es betritt, einen Gegenstand auf, der an einen halben BH für eine üppig ausgestattete Frau gemahnt.

Gegen jeden Verstand (2): Bill Gates sieht ohne Brille von seinem bescheidenen Domizil in California aus eine Million Corona-Tote voraus. Die CNN ist sein Sprachrohr.

17. Mai 2022

Das Benutzen von Filtern ist die Voraussetzung dafür, dass man im Informationsüberfluss nicht untergeht. Wie im wirklichen Leben, muss man die Filter ab und zu austauschen.

Filter (2): Ich käme im Traum nicht auf den Gedanken, meine Zeit mit dem Absuchen der Twitter-Blase zu vergeuden. Es gibt genügend viele Zeitgenossen, die das anders sehen und, am stammelnden Schwachsinn der Twitterasten interessiert, die Ergebnisse ihrer Fleißarbeit reproduzieren. So erfahre auch ich nolens volens das Neueste aus der Twitter-Welt. Es haut mich, wenn ich ab und zu den mitgelieferten Link anklicke, nicht vom Hocker.

Die Nachrichtenlage zum Thema Ukraine-Konflikt ist nach wie vor sehr unsicher. Bei beidseitigen Erfolgsmeldungen kann man von gar nichts ausgehen. Die Kämpfe um das Gelände von Asow-Stahl (Mariupol) neigen sich offenbar dem Ende zu, falls es stimmt, dass sich am Wochenende dort 500 Personen den russischen Belagerern ergeben haben.

Ukraine (2): Es geht um Minimalia bei Geländeverlusten und -gewinnen. Es bleibt allerdings bei meiner Annahme, dass der Halbmond im Osten von Charkow im Norden bis zur Krim im Süden das Ziel der russischen Aktion ist. Die Frage steht weiter im Raum, wie es die Russen mit Odessa halten. Die Großstadt ist für beide Seiten von strategischer Bedeutung. Schwarzes Meer oder nicht, das ist hier die Frage – vor allem für die USA und die Ukraine.

Ukraine (3): Die Langsamkeit, manche sagen: Schwerfälligkeit, der russischen Operationen ist Anlass für viele Spekulationen. Deren wichtigste ist: den Russen geht technisch die Puste aus. Eine andere: Sie können mit der westlichen Militärtechnik nicht mehr mithalten. So herrsche zum Beispiel akuter Chip-Mangel. Kann das nicht beurteilen. Nur eines scheint sicher: russische Spitzenmilitärs werden gelernt haben, sich der westlichen Telefontechnik zu enthalten.

Ukraine (4): Habe seit Ewigkeiten nichts mehr von diesem elenden europäischen Schlager-Wettbewerb mitgekriegt. Jetzt hat man, lese ich, eine Ukraine-Show daraus gemacht. Soll man nur. Zur dortigen Folklore gehört es, wie jedermann, der zusah, sehen konnte, dass die Sieger mit Hitlergruß von der Bühne gehen. Wenn ich das jetzt befürworte – was ich nicht tue –, machte ich mich nach § 86 a StGB strafbar. Wenn das deutsche Fernsehen das zeigt und finanziert, dient es hingegen der democracy oder so.

Die Gerüchte über den Gesundheitszustand von Putin sind außer Rand und Band. Ich halte es für Wunschdenken, seinen möglichen Totalausfall als potentiellen Sieg einzuplanen. Ein Interview mit dem Vorsitzenden des russischen Sicherheitsrats, Nikolaj Patruschew, sollte man zumindest gelesen haben, bevor man sich in Illusionen ergeht.

Patruschew (2): Die Führung Russlands betreibt nach eigener Aussage eine umfassende, sich vom amerikanisch dominierten Westen abgrenzende Strategie. Sie reicht vor allem nach innen und über die Abwehr dessen, was man als mutwilligen Angriff der Globalmacht USA versteht, hinaus. Die russische Strategie ist ebenfalls global, was auf eine vom Rubel dominierte Finanzpolitik hinauslaufe, deren Stabilität, gestützt auf den Rohstoffreichtum und solide Binnenfinanzen, Tag um Tag an Attraktivität gewinne.Patruschew (3): Man vertue sich nicht. Die Ausführungen des Russen sind zugleich eine Kampfansage. Die russische Führung hält die westliche Wertegesellschaft für verrottet und für nicht überlebensfähig. Man wende sich daher den 3,5 Milliarden Menschen in Asien und Afrika zu.

16. Mai 2022

In einem Land, das die Abwesenheit jeglicher Individualpflicht zur Staatsdoktrin erhoben hatte – mit Ausnahme der Pflicht, Steuern zu zahlen und die Parkuhr zu bedienen – , haben sich Pflichten gleich bündelweise durch die Hintertür gedrängelt. Die wichtigste von denen: Du musst dich bekennen.

Bekenntnispflicht (2): Wenn du keine Meinung hast, bist du ein Gegner, denn du hast die allein gültige Meinung zu haben. Schlichtes Dagegensein ist nahezu harmlos, nein, es sind diese Indifferenten, die man im Auge haben muss. Da benutzt einer das N-Wort. Bei dem ist alles klar, aber das Schweigen, das ist schrecklich, wo Bekenntnis Pflicht ist. Der Schweiger könnte „Neger“ gedacht haben.Bekenntnispflicht (3): Sie zerstört den simpelsten Gedankenaustausch. Es sei denn, du beginnst die Frage nach dem Salatöl mit dem Hinweis, es sei höchste Zeit, deutsche Waffen in die Ukraine zu liefern.

Elon, das afrikanische Wunderkind, teilt den Amerikanern und deren Präsidenten mit, dieser sei nicht gewählt worden, das Land zu transformieren. Da irrt der Mann gleich doppelt: Biden wurde nicht gewählt, sondern ins Amt getrixt, und die, die es bewirkten, wollten genau das, was er jetzt tut, respektive in seinem Namen getan wird.

Bernd Zeller bemerkt heute Nacht süffisant, der WDR habe die Wahl in Nordrhein-Westfalen gewonnen.Die Weimarer Republik ging baden, weil die demokratischen Kräfte sich nicht auf eine Zusammenarbeit verständigen konnten. Sie kopulierten lieber mit den Totalitären. Das muss ein besonderer Reiz sein, denn er wiederholt sich zur Zeit. Der Unterschied: In den Endjahren von Weimar wählten bis zu 50 Prozent totalitär, bei uns sind es mit Mühe 10 Prozent der Wahlbürger. Noch ein Unterschied: Wie schon vor einer Woche im Norden sind auch an Rhein und Ruhr die Nichtwähler auf dem Weg zur absoluten Mehrheit.

15. Mai 2022

Der Zar ist weit: Gestern im tiefsten Westen, Bad Homburg vor der Höhe. Tiefer geht’s nicht mehr. Am Tennisplatz im Kurpark Männlein und Weiblein im weißen Dress mit Gesichtswindel. Auf dem Parkplatz die Autos mit dem HG auf dem Nummernschild sind neu und gewaschen, keins unter 60.000 €. – Nein, bis hierhin ist die Kunde vom Krieg des Wladimir Wladimirowitsch noch nicht gedrungen. Dafür regiert die Angst vor dem Virus, das noch keiner sah.

Gespräch mit einem mir seit langem bekannten Russisch-Sprachler. Ich: Na, wie ist die aktuelle Nachrichtenlage aus Russland? – Er: Da ist nichts mehr.– Ich: Wie? – Er: Die russischen Sender sind aus meinem Kabelangebot entfernt worden. – Ich bin sprachlos, denn ich hatte den Mann für intelligent und informiert gehalten.Das Nationalarchiv in Kew (bei London) bietet mir einen Trinkbecher zum platinen Thronjubiläum der Queen an. Der Spleen der Brits für ihre Queen ist mir sympathisch, aber das Gemäß zu plump, will sagen: Die Form mag dem Anlass gerecht werden, aber nicht meinen Geschmacksvorstellungen bei Tisch. Auf die dank Sonnenkollektor dauerwinkende Queen habe ich auch verzichtet.

14. Mai 2022

Der Spieler: Mit der Ankündigung, er wolle sein Kaufangebot von Twitter nur aufrecht erhalten, wenn die Zahl der Mehrfachexistenzen dort begrenzt sei, hat Elon Musk einen Kurssturz der Aktie um 30 Prozent ausgelöst. Heißt im Klartext: (a) Leute, ihr könnt den Preis der Aktie nicht künstlich hochtreiben, um den Kauf unmöglich zu machen, denn (b) wenn ich abspringe, springen auch die Investoren ab und zwar zuvor. 

Spieler (2): Jetzt hat die linke Blase wieder ein Hassthema: der schreckliche Kapitalist Musk zerstört die Meinungsfreiheit. Dabei ist sie es selbst, die diese Doppelexistenzen verursacht: ein Ich fürs Normale und ein anonymes Ich für Hasskampagnen.

Spieler (3): Aus unerwarteter Ecke gibt es Gegenwind beim beabsichtigten Nato-Beitritt von Finnland und Schweden. Und zwar aus der Türkei. Das wird teuer für den Rest der sog. Wertegemeinschaft, da nicht damit gerechnet werden kann, dass Joe im Weißen Haus jetzt zusätzlich zum Ukraine-Konflikt einen Krieg um den Bosporus lostritt. Solche Abstinenz von einer Kriegsdrohung gegen die Türkei ist indessen daran geknüpft, dass der amerikanische Größenwahn auf ein einigermaßen überschaubares Maß von Logik beschränkt bleibt.Spieler (4): Der türkische Querschuss lässt vermuten, dass Ankara in Moskau Freifahrscheine Richtung Syrien und Irak einkaufen konnte. Falls das stimmt, wird deutlich, dass auch auf der anderen Seite des Schachbretts ernst zu nehmende Gegner sitzen.

13. Mai 2022

Es fällt wesentlich leichter, einen Misserfolg vorauszusehen als einen Erfolg. Gilt in beiden Fällen vor allem, wenn’s nicht der eigene ist.

Zukunft (2): Wann und unter welchem Vorwand werden polnische Truppen in der Ukraine einmarschieren? Sicher wäre nützlich, wenn der Kreml wieder einmal die abgehörten Telefonate der Kriegsstrategin im US-State Department, Victoria Nuland, veröffentlichen würde. Auch für die Freunde des Gossen-Amerikanisch ein Hochgenuss.

Zukunft (3): Dem polnischen Einmarsch könnte ein Hilferuf slawischer Brüder aus Kiew vorausgehen. Wahrscheinlich wird dort noch der Schwarze Peter herumgereicht, wer brüderlich rufen soll. Stelle mir vor, dass der Rufer danach seines Lebens nicht mehr sicher ist.

Der alberne Begriff der Gegensanktionen gewinnt allmählich Konturen. Der Kreml verbietet russischen Firmen, mit den im Westen belegenen, nunmehr ehemaligen russischen Firmen Geschäfte abzuwickeln. Ein Blick auf die stillgelegten und unter deutschem Kuratel sogleich fortgeführten deutschen Töchter von Gazprom verspricht, dass es zumindest zu einem riesigen Durcheinander kommen wird.

Grünen-Vormann Robert H. kennt das Gegenrezept zum jüngsten Putin-Rezept: Sparen, sparen und nochmals sparen. Der Aufruf trifft auf Leute, die der Regierung, welcher er angehört, beim Geldrausschmeißen zusehen können („Wir sind ein reiches Land,“ schon vergessen?). Dennoch wird sich Widerstand kaum regen, denn Michel weiß, dass er durch Verzicht dem Russen den Überfall auf Deutschland vermiesen kann. Man sage jetzt nicht, diese hirnverbrannte Ansicht sei auf meinem Mist gewachsen. Ich referieren lediglich Erklärungen aus der Christunion, die ich mit eigenen Ohren gehört habe.

Christunion (2): Wittert nach dem als sagenhaft apostrophierten Wahlergebnis in Schleswig-Holstein Morgenluft. Wenn man die 41 Prozent der abgegebenen Stimmen mit den Köpfen des Wahlvolks vergleicht, kommen knapp 25 Prozent Zustimmung heraus. Soviel zur demokratischen Legitimation, über die in letzter Zeit so viel zu hören war. Anders ausgedrückt: Mit einem Viertel kannst du eine satte Mehrheit organisieren.Bedenke das Ende: Wenn in den USA die Lebensmittelpreise drastisch steigen, so liegt das, wie der Amerikaner weiß, an den Russen. Denn diese blockieren – selbstredend völkerrechtswidrig – den Weizenexport über das Schwarze Meer. So hatte man sich in Washington DC die Russland-Sanktionen nicht vorgestellt. Was mir dabei auffällt: Früher lebten – so stand‘s in meinem Erdkundebuch – die Amerikaner im Weizen-Überfluss. Wohin mag der entschwunden sein?

12. Mai 2022

Wieder einmal ist es so, dass ich mit Lesernachhilfe, zum Kern eines Problems vordringe. Das ist wohl das Schicksal des Vorlauten. Im Speziellen habe ich gelernt, dass die Öl-Pipeline Freundschaft (дружба – hoffentlich habe ich das richtig transkribiert) nicht nur in Schwedt an der Oder dem Aufbau des Sozialismus diente, sondern auch im sächsischen Chemiedreieck. Die Details ergeben sich aus einer jahrzehntealten Briefmarke der Deutschen Post. Das Problem, das aufzuklären bleibt, ist der Verkauf der (DDR)-Minol nach Frankreich durch die Treuhandanstalt in der Nachwende Wildostzeit. Im Klartext formuliert: Was musste der deutsche Steuerbürger draufzahlen, damit das heutige Leuna-Ufo wieder zum Leuchten gebracht wurde. Interessiert mich, weil ich altmodisch bin. Vor allem, wo jetzt fragwürdige Interessenverbünde dort das Licht ausknipsen wollen. Ich sag es deutlich: Ich hab was dagegen.Leuna (2): Die Erfahrung lehrt, dass Leute, welche die Hand aufhalten, mit Gemeinwohl nichts am Hut haben.

11. Mai 2022

Im Osten nichts Neues. Die Langsamkeit der russischen Vordringens erregt die westlichen Gemüter. Man schwelgt in der russischen Niederlage. Wie das Bedächtige auf die russische Seele wirkt, vermag ich nicht zu sagen. Vermutlich jedoch weniger, als man es sich hierzulande einzureden versucht.

Schreibt mit einer aus Hamburg, es werde höchste Zeit, sich für die Ukraine konkret zu engagieren. Rate ihm, sich eine Fahrkarte nach Odessa zu kaufen.

Hamburg (2): Der Erregte unterstellt mir, ich wüsste wohl nicht, wie 1940/41 in den USA eine politische Gruppe gegen den Krieg polemisiert hätte, und was passiert wäre, wenn diese Friedenswahnsinnigen sich durchgesetzt hätten. – (a) Der Umstand selbst ist mir bekannt. Es handelte sich um die Bewegung America First. Ihr Frontmann war der weltberühmte Atlantik-Flieger Charles Lindbergh. Er wurde von der Roosevelt-Administration umgehend als Vaterlandsverräter und Antisemit verteufelt. (b) Die Frage Was-Wann kann ich hingegen nicht beantworten, will es auch nicht, weil es sinnlos wäre. Die Weltgeschichte ist anders verlaufen. Diesen Verlauf nachzuvollziehen, ist komplex genug, um mich damit und den Folgen ernsthaft zu beschäftigen.

Der Klimatiker Robert H. versucht in Schwedt an der Oder die aufgebrachten Leute wegen der russischen Ölpipeline, deren deutsches Endstück von den französischen Eigentümern am Jahresende dicht gemacht werden soll, zu beschwichtigen. Woran denkt der Mann aus Berlin? Zwangsverwaltung? Enteignung zugunsten des Bundes? Übung hat er ja mittlerweile mit der deutschen Gazprom-Tochter Germania.

Pipeline (2): Der Gasdurchfluss in der Ukraine in Richtung Europa ist gestern ins Stocken geraten. Russen und Ukrainer zeigen wechselseitig mit dem Finger auf einander. Das ist eine Entwicklung, die das Zeug hat, eskalierend aus dem Ruder zu laufen. Waren es die Russen, ist es eine massive Drohung. Waren es die Ukrainer, grenzt es im US-Auftrag an Selbstmord.Im glücklichen Österreich – das Glück scheint im Moment leicht getrübt – meldet sich Ex-Kanzler Kurz ungewohnt knackig zu Wort. Niemals mehr Politik, lässt er das ÖVP-Parteivolk und den Rest der Welt wissen. Der Jungstar hat nämlich einen neuen Job, der von keiner Parlamentskontrolle abhängig ist: Angestellter in Sachen Global-Strategie beim Geldanleger Georg Thiel (Ex-Paypal) in den USA. Ne Nummer kleiner geht‘s offenbar nicht, aber nach oben hin sehe ich noch Spielraum: Beauftragter für Galaktisches bei Elon Musk.

9. Mai 2022

Bilder vom Vormittag zeigen einen russischen Präsidenten, der sichtlich gealtert ist. Nun, Wladimir Wladimirowitsch, Macht strengt an, und Anstrengung macht alt.Der Rest der Nation regt sich über den Herrn Scholz wg. seiner Rede an dieselbe auf. Seltsam. Mir ist nix aufgefallen, zumal ich mir sowas nicht antue. Ächt nicht.

8. Mai 2022

Sagt einer gestern Nachmittag, den ich zufällig in Leipzig treffe: Samma, du schreibst ja ganix mehr, wa? – Das zeigt, die Leute wissen nix und reden doch darüber. Andererseits: Wenn‘s wirklich drauf ankäme, könnte ich es gleich ganz sein lassen.

Nach dem Abräumen von Mariupol geht es in Kürze offenbar um den Angriff gegen Odessa. Das Mobilisieren von Streitkräften in den im russischen Sinne abtrünnigen Provinzen von Moldawien nötigt zu dieser Folgerung. Es war zu naheliegend, um nicht begonnen zu werden. In wenigen Tagen wird bei dem jetzt üblichen mäßigen Tempo der russischen Landnahme die Ukraine vom Schwarzen Meer abgeschnitten sein.Ukraine (2): Die entscheidende Frage ist: Was werden die USA unternehmen, um das Einschnüren des Landes zu verhindern, denn es passiert im Augenblick das Gegenteil des Gewünschten, nämlich die Russen vom Schwarzen Meer zu vertreiben. Was also werden die Amerikaner den Rumänen bieten, damit sie sich in den Kampf gegen Russland einmischen? Zur Zeit sind sie, ohne was dazugetan zu haben, die Kriegsgewinnler, weil über ihre Schwarzmeerhäfen neuerdings der ukrainische Weizen in die Welt verschifft wird.

7. Mai 2022

Zwar weht der Geist, wo er will, aber nicht der Wind da, wo er soll. – Entlang der A 9: Am frühen Nachmittag Flaute, nichts bewegt sich. Gegen Abend: Es mühlt bei leichtem Ostwind vor sich hin und stirbt dann bei Einbruch der Dämmerung ab.Dieser Vorschlag hier ist Nato-kompatibel und sollte bald in Angriff genommen werden.

6. Mai 2022

In den alternativen Medien finde ich gebündelte Häme über Frauen in politischen Spitzenfunktionen. Ihre Unfähigkeit wächst sich zum Synonym für Frau und Politik aus. Vorzeigeobjekte sind die US-Vizepräsidentin Kamala Harris und die britische Außenministerin Elizabeth Truss.

Frauen (2): „Liz“ Truss hat ein Problem mit der Geographie, nein anders: sie hat kein Problem damit, dass sie sich traut, geographische Bezeichnungen in ihre öffentlichen Äußerungen einzubauen. Und das ist ein gewisses Problem. So, wenn sie beispielsweise die Ostsee für das Schwarze Meer hält oder umgekehrt. Ein echtes Problem erwächst hieraus indessen, wenn dieselbe Frau sagt, dass der derzeitige Krieg an Orten, deren Lage sie nicht kennt, im Interesse des British Empire sei, denn sie knüpft gedanklich an etwas an, was nicht mehr existiert und folglich wiederhergestellt werden müsste. Kein angenehmer Gedanke.

Frauen (3): Ich finde die Bevorzugung der anglo-amerikanischen Spitzenkräfte gegenüber denjenigen, die wir selbst zu bieten haben, ungerecht. Annalena beispielsweise hat gerade erst mitgeteilt – ich verkürze ihr stammelndes Gerede mal auf den bei mir angekommenen Kern –, dass es unser Ziel sei, die Russen dauerhaft fertigzumachen.

Eine Geberkonferenz hat stattgefunden, die den weiteren Krieg in der Ukraine ermöglichen soll. Es lohnt sich, den Teilnehmern zuzuhören. Der polnische Vertreter sagte, das Geld solle an diejenigen Staaten gehen, die von dem Krieg betroffen seien. Man kennt diese Methode aus der polnischen EU-Mitgliedschaft: Mehr aus dem Topf herausholen, als man selbst hineingegeben hat.

Geldnehmer (2): Polen und Litauen plädieren dafür, den Krieg zu nutzen, um die diversen Gebietsverluste aus dem vergangenen Jahrhundert (oder noch früher) rückgängig zu machen. Das bedeutet das Entstehen etwas anderer Kriegskonstellationen, nämlich: Polen gegen die Ukraine, Polen und Litauen gegen Weißrussland, und – natürlich – Polen gegen Litauen. Vor allem letzteres entbehrt nicht einer gewissen grimmen Komik. Man kann verstehen, dass solche Ansinnen in Russland mit galligem Humor kommentiert werden.

Kontrastprogramm: eine See-Reise von Odessa nach Batumi über Suchumi und Sotschi zurück nach Odessa. Der Defa-Film Meine Freundin Sybille machte es möglich. Ein paar doofe Deutsche unter lauter freundlichen Sowjetmenschen vor großartiger Kulisse. Und die Rote Armee spielt das Rennsteiglied. Das waren noch Zeiten, 1967, ein Jahr vor der Bruderhilfe der friedlichen Sowjetunion in Prag.Sybille (2): Der zugrundliegende gleichnamige Roman von Rudi Strahl ist noch einen Zacken behaglicher. Die Staatssicherheit merkte an, der Autor sei arrogant, da er glaube, den Erfolg seiner Schreiberei nur seiner eigenen Tüchtigkeit zu verdanken. Nun, die Genossen mussten es ja wissen.

5. Mai 2022

Ein, wie er sagt, Sprecher der Werteunion erklärt den Umsitzenden, dass wir nicht abseits stehen dürfen. Hierzu nickt er zustimmend. – Zuhörerin: Und warum nicht? – Er, die Stimme senkend: Oder wollen Sie, dass Putin in Deutschland einmarschiert? – Die Umsitzenden entschließen sich spontan, über die Spargelsaison zu reden.

Neu im Angebot der Nationalen: Wer den US-Kurs kritisiert, ist ein vaterlandsloser Geselle. Daraus folgt, dass, wer ungefragt ein deutsches Interesse formuliert, erst recht ein vaterlandsloser Geselle ist.

Die Bezeichnung als völkerrechtswidrig hat keine weitere Bedeutung als diese hier: Der Sprecher befindet sich auf der richtigen Seite. – Ich zum Krim-Annexionsverurteiler: Wie war das denn 1941 mit der Besetzung Islands durch die Amerikaner? – Er: Die mussten Hitler zuvorkommen. – Ich: Wie die Deutschen im Jahr zuvor in Norwegen? Sie mussten Churchill zuvorkommen. ­– Er, bevor das Gespräch erstirbt: Werden Sie nicht unsachlich.

Nachts gießt es wie aus Eimern. Das Autofahren macht keinen Spaß. Morgens Nebel und Flaute. Das Autofahren macht immer noch keinen Spaß. Soll es auch nicht.

Nachdenklich nach der Rückkehr in die gute Stube. Es gibt den zweiten Impftoten in meinem engeren Bekanntenkreis. Den impfte seine Tochter, eine Ärztin. Zwei Tage später war er tot. Gleich danach impfte sie seine Frau zum dritten Mal. Sowas kann sich niemand ausdenken.

Heute Morgen: Die Phalanx der Tichy-Autoren schreibt Dinge, die ich für irrelevant halte, so die von der Redaktion angegeigte Wahlwette für Nordrhein-Westfalen. Man simuliert Demokratie, weil man es sich nicht vorstellen kann, dass es gleichgültig ist, ob an Rhein und Ruhr schwarz-gelb an der Macht bleibt, oder ob es zu rot-grün kommt. Es ist den meisten Bürgern – wie Antje Hermenau das formulieren würde – egal.

Tichy (2): Das Gros der übrigen Beiträge sind Kommentare zu Fernsehsendungen. Wer sieht sowas, wer liest sowas?

Tichy (3): Der Meister selbst schreibt gestern einen Riesenriemen über Bündnistreue. Natürlich fügt er seinem Sermon bei jedem dritten Satz ein Einerseits-andererseits hinzu. Hat er aus den Kommentaren der letzten zwei, drei Wochen bemerkt, dass ihm die Leser davonlaufen? Vermutlich das Werk von Putin, denn einer muss es ja gewesen sein.

Der Putin war’s: Benzinpreiserhöhung, Energieknappheit, Exodus der deutschen Industrie, Mietraummangel, Inflation, Facharbeitermangel, Auswanderung Hochqualifizierter, Massenzuzug von Analphabeten. Na also. Fehlt noch was? Ach ja: Feinstaub und CO2. Und über Corona schweigen wir besser.

Schurke (2): Seit gestern weiß ich, dass die seit zwei Monaten andauernde, ganz untypische Ostwindlage im Wechsel mit völliger Windstille von Putin verursacht wurde. Er hat das Wetter verändert, um der westliche Wertegemeinschaft beim Erreichen der Klimaziele zu schaden. Früher hätte man in solchen Fällen von Verschwörungstheorie gesprochen. Jetzt treten Experten auf den Plan und wackeln bedeutungsvoll mit den Köpfen.Schurke (3): Nur eines war Putin offenbar nicht: Derjenige, der anordnete, russische Generäle im Dutzend von Ferne zu orten und mit Präzisionswaffen amerikanischer Bauart zu töten. Aufregung ist nicht angesagt, denn seit Obama ist dies US-Staatspraxis. Es ist den Drohnen egal, wer der Feind ist, der geschlachtet werden muss. 

4. Mai 2022

Die deutsche Sprache macht mit uns, was sie will. Während der Busen der Natur männlich ist, kommt die Heldenbrust weiblich daher.

Sprache (2): Apropos Busen und Natur. Der selbstredend männliche Naturbusen einer Frau ist eine der zahlreichen weiblichen Inkonsequenzen.

Sprache (3): Während ich diese Zeilen nachts schreibe, geht mir durch den Kopf, wie viele Leute sich wieder ereifern werden, wenn sie diese Zeilen lesen. 

Die Klimalügner haben erneut zugeschlagen. Der letztjährige April sei der wärmste und trockenste seit der Wetteraufzeichnung gewesen. In Wirklichkeit war er nach meinen Notizen eher feucht und kühl. Zum diesjährigen April habe ich noch keine Meldung gelesen, die das Vorjahr selbstredend übertreffen müsste, vielleicht so: Der wärmste April seit der Landung der Arche Noah. In Wirklichkeit war der Vormonat kalt mit etlichen Frostnächten. Wenigstens hierzulande.Nachts das Russland-Buch von Thomas Fassbender Freiheit statt Demokratie gelesen. Sinnvolle Lektüre. Das Buch stammt aus dem Jahre 2014 und schlummerte seit Jahr und Tag unbeachtet im Russland-Regal in einer zweiten Reihe außerhalb meiner Sichtweite. Vor- und Nachteile einer großen Bibliothek.

Bücher (2): Gottseidank bin ich kein Einzelfall. Wie auf Bestellung entdecke ich in einer Regalecke mit dem Nicht-zuordenbaren eine Schrift von Gustave Flaubert: Bücherwahn, irgendwann in der DDR erschienen, illustriert durch Joseph Hegenbarth.

Übern Großen Teich: Die Nachrichtenlage dort ist unübersichtlich und kontrovers. Fünf große Themen bestimmen die Woche, sie sind durchweg innenpolitischer Natur: Wird der Supreme Court die Abtreibungsregeln revolutionieren? Wie tief wird Sonderermittler Durham die Demokraten-Partei wg. ihres Staatstreichversuchs gegen Trump eintauchen? Werden die sog. Demokraten bei den Zwischenwahlen im Herbst tatsächlich ein Desaster erleben? Wie weit reicht der Einfluss der Bundesregierung, um den Pandemie-Modus, einschließlich Masken-Zwang, weiter aufrechtzuerhalten? Was passierte tatsächlich am 6. Januar 2021 vor und im Capitol?Übern Großen Teich (2): Der einzige, der nichts machen muss, um weiter Schlagzeilen zu produzieren, ist der australische Milliarden-Spieler Elon Musk.

3. Mai 2022

Wenn Leute sich dahingehend äußern, man könne in Deutschland alles sagen, bedeutet das, dass sie es noch nie probiert haben.

Im Rotarier-Magazin wird zur Eliminierung von AfD-Sympathisanten aufgerufen. Diese Vorgabe umzusetzen, wird die Clubs in Sachsen und Thüringen personell halbieren. Fazit: Wohltätigkeit ohne eine geprüfte Mainstream-Gesinnung ist nicht zu dulden.

Organisierte Mildtätigkeit (2): Im selben Rotarier-Magazin wird die Eliminierung russisch-stämmiger Künstler aus dem deutschen Kulturbetrieb gutgeheißen. Recht so, Weltoffenheit bis zum Dnjepr und nicht weiter.Zum Tee bei Freunden, wir schwätzen wie gewohnt durcheinander. Sie stellt eine Schüssel mit Russisch Brot auf den Tisch. Keiner sagt was, aber alle lachen. Anschließend schwätzen wir weiter.

Musik beim Schreiben ist nur in seltenen Phasen möglich, die zudem durch keinerlei Ablenkung gestört werden sollen. Das klingt wie ein Widerspruch in sich und ist nur so zu erklären, dass es Musikstücke gibt, die das Tiefendenken anregen, das dem Träumen ähnlich ist. Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich Koyaaniqatsi von Philip Glass. Habe das Stück in einem Stapel verstaubter CDs entdeckt. Der wohlvertraute Klang – seit 20 Jahren nicht mehr vernommen – belebt die Denkspiele: Ich gehe in Sankt Petersburg spazieren.Entnehme den Meldungen von jenseits des Großen Teichs heute Morgen, dass eine US-gesteuerte Graswurzelbewegung Quitt the CCP (in etwa: Beseitige die Kommunistische Partei Chinas) ihren Betrieb aufgenommen habe. Das riecht nun wirklich nach Größenwahn, denn gleichzeitig findet – man erinnert sich – die Kampagne des Imperiums gegen Russland statt.

2. Mai 2022

Licht und Schatten: Bild des Skagener Males P.S. Krøyer in meinem Badezimmer betrachtet. Zwei kleine blonde Mädchen im Sonntagsstaat der weißen Kleidchen. Werde beim Abtrocknen durch die Überlegung abgelenkt, wieviel Stunden es gekostet haben mag, um die Kinder so reinlich auszustaffieren. Heute dagegen: Gang zur Waschmaschine und Rückkehr ins Wohnzimmer. Von der guten alten Zeit vermag ich nicht ohne Vorbehalte zu sprechen.

Waschmaschine (2): Gespräch mit einer Deutschstämmigen aus Kasachstan. Ich: Was haben Sie sich hier als erstes gekauft? – Sie: Eine Waschmaschine. – Wie zur Bekräftigung hebt sie ihre Hände und zeigt mir deren Innen- und Außenflächen.

Vive la différence: Während in Berlin der übliche linksterroristische Gesinnungsmob am Wochende randaliert, wird Paris von gewalttätigen Protesten jener überschwemmt, die sich durch Falschauszählung um die Präsidentenwahl betrogen sehen.Falsche Zahlen (2): Es kommt weniger darauf an, ob – was ich für möglich halte – in Frankreich in großem Stil Wahlmanipulation stattgefunden hat, sondern auf die heutzutage ganz selbstverständlich angenommene Existenz solchen Betruges. Breite Teile der Bevölkerung haben auch hierzulande den Eindruck, in einer Scheindemokratie zu leben. Es dürfte kaum gelingen, verlorenes Vertrauensterrain zurückzugewinnen.

1. Mai 2022

Fiedler und Pohlmann haben erneut auf Neues aus Wikihausenzugeschlagen. Sie untersuchten die Angaben der Plattform Wikipedia bezüglich des angeblichen Massakers von Butscha in der Ukraine Anfang April 2022. Die Einträge in der deutschen, englischen und russischen Version sind in der Tendenz gleich: Täter waren russische Soldaten auf dem Rückzug nach Norden. Hieran sind – allein wenn man die Wikipedia-Daten zugrunde legt – Zweifel mehr als angebracht: Die angegebenen Quellen sind letztlich eine einzige, nämlich die britische Firma Bellingcat, bekannt oder, wie etliche meinen, berüchtigt aus anderen zweifelhaften Medienkampagnen. Anderslautende Quellen und Hinweise wurden bei Wikipedia gelöscht, die Diskussionsseiten abgeändert und die ohnehin bereits mit Decknamen versehenen Texter nochmals anonymisiert – mit dem Hinweis, man müsse sie vor Repressalien schützen.

Die Russland-Hetze auf Tichys Einblick nimmt erstaunliche Formen an. Den Lesern wird nahegelegt, die Angst vor dem Atomkrieg endlich sein zu lassen. Erneut ist hierfür der ehemalige Rias-Mann Georg Gafron als devoter amerikanischer Propagandist tätig geworden. Leser fragen, wie lange das noch so gehen soll.Hetze (2): Gafrons Kollege, der Christunionist Josef Kraus, stellt derweil die mecklenburgische Ministerpräsidentin an den Pranger des Landesverrats. Ihr Missetat: Sie ließ in ihrem Land mit Geldern der Gazprom eine Stiftung zu, deren Ziel die propagandistische Begleitung des Northstream II-Gasleitungsvorhaben war. Die Reaktionen des Publikums sind gemischt. Da gibt es jene, denen jegliche Attacke gegen die Genossen der SPD recht ist, und die anderen, denen der Ton missfällt, aber auch Inhaltliches, weil sie die Torpedierung der Gasleitung für ein Übel ansehen.

29. April 2022

Vom Kriege – ein Erlebnisbericht

In meiner Nachbarschaft wohnt eine ältere Dame, Ingrid Timpel, die seit Jahr und Tag schreibt: Akribische Tagesnotizen und einen Lebensbericht. Aus diesem Bericht gebe ich hier ihre Notate zum 29. April 1945 unverändert und unkommentiert wider. Oder doch nicht ganz. Mein Rat an alle, die derzeit zum Krieg aufrufen: Fragen Sie möglichst bald bei denjenigen nach, die den Krieg erlebt haben. Ein weiterer Rat: Beeilen Sie sich.

* * *

Am 29. April 1945 vor 77 Jahren, war der Tag, an dem mein Leben aus den Fugen geraten ist.

Im Jahr 1945 war der Winter lang und sehr kalt. Wir Kinder, mussten Holz und brauchbaren Abfall sammeln, um die Stube warm zu bekommen. 

Wir wohnten in Neubrandenburg, einer schönen norddeutschen Stadt mit einer geschlossenen Stadtmauer und vier Toren. Unser Haus stand in der Neutor Straße 32, direkt an einem dervier Tore.

Vor allen vier Toren, so auch vor unserem, dem „Neuen Tor“, errichtete man große Panzersperren, in der Hoffnung, die anrückenden Russen aufhalten zu können.

Später berichteten die Leute, die Panzer wären mit Leichtigkeit über die Sperre gefahren und dann rein in die Stadt. 

Am 29. April 1945 begann unsere Flucht. Der Russe stand unweit vor den Toren unserer Stadt. Von fern hörte man es donnern und krachen. Meine Mutter machte sich mit drei kleinen Kindern auf den Weg.

Tage zuvor hatte meine Mutter wichtige Dinge in einem Koffer verstaut um sie zu vergraben: Silberbestecke, von Paten für uns Kinder, wichtige Unterlagen, der Neue Ulster unseres Vaters, zuletzt oben drauf ein Bild von der Konfirmation meine Bruder Max. Zuerst musste ein tiefes Loch im Rondell im Garten geschaufelt werden. 

Die Nachbarin schaute zu -und fragte: “ Können Sie nicht die SS-Uniform meines Mannes mit eingraben?“ So geschah es, im Jahr 1945. Später erfuhren wir, die Russen hätten mit ihren Bajonetten in den Gärten herumgestochert und alles gefunden.

Der Wehrmachtsgeneral – Oberst Remer hatte die Verteidigung der Stadt befohlen.

In der Folge wurde die Innenstadt zu 90 Prozent von der Russischen Armee zerstört.

Die Angst vor den Russen war so groß, dass viele hundert Frauen sich mit ihren Kindern im nahen Tollense See ertränkten. Auch eine Tante von uns hatte sich mit ihren vier Kindern ertränkt.Meine Cousine, Renate, war 18 Jahre, auchsie wurde von den Russen vergewaltigt.

Meine Mutter, wollte aus unserer Heimatstadt nicht fort, nicht fort von unserem zu Hause. Einmal hieß es, es können ja auch dieWeißrussen sein, die tun uns nichts, sie sind nicht so grausam wie die Rotarmisten. Und die V 2 soll kommen! Meine Mutter sagte zu mir, ich kleide dich als alte Frau an und schwärze dein Gesicht! Die Menschen wollten in ihrer Not an all diese Dinge glauben.

Ich hörte ein Gespräch: Die Nachbarin von nebenan war bei uns: „Machen Sie sich keine Sorgen, Frau Ahlgrimm, wenn es sein muss, ich habe Giftspritzen für alle.“ Sie hatte vier kleine Jungen. Von dieser Stunde an ließ ich meiner Mutter keine ruhige Minute mehr: „wir müssen fort.“

Der Geschützdonner kam immer näher. Einen Tag vor der Flucht bekam jede Familie noch 30 Eier, zu spät, viel zu spät. Wer sollte und konnte sie jetzt noch essen. Das Mittagessen, gebratener Hering, stand auf dem Herd. Meine Mutter holte noch die Fahrkarten, 37 Mark nach „Nirgendwo.“ Keiner wusste, wohin die Reise ging.

Es ging ein Aufruf an die Bevölkerung von Neubrandenburg, die Stadt sofort zu verlassen. Es fährt ein letzter Zug – ein Güterzug nach Nirgendwo – niemand wusste genaueres. Es sprach sich wie ein Lauffeuer herum.

Es blieb keine Zeit für einen Abschied von unserer Oma. Wir sollten sie nie wiedersehen. Sie starb im April 1947 an Hungertyphus. Sie saß am Ende vor den Trümmern ihres Hauses und konnte die Welt nicht mehr verstehen.

In großer Eile packte Mutterdas Nötigstein den Rucksack. Die wichtigen Papiere und einige Fotos hatte sie in ihrer Tasche verstaut.Natürlich nahm ich meinen neuen Schulranzen und denFüllfederhalter mit. Mutter schloss die Haustür ein letztes Mal zu. Insgeheim dachte, hoffte sie, wir kommen bestimmt bald zurück. So zogen wir drei Kinder mit unserer Mutter los zum Bahnhof. Die Dunkelheit brach herein, meine Geschwister 6und 3 Jahre waren müde, sie hatten Angst – und weinten. 

Pünktlich um 21.30 fuhr der Zug ein. Es waren oben offene Güterwagen. Wir Kinder kauerten in einer Ecke auf der Erde, und rückten eng zusammen- es war sehr kalt in der Nacht. Mutter nahm die Decke und legte sie um uns herum, danach stellte sie sich schützend vor uns. Über uns flogen die Geschosse, es knallte und krachte überall. Der Himmel erhellte sich über uns vom Feuer – der brennenden Häuser-es wollte einfach nicht aufhören.

Es wurde langsam hell, der neue Tag brach an. Wir weintenund froren schrecklich. 

Nach einiger Zeit – es kam uns ewig lange vor, denn der Zug fuhr langsam, hieltder Zug in Güstrow. Der Schaffner meinte, wer jetzt aussteigt, kommt nicht mehr weg. Der letzte Zug ist für unser Personal.

Über uns der Sternenhimmel und in der Ferne sah man Leuchtkugeln am Himmel. Wir schliefen auf der Erde im Zug ein. So ging die Fahrtweiter wir waren 2 Tage und Nächte unterwegs. Dann erreichten wir Lübeck. 

Endlich angekommen brachte man uns in einer Schule unter. Sie sollte in den nächsten Wochen, mit vielen Hunderten Menschen, unser neues zu Hause sein. Viele, sehr viele Menschen, lebten und schliefen auf dem Fußboden in einem Raum. 

Der Hunger und die Läuse waren unsere ständigen Begleiter. Die Läuse waren so nach und nach weg. Aber der Hunger ist für sehr, sehr lange Zeit geblieben. Es war niemand bereit sein Brot mit uns zu teilen, oder uns ein Kleidungsstück zu geben. 

Später, viel später haben wir erkannt und begriffen welch ein Glück wir noch hatten. 

Wir hatten alles aber auch alles verloren und führten zeitweise ein menschenunwürdiges Lebens, aber wir mussten nicht die Grausamkeiten, und die Entwürdigungen durch die Russen ertragen.Am 29. April 1945 vor 77 Jahren, war der Tag, an dem mein Leben aus den Fugen geraten ist.

28. April 2022

Wenn’s Absicht war, kommt es der Quadratur des Kreises gleich: Deutschland liefert Fla-Panzer Gebhard, für die es keine Munition mehr gibt. Also: Selenskyjs Wunsch nach schweren Waffen erfüllt und Putin hierdurch nicht bedroht. Wie wär’s als nächstes mit dem Leo 2 ohne Motor. Ist absolut umweltfreundlich (kein Feinstaub, COund so) und für den Transport auf der Schiene geeignet.

Gepard (2): Die Schweiz weigert sich, für die Oerlikon-Kanonen Munition zu liefern. Sie hat die Bundesregierung darauf hingewiesen, dass Deutschland die Munition seinerzeit unter striktem Weiterexportverbot bekam. Jetzt will, man höre und staune, Brasilien den Ukrainern aus der Munitionsklemme helfen.

Das australische Wunderkind Elon Musk hat tatsächlich Twitter gekauft. Was mag den Noch-Vorstand zur Zustimmung veranlasst haben? Ich will mal raten: Geld? Zudem: Was war mit der angeblichen Solidarität der übrigen Groß-Anteilseigner? Hat sich in Tagesfrist in einen Verkaufsreibach der Berufs-Spekulanten aufgelöst.

Twitter (2): US-Zelebritäten kündigen an, die Plattform verlassen zu wollen. Das klingt wie der Schwur der Katze, demnächst in den Vogelschutzbund einzutreten.Nebenbei: Das wunderbare Wort Zelebrität scheint durch Pückler-Muskau in der deutschen Sprache salonfähig gemacht worden zu sein. Begebe mich auf die Suche in seinen Briefen eines Verstorbenen. Lese mit Genuss, dass er sich lustig machte, er verkaufe von diesem Werk mehr als Goethe und Schiller mit all ihren Büchern zusammengenommen. Nach dem Ableben der drei änderte sich das zu seinen Ungunsten. Da bin ich sicher.

Den Gafron-Hetzartikel im Bauchladen von Tichy wiedergefunden.
Dem Leser H. sei Dank. Auch Hinweise auf den Journalisten, für den ich mich nie sonderlich interessiert hatte. Er sei einer, der zuvor rübergemacht hatte, wie die Berliner das nannten. Für einen winzigen Moment meldet sich der alte Jagdhund zu Wort, der einst von Amts wegen auf den Spuren von eingeschleusten Presse- und Parteien-Unterwanderern wandelte. Einen winzigen Moment nur, dann verfliegt der Eindruck wieder im ablenkenden Interesse am gegenwärtigen Geschehen.

27. April 2022

Stopp: An Polen und Bulgarien liefert Russland ab heute kein Gas mehr. Offizielle Begründung: Die beiden Länder hätten nicht in Rubel bezahlt. Der russische, oft genug angekündigte Vorstoß ist ein Versuchsballon. Sowohl für die Russen wie für die Deutschen, die 55 Prozent des Import-Gases aus Russland beziehen. Wir seien, so hört man aus Berlin und Brüssel, auf alle Eventualitäten vorbereitet. Soso. In der Stilllegung des Landes und seiner Wirtschaft haben die Damen und Herren ja in den letzten beiden Jahren reiche Erfahrungen sammeln können. Kurzarbeitergeld statt Produktion. Geht doch.

Die gebündelte Kriegshetze der deutschen Medien, die ich durch das Filter der sog. alternativen Medien zur Kenntnis nehme, offenbart, dass Tichys Einblick mit fliegenden Fahnen im Gleichschritt marschiert. Ein einschlägiger Beitrag des Journalisten Georg Gafron erfährt in der vergangenen Nacht im Minutentakt ätzende Leserkommentare. Als ich ihn heute Morgen zu Zwecken der Dokumentation des absurden Geschehens kopieren will, finde ich ihn nicht mehr wieder.Gafron (2): Ich weiß nicht, ob dieser verbale Kämpfer an der Seite der USA derselbe ist, den ich in den 1980ern in Berlin als etwas skurrilen Streiter für democracy bei RIAS kennenlernte. Andere ehemalige Mitarbeiter des amerikanischen Senders fand ich später als Mitkämpfer bei den Grünen angedockt. Damals wunderte ich mich. Das hat sich mittlerweile gelegt.

26. April 2022

Was nicht da ist, ist auch nicht. Über Nacht hat die Wahrheitsplattform Wikipedia den Eintrag über die angebliche Investment-Firma des Präsidentensohnes, Hunter Biden, gelöscht. Recht so, denn niemand soll fürderhin behaupten dürfen, dass hier das Schmiergeldkonto der Familie für dubiose Zahlungen aus der Ukraine und aus China gewesen ist. Die Beträge, um die es hier geht, was natürlich reine Verschwörungstheorie ist, sind so groß, dass ein normaler Amerikaner sie während seiner gesamten Lebensarbeitszeit nicht zusammensparen kann. Zu recht nicht, denn er ist schließlich nicht der Sohn des Präsidenten.

Klare Ansage: „Wir wollen, dass Russland so weit geschwächt wird, dass es zu so etwas wie dem Einmarsch in die Ukraine nicht mehr in der Lage ist.“ So die US-Minister Blinken (Auswärtiges) und Austin (Krieg) bei einem Besuch in Kiew und in Ramstein. Die Einzige Weltmacht lässt grüßen, doch die Einzige Weltmacht existiert nur in den Köpfen derer, die sie für real halten.Ansage (2): Der russische Außenminister Lawrow hat zur amerikanischen Ankündigung, die ukrainische Armee so lange hochzurüsten, bis sie gesiegt habe, mitgeteilt, dass die Nato sich am Rande des Dritten Weltkriegs befinde. Mir geht durch den Kopf, dass man die Hinweise dieses Mannes seit Jahr und Tag in den Wind geschlagen hat, was regelmäßig zu späterem Klagegeschrei führte. – Dies ist einer der raren Fälle, in denen ich nicht recht behalten mag, denn im Gegensatz zu unsern politischen Leuchten und deren Claqueuren lege ich keinen Wert darauf, in einen Krieg hineingezogen zu werden – weder bewusst, noch blind stolpernd.

25. April 2022In Frankreich hat der kleine Mann erwartungsgemäß, wenn auch knapp, die Präsidentschafts-Wahl gewonnen. Die Bürger, die dies bewirkt haben, entschieden im Sinne des Großkapitals. Entsprechend fiel die Erleichterung bei den westlichen Politikern aus, die ebenfalls auf dem Finanz-Ticket reisen. US-Präsidenten Biden ließ man sagen, dass dies für die Ukraine, die Demokratie und die Klimarettung gut sei. Mehr muss man dazu nicht anmerken.

Liberales Zwiesprech: Während der Herr Lindner am Wochenende dem Kanzler Nibelungen-Treue schwört, feiert der Parteitross der Lindnerpartei diese etwas maskulin wirkende Dame, die den Militärflügel repräsentiert und deren Namen ich mir nicht merken kann.

Zweisprech (2): Wie formuliert man eine Beleidigung besonders ätzend? Indem man die Attacke in ein Lob einbaut. Beispiel, ein Besucher nach einer Gasterei am Wochenende: Wir haben uns bei Ihnen wieder sehr wohlgefühlt. Schön auch, dass Sie nicht mehr so arrogant sind wie früher. – Antwort, schon auf der Treppe: Danke für den offenen Gedankenaustausch (unter Weglassen der sonst üblichen Floskel: na, dann bis zum nächsten Mal).Ungeplanter Fund eines Titels von 1919 in meiner Weltkriegsbibliothek: „Mit den deutschen Truppen in der Ukraine. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Zusammenbruchs.“

24. April 2022

Kampf um die Deutungshoheit: Nach nur einem Monat Laufzeit hat der US-Sender CNN seinen Nachrichten-Streaming-Dienst wieder liquidiert. Fazit: Kein gescheiter Amerikaner will für diesen linken Mainstream-Plunder auch noch blechen. Da haben es die deutschen Mainstream-Lügner einfacher. Sie dürfen ihr Steuer-Privileg gegen den Bürger ausspielen.

Deutungshoheit (2): Der Milliarden-Spieler Elon Musk hat noch mal auf sein Angebot draufgelegt, um die Laber-Plattform Twitter aufzukaufen. Zur Erheiterung des Beobachters liefert er sich ausgerechnet dort ein Informationshäppchen-Duell mit dem anderen Weltbeherrschungs-Anwärter Bill Gates – ungläubig bestaunt von den Twitter-Zensoren, die sich offenbar nicht trauen, Musks ätzende Kommentare einfach zu löschen.Deutungshoheit (3): Es gelingt den vereinten Nachrichtenfälschern der USA nicht, den Ex-Präsidenten Trump zum Schweigen zu bringen. Immer wenn es um ihn still zu werden droht, organisiert er Massenaufmärsche irgendwo in der Fläche des Landes, auf denen er wie ein Messias gefeiert wird. Die Gegner in der eigenen Partei, der Republikaner, treten sich von einem Fuß auf den anderen, weil sie nicht wissen, was sie machen sollen. Exen sie ihn, können sie die kommenden Zwischenwahlen nicht gewinnen. Deswegen ist ihr Stillhalten eine zähnefletschende Duldung auf Zeit.

23. April 2022

Man muss auch loben können. Dass der Herr Scholz einen Dritten Weltkrieg verhindern will, finde ich anerkennenswert. Seine Bemerkung, dass deutsches Aufrüsten der Ukraine um jeden Preis der Weg in diesen Krieg ist, finde ich zutreffend.

Herr Scholz (2): Von Kabinettsdisziplin ist nichts zu spüren. Grüne und Liberale zetern, was das Zeug hält, und versuchen, den Kanzler öffentlich zu desavouieren. Bei den Grünen kein Wunder, denn sie können mit Deutschland nichts anfangen. Über die Kriegstreiberei der FDP darf man sich schon wundern. Spötter bemerken, die Liberalen würde sich an ihre Anfänge erinnern, als sie die Parteineugründung mit den meisten Ritterkreuzträgern war.

Herr Scholz (3): Es riecht nach Kanzlersturz. Warte darauf, dass Mainstream feststellt, der heutige Kanzler habe in seiner Hamburger Zeit in der Elbphilharmonie Tschaikowski gehört. Das wäre dann der Tupfen auf dem i für seine Russenhörigkeit.Herr Scholz (4): Diesen durch den Mann von Black Rock abgelöst zu sehen, wäre der Wunschtraum der vereinigten Atlantiker.

22. April 2022

Ich kann es nicht lassen. Nachts habe ich einige Dutzend Meldungen über den Kriegsverlauf miteinander verglichen. Die leicht gekippte Mondsichel der Ostukraine vom Norden (ohne die Großstadt Charkow) bis zur Landbrücke auf die Krim scheint fest in russischer Hand zu sein. Die Lagedarstellung anhand einer russischen Karte von gestern widerspricht zumindest den westlichen Angaben über den Frontverlauf nicht. In Einzelheiten gibt es enorme Divergenzen.

Ukraine (2): In den Katakomben unter dem Asow-Stahlwerk von Mariupol befinden sich immer noch Kämpfer und ggf. Zivilisten, von denen unklar ist, ob geflüchtet oder als Geiseln gehalten. Die Erstürmung dieser Anlagen wurde nach russischen Angaben abgebrochen, um eigene Verluste zu vermeiden. Bilder von gepanzerten Feldhaubitzen zeigen – falls sie tatsächlich aktuell an Ort und Stelle gefilmt wurden –, dass diese, wie im Manöver auf offener Fläche aufgefahren, das Werksgelände aus sicherer Distanz systematisch zusammenschießen.

Ukraine (3): Man kann über die russischen Offensivabsichten nichts sagen, es sei denn, man ist Kreml-Experte oder Prophet. Eine Absicht auf Eroberung der Gesamt-Ukraine ist nicht zu erkennen. 

Ukraine (4): Was mit der Großstadt Odessa, dem Tor der Ukraine zum Schwarzen Meer, wird, mögen die Götter wissen. Wenn der Krieg so endet, wie jetzt der Frontverlauf ist, hängt die Stadt strategisch in der Luft. Die Stadt Odessa hat in der russischen wie in der ukrainischen Sichtweise einen Stellenwert, der ebenso grundlegend wie wechselseitig unvereinbar ist. 

Gefährliche Muskelspiele: Dem Preußen-Kurier entnehme ich, dass Bundeswehreinheiten am Kurischen Haff stationiert wurden. Blick auf den Nordteil Ostpreußens, der einschließlich Königsberg seit 1945 zu Russland gehört, zeigt, dass dieser bei Anziehen der Daumenschrauben kaum zu halten wäre. Direkte Anrainer sind Polen und Litauen. Es lohnt sich, deren Exponenten zuzuhören.

Muskelspiele (2): Auch sonstige Meldungen aus Polen lassen nichts Gutes erwarten. Ich weiß jedoch nicht, ob diese Meldungen zutreffen, dass die polnische Armee sich zu einer Offensive Richtung Lemberg-Odessa rüstet. Falls ja, richtet sich der dann entfachte Krieg primär nicht gegen Russland, sondern gegen die Ukraine.Muskelspiele (3): Die West-Ukraine als polnisch zu betrachten und lautstark zu beanspruchen, ist weder neu noch originell. Die 1920er/30er Jahre lassen grüßen. Zwischen damals und heute liegen Jahrzehnte, in denen die Polen nichts zu beanspruchen hatten. Es gehört zu diesem Auf und Ab, dass dieses Volk permanent unterschätzt worden ist. Jetzt jedenfalls ist es mit seinem Streitpotenzial wieder da.

21. April 2022

Man kann die russischen Darstellungen über den Ukraine-Krieg für plumpe Propaganda halten und sie dementsprechend aus der eigenen Lagebeurteilung ausblenden. Westliche Medien tun dies, doch klug ist es nicht. Geradezu töricht wird solche Abstinenz, wenn man ignoriert, was die Russen in diesem Zusammenhang über uns, die Deutschen, zu sagen haben. Sie geben zu diesem Zweck eins zu eins wider, was deutsche Politiker über die Art und den Umfang unserer Kriegsunterstützung zugunsten der Ukraine verlautbaren. Die russische Schlussfolgerung, dass Deutschland sich mit Russland im Krieg befinde, ist weder abwegig noch harmlos.

Propaganda (2): Die deutsche Seite geht einen anderen Weg. Zwei Jahrzehnte halsbrecherischer Energie-, Geld- und Einwanderungspolitik nebst zweijährigem Corona-Wahn zeigen unübersehbar ihre Bremsspuren in der deutschen Wirtschaft. Das Land verarmt zum Zukucken für jedermann. Hierfür gibt es seit acht Wochen eine einförmige Erklärung: Putin. Doch das ist Quatsch und nur deswegen bei Michel wirksam, weil die Botschaft bei aller Lüge einen wahren, leicht wiedererkennbaren Strang enthält, das ist der Krieg des Wladimir Wladimirowitsch. Er findet wirklich statt und hat auch dem Dümmsten offenbart, wie eng unsere wirtschaftliche Verzahnung mit Russland war und (!) ist: Gas weg – Licht aus.Propaganda (3): Das Sprachrohr des feministischen Zeitgeistes konnte einen Tag lang, in Abweichung zu seinem Namen (TAZ, die Tageszeitung), nicht erscheinen. Der Grund: ein Stromausfall. Das bestärkt mich in meiner Ansicht, dass unfreiwillige Komik die witzigste ist.

Atlantisches: Im Vordergrund der amerikanischen medialen Aufreger stehen Benzinpreis, allgemeine Teuerung und – speziell in Texas und Arizona – die überhand nehmenden illegalen Zuwanderer. Der Sündenbock vieler Amerikaner heißt keineswegs, wie auch dortzulande von ihrer Bundesregierung empfohlen, Wladimir Putin, sondern Joe Biden.

Atlantisches (2): Unter dem Horizont der deutschen Medienberichterstattung findet weiterhin das Scherbenaufkehren der Ära Trump statt. Die beiden Schwerpunkte sind derzeit das jahrelange eigennützige Tun der Familie Biden in der Ukraine und in China, das im Namen des Präsidentensohns Hunter Biden und dessen Eskapaden kulminiert. Und als zweites die Anklageverfahren des Sonderermittlers Durham, der den Kabalen des Clinton-Trosses nachgestiegen ist. Hier tritt derzeit der Demokraten-Anwalt Sussmann in den Fokus des Interesses, dem vorgeworfen wird, er habe in vorderster Front die zu unrecht erfolgten Russland-Connection-Ermittlungen nebst auf den Fuße folgenden Pressekampagnen gegen Trump durch Beweismittelfälschung organisiert. Über die Ergebnisse beider so extraordinärer Verfahren kann man nichts prognostizieren. Amerikas Justiz ist eine Dame von fragwürdigem Ruf.

Atlantisches (3): Mit einem gewissen Behagen nehme ich die Fortentwicklung in Sachen Biden und Clinton-Sussmann zur Kenntnis, weil sie zeigt, dass ich vor zwei Jahren mit meiner Recherche in Sachen Spygate inhaltlich und personengenau richtig lag, wofür ich hierzulande neben dem Verkauf von nahezu 15.000 Exemplaren des gleichnamigen Buches mit dem Wanderpokal des Verschwörungstheoretikers geehrt wurde. 

Atlantisches (4): Es findet ein Krieg um Twitter statt, seit das australische Enfant terrible Elon Musk sich dort vor einigen Tage mit knapp 10 % der Aktien eingekauft hat. Jetzt sind alle billig und gerecht denkenden Gutmenschen auf hundertachtzig. Sie fürchten, dass ein Miteigentümer Musk den bei Twitter seit Jahren fest etablierten Zensurapparat killen könnte. Es sieht so aus, als wolle Musk ernst machen, denn er hat allen Aktionären ein Angebot gemacht, das deutlich über dem Kurswert der Aktie liegt. Zu diesem Zweck hat er seine Portokasse mit 41 Milliarden Dollar bestückt. Der Vorstand von Twitter, dem – wohlgemerkt – das Unternehmen nicht gehört, versucht derweil, die Aktionäre zum Bleiben zu bewegen, indem er ihnen zusätzliche neue Aktien zum Vorzugspreis anbietet. Kann man im begrenzten Umfang machen, aber es wird den Wert der Twitter-Aktie weiter beschädigen, wie es bereits vor Jahresfrist der Rauswurf des Twitter-Nutzers Donald Trump tat.Atlantisches (5): Ab und an frage ich mich, wo das Wunderkind Elon das viele Geld her hat, das ihn angeblich seit Neuestem auf den Platz des reichsten Mannes der Welt katapultiert hat. Es gibt Leute, die behaupten, dass seine Fabriken zum Bau von Tesla-Elektrospielzeug in erster Linie dazu dienen, CO2-Zertifikate zu verkaufen. Falls das stimmt, was mir wie das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern vorkommt, könnte man mit einem gewissen Recht davon sprechen, dass sein Reichtum auf Luftnummern beruht.

20. April 2022

Frauen: In den alternativen Medien werden viele Worte für den Umstand verwendet, dass massenhaft Frauen in Führungspositionen eingerückt sind, die sie nicht auszufüllen vermögen. Ich bin nur dann bereit, mich hierüber solidarisch mitaufzuregen, wenn Männer verdrängt wurden, die genau dies vermochten.

Frauen (2): Immerhin verdanken wir der Offensive der Frauen, dass wir mit bedeutend klingenden Doppelnamen konfrontiert werden, die kaum einer, ohne zu übern, richtig aussprechen kann. Wenn ich mich nicht täusche, war dies vor Jahren zunächst ein Markenzeichen der FDP. Wer erinnert sich nicht an Frau Leuthäuser-Schnarrenberger? Die klang wie ein Neubaugebiet in Oberbayern.Frauen (3): Der neuen weiblichen Wichtigkeit verdanke ich ein amüsantes Denkspiel für langweilige Autobahnfahrten. Bei Abfahrten mit kuriosen Doppelnamen, stelle ich mir vor, welche weibliche Figur meines Gegenwartsromans dahintersteckt. Zum Beispiel: die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Frau Marieluise Ottendorf-Okrilla (für Nicht-Sachsen: das Vorbild steht an der A 4 östlich von Dresden).

Ukraine mon amour: Mainstream meldet: Russische Offensive überall erfolgreich abgewehrt. Mainstream im selben Atemzug: Die Kämpfer von Mariupol bitten um Evakuierung. Hinweis für die Nachrichtenfälscher: Mädels, eure Meldungen passen nicht zusammen. Es sind ukrainische Siegesfanfaren gepaart mit der Verzweiflungsgeste einer zumindest örtlichen totalen Niederlage.

Ukraine (2): Falls ich mir das richtig zusammenreime, findet in der Industrie- und Hafenstadt Mariupol das statt, was man in der militärisch-gnadenlosen Sprache als Säuberung vom Feind bezeichnet. Der sitzt unter dem auf 11 Quadratkilometern recht ausgedehnten Asow-Stahlwerk in Gängen und Bunkeranlagen und wird dort von tschetschenischen Söldnertruppen Mann um Mann niedergemacht. Was im Rest der Ostukraine derzeit passiert, lässt sich kaum beurteilen.

Ukraine (3): Wenn man überhaupt historische Schlachten für vergleichbar erachtet, fällt einem die deutsche Niederlage von Stalingrad ein. Es war ein Häuserkampf Mann um Mann. Die Verteidiger gaben nach Wochen auf, als sie nichts mehr zu fressen und zu schießen hatten. Historische Vergleiche hinken stets, auch dieser, schon wg. der Größe des Kessels und der beidseits eingesetzten Truppenkontingente. Allerdings: Goebbels hielt hernach vor begeisterten Volksgenossen seine berüchtigte Wollt-ihr-den-totalen-Krieg?-Rede. Schon vergessen?Ukraine (4): Die Landeszentrale für politische Bildung von Baden-Württemberg gibt eine Handreichung für Lehrer über den Ukraine-Krieg heraus: „Putins Angriff auf den Frieden“. Auf der Zeichnung des Covers unterhalten sich russische Soldaten auf dem Weg nach Kiew. Sagt einer von ihnen: „Sie sehen aus wie Menschen, aber es sind hasserfüllte blutrünstige Monster.“ – Preisfrage: Ist das Dargestellte eine von Strafe bedrohte menschenverachtende Hetze, oder wird derjenige strafrechtlich verfolgt, der sagt, dass dies so sei?

17. April 2022Absurdes aus der Gesetzgebungsecke: Ungebuhsterte, die in Corona-Quarantäne geschickt werden, verlieren den Anspruch auf Lohnfortzahlung. Begründung: Sie hätten sich ja impfen lassen können. Nach dem Wenn-dann-Schema bedeutet das: Wenn du dich impfen lässt, schützt du dich zwar nicht vor Infektion, aber vor der Quarantäne. Das ist so verrückt, dass man zunächst glaubt, man hätte sich verlesen.

Fahne: „Wir sind ein modernes und vielfältiges Land. Es ist allerhöchste Zeit, dass wir das auch als staatliche Institutionen deutlicher zeigen,“ zitiert das Bundesinnenministerium die ihr vorgesetzte Nanzy Faeser anlässlich von deren Geniestreich, die öffentlichen Gebäude mit Buntgestreiftem schmücken zu lassen – von bösen Zungen als Schwulenfahne bezeichnet. Okay, ist pressegeiler Blödsinn. Kann den alten Fahrensmann, der ungezählte Politiker erlebt hat, kaum jucken. Aber das Wir-als-staatliche-Institution lässt aufmerken. Die Dame verwechselt sich selbst mit dem Staat. Da zeigt sich mental Bedenkliches, das Ludwig XIV.-Syndrom. Alternativ: Oder ist sie bloß nicht des Deutschen mächtig?

Fahne (2): In meinem Grundgesetz steht seit 1949 in Artikel 22: „Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold.“ Ich weiß schon: Wer sich auf die Verfassung beruft, läuft Gefahr, eingestuft zu werden.Fahne (3): Rat an alle, die ihr Missfallen zum Ausdruck bringen wollen: Hängen Sie eine deutsche Fahne raus.

16. April 2022

Der samstagnachmittägliche Großeinkauf belehrt darüber, dass verschiedene Dinge aus sind, wie man so sagt. Vor allem die Sonderangebote. Neu ist, dass bei einzelnen Warengruppen, wie dem landläufigen Speiseöl, steht: Derzeit nicht lieferbar.Samstags (2): Windelträger sind in der Minderheit. Sie sind entweder sehr alt oder sie tragen Markenklamotten der Sorte Outdoor, mit denen man auch in Lappland gut zurecht käme. Falls diese Beobachtung verallgemeinerungsfähig ist, müsste der Anteil der Windelträger größer werden, je weiter man nach Westen kommt.

15. April 2022

Sollte es stimmen, dass ein Drittel der Befragten die Ansicht geäußert hat, in einer Scheindemokratie zu leben, so bedeutet das, das diese Bürger ein Bild der Demokratie in ihrem Kopf herumtragen, das sie mit dem Erlebten nicht zur Deckung bringen können. Mainstream schlagzeilt hingegen so: Ein Drittel der Bürger habe sich von der Demokratie abgewandt. Das ist Blödsinn, weil wir hierüber nichts wissen, denn die Probanden wurden nicht nach der Zustimmung zur Demokratie gefragt. Aber das interessiert offenbar niemanden, wiewohl ich schon neugierig wäre, wie diejenigen Bürger, die wie oben votiert haben, sich Demokratie vorstellen. Dabei käme es dann vielleicht ans Licht, dass diese mit den Befürwortern der Demokratie identisch sind – und nur diese.

Im Schwarzen Meer versinkt das Flaggschiff der dortigen russischen Flotte. Da dortzulande Krieg geführt wird, stellt sich die Frage der Feindeinwirkung. Sollten US-gesteuerte Fernlenkwaffen im Spiel gewesen sein, steht die Erweiterung des Konflikts auf die Nato-Staaten unmittelbar bevor. Stellt sich die nächste Frage, wem das nutzt? Deutschland jedenfalls nicht. Und dem, was man neuerdings das ukrainische Volk zu nennen beliebt, sicher auch nicht.Flaggschiff (2): Der Vorgang erinnert an den Untergang des brandneuen russischen Panzerkreuzers Imperatrizja Marija 1916. Keiner wusste, warum sie in Sewastopol in die Luft flog – bis auf ein paar Agenten, die vermutlich von der Sektion IV des deutschen Marinenachrichtendienstes N in Berlin ihre Befehle erhalten hatten. Wird höchste Zeit, dass wir uns hierfür entschuldigen.

In Deutschland gab es in den vergangenen 20 Jahren den merkwürdigen Konsens einer winzigen Minderheit, nämlich der von Vernunft gesteuerten Zeitgenossen. Diese lehnten mit guten Gründen und themenübergreifend das Gelddrucken, den Atomausstieg, die Totalabrüstung, den Klimablödsinn und die Massenzuwanderung von Analphabeten ab. Die Front bröckelte ein wenig, als vor zwei Jahren Corona zur Massenhysterie anschwoll, stabilisierte sich aber nach einem Jahr wieder. Jetzt wird der öffentliche Wahn durch den Ukrainekonflikt bestimmt. Plötzlich blasen ganze Kohorten, die man bis gestern für normal gehalten hatte, in die Kriegstrompete.

14. April 2022

Grundlinien deutscher Politik sind nicht erkennbar. Nur auf die grünen Idioten ist weiterhin Verlass: Weltrettung und Kriegshetze, beides aus Servilität gegenüber der atlantischen Kolonialmacht.

Grüne Idioten (2): Vor Jahrzehnten zeichneten sie sich durch ihre Liebe zu Grünkern-Bratlingen aus. Jetzt ist diese Geschmacksverirrung in der Breite angekommen und heißt vegan. Ist teuer und kann sich nur leisten, wer’s hat. Zum Aufpreis gegenüber dem, was man in diesen Kreisen als ungesunde Billigprodukte bezeichnet, müssen zudem die Kosten der veganen Mangelernährung hinzugerechnet werden. Diese lebensnotwendigen Medikamente heißen Nahrungsergänzungsmittel.

Bei den französischen Nachbarn läuft es auf ein Weiter-so hinaus. Immerhin muss man sagen, dass sie tatsächlich die Möglichkeit einer Alternative hätten. Es erscheint im Moment eher unwahrscheinlich, dass sie diese ergreifen.Frankreich (2): Der Amtsinhaber – ein Aushängeschild des Kapitals, so will er mir scheinen – wird nun, falls die Berichterstattung auch nur vage zutrifft, bis weit ins Lager der äußersten Linken Unterstützung finden. Das ist weniger überraschend, als es den Anschein hat, denn die zahlreichen Funktionäre wollen bezahlt sein. Hierfür gibt das Kapital die notwendigen Mittel.

Man sage nicht, die deutsche Sprache sei nicht präzise und variantenreich. Man nehme nur die Worte hassema und hamsema. In beiden Fällen geht es um Geld. In der Berliner Ubahn: Hassema n’Euro? An der Ladenkasse: Hamsema dreizehn Cent?
Die Tür zum Tucholsky-Archiv ist während der Öffnungszeiten verschlossen. Hinzu tritt eine Museumsaufsicht, die mich hinter der Maske fragt, ob die Tür zu sei. Ich bejahe, weil ich denke, der Mann macht sie mir auf. „Dann macht der Kollege Mittagspause,“ sagt er. „Versuchenses inner Stunde nochma.“ Versuche ich nicht. So wichtig ist mir Tucholsky nun auch wieder nicht.

13. April 2022

In Gransee in der Mark randalierten rund 300 französische Husaren, umzingelten das Rathaus und erpressten eine größere Geldsumme. Es war Oktober und man schrieb das Jahr 1806.

Gransee (2): Vier Jahre später wurde der Sarg der preußischen Königin Luise auf dem Weg nach Berlin zur Beisetzung in der Stadt über Nacht abgestellt. Für die Bürger offenbar ein Großereignis. Sie nutzten es aus, um in franzosenfeindlicher Absicht beim angehenden Star-Architekten Schinkel ein Denkmal zu bestellen und als einen Akt nationaler Demonstration – es war die Franzosenzeit – 1811 auf dem Marktplatz aufzustellen. Dort steht der Luise-Sarg heute noch.Gransee (3): Der damalige Luise-Kult ist heute kaum noch klar in Worte zu fassen. Eine schöne Frau, allerdings, von ihrem königlichen Ehemann aufrichtig geliebt, dem sie ein Kind nach dem anderen gebar und die mit 34 Jahren starb. Der Zauber, der von ihr ausgegangen sein muss, ist heute noch durch die Skulptur zu erahnen, die Schadow von ihr und ihrer Schwester Friederike schuf. Indes: Die Zeitgenossen rümpften die Nase, die Mädchen erschienen ihnen wie nackt. Wie so häufig sind es diese scheinbar so selbstsicheren Kritiker, denen der blanke Neid den Blick auf das Bleibende verstellt. Und das sieht so aus: Schließt man die Augen und denkt sich den Namen dieser preußischen Königin, hat man die Luise des Johann Gottfried Schadow vor Augen.

12. April 2022

Eine unscheinbare Gedenkplatte zu ebener Erde auf dem Soldatengrab in Pelzkuhl in der Mark weist aus, dass hier zwischen dem 30.4. und 1.5.1945 zehn deutsche Soldaten gefallen und bestattet sind, eine Woche vor Kriegsende. Nur von dreien ist der Name bekannt. Als ich vor Jahr und Tag auf das Grab aufmerksam gemacht wurde, standen dort noch Holzkreuze mit den verrosteten Wehrmachtshelmen obendrauf. Sie hatten den Antifaschismus der DDR überdauert. Jetzt sind sie weg.

Ein prächtiger Findling im benachbarten Wesenberg weist den Besucher des wie ausgestorben daliegenden Städtchens darauf hin, dass dies der Ort sei, der „Den Kämpfern der deutschen Arbeiterklasse. 7.10.1959“ gewidmet ist.

Die Verkäuferin an der Fleischtheke in Fürstenberg, als ich Lungwürste in der Auslage entdecke, die ich Interessenten in Schilda mitbringen soll – befragt, wie sie, die Verkäuferin, diese zubereite – antwortet: Wie meine Oma.

Es kristallisiert sich bei aller Widersprüchlichkeit der Nachrichten heraus, dass der Endkampf um die am Asowschen Meer gelegene Großstadt Mariupol in vollem Gange ist. Es sieht nicht so aus, als könnten sich die Verteidiger gegen die russische Armee noch lange halten.

Mariupol (2): Die unvereinbaren Interessen der beiden Kriegsparteien sind offensichtlich: Der Hafen, das Asow-Stahlwerk und die angestrebte russische Landbrücke zur Krim.

Mariupol (3): Im Bunkerteil, tief unter dem Stahlwerk, sollen sich Labors für biologische und chemische Massenvernichtungsmittel befinden. In denselben zahlreiche Ausländer. Das macht die Aufregung der westlichen Wertegemeinschaft verständlich und deren Bestreben, die Leute außer Landes zu schaffen. US-Friedenskräfte im russischen Fernsehen vorgeführt, würden mit Sicherheit keine gute Figur machen. 

Mariupol (4): Asow-Stahl soll einem einzelnen Mann gehören. Mir fehlt das Vorstellungsvermögen, dass er das Werk durch seiner Hände Arbeit erworben haben könnte. Zeitgleich ist zu lesen, dass die Dünger-Produktion sich in den Händen eines einzelnen Mannes befindet. Nur diesmal handelt es sich um die russische Industrie und der bedauernswerte Eigentümer, der unter den Sanktionen schrecklich leidet, sitzt mit einem britischen Pass in England.

Schreibt mir einer, er könne mich nicht ernst nehmen, weil ich Ernstes mit Belanglosigkeiten verwechsle. Da irrt der Kritiker, denn er verwechselt verwechseln mit vermengen. Letzteres erlaube ich mir in der Tat. Es entspricht dem wirklichen Leben.Belanglos (2): Der Herr Scholz bedauert zutiefst den Rücktritt der Familienministerin und zollt, wie er sagt, ihr den höchsten Respekt. Hat er nicht mitgekriegt, wie der Grünenvorstand die Dame am Wochenende absäbelte, oder will er uns auf den Arm nehmen?

11. April 2022

Über den Maskenwahn ist alles gesagt. Oder doch fast alles. Dass im Schloss Rheinsberg Maskenzwang herrscht, wundert selbst unter dem Gesichtspunkt kaum, dass man im Lande Brandenburg unverkleidet einkaufen gehen kann. Bis eine Verwaltung einen Gesetzesbefehl zu befolgen bereit ist, bedarf sie einer einschlägigen Verwaltungsvorschrift, der sie entnehmen kann, dass das Gesetz wirklich gilt und wie es sodann anzuwenden ist. Bis dahin gilt im Schloss Rheinsberg: In Kasse und Museumsladen ist die medizinische Maske Pflicht, beim Betreten der Ausstellungsräume ist der Wechsel zur FFP-Maske obligatorisch.Maskenwahn (2): Es ist weniger der Irrsinn der Regelung, der Verärgerung hervorruft, als der freche Ton des kleinen Funktionärsgesindels, das sich in minimaler Anordnungsbefugnis suhlt. Frei nach Joethen: Hier bin ick Herr, hier darf ich’s sein.

Bei Tichy finde ich die Ansicht des Herausgebers aufgeschrieben, dass die jetzigen Helden an der Spitze der SPD Russland-hörige Genossen seien. Das war mir bislang nicht aufgefallen. Die zur Begründung der Ansicht vorgetragene weitere Ansicht, dass Putins Herrschaft mit der Sowjetherrschaft gleichzusetzen sei, weil dieser mal ein KGB-Offizier gewesen sei, finde ich abwegig. Der Rest ist dann nur noch ein inhaltsloser Zirkelschluss. Der geht so: Die Genossen der Schröder-Generation und der auf diese folgende Generation seien DDR-affin gewesen, deshalb Russland-hörig, weil das mit Sowjet-hörig gleichbedeutend sei.

Genossen (2): Das mit der DDR mag stimmen. Bei meinen Aufräumungsarbeiten in Fünfneuland 1990 ff. stießen meine Mitarbeiter immer wieder auf die Kameraderien von SED und SPD, wobei sich später prominente Genossen (West) nicht scheuten, sich in der brüderlichen DDR ihre akademischen Schmuckstücke anfertigen zu lassen. Zur Entschuldigung des damaligen Verhaltens lässt sich anführen, dass es damals noch nicht die Möglichkeit gab, die Grundlagen des akademischen Grades aus dem Internet zu kopieren.Genossen (3): Dies vorausgeschickt, bleibt die Frage, woran man denn erkennt, dass die Spitzengenossen in der politischen Praxis von heute, Russland-hörig handeln? Wenn dem so wäre, müsste der Herr Scholz beschleunigt die grünen Vorleute aus dem AA und dem Wirtschaftsministerium zum Teufel jagen, denn dort lässt man an der Russland-Feindlichkeit keinen Zweifel aufkommen.

10. April 2022

Beim morgendlichen Nachdenken über die heutige Präsidentenwahl in Frankreich weiß ich, dass abends ein erstes Ergebnis feststehen wird, wonach keinem der Kandidaten die nötige Mehrheit zufiel. Sodann wird es Palaver geben, wie die Stichwahl ausfallen wird.Präsidenten (2): Die Amtsinhaber von Frankreich und Polen bezichtigen sich wechselseitig und in feindseliger Absicht des Nazismus. Das wäre doch ein hübscher gemeinsamer Nenner, um gegen das Zwischenland vorzugehen.Das kalte Aprilwetter in Rheinsberg ist unerfreulich, doch hat es womöglich auch sein gutes, denn was könnte man sich besseres wünschen, um halb durchnässt und mit fröstelnder Distanz dem Leben des unsteten Königs an Ort und Stelle nachzugehen. So taucht plötzlich der Gedanke auf, dass dessen Leben womöglich nichts anderes als ein Kampf zwischen menschenverachtender Kälte und heißer Eigenliebe war. Nebenbei: Ist es das, was seine Totenmaske so abstoßend erscheinen lässt?

9. April 2022

Wenn man den Obi von Neuruppin betritt, fällt auf, dass sich die Nord-Brandenburger dort in hellen Scharen drängen, was daran liegen mag, dass die Regale dichter als anderswo beisammen stehen. Jedenfalls belehrt der Parkplatz darüber, dass die Käufer zu Häusern gehören, die es in Schilda in dieser Menge nicht als Baumarkteinkäufer gibt. Dementsprechend ist auch das Angebot an Basis-Dingen, die zu den Autos geschleppt werden.Ich bin verblüfft, als eine junge Frau mir ein strahlendes Lächeln schenkt. Einfach so. Ich nehme an, sie probiert, ob sie das nach zweijähriger Maskierung noch kann. Sie kann’s. Es ist nicht ohne Charme, dass sie nicht genügend Hände besitzt, um ihr vom Sturm gezaustes kurzes, deutlich zu dünnes Röckchen unten zu halten.

8. April 2022

Privathochschulen pflegen den Zulauf zu ihnen mit der Qualität ihres Angebots zu erklären. Dabei liegen die Dinge simpler. Nicht vorhandene Studienplätze an den staatlichen Einrichtungen und ein ans Idiotische grenzendes Zugangssystem legen all denjenigen, die wirklich studieren wollen, trotz immenser finanzieller Belastungen ein Ausweichen nahe.

Privathochschulen (2): Wer nun glaubt, dass er an diesen angeblichen Kaderschmieden auf erlauchte Lehrer stößt, der höre zu, was sie sagen, wenn sie über sich selbst sprechen. Allein der durchgängige Gebrauch des schwachsinnigen Gender-Deutschs sagt genug. Ich nehme an, den Sprechern, welche an einer Hochschule lehren, die sich ausgerechnet nach dem großen Sprachmeister Theodor Fontane benannt hat, wird das Absurde ihres Tuns mangels einschlägiger Bildung nicht bewusst sein.

Privathochschulen (3): Während am Himmel die Nato Präsenz zeigt, sprechen zu ebener Erde private Professores und politische Regionalgrößen vom leidenden ukrainischen Volk, mit dem es Solidarität gegen den verbrecherischen Überfall des Diktators Putin zu üben gelte. Okay, die Meinung kann man am Biertisch und im Fernsehen vertreten, aber mich macht das „ukrainische Volk“ hellhörig. Bin gestern hörte ich aus solchem Munde, dass der Gebrauch des Worts Volk ächt Nazi sei.Privathochschulen (4): In meiner Torheit war ich angereist, um aus berufenem Mund zu hören, wie die kostspielige Verbindung von Theorie und Praxis zum Wohle unseres Landes gelungen sei und was noch zu tun, um das zu verbessern. Stattdessen war von der Herausforderung der Gendermedizin die Rede. Blicke intuitiv nach oben, doch die Dachbalken der Schinkelkirche nehmen es ungerührt zu Kenntnis. Ich bin so verärgert, dass ich nicht einmal Kalauer von mir geben mag. Gut, na schön: Gendern Sie mal Hodenkrebs.

7. April 2022

Der Herr Scholz hat gestern gesagt, es käme für ihn – er sagte: für uns – darauf an, dass Putin den Krieg nicht gewönne. Tja, aber was bedeutet das? Ich glaube, er wollte sagen: Leute, wir müssen aufpassen, dass wir nicht eine klatschende russische Ohrfeige kriegen. Jedenfalls wird die Nichtbezahlung des russischen Gases, der russischen Kohle, des russischen Öls, der russischen seltenen Metalle – habe ich was vergessen? – nicht dazu führen, dass Russland den Krieg nicht gewinnt.

Herr Scholz (2): Sein Auftritt im Wahlkampf in NRW wurde dortzulande bei den Genossen als nicht hilfreich empfunden. Das Publikum pfiff. Das erinnert ein wenig an die A.M.-Auftritte in den Wahlkämpfen vergangener Jahre. Dem letzten Kanzler, den ich von Amts wegen wahlkämpfend sehen musste, begegnete ich 1999 in Erfurt. Gerhard Schröder war heiter, das Publikum gelangweilt.

Herr Scholz (3): „Unsere Mauern brechen, aber unsere Herzen nicht,“ stand in Riesenlettern aus Ölfarbe an stark beschädigten deutschen Wänden. Zur Stärkung der Moral hatten wir die Wunderwaffe des Führers. Jetzt haben wir Verzicht und zur Stärkung des Durchhaltevermögens (Neudeutsch: Akzeptanz) Klimaziele und einer muss hier schließlich den Anfang machen. Irgendeine Hoffnung haben wir immer.Herr Scholz (4): Die Presse teilt unter wohlwollendem Dröhnen mit, dass die Koalition in der Wirklichkeit angekommen sei. Ich kann das beim besten Willen nicht erkennen. Vermutlich weil mir meine Verstocktheit immer wieder in die Quere kommt. Die hört auf den Namen das-Wohl-des-deutschen-Volkes. Steht so in meinem Grundgesetz, aber was heißt das schon

Ich habe mich noch nicht daran gewöhnt. 160 € fürs Tanken mahnen mich zum Überlegen, wann ich wohl sagen werde: Das war jetzt die letzte Tankfüllung.

Es ist 5 Grad kalt, Regen- und Hagelschauer machen das Fahren zum Ärgernis. Zum Glück ist die Zahl der Raser fast auf Null gesunken. Auch sind LKW-Staus auf der A 9 rar geworden.Der Quartierwirt sagt, indem er auf den am Fußende des Bettes etwas unmotiviert stehenden breiten flachen Sessel zeigt: Hier ist der Wohnbereich. Seinem Gesicht entnehme ich nicht den Hauch von Ironie. Deswegen verkneife ich mir Rückfragen nach dem Wasch- und Essbereich. 

6. April 2022

Herr Müller von der Bundesnetzagentur ermahnt die Deutschen, mit dem Gas sparsamer umzugehen, da sich die Speicher bis auf den nicht abpumpbaren Rest leeren. Danach ist Sense, wie man so sagt. Gut beobachtet, Herr Müller. Vielleicht kommt seine Erkenntnis ja daher, dass er seit gestern von Klimatiker Habeck zum Treuhänder des Bundes über das Russenvermögen in Sachen Gas zwangsweise eingesetzt wurde. Das wird von Mainstream gefeiert, aber Gas bezieht man auf diese Weise nicht.

Herr Müller (2): Das ist, wenn ich nicht irre, derselbe Mann, der vor zwei, drei Monaten öffentlich verkündete, Northstream II sei nicht genehmigungsfähig – und zwar in dem Moment, als die Pipeline fertig war und mit Gas befüllt wurde. Schon vergessen, Herr Müller? Da wäre zum Beispiel das Gas, das jetzt fehlt. Ist mit Dreisatzrechnung herauszufinden.
Herr Müller (3): Warum sind die den Russen gehörenden Gasspeicher von Rheden leer? Weil sie letzten Sommer nicht aufgefüllt wurden. Warum wurden sie nicht aufgefüllt? Weil kein Wind wehte und das Gas zur Erzeugung von Strom verwendet wurde. Sowas nennt man in der christlichen Seefahrt auf Sicht fahren. Dumm nur, wenn unerwartet Nächte dazwischen kommen, in denen man nichts sieht. Diese Prinzipien sollten in der Bundesnetzagentur bekannt sein.

Herr Müller (4): Man muss nicht lange nachdenken um festzustellen, dass die Gasklemme, in der wir jetzt stecken, durch aktuelle Regierungsstellen mutwillig herbeigeführt wurde. Meine höchst persönliche Wertung: Leute, die so handeln, haben auf ihren Posten nichts verloren. Sie müssen entfernt werden.
Herr Müller (5): Ich will ja nicht unken, aber der laut Mainstream grün-kompatible Mann gäbe sicher ein prächtiges Bauernopfer ab, wenn es dunkel wird.

Der Hauptmann von Köpenick 2022: Ein Mann aus Magdeburg soll innerhalb von 9 Monaten 87 mal geimpft worden sein. Ihm geht es dem Vernehmen nach gut. Man stutzt, man staunt, man lacht, denn jetzt kommt der Auftritt der Experten.

Köpenick (2): Experte 1, der auf Mainstream breiten Raum findet, ist ein Impfexperte (was immer das sei). Er sagt, dass das Vielfachimpfen keine Gefahr bedeute, denn jede Impfung hebe die Wirkung der vorherigen auf. Wie muss ich mir das vorstellen? Die ungeraden Zahlen wirken, und die geraden Zahlen heben auf? Merkwürdig, ist das etwa der Sinn der dritten und vierten Impfung, die landauf landab propagiert wird? Habe ich ganz anders im Ohr.

Köpenick (3): Experte 2 ist ein universitärer Fachmann für Medizinrecht. Er sagt, dass dem Mann eine langjährige Freiheitsstrafe wg. gewerbsmäßigem Betruges drohe. Medizinrecht? Ich dachte, das sei eines Frage des Strafrechts. An den Betrugstatbestand erinnere ich mich dunkel: Der Täter erzeugt in einem Dritten einen Irrtum, sodass dieser eine Vermögensverfügung trifft, die zu einem Schaden führt. Nur mal so: Wer ist hier der Dritte? Der Impfarzt? Seit wann trifft der eine Vermögensverfügung. Nun gut, die Justiz wird’s auf Kommando richten.

5. April 2022

Die westliche Welt hat ein gemeinschaftsstiftendes Thema: Die Toten von Butscha, einem Vorort von Kiew. Der hiesige Tenor ist klar: Das war Putins Soldateska. Solche Meldungen nebst anschließendem Wir-alle-Gerede sind weder neu, noch tragen sie zur Wahrheitsfindung und schon gar nicht zu einer nüchternen Lagebeurteilung bei. Dieselbe ist, so fürchte ich, auch unerwünscht. In einem schon älteren Buch rief einst die Masse: Kreuziget ihn. Man tat es.

Masse (2): Es ist verstörend, dass ganz normale Leute hysterisch reagieren, wenn das Wort Ukraine fällt. Argumente sind sinnlos. Sie werden innerlich abgeblockt. Frage mich selbstkritisch, ob auch ich diesem Mechanismus unterliege. Vermutlich ja, indem ich ab einem bestimmten Informationspegel einfach für ein, zwei Tage abschalte. Das ist dann wie Fasten.

Masse (3): Genügend aufgeputscht lyncht sie Männer, die bloß daneben stehen und die Stirn runzeln. Der jetzige Schlachtruf lautet: Verurteile den russischen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, sonst machst du dich wegen der Befürwortung desselben strafbar. Da wird nüchternes Denken zum Wagnis, zum Beispiel dieses hier: Ich verfolge die internationalen Schachzüge und ihre Spieler, bis es zum russischen Einmarsch kam, den ich – wenn denn schon Bekenntnis die Voraussetzung für Forschungsgedanken ist – nicht gutheiße, sondern ganz im Gegenteil.

Ukraine und die Welt: Mit Interesse habe ich zur Kenntnis genommen, dass der spanische Außenpolitik-Profi Augusta Zamora Rodrígez sich in einem bemerkenswerten Artikel „Der Tod Europas und die neue Weltordnung“ zu den Ursachen und zum Konflikt selbst als einem Weltmachtereignis geäußert hat. Seine Prognose: Nachdem sich dereinst die Einzige Weltmacht zerlegt haben wird, wird es immer noch Russland geben. Übersetzt ins Deutsche hat den Aufsatz, wie ich vermute, der Sender RT-Deutsch. Wegen meiner mangelhaften Spanisch-Kenntnisse räume ich ein, dass ich nicht beurteilen kann, ob die Übersetzung korrekt ist. Ich gebe hier keinen Link wider, weil ich nicht abschätzen kann, ob man auf das, was der Spanier schreibt, in Deutschland noch ungestraft hinweisen kann.Ansichtssachen: Das Gerücht, dass im russischen Besetzungsplan der Ukraine ein Element enthalten gewesen sei, ortsansässige Oligarchen in eine russische Militär-Verwaltung des Besatzungsgebiets zu integrieren, tauchte letzte Woche auf. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Nur falls es so war, hat es nicht gut funktioniert. Mit diesem Gerücht harmoniert ein zweites: Es besagt, dass vor Kurzem leitende Funktionäre des FSB abgeräumt worden seien, weil sie in der Ukraine-Sache versagt hätten. Der FSB ist der russische Inlandsdienst (entstanden aus dem 1992 zerschlagenen KGB). Deutsche Experten wussten hierzu sogleich anzumerken, dass der FSB mit der Ukraine nichts zu tun habe, sondern dafür sei der russische Auslandsdienst SWR zuständig, was in mir einen gewissen Frohsinn auslöste, weil die Russen dies offenbar anders sehen. Wenn also wirklich der russische Kriegsplan so war, wie eingangs beschrieben, dann ist der Teil der Einsetzung einer Marionettenverwaltung augenscheinlich misslungen, und die hierfür Zuständigen wurden in die Wüste geschickt. So passen die beiden Meldungen zusammen, bleiben aber unterm Strich mit Skepsis zu betrachten.

4. April 2022

Schreibt mir ein deutscher General, Putin gehöre vor das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. – Rege an, er möge zur Festnahme schreiten. 

General (2): Einer schreibt auf einem Blog, Putins Plan, die Ukraine von Nordwesten anzugreifen, sei gescheitert, weil der weißrussische Diktator Lukaschenko einen Rückzieher gemacht habe. Forsche nach der Quelle dieser famosen Meldung: eine vom Pentagon finanzierte Webseite.

In Deutschland pöbelt ein Mann namens Melnyk gegen die Deutschen als solche und gegen spezielle Deutsche im Besonderen. Den Gazetten entnehme ich, dass das der ukrainische Botschafter in Berlin sei. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er auf eigene Kappe in einer Weise handelt, die im normalen diplomatischen Betrieb zur Ausweisung des Botschafters geführt hätte.

Melnyk (2): Frage meinen Arbeitsrechner, ob er mit dem Namen etwas anfangen kann. Kann er, der erster Eintrag stammt aus der Sonderfahndungsliste Polen des soeben aus der Taufe gehobenen Reichssicherheitshauptamtes vom September 1939: „Melnyk Nikolaus 16.3.09 Lacku-Szlaehetzkie E G“, doch das ist bestimmt ein anderer.

Melnyk (3): 1938 ermordete ein NKWD-Mann den Ukrainer-Führer Konowalez in Rotterdam. Unter seinen Stellvertretern Bandera und Melnyk brach der Krieg um die Nachfolge aus. Da sich keiner durchsetzen konnte, spalteten sie die ukrainische Befreiungsbewegung OUN. Melnyk und Bandera arbeiteten sodann für die Abwehr, den deutschen Militärgeheimdienst (Bundesarchiv RH20-11/48). Die Nazis (die echten) sperrten beide zwischen 1941 und 1944 ins KZ. Nach 1945 arbeiteten sie für die US-Boys.

Die erneute Lektüre der Psychologie der Massen von Gustave le Bon hinterlässt den merkwürdigen Eindruck, dass der Schreiber uns selbst über die Schulter geschaut habe. Hat er aber nicht, denn er schrieb das Buch vor 130 Jahren. Wenn man sich jetzt mit seinen Erkenntnissen durch die verworrene Wirklichkeit navigieren kann, zeigt das, (1) was für ein brillanter Kopf er gewesen ist, und (2) dass die Leute sich nicht geändert haben.

Psychologie der Massen (2): Die derzeit Mächtigen planen die Zwangsimpfung ab 50. Das führt zu einer erneuten mutwilligen Spaltung der Bevölkerung (Fortschrittliche Kräfte vs. Altes Eisen). Man hofft auf die hämische Zustimmung der leicht Aufputschbaren gegen die, die ohnedies zu viel kosten.Psychologie der Massen (3): Völlig vergeblich ist es, gegen den immer schrägeren Impfzirkus mit logischen Argumenten aufzubegehren. Die Masse ist hiergegen immun.

2. April 2022

Konsequenz: Weil die Propeller nicht ausreichen – und vom physikalischen Prinzip auch nicht ausreichen können – den Energiebedarf Deutschlands auch nur vage zu decken, will Klimaminister Habeck den Aufbau der Propeller vorantreiben. Nächste Woche will er das Programm verkünden. Wer idiotischer Weise geglaubt hatte – ich gehörte nicht dazu –, die Realität würde die grünen Narren schon noch einholen, sieht sich eines Besseren belehrt.

Konsequenz (2): Jetzt haben sich die Russen von ihrer deutschen Firma Gazprom Germania, einer hundertprozentigen Tochter der Gazprom, getrennt. Ja, das kommt davon, wenn man unüberlegte Sanktionen in die Welt schreit und russische Auslandskonten beschlagnahmt („einfriert“). Was das für Folgen hat, wird in den nächsten eins, zwei Wochen sichtbar werden.

Konsequenz (3): Klimaminister Habeck hat offenbar schon Ideen, wie er dem russischen Rückzug gegensteuern will, nämlich durch Verstaatlichung der beträchtlichen russischen Vermögenswerte, z.B. Gasleitungen, Gasspeicher, Gaslieferungsverträge. Wie dem auch sei, eine weitere Woche später wird man feststellen, dass man enteignen kann, was immer man will, Gas aus Russland wird dadurch nicht nach Deutschland fließen.Konsequenz (4): Die leitenden Angestellten von BASF und Siemens bemerken öffentlich, dass bei Wegfall des Russengases schwere Wirtschaftsschäden eintreten werden. Guten Morgen, meine Herren. Oder handelt es sich hier lediglich um den Ruf derjenigen, die zu groß sind, um zu sterben?

1. April 2022Putins langer Arm offenbart sich beim morgendlichen Blick aus dem Fenster (kein Aprilscherz, obwohl, na ja, wenn ich an die Maßnahmen des deutschen Energieministers denke).

Wühlen in einem seit Jahrzehnten eingestaubten Pappkarton mit Bw-Dienstzeitutensilien bringt es zutage: 5 olivgrüne Leopard1-Modelle im Maßstab 1:87 für den Sandkastenunterricht, damals ein Panzerzug. Darauf – zur Unterscheidung – mit weißer Farbe: Z, 1, 2, 3, 4. Das Z bedeutet Zugführer – nur, falls einer fragt.

Abituraufgabe mit Coronazuschlag für Thüringen 2022

1. Mathematik: Wie viele Löffel sehen Sie? Schreiben Sie eine Zahl, oder bringen Sie Ihr Ergebnis durch ein oder mehrere X zum Ausdruck.
2. Biologie: Welchem Tier sagte man früher nach, es habe große Löffel.
3. Erziehungswissenschaften: Was bedeutet „Du kriegst gleich einen hinter die Löffel“?
4. Gesellschaftslehre/Politik: Beschreibe den Unterschied zwischen den beiden Löffeln, ohne eine Farbe zu erwähnen.
5. Deutsch (zugleich Auswahlprüfung für die Studienstiftung des Deutschen Volkes): Auf welchen der beiden Löffel hoben die alten Dichter ab, wenn sie zum Ausdruck bringen wollten, dass einer in eine reiche Familie hineingeboren worden war, und mit welchem Körperteil brachten sie ihr Sprachbild in Verbindung?

Begegnen wir – rein zufällig – einem der Großen dieser Welt und finden ihn klug und höflich, so wundern wir uns sehr, denn irgendwie haben wir ihn von vornherein als blöd und grob eingepreist. – Nein, ich demaskiere hier niemanden Bestimmtes, könnte aber eine ganze Kompanie von Leuten aufzählen, auf die sich mein im obigen Satz enthaltenes Vorurteil stützt.
Na klar, sagt der Kunstfreund, das ist Caspar David Friedrich, und der hängt… na sach ma schnell. – Nein ist er nicht, sondern „Friedrich“ von Bernd Zeller, und der hängt, wenn ich vom Schreibtisch hochkucke in meinem Blickfeld. Dort ist er hingeraten, weil ich ihn für ein Buchcover nutzen wollte, nämlich für „Denken ohne Geländer“.

Impressionismus (2): Du musst Abstand nehmen, sonst siehst du nix.

31. März 2022

Von Amerika lernen, heißt Siegen lernen. Zwei dunkle Herren im eleganten Abenddress sind auf einem Photo zu sehen. Man könnte denken, sie führen einen Ausdruckstanz vor, dabei hat der eine dem anderen gerade eine saftige Ohrfeige verpasst. Ort der Handlung: Hollywood. Anlass: Verleihung der Oscars. Der Geohrfeigte hatte Sekunden zuvor Witze über einen krankhaften Haarausfall der Ehefrau des andren gemacht. Der war aufgesprungen und schlug zu.

Ohrfeigen (2): Jetzt ist Gutmensch weltweit einig in der Empörung über den – wie man zeternd schreibt – Ausbruch von Gewalt. Das ist nicht ohne Witz, wo es beim Film fast ausschließlich um Gewalt geht.

Ohrfeigen (3): Stelle mir stattdessen gerade vor, man könnte es auch bewundern, dass einer bereit ist, sich spontan für seine Frau zu prügeln. Wird es der Beleidiger wagen, die Frau noch einmal in Gegenwart ihres Mannes geschmacklos zu beleidigen? 

Ohrfeigen (4): Witzig ist auch, dass in den Medien besorgt gemeint wird, der Schläger habe Ort und Anlass entweiht. Ich denke mal, das Gegenteil ist richtig: Ein kleiner Zwischenfall hat dem woken Insich-Event, um den sich ohnedies kaum noch einer kümmert, der dortigen Küsschen gebenden Schickeria etwas Aufmerksamkeit verschafft.

Auf der anderen Seite: Die Lage im Ukraine-Konflikt bleibt undurchsichtig. Wenn man versucht, das ganze Drumherum etwas zurücktreten zu lassen, dann sieht es so aus, als habe die russische Armee ihre Kriegsziele nahezu alle erreicht. Der Landhalbmond im Osten bis in den Süden zur Krim ist weitgehend in russischer Hand. Die noch bestehenden Widerstandsnester werden unter schlimmen Verlusten fallen.Ukraine (2): Es ist zu bezweifeln, ob Selenskyj erkannt hat, dass seine Rolle nicht mehr die eines den Präsidenten spielenden Schauspielers ist, sondern im wirklichen Leben die eines Staatspräsidenten, der wie eine Marionette an amerikanischen Drähten hängt. Erstaunlich ist in jedem Fall, dass sowohl die Russen wie die Amerikaner sich in dem Mann getäuscht haben. Er gibt der Weltöffentlichkeit eine Solovorstellung an Unbeugsamkeit. Noch folgen ihm die Landsleute verbissen. Das wird bestenfalls so lange funktionieren, bis in Washington ein anderes Spielzeug mehr Interesse erzeugt.
Währenddessen in Deutschland (aus der Serie „Das kannste dir nich ausdenken“):

Putin macht ernst. Ab morgen ist die Zahlung der Gasrechnung bei der Gazprom-Bank in Rubel zu tauschen. Das wird teuer. Klima-Minister Habeck droht darauf weitere Sanktionen an. Mein Vorschlag: Dem Russen keinen Ostwind mehr abnehmen.
Falls grade keine Rubel zur Hand sind: Wie wär’s mit dem hier?

29. März 2022

Während auf der Vorderbühne das große Drama des Ukraine-Kriegs aufgeführt wird, treffen sich im Künstlerkeller die Intendanten, um die zweijährigen Corona-Erfahrungen in einen weltweiten Schlag gegen die körperliche Unversehrtheit und die persönliche Selbstbestimmung zu führen.

Intendanten (2): Die Betreiber sind namentlich bekannt. Sie bedienen sich einer Reihe von Institutionen. Deren wichtigste in diesem Zusammenhang sind die UNO und deren Ableger WHO. Sie arbeiten ganz offen daran, Regularien zu erschaffen, welche die nationale Zuständigkeit des Gesundheitswesens beenden sollen.

Intendanten (3): Wer die vorstehende Bemerkung für eine Verschwörungstheorie hält, ist schlecht informiert, und wer das Vorstehende zu einer solchen erklärt, will denunzieren und nicht, wie er behauptet, aufklären. Allerdings: Verschwörung ist insofern falsch, weil das, was hier stattfindet, in aller Öffentlichkeit geschieht. Es fehlt also im Prinzip das Heimliche als das Kernelement der Verschwörung. Doch der selbe Effekt tritt ein, weil entweder nicht darüber in den Medien informiert wird, oder es werden Vokabeln verwendet, die falsche Assoziationen auslösen.Intendanten (4): Der Clou der Abschaffung der individuellen Freiheitrechte ist die Um-Etikettierung in Fürsorge. Merke: Du weißt nicht, was gut für dich ist. Deswegen regele ich das für dich.

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