24. Mai 2026
Niemand hatte mich gezwungen, am gestrigen Pfingssamstag das Auto zu benutzen und nach Süden aus Schilda rauszufahren. War die pure Freundlichkeit, zu der ich mich hatte breitschlagen lassen. Ich zahlte mit einem PKW-Stau an der Autobahnauffahrt, wo hiesige Sonntagsfahrer versuchten, mit einer abgeschalteten Ampel zurecht zu kommen. Merke: Hier gilt nicht Vernunft, sondern das Erzwingen vermeintlicher Vorfahrtsregeln. Es ist doch merkwürdig, dass unter der Woche, noch zudem mit regem LKW-Aufkommen, derartiges Chaos nicht entsteht.
Stau (2): Mir geht durch den Kopf, dass dies dieselben Deutschen sind, die den Abend vor der Glotze verbringen, um von Experten darüber belehrt zu werden, was jetzt mit dem Kadaver eines Buckelwals vor Dänemarks Küsten geschieht (Endgame), der wochenlang als Wal Timmy die Deutschen im Fernsehsessel zu Tränen rührte. Wildhüter sprechen von Ablenkfütterung.
Stau (3): Auf der A 4 zwischen Schilda und Dresden verbringe ich Stunden. In der Zeit höre ich gewohnheitswidrig einen sog. Potcast, den mir meine Mitfahrerin dank Smartphone in die Stille des Innenraums überträgt. Es unterhalten sich ein Interviewer namens Ben Bernd, von dem ich zuvor nie gehört habe, und der AfD-Vormann Björn Höcke. Das ganze dauert 4 Stunden.
Stau (4): Nach einem längeren Einstieg über Herkunft, Werdegang und Wechsel in die Politk, geht es ums Eingemachte. Was, wenn der Politiker H. an die Macht kommt? Der Interviewte ringt sichtlich um Worte. Das ist insofern sympathisch, weil man Zeit hat, die Gedanken nachzuvollziehen, anstatt mit aalglatten Floskeln abgefüttert zu werden. So kommt heraus: Er will die Massenzuwanderung sofort stoppen und die Illegalen im Rahmen des geltenden Rechts wieder loswerden.
Stau (5): Bemerkenswert ist, welches Geschichtsverständnis diesem Handlungsdrang zugrunde liegt. Ich erkenne Gedanken wieder, wie auch ich sie vor Jahen schon in Unterwegs zur Weltherrschaft formuliert habe. Nun fehlt mir die Eitelkeit, mich für den Inspirator zu halten. Aber irgendwie erleichtert bin ich schon, wenn ich auf Leute treffe, die in ähnlichen Bahnen denken, wenn es um die aufgepfropfte deutsche Schuld geht. Die Erklärung hierfür ist fast zu simpel: Höcke stammt aus einer Vertriebenenfamilie. Da erkennt man dann auch manches andere wieder.
Stau (6): Mainsteam ist empört. Es geht wie so oft: Ohne dieses Geifern hätte ich im Leben nichts von diesem Gespräch gehört. Millionen anderer geht es ebenso.
23. Mai 2026
Mit dem Antisemitismusvorwurf ist unsere Gaga-Gesellschaft schnell bei der Hand. Er gilt als die letzte Allzweckwaffe, um Andersdenkende mundtot zu machen. Mir ist klar, dass es Leute gibt, die eine solche Feststellung, wie sie soeben von mir getroffen wurde, als Antisemitismus brandmarken werden.
Antisemitismus (2): Ich frage mich, ob es den einschlägigen Vorwurf auslösen wird, wenn ich hier mitteile, dass ich zur Zeit den Talmut lese und zwar nur so, ohne mich zum Inhalt des Gelesenen zu äußern. Ich weiß auch nicht, ob es bereits Empörung auslöst, wenn ich hier mitteile, dass ich mir die deutsche Übersetzung des Buches vor zwei Wochen gekauft habe. Ein Stapel davon lag zu meiner Verblüffung in der Intelligenzabteilung des Kaufhauses Globus bei Jena. Ich sah geradezu reflexhaft ins Impressum des Buches. Es handelt sich um ein Bertelsmann-Imprint. Soso. Ist das ein Gütesiegel von Mainstream?
Antisemitismus (3): Der Don gab gestern ein Interview, in welchem er zu Besten gab, dass 99 % der Leute Israels für ihn seien. Bei solchen Zustimmungswerten könne er ohne weiteres Ministerpräsident von Israel werden. Man stutzt, wenn man solch einen Blödsinn hört und denkt für den Moment: Wenn er’s doch täte. Ich gebe zu, dass mich diese Gedanken anflogen.
In Helsingborg tagen die Nato-Außenminister, um den Krieg auf den beiden Schauplätzen zu koordinieren. Marco aus DC äußerte vor laufender Kamera die Meinung, er habe keinen Plan, um die Straße von Hormus zu öffnen. Was er hinter verschlossenen Türen sagte, wurde naturgemäß nicht mitgeteilt. Ich denke mal, die anderen Kriegshelden werden ihn gefragt haben, ob es stimmt, dass die Golfstaaten, allen voran Saudi Arabien, den Don gedrängt haben, lieber heute als morgen Frieden mit Persien zu machen, nachdem mehrere leitende Funktionäre und vorgestern auch der neue Ajatollah angedroht haben, im Falle der Wiederaufnahme des Krieges durch die USA die anderen Staaten am Golf in das Stadium der Kameltreiber zurückzuversetzen. Das ist ernst zu nehmen, und es ist den davon Betroffenen offensichtlich unangenehm.

21. Mai 2026
Wie weit wollen es die Kriegstreiber innerhalb der EU noch treiben? Die Abstürze von ukrainischen Drohnen über den baltischen Staaten geben Anlass zum Nachdenken. Die russische Seite hat auf mehreren Ebenen massiv gedroht, man werde die in diesen Staaten vorhandenen Standorte der aktiven Ukraine-Unterstützung, die man genau lokalisiert habe, ausschalten und zwar ganz unabhängig davor, ob es sich hier um das Territorium von Nato-Mitgliedern handele.
Balten (2): Das Leugnen der aktiven Kriegsteilnahme ließ keine 12 Studen auf sich warten. Bleibt die Frage, was denn die ukrainischen Drohnen in diese Staaten gelenkt haben mag und wo sie herkamen. Ich gehe davon aus, dass die Russen jetzt ernst machen und einen Probeschuss abgeben. Falls es stimmt, was deren Auslandsdienst SWR hierzu mitgeteilt hat, nämlich dass man die Standorte der in den baltischen Staaten befindlichen ukrainischen Drohnen-Truppen genau kenne, wird der erste Schuss genau dorthin gehen.
Balten (3): Ich gehe zudem davon aus, dass es dann auf die USA ankommt, ob der Bündnisfall ausgerufen wird. Angesichts des permanenten Irreseins im Weißen Haus, lässt sich nicht vorhersagen, ob die Amerikaner sich – so wie angekündigt – aus Europa zurückziehen, also nichts machen, oder ob Trump die Gelegenheit zu einem neuen großen Publicity-Ablenkungsschlag nutzen wird.
20. Mai 2026
Heute finden die chinesisch-russischen Konsultationen auf der Ebene der beiden Führer statt. Schon der gestrige Auftakt mit einer Militärparade beider Streitkräfte hätte kaum üppiger ausfallen können, um den Unterschied zum Staatsbesuch von Trump in Peking vor 10 Tagen zu dokumentieren. Die Westpresse höhnt, dass Putin als Bittsteller gekommen sei, um von den Chinesen über jenes Ereignis instruiert zu werden. – Jungs, das ist Wunschdenken. Hier versuchen Zweie die Machtlinien der Welt neu zu ordnen. Die Militärparade signalisiert: Wie sind mächtig genug, dies zu tun.
Neuordnung (2): Einer der Schwerpunkte – so stelle ich mir vor – wird der Nahe Osten sein. China wird Pakistan sowie Saudi Arabien und Russland die Türkei in die Waagschale werfen. Beide werden erörtern, wie weit sie noch zulassen werden, dass USA-Israel via Persien den Welthandel ruinieren. Sie werden miteinander abstimmen, wer und wie man die schlechten Nachrichten den Amerikanern überbringt.
Neuordnung (3): Laut amerikanischer Presse hat gestern ein US-Kampffluzeug im estnischen Luftraum eine ukrainische Drohne abgeschossen. Kann mir mal wer erklären, warum die da rumflog? Die Presse behauptet, sie kam aus Russland. Müsste es nicht etwas genauer heißen: sie sollte nach Russland? Falls aber nun doch aus Russland, dann spricht einges dafür, dass die Russen sie ablenkten. Das sollte zu denken geben, falls das eine neue Fährigkeit der Drohnenabwehr dokumentiert.
Neuordnung (4): Vor drei, vier Tagen wurde – die Meldungen hierzu sind uneinheitlich – ein Atomkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Drohnen angegriffen. Welche Schäden angerichtet wurden, ist unklar. Die Medien sprechen von einem persischen Angriff. Das kann kaum sein, wenn denn die Perser ihren Kurs der gezielten Reaktionen beibehalten. Ich tippe daher auf einen Angriff unter falscher Flagge. Auf der wirklichen Flagge dürfte sich ein sechszackiger Stern befinden, denn Israels Offizielle lassen keinen Zweifel aufkommen, dass sie den Nahostkrieg wieder anheizen wollen.
19. Mai 2026
Wir leben in einer Welt, von der wir verunsichert werden. Das ist nichts Neues oder gar Originelles, sondern das war schon immer so, seit unsere Art sich durch Selbstbenenntung den Zusatz Sapiens gab. Selltsamer Weise besitzen wir die Fähigkeit, den Grund für die Verunsicherung zu entdecken und auf Abhilfe zu sinnen. Ob das, was wir uns dabei ausdenken, hilfreich war, werden wir nie erfahren. Dafür stehen die Chancen ziemlich gut, dass unsere Nachfahren darüber lachen werden. Uns bleibt nur der Trost, dass wir ihr Lachen nicht hören müssen, mit dem sie zum Ausdruck bringen, dass sie genauso verunsichert sind wie wir.

18. Mai 2026
Es wird Zeit, dass die Deutschen wieder zur Besinnung kommen. Vieleicht sind ja die beiden aktuellen Kriege hilfreich, dass das passiert. Es ist hier nicht das Partei-Ergreifen gemeint, sondern das Unausweichliche der Kriegsfolgen, an erster Stelle das Versiegen der Energiequellen, die ein Ende der Illusionen erzwingen werden.
Illusionen (2): Wo kommt bloß der Glaube her, dass wir weitermachen können wie bisher? Wo, dass wir von freundlichen Nachbarn umgeben sind? Wo, dass wir die ganze Welt zur Party einladen können?
Illusionen (3): Da lob ich mir den Don. Kaum ist der aus Peking zurück, droht er dem Iran, dass dessen Zeit jetzt abläuft. Zeitgleich trifft der Flugzeugträger Gerald Ford an der amerikanischen Ostküste ein. War der laut Westpresse nicht vor Tagen erst in Nahost gesichtet worden, um dort die Perser zu zügeln? Nehme daher an, dass Träger und Flugzeuge die Rollen getauscht haben und die Letztgenannten mit dem Stahlkoloss nach Hause gejettet sind.
16. Mai 2026
Robert Kagan, Streitross und Vordenker der Neocons(ervativen), hat sich mit einer ruppigen Kritik am Kriegsgeschehen in Nahost in No. 5/2026 von The Atlantic zu Wort gemeldet. Das ist das Sprachrohr der US-Welt- und Rüstungsherren. Kagan konstatiert eine vernichtende Niederlage der USA in Nahost mit weltpolitischer Bedeutung. Das ist Kritik aus einer Ecke, die für Trump mehr als nur unbequem ist, denn hier meldet sich der Antreiber der amerikanischen Einmaligkeit (Exzeptionalität) sowie des Schulterschlusses mit Israel und bezichtigt den eitlen US-Präsidenten der Unfähigkeit. Das ist den amerikanischen Kriegsgewinnlern offenbar ein Schluck zuviel aus der Pulle der Kritik, denn gestern Abend gegen 22 Uhr ist der Artikel plötzlich aus dem Netz verschwunden („We’re having trouble displaying the page you’re looking for“). https://www.theatlantic.com/international/2026/05/iran-war-trump-losing/687094/.
Kagan (2): Man erinnert sich, dieser fett gewordene Mann ist seit Jahrzehnten (im Verbund mit seiner für die praktische Umsetzung zuständigen Ehefrau Victoria Nuland) der führende intellektuelle Kriegstreiber der westlichen Hemisphäre. Der heutige Ukraine-Krieg stammte in Planung und Ausführung aus dieser Ecke.
Nahostkrieg (2): Im Bundesstaat California, an der Pazifik-Küste gelegen, wurde in dieser Woche der letzte vom persischen Golf vor dem Ausbruch des Krieges (28. Februar) abgefahrene Öl-Tanker gelöscht. Diese Meldung bedeutet zweierlei: Sie zeigt, wie lange es dauert, bis das sog. Öl-Lager auf See leer läuft, und sie beleuchtet einen bislang hierzulande wenig besprochenen Umstand, nämlich den, dass der wirtschaftlich potenteste Staat der USA, der bevorzugt Öl vom Golf verwendete, jetzt ein massives Versorgungsproblem hat, das durch wokes Geschwätz, was dort daheim ist, nicht gelöst werden kann, denn es gibt keine inneramerikanischen Öl-Pipelines, die das Manko beseitigen könnten, weil der Sonnenscheinstaat es sich leisten konnte, hocherhobenen Hauptes auf derartige Reserve-Stränge, die als Umweltzerstörung gebrandmarkt wurden, zu verzichten.
Schnell noch was von vor der Hoftür: Im sächsischen Landtag bliesen die Grünen die Backen auf und verlangten von der dortigen Minderheitsregierung das Mittun an einem Sondergesetz für den Schutz kleiner Metzgereien. Schwarz-Rot lehnte ab, doch beim Auszählen stellte man überrascht fest, dass das Gesetz mit Mehrheit verabschiedet worden ist. AfD und BSW machten das möglich. Jetzt entschuldigen die Grünen öffentlich ihren Vorstoß. Merke: Bedenke, worum du bittest, …
BSW (2): Das Vorstehende wird eine der letzten Meldungen gewesen sein, die wir vom polit-praktischen Tun des BSW lesen. Nach der Demontage der schönen Frau durch die eigenen Genossen in Thüringen und Brandenburg hat die Partei den unwiderruflichen Weg in die Bedeutungslosigkeit angetreten. Ihre definitiv letzte Chance, das Steuer auf den Weg ins Nichts herumzuwerfen, hätte sie nach wie vor in Thüringen, wo sie durch gemeinsames Tun mit der AfD dank gemeinsamer parlamentarischer Mehrheit locker einen sensationellen Coup nach dem andern landen könnte, aber, aber: sie wird durch ideologische Scheuklappen an der praktischen Vernunft gehindert.
15. Mai 2026
Trump und sein Hofstaat haben China heute wieder in Richtung USA verlassen. Was genau der Sinn dieser zweitägigen Visite war, bleibt ein Geheimnis für Experten und Hof-Astrologen. Die bereits schon einmal für April terminierte Reise wurde wg. der dunklen Wolken über dem Iran abgesagt. Dass sich die Lage für den Sieger der Geschichte seitdem verbessert hätte, kann ich nicht erkennen.
China-Tipp (2): Der Appell von US-Außenminister Rubio, die Chnesen möchten sich ihrer Verantwortung für den Iran besinnen, klingt in meinen Ohren ziemlich schrill. Es geht den Chiesen schlicht im die eigene weltpolitische Position und nicht um die Wirtschaft-Kalamitäten der USA.
12. Mai 2026
Die fliegenden Möbelwagen der US Air Force bevölkern den Himmel über der Pfalz. Man kann ihnen von unten aus nicht ansehen, ob sie Kampfes-Allerlei zur Judäischen Heilsfront oder zur Heilsfront von Judäa fliegen – oder Richtung Kiew.
Judäische Heilsfront (2): Die Lage spitzt sich wieder zu. Der Don hat lernen müssen, dass sein sog. Friedensvorschlag von den Persern brüsk zurückgewiesen wurde: über Uran und verwandte Probleme wird nicht gesprochen, sagen sie.
Judäische Heilsfront (3): Jetzt lässt der verärgerte Trump verbreiten, dass die Perser kurz vor dem Zusammenbruch stehen, weil ihre Öltanks überlaufen. Dass dieselben in den Vereinigten Arabischen Emiraten in einer ähnlichne Lage sind, wird sicherheitshalber nicht erwähnt. Dortzulande ist man mittlerweile so klamm, dass man in den USA um Sonderkonditionen nachgesucht hat, um Dollars heranschaffen zu können. Nun ja, das Leben im absouten Luxus ist teuer, zumal wenn es an Einnahmen fehlt.
Judäische Heilsfront (4): Hilfe naht nicht von obern, sondern angeblich aus Europa. Ein deutsches Minensuchboot, ein britischer Zerstörer und ein französischer Flugzeugträger sollen die Straße von Hormus freikämpfen (oder so ähnlich). Versucht es erst gar nicht, verlautet es aus Teheran an die Adresse von London und Paris. Falls dort ein außenpolitisches Ablenkungsmaöver wg. der desaströsen Lage im Innern auf der Agenda steht, wurde womöglich nicht berücksichtigt, dass in beiden Hauptstädten mit einem gewaltigen und gewalttätigen moslemischen Mob gerechnet werden muss.
Judäische Heilsfront (5): Lese bei Danisch einen überraschend nüchternen Text, der sich damit beschäftigt, dass der amerikanisch-israelische Angriff eher unbeabsichtigt bedeutende Sparten des Globalismus schwer beschädigt hat. Das Ergebnis mag zutreffend geschildert sein, der Zusatz „unbeabsichtigt“ wäre wohl zu debattieren, ohne den bekannten Theorien (z.B. der von der jüdischen Weltverschwörung) nachzueifern.
Ostfront: Die US-gesteuerten Medien feiern gerade den Zusammenbruch Russlands, dessen Präsidenten derzeit das Wasser bis zum Halse stehe. Ich halte das für plumpe Propaganda. Sollten deren Verbreiter selbst daran glauben, verkennen sie gründlich die russische Seele (die es angeblich nicht gibt).
Ostfront (2): Ursula von Brüssel und ihre zickige Außen-Estin haben den Putin-Vorschlag, Scröder zwischen Europa und Russland moderieren zu lassen, brüsk abgewiesen. Die Damen sind auf Krawall gebürstet und wollen Krieg. Allerdings erst 2029. Bis dahin soll es eine gewaltige und unbezwingbare Armee geben. Soso.
Ostfront (3): In den letzten Tagen haben die Polen 49 Milliarden aus Brüssel abgegriffen, um die polnische Armee zur größten Europas zu machen. Das hatten wir 1939 schon einmal. Politiker aus Estland und Lettland widersprechen vorsichtig. Man kann das mit Blick auf eben jenes Jahr 1939 ohne Mühe verstehen.
11. Mai 2026
Überraschend war vorgestern Abend Putins Vorschlag, Gerhard Schröder als Moderator für Friedensverhandlungen zu benennen. Weniger überraschend war das Katzenkonzert drittrangiger deutscher Polit-Darsteller, das gerstern darob erklang.
Ostfront (2) & der Don: Wenn es den Amerikanern ernst damit ist, den Ukraine-Krieg quitt zu kriegen, müssten sie nun etwas sagen. Vielleicht einen Co-Moderator benennen. Allerdings kann man bei deren außenpolitischem Hopserlauf nichts Verlässliches prognostizieren. Es gibt Leute, die behaupten, dass dies die Stärke von Trump sei. Vielleicht ist der jetzt auch zu sehr abgelenkt, weil er mit dem üblichen Trara die Stellungnahme Irans zur amerikanischen Unterwerfungs-Adresse als völlig inakzeptabel bezeichnen musste. Jetzt setzt er auf China und seinen Besuch dort bei Xi. Der wird ihm in Sachen Iran kaum weiterhelfen.
Ostfront (3): Die Experten für den Sieg über Russland diskutieren das Erscheinen einer neuen Wunderwaffe, einer weitreichenden Laser-Kanone, die den russsischen Drohnen den Garaus machen soll. Davon glaube ich kein Wort, denn wäre das Ding im Einsatz, hätten wir die Siegesmeldungen bereits aufgetischt bekommen.

Nachts lese ich den Roman Oben in der Villa von Somerset Maugham. Es ist eine kurze frivole Liebesgeschichte über das Personal des untergehenden Empire im Jahre 1938. Tatort ist die Toskana, ich sehe die Figuren vor mir. Was will man mehr.
10. Mai 2026
Man muss auch loben können, sonst läuft man in der Dunkelheit des Alltags im Kreise. Also dieses hier, dass ich heute Nacht der Webseite von Danisch entnommen habe:
Guten Abend Herr دانيش (so auf persisch). Ich traus mich kaum zu sagen….
Englisch ist benennend. – Deutsch ist beschreibend.
Bei Sprachwissenschaftlern (besonders Dolmetschern, Übersetzern) ist das allgemeiner Konsens.
Englisch ist prägnanter. – Deutsch ist genauer.
Simultanübersetzungen entsprechend herausfordernd. Es ergibt sich daher, dass (grob) Englisch eine gälisch-keltische Mischsprache ist, die sich vom Germanischen massiv unterscheidet, Persisch hingegen dem Deutschen sehr ähnlich ist. Alle gehören zu den indo-germanischen Sprachen. Mir hat das Wissen um Benennung und Beschreibung im Umgang mit diversen Sprachen geholfen.
Lob (2): Die Carmen, so wie gestern Abend in Leipzig, habe ich so noch nie gesehen. Die Hervorhebung des Optischen ist durchaus kein Verschreiber eines Sprachamputierten. Das Bühnenbild und die ständige Bewegung des Chores waren spektakulär. Letzter auch akkustisch. Ebenso der Tenor. Er war durchaus nicht der schöne Soldat, wirklich nicht, aber die Stimme – und die in einem deutschen Opernhaus. – Lächerlich am Rande: Die Titelheldin ist eine Zigeunerin, auch als Selbstbenennung im Text. Dass das Obernhaus auf Anführungszeichen nicht verzichten konnte, zeugt von den Begrenzungen der Intendantur. Schön hätte ich es gefunden, sie hätte ich-bin-eine-sogenannte-Zigeunerin gesungen. Hat sie aber nicht.
Leipzig (3): Zwischen Gewandhaus und Opernhaus liegt macherlei Grünzeug auf dem Platz. Es soll von der Amokfaht der letzte Woche künden.Das Auto als Waffe der Verzweiflung macht Schule. Mir fällt dazu nichts ein.
Leipzig (4): Nur wenige Fotos von der Vorwoche habe ich noch nicht gelöscht.

Leipzig (5): Die niedliche Vietnamesin verwickelt mich – völlig überraschend – beim Bezahlen am Tresen in ein Gespräch. Sie weidet sich an meinem Erstaunen. Ja, Abitur in Deutschland, dann Berufsausbildung mit Abschluss. Nein, diese Art der Zuwanderung hat nicht in die Sozialsyteme stattgefunden. Insofern hat die Frau Bas recht, wiewohl der Unterschied zwischen beiden Frauen. Na ja.
9. Mai 2026
Lügen haben dicke Beine: Es gibt in D keine Einwanderung in die Sozialsysteme. Diese Sentenz verdanken wir der Bundesmitvorsitzerin der SPD.

Lügen (2): Der sich bemerkbar machende Einbruch bei den Steuereinnahmen liegt am Iran, der bekanntlich die USA angegriffen hat. Bis gestern lag alles Ungemach an dem Putin sein Angriffskrieg.
Lügen (3): Der Wolf gehört zu Deutschland (wie der Islam).
Lügen (4): Wir können die Wehrpflichtigen nicht einberufen, weil wir keine Kasernen haben.
Leider wahr: Es gibt kaum noch Geburten von deutschen Kindern. Diese traurige Wahrheit verdanken wir der Selbstauflösung des deutschen Volkes. Auch ist das ein sich selbst verstärkender Prozess.
8. Mai 2026
Du hast angefangen – Nein du. Gestern wurden drei US-Lenkwaffen-Zerstörer, die nach amerikanischen Angaben die Straße von Hormus durchfahren wollten, von persischen Drohen und Raketen angegriffen, die von der Navy – gottlob – abgewehrt werden konnten. Doch was wollten die Seehelden dort? Das Völkerrecht durchsetzen, das ist klar, doch in Wirklichkeit? Die amerikanischen Medien schwanken beim Feinschliff etwas. Die einen schreiben: sie wollten einen leeren persischen Dampfer am Weiterfahren hindern, die anderen meinen, sie wollten von See her die persischen Küstenabschussrampen für Drohnen und Raketen zerstören. Schwer zu entscheiden.
Du hast angefangen – Nein, du (2): Vielleicht hilft ja dieses hier bei der Wahrheitsfindung: Vorgestern beschoss ein US-Kampfflugzeug vom Typ Hornet einen iranischen Tanker und beschädigte dessen Ruderanlage, was ihn an der Weiterfahrt hinderte. Das – wie wir aus unseren Medien ganz sicher wissen – verbrecherische Mullah-Regime kündigte daraufhin an, man werde gegen die blockierenden US-Kriegsschiffe vorgehen.
Du hast angefangen – Nein du (3): Gehen wir noch einen Schritt zurück. Gegen die von Persien seit Kriegsbeginn verhängte – selbstredend völkerrechtswidrige – Sperrung der Straße von Hormus hat die US-Regierung die Seeblockade Persiens verhängt, die derzeit von drei Flugzeigträgergruppen und knapp 20 für den Kaperkrieg geeignete Schiffen exekutiert wird. Dies soll zum wirtschaftlichen Zusammenbruch Persiens führen, dem dann der politische folgen müsse, so dass die Straße von Hormus wieder passierbar sei, woraufhin die US-Verbündeten in der Golfregion wieder ihr Öl in alle Welt exportieren können. Sonst droht denen der wirtschaftliche Zusammenbruch, was für die US-Finanzmärkte unplanbare Auswirkungen haben könne. Also: alles ganz einfach.
Du hast angefangen – Nein, du (4): Der Krieg begann am 28. Februar 2026 mit einem massiven Luftangriff, der von israelischen und US-amerikanischen Streitkräften koordiniert ausgeführt wurde. Nach gemeinsamen Angaben der Angreifer war dies ein Präventiv-Schlag im Rahmen des Völkerrechts. Doch im Detail gehen die Angaben auseinander. Die Israelis fühlten sich zum Angriff berechtigt, da die Perser dicht vor der Vollendung ihrer Atombombe standen, die sie gegen Israel einsetzen würden. Das US-Außemninisterium schrieb auf seiner Webseite: Man habe angreifen müssen, weil man wusste, dass Israel angreifen werde und als sicher annahm, dass die zu erwartende unfreundliche Antwort des Iran auch die US-Stationierung-Streitkräfte in Nahost treffen werde. Jaja, ganz richtig gelesen.
Du hast angefangen – Nein du (5): Aus der New York Times wissen wir, dass der Kriegsplan ganz andere Entscheidungs-Elemente enthielt. Einer Sitzung im Situation Room im Weißen Haus, an der auch Netanyahu teilnahm, sei der Chef des israelischen Dienstes Mossad zugeschaltet worden, der den Versammelten erklärte, dass sich am 28. Februar 2026 in der Residenz des persischen Führers alles versammeln würde, was im Lande geistlich und weltlich Rang und Namen habe, so dass sich die seltene Gelegenheit eines Enthauptungs-Schlages ergebe. Dieser werde jegliche Abwehrkräfte lähmen und überdies einen Volksaufstand auslösen, so dass der Krieg praktisch am ersten Tag gewonnen sei. – Nehmen wir mal für einen Moment an, dass es sich so zugetragen hat, dann ahnen wir, wer angefangen hat.
7. Mai 2026
Die Sicht des Fußgängers: Eine gefährliche Macke in der Frontscheibe (nach Parken vor einem Frankfurter Hotel) zwingt mich zu einem Werkstattbesuch, dieser wiederum zu 2 Fußmärschen à 40 Minuten. Sehe Dinge, die mir sonst nicht aufgefallen wären: a) Eine gut erhaltene Ausgabe des Romans Der Fall Mauritius von Jacob Wassenmann, die ich mitnehme. b) Den Weimarhallen-Park, dessen Existenz man nicht erahnt, weil er von einer hohen Mauer umgeben ist. c) Eine mitteljunge Frau, die mir auf dem sonst menschenleeren Weg entgegenkommt und dabei ihre Brüste im Schritttempo geradezu gefährlich auf und ab wogen lässt, so dass ich unwillkürlich dem Schauspiel zusehe. Mich straft ein vernichtender Blick.
6. Mai 2026
Ja, was denn nun? Mute mir gestern Abend eine direkt aus DC übertragene Pressekonferenz der Sieger von Hormus zu (der Kriegsminister und sein oberster General, beide sichtlich ergraut). Jeder zweite Satz mit „the President and I“. Aber was ist der Inhalt von wir-setzen-durch/wir-führen-keinen-Krieg dort? Und dann heute Nacht, Trump stoppt the-magic-liberation der im Golf festliegenden Schiffe. Man verhandele schließlich. Sagt er.

Hormus (2): Lese mehrere ernüchternde Analysen von Ex-Profis aus dem US-Nachrichtenapparat. Die Blockade der Blockade, sagen sie übereinstimmend, sei ein Flop. Bislang 9 iranische Schiffe gekapet, Hunderte seien durchgekommen. Man besitze lediglich 17 geeignete Kaperschiffe vor Ort, und das Meer ist groß.
In Eriwan (Jerewan) treffen sich die Häupter der europäischen Staaten einer nicht genau definierten Staatengemeinschaft (ohne Russland und Weißrussland) und besprechen angeblich den Beitritt von Canada zur EU. Kurioser geht es kaum.
EU (2): In Rumänien wird gestern die EU-freundliche Regierung mit großer Mehrheit des Parlaments gestürzt. Sieht so aus, als würden dort nationale Interessen, die vor allem auf der Feindschaft zur Ukraine fußen, mit den Plänen von Brüssel nicht übereinstimmen.
5. Mai 2026
Die Waffenruhe im Persischen Golf ist passé. Unklar ist lediglich, was genau gestern im Laufe des Tages und heute Nacht passiert ist. Glaubt man den US-gesteuerten Medien hat eine (1 !) persische Drohne die Öl-Fördereinrichtungen der Vereinten Emirate getroffen und 2 US-Zerstörer haben mit 2 US-geflaggten Handelsschiffen die Sperren in der Straße von Hormus durchbrochen.
Waffenruhe (2): Jetzt warten wir auf den israelisch-amerikanischen Gegenschlag wg. der persischen Drohne. Bemerkenswert genug: Die persische Seite schweigt.
Waffenruhe (3): Gilt nicht für Israel und die umliegenden Kriegsgebiete, die heute Nacht um das Grenzgebiet von Jordanien zu Syrien erweitert wurden. Konfuse Meldungen über das Eingreifen der jordanischen Luftwaffe nach Süd-Syrien hinüber.
Waffenruhe (4) hat der Kreml für den 8. und 9. Mai ausgerufen, denn da muss der 45er Sieg auf den Roten Platz gefeiert werden. Der kleine Mann aus Kiew hat sich dem Ruheversprechen heute Nacht angeschlossen. Interessant wird sein, wer sich am Samstag in Moskau sehen lässt (und wer nicht). Vergleiche zum Vorjahr werden Schlüsse über die Verschiebungen der Weltmacht-Verhältnisse im Angesicht des Golf-Kriegs zulassen.