21. Juni 2026
Das understanding war nur kurz, denn gestern hat der Iran die Straße von Hormus wieder dicht gemacht. Der Grund: die Israelis holzen weiter im Südlibanon – genau wie sie das angekündigt hatten. Jetzt allerdings berufen sie sich darauf, von der bösen Hisbollah angegriffen worden zu sein. Nur mal am Rande bemerkt: Israel pocht auf seinem guten Recht, den Südlibanon besetzt zu halten. Empörender Weise gibt es dort lebende Palästinenser, die sich dagegen zur Wehr setzen. Alle wissen das, nur Israel, die USA und Deutschland nicht.
Gutes Recht (2): Leise, leise mehren sich die Stimmen in Deutschland, die die systematische Vernichtung der Palästinenser nicht bejubeln mögen. Man muss es ja nicht gleich so deutlich machen wie der Bundesparteitag der Linken, der gestern beschloss, dass es sich beim israelischen Vorgehen im Gaza-Streifen um Völkermord handele. Der Chor der Begleitpresse begnügt sich mit der Feststellung, das sei Antisemitismus, was sicher Quatsch ist. Doch will ich nicht ausschließen, dass echte Antisemiten die Aussagen der Linken behaglich goutieren werden.
20. Juni 2026
Dass es so schnell gehen würde mit dem von mir gestern dunkel gemutmaßten polnisch-ukrainischen Konflikt, das hatte ich nicht geahnt. Wie dem auch sei, während ich noch grübelte, entzog der neue polnische Präsident seinem Gegenüber in Kiew den höchsten polnischen Orden wg. dessen Nähe zu den traditionellen Waffen-SS-Heerscharen. Zeitgleich forderte Selenskyj eine Sondereinfädelspur in die EU. Blick nach Berlin: Fritz der Kanzler sitzt mal wieder zwischen den Stühlen.
SS (2): Die Abkürzung steht für Schutzstaffel (des Führers). So wars anfangs gedacht, in kürzester Zeit kam 1933 ff. mehr und anderes dazu. Ich zähle das jetzt nicht alles auf, um nicht Gefahr zu laufen, irgend eine Scheußlichkeit nicht erwähnt zu haben und damit dem Verharmlosingsverdikt zu unterfallen. Merkwürdig ist allerdings die Bewunderung durch das Ausland (speziell Nordamerika), die noch heute einem markanten Teil der SS gezollt wird: der Waffen-SS.
Auch nicht schlecht: Nachdem selbst der Don mitgekriegt hat, dass ihm die Reps wg. seines Nahost-Deals davonrudern, hat er heute Nacht erklärt, dass das Regime in Teheran am Ende sei. Na gut, das ist eine Schlagzeile, an die sich schon morgen keiner mehr erinnern wird. Zwischenzeitlich versuche ich, die Meldungen Vize-Vance-fliegt-in-die Schweiz und Vize-Vance-fliegt-nicht-in-die-Schweiz in meinem bescheidenen Kopf zu koordinieren.
19. Juli 2026
Die deutschen Pressejubilanten des US-israelischen Interventionskrieges gegen Persien bemerken erschrocken, dass ihre Favoriten den Krieg überhaupt nicht gewonnen haben, wie sie seit Wochen behaupteten. Jetzt sind sie beim Zusammenzählen der Erbsen ärgerlich, dass nicht einmal der status quo ante erreicht wurde. Die Grundprobleme der Amerikaner werden auf Fußspitzen umgangen: Verbrauch der nationalen Ölreserve bis auf einen schäbigen Rest und die Unfähigkeit, den Kriegshelden in Tel Aviv unter Kontrolle zu halten. Dass bei dem weiterhin die Dollars sprudeln, bewirken die Spielhöllen von Las Vegas. Verrückter Zusammenhang, aber trotzdem wahr
Presse (2): Selbst bei Tichy und bei Apollo News bemerkt man, dass da was schief gelaufen ist. Ich betrachte mit Genuss die einschlägigen Reporter-Namen und vergleiche sie mit meinen Notaten im Geheimdienstlexikon. Schräges Tun ist offenbar vererblich.
Presse (3): Ein Fernsehgesicht des ZDF namens von Ungern-Sternberg hat, wie ich mit Vergnügen lese, an Elon dem Wunderkind Maß genommen und ihm Mitverantwortung für die Gewaltausbrüche auf den britischen Inseln unterstellt. Doch, oh Schreck, der wehrt sich. Hier gilt die Regel: Prüfe, bevor du in den Ring steigst, dein Gewicht. Auch in diesem Fall kennt mein Geheimdienstlexikon potente Namensträger der Presse-Baronesse, zum Beispiel den baltendeutschen Kavalleristen in russischen Diensten, der im Verlauf der russischen Revolution zu einer Art kurzfristigem Herrscher (Khan) in der Mongolei aufstieg, bevor ihn die Roten ergriffen und hinrichteten.

Presse (4): Die Bilder vom polnischen Amerikaner Sikorski, der zur Zeit beim Nachbarn der Außenminister ist, und seinem deutschen Pendant, Johann das Nordmännlein, dienen der Illustration eines soeben abgeschlossenen deutsch-polnischen Verteidigungsbündnisses. Bei Zeller lese ich hierzu heute Morgen den zynischen Kommentar: Polen gibt Autos an Deutschland zurück. – Mir geht das britisch-polnische Verteidigungsbündnis vom Frühjahr 1939 durch den Kopf, das auf geradem Weg in den Zweiten Weltkrieg führte. Das Bündnis von gestern ist indessen glänzend geeignet, in den notwendig kommenden, bislang lediglich aufgeschobenen polnisch-ukrainischen Konflikt hineinzuführen. Nun, Außenpolitik ist tückisch. Ob der kleine Mann vom Werderschen Markt das auch schon mitgekriegt hat? Kann mir das beim besten Willen nicht vostellen.
18. Juni 2026
An den beiden letzten Tagen trafen sich die G 7 an der französischen Seite des Genfer Sees. Wie ich es auch drehe und wende, auf den von der Presse übermittelten Fotos sind stets mehr als 7 Personen zu sehen. Ich versuche, die Nasen zuzuordnen und komme auf USA, CAN, D, F, GB, I und JAP sowie einige, die ich nicht genau zuordnen kann. Wenn man denkt, dass dies die Versammlung der sieben mächtigsten Industrienationen sein soll, stellt sich mir die Frage: Wo sind RUS, CH und IND? Mir schwant, dass hier ein Modell aus der guten alten Zeit konserviert werden soll, oder anders ausgedrückt: die gegenwärtige dynamische Moderne ist nicht mit am Tisch, stattdessen ein Mummenschanz der absterbenden Volkswirtschaften.
Mummenschanz (2): Die Vereinbarungen zwischen Iran und USA, die beabsichtigte Beendigung des Kriege betreffend, wird heute Nacht von den USA veröffentlicht. In der Westpresse lese ich, wie wir es den Mullahs gegeben haben. Soso. Der dort genannte Wiederaufbaufonds, zu dem sich die Amerikaner verpflichtet haben, riecht eher nach Reparationszahlungen als nach dem Sieg der democracy. Noch ein paar Streiflichter: Die Durchfahrt von Hormus wird zur Sache von Iran und Oman erklärt. Der Pakt soll auch den Libanon umfassen. Die amerikanische See-Blockade Persiens wird aufgegeben, auch alle Sanktionen. Der Atom-Streit wird in die Gremien verschoben.
Mummenschanz (3): Das alles soll für die Unterzeichner (also US und Persien) „und für deren Verbündete“ gelten. Das kann nichts werden. Spätestens beim nächsten Bombenregen im Südlibanon, kommt es zum Schwure. Israel weiß das, und seine Regierung will es auch so.
Mummenschanz (4): Der Don erklärt vor lauter Wonne, dass er, weil das Öl jetzt wieder fließt, ab sofort wieder Raum hat, um neuerliche Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Der beim Gipfel anwesende kleine Mann aus Kiew wird das sicher gerne gehört haben. Dass der zu G 7 gehört, war mir bis gestern nicht geläufig. Man muss die Sache vielleicht neu definieren: Es war ein Treffen der größten Schuldenmacher. Da passt die Ukraine ohne weiteres ins Bild.
16. Juni 2026
Beim Schreiben meines jüngsten Opus habe ich mich Jahr und Tag mit den Problem der Abgrenzung von Weltmacht, Realpolitik und Größenwahn herumgeschlagen. Heute Morgen fällt mir wie aus dem Nichts eine Definition für Weltmacht ein: Es ist die Fähigkeit, weltweit ungestraft Kriegsverbrechen begehen zu können. Die USA fallen ohne weiteres unter diese Definition. Die Frage wäre: auch Israel? Ich weiß schon, jetzt werden die üblichen Befürworter empört die Hände heben. – Jungs, beruhigt euch, ich probiere lediglich aus, ob meine Definition tragfähig ist. Ist sie nicht, denn die USA begehen keine Kriegsverbrechen, sondern sorgen mit Nachdruck dafür, dass die Menschenrechte beachtet werden, und Israel verteidigt lediglich mit geeigneten Bandagen sein Existenzrecht.
US-Israel (2): Ich verkneife es mir, auf den Bombast anlässlich des Achtzigsten im Weißen Haus einzugehen. Die Schlagzeilen überdecken etwas mühsam, dass der angeblich ausgehandelte Deal mit dem Iran, der am 19. unterzeichnet werden soll, von einer der Kriegsparteien, der in Tel Aviv, in Bausch und Bogen abgelehnt wird.
US-Israel (3): Die einschlägigen Erklärungen aus Tel Aviv lassen keinen Zweifel zu. Israel wird sich aus den neuerlich besetzten Gebiete in Gaza/Palästina, Syrien und dem Libanon nicht zurückziehen. Das Töten dort wird weitergehen. Offen ist lediglich, wann der Iran die nächste Raketensalve auf Israel abfeuert.
US-Israel (4): Mittlerweile sickern Satelliten-Bilder ins Internet durch, die Schäden aus dem Beschuss von Israel und den Golfstaaten in der vergangenen Woche zu dokumentieren scheinen. Ich bin skeptisch, ob das, was wir zu sehen meinen, mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Zu strikt ist die Nachrichtenzensur, als dass sich eine Inlandsquelle an die Sonne wagen würde. Hier zeigt sich ein spaßiger Effekt jeglicher Zensur: Die Leute fangen an, sich ihr eigenes Bild von der Wirklichkeit zu malen. Ich stelle bei mir selbst ähnliche Tendenzen fest.

US-Israel (5): Mittlerweile werden auch die treuesten Unterstützer Israels in den Medien bei uns zulande unsicher, und sie schweigen in der Mehrzahl beklommen. Vielleicht gibt ihnen ihr Leib- und Magen-Blatt New York Times mit seiner speziellen Eigentümerschaft zu denken, wo vor Tagen ausführlich dargelegt wurde, dass für die föderal organisierte US-Spionageabwehr die größte Bedrohung der amerikanischen Entscheidungsstrukturen aus… – na? falsch geraten – Israel herrührt. Das kann natürlich ein Schuss ins Blaue sein, um die Reihen wieder fest zu schließen. Auch muss die Zeitung auf die Leserschaft Rücksicht nehmen, die im Moment mit besorgniserregenden wirtschaftlichen Verlusten infolge des Krieges zu kämpfen hat. Aber ebenso ist es möglich, dass die grundsätzlich Trump-feindliche Zeitung hier das Spiel Trump-ist-eine-Marionette spielt. Da muss man auch ein Wort zum Spieler sagen. Ein amüsantes Dilemma.
15. Juni 2026
Das wäre, wenn es stimmt, zu schön, um wahr zu sein: Nach Posaunentönen aus dem Weißen Haus von heute Nacht soll es so sein, dass die Hauptkontrahenten USA und Iran den Krieg mit sofortiger Wirkung ad acta legen, damit, wie Trump es ausdrückt, ab sofort das Öl wieder fließen kann. Am kommenden Donnerstag, 19.6.2026, soll der Vertrag zwischen beiden Staaten formell unterzeichnet werden.
Kriegsende (2): Ich will nicht unnütz nörgeln, denn das Ende des Tötens ist die einzig vernünftige Lösung. Bleibt nur die Hoffnung, dass es auch wirklich geschieht. Die Zweifel rühren daher, dass Israel den Samstag noch nutzte, um mit dem Töten im Süd-Libanon und Beirut fortzufahren. Immerhin entfuhr es Trump, dass er dies für kontraproduktiv halte. Da Persien, wie man vom Vermittler aus Pakistan hört, darauf besteht, dass auch der Libanon in den Waffenstillstand einbezogen ist, und sich die USA angeblich darauf eingelassen haben, sieht man in aller Deutlichkeit die Sollbruchstelle dieses neuerlichen Abkommens.
Kriegsende (3): Wir erinnern uns an den April, als dieselbe Konstellation vorlag, und die Amerikaner, als die Israelis einfach weiter bombten, sich so vernehmen ließen, vom Libanon sei nie die Rede gewesen. Das war eine faustdicke Lüge, wie die Vermittler aus Pakistan offenlegten. Danach ging das Gemetzel bis zu diesem Wochenende weiter, wenn auch auf abgesenktem Niveau. Und vor allem: die Straße von Hormus blieb unter persischer Kontrolle geschlossen. Die heutige Öffnung kann also, wenn es in Tel Aviv die Falken wieder jucken sollte, morgen erneut rückgängig gemacht werden.
Kriegsende (4): Es mag ja verrückt klingen, aber der Schlüssel zum Frieden in Nahost liegt in Tel Aviv. Es bleibt eine never-ending Story, da sich an der Grundkonstellation des Konflikts nichts geändert hat, in dem beide Seiten auf einer 100 Prozent-Lösung bestehen.
Und zum Schluss noch was Unernstes: Am Samstag fand in München – einst die Hauptstadt der Bewegung – eine Demo mit bemerkbar vielen Leuten unter dem Motto Merz muss weg statt. Ich dachte, dergleichen sei ein Privileg jener Landsleute, bei denen Unseredemokratie immer noch nicht angekommen ist.
14. Juni 2026
Die Direktorin für die Koordination der Geheimdienstarbeit der USA (Director of National Intelligence – DNI), die zum Monatsende ausscheidet, hat mit dem Bericht 10/26 vorgestern ihre Abschiedsvorstellung gegeben. Was Tulsi Gabbard da vorgelegt hat, ist ein Paukenschlag: „Bislang wurden dem amerikanischen Volk Beweise für die Existenz und Finanzierung dieser [Bio-] Labore bewusst vorenthalten. Die Informationen über die Existenz, die Geschichte, die Standorte und die Finanzierung dieser von den USA finanzierten Biolabore wurden von mächtigen Personen absichtlich verschleiert, indem sie fälschlicherweise behaupteten, diese existierten nicht, und alle, die etwas anderes sagten, beschuldigten, ausländische Agenten und Verräter Amerikas zu sein. Viele dieser von der US-Regierung finanzierten Biolabore betreiben derzeit oder haben in der Vergangenheit Forschung mit gefährlichen und hochansteckenden Krankheitserregern betrieben, in einigen Fällen einschließlich gefährlicher „Gain-of-Function“-Forschung, und das bei äußerst geringer Transparenz und Kontrolle.“ Auf die Täterschaft von Antony Fauci & Konsorten wird ausdrücklich hingewiesen, auch darauf dass ein Teil dieser kriminell betriebenen Labore nach wie vor in der Ukraine liegt.
Der Kolonialherr (2): Gestern trudelte dessen Mai/Juni-Heft der Foreign Affairs bei mir ein. Ich fasse mal grob zusammen, was beim ersten Überfliegen hängen geblieben ist: a) Krieg in Nahost bereits nach ein paar Tagen militärisch gewonnen, nur leider ist das Hormus-Straßen-Problem noch nicht ganz gelöst. Muss es aber in naher Zukunft. b) Israel auf bestem Wege, den Nahen Osten neu zu gestalten. c) Der Diktatur in Nord-Korea muss mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. – Wirklich kurios, und kurios genug: fast alle Autoren waren mal in der Obama-Regierungszeit dort auf außenpolitisch bedeutsamen Funktionen. Mein Eindruck: die sehen zuviel fern.
Der Kolonialherr (3) heute Nacht: Wenn die Perser am heutigen Sonntag nicht unterschreiben, wird weiter gebombt. Man tut gut daran, sich von diesem Nervenkrieg, der im Weißen Haus erzeugt wird, nicht überwältigen zu lassen. Betrachte mit Muße die mitgelieferten Pressebilder. Neben dem Don die beiden üblichen Verdächtigen als Staffage: der Kriegsminister und der Außen-Italo-Hispano. Beide glotzen mit leeren Augen geradeaus. Nirgendwo zu sehen: der Vize Vance.
Ostfront: Ursel von der EU bietet der Ukraine und Moldawien Sonderkonditionen für den Beitritt an. Was genau das bedeuten soll, wird nicht berichtet. Nur dass beim kleinen Mann aus Kiew wieder das Geld alle ist. Jetzt fordert er weitere 20 Milliarden an, um Russland zerstören zu können. Hatte er nicht gerade erst 90 Milliarden erhalten? Wo zum Teufel ist das ganze Geld hin? Niemanden scheint das zu interessieren, und wie passt das mit der Meldung zusammen, dass die EZB die Zinsen erhöhen will?
Ostfront (2): Der neue Mann aus Ungarn widerspricht Fritz dem Kanzler auf offener Bühne in Berlin über die Notwendigkeit der Kriegführung gegen Russland. Ja, der tut Dinge, vor denen Kritiker bereits vor dessen Wahl gewarnt haben: Er verschärft den Kurs von Orbán.
13. Juni 2026
Das sind irritierende Meldungen aus Islamabad zu Stand und Fortgang der amerikanisch-persischen Gespräche über ein Ende des Krieges in Nahost. Nehmen wir mal an, dass es stimmt, was der pakistanische Moderator sagt, nämlich dass sich die Experten beider Seiten sehr nahe gekommen sind, so belehrt jedoch ein Blick auf die jeweiligen Führer, dass dies nichts bedeuten muss. Trump fährt weiter Zickzack, Teheran hüllt sich in Schweigen, und aus Tel Aviv ist das Übliche zu hören. Hieraus destilliere ich die Kernaussage von Kriegsminister Israel Katz: Man behalte sich vor, was immer dort vereinbart werde, den Iran anzugreifen, wenn dort am Atomprogramm weitergearbeitet werde, und man habe keineswegs die Absicht, aus den neuerlich besetzten Gebieten im Gazastreifen, in Syrien und im Libanon wieder abzuziehen.
Große Worte (2): Sieht das alles nach Friedenswillen aus? Die Frage stellen, heißt sie verneinen. Da sitzen welche auf turmhohen Rössern. Wir Deutsche füttern sie artig aufgrund von zwei Basisannahmen: Holocaust und Existenzrecht Israels. Das letztere beruht auf einer gewaltsamen Landnahme in den späten 1940er Jahren, deren Einzelheiten man am besten ausblendet, wobei uns in Deutschland seit Jahrzehnten der drohende Hinweis auf den Holocaust das Maul verbietet. Nun stellen wir erstaunt fest, dass das Nahost-Gewaltproblem außerhalb unserer Grenzen ganz anders gesehen wird.
Große Worte (3): Diesmal von Fritz dem Kanzler. Er hat verfügt, dass heutige Reformen viel schwieriger seien, als ein Land nach dem Krieg wieder aufzubauen. Falls er damit Deutschland meint, dessen Namen in seiner Erklärung nicht extra vorkommt – jedenfalls nicht, soweit ich in der Presse darüber lesen konnte –, darf angemerkt werden, dass er darüber aus eigenem Erleben nichts wissen kann. Das, was in unserm Land den Boom auslöste, war vor seiner Zeit, und ob seine Vorfahren im Hochsauerland hierzu Entscheidendes beisteuerten, müsste wohl noch extra beleuchtet werden. Ich bekenne freimütig, dass mir hierüber nichts bekannt ist. Bekannt ist mir hingegen, wie meine Eltern schuften mussten, um nach ihrer Vertreibung und Flucht wieder auf die Beine zu kommen. Dass sie Freude an diesem Tun empfunden haben könnten, kann nur ein Idiot behaupten.
12. Juni 2026
Heute Nacht war wieder mal so ein Moment, an dem ich dachte, der Nahostkrieg laufe jetzt endgültig aus dem Ruder, nachdem der Don gestern Abend angekündigt hatte, es folge jetzt das schwerste Bombardement des Iran seit Kriegsbeginn. Um zwei Uhr (MEZ) blies er das ab und sprach von verheißungsvollen Verhandlungen fürs Wochenende.
Nahost (2): Wie oft will der US-Präsident diese Nummer noch durchziehen? Fakt ist – wie man hier im ehemaligen Osten sagte –, dass seine Zeit abgelaufen ist. Jedenfalls was einen Sieg des großen und guten Amerika anbelangt. Der Einbruch der Welt-Öl-Produktion wird die schwerste Wirtschaftskrise seit 1929 auslösen. Jeder, der noch alle Tassen im Schrank hat, weiß es: dieser Krieg muss beendet werden. Sofort.
Nahost (3): Man könnte lachen, weil es an Absurdität kaum zu überbieten ist: Der Schlagabtausch in dieser Woche wurde angeblich durch den Abschuss eines Apache-Kampfhubschraubers in der Straße von Hormus ausgelöst. Die Rettung der Besatzung durch eine unbemannte Wasserdrohne dominierte die West-Presse. Unerörtert blieb meistens, was der Hubschrauber dort zu suchen hatte.
Nahost (4): Der persische Außenminister fasste die Ereignisse rund um den Hubschrauber-Abschuss in wenigen Worten zusammen: Fremde Streitkräfte in der Nähe unseres Landes unterliegen einem andauernden Risiko. Die beste Lösung, dieses Risiko zu verringern, ist, dass sie verschwinden.

Nahost (5): Jetzt folgten zwei voneinander unabhängige Handlungsstränge: a) Das US-Bombardement der persischen Küstenbefestigungen mit unbekanntem Ergebnis, auf das im Stundentakt persische Raketen- und Drohnen-Angriffe auf US-Stützpunkte im Golf und Jordanien folgten, auch diese mit umstrittenen Ergebnissen. b) Im Nachrichtenschatten davon neuerliche israelische Luftangriffe im Südlibanon, die, wie mehrfach angekündigt, eine massive persische und jemenitische Raketensalve Richtung Israel auslösten. Über die Ergebnisse dieses Luftschlages wird striktes Schweigen gebreitet. Arabische Kanäle mutmaßen, dass die beiden wichtigsten Basen der israelischen Luftwaffe getroffen worden seien.
Nahost (6): Trotz Ankündigung aus Tel Aviv unterblieb ein israelischer Luftschlag gegen den Iran. Die Auguren murmeln, dass dies an einer Intervention des Don liege. Wir wissen zumindest aus seinem Mund, dass er auf wenig schmeichelhafte Art am Telefon mit dem Führer Israels sprach. Die amerikanische Reporterin, die den Präsidenten mit wiederholten Fragen belästigte, warum er sich von Netanyahu am Nasenring durch die Arena schleifen lasse, beglückte er mit der Antwort, dass ihm niemand was zu sagen habe, auch Netanyahu nicht, und dieser froh sein müsse, dass er, der Don, ihn vor dem Gefängnis (jail) bewahrt habe. Na sowas, das hatten bislang nur Verschwörungs-Spezialisten vertreten.
11. Juni 2026
Nein, ich werde nicht plötzlich zum Lokalpatrioten. Fürs Örtliche interessiere ich mich erst, wenn ich die Bemühungen der Obrigkeit, den Verkehr zu behindern, ausbaden muss und verzweifelten Touristen dabei zusehe, wie sie von ihren Handys verlangen, durch die ganz sinnlos angeordneten Umleitungen geschleust zu werden. Bei soviel mit einem schiefen Grinsen ertragenen Ortsinteresse entgeht es mir leicht, dass wir an der Spitze des Zwergstaates über einen Denker von Format verfügen, den die boshaften Mit-Ignoranten als Doktor mett. zu bezeichnen belieben. Dabei sagt der Sachen, bei denen man ins Grübeln gerät, zumindest berichten überörtliche Postillen wie Apollo News darüber: „Buchenwald liegt nicht zufällig bei Weimar. Diese Nähe verweist auf eine Spannung, die sich nicht auflösen lässt. Hier die Stadt der Kultur, des Humanismus, der deutschen Klassik, dort ein Ort der Barbarei, der systematischen Entmenschlichung. Diese Konstellation ist kein Widerspruch. Sie ist eine Warnung, denn sie zeigt, dass Bildung und Kunst, ja sogar moralische Selbstvergewisserung, nicht immun machen gegen das Böse.“
Doktor (2): „Auf dem Ettersberg wie an all den anderen Orten, überall wurde die Menschlichkeit nicht nur verletzt, sondern methodisch, bürokratisch, industriell verleugnet. Es waren keine Orte, an denen man zufällig die Augen verschloss. Das Wegsehen war die einfachste Form der Verleugnung der Menschlichkeit. Und diese Unmenschlichkeit ist es, die uns bis heute fassungslos macht.“
Doktor (3): „Ich trete nicht nur in das Amt eines Vorgängers, sondern in das Vermächtnis eines Anspruchs.“ … „Doch was ihn prägte, waren nicht nur die Trümmer der Städte. Es waren die Trümmer der Ordnung: ein Vaterland ohne Verlässlichkeit, ein politisches System ohne den Wert der Menschlichkeit.“ … „Wo Politik sich überhöht, verliert sie ihre Menschlichkeit. Wo sie Vollkommenheit behauptet, zerstört sie die Freiheit. Für Bernhard Vogel hieß Verantwortung: die Grenze des Machbaren zu achten – und darin das Eigentliche zu erkennen.“
Doktor (4): Es gibt Leute, die behaupten, der Doktor Voigt habe seine Kuriosa von der KI formulieren lassen. Kann ich mir nicht so recht vorstellen. Selbst wenn, so würde das zeigen, dass er das, was er ausspricht, intellektuell nicht überblickt. Man stelle sich vor, das Wort Intellekt hieße Interlekt (= zwischen dem Gelesenen), dann gebe das mit Blick auf den Thüringer Denker und sein Gerede einen heiteren Sinn.
10. Juni 2026
Nein, so geht es jedenfalls nicht. Während gestern Früh der Don mit dem üblichen Bombast ankündigt, dass in Nahost ein Big Deal unmittelbar vor dem Abschluss steht, muss er Stunden später ansagen, dass das große und gute Amerika nicht dulden könne, wenn fast zeitgleich ein Apache-Hubschrauber in der Straße von Hormus vom Himmel geholt werde. Was der da zu suchen hatte, sagt er nicht extra, aber ich weiß es: Er sollte die völkerrechtswidrige Sperrung des persisch-omanischen Seeweges beenden helfen. Dabei kam er zu Schaden. Innerhalb von Stunden übten die US-Streitkräfte Rache und bombardierten eine Insel und einen persischen Hafen in den Straits, was den persischen Außenminister noch heute Nacht veranlasste, hierfür eine Rache anzukündigen. Man sieht, das schaukelt sich jetzt wieder hoch.
Hochschaukeln (2): Da wagten sich doch gestern Bürger dieses Landes mit der gewagten Parole Merz muss weg auf die Straßen mitten in Berlin. Befürworter und Vertuscher streiten noch, wieviele Hanseln das gewesen seien. Die Zahlen schwanken zwischen einem Menschenhäuflein und einer fünfstelligen Massen-Zusammenkunft. Aus Erfahrung gewitzigt, zieht der Kopf mit Hilfe seiner verblassenden Erinnerungen Parallelen zu den Ereignissen von 1989, als das Volk damit begann, die Straße zu erobern. Es waren Arroganz und Trotz, die sich da begegneten. Leute, wie ich einer war, sagten: Das wird nichts werden. Ich irrte mich. Und wie.
Hochschaukeln (3) Man wird mir nachsehen, wenn ich mich vergnüge, was ich stattdessen über Nacht bei Zeller las. Auch das weckt Erinnerungen, gegen die ich mich nicht wehren kann.

Vormittags um elf: Das ging schneller, als von mir erwartet. Der Iran übt Vergeltung für das, was Washington Selbstverteidigung der US-Streitkräfte in der Umgebung der Straße von Hormus nennt. Wie angekündigt trifft es US-Unterstützerstaaten. Die persischen Ziele liegen in Bahrain, Kuwait und Jordanien. Das letztgenannte nach meinem Eindruck zum ersten Mal.
9. Juni 2026
Ob man einen Schriftsteller schätzt, ist häufig einem Zufall geschuldet, nämlich ob einen ein Text, den man – was nicht sein muss – bewusst mit seinem Namen verbindet, denn normalerweise ist es so, dass mich die Information interessiert, womöglich sogar fesselt. Die verbreitete Information ist das, was im Gedächtnis haften bleibt, nicht jedoch der Autorenname, falls ich den überhaupt zur Kenntnis nahm. Nun ja, nur eben manchmal, da ist das anders. So ein glückliches Zusammentreffen geschah nach der geradezu atemlosen Lektüre des Romans Niemandszeit, den ich geschenkt bekam. Die Lektüre fand an jenen Tagen statt, als ich in Kamenz mit der Leiterin des dortigen Lessing-Museums ein wundersam abschweifendes Gespräch über das skandalöse Abräumen von Jörg Bernig als dem gerade frisch gekürten Kulturamtsleiter von Radebeul (an der Elbe gelegen) führte. So wurden bei mir der Name des Romanautors und der Roman selbst in meinem Aufmerksamkeits-Kosmos zusammengeführt.
Bernig (2): Ob man einen Autor schätzt, ist nicht nur vom gerade geschilderten Zufall abhängig, sondern auch davon, ob der Text, der hierfür verantwortlich ist, diesen Toller-Text-Effekt ausgelöst hat. Danach will man dann mehr von dem Autor lesen.
Bernig (3): Vor Wochenfrist frage ich die Buchhändlerin in Loschwitz, ob sie noch was von Bernig hat, was ich noch nicht gelesen habe. Hat sie. Es ist die Erzählung Die ersten Tage, deren 352. handnummeriertes Exemplar (von 500) den Besitzer wechselt. Heute, sehr früh, im noch diffusen Licht eines verhangenen Juni-Morgens habe ich das Buch gelesen. Als ich schließlich nach 50 Seiten hochblicke, hat sich die Sonne durchgekämpft. Ich brauche ein Weilchen, um wieder in der Wirklichkeit anzukommen, mache das Leselicht aus und gehe in die Küche, um den ersten Tee des Tages zu kochen. – Jetzt beim Niederschreiben dieser Notiz, unterbreche ich mich mehrfach, da mir das Gelesene durch den Kopf geht. Es ist die Sicht auf die Dinge, und wie sie sich mit der vorherrschenden Beleuchtung verändern.
8. Juni 2026
Letzte Nacht hat der Iran Raketen auf Israel abgeschossen, die auch angekommen sind. Von dort hören wir die üblichen Reaktionen: Alle anfliegenden Raketen wurden abgeschossen. Gleich anschließend wurden israelische Raketen auf Teheran abgeschossen, die ebenfalls angekommen sind. Über die angerichteten Schäden ist noch nichts bekannt.
Wieder einmal versuche ich, einen Schritt zurück zu machen. Bereits letzte Woche kündigte der Iran an, sich für die israelische Bombardierung von Beirut zu rächen. Dieser Bombardierung war die israelische Ankündigung vorausgegangen, der Krieg gegen den Libanon werde weitergeführt, solange es die Hamas gebe, die bekanntlich von Persien unterstützt werde. Die Lage dort ist völlig verfahren. Immer gibt es irgendwen, der sich berechtigt glaubt, auf irgendwas reagieren zu müssen.
Noch einen Schritt zurück: Bis gestern war ich der Meinung, die USA könnten, was ihr Mündel in Tel Aviv anbelangt, den Teufelskreis durchbrechen, aber es aus mancherlei Gründen nicht zu wollen. Seit heute Nacht bin ich mir nicht mehr so sicher, nachdem das Weiße Haus sich mit seiner Forderung an Netanyahu nicht durchsetzen konnte, neuerliche Gewalt zu unterlassen. Die dortige Führung zeigt, dass sie sich sicher ist, das Votum von Trump gefahrlos ignorieren zu können. Der Kreis der amerikanischen Entscheider wächst, die das nicht hinzunehmen bereit sind. In diesem Sinne verstehe ich das mehrheitliche Votum aus dem Repräsentantenhaus in der vergangenen Woche, den Präsidenten zum Rückzug aus dem Iran-Krieg zu zwingen. – Egal, was die Trump-hörigen Medien dazu verbreiten, Trumps Kriegsführung ist spätestens jetzt nach amerikanischem Recht illegal.
Geschichtsunterricht: Bis gestern nahm ich an, dass bald nach dem Zweiten Weltkrieg die Neugründung CDU das größte der möglichen Sammelbecken für ehemalige NSDAP-Mitglieder in Westdeutschland gewesen ist (In der SBZ waren es NDPD und SED). Nun weiß ich durch Fritz den Kanzler, dass es die AfD ist, die der NSDAP unmittelbar nachfolgte. Das ist eine originelle Idee, und ich nehme an, dass sie von einem Prädikats-Juristen aus dem BMI stammt, der mal in die alten Gesetze kuckte. Da hat der wackere Mann festgestellt, dass man in Berlin für das Verbot von NSDAP-Nachfolgeorganisationen das Bundesverfassungsgericht nicht benötigt.
7. Juni 2026
Nach einwöchiger Abstinenz vom Bedudelt-werden durch den Nachrichtenmüll fege ich am Sonntagmorgen ein paar Staubflocken zusammen. Das Häuflein ist kaum beeindruckend zu nennen: a) Geschrei aus Kiew über Russlands angebliche Niederlage, b) gutbesuchtes Wirtschaftsforum in St. Petersburg, auf dem Putin moderate Töne anschlägt, während eine Drohne kurz zuvor daselbst in einen Öl-Terminal einschlägt, so dass eine schwarze Wolke am Sommer-Himmel unübersehbar aufsteigt, c) iranische Drohnen, die den Flughafen von Kuweit ruinieren, d) israelische Luftangriffe auf den Süd-Libanon, e) Mitteilung iranischer hoher Offizieller via Pakistan, man werde auf eigenem Territorium die Bombe zünden, f) Pressegeschwätz über den angeblichen Verfall der CDU, g) wüste Justiz-Attacken gegen Kritiker von Fritz dem Kanzler. – Zu jedem dieser Themen lässt sich ein Roman schreiben, aber man muss nicht, und ich schon gar nicht.
Schreiben (2): In derselben Woche lösche ich in einem Gewaltakt 200 von 500 Manuskript-Druckseiten von Mein Abendland in der Erkenntnis, dass das, was ich zum Ausdruck bringen will, zwischen zwei verkaufbare Buchdeckel passen sollte. Am vergangenen Sonntag begann ich diesen Ritt ins Dickicht der eigenen Gedankenwelt, gestern schloss ich ihn ab. Zurück bleibt ein Gefühl von Erschöpfung.
30. Mai 2026
Es ist ermüdend, den Nachrichten über den Nahostkrieg, die aus dem Weißen Haus quellen, noch Beachtung zu schenken, solange es keine Pendants aus Teheran gibt. Also haken wir missmutig ab, dass das Gerede über den unmittelbar bevorstehenden Deal nur das ist, was es ist: Gerede.
Gerede (2): Gestern kaufte ich aus Neugierde in einer Kaufhalle in Mechelroda (an der A 4), die ich wg. der dortigen erstaunlichen Metzgerei angesteuert hatte, erstmals eine papierene Ostdeutsche Allgemeine. Ein erstes Überfliegen im Freien weckt Neugierde. Ein doppelseitiger Artikel über das Marine-Kommando in Rostock referiert ausgiebig den offiziellen Standpunkt, dass es sich hierbei um eine deutsche, wiewohl multinationale Einrichtung und keineswegs eine solche der Nato handele. Es wird der wissenschaftliche Dienst des Bundestages zum Zeugen aufgerufen, dass ein Verstoß gegen den Zwei-plus-Vier-Vertrag nicht vorliege, der Nato-Einrichtungen in der Ex-DDR verbietet. Ich will nur am Rande bemerken, dass die Russen dies anders sehen. Ich frage mich, warum zum Henker begibt man sich in diese unhaltbare Position. Sie ist unnütz, wo nicht schädlich oder sogar gefährlich.
Gerede (3): Nach Drohneneinschlag in Rumänien zeigt der Wertewesten mit dem Finger auf den bitterbösen Putin, der allerdings dementiert. Fritz der Kanzler nutzt die Gelegenheit, um dem Russen zu drohen. Fragt sich wozu und womit. In der wenig erbaulichnen Beurteilung des Kanzlers ist neben Pinochio das Kürzel FRTZ sehr beliebt, letztes mit Zusätzen, die ich mir aus Gründen des guten Geschmacks schenke. Lackaffe jedenfalls, sagt das Amtsgreicht Heilbronn, darf man ihn nur gegen 100 € nennen. Ich wäre auf die Idee nicht gekommen, dies zu tun, weder das eine noch das andere.
Schilda, wie es leibt und lebt, allerdings kenne ich die Vorgeschichte nicht:

29. Mai 2026
Die Lage in Nahost bleibt verworren. Aus den USA kommen gestern Nacht binnen weniger Stunden Behauptungen, die nicht zusammenpassen: a) erfolgreiche Abwehr iranischer Drohnen in Kuweit, b) unmittelbar bevorstehende Verlängerung des Waffenstillstands um 60 Tage, c) Aufrechterhaltung der Iran-Blockade, d) Weltweit neue Sanktionen gegen persischen Ölverkauf, einschließlich der Sanktionierung der neuen persischen Zollbehörde für die Straße von Homus.
Nahost (2): Nur in Israels Libanon-Krieg bleibt alles beim Alten. Gestern wieder Luftangriffe mit zahlreichen Toten und Verletzten. Siegesmeldugen über weitere getötete Hamas-Führer.
Es ist schon fast rührend, wie Mainstream versucht, eine Kanzler-Krise herbeizureden. Nur Fritz weiß von nichts und kündigt bei einem Heimspiel in Arnsberg neue wunderbare Reformen an. Niemand glaubt das.
Das OVG des Saarlandes verfügt, dass in Saarbrücken, wo man die AfD praktischerweise von der Wahl ausgeschlossen hatte, erneut gewählt werden muss. Nicht, dass sowas Rückschrittliches Schule macht.
28. Mai 2026
Ich bin offenbar nicht der Einzige, der den Stillstand bemerkt. Einige sprechen vom vorweggenommenen Sommerloch. Es arbeiten sich die Gazetten am Nichts ab: Viren, auf die niemand anspringen will, aus dem Off auftauchende Hitzerekorde, Veröffentlichung von UFO-Akten aus dem Pentagon, viertrangige Parteiquerelen, die zu Ereignissen aufgebauscht werden. Angeblich sollen die Heroen hinter der Hand über den Sturz von Fritz dem Kanzler lamenieren.Da glaube ich kein Wort von.
Nichts (2): Auch an den Kriegsfronten ist es verdächtig still. Die zu erwartende Reaktion des Iran auf die Bombardierung der seiner Südküste vor zwei, drei Tagen lässt auf sich warten, ebenso die praktische Reaktion der Russen auf die gezielte Tötung von Schülern in der Provinz Lugansk durch ukrainische Drohnen. Nehme an, dass man dort die Drohnen-Trümmer genau untersucht, um festzustellen, wer sie hergestellt hat.
Nichts (3): Der Don kann seit zwei Tagen kein Unheil anstiften, weil er sich im Armeekrankenhaus zum periodischen Gesundheits-Check befindet. Hätte ich was zu sagen, würde ich ihm eine Krankschreibung raten, so dass er wieder Zeit fürs Golfspielen hat. Ich weiß schon, das wäre zu schön, um wahr zu sein.
26. Mai 2026
Zum Schutz ihrer Streitkräfte haben die US-Boys gestern Raketen- und Bombenangriffe gegen die persische Marine und die erkannten Raketen-Abschussrampen in Südpersien durchgeführt. Man muss das mit Genuss lesen, denn es entspricht haargenau der Erklärung von Centcom von heute Nacht. – Ich übersetze mal ins Klardeutsche: Wir brechen die Waffenruhe, wann immer es uns passt.
Lügen (2): Zeitgleich hat der Don mitgeteilt, dass ein Abkommen mit dem Iran – man sei übrigens auf gutem Wege – nur infrage komme, wenn auch Staaten wie Pakistan, Saudi Arabien und die Türkei eingeschlossen seien. Von Israel sprach er in diesem Zusammenhang nicht. Diesmal äußerten sich persische Offizielle der zweite Reihe ziemlich prompt: Es gäbe Punkte, bei denen man sich einig sei, aber im Wesentlichen sei das nicht der Fall. Ich tippe mal auf den Abzug der Amerikaner aus der Region. In DC tut man so, als sei das nicht gesagt worden.
Lügen (3): Die Tichy-Front zeigt heute Morgen Verständnis für den Hegemon, den sie selbstredend nicht so nennt. Getreu, bis in den Tod. Jungs, das hatten wir schon mal. Mit nicht so ganz gutem Ausgang.
Lügen (4): Es gibt eine breite Fronde von Leuten, die Fritz den Kanzler für einen Lügner halten. Doch bei seiner Russland-Aggressivität spalten sich die Reihen. Vielleicht liegt das daran, dass er hier nicht lügt, wenn er darauf hinwirkt, Deutschland in aller Kürze in den Krieg mit Russland zu führen. Wo zum Henker kommen bloß all diese Kriegsfreunde plötzlich her? Vielleicht wäre eine ehrliche Antwort diese hier: Meine Generation war die letzte, die mit den Kriegsfolgen hautnah konfrontiert wurde: Zerbombte Stadtviertel und überall Kriegskrüppel gehörten zum Alltag der Kinder, so wie ich eines war. Bereits für die Generation danach, die jetzt an der Macht ist, fällt dieses Erleben weg. Sie verbindet Krieg nicht untrennbar mit den Kriegsfolgen.
25. Mai 2026
In der Nacht auf gestern fand wie angekündigt eine russische Reaktion auf die ukrainischen Dohnenangriffe der Vorwoche statt, deren letzter ein Studentenheim in der Provinz Lugansk zerstörte, wobei etliche Bewohner den Tod fanden. Erwartungsgemäß griffen die Russen nun Kiew an. Es muss sich um einen Luftangriff mit Hunderten von Raketen und Drohnen gehandelt haben. Über deren Wirkung sind nach wie vor keine verlässlichen Angaben zu erhalten.
Luftangriff (2): Der Westpresse entnehme ich, dass das ARD-Studio in Kiew zerstört und das der Deutschen Welle beschädigt wurde. Damit hat die deutsche Presse wenigstens ein Thema, was zu stundenlangen Experten-Einschätzungen geeignet ist. Verletzt wurde niemand, denn deutsche Reporter pflegen nachts zu schlafen.
Luftangriff (3): Fritz der Kanzler spricht von einer (hier beliebiges Adjektiv einsetzen) Eskalation. Wenn ich mich nicht täusche, ist das doch das, was er erreichen wollte. Oder irre ich mich? Falls er in den Wochen zuvor der Meinung gewesen sein sollte, man könne die Angriffe nach Russland hinein mit Hilfe deutscher Waffen gefahrlos steigern, ohne eine russische Antwort zu erhalten, dann hat er sich wohl geirrt. Der erneute Einsatz von Oreschnik-Hyperschall-Raketen – es ist der bisher dritte insgesamt – ist vermutlich eine allerletzte Warnung an die europäischen Hauptstädte.
In Nahost gehen Blockade und Gegenblockade weiter. Die US-Kommadobehörde Centcom berichtet über die Zahl bisher gekaperter Schiffe mit vedächtiger Fracht. Die Angaben schwanken allerdings, offenbar je nach Tagesform des Don. Vor drei, vier Tagen waren es exakt 17 Schiffe, gestern sind es genau 100. Die Perser melden derweil, wieviele Schiffe mit ihrer Genehmigung die Straße von Hormus passieren. Sie sprechen von über 200 pro Tag. – Da harmoniert irgendwo irgenwas nicht.
Nahost (2) und anderswo: Auf die Meldungen aus dem Weißen Haus über den Stand der Verhandlungen mit Persien gebe ich seit Wochen nichts mehr. Sie lassen keinen Plan erkennen, was vermutlich daran liegt, dass es keinen gibt. Derweil rüsten die US-Boys verbal gegen Havanna auf, was bekanntlich nicht in Nahost liegt.
24. Mai 2026
Niemand hatte mich gezwungen, am gestrigen Pfingstsamstag das Auto zu benutzen und nach Süden aus Schilda rauszufahren. War die pure Freundlichkeit, zu der ich mich hatte breitschlagen lassen. Ich zahlte mit einem PKW-Stau an der Autobahnauffahrt, wo hiesige Sonntagsfahrer versuchten, mit einer abgeschalteten Ampel zurecht zu kommen. Merke: Hier gilt nicht Vernunft, sondern das Erzwingen vermeintlicher Vorfahrtsregeln. Es ist doch merkwürdig, dass unter der Woche, noch zudem mit regem LKW-Aufkommen, derartiges Chaos nicht entsteht.
Stau (2): Mir geht durch den Kopf, dass dies dieselben Deutschen sind, die den Abend vor der Glotze verbringen, um von Experten darüber belehrt zu werden, was jetzt mit dem Kadaver eines Buckelwals vor Dänemarks Küsten geschieht (Endgame), der wochenlang als Wal Timmy die Deutschen im Fernsehsessel zu Tränen rührte. Wildhüter sprechen von Ablenkfütterung.
Stau (3): Auf der A 4 zwischen Schilda und Dresden verbringe ich Stunden. In der Zeit höre ich gewohnheitswidrig einen sog. Potcast, den mir meine Mitfahrerin dank Smartphone in die Stille des Innenraums überträgt. Es unterhalten sich ein Interviewer namens Ben Bernd, von dem ich zuvor nie gehört habe, und der AfD-Vormann Björn Höcke. Das ganze dauert 4 Stunden.
Stau (4): Nach einem längeren Einstieg über Herkunft, Werdegang und Wechsel in die Politk, geht es ums Eingemachte. Was, wenn der Politiker H. an die Macht kommt? Der Interviewte ringt sichtlich um Worte. Das ist insofern sympathisch, weil man Zeit hat, die Gedanken nachzuvollziehen, anstatt mit aalglatten Floskeln abgefüttert zu werden. So kommt heraus: Er will die Massenzuwanderung sofort stoppen und die Illegalen im Rahmen des geltenden Rechts wieder loswerden.
Stau (5): Bemerkenswert ist, welches Geschichtsverständnis diesem Handlungsdrang zugrunde liegt. Ich erkenne Gedanken wieder, wie auch ich sie vor Jahen schon in Unterwegs zur Weltherrschaft formuliert habe. Nun fehlt mir die Eitelkeit, mich für den Inspirator zu halten. Aber irgendwie erleichtert bin ich schon, wenn ich auf Leute treffe, die in ähnlichen Bahnen denken, wenn es um die aufgepfropfte deutsche Schuld geht. Die Erklärung hierfür ist fast zu simpel: Höcke stammt aus einer Vertriebenenfamilie. Da erkennt man dann auch manches andere wieder.
Stau (6): Mainsteam ist empört. Es geht wie so oft: Ohne dieses Geifern hätte ich im Leben nichts von diesem Gespräch gehört. Millionen anderer geht es ebenso.
23. Mai 2026
Mit dem Antisemitismusvorwurf ist unsere Gaga-Gesellschaft schnell bei der Hand. Er gilt als die letzte Allzweckwaffe, um Andersdenkende mundtot zu machen. Mir ist klar, dass es Leute gibt, die eine solche Feststellung, wie sie soeben von mir getroffen wurde, als Antisemitismus brandmarken werden.
Antisemitismus (2): Ich frage mich, ob es den einschlägigen Vorwurf auslösen wird, wenn ich hier mitteile, dass ich zur Zeit den Talmud lese und zwar nur so, ohne mich zum Inhalt des Gelesenen zu äußern. Ich weiß auch nicht, ob es bereits Empörung auslöst, wenn ich hier mitteile, dass ich mir die deutsche Übersetzung des Buches vor zwei Wochen gekauft habe. Ein Stapel davon lag zu meiner Verblüffung in der Intelligenzabteilung des Kaufhauses Globus bei Jena. Ich sah geradezu reflexhaft ins Impressum des Buches. Es handelt sich um ein Bertelsmann-Imprint. Soso. Ist das ein Gütesiegel von Mainstream?
Antisemitismus (3): Der Don gab gestern ein Interview, in welchem er zu Besten gab, dass 99 % der Leute Israels für ihn seien. Bei solchen Zustimmungswerten könne er ohne weiteres Ministerpräsident von Israel werden. Man stutzt, wenn man solch einen Blödsinn hört und denkt für den Moment: Wenn er’s doch täte. Ich gebe zu, dass mich diese Gedanken anflogen.
In Helsingborg tagen die Nato-Außenminister, um den Krieg auf den beiden Schauplätzen zu koordinieren. Marco aus DC äußerte vor laufender Kamera die Meinung, er habe keinen Plan, um die Straße von Hormus zu öffnen. Was er hinter verschlossenen Türen sagte, wurde naturgemäß nicht mitgeteilt. Ich denke mal, die anderen Kriegshelden werden ihn gefragt haben, ob es stimmt, dass die Golfstaaten, allen voran Saudi Arabien, den Don gedrängt haben, lieber heute als morgen Frieden mit Persien zu machen, nachdem mehrere leitende Funktionäre und vorgestern auch der neue Ajatollah angedroht haben, im Falle der Wiederaufnahme des Krieges durch die USA die anderen Staaten am Golf in das Stadium der Kameltreiber zurückzuversetzen. Das ist ernst zu nehmen, und es ist den davon Betroffenen offensichtlich unangenehm.

21. Mai 2026
Wie weit wollen es die Kriegstreiber innerhalb der EU noch treiben? Die Abstürze von ukrainischen Drohnen über den baltischen Staaten geben Anlass zum Nachdenken. Die russische Seite hat auf mehreren Ebenen massiv gedroht, man werde die in diesen Staaten vorhandenen Standorte der aktiven Ukraine-Unterstützung, die man genau lokalisiert habe, ausschalten und zwar ganz unabhängig davor, ob es sich hier um das Territorium von Nato-Mitgliedern handele.
Balten (2): Das Leugnen der aktiven Kriegsteilnahme ließ keine 12 Studen auf sich warten. Bleibt die Frage, was denn die ukrainischen Drohnen in diese Staaten gelenkt haben mag und wo sie herkamen. Ich gehe davon aus, dass die Russen jetzt ernst machen und einen Probeschuss abgeben. Falls es stimmt, was deren Auslandsdienst SWR hierzu mitgeteilt hat, nämlich dass man die Standorte der in den baltischen Staaten befindlichen ukrainischen Drohnen-Truppen genau kenne, wird der erste Schuss genau dorthin gehen.
Balten (3): Ich gehe zudem davon aus, dass es dann auf die USA ankommt, ob der Bündnisfall ausgerufen wird. Angesichts des permanenten Irreseins im Weißen Haus, lässt sich nicht vorhersagen, ob die Amerikaner sich – so wie angekündigt – aus Europa zurückziehen, also nichts machen, oder ob Trump die Gelegenheit zu einem neuen großen Publicity-Ablenkungsschlag nutzen wird.
20. Mai 2026
Heute finden die chinesisch-russischen Konsultationen auf der Ebene der beiden Führer statt. Schon der gestrige Auftakt mit einer Militärparade beider Streitkräfte hätte kaum üppiger ausfallen können, um den Unterschied zum Staatsbesuch von Trump in Peking vor 10 Tagen zu dokumentieren. Die Westpresse höhnt, dass Putin als Bittsteller gekommen sei, um von den Chinesen über jenes Ereignis instruiert zu werden. – Jungs, das ist Wunschdenken. Hier versuchen Zweie die Machtlinien der Welt neu zu ordnen. Die Militärparade signalisiert: Wie sind mächtig genug, dies zu tun.
Neuordnung (2): Einer der Schwerpunkte – so stelle ich mir vor – wird der Nahe Osten sein. China wird Pakistan sowie Saudi Arabien und Russland die Türkei in die Waagschale werfen. Beide werden erörtern, wie weit sie noch zulassen werden, dass USA-Israel via Persien den Welthandel ruinieren. Sie werden miteinander abstimmen, wer und wie man die schlechten Nachrichten den Amerikanern überbringt.
Neuordnung (3): Laut amerikanischer Presse hat gestern ein US-Kampffluzeug im estnischen Luftraum eine ukrainische Drohne abgeschossen. Kann mir mal wer erklären, warum die da rumflog? Die Presse behauptet, sie kam aus Russland. Müsste es nicht etwas genauer heißen: sie sollte nach Russland? Falls aber nun doch aus Russland, dann spricht einges dafür, dass die Russen sie ablenkten. Das sollte zu denken geben, falls das eine neue Fährigkeit der Drohnenabwehr dokumentiert.
Neuordnung (4): Vor drei, vier Tagen wurde – die Meldungen hierzu sind uneinheitlich – ein Atomkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Drohnen angegriffen. Welche Schäden angerichtet wurden, ist unklar. Die Medien sprechen von einem persischen Angriff. Das kann kaum sein, wenn denn die Perser ihren Kurs der gezielten Reaktionen beibehalten. Ich tippe daher auf einen Angriff unter falscher Flagge. Auf der wirklichen Flagge dürfte sich ein sechszackiger Stern befinden, denn Israels Offizielle lassen keinen Zweifel aufkommen, dass sie den Nahostkrieg wieder anheizen wollen.
19. Mai 2026
Wir leben in einer Welt, von der wir verunsichert werden. Das ist nichts Neues oder gar Originelles, sondern das war schon immer so, seit unsere Art sich durch Selbstbenennung den Zusatz Sapiens gab. Seltsamer Weise besitzen wir die Fähigkeit, den Grund für die Verunsicherung zu entdecken und auf Abhilfe zu sinnen. Ob das, was wir uns dabei ausdenken, hilfreich war, werden wir nie erfahren. Dafür stehen die Chancen ziemlich gut, dass unsere Nachfahren darüber lachen werden. Uns bleibt nur der Trost, dass wir ihr Lachen nicht hören müssen, mit dem sie zum Ausdruck bringen, dass sie genauso verunsichert sind wie wir.

18. Mai 2026
Es wird Zeit, dass die Deutschen wieder zur Besinnung kommen. Vielleicht sind ja die beiden aktuellen Kriege hilfreich, dass das passiert. Es ist hier nicht das Partei-Ergreifen gemeint, sondern das Unausweichliche der Kriegsfolgen, an erster Stelle das Versiegen der Energiequellen, die ein Ende der Illusionen erzwingen werden.
Illusionen (2): Wo kommt bloß der Glaube her, dass wir weitermachen können wie bisher? Wo, dass wir von freundlichen Nachbarn umgeben sind? Wo, dass wir die ganze Welt zur Party einladen können?
Illusionen (3): Da lob ich mir den Don. Kaum ist der aus Peking zurück, droht er dem Iran, dass dessen Zeit jetzt abläuft. Zeitgleich trifft der Flugzeugträger Gerald Ford an der amerikanischen Ostküste ein. War der laut Westpresse nicht vor Tagen erst in Nahost gesichtet worden, um dort die Perser zu zügeln? Nehme daher an, dass Träger und Flugzeuge die Rollen getauscht haben und die Letztgenannten mit dem Stahlkoloss nach Hause gejettet sind.
16. Mai 2026
Robert Kagan, Streitross und Vordenker der Neocons(ervativen), hat sich mit einer ruppigen Kritik am Kriegsgeschehen in Nahost in No. 5/2026 von The Atlantic zu Wort gemeldet. Das ist das Sprachrohr der US-Welt- und Rüstungsherren. Kagan konstatiert eine vernichtende Niederlage der USA in Nahost mit weltpolitischer Bedeutung. Das ist Kritik aus einer Ecke, die für Trump mehr als nur unbequem ist, denn hier meldet sich der Antreiber der amerikanischen Einmaligkeit (Exzeptionalität) sowie des Schulterschlusses mit Israel und bezichtigt den eitlen US-Präsidenten der Unfähigkeit. – Das ist den amerikanischen Kriegsgewinnlern offenbar ein Schluck zuviel aus der Pulle der Kritik, denn gestern Abend gegen 22 Uhr ist der Artikel plötzlich aus dem Netz verschwunden („We’re having trouble displaying the page you’re looking for“). https://www.theatlantic.com/international/2026/05/iran-war-trump-losing/687094/.
Kagan (2): Man erinnert sich, dieser fett gewordene Mann ist seit Jahrzehnten (im Verbund mit seiner für die praktische Umsetzung zuständigen Ehefrau Victoria Nuland) der führende intellektuelle Kriegstreiber der westlichen Hemisphäre. Der heutige Ukraine-Krieg stammte in Planung und Ausführung aus dieser Ecke.
Nahostkrieg (2): Im Bundesstaat California, an der Pazifik-Küste gelegen, wurde in dieser Woche der letzte vom persischen Golf vor dem Ausbruch des Krieges (28. Februar) abgefahrene Öl-Tanker gelöscht. Diese Meldung bedeutet zweierlei: Sie zeigt, wie lange es dauert, bis das sog. Öl-Lager auf See leer läuft, und sie beleuchtet einen bislang hierzulande wenig besprochenen Umstand, nämlich den, dass der wirtschaftlich potenteste Staat der USA, der bevorzugt Öl vom Golf verwendete, jetzt ein massives Versorgungsproblem hat, das durch wokes Geschwätz, was dort daheim ist, nicht gelöst werden kann, denn es gibt keine inneramerikanischen Öl-Pipelines, die das Manko beseitigen könnten, weil der Sonnenscheinstaat es sich leisten konnte, hocherhobenen Hauptes auf derartige Reserve-Stränge, die als Umweltzerstörung gebrandmarkt wurden, zu verzichten.
Schnell noch was von vor der Hoftür: Im sächsischen Landtag bliesen die Grünen die Backen auf und verlangten von der dortigen Minderheitsregierung das Mittun an einem Sondergesetz für den Schutz kleiner Metzgereien. Schwarz-Rot lehnte ab, doch beim Auszählen stellte man überrascht fest, dass das Gesetz mit Mehrheit verabschiedet worden ist. AfD und BSW machten das möglich. Jetzt entschuldigen die Grünen öffentlich ihren Vorstoß. Merke: Bedenke, worum du bittest, …
BSW (2): Das Vorstehende wird eine der letzten Meldungen gewesen sein, die wir vom polit-praktischen Tun des BSW lesen. Nach der Demontage der schönen Frau durch die eigenen Genossen in Thüringen und Brandenburg hat die Partei den unwiderruflichen Weg in die Bedeutungslosigkeit angetreten. Ihre definitiv letzte Chance, das Steuer auf den Weg ins Nichts herumzuwerfen, hätte sie nach wie vor in Thüringen, wo sie durch gemeinsames Tun mit der AfD dank gemeinsamer parlamentarischer Mehrheit locker einen sensationellen Coup nach dem andern landen könnte, aber, aber: sie wird durch ideologische Scheuklappen an der praktischen Vernunft gehindert.
15. Mai 2026
Trump und sein Hofstaat haben China heute wieder in Richtung USA verlassen. Was genau der Sinn dieser zweitägigen Visite war, bleibt ein Geheimnis für Experten und Hof-Astrologen. Die bereits schon einmal für April terminierte Reise wurde wg. der dunklen Wolken über dem Iran abgesagt. Dass sich die Lage für den Sieger der Geschichte seitdem verbessert hätte, kann ich nicht erkennen.
China-Trip (2): Der Appell von US-Außenminister Rubio, die Chinesen möchten sich ihrer Verantwortung für den Iran besinnen, klingt in meinen Ohren ziemlich schrill. Es geht den Chinesen schlicht um die eigene weltpolitische Position und nicht um die Wirtschaft-Kalamitäten der USA.
12. Mai 2026
Die fliegenden Möbelwagen der US Air Force bevölkern den Himmel über der Pfalz. Man kann ihnen von unten aus nicht ansehen, ob sie Kampfes-Allerlei zur Judäischen Heilsfront oder zur Heilsfront von Judäa fliegen – oder Richtung Kiew.
Judäische Heilsfront (2): Die Lage spitzt sich wieder zu. Der Don hat lernen müssen, dass sein sog. Friedensvorschlag von den Persern brüsk zurückgewiesen wurde: über Uran und verwandte Probleme wird nicht gesprochen, sagen sie.
Judäische Heilsfront (3): Jetzt lässt der verärgerte Trump verbreiten, dass die Perser kurz vor dem Zusammenbruch stehen, weil ihre Öltanks überlaufen. Dass dieselben in den Vereinigten Arabischen Emiraten in einer ähnlichne Lage sind, wird sicherheitshalber nicht erwähnt. Dortzulande ist man mittlerweile so klamm, dass man in den USA um Sonderkonditionen nachgesucht hat, um Dollars heranschaffen zu können. Nun ja, das Leben im absouten Luxus ist teuer, zumal wenn es an Einnahmen fehlt.
Judäische Heilsfront (4): Hilfe naht nicht von obern, sondern angeblich aus Europa. Ein deutsches Minensuchboot, ein britischer Zerstörer und ein französischer Flugzeugträger sollen die Straße von Hormus freikämpfen (oder so ähnlich). Versucht es erst gar nicht, verlautet es aus Teheran an die Adresse von London und Paris. Falls dort ein außenpolitisches Ablenkungsmaöver wg. der desaströsen Lage im Innern auf der Agenda steht, wurde womöglich nicht berücksichtigt, dass in beiden Hauptstädten mit einem gewaltigen und gewalttätigen moslemischen Mob gerechnet werden muss.
Judäische Heilsfront (5): Lese bei Danisch einen überraschend nüchternen Text, der sich damit beschäftigt, dass der amerikanisch-israelische Angriff eher unbeabsichtigt bedeutende Sparten des Globalismus schwer beschädigt hat. Das Ergebnis mag zutreffend geschildert sein, der Zusatz „unbeabsichtigt“ wäre wohl zu debattieren, ohne den bekannten Theorien (z.B. der von der jüdischen Weltverschwörung) nachzueifern.
Ostfront: Die US-gesteuerten Medien feiern gerade den Zusammenbruch Russlands, dessen Präsidenten derzeit das Wasser bis zum Halse stehe. Ich halte das für plumpe Propaganda. Sollten deren Verbreiter selbst daran glauben, verkennen sie gründlich die russische Seele (die es angeblich nicht gibt).
Ostfront (2): Ursula von Brüssel und ihre zickige Außen-Estin haben den Putin-Vorschlag, Schröder zwischen Europa und Russland moderieren zu lassen, brüsk abgewiesen. Die Damen sind auf Krawall gebürstet und wollen Krieg. Allerdings erst 2029. Bis dahin soll es eine gewaltige und unbezwingbare Armee geben. Soso.
Ostfront (3): In den letzten Tagen haben die Polen 49 Milliarden aus Brüssel abgegriffen, um die polnische Armee zur größten Europas zu machen. Das hatten wir 1939 schon einmal. Politiker aus Estland und Lettland widersprechen vorsichtig. Man kann das mit Blick auf eben jenes Jahr 1939 ohne Mühe verstehen.
11. Mai 2026
Überraschend war vorgestern Abend Putins Vorschlag, Gerhard Schröder als Moderator für Friedensverhandlungen zu benennen. Weniger überraschend war das Katzenkonzert drittrangiger deutscher Polit-Darsteller, das gerstern darob erklang.
Ostfront (2) & der Don: Wenn es den Amerikanern ernst damit ist, den Ukraine-Krieg quitt zu kriegen, müssten sie nun etwas sagen. Vielleicht einen Co-Moderator benennen. Allerdings kann man bei deren außenpolitischem Hopserlauf nichts Verlässliches prognostizieren. Es gibt Leute, die behaupten, dass dies die Stärke von Trump sei. Vielleicht ist der jetzt auch zu sehr abgelenkt, weil er mit dem üblichen Trara die Stellungnahme Irans zur amerikanischen Unterwerfungs-Adresse als völlig inakzeptabel bezeichnen musste. Jetzt setzt er auf China und seinen Besuch dort bei Xi. Der wird ihm in Sachen Iran kaum weiterhelfen.
Ostfront (3): Die Experten für den Sieg über Russland diskutieren das Erscheinen einer neuen Wunderwaffe, einer weitreichenden Laser-Kanone, die den russsischen Drohnen den Garaus machen soll. Davon glaube ich kein Wort, denn wäre das Ding im Einsatz, hätten wir die Siegesmeldungen bereits aufgetischt bekommen.

Nachts lese ich den Roman Oben in der Villa von Somerset Maugham. Es ist eine kurze frivole Liebesgeschichte über das Personal des untergehenden Empire im Jahre 1938. Tatort ist die Toskana, ich sehe die Figuren vor mir. Was will man mehr.
10. Mai 2026
Man muss auch loben können, sonst läuft man in der Dunkelheit des Alltags im Kreise. Also dieses hier, das ich heute Nacht der Webseite von Danisch entnommen habe:
Guten Abend Herr دانيش (so auf persisch). Ich traus mich kaum zu sagen….
Englisch ist benennend. – Deutsch ist beschreibend.
Bei Sprachwissenschaftlern (besonders Dolmetschern, Übersetzern) ist das allgemeiner Konsens.
Englisch ist prägnanter. – Deutsch ist genauer.
Simultanübersetzungen entsprechend herausfordernd. Es ergibt sich daher, dass (grob) Englisch eine gälisch-keltische Mischsprache ist, die sich vom Germanischen massiv unterscheidet, Persisch hingegen dem Deutschen sehr ähnlich ist. Alle gehören zu den indo-germanischen Sprachen. Mir hat das Wissen um Benennung und Beschreibung im Umgang mit diversen Sprachen geholfen.
Lob (2): Die Carmen, so wie gestern Abend in Leipzig, habe ich so noch nie gesehen. Die Hervorhebung des Optischen ist durchaus kein Verschreiber eines Sprachamputierten. Das Bühnenbild und die ständige Bewegung des Chores waren spektakulär. Letzter auch akkustisch. Ebenso der Tenor. Er war durchaus nicht der schöne Soldat, wirklich nicht, aber die Stimme – und die in einem deutschen Opernhaus. – Lächerlich am Rande: Die Titelheldin ist eine Zigeunerin, auch als Selbstbenennung im Text. Dass das Obernhaus auf Anführungszeichen nicht verzichten konnte, zeugt von den Begrenzungen der Intendantur. Schön hätte ich es gefunden, sie hätte ich-bin-eine-sogenannte-Zigeunerin gesungen. Hat sie aber nicht.
Leipzig (3): Zwischen Gewandhaus und Opernhaus liegt macherlei Grünzeug auf dem Platz. Es soll von der Amokfaht der letzte Woche künden.Das Auto als Waffe der Verzweiflung macht Schule. Mir fällt dazu nichts ein.
Leipzig (4): Nur wenige Fotos von der Vorwoche habe ich noch nicht gelöscht.

Leipzig (5): Die niedliche Vietnamesin verwickelt mich – völlig überraschend – beim Bezahlen am Tresen in ein Gespräch. Sie weidet sich an meinem Erstaunen. Ja, Abitur in Deutschland, dann Berufsausbildung mit Abschluss. Nein, diese Art der Zuwanderung hat nicht in die Sozialsyteme stattgefunden. Insofern hat die Frau Bas recht, wiewohl der Unterschied zwischen beiden Frauen. Na ja.
9. Mai 2026
Lügen haben dicke Beine: Es gibt in D keine Einwanderung in die Sozialsysteme. Diese Sentenz verdanken wir der Bundesmitvorsitzerin der SPD.

Lügen (2): Der sich bemerkbar machende Einbruch bei den Steuereinnahmen liegt am Iran, der bekanntlich die USA angegriffen hat. Bis gestern lag alles Ungemach an dem Putin sein Angriffskrieg.
Lügen (3): Der Wolf gehört zu Deutschland (wie der Islam).
Lügen (4): Wir können die Wehrpflichtigen nicht einberufen, weil wir keine Kasernen haben.
Leider wahr: Es gibt kaum noch Geburten von deutschen Kindern. Diese traurige Wahrheit verdanken wir der Selbstauflösung des deutschen Volkes. Auch ist das ein sich selbst verstärkender Prozess.
8. Mai 2026
Du hast angefangen – Nein du. Gestern wurden drei US-Lenkwaffen-Zerstörer, die nach amerikanischen Angaben die Straße von Hormus durchfahren wollten, von persischen Drohen und Raketen angegriffen, die von der Navy – gottlob – abgewehrt werden konnten. Doch was wollten die Seehelden dort? Das Völkerrecht durchsetzen, das ist klar, doch in Wirklichkeit? Die amerikanischen Medien schwanken beim Feinschliff etwas. Die einen schreiben: sie wollten einen leeren persischen Dampfer am Weiterfahren hindern, die anderen meinen, sie wollten von See her die persischen Küstenabschussrampen für Drohnen und Raketen zerstören. Schwer zu entscheiden.
Du hast angefangen – Nein, du (2): Vielleicht hilft ja dieses hier bei der Wahrheitsfindung: Vorgestern beschoss ein US-Kampfflugzeug vom Typ Hornet einen iranischen Tanker und beschädigte dessen Ruderanlage, was ihn an der Weiterfahrt hinderte. Das – wie wir aus unseren Medien ganz sicher wissen – verbrecherische Mullah-Regime kündigte daraufhin an, man werde gegen die blockierenden US-Kriegsschiffe vorgehen.
Du hast angefangen – Nein du (3): Gehen wir noch einen Schritt zurück. Gegen die von Persien seit Kriegsbeginn verhängte – selbstredend völkerrechtswidrige – Sperrung der Straße von Hormus hat die US-Regierung die Seeblockade Persiens verhängt, die derzeit von drei Flugzeigträgergruppen und knapp 20 für den Kaperkrieg geeignete Schiffen exekutiert wird. Dies soll zum wirtschaftlichen Zusammenbruch Persiens führen, dem dann der politische folgen müsse, so dass die Straße von Hormus wieder passierbar sei, woraufhin die US-Verbündeten in der Golfregion wieder ihr Öl in alle Welt exportieren können. Sonst droht denen der wirtschaftliche Zusammenbruch, was für die US-Finanzmärkte unplanbare Auswirkungen haben könne. Also: alles ganz einfach.
Du hast angefangen – Nein, du (4): Der Krieg begann am 28. Februar 2026 mit einem massiven Luftangriff, der von israelischen und US-amerikanischen Streitkräften koordiniert ausgeführt wurde. Nach gemeinsamen Angaben der Angreifer war dies ein Präventiv-Schlag im Rahmen des Völkerrechts. Doch im Detail gehen die Angaben auseinander. Die Israelis fühlten sich zum Angriff berechtigt, da die Perser dicht vor der Vollendung ihrer Atombombe standen, die sie gegen Israel einsetzen würden. Das US-Außemninisterium schrieb auf seiner Webseite: Man habe angreifen müssen, weil man wusste, dass Israel angreifen werde und als sicher annahm, dass die zu erwartende unfreundliche Antwort des Iran auch die US-Stationierung-Streitkräfte in Nahost treffen werde. Jaja, ganz richtig gelesen.
Du hast angefangen – Nein du (5): Aus der New York Times wissen wir, dass der Kriegsplan ganz andere Entscheidungs-Elemente enthielt. Einer Sitzung im Situation Room im Weißen Haus, an der auch Netanyahu teilnahm, sei der Chef des israelischen Dienstes Mossad zugeschaltet worden, der den Versammelten erklärte, dass sich am 28. Februar 2026 in der Residenz des persischen Führers alles versammeln würde, was im Lande geistlich und weltlich Rang und Namen habe, so dass sich die seltene Gelegenheit eines Enthauptungs-Schlages ergebe. Dieser werde jegliche Abwehrkräfte lähmen und überdies einen Volksaufstand auslösen, so dass der Krieg praktisch am ersten Tag gewonnen sei. – Nehmen wir mal für einen Moment an, dass es sich so zugetragen hat, dann ahnen wir, wer angefangen hat.
7. Mai 2026
Die Sicht des Fußgängers: Eine gefährliche Macke in der Frontscheibe (nach Parken vor einem Frankfurter Hotel) zwingt mich zu einem Werkstattbesuch, dieser wiederum zu 2 Fußmärschen à 40 Minuten. Sehe Dinge, die mir sonst nicht aufgefallen wären: a) Eine gut erhaltene Ausgabe des Romans Der Fall Mauritius von Jacob Wassenmann, die ich mitnehme. b) Den Weimarhallen-Park, dessen Existenz man nicht erahnt, weil er von einer hohen Mauer umgeben ist. c) Eine mitteljunge Frau, die mir auf dem sonst menschenleeren Weg entgegenkommt und dabei ihre Brüste im Schritttempo geradezu gefährlich auf und ab wogen lässt, so dass ich unwillkürlich dem Schauspiel zusehe. Mich straft ein vernichtender Blick.
6. Mai 2026
Ja, was denn nun? Mute mir gestern Abend eine direkt aus DC übertragene Pressekonferenz der Sieger von Hormus zu (der Kriegsminister und sein oberster General, beide sichtlich ergraut). Jeder zweite Satz mit „the President and I“. Aber was ist der Inhalt von wir-setzen-durch/wir-führen-keinen-Krieg dort? Und dann heute Nacht, Trump stoppt the-magic-liberation der im Golf festliegenden Schiffe. Man verhandele schließlich. Sagt er.

Hormus (2): Lese mehrere ernüchternde Analysen von Ex-Profis aus dem US-Nachrichtenapparat. Die Blockade der Blockade, sagen sie übereinstimmend, sei ein Flop. Bislang 9 iranische Schiffe gekapet, Hunderte seien durchgekommen. Man besitze lediglich 17 geeignete Kaperschiffe vor Ort, und das Meer ist groß.
In Eriwan (Jerewan) treffen sich die Häupter der europäischen Staaten einer nicht genau definierten Staatengemeinschaft (ohne Russland und Weißrussland) und besprechen angeblich den Beitritt von Canada zur EU. Kurioser geht es kaum.
EU (2): In Rumänien wird gestern die EU-freundliche Regierung mit großer Mehrheit des Parlaments gestürzt. Sieht so aus, als würden dort nationale Interessen, die vor allem auf der Feindschaft zur Ukraine fußen, mit den Plänen von Brüssel nicht übereinstimmen.
5. Mai 2026
Die Waffenruhe im Persischen Golf ist passé. Unklar ist lediglich, was genau gestern im Laufe des Tages und heute Nacht passiert ist. Glaubt man den US-gesteuerten Medien hat eine (1 !) persische Drohne die Öl-Fördereinrichtungen der Vereinten Emirate getroffen und 2 US-Zerstörer haben mit 2 US-geflaggten Handelsschiffen die Sperren in der Straße von Hormus durchbrochen.
Waffenruhe (2): Jetzt warten wir auf den israelisch-amerikanischen Gegenschlag wg. der persischen Drohne. Bemerkenswert genug: Die persische Seite schweigt.
Waffenruhe (3): Gilt nicht für Israel und die umliegenden Kriegsgebiete, die heute Nacht um das Grenzgebiet von Jordanien zu Syrien erweitert wurden. Konfuse Meldungen über das Eingreifen der jordanischen Luftwaffe nach Süd-Syrien hinüber.
Waffenruhe (4) hat der Kreml für den 8. und 9. Mai ausgerufen, denn da muss der 45er Sieg auf den Roten Platz gefeiert werden. Der kleine Mann aus Kiew hat sich dem Ruheversprechen heute Nacht angeschlossen. Interessant wird sein, wer sich am Samstag in Moskau sehen lässt (und wer nicht). Vergleiche zum Vorjahr werden Schlüsse über die Verschiebungen der Weltmacht-Verhältnisse im Angesicht des Golf-Kriegs zulassen.